Zur Mittagszeit bin ich in Namutoni. Ich schlendere mal ins alte Fort. Welch trauriger Anblick! Wie wurde das vor Jahren beim Jubiläum auch mit deutschen Steuergeldern herausgeputzt. Nun aber verfällt es schon wieder. Keine Souvenirshops mehr, kein Restaurant, der Balkon gesperrt, kein Mensch zu sehen! Hier kann man nicht einmal einen Schluck Wasser kaufen. Das Wasserloch war schon immer ungepflegt, aber was hätte man für eine schöne Campsite und Gästeunterkunft hier machen können.
Ich verlasse das Fort und fahre nach Klein Namutoni. Hier ist alles von einer großen Zebraherde besiedelt, ich will sie gar nicht verschrecken in der Mittagshitze und fahre nicht ganz bis ans Wasserloch.
Da es Mittagszeit ist, ruhen viele der Zebras. Ich will sie nicht aufschrecken nd entferne mich vorsichtig.
In der Nähe stoße ich noch auf eine Leopard. Ja, nicht "der", sondern die Leopardenschildkröte. 😉
Nach einer Weile der Beobachtung drehe ich um und fahre Richtung Tsumkor, einem Was-serloch, das um die Mittagszeit vielleicht auch noch einmal Elefanten bietet.
Zuerst aber fahre ich an der Pfanne entlang, in der sich auf beiden Seiten der Straße durch die starken Regenfälle schon ein großflächiger See gebildet hat. Daneben ruht ein größerer Schwarm Rotschnabelenten, aber auch eine Gruppe Pelikane zieht über das Wasser und am Rande tummeln sich einige Limokolen, die ich als Bruchwasserkäufer identifiziere.
Kurz darauf biege ich nach Klein Okevi ab. Und schon wieder eine große Herde Zebras, die unaufgeregt im frischen Grün grast. Nun, Zebras hatte ich heute schon ausreichend und so fahre ich weiter nach Groot Okevi. Und dort steht, unmittelbar neben der Fahrbahn ein größerer, älterer Elefantenbulle. Ich erkenne ihn wieder. Ich habe ihn vor Jahren hier schon einmal getroffen.
Doch dann richtet sich meine Aufmerksamkeit auf das Wasserloch, denn von der anderen Seite läuft plötzlich mit schnellen Schritten eine größere Elefantenherde auf das Wasser zu, trinkt, badet, doch nur kurz und läuft dann direkt auf mich zu.
Ein kleiner Kerl hat das Wasser nicht zum Trinken, sondern zum Planschen genutzt.
Ich teile praktisch die Herde in zwei Gruppen, die eine läuft vor und die andere hinter mir über die Straße. Ich habe keine Bedenken, denn ich weiß, dass die Eles nicht von selbst aggressiv sind und auch Erfahrung mit Autos haben.
Schnellen Schrittes, wie sie gekommen sind, verlassen sie die Wasserstelle wieder. Der ganze Trupp läuft auf der Straße, die zum Wasser führt. Der Bulle schreitet gemächlich hinterher. Ich folge in respektvollem Abstand, bis die Herde und auch der Bulle nach rechts abbiegen. Das ist die Richtung nach Klein Okevi. Ich nehme die Straße, fahre außen herum, erreiche Klein Okevi vor den Elefanten und warte.
Nach nur wenigen Minuten kommt der ganze Trupp an und trinkt und tobt ausgiebig im Wasser. Die kleinsten immer gut abgeschirmt und zum Schluss der Bulle, der sich komplett abduscht.
Welch eine Abschiedsszenerie! Aber so schnell wie sie gekommen sind, verschwinden sie auch wieder, mich und mein Auto ignorierend. Nur der große Bulle bleibt wenige Meter vor dem Auto stehen und schaut mich an. Da er keinerlei Anzeichen von Aggressivität zeigt und ich mich ruhig verhalte, schwenkt er noch mal den Rüssel und verabschiedet sich dann auch.
(Den Streifen bitte ichzu entschuldigen. Da es immer mal wieder geregnet hat, musste ich die Scheibenwischer betätigen und der Streifen war hartnäckig 🙁 )
Nach so vielen schönen Eindrücken war eine Weiterfahrt nach Tsumcor überflüssig und ich kehre um und fahre Richtung Ausfahrt zum Gate. Unterwegs - wie fast immer – standen noch die Verabschiedungstrupps von Impalas und Giraffen auf der Straße.
Und am Schluss noch ein Regenbogen!
Mehr kann man auf einer Abschiedstour durch die Etoscha nicht erwarten.
Das Auschecken war problemlos und gleich nach dem Tor biege ich nach links Richtung Onguma ab. Hier möchte ich zwei Tage ausruhen und mich von den anstrengenden Fahrten in der Etoscha ein wenig erholen. Unterwegs hatte ich eine Email erhalten, dass ich statt des „Luxury Bush Camp“ ein Upgrade auf das „Fort“ erhalte. Da ich noch nie hier war, war ich gespannt, was mich da erwartet.
Davon mehr beim nächten Mal.
Gruß Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar