Die Eulenmuckels in NAM-BOT-SAM

125 Antworten · 53,0k Aufrufe · gestartet 06. Nov. 2011 von Eulenmuckel
Bilder klein
Antworten
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #1
Ihr lieben Fomis,

bisher haben wir als stille Leser an vielen eurer Reisen kreuz und quer durch das südliche Afrika teilgenommen. Eure Berichte und Fotos haben uns die lange Wartezeit zwischen unseren eigenen Reisen jedes Mal verkürzt, Erinnerungen wach gerufen, Sehnsüchte geweckt oder neue Anregungen gegeben.
Nun wollen wir ein wenig davon zurückgeben und unseren eigenen Reisebericht aus diesem Sommer einstellen. Wir waren fünfeinhalb Wochen in Namibia, Botswana, Sambia und wieder Namibia unterwegs. Besonders auf das für uns unbekannte Sambia waren wir sehr gespannt. Da wir aber auf bestimmte Landschaften in Namibia einfach nicht verzichten können, sind wieder ziemlich viele Kilometer zusammengekommen.

Karte-2011.jpg


Viel Spaß,
Ruth und Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #2
Samstag, 23.07.2011

Gestern durften wir zu unserem achten Afrika-Urlaub aufbrechen. Seit über einem halben Jahr waren wir mit den Planungen beschäftigt. Dieses Mal soll es von Windhoek aus nach Botswana in die Zentralkalahari und von dort weiter nach Sambia gehen. Vieles bei der Vorbereitung gehört zwar schon zur Routine, aber gerade in den letzten Wochen hatten wir jeder so viel für die Arbeit zu tun, dass nicht viel Zeit für Afrika blieb. So waren wir schon ziemlich übernächtigt, als Uwes Eltern am frühen Nachmittag vor unserer Tür standen. Aber zu Hause sah es einigermaßen ordentlich aus, und die Sachen waren gepackt. Später sollten wir feststellen, dass Uwe seine Badehose vergessen hat, was jedoch nicht weiter schlimm ist.
Zwar mit viel Verkehr, aber ohne Stau kamen wir sehr früh in Frankfurt am Flughafen an und konnten schon einchecken. Die spannende Frage nach unserem Gepäck-Gewicht beantwortete die Waage mit 40,8 kg. Na, wenn das keine Punktlandung ist. Wir tranken noch etwas und aßen eine Kleinigkeit. Dann begaben wir uns zur Passkontrolle, anschließend zur Handgepäck-Durchleuchtung. Hier war das Übliche: Während Uwe Schuhe auszog und sich die Füße befühlen ließ, brachte Ruth das Fernglas aus ihrem Rucksack zur Sprengstoffkontrolle. Erstaunlicherweise wurde auch diesmal nichts gefunden, das unseren Abflug verhindern sollte. Es gab lediglich eine kleine Verspätung, weil ein Gepäck-Container umgeladen werden musste. Auf dem Weg ins Flugzeug liefen vor und hinter uns Namibier, die plötzlich ein afrikanisches Lied anstimmten. Sie sangen wunderschön im Chor und stimmten so alle Fluggäste auf das Reiseziel ein.
An Bord des Airbusses gab es noch ein Abendessen, bevor Uwe völlig erschöpft einschlief. Ruth las noch ein wenig in ihrem neuen Buch, das sie noch am Flughafen gekauft hatte. Nach einem relativ ruhigen, aber trotzdem unbequemen Flug landeten wir gegen 6.30 Uhr bei völliger Dunkelheit, aber für uns erstaunlich warmen Temperaturen in Windhoek. Während des Anflugs sang der Chor noch einmal ein schönes Lied.
Nach den Einreiseformalitäten fanden wir schnell unser Gepäck und auch den Fahrer, der uns zur Autovermietung Savanna in die Stadt brachte. Dort gab es Kaffee und weitere Formalitäten. Zu einem von uns als recht ungünstig empfundenen Kurs von 1 Euro zu 9 Namibia-Dollar bezahlten wir den Rest unserer Wagenmiete. Der Cheftechniker persönlich übergab uns das Auto. Im Gegensatz zum Mietwagen der letzten zwei Jahre hat dieses Auto noch einen eingebauten Wassertank mit Hahn, am Canopydach eine Schaufel und ein Beil befestigt. Die zwei Gasflaschen haben nun einen festen Platz auf der Ladefläche und sind deutlich größer.
Als erstes fuhren wir in die Pension Casa Piccolo und deponierten dort unser Gepäck. Dann ging es ins Zentrum, um Bargeld zu besorgen. Uwe plünderte mehrere Automaten der Standard-Bank, dann fuhren wir zu Cymot. Dort bekam er endlich den Kelly-Kettle-Wasserkocher, von dem er seit dem letzten Urlaub mit Cora und Gert schwärmte. Außerdem kauften wir einen neuen Potije, eine Petroleumlampe und Reflektoren in verschiedenen Farben, weil wir diese wahrscheinlich in Sambia benötigen werden. Nach Cymot stand der Besuch bei Fruits & Wedges an, um leckere Müslizusätze zu erstehen.
Wir tankten das Auto und alle vier Reservekanister voll und kauften bei unserem Lieblingsmetzger Wildschinken und Springbockfleisch zum Grillen.

P1000239.jpg


Nachdem wir die erste Beute in der Pension abgeladen hatten, ging es noch mal kurz zu Savanna, da zwei Reservekanister undicht waren und uns Benzin auf das Canopy-Dach tropfte. Sie wurden ausgetauscht.
Anschließend fuhren wir zum Restaurant am Craft-Center, das uns Cora empfohlen hatte und aßen Spinat-Feta-Quiche. Uwe probierte noch den Apple-Crumble mit Vanilleeis und Sahne. Ruth wollte keinen Nachtisch. Dennoch brachte der Kellner eine doppelte Portion, die wirklich sehr lecker war. Aber Uwe schaffte die mächtige Portion nicht ganz. Da half auch keine Nachfrage beim Kellner, der versicherte, lediglich die einfache Menge gebracht zu haben.
Nun stand noch der Großeinkauf beim Superspar an. Zwei mal luden wir den Einkaufswagen voll. Beim zweiten Durchgang stellten wir fest, dass schon ab Samstagnachmittag kein Alkohol mehr verkauft wird. So gab es keinen Wein, Amarula oder Windhoek Lager für uns. Mit Lebensmitteln bepackt fuhren wir in die Pension und luden alles aus. Dann räumten wir das Auto neu ein. Dabei unterhielten wir uns nett mit einem anderen Pärchen, das ebenfalls heute gelandet war. Auf ihrer ersten Namibia-Reise sind sie bereits mit einem Dachzelt unterwegs und fahren bis zu den Epupa-Falls.

2011_07_23_17_49_23_5748.jpg


2011_07_23_18_25_54_5752.jpg


Zum Abendessen fuhren wir in Joe’s Beerhouse und aßen Springbock und Kudu. Es war sehr, sehr lecker. Hundemüde und geschafft fielen wir ins Bett. Ruth wollte sich das Fußballspiel Schalke gegen Dortmund natürlich nicht entgehen lassen, schlief aber doch tatsächlich während des Elfmeterschießens (!) vor dem Fernseher ein. Das wäre ihr zu Hause nie passiert.

Tageskilometer: 36
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 06. Nov. 2011
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #3
Sonntag, 24. Juli 2011

In der Nacht bekam Uwe die Quittung für die ständige Überanstrengung und den Schlafentzug der vergangenen Tage. Die sich schon andeutenden Halsschmerzen wurden deutlich schlimmer, und ihm war ganz schummrig. Husten musste er auch noch. Ruth entschied, noch einen Tag länger in der Pension in Windhoek zu bleiben, damit Uwe sich ein wenig erholen konnte. Daraus wurde leider nichts, da alle Zimmer ausgebucht waren. So packten wir doch alle Sachen ins Auto und machten uns nach einem kleinen Frühstück auf den Weg. Nach der Stadt übernahm Ruth das Steuer und fuhr die gesamte Strecke nach Ghanzi, damit sich Uwe ausruhen konnte. Der Weg auf der B6 nach Osten über Gobabis war wenig abwechslungsreich. Hunderte Kilometer ging es geradeaus. Uns fiel auf, dass nur sehr wenige andere Fahrzeuge unterwegs waren. Nach der starken Regenzeit führte fast jedes Rivier noch ein wenig Wasser.
Wir sahen am Straßenrand unsere ersten Paviane, Warzenschweine, Perlhühner, Kiebitze, Trappen, einige Gabelracken und sogar einen Bienenfresser. In Botswana gesellten sich dann noch unzählige Esel, Kühe und Ziegen dazu. Die Grenzformalitäten dauerten etwas länger als erwartet, und so trafen wir erst gegen 16.00 Uhr auf Camp Thakadu kurz vor Ghanzi ein. Auf der Zufahrt sahen wir einen stattlichen Kudubullen. Wir wurden sehr freundlich von einem netten Herrn begrüßt, der uns die Campsite zeigte. Wir waren die einzigen Gäste. Nachdem wir das Dachzelt aufgeklappt hatten, konnte es Ruth kaum noch erwarten, ihre neue Hängematte zwischen zwei Bäumen aufzuhängen. Während sie dort ein wenig las, ging Uwe duschen. Dann schrubbte er den neuen Potjie und erhitzte anschließend Öl. Aber dennoch roch der Topf noch nicht gebrauchsfertig. Da müssen wir wohl noch mal ran.

2011_07_24_17_52_27_5775.jpg


Kurz vor sieben gingen wir zum Essen. Wir bestellten Kudu und Springbock. Beides war sehr gut. Dabei saßen wir auf einer Veranda, von der wir einen Blick auf eine beleuchtete Wasserstelle hatten. Es kamen mehrere Springböcke und Gnus zum Trinken. Gegen halb neun lagen wir bei angenehmen 14 Grad in unserem Zelt. Das Kreuz des Südens hatten wir längst entdeckt. Wir genossen die erste Nacht im Dachzelt und hofften, dass es Uwe morgen schon wieder etwas besser geht.

Tageskilometer: 522
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 06. Nov. 2011
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #4
Montag, 25. Juli 2011

In der Nacht stürmte es ein wenig um unser Zelt. Aber als am Morgen die Sonne über den Horizont stieg, war es ruhig und nicht allzu kalt. Während Ruth duschte, versuchte Uwe mit der neuen Kelly Wasser zu kochen. So einfach, wie er es in Erinnerung hatte, war es nicht. Irgendwann erlosch jedes Mal die Flamme, und außer starker Rauchentwicklung passierte nichts. Erst beim vierten Versuch gelang es, das Wasser zum Kochen zu bringen. Da der Husten immer noch nicht besser war, tranken wir Tee. Dann zahlten wir den Campingplatz und das Abendessen und fuhren nach Ghanzi.
Die ersten beiden Geldautomaten waren außer Betrieb, aber der dritte gab uns bereitwillig Bargeld. Im Spar kauften wir Trinkwasser und Brot, im Bottlestore Bier, Wein, Amarula und Savanna. An der Tankstelle füllten wir den Treibstoff auf und nahmen noch zwei Pakete Feuerholz mit. Dann war der Wagen randvoll, und wir machten uns auf den Weg nach Nordosten. Unmittelbar vor dem Kuke Veterinärszaun bogen wir rechts ab und fuhren am Zaun entlang bis zum Tsau Gate.

2011_07_25_12_25_22_5778.jpg


Der Weg war gut zu fahren, und wir sahen Dutzende Bienenfresser, einige Steinböckchen und auch drei Oryx. Eine graue Schlange kroch über den Weg. Als wir zum Stehen kamen, war sie jedoch hinter einem Busch verschwunden. Wir konnten nur noch wenig erkennen. Am Eingangstor zum Central Kalahari Game Reserve (CKGR) zeigten wir unser Permit. Plötzlich flog eine Schleiereule unter dem Dach des Tores hervor und davon. Dann ging es weiter am Kuke Fence entlang, bis wir nach Süden zur Motopi Pan abbogen.

2011_07_25_14_35_21_5781.jpg


Wir fuhren durch hohes Gras und sahen viele Vögel. Bei der Motopi Pan machten wir Rast auf unserem Campingplatz.

2011_07_25_15_28_46_5787.jpg


Wir hatten gerade unsere Brotzeit mit leckerem Oryxschinken beendet, als Peter, Michaela, Jonas und Leonie, mit denen wir uns hier verabredet hatten, eintrafen. Sie waren erst spät aus Maun aufgebrochen und hatten sich für die kürzere Strecke in die Zentralkalahari entschieden. So waren sie nur kurz hinter uns hergefahren.
Zusammen fuhren wir zum Wasserloch an der Motopi Pan. Dort sahen wir Oryx-Antilopen, Springböcke, Rotschnabelenten, sehr viele Tauben, zwei Schakale und wieder Bienenfresser.

2011_07_25_16_39_51_0247.jpg


2011_07_25_17_20_45_0300.jpg


2011_07_25_17_28_29_0332.jpg


Wir blieben über eine Stunde dort und machten einige Fotos. Dann kehrten wir zum Campingplatz zurück. Während wir das Dachzelt richteten, machte Jonas Feuer. So schnell die Sonne unterging, brach auch die Dunkelheit herein.

2011_07_25_18_05_24_0366.jpg


Um 18.30 Uhr war es bereits finster. Gleichzeitig sanken die Temperaturen. Uwe machte mit dem Stativ ein paar Aufnahmen des sensationellen Sternenhimmels. Schon mit bloßem Auge war die Milchstraße zu erkennen. Zum Abendessen grillten wir Fleisch, aßen Folienkartoffeln, Knoblauchbutter und Salat. Als es nur noch 7 Grad waren, verteilte Ruth glühende Kohlen unter den Sitzen. So ließ es sich noch eine Weile aushalten. Aus dem Baumstamm, den wir auf das Feuer gelegt hatten, krochen einige dicke Raupen und später ein Käfer. Wir erzählten, tranken Amarula, und als es zu kalt wurde, gingen wir nach einem netten Abend ins Bett.

Tageskilometer: 220
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 06. Nov. 2011
874 Beiträge · seit 200806. Nov. 2011 · #5
hallo ihr beide,
danke für den tollen bericht und die super fotos. bin gespannt wie es weitergeht.
anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
287 Beiträge · seit 200906. Nov. 2011 · #6
Hallo Ruth und Uwe,

wunderschöne Fotos - wie immer - und dazu ein toller Reisebericht! Danke und wir sind gespannt, was ihr im weiteren Verlauf eurer Reise noch erlebt und gesehen habt.

Liebe Grüße und hoffentlich bis bald mal
Birgitt & Joachim
www.jambo-kenya-safari.de www.106812.forums.motigo.com/
521 Beiträge · seit 201106. Nov. 2011 · #7
Vielen Dank für den Bericht, Ruth und Uwe! Da bekommt man ja sofort wieder Fernweh!
Freue mich auf die Fortsetzung.
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
3'700 Beiträge · seit 200906. Nov. 2011 · #8
Hallo,

schließe mich an: Herzlichen Dank für den Bericht mit der Bitte um rasche Fortsetzung.

Seid Ihr mit Air Namibia geflogen?
40,8 kg Punktlandung
Da darf man 2x23 kg (bei 2 Reisenden) mitnehmen. Wäre also noch Platz gewesen.

Liebe Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 06. Nov. 2011
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #9
Hallo Marina,

danke für den Hinweis. Wir sind mit Air Namibia geflogen. Von dieser Gepäckregelung haben wir, als wir im Sommer dort waren, auch schon gehört. Sie ist aber recht neu, oder?
Wir haben nämlich immer mehr oder weniger über dem zulässigen Höchstgewicht gelegen und gezittert, ob wir evtl. etwas auspacken müssen. Danke an dieser Stelle an die netten Mitreisenden, die schon mal eine unserer Taschen in ihrem Namen aufgegeben haben. 😘

Liebe Grüße,
Ruth
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
983 Beiträge · seit 201106. Nov. 2011 · #10
Hallo Eulenmuckels,
freue mich auch schon auf die Fortsetzung. 🙂
Beste Grüße
Ralf
Beste Grüße rhh64
3'700 Beiträge · seit 200906. Nov. 2011 · #11
Hallo Ruth,

wir sind im Juni geflogen. Da galt diese Regelung schon. Hab´s aber auch erst kurz vor Abflug bei der Sitzplatzreservierung mitbekommen und da waren alle Taschen schon gepackt. 😗

Ich glaube ab 1.1. oder 1.4.11 kam die neue Regelung.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
915 Beiträge · seit 201006. Nov. 2011 · #12
Hallo Ruth und Uwe,
interessant Euch hier nun im Forum anzutreffen. Besonders gespannt bin ich auf die Fotos. Wir hatten gltl.schon mal Kontakt in der fc und ich habe da einen Vorgeschmack Eurer Aufnahmen bekommen.

