Auf dem Rückweg zum Camp beobachteten wir am Wasserloch zwei Giraffen, die sich sehr zögerlich näherten. Eine trank dann in mehreren Anläufen, wobei sie das Wasser mit hektischen Bewegungen von sich wegschleuderte.
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Hallo Uwe,
Giraffen haben ein spezielles Organ im Kopf (weiß leider gerade den Namen nicht), das verhindert, dass alles Blut in den Kopf fließt während des Trinkens. Es ist wohl wie ein Schwamm aufgebaut und wenn er gefüllt ist, hebt die Giraffe reflexartig den Kopf, um das Blut wieder zurückfliessen zu lassen. Durch diese abrupte Bewegung sieht es aus, als wenn das Wasser "weggeschleudert" wird.
Ich finde es immer sehr faszinierend, Giraffen beim Trinken zu zu schauen und freue mich immer, wenn ich dazu Gelegenheit habe.
Schöne Grüße und ich freue mich auf die Fortsetzung,
Bloke1'920 Beiträge · seit 200808. Nov. 2011 · #23
Eulenmuckel schrieb:Hallo Bloke,
die Katzenfotos haben wir mit einer Canon EOS 7D und dem Canon EF 100-400mm gemacht. Mit dieser Kombination sind wir sehr zufrieden.
Viele Grüße, Uwe
Servus
habs mir schon gedacht, dass da kein Kinderspielzeug am Werk war 🙂 Echt tolle Foddos
LG Bloke
diangelika138 Beiträge · seit 201108. Nov. 2011 · #24
Hi eulenmuckels, super euer Bericht und auch die Bilder!!!!!!!! Dankeschön, ich lese es mit großem Interesse, weil wir im kommenden Juli so eine Tour vorhaben. Herzliche Grüße diangelika
ganz toller Bericht von euch und die Bilder sind traumhaft schön! Ich liebe ja Oryx, da sie meist immer so nett in die Kamera schauen 😄 Die „spuckende“ Giraffe ist ja echt witzig und die Löwenbilder wunderschön!
rebecca935 Beiträge · seit 200609. Nov. 2011 · #26
Hallo Ruth und Uwe, das nenn ich mal eine gelunge Verkürzung der Wartezeit bis zum nächsten Urlaub. 🙂 Vielen Dank für den Bericht und die tollen Fotos. LG Rebecca
jaffles1'312 Beiträge · seit 200609. Nov. 2011 · #27
Hallo Ihr Beiden,
klasse Bericht! Freue mich schon auf die Fortsetzung. V.a. auf Sambia bin ich sehr gespannt. Bilder sind wie immer super. Gerne mehr davon.
Danke für den tollen Reisebericht. Eure Fotos sind einfach mega genial. Mir fällt auf dass einige Tiere unheimlich fotogen, andere "so richtig eingebildet von der Seite" für euch posiert haben. SUPER ! Die Löwenfotos gefallen mir auch sehr gut. Bitte weiter so ...
Und hey, ich bin echt überrascht was ihr alles so an Lebensmittel in eurem Auto lagern konntet.
Freue mich auf die Fortsetzung Liebe Grüsse aus Luxembourg Lil
diangelika138 Beiträge · seit 201109. Nov. 2011 · #29
Hallo Eulenmuckels, toll Euer Bericht. Ich bin begeistert und ganz gespannt darauf, wie´s weiter geht! Tolle Fotos habt Ihr gemacht. Jetzt mal ´ne Frage: Wo habt Ihr das Permit für CHGR bekommen, wenn Ihr von Ghanzi am Vet Zaun langgefahren seid? LG Angelika
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200609. Nov. 2011 · #30
Hallo Angelika,
den Eintritt ins CKGR haben wir vorab per E-Mail beim Department of Wildlife and National Parks über dwnp@gov.bw gebucht (Zahlung per Kreditkarte). Die Campingplätze haben wir über Bigfoot Tours (bigfoot@gbs.co.bw) gebucht. Lässt sich inzwischen wohl auch per Kreditkarte zahlen, wir mussten noch eine umständliche (und teure) Auslandsüberweisung veranlassen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200609. Nov. 2011 · #31
Samstag, 30. Juli 2011
Das Maun Rest Camp liegt unmittelbar am Thamalakane. Als die Sonne aufging, leuchtete das Gras auf einer kleinen Insel im Fluss.
Wir gönnten uns nach dem Aufstehen nur ein heißes Getränk, packten alle Sachen ein und bezahlten den Campingplatz. Dann fuhren wir mit den letzten Tropfen Benzin im Tank zur Shell Tankstelle und erfuhren, dass es dort kein bleifreies Benzin gab. Zum Glück bekamen wir es aber an der nächsten Puma Tankstelle. Zusätzlich füllten wir die zwei leeren Ersatzkanister. Dann ging es weiter zu Toyota. Dort waren nur zwei Manager anwesend, die Bauarbeiten in den Verkaufsräumen beobachteten. Sonst waren keine Techniker anwesend, schließlich war Samstag. Die Herren waren aber so nett, einen Mechaniker herbeizutelefonieren. Dieser kam schnell und schaute sich unseren Blinker an. Zunächst tauschte er eine kaputte Sicherung aus. Danach funktionierte der Blinker rechts, links jedoch nicht. Er vermutete, dass ein Kurzschluss hinten links für den Defekt verantwortlich sei und bestellte einen weiteren Autoelektriker. Der könne das Problem wahrscheinlich in zwei bis drei Stunden beheben. Zunächst warteten wir, dann erfuhren wir aber, dass der Elektriker vielleicht auch erst in zwei bis drei Stunden da wäre. Damit wäre unser Plan, noch heute bis Kasane zu fahren, nicht mehr schaffbar gewesen. So entschieden wir, dass es uns genügte, lediglich rechts zu blinken, um den Kurzschluss zu umgehen, bedankten uns und fuhren weiter. Bei einem Straßenhändler kauften wir eine wunderschöne Tischdecke für unseren Campingtisch. Dann wollten wir zu Frau Oake von Okavango Ceramics fahren, um noch ein paar der Porzellantassen zu besorgen, wie wir sie letztes Jahr bei ihr gekauft hatten. Dank der GPS-Aufzeichnung vom Vorjahr fanden wir exakt den Weg. Doch leider endete dieser nach wenigen hundert Metern im Wasser. Der Borofluss führt dieses Jahr wohl extrem viel Wasser, wir kehrten um und versuchten auf allen möglichen Umwegen unseren Zielpunkt zu erreichen, standen aber jedes Mal vor einem mehr oder weniger breiten und tiefen schwarzen Tümpel, so dass uns nichts anderes übrig blieb, als ohne Einkauf umzukehren. Bevor wir Maun verließen, kauften wir im Spar noch Brötchen und Getränke. Dann wurde es höchste Zeit. Auf der Teerstraße fuhren wir Richtung Osten nach Nata und von dort weiter nach Norden. Wir hatten wieder mit Kühen und Eseln zu kämpfen. Nach Nata erwartete uns dann aber ein Spektakel der ganz besonderen Art. Wir hatten plötzlich einen Schwertransport vor uns auf der Straße, den wir nicht sofort überholen konnten, und dann begann die wahrscheinlich längste Baustelle der Welt. Über etwa 135 Kilometer erstreckte sich dieser Alptraum. Die Hauptstraße war teilweise noch nicht vorhanden, auf manchen Abschnitten bereits geteert. Der Verkehr wurde über eine Umfahrung geleitet, die getrost zu den Meisterwerken afrikanischer Straßenbaukunst gezählt werden darf. Sie war zwar geteert, jedoch so schief und buckelig, dass man nicht schnell vorwärts kam. Außerdem wurden wir ja von diesem Schwertransport, der – wie wir in einer Kurve feststellten – auch noch ein paar Brüderchen dabei hatte, ausgebremst. Er zuckelte im Schritttempo vor uns durch die Baustelle und bestand aus riesigen Lastwagen, die wiederum Ladeflächen oder Fahrgestelle von großen Radladern transportierten.
Es war nahezu unmöglich zu überholen. Ein Begleitfahrzeug mit zwei roten Fähnchen zeigte uns an, dass das wohl auch nicht ratsam wäre.
Erst nach vielen Kilometern schafften wir es, durch ein waghalsiges Manöver auf dem sandigen Seitenstreifen mit ziemlich viel Schräglage. Juhu, geschafft! Blieben ja nur noch neun andere dieser Ungetüme vor uns. Dieses Spiel wiederholte sich im Laufe der nächsten geschätzten Stunden also noch ein paar Mal, denn in Afrika kommt man nicht auf die Idee, am Rand anzuhalten um die Autoschlange hinter sich vorbei zu lassen. Die Baustelle zog sich also unendlich lange hin, noch unendlicher, da wir mittlerweile beide dringend auf Toilette mussten. Das war natürlich auf gar keinen Fall drin, denn dann wären ja die bisher gewonnenen Meter wieder verloren gewesen, und wir hätten unsere Position verloren.
Trotzdem büßten wir durch diese Begegnung viel Zeit ein. Am Straßenrand sahen wir unsere ersten Elefanten in diesem Urlaub. Zuerst waren es zwei, dann eine ganze Herde. Erst mit Sonnenuntergang erreichten wir Kasane. Bei der Garden Lodge meldeten wir uns für die morgige Bootstour am Nachmittag an. Dann versuchten wir unser Glück bei der Chobe Safari Lodge. Der Campingplatz war leider voll belegt, aber zum Abendessen bekamen wir noch einen Tisch. Bei der Thebe Lodge war auch noch eine Campsite frei. Wir überspielten ein paar Fotos und fuhren dann wieder zum Abendessen. Ruth war wie immer vom Buffet und vor allem der Suppe sehr begeistert. Obwohl uns die Lodge eigentlich zu groß ist, kommen wir immer wieder gerne her. Die Angestellten sind freundlich, und es ist zwischendrin schön, sich einmal bekochen zu lassen. Zurück auf unserem Campingplatz krochen wir ziemlich bald todmüde in unser Zelt, da uns der Fahrtag sehr angestrengt hatte. An Schlaf war aber nur mit Einschränkung zu denken, denn laute Jugendgruppen lärmten und hörten noch stundenlang laut Musik.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200609. Nov. 2011 · #32
Sonntag, 31. Juli 2011
Bereits im Dunkeln standen wir wieder auf, klappten das Dachzelt zusammen und machten uns auf den Weg zum Sedudu Gate des Chobe National Parks. Dort bezahlten wir den Tageseintritt und fuhren zur Chobe River Front. Man fährt unmittelbar am Fluss entlang und kann unzählige Tierarten entdecken und beobachten.
So sahen wir einen einzelnen jungen Elefanten, Sporengänse und eine enorme Ansammlung von Marabus und verschiedenen Geierarten. Sie pickten an einem verbrannten Haufen herum. Wir vermuten, dass dort ein verendetes Tier verbrannt worden war. Dennoch stank der Rest des Kadavers noch zum Himmel.
Als wir Richtung Serondela Rastplatz kamen, fuhren wir an einer riesigen Herde Impalas vorbei.
An der gleichen Stelle drängten unzählige Paviane vom Fluss herauf, wir schätzen über 200 Tiere.
Aber auch Giraffen, weitere Elefanten, Warzenschweine und Kudus trafen wir. Für uns war es ein gelungener Vormittag. Gegen elf Uhr verließen wir den Park und bemühten uns erneut um einen Campingplatz in der Chobe Safari Lodge. Diesmal bekamen wir einen, jedoch so einen kleinen Stellplatz, dass wir dort nicht einmal komfortabel um das Auto herum gehen können. In der Mittagspause wuschen wir Wäsche, duschten und machten Brotzeit. Dabei leistete uns eine Familie Warzenschweine Gesellschaft und durchwühlte den halben Campingplatz nach Essbarem.
