Reisebericht

Abschied vom Grasland Namibia

von Burschi · begonnen 18. Apr. 2026 · 20 Teile

Teil 118. Apr. 2026
Hallo Fomis,
zweiter und letzter Versuch. Der erste wurde ja von den Tiefen des Forums verschluckt und ich habe ihn nicht mehr gefunden. Der letzte, weil, ja weil mir die Zeit davon läuft.
Ich schreibe nämlich meinen „allerletzten“ Namibia-Reisebericht. Die älteren Fomis werden jetzt aufstöhnen: „Der hat sich ja schon zweimal verabschiedet!“ Richtig, aber manchmal kommt es eben anders als man denkt.
Ich gehöre ja zu den Forums- und Namibia-Saurieren, die Namibia kannten,
- als man von Windhoek nach Okahandja noch auf einer Gravelroad fuhr und nicht auf einem Highway,
- - als das Wort „Vorbuchen“ noch nicht erfunden war,
- - als in Windhoek noch nicht mehr als 5 Ampeln standen und „Stau“ gänzlich unbekannt war,
- als noch niemand nach dem WiFi-Passwort fragte,
- als es in Okaukuejo noch eine Telefonzelle gab, die gelegentlich mit Telefonkarte funktionierte
- als es noch sogenannte Farmleitungen gab,
aber das führt jetzt zu weit! Jedenfalls, als Namibia noch „Das Land der roten Stille“ und noch nicht „das Grasland mit dem Tourifunpark“ war.
Ich habe es in allen Nuancen zu allen Jahreszeiten erlebt, zuletzt 2022 als einer der ersten Gäste nach Covid. Da waren außer mir in Okaukuejo nur 5 weitere Gäste und auf etlichen Lodges wurde ich als einziger und erster Gast nach der Pandemie freudig begrüßt.
Inzwischen haben aber ein schwerer Unfall mit dem Rad und zwei Operationen so einiges verändert. Ich habe ja über 25 Jahre lang einen Kalender produziert und mit dem Erlös einige Sozialprojekte in Namibia gefördert. Nun wollte ich mich von Weggefährten und lieben Freunden noch einmal persönlich verabschieden. Und vielleicht die eine oder andere Kleinigkeit entdecken, die ich noch nicht gesehen habe.

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Die hatte ich z.B. noch nie vorher gesehen.
Vielleicht kann ich ja mit dem Bericht dem einen oder anderen helfen, den Blick nicht nur auf die „Big5“ zu richten.
Nun zu den Vorbereitungen: Eigentlich sollte die Reise ja im November 2025 stattfinden, doch eine schwere Erkrankung meiner Frau verhinderte es. Zum Glück konnte ich durch die Reiserücktrittsversicherung nach einigen Hin und Her die Kosten wieder bekommen. Nach Besserung stand dann aber fest, dass ich die Reise nur noch alleine machen kann, und so begannen die Vorbereitungen:
1. Flugbuchung im Reisebüro (Der Flug im März war 200€ billiger als im November!). Mit Lufthansa Cityline von Nürnberg nach Frankfurt (geht heute nicht mehr!) und mit Discover von Frankfurt nach Nürnberg,
2. Buchung aller Unterkünfte über „Abenteuer-in-Namibia“ in Swakopmund (Soll in Kürze verkauft werden.)
3. Autobuchung bei ASCO (Rabatt als Stammkunde)
4. Ausfüllens des „Visa on Arrival“ schon zu Hause
Und nun zum Bericht: Das Schlimmste zuerst. Bei der Rückreise habe ich beim Umsteigen in Frankfurt mein Reisetagebuch in der Sitzmappe liegen lassen. Viele Gedanken sind verloren. Ich muss nun versuchen, anhand der Bilder alles im Gedächtnis zu rekonstruieren und dabei hilft mir hoffentlich auch dieser Bericht ein wenig. Vom vielen Nachdenken bin ich auch schon ziemlich platt!

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Es ist erstaunlich wenig los am Flughafen in Nürnberg und so kann ich nach dem Checkin ganz gelassen ohne Wartezeit zum Security-Check und dann weiter zum Boarding. Wieder habe ich noch eine längere Wartezeit, bis um 18.30 Uhr das Boarding ist. Der Flieger ist rappelvoll, bis auf den letzten Platz, viele reisen aber nur mit Handgepäck.
Pünktlich um 18.50 Uhr startet der Flieger nach Frankfurt in den abendlichen Himmel von Nürnberg.

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Nur 45 Minuten später landet die Maschine schon wieder in Frankfurt. So schnell würde es mit der Bahn natürlich nicht gehen.
Der Abflug erfolgt pünktlich um 22.00 Uhr in Frankfurt. Ich hatte ja extra „Premium Econo-my“ gebucht, um etwas bequemer sitzen zu können. Aber denkste! Die Sitze bei Discover sind unbequemer und enger als z.B. bei Marabu. Trotzdem gelingt es mir zumindest fünf Stunden auf dem Hinflug zu schlafen. Beim gereichten Essen ist mal wieder ein kulinarischer Tiefpunkt erreicht: Rindfleischbrocken mit Kartoffelpüree und Blaukraut, dazu ein Semmelchen mit Butter und Käse und ein Muffin. Da ist selektives Essen angesagt. Bei den Getränken entscheide ich mich für Tomatensaft und Wasser, denn Wein oder Bier gibt es schon nicht mehr gratis. Das Frühstück allerdings war eine Frechheit. So ein undefinierbare warme Rolle und ein Muffin! 🙁 Ein schlechteres habe ich noch nie bekommen. Bei der Bordunterhaltung dominiert der übliche Amerikaschrott und ich entscheide mich für „Troja“, den ich nur zur Hälfte anschaue.
Beim Anflug auf Windhoek zeigt sich lange nichts, denn über Namibia liegt eine Wolkendecke.
Ebenfalls pünktlich um 9.00 Uhr landet der Flieger, wieder weit vom Terminal entfernt, sodass erst ein langer Marsch dorthin zu bewältigen ist. Dann steht der ausgespuckte Tourihaufen erst mal einige Zeit vor dem Terminal, kann schon mal die heiße afrikanische Sonne genießen, bevor die Türen geöffnet werden

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Dann erfolgt das Aschenputtel-Urteil. Eine resolute Dame teilt den Haufen in „E-Visa nach links“ und „Visa on Arrival nach rechts“! Es gibt nur sehr wenige, die wie ich auf das „VoA“ gepokert haben, die Internet-Junkies stehen in einer endlosen Schlange. Bei den wenigen auf meiner Seite ist allerdings ein Einreisedepp dabei, der sich aus irgendeinem Grunde mit dem Schalterbeamten anlegt, weshalb es auch hier stockt. Als ich an der Reihe bin, werde ich von zwei überraschend freundlichen Beamtinnen abgefertigt, was in wenigen Minuten erledigt ist. Auch die Zahlung von 1600 N$ für das Visum geht schnell und problemlos.
Nach den Formalitäten stehen schon alle Koffer neben den Förderbändern und auch meiner ist dabei. Nochmals Durchleuchtungskontrolle und dann ist der Weg frei zu den wartenden Abholern. Auch mein ASCO-Abholer ist schon da und bittet mich noch zu warten, denn er muss nun noch auf einige E-Visa-Ankömmlinge warten. Mir bleibt noch ausreichend Zeit für einen Toiletten gang und um bei einem ATM 3000 N$ zu ziehen, denn mehr rückt der Automat nicht raus. Dann – weiter warten. Immerhin bequemer als in der Schlange stehen!
Endlich sind alle da und wir können zu ASCO fahren. Eine ganz neue Strecke! Zum ersten Mal fahre ich auf der Autobahn nach Windhoek. Keine schmale kurvenreiche Strecke mehr, nein, ein vierspuriger Highway! 🤩
Nach Ankunft beim Autovermieter gehe ich gleich ins Büro, um meinen Koffer wird sich schon jemand kümmern. So bin ich auch hier der erste und kann alle Restformalitäten schnell erledigen. Da ich Stammkunde bin, erkennen mich einige Angestellte wieder und ich werde freudig begrüßt. Auch das Auto, ein Toyota Hilux 4x4 ist top, ein nagelneues Fahrzeug mit 119 km auf dem Tacho! Ob das so toll ist, weiß ich nicht, denn so ein kleiner Kratzer oder Steinschlag ist da schnell passiert.
Um kurz nach 11 Uhr kann ich mit dem Auto den Hof verlassen und fahre mit Hilfe des Handy-Navis, das ich an den Bordcomputer anschließen kann, zum „Thüringer Hof“. Trotz Navi – ich kann das Hotelschild nicht sehen – fahre ich erst mal um den Block, bevor ich den Eingang finde. Dann an der Rezeption weiß man zunächst mal nichts von meiner Buchung. Das fängt ja gut an! Doch nach einiger Zeit der Suche in diversen Ablagen findet sich doch eine Notiz. „Das ist ja schon so früh im Januar gebucht worden!“, stellt man überrascht fest. Also gut! Mit einem Begleiter fahre ich in den abgesperrten Hofparkplatz und beziehe dann mein Zimmer im ersten Stock. Viel auspacken muss ich nicht, denn schon am nächsten Morgen soll es ja weiter gehen.
Vom Thüringer Hof, der zentrumsnah liegt, bis zum Wernhill Einkaufszentrum ist es nicht weit und ich kann für ein paar wenige Dinge, die ich morgen brauche – vor allem Getränke – auch zu Fuß gehen. Schon auf dem Weg dort hin ist alles, was ich an Windhoek so „liebe“, da! Eine bettelnde Horde kleiner Mädchen, herumlungernde Arbeitslose, auf der Independence Avenue ein endloser Strom von Autos in beiden Richtungen, hupende Taxis an den Kreuzungen, in der Fußgängerzone viele „best price“ – Angebote für billigen Touristenramsch, der inzwischen auch die Inflation mitgemacht hat, auch etliche aufgebrezelte junge Frauen, die alles, was sie besitzen auf dem Leib tragen, meist aber wohl in Katutura wohnen, Baulärm an verschiedenen Stellen – alles Eindrücke, die mich veranlassen nach dem Einkauf von Getränken, Brot, Käse und Boerewors schnellsten wieder in die Unterkunft zurückzukehren und im kleinen ruhigen Garten meinen ersten Rockshandy zur Abkühlung durch die Kehle fließen zu lassen. Nein, diesen Massentrubel brauche ich nicht und ich verlasse auch die Unterkunft nicht mehr.

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Das war´s dann für Windhoek. Ich gönne mir später noch ein Windhoek Lager im Garten und bestelle mir ein „Chicken Curry“, das aber aus dicken Rindfleischbrocken besteht. Wie sich auch die Hühner hier verändert haben! 😗
So, ich hoffe, dass dann alles klappt und feue mich, wenn jemand mitreist und da der Bericht ja auch eine Gedächtnisauffrischung für mich ist, bin ich nicht böse, wenn er euch nicht interessiert.
Schönes Wochenende
Burschi
Teil 219. Apr. 2026
Guten Morgen,
Noch vorm Schlafengehen habe ich den ersten afrikanischen Schweiß abgeduscht – ich freue mich immer, wenn ich ordentliche Duschen habe und nicht von Strahl zu Strahl springen muss. Für ein Zimmer zur Übernachtung lege ich Wert auf die Dusche, einen Schreibtisch, eine Kofferablage und ein nicht zu weiches Bett. Das Zimmer im Thüriger Hof erfüllte diese Anforderungen. Geschlafen habe ich dann recht ordentlich, auch wenn kurz vor dem Einschlafen noch eine Lichtershow von fünf Polizeifahrzeugen und zwei Sanitätsautos auf der Kreuzung neben der Unterkunft geboten wurde. Doch die Fenster sind schalldicht und so hat mich das nicht weiter gestört.
Schon um 8.00 Uhr konnte ich nach dem Frühstück auschecken und die Fahrt nach Swakopmund beginnen.
Das Navi geleitet mich problemlos aus Windhoek hinaus und ich fahre bis Okahandja erst einmal auf der A1 (ehemalige B1). Dann die erste Überraschung, Okahandja wird von der Autobahn umfahren und man wird direkt ohne durch den Ort zu kommen auf die B2 Richtung Swakopmund geleitet. Bei den Umnummerierungen war es echt hilfreich, dass man noch in der Empfangshalle am Flughafen eine kostenlose aktuelle Straßenkarte bekommt, die früher allein zur Orientierung im ganzen Land ausgereicht hat. Nach Okahandja ist dann die Autobahn zu Ende und es geht auf normaler Teerstraße weiter. Doch auch da wird es wohl bald zu einer weiteren Autobahn kommen. Großbaustelle ist die Strecke zwischen Karibib und Usakos. Schon vor Karibib muss man auf eine kurvenreiche Ortsumfahrung. Pech nur, wenn man einen der vielen mit Kupferplatten beladenen Großlaster, die Kupfer von Sambia nach Wal-visbay befördern, vor sich hat und der bei jeder Kurve beide Fahrspuren braucht. Überholen ist unmöglich, also muss ich im Schritttempo mit vielen Haltepausen hinter ihm her bis nach Usakos schleichen. Wahrscheinlich wäre ich zu Fuß nicht viel langsamer gewesen.
Nach Usakos dann wieder die alte B2. Endlich überholen!
Die Vegetation verändert sich nun zusehends, doch statt der erwarteten roten oder grauen Wüstenerde, ist überall ein leicht grüner Teppich und alle Sträucher sind auch in der Halbwüste grün. Ein völlig anderes Namibia, wie man es nur selten erlebt, doch ich sollte noch andere Folgen des ausnahmsweise übermäßigen Regens in diesem Jahr sehen.
Kurz vor Swakopmund dann wieder Highway, der in mehreren Spuren in die Stadt hinein führt. Noch mal Umleitung, denn auf der Einfallstraße findet gerade ein Motorradrennen statt!
Trotzdem finde ich meine Unterkunft, das Prinzessin Rupprecht Hotel, ohne Probleme, schließlich war ich ja schon oft genug dort.

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Um 12.00 Uhr bin ich dort, habe die Fahrt gut überstanden und werde freundlich begrüßt. Ich bekomme das Zimmer „Augsburg“, das ich bis jetzt noch nie hatte. Mit vier Betten für mich allein! Aber drei davon blieben leer!

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Die Geschichte des ehemaligen deutschen Rotkreuzheimes mit einem angeschlossenen Altersheim im hinteren Teil, will ich hier nicht weiter ausbreiten. Es wird im nächsten Jahr völlig neu gestaltet und bis auf die Frontseite, die unter Denkmalschutz steht, komplett renoviert.
Nach Bezug des Zimmers setze ich mich in den Garten, trinke ein Bier und schaue den Vöglein zu, die in dem Brunnen, der sich in kleinen Kaskaden ergießt, in dem oberen Becken trinken und wie wild baden. Bülbül, Oranjebrillenvogel, Kapsperlinge, Maskenweber, Felsentaube und Wellenastrilde und am Boden laufen Senegaltauben und im Busch krächzt ein Graulärmvogel. Jetzt bin ich in Namibia angekommen. In Stille und Ruhe Vögel beobachten, das ist für mich eine Prämisse in Namibia.

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Am Nachmittag gehe ich dann bei Woermann und Brock meine Vorräte ergänzen und versuche einige Verabredungen zu treffen mit Bekannten und Freunden, die ich in den Tagen in Swakopmund noch sehen möchte.
Vorher aber schlendere ich noch über den Holzschnitzermark, den man als solchen nicht bezeichnen kann, denn es sind alles nur Verkäufer, die versuchen mit „Bestprice“ oder „Saturday Price“ oder „Price für my best friend“ irgendetwas an den Mann bzw. an den Touri zu bringen. Tatsächlich finde ich hier noch etwas Neues, was bisher noch nie angeboten worden war, ein Pangolin. Ich werde mich mit dem Verkäufer bei 150N$ einig und freue mich schon über den Erwerb, da das Pangolin im weiteren Verlauf der Reise noch eine Rolle spielen soll. Zu Beginn des Rundgangs durch den Souvenirmarkt komme ich noch mit einer Frau, die auf dem Arm ein Baby hält, ins Gespräch. Sie sieht nach einer Himba aus, und um sie herum sitzen in diesem Eck lauter Frauen, Himba und Herero. Ich verspreche nach kurzem Gespräch am Ende noch mal wieder zu kommen. Ich hätte mich ja aus dem Staub machen können, doch mich interessierten die Frauen, die aus dem weiten Kaokoveld hierher kommen, doch. So schlendere ich zurück zu dieser Frau, unterhalte mich mit ihr und frage sie, wenn ich ein Armband kaufe, ob ich sie dann mit dem Baby fotografieren darf. Sie stimmt gerne zu und ich mache ein paar nette Bilder. Das spricht sich in Windeseile herum, dass da ein Mann ist, der, wenn er fotografieren darf, auch etwas kauft. So sind bald etliche Bilder im Kasten und drei Armreife für insgesamt 300 N$ für meine Enkelinnen in der Tasche. Sie geben klar zu, dass sie im Halbnacktsein oder in traditionellen Hererogewändern mehr verdienen und zum Unterhalt ihrer Familien im Norden beitragen, als wenn sie in der Heimat einer Beschäftigung nachgehen. Trotz allem geht das Geschäft schlecht. Irgendwie tun sie mir leid. Ich habe mich mit der Frau mit Baby gerne unterhalten, musste dann aber doch abbrechen, als weitere Frauen doch zu aufdringlich wurden. Ich erinnere mich an meine Besuche im Kaokoveld bei den Himba. Das war eine ganz andere Welt. Damals gab es noch nicht einmal die "Living Museum", die heute die ehemaligen Traditionen nachspielen.

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Himbafrau in "moderner" Kleidung

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Hereromädchen in modern interpretierter Hererokleidung für Frauen.
Himbafrauen mit "traditioneller" Bekleidung und nacktem Busen, bilde ich hier nicht ab.
Früher gab es keine Himbafrauen in Swakopmund, sondern nur im Kaokoveld. Heute haben sie sicher alle neben Kindern auch ein Handy und das muss bezahlt und geladen werden. Ihr gesellschaftlicher Status hier in Swakopmund ist aber mehr traurig als zukunftsweisend.
Nach Rückkehr in der Unterkunft treffe ich noch weitere Verabredungen für die nächsten Tage. Alles Leute, von denen ich mich noch verabschieden will.
So weit der erste Tag in Swakopmund.
Viele Grüße:
Burschi
Teil 320. Apr. 2026
Am nächsten Tag steht die „Little Five Tour“ auf dem Programm. Ich habe sie zwar schon mehrere Male gemacht, aber es gibt in der Regel immer wieder mal was Neues zu sehen. Ein Mitarbeiter von Tommys Desert Tours, ein geborener Hamburger, holt mich pünktlich um 8.00 Uhr ab und lädt dann noch vier weitere Personen ein, darunter ein schottisches Ehepaar. Und was passiert? Natürlich wird sofort Englisch gesprochen. Ich verstehe zwar alles, verstehe aber nicht, dass die Engländer in ihrer Spracharroganz glauben, die ganze Welt müsse sich nach ihnen richten.
Wir fahren nur wenige hundert Meter in die Wüste, als schon angehalten wird und auf der ersten Station auch schon nicht nur Informationen gegeben werden – z.B. über das „Müsli“ (Erfindung von Chris Nel) als den Ursprung des Lebens in der Wüste - , sondern auch schon das erste Tier auf dem Programm steht, eine Blindschleiche, die aus dem Sand ausgegraben wird. Es handelt sich um den Sandskink, der sich leider nur auf einer Hand fotografieren lässt, weil er sonst blitzschnell wieder im Sand verschwindet.

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Noch am selben Ort wird der Palmato-Gecko ausgegraben und präsentiert. Seine dünne, fast durchsichtige Haut macht ihn besonders attraktiv und fast jeder kann ein vernünftiges Foto von ihm machen.

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Noch besser zu fotografieren ist die Sandviper, von der unser Guide erst nur auf die Augen, die aus dem Sand herausschauen, hinweist.

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Na, wer sieht sie schon??? 😉

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Jetzt aber, oder? 😗
Für den Normalsterblichen nicht zu sehen. Dann muss auch sie den Sand verlassen und sie demonstriert dann auch, dass sie eine schwangere Schlange ist und nach dem Davonkriechen auch schnell wieder im Sand verschwindet.

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Natürlich tauchen auch noch etliche Käfer auf, die ich auch im Foto festhalte, doch meist interessieren sich die anderen erst dafür, wenn von dem Tok Tockie – Nebeltrinker erzählt wird.
Dann kommt der Höhepunkt der Tour: Ein kleines "Baby"-Namaqua-Chamäleon, das zuerst reglos auf einem schwarzen Stein sitzt, dann aber die Farbe wechselt, als es mit ein paar Würmchen gefüttert wird.

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Diese Würmchen hat dann auch ein Oranjeschmätzer (Trac Trac Chat) erspäht, der sich völlig handzahm einfindet und auch seine Portion Mittagessen abbekommt.

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Ein seltenes Bild, der Schmätzer zusammen mit dem Chamäleon, wobei man hier nun auch sieht, wie winzig das Chamäleon ist.
Nach diesen Höhepunkten geht die eigentliche, informative Tour am Wüstenklo zu Ende, wo auch das obligatorische Gamedrive-Getränk mit ein paar Nüsschen ausgegeben wird.
Und zum Abschluss dann die von mir gehasste Wüstenrallye mit dem Rauf und Runter in den Dünen. Da wird zwei Stunden über den Schutz der Tiere in der Wüste erzählt und dann rast man – außer uns habe ich noch etliche weitere Autos gesehen – unsinnigerweise auf verschiedensten Spuren durch dieses Ökosystem. Das begeistert mich nicht, auch wenn am Schluss ein schöner Ausblick von einer hohen Düne auf das Meer steht.
Punkt 12.00 Uhr werde ich wieder im Hotel abgeliefert. Bliebe noch ein wenig Zeit für einen Mittagessenbummel! Ich schlendere zuerst am Strand entlang und gehe dann zum „Fachwerk“, einem Lokal, das mir früher als „Beergarden“ schon aufgefallen ist, inzwischen aber den Besitzer gewechselt hat. Da heute „Weltfrauentag“ ist, spielt bis 15.00 Uhr eine zweiköpfige Lifeband im Biergarten und ich finde ein schattiges Plätzchen. Und nicht nur das! Ich bekomme ein in Namibia gebrautes dunkles Bier, das auch noch hervorragend mundet. Dazu ein feines Fischgericht (Catch of the day!). Als dann noch Melodien aus meiner Jugendzeit gespielt werden, muss ich schon ein paar Tränchen verdrücken. So allein, weit weg von Zuhause und dann in dem Bewusstsein, dass ich diesen idyllischen Ort wohl nie wieder sehen werde.

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Das hat mir sehr gut gefallen. Zufrieden schlendere ich ins Hotel zurück und mache ein Schläfchen. Am Abend werde ich von einer Freundin abgeholt. Wir machen einen langen Strandspaziergang und fahren dann in ihr Zuhause, in dem sie nun schon seit zwei Jahren nach ihrem Umzug von Deutschland nach Namibia wohnen. Sie fühlen sich sehr wohl in dem Häuschen in einer „Gated Community“, aber für mich wäre das nichts (mehr), vor allem, weil nicht immer so schöne warme Sommertage wie heute in Swakopmund sind. Während meines Aufenthaltes in Swakopmund herrschte Ostwind mit Temperaturen um 33 Grad. Das Geht, aber ich kenne auch die kalten, feuchten Nebeltage!
Liebe Grüße:
Burschi
Teil 420. Apr. 2026
Guten Abend,
der nächste Tag ist rasch erzählt.
Heute steht die Delphin-Tour auf dem Programm. Um 8.00 Uhr holt mich eine Bekannte am Hotel ab und wir fahren nach Walvis Bay. Wie hat sich diese Stadt verändert! Schon Langstrand ist explodiert und hat nun Tankstellen und Einkaufsmöglichkeit. Es wird nicht mehr lange dauern und es wächst mit Walvis Bay zusammen, dessen Townships und Industriegebiete sich entlang der Einfallstraße (angeblich die längste Palmenallee der Welt!) krakenartig ausbreiten. Auch die Bootsanlegestelle für die Touriboote hat sich komplett verändert. Es ist eine Fress- und Souvenirmeile geworden und die Catamarane der verschiedenen Anbieter drängen sich. Eigentlich hatte ich ja ein kleines Boot gebucht, aber darauf wird keine Rücksicht genommen, denn auf unser Boot muss noch eine größere Gruppe einer Würzburger studentischen Burschenschaft. Einige davon liegen bereits jetzt flach, andere haben schon die Bierbüchsen in der Hand. Grauen steigt in mir hoch! Aber um es vorweg zu nehmen, sie haben zwar viel gesoffen, sind aber nicht durch undiszipliniertes Verhalten aufgefallen und waren erstaunlich ruhig. Es ist schon vor Abfahrt ziemlich warm. Nebenan wird ein Boot mit Asiaten beladen. Dick eingepackt in Regenmäntel mit Kapuzen über dem Kopf und alle maskiert. Nur die Schlitzaugen waren sichtbar. Unglaublich, wie man so bei über 30 Grad überleben kann!
Schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen sehe ich die große Veränderung des Hafens. Riesige Ladekräne für Containerschiffe und ebensolche im Hafen.

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Dafür sind die künstlichen Brutinseln für Kormorane zur Guanoerzeugung verschwunden. Gibt es sie überhaupt noch?Jedenfalls haben wir auf dieser Fahrt keine gesehen.
Die obligatorischen Robben stellen sich bald ein, ebenso die Pelikane und die Dominikanermöwe. Sie erhalten ihre erwartete Fischration.

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Unter der Mütze war wahrscheinlich schon zuviel Alkohol im Kopf. 😄
Wir fahren zur Robbenbank, wo sich einige Hundert Kappelzrobben tummeln, darunter auch einige Tote, an denen Schakal und Möwen sich gütlich tun.

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Vom Leuchtturm aus geht es dann Richtung Langstrand, doch statt der erwarteten Delfine zeigt sich ein riesiger Mondfisch.

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Da zeigt der Mondfisch seine Rückenflosse und dann drehte er sich auf den Bauch und verschwand.

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Und dann geht es auch schon wieder zurück mit der leckeren Bordverpflegung als Büfett mit Austern und allen möglichen Fischdelikatessen.

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Als dann die Sektkorken knallten, war die Mütze übrigens wieder hellwach.
Da war dann nach Rückkehr kein Mittagessen mehr nötig, vielmehr ein kleiner Verdauungsspaziergang durch das Zentrum von Swakopmund, um mal zu sehen, ob die Häuser aus der deutschen Kolonialzeit und das Denkmal noch da sind.
Ich will hier keine weiteren Bilder der historischen Gebäude einfügen, denn sie sind ja meist bekannt.
Ein neues turmähnliches Gebäude an der Mole erregte aber doch meine Aufmerksamkeit.
Er soll dem alten Leutturm in Swakopmund ähneln.
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Ob das stimmt, da kann man darüberstreiten. Welche Funktion er bekommen soll, weiß ich noch nicht. Hier noch ein Bild vom alten von 1912.
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Am Abend habe ich eine weitere Einladung: Eine Freundin lädt mich zusammen mit Anja Rohwer, der Betreuerin des Projektes in Mondesa DRC in das Hansa Hotel ein. Ein kulinarischer Leckerbissen! Mit Abschiedsbeigeschmack. 🙁
Guten Abend noch
Burschi
Teil 521. Apr. 2026
Heute gehte s zur nichttouristischen Seite von Swakopmund. Auch über die Siedlungen der "einfachen" Bevölkerung hinaus nach Mondesa DRC "Mondesa Democratic Resettlement". Als vor vielen Jahren Frau Jutta Rohwer mir dort einen Container mit kleinem Umfeld zeigte, in dem sie einen Kindergarten und eine Selbsthilfegruppe für Frauen untergebracht hatte, beschloss ich angesichts der Lage, dieses Projekt zu unterstützen. Was aber ist DRC? Mondesa ist der Siedlungsbereich der nichtwohlhabenden schwarzen Bevölkerung. Einfachste kleine Häuser dienen als Unterkunft und meist besteht auch schon Anschluss zur Infrastruktur. Hier kann man auch als Tourist an sogenannten "Townshiptours" teilnehmen. Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben, denn ich habe noch keine gemacht. "DRC" schließt sich an Mondesa an und ist eigentlich kein Township mehr, sondern man muss es wohl als "Slum" bezeichnen. Als ich vor Jahren das erste Mal dort war, lebten etwa 4000 Menschen dort. Inzwischen - es weiß wohl niemend so genau - sollen es zehn mal soviel sein. Diese Siedlung scheint endlos in die Wüste hineinzureichen.

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Die Unterkünfte sind wohl aus allem zusammengezimmert, was man irgendwo als Abfall entsorgt hat.

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Die Versorgung mit Wasser, Entsorgung von Abwasser, Toiletten ist weit unzureichend. Meist sind es öffentliche Stellen, die von vielen Menschen zusammen genutzt werden müssen. Z.B. Hier eine Wasserstelle, an der man sich Wasser in rationierter Menge kaufen kann.

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Findet man mal ein "Dixiklo" ist das schon Komfort.
Hier liegt nun das "DRC Womens Community Project", das von Frau Anja Rohwer, der Tochter der verstorbenen Jutte Rohwer geleitet und betreut wird. Dank einer Erbschaft aus Deutschland konnte ein größeres Grundstück erworben werden, auf dem nun in festen Bauten die Frauenselbsthilfegruppe mit Kindergarten und Vorschule untergebracht sind. Es gibt auch einige fest angestellte Lehrerinnen, die für die Ausbildung der Kinder sorgen. Unterhalten wird das Projekt durch Spenden, wie z.B. durch den Erlös des Kalenders, den ich seit 27 Jahren herausgebe.
Hier noch ein paar Bilder zu dem Projekt:

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Schulklasse, die bei meinem Eintreffen ein Tänzchen und Gesang aufführten.

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Frau Anja Rohwer inmitten der Kinder.
Spielplatz für die Kinder

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Klassenzimmer

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Verkehrsübungsplatz

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Teil des Gemüsegartens

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Bastelstube für die Frauen, in denen Schmuck und andere Dinge für den Verkauf an Touristen hergestellt werden.

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Nähstube für Frauen, die Schuluniformen nähen, die bei den Kindern sehr beliebt sind.

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Fast den ganzen Vormittag verbringe ich hier, bevor mich Anja zurück ins Hotel fährt.
Auf dem Rückweg kaufe ich in dem Laden „Kubatsirana“ noch einige Mitbringsel ein. Das ist der Laden, in dem die Produkte des Projektes verkauft werden.
Er liegt an der Straße vom Hohenzollernhaus zum Strand.

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Das hat mich dann doch angestrengt, zumal es sehr heiß war und ich habe nicht nur Durst, sondern auch Hunger. In der Nähe des Hotels gibt es „Opas Steckel“, die früher nur Souvenirs hatten, jetzt aber eine gut gehende Bäckerei, Spezialitäten-Angebote und auch jeden Tag ein gutes Essen. Heute gab es Oryx, dazu ein kühles Bier.

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Hier gibt es das beste Brot in Swakopmund. Früher Ramschladen, heute Geheimtipp.
Kurzer Mittagsschlaf, bevor das nächste Abschiedstreffen ansteht. Um 16.00 Uhr besucht mich Joel Nambouli, der Leiter der „African Vocals“ und wir plaudern bei einem Bier im lauschigen Garten des Hotels in einem schattigen Plätzchen. Für die Vocals hatte ich bei den ersten beiden Toureen Konzerte in Oberfranken organisiert. Hauptthema heute ist der Tod ihrer Managerin Regine Hink, die vor wenigen Wochen an Krebs verstarb und die bereits Anzeichen ihrer Krankheit schon bei der letzten Deutschlandtournee der Gruppe hatte. Die Vocals haben zwar noch etliche Auftritte in Namibia, aber ob es je noch mal eine Deutschlandtournee geben wird, ist fraglich. Kurz vor Sonnenuntergang verabschiede ich mich wieder von einem Freund.
Dann gehe ich noch einmal zum Strand an die alte Mole, um bei einem schönen Sonnenuntergang Abschied von Swakopmund zu nehmen. Eine kleine Gesangsgruppe tanzt und singt bekannte afrikanische Lieder. Wieder drücken sich Tränchen ins Auge.

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Tschüß Swakopmund!
Teil 622. Apr. 2026
Wie gesagt, also Tschüß, ich fliege weiter wie die Vögel.

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Mein nächstes Ziel ist der Erongo, eine Landschaft, die mir mit am besten in Namibia gefällt, weil hier die Schöpfung mit den Verwitterungsformen des Granit so phantasievolle Landschaften geschaffen hat, dass man zu gedankenvollen Exkursionen angeregt wird.

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Hier könnte man einen schlafenden Saurier sehen. 😄
Noch vor dem Frühstück habe ich mein Auto beladen und danach kann ich dann um 8.00 Uhr Swakopmund verlassen. Seit meinem letzten Besuch hier ist eine neue Umgehungsstraße gebaut worden, die ich nicht kenne, das Navi aber schon und so komme ich problemlos auf die B2.
Die Baustelle muss ich nicht mehr umfahren, denn kurz vor Usakos biege ich auf die D1900 ab und von da an ist die Gravelroad mit „Ai Aiba Lodge“ ausgeschildert. Die Gravelroad ist mal besser, mal schlechter aber insgesamt ist die Fahrt problemlos und Schäden durch den Regen sind keine festzustellen, aber die Landschaft ist sehr grün, gelegentlich blühen sogar einige Blumen am Wegesrand.
Gegen 11.00 Uhr erreiche ich die Lodge und kann einchecken. Ein wenig muss ich nach der ausführlichen Einweisung noch warten. Ich vertreibe mir die Zeit mit Kaffee und ein paar Keksen und erhalte bald Gesellschaft. Ein Rotschwingenglanzstar setzt sich erwartungsvoll neben mich und als ich nach Beendigung des Kekses die verbliebenen Krümel auf dem Teller freigebe, bedient er sich. Dann setzt er sich neben meiner Schulter auf die Lehne des Sessels und bedankt sich mit einem Liedchen höflich dafür, dass ich ihn nicht wie andere Gäste verscheucht habe. Ein Hausmädchen, das genau dies tun wollte, scheuche ich wiederum weg.

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Rotschwingenglanzstar


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Fahlflügelstar
Nicht dass ihr jetzt auf falsche Gedanken kommt, ich würde zusammen mit den Vögeln essen, nein erst wenn ich meine Mahlzeit abgeschlossen habe, dürfen sie sich an ein paar Krümeln bedienen und gefüttert werden sie auch nicht. Dass der Star nur etwa 40cm neben meiner Schulter saß und sich dafür mit einem Lied bedankte, war dann für mich einbesonderes Erlebnis, das ich auch in einem kleinen Video festhalten konnte. 🙂

Dann bekomme ich den Schlüssel für das Haus Nr. 15. Ich ärgere mich ein wenig, weil ich alter Mann mal wieder eines mit einem langen Laufweg, fast das letzte in der Reihe der Häuschen, erhalte. Laufen soll ja gesund sein, besonders nach den Mahlzeiten, aber im Alter plagt halt das eine oder andere Zipperlein. Und wenn man den Pool aufsuchen will oder mal WiFi benutzen, das nur bei der Rezeption geht, dann häufen sich halt leider die Märsche. Das Haus ist gut eingerichtet, alles was ich brauche (gute Dusche, Schreibtisch und Bett) sind da. Von der Terrasse aus hat man einen Blick auf den Busch.
Dort kann man mit etwas Glück, das eine oder andere Tier beobachten.

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Sperlingskauz, dessen Tonleitergesang ich auch immer wieder hörte und der bei uns leider erloschen ist.
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Monteirotoko
Den Rest des Tages verbringe ich damit, um nach einer Erfrischung bei einem Poolbesuch ein wenig herumzustrolchen und das eine oder andere kleine Tier mit dem Foto einzufangen.
Das Abendessen (Elandsteak mit Gemüse und Gitterkartoffeln) wird im Restaurant serviert und ist sehr gut.

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Leider hat sich er Bindennektarvogel nicht von der Sonne bescheinen lassen.

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Der Bergschmätzer kommt hier in verschiedenen Farbvarianten vor.

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Hier bin ich mir nicht sicher, ob es ein Streifenskink ist.

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Das Abendessen kann man auf der Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang einnehmen.
Bis bald:
Burschi
Teil 723. Apr. 2026
Guten Morgen,
na heute beginnt der Tag aber gut! Ich bekomme ein Frühstücksbrett serviert, das keine Wünsche offen laässt.

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Jeder bekommt eine große Auswahl, die mehr als ausgiebig ist. Auch wenn ich alles Süße weglasse, werde ich dennoch ausreichend satt und ein gutes Brot gibt es ebenfalls dazu. Kaffee, andere Getränke und Obst kann man sich selbst holen. Ich bin inzwischen am Morgen auf Tee umgestiegen, und auch hier gibt es eine reichliche Auswahl.
Für den heutigen Tag habe ich einen Besuch bei den Buschleuten gebucht. Zusammen mit zwei anderen Gästen marschieren wir los und bekommen unterwegs schon einige Felszeichnungen der alten San gezeigt und erklärt.

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Mich faszinieren auch immer wieder die verschiedensten Felsformationen. Eigentlich sind es wissenschaftlich ja nur tropische Verwitterungsformen des Granit. Aber ich frage mich immer wieder,warum gerade so? 😵

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Granitburger! 😄
Und in die Felsen zwängen sich immer wieder Pflanzen, nützen die engsten Spalten und doch können diese verletzlichen grünen Wesen eine solche Gewalt entwickeln, dass sie die Felsen sprengen. Welch Wunder der Natur!

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Dann kommen wir zum „Bushman Village“ und werden von einigen Männern in traditioneller Bekleidung empfangen. Sie führen uns einige handwerkliche Tätigkeiten vor. Zuerst natürlich das Feuermachen mit den Holzstäbchen. Klappt relativ schnell!

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Dann drehen sie aus den Fäden der Sansevieria Schnüre für den Bogen.

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Und ein bisschen Spaß muss auch sein! 😄
Auch der Bau einer Falle für Perlhühner wird anschaulich geschildert. Schließlich zeigt uns der Jäger, wie man sich vorsichtig gegen den Wind anschleicht und das Wild auf kurze Distanz erlegt.

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Inzwischen sind auch die Frauen und Kinder erschienen. Sie sitzen abseits zusammen und die Kinder toben auf einem Hügel herum. Den Abschluss der Veranstaltung bildet dann ein Tanz mit Gesang, den die Frauen zusammen mit den Männern aufführen. Insgesamt war die Darbietung recht nett, der älteste Mann hat uns beigebracht, dass wir nach jeder gelungenen Darbietung „Katscha“ (=ok) sagen sollen.

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Von den angebotenen Bastelarbeiten aus dem „Curioshop“ kann ich für mich nichts Brauchbares entdecken und gebe dafür lieber ein Trinkgeld. Auf einem weniger anstrengenden ebenen Weg geht es zurück – es ist inzwischen 13.00 Uhr - in die Lodge. Hier muss ich erst einmal den Feuchtigkeitsverlust mit einem Rockshandy ausgleichen. Der gesamte Nachmittag dient der Entspannung und dem Ausruhen,Kaffeetrinken, Lesen, ein paar Schwimmzüge im Pool und ein ausgedehnter Mittagsschlaf.
Dann aber sind mal die Felsnagamen drann, wenn sie schon ständig überall herumwuseln.

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Bis am Abend die Sonne untergeht!

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Bis Bald Burschi
Teil 823. Apr. 2026
Ja, bei den Vorführungen der Buschleute habe ich auch sehr schöne Erinnerungen. Ich war kurz nach der Eröffnung des ersten "Living Museums" in Grashoek dort und auch kurz darauf noch einmal. Ich habe einen ganzen Tag bei den Buschleuten dort verbracht. Was mich damals erschüttert hat, war die Diskrepanz zwischen dem Leben in dem Dorf, in dem sie wirklich gehaust haben und dem Leben in den Vorführungen. Dort in Lumpen gehüllt, hier im Lendenschutz in einer ganz natürlichen Würde. Aber sie haben die Vorführungen mit viel Freude und Engagement ausgeführt. Da unterscheiden sich dann die Gesichter der Darsteller, wenn ich ein altes Fotobuch hervorziehe. Heute sind die Gruppen von Grashoek ausgeschwärmt und bieten ihre Kultur auf den verschiedensten Farmen an, oft auch im Wechsel. Mir scheint, die Begeisterung ist dabei verflogen. Sie spulen ihr Programm ab und in ein Gespräch kommt man nur mit den "Moderatoren" der Show. Ich verstehe das schon, aber hier wandelt sich eine Gesellschaft, wie bei uns auch.
In Gedanken versunken wandere ich zur Lodge zurück. Ich habe ja ausreichend Zeit um selbst noch ein wenig auf den Wanderwegen spaziere zu gehen. Ganz wichtiger Tipp: Bucht niemals Einmalübernachtungen, dann habt ihr keine Zeit Namibia zu erleben. Das kann man am Anfang und am Ende in Windhoek machen, aber sonst muss man mindestens zwei Tage, besser drei bleiben, wenn man das Land "erleben" will und nicht nur die Sehenswürdigkeiten abhaken.
Den nächsten Vormittag bis nahezu 15.00 Uhr war ich allein auf der Lodge, denn die "Lodgehopper" mussten ja alle schon weiter.
Ich schlendere auch mal in aller Ruhe durch den Curio-Shop, der mit allem bestückt ist, was ich schon mehrfach zu Hause herumstehen oder herumliegen habe. Meine Frau hat mich gewarnt: „Bring ja nichts „zum Hinstellen“ mit. Einmal habe ich ja schon dagegen verstoßen, als ich am Holzmarkt in Swakopmund ein geschnitztes Pangolin erworben habe. Es hat übrigens einen guten Platz gefunden. 😄
Also schaue ich mal, was es bei den Büchern gibt. Mein am Flughafen in Nürnberg gekaufter Franken-Krimi wird für die ganze Reise nicht reichen. Bestimmungsbücher oder Bildbände kommen nicht in Frage, davon habe ich mehr als genug, und so bleibe ich an „Locker vom Hocker“ von Susann Klinghorn hängen. Das sind amüsante, mit afrikaansen Kraftausdrücken gespickte Glossen, die in der Namib Times erschienen sind. Leider habe ich mir nur den ers-ten Band gekauft, denn die Themen der kleinen Geschichten treffen ganz meinen Weltge-schmack. Spätere Versuche, einen Fortsetzungsband zu bekommen waren leider vergeblich. Inzwischen habe ich sie bei Namibiana entdeckt und auch schon zwei davon bestellt. „Locker vom Hocker“ aber hat mich auf der Reise über so manche leere Minute hinweg geholfen, mich aber auch zum Nachdenken angeregt.
Das heutige Tagesprogramm beginnt erst am Nachmittag, ein Gamedrive zum Sonnenunter-gang. Ich bin der einzige Fahrgast und so kann ich mich gut mit dem Guide unterhalten. Die Fahrt durch die Felsen des Erongo ist recht interessant.

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Manchmal halten wir an, um eine Felszeichnung zu besichtigen oder auch Tiere, wie z.B. Giraffen oder Springböcke in aller Ruhe zu beobachten.

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Der Höhepunkt aber ist die Sichtung eines Afrikanischen Wiedehopfes, der auf der Pad gerade ein Staubbad nimmt.

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Eine Beobachtung hätte ich fast vergessen. Ein kleiner Käfer! Auf dem Felsen ist er kaum zu entdecken. Eine perfekte Anpassung! Wäre schön, könnte sich der Mensch an die Natur auch so gut anpassen. 😎 😵

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Zum Sonnenuntergang fahren wir dann auf einen Felsen hinauf um dort eine schöne Aussicht zu haben.

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Stets ein erhabener Moment, wenn man die Sonne am rotglühenden Horizont untergehen sieht, dabei ein „Savanna dry“ in der Hand hat und auf einem leckeren Biltong herumkaut. Doch dazu muss man eben allein, oder höchstens zu zweit sein, nicht zusammen mit einer angetrunkenen Kegelbrüdertruppe oder quietschenden Kleinkindern oder einer schnatternden italienischen (Kann auch andere Nationalität sein!) Großfamilie. Habe ich alles schon erlebt! 😈
Mit Ai Aiba war ich bis auf die abgelegene Unterkunft recht zufrieden. Für mich war es eine neue Lodge, doch für meine Abschiedsreise eine schöne Destination.
Liebe Grüße:
Burschi
Teil 924. Apr. 2026
Heute geht es in die Etoscha.
Wie immer frühes Frühstück, das in seinem Umfang wieder mehr als reichlich war. Gleich danach verlasse ich Ai Aiba und fahre Richtung Omaruru. Heute soll es nach Etoscha gehen. Leider bin ich nicht in euphorischer Stimmung, denn wenn das Gras dort auch so hoch steht und überall noch Pfützen sind, wird es wohl recht schlecht mit den Sichtungen werden.
In Omaruru wollte ich eigentlich einen kleinen Kaffee-Zwischenstopp einlegen. Doch wie hat sich auch dieses früher kleine und verschlafene Städtchen verändert. Umfangreiche Straßenbaumaßnahmen, viele übergroße LKWs, afrikanische Marktstände links und rechts und eiliges Gewusel. „Kristall Kellerei“? Noch zu früh! Und in ein Cafe´ in der Hauptstraße? Nein zu wenig Ruhe!
Also weiter bis Outjo. Da gibt es ja die bekannte Bäckerei! Erst fahre ich mal dran vorbei, weil ich die Bäckerei nicht wieder erkenne. Aus der kleinen feinen Bäckerei ist eine riesige Tourischwemme geworden!

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Zum Glück ist es noch relativ früh und nicht zu viele Leute sind da. Ich trinke einen guten Kaffee und esse einen kleinen Pie dazu. Dann möchte ich noch – es geht ja in die Etoscha! – ein Brot mitnehmen. Aber alles schon ausverkauft! Nur noch Semmeln! Bäckerei ohne Brot um 11.00 Uhr am Morgen! Gleich gegenüber aber liegt ein neuer Supermarkt, wo ich meine Vorräte ein wenig ergänzen kann.
Dann los Richtung Etoscha, noch langweilige 100 km! Etwa 10 km vor dem Tor ist eine große Tankstelle mit Einkaufsmöglichkeit. Hier gilt es den Tank aufzufüllen, denn in der Etoscha gibt es keine Tankstellen mehr. Es geht rasch von statten und die Zahlung mit Karte klappt auch beim zweiten Versuch. Das WiFi scheint hier etwas schwach zu sein, aber für solche Fälle sind sie hier vorbereitet.
12.30 Uhr bin ich am Gate, kein Auto vor mir, freundliche, schnelle Abfertigung, Blick in den Kühlschrank – wahrscheinlich hat er gedacht „Mensch, was der so wegsäuft!“- und dann kann ich auch gleich schon nach Ombika, dem ersten Wasserloch fahren. Überraschung! Die Tiere gehen doch an die Wasserlöcher! Es stehen viele Zebras und Impalas, einige Strauße und ein paar Gnus da. Also doch nicht so schlimm wie befürchtet.

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Schön langsam fahre ich weiter durch den völlig grünen Park nach Okaukuejo. Hier habe ich zwei Tage gebucht. An der Rezeption zahle ich die Parkgebühren und gebe 500N$ als Kaution ab und bekomme den Schlüssel für Zimmer 38 ausgehändigt. Große Rundtour durch das Camp. Hhm, weit weg vom Wasserloch aber nah am Restaurant und Pool. Das Zimmer überrascht mich in gewisser Weise. Dieses Mal gibt es nichts zu meckern. Alles sauber, gut funktionierende Dusche, Klimaanlage und Kühlschrank funktionieren auch, sogar WiFi reicht vom Restaurant bis hierher. Da habe ich in Okaukuejo schon viel schlechter gewohnt!
Da will ich dann mal schauen, ob ich am Wasserloch auch Glück habe. Dort befinden sich keine Touristen. Aber auch keine Tiere. So habe ich das Wasserloch noch nie gesehen. Das Gras und anderes Kraut stehen meterhoch!

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Ich sitze eine Weile dort und schlendere dann durch das Camp. Hier kann ich meine Sich-tungslust ein wenig befriedigen, denn einige nette Vögelchen lassen sich gut fotografieren.

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Rotbauchwürger, früher Reichsvogel genannt, und der Maricoschnäpper, von ihm konnte ich auch noch einen gestrichelten Jungvogel fotografieren, waren mehrfach im Camp zu sehen.
Eine Strichelracke hatte schwer mit einer großen Heuschrecke zu kämpfen, hat sie dann aber doch runtergewürgt und der Rotschnabelfrankolin hat mich lauthals am Wasserloch begrüßt.

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Natürlich bin ich auch zum Sonnenuntergang am Wasserloch. Die Sonne geht erwartet schön orangerot in der Wolkenkulisse am Horizont unter. Nur die Tiere fehlen.
Nicht ganz! Unmittelbar vor mir hüpfen kleine Vögelchen, die von anderen Sonnenuntergangsschauern, die mir das Fotografieren sehr erschweren, nicht beachtet werden.

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Granatastrild

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Brustbandprinie

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Außer Sonnenuntergang gab es heute nichts am Wasserloch. Falsch! Nach Dunkelheit kamen zwei Elefanten, doch die Bilder davon sind nicht vorzeigbar. 😉
Also Gute Nacht!
Euer Burschi
Teil 1025. Apr. 2026
Guten Morgen!
Habe gut geschlafen. Doch dann kommt die Mutprobe, Frühstück im Restaurant in Okaukuejo! Ich schaue mal an die warme Theke: Eine 2Liter-Kanne mit Eisuppe für Omletts, die warmen Würstchen schwimmen im Öl, sind nicht braun, sondern grau und ähneln gekochten Nacktmullen. Bleibt nur: Weißbrot mit Käse und Wurst und zwei Tassen Tee, damit ich die Morgentabletten runterspülen kann. Ich hoffe, so Sam Nujomas Rache zu entgehen und den Gamedrive ohne Darmentleerung zu überstehen.
Mit Sonnenaufgang fahre ich nach Westen, ich möchte bis zum Wasserloch von Ozonjuitji M´Bari in der Nähe des Charl-Marais Damms. Ich fahre durch schöne Landschaften auf ebener Strecke mit viiiiel Grün. 🤩 Sonst sah man auf diesem Weg wenige Tiere, heute wechseln sich größere Herden von Zebras, Gnus und Springböcken ab. Wo sonst die „Wasserstelle“ Charl Marais Dam stets ausgetrocknet war, ist heute ein kleiner See mit Nilgänsen und Graukopfgänsen. Und immer wieder im hohen Gras auch Schwärme von Abdimstörchen in größerer Zahl. Es ist keineswegs so, das man keine Tiere sieht, nur eben oft nicht ganz, da von ho-hem Gras weitgehend verdeckt. Aber es stehen auch viele auf der Straße, vielleicht wollen sie auch mal raus aus dem Gras?
Mal ein paar Beispiele für Sichtungen im "Grasland":

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Manchmal sah man überhaupt nur den Kopf!

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Und dann nur noch zwei Schritte und weg war der Schakal!

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Selbst Zebras verschwanden weitgehend im Gras.

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Und auch das Nashorn zeigte sich kaum ganz.

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Und da auch die Büsche dicht belaubt sind, verschwinden selbst Elefanten rasch aus dem Blickfeld.
Schließlich erreiche ich das Wasserloch mit dem unaussprechbaren Namen, wo ich beim letz-ten Mal einen Aufmarsch von vielen Tieren gesehen habe. Heute sind etwas weniger Tiere da, aber immer noch relativ viele. Vor allem eine große Herde Gnus, die friedlich am Boden liegen und schlafen, dann Springböcke und Zebras und eine ganz große Schar von Nilgänsen. Dazwischen auch Zirplerchen, Rotkopfamadine und Wanderfalke, von dem ich leider nur ein sehr verwackeltes Flugbild habe. Als er auf dem Boden saß, war ich nicht schnell genug und konnte nur durch die Autoscheibe fotografieren.

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Die Gnus waren völlig entspannt und ließen so manches andere Tier vorbeilaufen.
Abdimstörche waren in der westlichen Etoscha in großer Zahl zu beobachten.

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Ich weiß, dass meine Berichte immer etwas vogellastig sind, aber ich schaue eben nicht nur auf die "Großen", aber dafür gibt es fast immer was zu sehen.
Dafür ein paar Beispiele:

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Weißflügeltrappe

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Gleitaar

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Rotkopfamadine

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Steppenfalke

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Weißbürzelsinghabicht im Jugendkleid
Am Abend war ich dann längst wieder im Camp, hatte vorher das einsame Wasserloch besucht und habe mich dann für längere Zeit nach dem Abendessen dort wieder niedergelassen. Heute war bis nach einem unspektakulären Sonnenuntergang nichts geboten. Erst als es dunkel war kamen zwei Elefanten und ein Nashorn. Gegen 21.00 Uhr habe ich dann die Beobachtung aufgegeben und bin ins Zimmer gegangen. Dort habe ich festgestellt, dass ich mein Sitzpolster auf der Bank vergessen habe. Also bin ich nochmals zurück, um es zu holen und siehe da! Eine große Elefantenherde von über 20 Tieren war am und im Wasserloch. Das Sitzkissen war noch da, aber mein Foto im Zimmer! Oh alter Depp! Ich habe kurz zugesehen und die Herde verschwand leider ebenso schnell, wie sie gekommen war. Tja, wie sagt man so schön auf Deutsch: „Shit happens!“ Gute Nacht!
Viele Grüße:
Burschi
Teil 1127. Apr. 2026
Heute verlasse ich Okaukuejo bei Sonnenaufgang Richtung Halali. Mit den Erlebnissen bin ich zufrieden, mehr war angesichts des Wetters in diesem Jahr nicht zu erwarten.
Auf dem Weg nach Halali muss ich den Umweg über die kleineren Wasserlöcher im Süden fahren, da die Hauptstraße im Moment neu gebaut wird. Sie soll angeblich eine Teerdecke bekommen. Na dann können die Wasserlochjumper noch schneller rasen.
Also dann erst mal Gemsbokvlagte. Hier balzen Riesentrappen auf der Straße und auch Weißflügeltrappen sind ebenfalls auf der Straße unterwegs. Ist ja klar, was sollte eine Balz im hohen Gras auch bringen, da sehen die Frauen ja nichts!

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Und bei den Zebras ist es auch nicht viel besser, wenn sie im Gras stehen, da kann man sich dann auch vorstellen, dass bei den Impalas oder Springböcken nur die Ohren rausschauen. Noch schlechter sieht es bei den „Räubern“ aus. Wenn Löwe oder noch kleinere wie Leopard oder Schakal im Gras liegen sind sie überhaupt nicht mehr zu sehen und das vielleicht nur wenige Meter vom Auto entfernt. Zwei Schakale gab`s auch bei Gemsbokvlagte, aber die waren blitzschnell untergetaucht.

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Dann geht es weiter über die „Ausweichroute“, die ich sowieso gefahren wäre: Olifantsbad, Aus, die Hauptstraße überquert und dann Sueda, Salvadora nach Rietfontein. Und überall fast das gleiche Bild: Wasser in allen Wasserstellen, auch an denen am Rande der Pfanne, aber keine Tiere. Der Gipfel war Rietfontein, wo das Gras so hoch stand, dass man die große Wasserstelle selbst überhaupt nicht sehen konnte. Dafür war die Fahrt selbst nicht anspruchslos, denn es waren immer wieder größere Wasserlöcher auf der zum Teil schlammigen Pad um- oder durchzufahren.

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Hier fanden sich dann auch etliche Male große Trupps von Perhühnern ein, die alle viele Jungvögel im gleichen Alter mit sich führten.

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Einmal eine Abwechslung durch einen jungen Weißbürzelhabicht, der gerade einen Vogel zu Mittag verspeiste. Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.

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Gegen Mittag erreiche ich Halali, checke an der Rezeption ein, zahle die 500N$ Kaution, die ich in Okaukuejo bei der Abfahrt ohne Nachprüfung sofort zurück erhalten hatte, und mache eine kleine Mittagspause am Moringawasserloch. Ich erhalte das Haus Nr. 58. Zum Wasserloch muss ich da leider mit dem Auto fahren.
Nix los? Von wegen, meist ist für mich immer was los und wenn es nur die drolligen Baumhörnchen und ein nicht allzu häufiger Schwarzkopfreiher oder ein paar Impala, die besonders nett miteinander sind.

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Doch für den Nachmittag habe ich mir dann noch die nahe gelegenen Wasserlöcher von Goas vorgenommen. Und da ein weiterer Höhepunkt! Als ich am oberen Wasserloch ankomme, verlässt gerade ein Spitzmaulnashorn die Stelle. Pech! Aber es hat Mitleid und kehrt nochmals um und stellt sich dem Fotografen.

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So kann ich zufrieden nach Halali zurückkehren und den Abend dann dort an dem schönen Wasserloch verbringen.
Und hier ein Deja vu vom letzten Mal. Zum Sonnenuntergang kommt auch hier ein Spitzmaulnashorn, gerade noch im letzten Sonnenlicht.

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Zurück ins Häuschen, wo ein zu weiches Bett schon auf mich wartet.
Bis morgen:
Burschi
Teil 1227. Apr. 2026
Extra für Margit:
Noch ein paar kleinere Perlhuhnküken. Auf dem ersten Bild kaum zu sehen, daher nochmal größer.

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Liebe Grüße: Burschi
Teil 1328. Apr. 2026
Der Abschied von Halali war gleichzeitig der letzte Tag in der Etoscha. Ich hätte schon noch gerne das eine oder andere schöne Erlebnis gehabt. Mal sehen, was der Tag bringt. Goas wollte ich noch einmal anfahren.
Ich stehe schon eine Stunde hier und beobachte eine Gruppe Impala und Zebras. Irgendwie sind sie vorsichtig und schauen in eine Richtung anstatt friedlich zu äsen. Dann entdecke ich plötzlich einen braunen Kopf, der aus dem Gras herausschaut, und beim Betrachten mit dem Fernglas stellt es sich als eine Tüpfelhyäne heraus. Im Laufe der nächsten Stunde verschwindet sie immer wieder im hohen Gras, kommt aber dann doch ganz zum Vorschein und geht zum Trinken. Die Zebras zogen ganz in der Nähe vorbei, schienen sich mit der Hyäne auf Waffenstillstand geeinigt zu haben.

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Die nächste Station ist Chudop. Da ist eigentlich auch immer was los. Und richtig! Es sind viele Zebras, Springböcke und Gnus da. Und am Wasser kommen sicher auch andere Tiere, um ihren Durst zu löschen. Also richtete ich mich ein und blieb längere Zeit hier. Etliche andere Touri-Autos kamen und fuhren dann schnell weiter. Gab ja nur Zebras zu sehen. Von wegen „nur“ Zebras. Die hitzige Diskussion zweier Zebrahengste war allein schon das Zuschauen wert.

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Und dann sind die Rivalen tot? Nein, keineswegs! Einigen Damen war das zu langweilig und sie legten sich zum Schlafen hin.

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Sollte das ein Zebra-Tag werden? Es gibt noch etliche schöne Zebrafotos, aber damit will ich hier nicht langweilen.
Und nebenbei noch zwei andere Sichtungen: Am Wasser finden sich etliche Paradieswitwen – Männchen ein und hinter ihnen her ein Schwarm Weibchen. Ist also nicht nur stressig, wenn man stark ist, sondern auch wenn man besonders schön erscheint. Und dann noch der Leopard! Nein, nicht ganz „nur“ eine Leopard-Schildkröte!

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Auch einige der Zimtbrustammern fanden sich ein.
Beim Weiterfahren dann aber noch weitere interessante Vogelsichtungen:

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Pärchen Nachtflughühner
und Häherkuckuck

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Den ornithologischen Höhepunkt aber boten die wunderschönen Racken. Zuerst die hier häufig vorkommende Gabelracke.

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Doch dann die Blauracke, die ich hier noch nie gesehen habe. Bezüglich Etoscha war es für mich eine Neuentdeckung. Über die hab ich mich besonders gefreut.

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Besonders geärgert habe ich mich über die Europäischen Bienenfresser. Eigentlich nicht über sie, denn drei davon saßen im besten Sonnenlicht auf einem Strauch neben der Straße. Ich fahre langsam mit dem Auto ran, lasse das Fenster runter, setze den Foto an und …ja und dann kommen von hinten zwei Toyotas angerast und überholen mich zwischen Strauch mit Vögel und mich und ..weg sind die Bienenfresser ohne ein Bild. Ich bin stinksauer, nicht auf die Vögel am Strauch sondern auf die blöden Vögel in den Autos! Früher war es immer so, dass, wenn man auf ein stehendes Auto hinfuhr und dort jemand fotografieren wollte, man stehen blieb und gewartet hat, oder auch gefragt hat, was es da zu sehen gibt. Aber „Rücksicht“ ist auch eines von den deutschen Fremdwörtern, die inzwischen fast ausgestorben sind.
Die zwei Toyotas mit ihren vier Jungaffen habe ich am nächsten Tag wieder in Namutoni getroffen. Sie standen wie begossene Pudel da, weil sie keine Tankstelle fanden und es frag-lich war, ob sie es bis zu einer Tankstelle außerhalb des Parks noch schaffen. Was habe ich innerlich gefeixt!
Da der Tag noch etliche weitere Überraschungen bot, muss ich hier mal unterbrechen und mich den häuslichen Aufgaben widmen. 😉
Liebe Grüße:
Burschi
Teil 1429. Apr. 2026
Zur Mittagszeit bin ich in Namutoni. Ich schlendere mal ins alte Fort. Welch trauriger Anblick! Wie wurde das vor Jahren beim Jubiläum auch mit deutschen Steuergeldern herausgeputzt. Nun aber verfällt es schon wieder. Keine Souvenirshops mehr, kein Restaurant, der Balkon gesperrt, kein Mensch zu sehen! Hier kann man nicht einmal einen Schluck Wasser kaufen. Das Wasserloch war schon immer ungepflegt, aber was hätte man für eine schöne Campsite und Gästeunterkunft hier machen können.
Ich verlasse das Fort und fahre nach Klein Namutoni. Hier ist alles von einer großen Zebraherde besiedelt, ich will sie gar nicht verschrecken in der Mittagshitze und fahre nicht ganz bis ans Wasserloch.

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Da es Mittagszeit ist, ruhen viele der Zebras. Ich will sie nicht aufschrecken nd entferne mich vorsichtig.
In der Nähe stoße ich noch auf eine Leopard. Ja, nicht "der", sondern die Leopardenschildkröte. 😉

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Nach einer Weile der Beobachtung drehe ich um und fahre Richtung Tsumkor, einem Was-serloch, das um die Mittagszeit vielleicht auch noch einmal Elefanten bietet.
Zuerst aber fahre ich an der Pfanne entlang, in der sich auf beiden Seiten der Straße durch die starken Regenfälle schon ein großflächiger See gebildet hat. Daneben ruht ein größerer Schwarm Rotschnabelenten, aber auch eine Gruppe Pelikane zieht über das Wasser und am Rande tummeln sich einige Limokolen, die ich als Bruchwasserkäufer identifiziere.

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Kurz darauf biege ich nach Klein Okevi ab. Und schon wieder eine große Herde Zebras, die unaufgeregt im frischen Grün grast. Nun, Zebras hatte ich heute schon ausreichend und so fahre ich weiter nach Groot Okevi. Und dort steht, unmittelbar neben der Fahrbahn ein größerer, älterer Elefantenbulle. Ich erkenne ihn wieder. Ich habe ihn vor Jahren hier schon einmal getroffen.

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Doch dann richtet sich meine Aufmerksamkeit auf das Wasserloch, denn von der anderen Seite läuft plötzlich mit schnellen Schritten eine größere Elefantenherde auf das Wasser zu, trinkt, badet, doch nur kurz und läuft dann direkt auf mich zu.

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Ein kleiner Kerl hat das Wasser nicht zum Trinken, sondern zum Planschen genutzt.

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Ich teile praktisch die Herde in zwei Gruppen, die eine läuft vor und die andere hinter mir über die Straße. Ich habe keine Bedenken, denn ich weiß, dass die Eles nicht von selbst aggressiv sind und auch Erfahrung mit Autos haben.

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Schnellen Schrittes, wie sie gekommen sind, verlassen sie die Wasserstelle wieder. Der ganze Trupp läuft auf der Straße, die zum Wasser führt. Der Bulle schreitet gemächlich hinterher. Ich folge in respektvollem Abstand, bis die Herde und auch der Bulle nach rechts abbiegen. Das ist die Richtung nach Klein Okevi. Ich nehme die Straße, fahre außen herum, erreiche Klein Okevi vor den Elefanten und warte.

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Nach nur wenigen Minuten kommt der ganze Trupp an und trinkt und tobt ausgiebig im Wasser. Die kleinsten immer gut abgeschirmt und zum Schluss der Bulle, der sich komplett abduscht.

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Welch eine Abschiedsszenerie! Aber so schnell wie sie gekommen sind, verschwinden sie auch wieder, mich und mein Auto ignorierend. Nur der große Bulle bleibt wenige Meter vor dem Auto stehen und schaut mich an. Da er keinerlei Anzeichen von Aggressivität zeigt und ich mich ruhig verhalte, schwenkt er noch mal den Rüssel und verabschiedet sich dann auch.

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(Den Streifen bitte ichzu entschuldigen. Da es immer mal wieder geregnet hat, musste ich die Scheibenwischer betätigen und der Streifen war hartnäckig 🙁 )
Nach so vielen schönen Eindrücken war eine Weiterfahrt nach Tsumcor überflüssig und ich kehre um und fahre Richtung Ausfahrt zum Gate. Unterwegs - wie fast immer – standen noch die Verabschiedungstrupps von Impalas und Giraffen auf der Straße.

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Und am Schluss noch ein Regenbogen!

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Mehr kann man auf einer Abschiedstour durch die Etoscha nicht erwarten.
Das Auschecken war problemlos und gleich nach dem Tor biege ich nach links Richtung Onguma ab. Hier möchte ich zwei Tage ausruhen und mich von den anstrengenden Fahrten in der Etoscha ein wenig erholen. Unterwegs hatte ich eine Email erhalten, dass ich statt des „Luxury Bush Camp“ ein Upgrade auf das „Fort“ erhalte. Da ich noch nie hier war, war ich gespannt, was mich da erwartet.
Davon mehr beim nächten Mal.
Gruß Burschi
Teil 1530. Apr. 2026
Die beiden Tage, die ich auf Onguma verbracht habe, kann ich in einem zusammenfassen: Ausruhen, Relaxen, Entspannen, Genießen.
Der Tag begann jeweils mit einem gigantischen Frühstücksbüfett, das keine Wünsche offen ließ. Tagsüber konnte man sich an der Kaffeebar oder aus der Minibar am Zimmer gratis be-dienen und am Abend wurde stets ein leckeres und hübsch dekoriertes Dreigangmenü mit Wahlmöglichkeiten geboten, das einer gehobenen Küche entsprang. Keine Schuhsohlensteaks wie bei den NWR-Camps! Die Verpflegung also erstklassig.

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An Räumlichkeiten ist nicht nur in den Suiten, sondern auch im Restaurantbereich viel gebo-ten. Es gibt verschiedene Räumlichkeiten mit stillen Ecken, in die man sich zurückziehen kann. Der Pool ist zweigeteilt, einer mit Schwimmmöglichkeit, der etwas größer sein könnte, und ein schmalerer mit knietiefem Wasser, in dem Tische und Stühle stehen, und man somit einen Cocktail im Wasser sitzend genießen kann. Die ganze Anlage ist in der Dunkelheit am Abend mit Feuerschalen illuminiert. Wenn man im Pool sitzt oder am Abend auf der Terrasse zum Essen, dann hat man Blick auf des eigene Wasserloch, an dem stets etwas los ist. Giraf-fen, Impalas und Gnus, sowie diverse Vögel.
Gamedrives werden angeboten, doch ich habe drauf verzichtet, denn die Chance in der Etoscha noch etwas Außergewöhnlicheres als das, was ich schon gesehen habe, zu erblicken, waren doch äußerst gering. Außerdem war zu den Gamedrivezeiten das Fort leer und ich konnte wunderbar entspannen.
Am Abend war das Zimmer immer zum Schlafen hergerichtet, auf dem Bett lag eine Gute-nachtgeschichte und dass man überall WiFi hat und Wäscheservice geboten wird, ist selbstverständlich.
Hier ein paar Bildbeispiele aus der Anlage:

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Das war das Häuschen, das ich für mich alleine hatte.

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Bei Sonnenuntergang genießt man sensationelle Ausblicke auf das Wasserloch mit der untergehenden Sonne, auch wenn am Horizont sich ein Gewitter abspielt.

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Auf Neudeutsch kann ich nur zusammenfassen: Da kann man wunderbar chillen und abhängen! Und nebenbei gab es auch noch neue Tierchen zu entdecken:
Nur waren die Beobachtungen etwas kleiner:

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Gottesanbeterin

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Sichelschrecke

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Da bin ich mir überhaupt nicht sicher: Fischfliege?? Ameisenjungfer??
Vielleicht können ja mal die Spezialisten draufschauen.
Onguma (Fort) zusammenfassend: Sehr zu empfehlen, Luxus in allen Bereichen. Für Entspannung nach Etoscha genau richtig.
(Da ich es als Upgrade bekommen und im Paket gebucht habe, will ich gar nicht wissen, was es gekostet hat. 😉 😗 )
Liebe Grüße:
Burschi
Teil 1601. Mai 2026
Auch die nächsten beiden Tage schreibe ich als Zusammenfassung, denn der weitere Verlauf musste geändert werden. Schon auf Onguma hatte ich in Richtung Norden einige heftige Gewitter am Horizont gesehen. Auf diese musste ich jetzt zufahren. Ziel war Tsumkwe mit einer Zwischenübernachtung nördlich Grootfontain auf der „Fiume Game Lodge“. Diese steuerte ich dann auch als nächstes an.
Nach dem Abschied von Onguma fuhr ich Richtung Tsumeb, dann durch Grootfontein, wo ich meinen Tank nachfüllte und dann ohne Unterbrechung nach Fiume, wo ich kurz vor Mittag ankomme. Ich war hier schon einmal, doch die Besitzer haben inzwischen gewechselt und ich war gespannt, was sich verändert hat.
Fiume sollte ja nur ein Zwischenstopp sein auf dem Weg zum „Pangolin Conservation and Research Fund“ (PCRF) bei Tsumkwe. Dort wollte ich mich mit Kelsey Prediger, die diesen Fund leitet, treffen. Nun gab es aber eine Reihe von Hindernissen. Kelsey konnte nicht nach Tsumkwe kommen, da sie in Windhoek und Otjiwarongo aufgehalten wurde. Außerdem sagte der Wetterbericht für die nördliche Region heftige Regenfälle voraus. Da die Straße nach Tsumkwe durch ein Vlei führt, wie ich auf der Karte recherchierte, bestand die Gefahr, dass das Vlei vielleicht unpassierbar wurde und ich dann in Tsumkwe festsaß. Das wollte ich nicht riskieren und blieb deshalb auf Fiume, was ich im Nachhinein auch nicht bereute.
Ich wurde sehr freundlich begrüßt und bekam das Haus Nr. 5. Schon eine Umstellung, denn die Wohnung auf Onguma war mehr als dreimal so groß. Aber es war alles da, was ich brauchte.

