fotomatte2'517 Beiträge · seit 200901. Dez. 2014 · #221
n´Abend,
in aller Bescheidenheit wage ich MaBele zu widersprechen, und behaupte,dass der schwarz-weisse Würger ein Swamp Boubou ist.Der deutsche Name wäre ( ziemlich blöde ) Zweifarbwürger,was ja genau so gut auf den Tropical Boubou sowie den Crimson-breasted Shrike ( Boubou ) zutrifft. Neben einigen Details betreffs Flügel- und Schwanzzeichnung stimmt vor Allem die Körperhaltung überhaupt nicht für einen Fiskalwürger. Auch der Schnabel passt absolut nicht.
Das Schwarzkehlchen halte ich auch für einen Jungvogel,wobei ich mir hier keinerlei Aussage betreffs Geschlecht erlaube.
Für die Weber müsste man mal wieder ins Buch gucken.... 😗 🙄
pero65221 Beiträge · seit 201401. Dez. 2014 · #222
Hallo Eulemuckels,
war ja wirklich eine tolle Tour bzw. ein super Reisebericht.
Ich hätte mal eine Bitte bzw. Frage:
Im kommenden Juli machen wir (2 Erw. + 10 jähriges Kind) unsere erste Tour durch Namibia mit Dachzeltcamper (23 Tage). Bislang nur Outback-Erfahrungen in Australien (ist super :-))))))
Da ihr ja anscheinend schon (fast) alles in Namibia gesehen habt, wäre es schön, wenn Ihr uns einen Tipp geben könte, was man sich auf einer solchen Anfänger-Tour auf jeden Fall anschauen sollte.
Eigentlich würde ich ganz gerne in den Caprivi. Lohnt sich das, wenn man die gleiche Strecke zurückfährt, also keine Runde über Botswana (traue ich mir bei der ersten Runde nicht so ganz zu)?
Vielleicht habt Ihr ja Zeit, uns ein paar gute Tipps zu geben.
Viele Grüße aus Aachen Peter
Champagner8'687 Beiträge · seit 201002. Dez. 2014 · #223
fotomatte schrieb: in aller Bescheidenheit wage ich MaBele zu widersprechen, und behaupte,dass der schwarz-weisse Würger ein Swamp Boubou ist. Matthias
Guten Morgen Matthias,
du hast natürlich Recht: der Schnabel passt überhaupt nicht (und der Schwanz ist glaub auch zu kurz für den Fiskalwürger). Da war ich mal wieder schnell und schlampig - und vorallem zu faul, um das richtige Buch aus dem Regal zu holen (wobei ich mal dahin gestellt lasse, ob mich das weitergebracht hätte 😊 ). 😎
Macht immer wieder Spaß mit dir - vielen Dank für deine Einwendungen - und uff, ich bin froh, dass das Kehlchen wenigstens stimmt - der Tag ist gerettet 🙂
vielen Dank, dass Ihr uns wieder mitnehmt auf Eure wundervolle Reise. Ich bin jetzt mal mit der "Sonne" hinterher gehechelt und habe den Bericht, aber natürlich besonders auch die Fotos genossen.
Die Flugfotos von den Kingfishern sind doch schon klasse, auch wenn man selbst meist immer wieder Verbesserungspotential findet. Ich hoffe, Ruth ist zumindest einigermassen zufrieden.
Dieses ist mein absoluter Favorit:
Ich bin daran bisher auch immer gescheitert 😕 . Daher "thumbs up" für Ruth und ihre Beharrlichkeit. Und beim nächsten Mal klappt es dann mit der Eintauchphase 😎
Ich freue mich auf die Fortsetzung Eurer Reise und bin weiter, wenn auch zumeist heimlich, mit dabei.
Hanne6'152 Beiträge · seit 200602. Dez. 2014 · #225
hallo Eulenmuckels,
uns hat es auf der Mobola im Februar auch super gut gefallen - hatten ein Häuschen- nun schreibt Ihr, es gibt dort ein Restaurant 😉 kann ich mir nicht vorstellen, denn wir hatten am Ankunftstag Essen bestellt, das wird dann aber zu der Unterkunft gebracht. Man konnte toll Fleisch , Gemüse usw. einkaufen, die restlichen Tage haben wir dann auch gegrillt. Aber in 5 Monaten kann auch in Afrika einiges passieren. Alexander hatte nur vor auf der Insel eine Bar einzurichten - vielleicht ist ein Restaurant daraus geworden, lasst es mich wissen. Vielen Dank. Reise weiterhin sehr entspannt mit. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
take-off1'674 Beiträge · seit 201202. Dez. 2014 · #226
Hallo Ruth und Uwe,
das sind ja wieder tolle Aufnahmen. Besonders der Kingfisher im Flug finde ich klasse getroffen. - und was sind schon gefühlte 1000 Aufnahmen für solch ein Ergebnis 😄
'Auch die Timelaps finde ich klasse. In welchem Intervall macht ihr bzw. die Kamera die Bilder und vorallem über wieviel Stunden. Ihr lasst die Kamera doch wohl nicht über Nacht alleine draußen? 🤩 Ich habe mir ne neue Kamera zugelegt (gemäß dem Grundsatz neuer Urlaub - neue Kamera), mit welcher ich auch Timelap-Aufnahmen machen kann. Vielleicht habe ich die Kamera bis Mai ja schon soweit im Griff, dass ich es mal angehen kann. Es ist übrigens die FZ1000 (konnte einfach nicht widerstehen 😗 ) . Für echte Volformat-Spiegelreflex reicht glaube ich mein fotografisches Wissen noch nicht.
Freue mich über die Fortsetzung. Liebe Grüße Dagmar
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Dez. 2014 · #227
@Bele und Matthias: Vielen Dank für eure Hilfe bei der Vogelbestimmung. Beim Fiscal hat uns der Common Fiscal auf dem Bild besser gefallen, weil bei ihm die weiße Fläche seitlich am Kopf einen Bogen beschreibt im Gegensatz zum Swamp Boubou. Die Schnabelform ist allerdings ein Argument. Hier vertrauen wir Matthias. Hast du noch Tipps für die Weber?
@Nicole: Natürlich sind wir einigermaßen mit den Bildern zufrieden. "Vogel im Flug" ist ja auch ein anspruchsvolles Motiv. Aber wir merken, dass da noch Luft nach oben ist. Schön, dass du mitfährst.
@Hanne: Wir haben nochmal in unserer Erinnerung gekramt. Du hast Recht: Es gab vermutlich gar kein Restaurant. Im vorderen Bereich der Lodge stand ein größeres Gebäude, da haben wir wohl einfach ein Restaurant hinein-interpretiert. Ja, man kann eingefrorenes Fleisch kaufen. Danke für deinen Hinweis.
@Dagmar: Bei diesem Zeitraffer ist alle 21 Sekunden ein Foto entstanden. Da die Canon-Bodies keine Funktion dafür haben, verwenden wir einen programmierbaren, separaten Fernauslöser. Am Sambesi lief die Kamera von 20.00 Uhr etwa viereinhalb Stunden und hat gut 700 Bilder gemacht. Bei 25 Bildern pro Sekunde verdichtet sich das Geschehen dann auf die gezeigten 27 Sekunden. Bei Zeitraffer-Aufnahmen haben wir keine Wahl, als die Kamera nachts draußen stehen zu lassen. Würde ich nicht überall machen. Nicht, dass am Morgen plötzlich zwei da stehen. 😉 Vielleicht war es auf dieser Campsite auch leichtsinnig, denn irgendjemand muss ja vorbeigekommen und das Licht angeknipst haben.
Champagner8'687 Beiträge · seit 201002. Dez. 2014 · #228
Eulenmuckel schrieb: @Picco: Wir wissen auch nicht, woher der Geier seine Nummer hat. Vielleicht weiß das jemand anderes. Uwe und Ruth
Guten Abend!
Ich habe den getackerten Geier mal meinem Lieblingsguide 😎 (Face vom Sango-Camp) gezeigt und hier seine Antwort:
I have never seen such a tagging before. It is probably a research, but usually they would tag by putting a small around the leg just above the feet. I will try ask an active member of Birdlife Botswana.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200903. Dez. 2014 · #229
Ich habe im Mai in der Mabuasehube Area mehrere Geier gesehen, die vergleichbar gekennzeichnet waren. Die genauen Hintergründe kenne ich jedoch auch nicht. Es ist aber zu vermuten, dass man damit ein Monitoring durchführt, für dass man die Tiere nicht jedes Mal einfangen muss, wie es bei Ringen der Fall wäre.
Jetzt muss ich mich auch mal als Mitleser outen und euch für diesen wunderbaren Bericht und die spektakulären Fotos danken.
Vor allem danken möchte ich für die Zeitrafferaufnahmen und die Detailangaben, so etwas habe ich auch vor, mal sehen, wie mir das gelingt. Ich bin mir mit der Stromversorgung noch nicht ganz sicher, muss erst austesten, ob die Nikon ohne externe Stromversorgung die ganze Nacht durchhält. Wie habt ihr das gelöst? Zur Not muss ich die GoPro dafür verwenden...
Nachdem ich mich auch mit dem Gedanken gespielt habe, meinen Fotodrucker (hab das gleiche Modell nur jünger "900") mitzunehmen, da ich auf meinen bisherigen Reisen immer mitbekommen habe, wie interessiert vor allem die Kinder die gemachten Fotos auf dem Display angeschaut haben, habt ihr jetzt den definitiven Ausschlag gegeben.
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200903. Dez. 2014 · #231
Hallo an alle Ornis-Affinen,
nochmals kurz zum Boubou : wenn es ein fiscal wäre,wäre er wohl nach der Verbreitungskarte der Western Race zuzurechnen,und dann hätte er einen weissen Überaugstreif.Zusätzlich fehlt das weisse Feld im Flügel unter der Binde.Der längere Schwanz müsste aussen auch weisse Federn aufweisen. Der von Ruth/Uwe angesprochene weisse runde Bogen am Kopf ist halt so sichtbar,oder eben nicht--je nach Sitzhaltung und Aufnahmewinkel. Das in diesem Fall aber eindeutige Merkmal für mich war einfach,wie der Vogel da sitzt.Auf dem Boden,so hüpfen sie gerne herum,während der Fiskalw. üblicherweise immer aufrecht auf einer Ansitzwarte eines Busches/Baumes sitzt.Auf den Boden kommt er nur,um ein Insekt zu fangen. Ich habe das Bild gesehen,und -ohne auf den Text geachtet zu haben-dachte ich : ooh,kuck mal,ein Swamp Boubou.
Nun zu den Webern.Dafür habe ich mal meinen Newman´s rausgekramt. Bild 1 und 2 gehören für mich zusammen,auch wenn das Licht und der Aufnahmewinkel komplett anders ist und dadurch eine Bestimmung nicht einfacher wird.Das grosse Problem ist,dass es bei den Webern ausser einem Kleid der Männchen und einem schlichteren Kleid des Weibchens ein Breeding und ein Non-Breeding-Kleid gibt.Dann kommen noch die Jungvögel dazu.Und je nach Grad der Mauser Übergänge.Sodele. Nun zur Bestimmung:Aufgrund des roten Auges bei beiden Vögeln und des nur undeutlichen gelben Überaugstreifs ( sonst wäre auch Village Weaver möglich ) meine ich,es sollte sich am ehesten um einen weiblichen/juvenilen Maskenweber handeln. Den dritten Weber halte ich für einen Large Golden Weaver,nicht für einen African Golden Weaver.Gelbes Auge!!!
@ Topobär.es gibt für Grossvögel wie Störche etc. auch grosse (Farb)ringe mit deutlicher,grosser Nummer,die man mit einem Spektiv ablesen kann.Vermutlich geht das bei Geiern aber schlecht,da sie ja,wenn sie am Boden sitzen,auf ihren Ständern hocken-also nicht aufrecht dasitzen-und so ein Ablesen halt nicht möglich ist. So ähnliche Flügelmarken gibt es bei uns-also in Deutschland- bei einem Wiesenweihen-Monitoring.
Hoffentlich fühlt sich niemand gelangweilt von meinen Ausführungen.Ich jedenfalls habe mal so zum Warmlaufen in Sachen Birding (nur noch drei Wochen,freu,freu ) mal wieder ins buch geschaut.Und-ja,es bizzelt schon.
Guggu2'262 Beiträge · seit 201103. Dez. 2014 · #232
Hallo Ruth und Uwe,
als so etwas wie Vogel-Legasteniker, bin ich hin und weg wegen die tollen Fotos. Der Graufischer im Flug - waaah 😛 Traumhaft. Solche Fotos haben dann auch dazu geführt, dass ich inzwischen mehr Vögel kenne, als ich Finger habe 🙂 😗
Der RB ist auch sehr schön, weil hier kann man echt was lernen - über dies und das 😄 😄 Und Matthias verleihe ich jetzt den Doktorhut in Vögel bestimmen.................
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200903. Dez. 2014 · #233
völlig offtopic,und gleich mal sorry dafür, aber : Das muss jetzt sein
@ Guggu : Alleine wegen deiner herzerfrischenden Schreibe in unnachahmbarer Guggu-Manier wird es höchste Eisenbahn,dass Du wieder nach Afrika kommst.damit wir was zum Kringeln haben. 😘 😛 😁 ( Klasse,dass Du nur zehn Finger hast-gell ??? 😗 😎 )
Und das mit dem Doktor ist ja sone Sache.Iss ja alles nur gezogen und geklaut,aber wenigstens habe ich meine Quelle benannt. 😉
franzicke2'085 Beiträge · seit 201203. Dez. 2014 · #234
Liebe Eulenmuckels, da ich wohl eindeutig zu den schlichteren Birder-Gemütern zähle, versuche ich gar nicht erst mir die Namen zu merken, was aber meinem Genuss eures Berichtes keinerlei Abbruch tut - denn eure Bilder sind mal wieder einfach wunderbar! Einmal mehr ein dickes DANKE Ingrid
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200605. Dez. 2014 · #235
@Bele: Danke für dein Engagement herauszufinden, was es mit dem nummerierten Geier auf sich hat. Das interessiert uns auch.
@Topobär: Interessant, dass diese Markierungen wohl öfter vorkommen. Und die Erklärung klingt einleuchtend.
@Wolfgang: Wir wünschen dir viel Erfolg mit den Zeitraffer-Aufnahmen. Das ganze ist schon etwas aufwändig. Wir benutzen einen Batteriegriff, der zwei Akkus aufnehmen kann. Ich achte darauf, vor dem Start zwei volle Akkus einzusetzen. Außerdem muss möglichst die Speicherkarte leer sein.
@Matthias: Nochmal danke für deine Hilfe. Bei den Webern gibt es tatsächlich so viele Variationen. Wir wünschen dir jetzt schon eine tolle Reise.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200605. Dez. 2014 · #236
Montag, 21. Juli 2014 – Richtung Etosha
Mobola-Lodge, Divundu – Onguma, Etosha Ost
Heute gab es für uns eine längere Strecke zu fahren. Wir standen zwar mit Sonnenaufgang auf, frühstückten aber noch ganz gemütlich auf dem wunderschönen Campingplatz in der Sonne.
Dann spülten wir und packten alle Sachen zusammen. Schon längst sind alle Handgriffe wieder Routine, und es geht flott. An der Rezeption bezahlten wir die Rechnung und verabschiedeten uns. Ein kurzes Wegstück fuhren wir noch entlang des Flusses. Hier herrschte noch reges Treiben.
Dann bogen wir auf eine Verbindung zur Teerstraße ab. Die erste Etappe führte nach Rundu. Die Fahrt war wenig spektakulär. In Rundu hielten wir an der großen Tankstelle, füllten Diesel auf und verdrückten eine Pommes im Wimpy-Schnellimbiss. Weiter ging es nach Grootfontein. Bei Maori sagten wir Peter und Conni kurz hallo und kauften eingefrorenes Wildfleisch für die kommenden Tage. Bei Onguma vor dem Etosha hatten wir einen Stellplatz auf der Tamboti Campsite gebucht. Wir waren sehr positiv überrascht. Jeder Stellplatz verfügt über ein eigenes, blitzsauberes Dusch- und Toilettenhaus, Licht und Strom. An zentraler Stelle gibt es einen Mini-Shop, einen Pool und eine Terrasse mit Blick auf ein beleuchtetes Wasserloch. Wir duschten und zogen uns ein paar ordentliche Klamotten an. Schließlich waren wir mit einem von Uwes Kollegen zum Abendessen verabredet und das nicht im Busch am Lagerfeuer, sondern in einer Lodge. Kurz gingen wir noch zur Aussichtsterrasse und sahen zwei Dikdiks sowie zwei Kronenducker, die sich sehr scheu der Wasserstelle näherten.