Gruß
Günter
REISEBERICHT NAMIBIA 2010: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/171342-3-wochen-nambia-ein-kurzbericht-mit-bildern.html#171342 REISEBERICHT SÜDAFRIKA 2013: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/280789-elefanten-satt-und-kein-rhino.html
2'610 Beiträge · seit 200706. Nov. 2011 · #13
Hi,

vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Fotos.

Ich warte schon gespannt auf die Fortsetzung.

Eine Frage habe ich - wieviele KM seid ihr in den 5,5 Wochen gefahren? Wir planen für 2012 5 volle Wochen Caprivi + Zimbabwe und habe schon etwas Angst, dass es zu viel Fahrerei wird.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #14
Hallo Jambotessy,

dieses Jahr waren es knapp 9000 Kilometer. Das ist schon recht viel Fahrerei, aber obwohl wir uns jedes Mal vornehmen, weniger Kilometer zu machen, sind immer wieder reine Fahrtage dabei. (Auch) der Weg ist das Ziel.

LG, Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #15
Dienstag, 26. Juli 2011

Die Investition in Ruths neuen Schlafsack hat sich gelohnt. Trotz morgendlicher Temperaturen von –3 Grad war ihr mollig warm. So sollte es sein. Und Uwe ging es auch langsam besser. Das Husten schmerzte nicht mehr so sehr. Obwohl um 6 Uhr der Wecker klingelte, blieben wir noch eine Weile liegen. Das Aufstehen bei Minusgraden kostet eben immer wieder Überwindung. Das Zelt klappten wir zusammen, ohne unsere Hände zu spüren. Dann fuhren wir wieder zum Motopi Wasserloch. Dort standen in einiger Entfernung zwei Giraffen, die sich jedoch nicht weiter näherten.

2011_07_26_08_20_28_0390.jpg


Zusammen mit Peter, Michaela, Jonas und Leonie fuhren wir ein paar Kilometer Richtung Süden, sahen aber außer ein paar Vögeln keine Tiere. Nach einer Stunde kehrten wir zum Campingplatz zurück. Dort hatten wir Tische und Stühle stehen gelassen und frühstückten ausgiebig. Diesmal überzeugten wir die Kelly mit einem kleinen Stück Gillanzünder zu brennen. Der Oryxschinken schmeckte allen sehr. Wir erzählten viel und vergaßen ein wenig die Zeit. Uwe hatte sich unser Tagesziel, die Piper Pan, lediglich hinsichtlich der Luftlinien-Entfernung angesehen: knapp 70 Kilometer. Die Fahrstrecke betrug jedoch über 150 Kilometer. So mussten wir uns beeilen. Aber selbstverständlich hielten wir auch immer wieder an, um die Tiere zu beobachten, die wir trafen. Es gab viele Oryxherden, unzählige Riesentrappen, ein paar Löffelhunde und sogar drei Honigdachse. Wir beobachteten Greifvögel, Perlhühner, Schakale, Gnus und Springböcke.

2011_07_26_11_19_27_0407.jpg


2011_07_26_11_33_21_0419.jpg


2011_07_26_15_14_54_0458.jpg


2011_07_26_15_42_14_0486.jpg


Die Strecke zog sich endlos in die Länge. Der Weg war zwar gut zu fahren, aber die Eile zwang uns zu einem raschen Tempo. So war es sehr anstrengend, die holperige Piste zu fahren, ohne zu schnell über eine plötzliche Bodenwelle zu fliegen. Erschöpft kamen wir bei schon tief stehender Sonne an der Piper Pan an. Der laut Reiseführer schönere Campingplatz Nr. 1 war schon belegt, und so fuhren wir weiter zu unserer Nr. 2. Dort kochten wir als erstes Wasser, mischten es mit kaltem Brauchwasser und füllten den Duscheimer. Dann gönnten wir uns eine lauwarme Dusche. Jonas machte wieder ein tolles Feuer, und Peter grillte unser Springbockfleisch mit. Dazu machte Ruth leckeren Salat, und Michaela Knoblauchbutter und Kartoffeln. Es war wieder ein sehr netter Abend. Peter und Jonas zeigten uns noch ein paar ihrer Fotos aus Chobe und Moremi. Die vier hatten einen Gepardenriss und eine Hyäne beobachtet und schöne Bilder gemacht.

Tageskilometer: 172
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Nov. 2011 · #16
Mittwoch, 27. Juli 2011

In der Piper Pan standen wir kurz vor sieben Uhr auf. Das Thermometer zeigte –4,1 Grad. Wieder packten wir erst mal das Zelt ein und drehten eine erste Runde um die Pfanne. Dabei sahen wir Kudus, Kuhantilopen und Oryx. Bei einem kleinen Greifvogel blieben wir etwas länger stehen.

2011_07_27_08_02_27_0532.jpg


2011_07_27_08_43_43_0549.jpg


Dann fuhren wir etwas weiter nach Süden. Noch im Zelt hatten wir morgens aus dieser Richtung schwaches Löwengebrüll gehört. Aber Katzen waren weit und breit nicht zu sehen. Bei einer weiteren großen Pfanne drehten wir bei einer Herde Oryx um und kehrten ins Camp zurück. Inzwischen schien die Sonne kräftig, und wir machten Omelettes. Bald trafen auch unsere Reisepartner ein, und wir frühstückten ausgiebig.
Als wir anschließend zusammenpackten, kam ein neugieriger Frankolin angelaufen. Er lief zwischen uns herum und sprang sogar in Peters Auto, als wollte er ein Stück mitgenommen werden.

2011_07_27_10_38_15_0556.jpg


Nun verließen wir die Piper Pan und fuhren Richtung Osten durch das Deception Valley. Die Landschaft war wie in den vergangenen Tagen sehr schön. Wir sahen endlose Grasflächen oder fuhren durch Buschlandschaft.

2011_07_27_15_04_27_0589.jpg


2011_07_27_15_32_05_0660.jpg


Immer wieder kamen wir an Springbock- und Oryxherden vorbei. Wir trafen eine Schildkröte und mussten erkennen, dass sie ganz schön schnell laufen konnte. Sie wollte nämlich anscheinend nicht so gerne fotografiert werden und galoppierte immer in die entgegengesetzte Richtung davon.

2011_07_27_15_43_42_0676.jpg


Lange Zeit beobachteten wir auch einen Honigdachs, der im hohen Gras nach Essbarem wühlte.
An der Deception Pan machten wir Pause und Brotzeit.

Pano-CKGR-2-bearbeitet.jpg


Als der Nachmittag später wurde, sahen wir noch mehrere Gruppen Löffelhunde. Nach der Leopard Pan kamen wir zu unserem Campingplatz an der Sunday Pan. Er liegt etwas erhöht mit einer tollen Aussicht über die Ebene. Während Michaela und Leonie duschten, bauten wir das Lager auf. Ein kleines Steinböckchen schaute uns interessiert dabei zu, näherte sich bis auf Armlänge und schnupperte an unseren Sachen. Ruth lag ein wenig in der Hängematte, und Uwe sicherte Fotos.

2011_07_27_18_04_13_5956.jpg


Zum Abendessen gab es Nudeln mit Paprikasoße als Vorspeise und Grillfleisch mit Kartoffeln als Hauptgang. Anschließend kochten wir erneut unseren Potjie aus, da er immer noch zu neu roch. Nach dem Spülen saßen wir noch lange am Feuer und erzählten.

Tageskilometer: 160
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200608. Nov. 2011 · #17
Donnerstag, 28. Juli 2011

Zum Glück wurde es wärmer. Am Morgen an der Sunday Pan standen wir bei 6 Grad auf und verstauten unsere Sachen. Die Morgenfahrt führte uns einmal um die Pfanne. Wir entdeckten Schakale, Springböcke und Oryx.

2011_07_28_07_54_03_5970.jpg


Dann schauten wir noch mal bei der Leopard Pan vorbei. Interessant war dort ein Steinböckchen-Paar. Das Männchen stupste das Weibchen immer von hinten mit seinem Vorderlauf an, sie trat dann nach hinten aus und fraß weiter. So ging es eine ganze Zeit, bis er seine Annäherungsversuche enttäuscht aufgab.

2011_07_28_08_19_17_0744.jpg


Auf dem Rückweg zum Camp beobachteten wir am Wasserloch zwei Giraffen, die sich sehr zögerlich näherten. Eine trank dann in mehreren Anläufen, wobei sie das Wasser mit hektischen Bewegungen von sich wegschleuderte.

2011_07_28_09_12_07_0786.jpg


Beim Frühstück ließen wir uns Oryxschinken, Nutella, Müsli und Brot schmecken. Besonders das von Peter selbstgebackene schmeckte sehr gut. Jonas und Leonie hatten großen Spaß daran, mit der Kelly immer wieder heißes Wasser zu kochen, so dass wir viel mehr Kaffee tranken, als wir eigentlich wollten.
Unmittelbar neben dem Campingplatz entdeckte Ruth einen Termitenbau. Bei genauerem Hinsehen stellten wir fest, dass sich dort der ganze Boden bewegte. Überall liefen fleißige Termiten mit Grashalmen herum und brachten diese in ihr unterirdisches Höhlensystem.

2011_07_28_11_07_24_0826.jpg


Spät brachen wir auf. Wieder hielten wir am Wasserloch, wo sich zwei Dutzend Oryx und eine Herde Springböcke versammelt hatten. Halbstarke Oryx vertrieben immer wieder einige Springböcke von der Wasserstelle oder kämpften ein wenig gegeneinander.
Von der Leopard Pan ging es weiter nach Norden und dann nach Westen in das Passarge Valley. Meist führte der Weg über weite Ebenen mit gutem Ausblick. Vereinzelt standen Büsche und Bäume. Wie auch in den vergangenen Tagen sahen wir die bekannten Antilopen, Schakale, viele Riesentrappen und ein paar Löffelhunde. Ein wenig sind wir schon enttäuscht, keine Löwen entdeckt zu haben. Dafür genossen wir die Landschaft. Nach einer Mittagspause auf der Straße blieben nur noch wenige Kilometer. Dann kamen wir an unserer letzten Campsite an. Wir duschten und stellten fest, dass unser großer Brauchwassertank bereits leer war. Wir haben zwar nicht mit dem Wasser gegeizt, aber offensichtlich kann der 55 Liter Tank zu Beginn nicht voll gewesen sein.

2011_07_28_15_21_41_0872.jpg


Zum Abendessen kochten wir Kürbissuppe, grillten Wildfleisch, und Michaela legte Kürbis und Paprika in Alufolie auf die Glut. Außerdem gab es Kartoffeln. Es war ein leckeres Essen. Anschließend spülten wir und unterhielten uns am Feuer. Mit den vieren war es sehr nett, wir verstehen uns prima. Schade, dass wir uns morgen schon wieder trennen müssen.

Tageskilometer: 93
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2011
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200608. Nov. 2011 · #19
Freitag, 29. Juli 2011

Der letzte Morgen in der Zentralkalahari brach kalt an. Knapp über dem Gefrierpunkt standen wir bei einem tollen Sonnenaufgang auf. Da wir heute einen weiteren Weg hatten, packten wir schon alle Sachen zusammen und fuhren früh los. Bis zum Ende des Passarge Valley und der gleichnamigen Pfanne war es nicht weit. Wir fuhren gerade über die weite Ebene, als wir rechts zwei Sekretärvögel entdeckten. Zunächst hielten wir und machten ein paar Fotos, aber dann waren uns die Vögel zu weit weg, und wir fuhren wieder los. In diesem Moment quakte Peters Stimme aufgeregt aus dem Funkgerät: „Leute, habt ihr den Geparden gesehen? Er steht auf 9, äh auf 3 Uhr.“ Gepard! Was für ein Gepard? Wir mussten eingestehen, dass wir die Katze tatsächlich nicht entdeckt hatten, obwohl wir doch immer alles sehen. So fuhren wir zurück, und tatsächlich: In etwa 80 Metern Entfernung saß das schöne Tier zwischen hohem Gras in der Ebene.