Anschließend ging es zur Garden Lodge. Wir bekamen Kaffee, Tee und ein Stückchen Kuchen. Dann stiegen wir mit sieben anderen Gästen auf das kleine Boot für die Nachmittagstour. Wir schipperten den Chobe auf und ab und konnten viel entdecken und fotografieren. Zuerst zeigte der Fahrer uns einen großem Baum mitten im Fluss, auf dem unzählige Nimmersatt-Störche und Kormorane brüteten.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200609. Nov. 2011 · #33
Dann sahen wir noch Graueisvögel, die in hoher Geschwindigkeit unmittelbar über der Wasseroberfläche flogen, Elefantenherden, die den Fluss durchquerten, Flusspferde, Krokodile, Reiher und Störche. Es war eine wunderschöne Fahrt.
Uns fiel auf, dass relativ wenige Schreiseeadler zu sehen waren. Außerdem nimmt der Tourismus auf dem Chobe immer mehr zu. In der Regel sind acht oder mehr Boote zur Stelle, wenn zum Beispiel eine Elefantenherde durch das Wasser schwimmt. Das ist für die Tiere sicherlich anstrengend. Ganz speziell war ein kleines Boot, auf dem fünf Fotografen saßen. Jeder hatte einen eigenen Stuhl, den er um 360 Grad drehen konnte. Zum Drehstuhl gehörte ein stabiles Stativ, auf dem jeder sein riesiges Objektiv befestigt hatte. Wie Maschinengewehre brachten sie ihre Kameras in Anschlag und fotografierten ohne Pause.
Selbstverständlich gehörten zu einer gelungenen Sundowner-Bootstour auch die obligatorischen „Elefanten vor untergehender Sonne“. Es ist jedes Mal wieder eine ganz besonders friedliche Stimmung am Chobe.
Zum Abendessen gingen wir wieder in die Lodge. Kurz zuvor telefonierten wir mit Stefan und Gaby, die wir morgen in Livingstone treffen wollen. Das Abendessen bestand wieder aus dem riesigen Büffet. Immer wenn wir unseren Tisch verließen, lauerte bereits ein Kellner, um während unserer Abwesenheit die Servietten neu zu falten. Dabei verwendete er jedes Mal eine andere Falttechnik. Nach Suppe und Salat ließen wir uns Gemüse und Nudeln frisch zubereiten und aßen gegrilltes Schweinefleisch und Huhn dazu. Zum Nachtisch gab es noch ein Stück Apfelkuchen mit Vanillesoße. Pappsatt und zufrieden liefen wir den Weg zurück zu unserem Auto.
diangelika138 Beiträge · seit 201110. Nov. 2011 · #36
Liebe Eulenmuckels, helle Begeisterung für den Bericht und die Fotos!!! 🙂 Aber schreibt mir doch bitte, was für ein Auto ihr hattet. Der stauraum in schubladen unter der Ladefläche ist toll. LG dingelika
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Nov. 2011 · #37
@madmaddin: Die meisten Tieraufnahmen machen wir mit der Kombination Canon EOS 7D und Canon EF 100-400mm. Mit der Qualität der Aufnahmen sind wir zufrieden, und diese Kombination ist einigermaßen handlich, man braucht z. B. nicht unbedingt ein Einbein-Stativ. Daneben gibt es noch weitere Kameras und Objektive, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Wir sortieren immer wieder ein wenig aus, und das ein oder andere Teil kommt auch wieder zur Fotoausrüstung dazu. So wird es nie langweilig. Aber Equipment ist nicht das Wichtigste. Es braucht immer ein wenig Glück, den richtigen Moment zu erwischen.
@Angelika: Wir mieten unser Auto bei Savanna Car in Windhoek. Dort gibt es den Toyota Hilux Double Cabin in einer Ausstattungsvariante, die diese unglaublich praktischen Schubladen auf der Ladefläche hat. Das ist aber auch keine Seltenheit. Bei anderen Autovermietern habe ich die auch schon gesehen. In Kombination mit einem Canopy, das rundherum aufklappbar ist, muss man praktisch nie mehr auf die Ladefläche klettern, um an irgendwelche Sachen zu kommen. Das ist schon sehr komfortabel.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200811. Nov. 2011 · #38
Hallo, Eulenmuckel!