Dann fuhren wir zum Mushara Outpost, einer sehr schönen Lodge. Den ganzen Luxus mit gepolsterten Loungemöbeln, Wollen-Sie-noch-etwas-trinken hier und Kann-ich-Ihnen-noch-etwas-bringen da sind wir so gar nicht gewohnt. Obwohl uns diese Bedienerei immer etwas befremdlich ist, genossen wir es sehr, uns nicht selbst um das Essen kümmern zu müssen. Wir trafen Michael, dessen Frau, seinen Bruder mit Frau und ein weiteres befreundetes Ehepaar, die auf ihrer ersten Namibia-Reise unterwegs sind. Alle sechs waren begeistert von den bisherigen Erlebnissen. Wir aßen lecker und unterhielten uns sehr nett. Es war ein schöner Abend. Spät verabschiedeten wir uns und machten uns im Dunkeln auf den kurzen Rückweg. Entlang der Hauptstraße sahen wir ein paar kleine Antilopen, auf den letzten Kilometern in Onguma lief uns noch ein Stachelschwein über den Weg. Morgen freuen wir uns auf den Etosha.
fotomatte2'517 Beiträge · seit 200905. Dez. 2014 · #237
Hallo Eulenmuckels,
noch ( ein letztes Mal ) zu dem Golden Weaver : -African G.W. (Ploceus subaureus) kommt nur an der Ostküste vor,kann man also im Caprivi ausschliessen. -Large G.W. (Ploceus xanthops) dagegen lebt an der nördlichen Grenze Namibias entlang der ganzjährig wasserführenden Flüsse,im Okavango-Delta sowie hauptsächlich in Zimbabwe.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Dez. 2014 · #238
Dienstag, 22. Juli 2014 – Groß und Klein bei Kalkheuvel
Onguma, Etosha Ost – Namutoni, Etosha
Das eigene Duschhäuschen beim Campingplatz der Onguma-Lodge war so luxuriös, dass Ruth entschied, am Morgen gleich noch einmal zu duschen. Uwe trank Kaffee, und so war die Sonne bereits aufgegangen, als wir fertig waren. An der Rezeption bezahlten wir noch die Getränke, dann ging es zum Etosha.
Schnell bezahlten wir in Namutoni den Parkeintritt für die kommenden Tage, dann fuhren wir zu den ersten Wasserlöchern. Zuvor hatten wir bereits Impalas und Giraffen gesehen. Bei Koinachas saßen lediglich zwei Nilgänse. Bei Chudop war heute Morgen ebenfalls nicht viel los. Dann ging es zum Wasserloch Kalkheuvel.
Dort verbrachten wir einige Stunden. Ruth entdeckte alle paar Minuten einen neuen Vogel, den wir in diesem Urlaub oder sogar noch nie zuvor gesehen haben.
Graulärmvogel
Bronzefleckentaube
Akaziendrossel
Shikra (vielen Dank an Matthias)
Besonders freuten wir uns über eine Königswitwe, die mit sehr langen Schwanzfedern schön in einem Busch saß. Eigentlich dürfte das Männchen zu dieser Jahreszeit gar nicht im Prachtkleid zu sehen sein.
Später kam noch eine weitere dazu, und beide versuchten, sich gegenseitig zu vertreiben. Sahen sie in den Zweigen sitzend mit ihren prächtigen Schwanzfedern sehr edel aus, wirkten sie im Flug eher unbeholfen und flatterhaft. Der protzige Schmuck ist in der Luft doch eher hinderlich. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Wir sahen Kudus, Zebras und immer wieder Impalas.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Dez. 2014 · #239
Gegen Mittag trafen mehrere größere Elefantenherden ein. Aus allen Richtungen strebten die Tiere dem Wasser zu, und die Wanderung stoppte nicht. Selbst wenn wir gewollt hätten, hätten wir das Wasserloch nicht verlassen können, denn die Zufahrtsstraße wurde von immer neuen Elefanten versperrt.
Gut, dass wir auch gar nicht weg wollten. Zumindest noch nicht! Am Wasser war ein reger Betrieb. Mindestens 100 Elefanten tummelten sich an der Rinne und den verschiedenen Wassertümpeln.