2011_07_29_08_21_29_0913.jpg


Es war ein unglaubliches Erlebnis, den Geparden in freier Wildbahn beobachten zu können. Augenscheinlich war er allein und alles andere als aktiv. Irgendwann lief er ein paar Meter und legte sich an eine andere Stelle. Wir blieben sehr lange und waren völlig fasziniert. Als die Raubkatze von dannen zog, fuhren wir auch weiter.
Am Ende der Pfanne gab es ein Wasserloch. Als wir dort ankamen, trank dort gerade eine Gruppe Kudubullen. Diese stolzen Tiere hatten mächtige Hörner.

2011_07_29_09_19_56_0998.jpg


Daneben standen noch einige Springböcke. Als die Kudus fertig waren und sich davon machten, meinte Uwe: „Ende der Vorstellung. Lass uns fahren.“ Doch daraus wurde wieder nichts, denn in diesem Moment wogte uns im dichten Buschwerk ein riesiger Haarschopf entgegen. Er gehörte zu einer dunklen Kalaharimähne eines wunderschönen Löwenmännchens, das direkt auf uns zu lief. Gemächlich, aber bestimmt kam es zum Wasserloch, das ihm die Springböcke bereitwillig überließen und schlabberte das frische Wasser.

2011_07_29_09_32_56_1077.jpg


2011_07_29_09_38_09_1112.jpg


Wir genossen den Anblick und das Erlebnis und waren augenblicklich mit der Zentralkalahari, in der wir bisher fast nur die üblichen Verdächtigen gesehen hatten, versöhnt. Nach einiger Zeit ging der Löwe, und wir nahmen langsam die Verfolgung auf. Eine Kurve weiter entdeckten wir ihn wieder, wo er wenige Meter neben dem Weg im hohen Gras lag. Wenn er sich flach legte, war er vom Auto aus kaum noch zu sehen. Aber meistens guckte er mit seinen bernsteinfarbenen Augen träge in unsere Richtung. Wir konnten uns gar nicht losreißen, mussten irgendwann aber leider weiter.

2011_07_29_09_47_03_1151.jpg


Einen Kilometer weiter folgte dann der nächste Stopp. Neben einem Termitenhügel stand ein weiterer Gepard. Wir trauten unseren Augen nicht. Drei Tage lang sahen wir keine Raubkatze, und nun dieses Glück an einem Morgen. Der Gepard verwendete den Termitenhügel als Deckung und war lange größtenteils verborgen.

2011_07_29_10_30_36_1210.jpg


Dann kam er aber in unsere Richtung gelaufen und überquerte nur wenige Meter entfernt im Spurt die Straße. Völlig überwältigt von diesen Erlebnissen fuhren wir in flotterem Tempo weiter, denn nun drängte wirklich die Zeit.

2011_07_29_10_40_47_1251.jpg


Bei Motopi hielten wir wieder bei unserem Camp und frühstückten in der Sonne. Dann beeilten wir uns, den Park zu verlassen. Auf demselben Weg wie hinein fuhren wir am Zaun entlang zum Tsau Gate und dann zur Teerstraße. Nun war der Abschied von unseren Reisepartnern gekommen. Alle waren ein wenig traurig, denn die gemeinsame Zeit mit Peter, Michaela, Jonas und Leonie hatte viel Spaß gemacht. So unkomplizierte Reisepartner kann man sich nur wünschen. Wir drückten uns und versprachen uns ein möglichst baldiges Wiedersehen. Dann fuhren wir unbehelligt durch die Veterinärkontrolle und auf der Teerstraße nach Maun. Viele Kühe, Esel und Ziegen querten die Straße und zwangen uns immer wieder zum Abbremsen.
Erst mit Sonnenuntergang kamen wir in einem geschäftigen Maun an. Die Tankuhr zeigte leer, und die Warnlampe ging an. Dafür funktionierte der Blinker nicht mehr. Auf direktem Weg kamen wir zum Maun Rest Camp, checkten ein und duschten. Während wir Fleisch grillten, sprach Ruth das deutsche Pärchen vom Nachbarplatz an. Später saßen wir ein wenig zusammen und erzählten. Etwas früher als bisher gingen wir ins Zelt und waren völlig erschöpft von den Erlebnissen des Tages.

Tageskilometer: 324
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2011
1'920 Beiträge · seit 200808. Nov. 2011 · #20
Hallo Eulenmuckels

geile Bilder, mit was für ner Kamera ward ihr da am Start, und welche Brennweite ??


LG Bloke