„Aber Equipment ist nicht das Wichtigste. Es braucht immer ein wenig Glück, den richtigen Moment zu erwischen.“
Das haste aber lieb gesagt, - ihr seid aber auch sehr bescheiden! Wir sagen es mal etwas anders: Das Können steht, liegt und kauert hinter der Kamera! Und ihr könnt es eben. Kompliment!
Vielen Dank für euren schönen Reisebericht, den wir begeistert verfolgen. Ihr seid ja echte Vielfahrer und steckt die Kalamitäten gut weg. Das ist eine sehr gute Grundlage für Spaß am Reisen. Ihr konzentriert euch einfach auf das, was für euch das Wesentliche ist. Vielen Dank dafür, dass wir daran teilhaben dürfen! Gruß lilytrotters
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200611. Nov. 2011 · #39
Montag, 1. August 2011
In der Nacht windete es stark, und morgens war es ein wenig bewölkt. Wir frühstückten aus Mangel an Platz neben unserem kleinen Stellplatz auf dem Durchgangsweg. Dies war ziemlich ungemütlich, denn es kam uns so vor, als ob die anderen Campinggäste zwischen unseren Stühlen und dem Tisch hindurchliefen. Außerdem würzte der aufgewirbelte Staub der ersten abfahrenden Autos unser Müsli. Deswegen beeilten wir uns mit dem Aufbruch. Im Supermarkt kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten und behielten einige Pulas übrig, die wir bei unserem nächsten Besuch in Botswana gut gebrauchen können. Dann ging es Richtung Grenze. In Kazungula kamen wir an die Fähre und wussten zuerst nicht genau, wo wir uns anzustellen hatten. Nur, dass wir an den vielen wartenden Lastwagen vorbeifahren durften, war uns klar. Uwe fragte einen anderen Weißen mit einem Toyota und Anhänger. Der sagte, dass die aktuelle Beladung der Fähre von verschiedenen Dingen abhänge, z. B. von der Größe des Autos und der Wartezeit. Er stehe schon seit fast zwei Stunden hier.
Doch als die Fähre angelegt hatte und entladen war, winkte uns der Angestellte beide als erstes auf das Boot. Das war etwa 30 Meter lang und bot in jedem Fall immer nur einem großen Lastwagen und ein paar PKWs Platz. Außerdem fuhren noch viele Fußgänger mit, und es wurden Unmengen an Bier aufgeladen.
Während der Überfahrt bezahlten wir die Gebühr. Ruth durfte als Passagier nicht im Auto sitzen, während Uwe auf bzw. von der Fähre fuhr. Auf der Sambiaseite begannen die Grenzformalitäten. Während die Ausreise in Botswana mit einer guten halben Stunde noch recht schnell geklappt hatte, brauchten wir nun etwa zwei Stunden. Zunächst bekamen wir ein Einmalvisum für je 50 US-Dollar und entsprechende Stempel in die Pässe. Dann ging es an zwei Schaltern vorbei in ein weiteres Büro zur Entrichtung der Carbon Tax, einer staatlichen Gebühr, die je nach Hubraum des Motors erhoben wird. Diese musste in Kwachas – der sambischen Währung – bezahlt werden, die man jedoch weder einführen darf, noch an der Grenze auf legale Weise tauschen oder aus einem Automaten bekommen kann. Wir hatten das große Glück, dass die Grenzbeamtin ein wenig deutsch sprach. Sie hatte ein Jahr lang in Deutschland gelebt, und so konnte sie uns erklären, was wir zu tun hatten. Sie stellte uns einen ihrer Kollegen zur Seite, der uns zuerst Geld wechselte und später bei der Versicherung half. Dazwischen mussten wir noch zur Polizei, um die Straßengebühr zu bezahlen. Das Polizeigebäude bestand aus einem kleinen Raum, in dem ein Schreibtisch und zwei Bänke standen. Auf der einen Bank lag ein weißer Mann, der aussah, als hätte er einen Kreislaufzusammenbruch gehabt und müsse sich nun ausruhen. An der Kopfseite des Raums plärrte ein Fernseher, auf der anderen Bank saßen drei Leute ohne erkennbare Aktivität. Am Schreibtisch saßen zwei Beamte. Nach einiger Zeit höflichen Wartens nahm sich einer von ihnen uns an und das geforderte Geld ab und stellte eine Quittung aus. In einem weiteren Gebäude gab es noch eine Gebühr zu bezahlen (wir wissen nicht mehr so genau, wofür eigentlich).
Auf unserer Pilgerreise von Haus zu Haus wuchs die Traube von Leuten, die sich an unsere Fersen heftete und uns eine Autoversicherung verkaufen wollte. Denn im Gegensatz zu den offiziellen Gebühren und Kosten herrscht bei der Versicherung ein freier Markt. Hier half uns wieder der Kollege der Grenzbeamtin, indem er uns sehr bestimmt zu einem alten Container brachte, in dessen Inneren ein Versicherungsbüro eingerichtet war. Es war ein wenig einfacher ausgestattet als ein Versicherungsbüro in Deutschland, aber mindestens so vertrauenerweckend. Innerhalb weniger Minuten hatten wir die notwendige Autoversicherung mit vielen Durchschlägen, Stempeln (beides in Afrika sehr wichtig) und natürlich Bezahlung abgeschlossen. Als wir alle Papiere zusammen hatten, unterhielten wir uns noch ein wenig mit dem Pärchen aus Sambia, das in dem anderen Toyota mit uns auf der Fähre gewesen war. Sie rieten uns, die zusätzlichen Reflektoren (vorne weiß, hinten rot) sofort ans Auto zu kleben. Oft werden diese bei Polizeikontrollen überprüft. Auf dem Weg nach Livingstone gab es drei Kontrollen. Bei der ersten standen lediglich mehrere Polizisten am Straßenrand, sie hielten uns jedoch nicht an. Bei der zweiten mussten wir anhalten und plauderten mit den Beamten über unverfängliche Dinge, die möglichst wenig mit defekten Blinkern zu tun hatten. Ein wenig Sorgen machten wir uns nämlich doch, denn mittlerweile funktionierte der rechte Blinker auch nicht mehr. So konnten wir unbehelligt weiterfahren. Die dritte Kontrolle verlief ähnlich. In Livingstone holten wir an der Bank Geld und fuhren dann zu den Victoria Fällen. Dort trafen wir Stefan und Gaby, die für die nächsten Tage unsere Reisebegleiter sein sollten. Wir liefen ein wenig oberhalb der Wasserfälle herum, dann machten wir uns auf in Richtung Campingplatz, um etwas zu Mittag zu essen. Ruth machte leckeren Wurstsalat.
Zum Sonnenuntergang fuhren wir noch mal zu den Fällen und spazierten zu den verschiedenen Aussichtspunkten. Auf die angebotenen Regenmäntel verzichteten wir diesmal. Hatten wir sie 2007 doch umsonst geliehen. Und wir sind ja lernfähig! Die aufsteigende Gischt war mit der damals allerdings nicht zu vergleichen und sorgte fast auf sämtlichen Wegen für einen feinen Nebel oder Regen. Jede Deckung nutzend sprangen wir von Baum zu Baum und waren innerhalb weniger Minuten bis auf die Haut durchnässt. Die Kameras hatten wir glücklicherweise in Plastiktüten verpackt. Besonders auf einer schmalen Brücke über dem Wasser war es besonders nass. Plötzlich kam die Sonne zwischen den Wolken hervor und zauberte einen wunderschönen Regenbogen über die Victoria-Fälle. Wir genossen das beeindruckende Naturschauspiel, während unter uns die Wassermassen in die Tiefe stürzten.
Nach Sonnenuntergang fuhren wir wieder auf die Campsite der Livingstone Safari Lodge. Dort machten wir Feuer und richteten das Lager. Zum Abendessen gab es Rosmarinkartoffeln aus dem Potije, das letzte Oryxfleisch vom Grill, und Gaby machte Salat mit Balsamico-Honig-Dressing und frisch gerösteten Croutons. Es war sehr lecker. Dabei unterhielten wir uns nett. Es ist schön, die beiden getroffen zu haben. Wir freuen uns auf die kommenden Tage.