Zunächst wurde getrunken und ein wenig herumgespritzt, dann gab es ein Schlammbad und schließlich eine Staubdusche. Man konnte den Tieren ansehen, wie viel Spaß sie dabei hatten.
Sehr viele Baby-Elefanten wuselten zwischen den Beinen und Körpern der Erwachsenen herum, stolperten teilweise noch sehr tollpatschig durch das Wasser und schlackerten mit ihrem Rüssel.
Besonders die wippenden Dehnübungen eines Winzlings hatten es uns angetan. Völlig fasziniert filmten wir aus dem linken Autofenster und bekamen deshalb auch nicht mit, dass die beiden Autos neben uns auf Grund der Ankunft einer weiteren Herde schnell das Feld geräumt hatten. Als wir uns etwas später wieder nach rechts wandten, waren wir doch überrascht, wie nah uns einige Tiere gekommen waren, die augenscheinlich das Wasserloch verlassen wollten. Um nun noch den Motor zu starten, war es zu spät, denn das hätte die Elefanten sicher nur erschreckt. Blieb also nur, lieb und harmlos zu gucken und entschuldigend zu lächeln, dass wir so blöd im Weg rum standen. Ruth war selbst dazu nicht mehr in der Lage. Vor lauter Schreck vergaß sie sogar zu zittern, und auch das gewisperte „Die tun nichts!“ von Uwe konnte sie nur wenig beruhigen, stand der Elefant doch zunächst unmittelbar vor der Motorhaube und schließlich an ihrer Autoseite. Zur Sicherheit hatte Uwe noch schnell das Fenster geschlossen. Der Elefant rüsselte noch ein paar Sekunden neugierig in unsere Richtung, bevor er an uns verbeilief und mit seiner Gruppe weiterzog.
Erst nach ein paar weiteren Sekunden wagten wir wieder zu atmen. Unsere Herzen klopften. Und die Insassen der Autos, die zuvor noch neben uns gestanden hatten, schauten mit großen Augen und dachten sich wahrscheinlich, wie man nur so dämlich sein konnte, auf der Elefanten-Pad zu stehen. Nach diesem überstandenen Abenteuer merkten wir, wie hungrig wir waren und fuhren am Nachmittag zurück nach Namutoni. Wir wählten uns einen Stellplatz auf dem Campingplatz und machten eine Pause mit Avocado-Thunfisch-Salat. Nach dem Spülen brachen wir auch schon wieder auf. Im Sichtungsbuch im Büro hatten wir von einem Geparden-Riss nahe Twee Palms gelesen. Als wir jedoch dort ankamen, war weit und breit nichts mehr davon zu sehen. Der Weg um die Fischers Pan zog sich lange dahin. Außer unzähligen Gabelracken sahen wir kaum Tiere. Mit dem Wasserloch Klein Okevi werden wir uns wohl auch nicht mehr anfreunden. Entweder es herrscht gähnende Leere, oder man kann nach längerem Hinsehen vielleicht eine einsame Möwe und zwei Schildkröten am Ufer erkennen. Bisher haben wir dort auf jeden Fall noch nichts Spektakuläres gesichtet.
Wieder ging es zurück zu den Wasserlöchern bis Kalkheuvel. Eine Hyäne kreuzte unseren Weg, verschwand aber schnell über die Ebene.
Bei Kalkheuvel waren die riesigen Elefantenherden verschwunden. Nur ein paar aufgescheuchte Perlhühner rannten herum, und so drehten wir um und kamen wenige Minuten vor Torschluss wieder in Namutoni an.
Während das Feuer herunterbrannte, putzten und schnibbelten wir den Salat und die Kartoffeln. Auch wenn wir jeden Abend dasselbe Menü zu essen scheinen, schmeckten uns auch heute Abend die Impala-Steaks mit Knoblauchbutter wieder ganz hervorragend. Diesen Abend wird sicherlich kein Vampir versuchen, in unser Zelt einzudringen.
Daxiang5'050 Beiträge · seit 201406. Dez. 2014 · #240
Hallo Uwe und Ruth,
das sind wieder ganz tolle Fotos! Bei der Elefantenparade bekomme ich direkt Heimweh nach Etosha!
Hier würde ich auf einen Ovambosperber tippen - mir fällt zumindest im Moment kein anderer Raubvogel ein, der sonst noch auf der Unteseite total gestreift ist.