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Ich buche zwei Aktivitäten, einen Bushwalk mit den San und einen Gamedrive. Den Bushwalk mache ich noch am Ankunftstag. Ich bekomme einen Begleiter als Übersetzer zur Seite gestellt, namens Augustin, mit dem ich mich im Anschluss an den Walk noch lange über alle möglichen Themen unterhalte, besonders aber über die Zukunft der San. Die Mannschaft zum Bushwalk besteht aus einem älteren Mann und seinen zwei Söhnen. Allerdings hatten die beiden keinerlei Funktion und waren nur Mitläufer. Zuerst das unvermeidliche Feuermachen mit den Holzstäbchen.

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Es dauert dieses Mal sehr lange, bis es endlich glückt und das Werkzeug muss auch erst gewechselt werden. Dann aber erbarmt sich das Flämmchen doch und entzündet das trockene Gras. Danach kommt ein Lauf durch den Busch, wobei der Alte immer wieder stehen bleibt und einige Pflanzen und ihre medizinische Wirkung – die meisten waren für die Verdauung – gestenreich und mit ulkigen Grimassen erklärt. An einer Wasserstelle im Busch ist der Walk zu Ende. Ganz ehrlich, viel hat er nicht gebracht. Es hat mich mehr an Comedy im Busch erinnert.
Am aufregendsten war die Sichtung eines jungen, etwa fünf Monate alten Python an der Wasserstelle.

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Wortlos ging es dann zurück, während ich mit meinem Begleiter über das Leben bzw. Überleben der Sankultur diskutierte.
Erstaunlich vielseitig ist dagegen der Gamedrive. Es finden sich auch noch Tiere, die ich hier nicht erwartet hätte, wie Lechwe Antilopen und Buntbock. Auch darüber könnte man noch diskutieren, ob man denn Tiere, deren Lebensraum in anderen Regionen eigentlich liegt, hier halten sollte. Aber sie stammen noch vom Vorbesitzer und der jetzige lässt sie einfach. Werbung macht er damit nicht. Interessant aber auch das Farmleben. Hier wird viel entbuscht, was eine extreme und mühevolle Arbeit ist. Die dünnen, blattreichen Äste werden fein gehäckselt und zu Pellets gepresst, die in Notzeiten als Futter verwendet werden können. Die dickeren Äste werden zu Hackschnitzeln verarbeitet, die dann als Bodenbelag von Wegen und dergleichen dienen, und aus dem dicken Holz wird schließlich noch Holzkohle hergestellt. So haben die hier vorkommenden Antilopen wie Oryx, Impala, Elandantilopen, Gnus, Kuhantilopen oder Kudu bessere Weidebedingungen. Auch Giraffen und Strauße befinden sich auf der Farm. Zu sehen sind die Tiere auch von der Farm aus, wenn sie an das nahegelegene Wasserloch kommen. Die Sicht war zu dieser Zeit allerdings auch durch das hohe Gras eingeschränkt. Dieses muss allerdings bald gemäht werden, bevor die Saison der Veldfeuer anfängt.

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Neben den Elands ließ sich eine Giraffe beim Sundownerstopp schön im Abendlich fotografieren.
Weiter besteht eine Möglichkeit, sich auf einen Hochsitz mit Sicht auf ein Wasserloch brin-gen zu lassen, um dort die Tiere und auch Vögel zu beobachten. Mit ausreichend Getränken versorgt habe ich mich zwei Stunden dort aufgehalten. Pech nur, dass mein Besteigen des Hochsitzes von einem Graulärmvogel beobachtet wurde, der sein „Go away“ deutlich längere Zeit mitteilte. Häufig aber schwirrten etliche Paradieswitwenmännchen mit Balzflug vorbei, gefolgt von einer Schar Weibchen, die sich dann um die schönsten Männer streiten. Das kommentiere ich mal nicht! 😗 😗 😄

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Neben den Paradieswitwen war auch für die Königswitwe (rechts im Bild ein Männchen) Balzzeit.

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Immer wieder konnte ich auch andere Vögel im Garten der Lodge, in dem viele verschiedene Bäume gepflanzt sind, beobachten. Man kann übrigens schön in der Nähe des Pools im Schatten liegen und die Vögelchen kommen, um im Gras Nistmaterial zu sammeln oder um nach Insekten zu jagen oder in Pfützen zu trinken.

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Kardinalspecht

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Die Maricoschnäpper waren ständig sehr aktiv.
Und neben den Vögeln sind viele Eidechsen unterwegs.

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Aber das Beste kommt zum Schluss, das Essen. Schon das Frühstück war mehr als reichlich und mein Tisch war schön dekoriert und mit Blick auf das Wasserloch ausgerichtet. Das Diner aber war überragend!
Als Beispiel mal eine Abendkarte:

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Und um euch mal ein wenig Wasser auf die Zunge zu zaubern ein paar Tellerbeispiele!

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Da hat alles gestimmt! Abstimmung zwischen den Gängen, Zubereitung, Garnitur, Ge-schmack und Frische. Z.B. Ein Elandsteak vom Feinsten, auf den Punkt gebraten mit rosanem Kern und keine NWR-Schuhsohle!
Das Menü hat auf jeden Fall einen Stern verdient. Ich bin denn auch in die Küche gegangen, und habe den Koch aufgesucht und mich mit ihm über eine sehr delikate Sauce ausgetauscht. Tatsächlich hat er in einem Sternehotel in Johannesburg gelernt. Für mich war hier der Genusshöhepunkt der Reise.
Und wie gesagt, das Frühstück ließ keine Wünsche offen. Auf der Terrasse mir Blick auf das Wasserloch. (Gras leider zu hoch! 😵 )

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Dass ich hier drei Tage war habe ich nicht bereut.
Liebe Grüße:
Burschi
Teil 1702. Mai 2026
Wegen der unkalkulierbaren Wettersituation geht die Weiterfahrt also nicht nach Norden, sondern nach Süden. Ich habe inzwischen einige Unterkünfte umgebucht und einen neuen Plan erstellt. Dieser führt mich zunächst nach Grootfontain und dort biege ich Richtung Otjinene ab. Die C22 geht fast schnurgerade dahin, einige Pfützen auf der Straße belegen, dass es nachts geregnet hat.
Nach einiger Zeit muss ich nach rechts abbiegen Richtung Coblenz. Nun ist es eine Gravelro-ad, die an manchen Stellen größere Schlaglöcher und Pfützen aufweist. Noch mehr als Schlaglöcher sind aber Kuhfladen auf der Straße. Ich durchfahre auch immer wieder kleinere Dörfer. Es ist typisches Hereroland. Häufig wechseln Rinder- oder Schafherden die Straßen-seiten. Die Strecke ist gut zu fahren und so gelange ich nach Okakarara. Kurz zuvor ist wieder Teerpad. Hier muss es viel geregnet haben, denn es sind immer wieder große Tümpel entstanden. In Okakarara wuselt es auf allen Seiten. So fahre ich durch den Ort und danach weiter zum Waterberg, wo ich noch einmal gebucht habe. Etwa 40km nach Okakarara muss man nach rechts auf die rote Teerpad abbiegen und noch 30 km weiterfahren, bis man zur Abzweigung der Wildernes-Lodges kommt. Vorher ist ein neu installiertes Schutztor zu passieren, wo die Fahrzeugnummer notiert wird. Das soll Wilderer, die es auf dort lebende Nashörner abgesehen haben, abschrecken.
In das Wildernesgebiet ist ein weiteres Tor, nochmals eine Fahrzeugkontrolle und schließlich die Rezeption. Ich bekomme eine ausführliche Einweisung und den Schlüssel für Haus Nr. 6.

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Das ist schon wieder das letzte und weit zu laufen bis zum Restaurant, wo man Essen bekommt und WiFi hat. Ob ich ein Haus weiter vorne bekommen könne, beantwortet sie mit dem Hinweis, dass ich auch mit dem Auto fahren darf. Sie verständigt die Straßenwache oben am Plateau und dann kann ich in engen, steilen Kurven hinauf auf das Waterbergplateau fahren. Das Häuschen ist fertig zum Einzug und ich schleppe mein Gepäck in die Unterkunft. Neben jedem Häuschen ist ein Tauchbecken, in dem man sich erfrischen kann. In meinem schwimmt ein verzweifelter Bülbül und ich rette ihn vor dem Ertrinken, hole ihn heraus und setze ihn ins Trockene. Der völlig durchnässte Vogel trocknet in der warmen Sonne und fliegt dann davon.
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In dem Häuschen ist kein Kühlschrank und auch kein Schreibtisch, lediglich ein Ventilator, der aber kaum Abkühlung bringt. Für den Nachmittag habe ich einen Rhino-Drive gebucht und morgen möchte ich eine Wanderung machen.
Die ersten Fotomotive aber sind Schmetterlinge, die endlich mal einigermaßen still an einer Pfütze sitzen und sich fotografieren lassen. Eigentlich hatte ich angesichts der Wettersituation auf viel mehr Schmetterlinge gehofft. Aber entweder waren es meist Monarchfalter oder sie taten mir nicht den Gefallen und setzten sich ruhig hin. Von aufgeklappten Flügeln ganz zu schweigen.
Ich stelle hier einige ein, bei den Namen bin ich mir aber keineswegs sicher. Verbesserungen nehme ich gerne an.

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Monarchfalter. Er scheint überall vorzukommen, auch bei uns im Mittelmeerraum.

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Randpunktierter Weißling

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Kapweißling und Orangenspitzenfalter

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Babuk-Bläuling

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Gefleckter Joker

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Charaxes (aber welche Art?)

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Baronet

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Gelber Pansy
Da sich diese unmittelbar neben meinem Häuschen befanden, hatte ich ausreichend Abwechslung.
Aber ich hatte auch Mitbewohner, direkt über der Haustüte hatten sich unter dem Dach zwei Fledermäuse eingenistet. Diese, die "Mauritius-Grabfledermaus" soll angeblich recht selten in Namibia sein.

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Schwieriger war es mit den Vögeln. Sie waren alle sehr scheu, besonders die Love-Birds, die oft zu hören aber selten zu sehen waren. Zwei möchte ich aber noch erwähnen:

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Das Pärchen Buntastrilde

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und den Piritschnäpper.
Das muss dann mal für heute genügen, mal sehen, was der morgige Tag auf Waterberg bringt.
Viele Grüße:
Burschi
Teil 1803. Mai 2026
Am Nachmittag fand der Rhino Drive statt. Außer mir stieg noch ein weiteres Ehepaar zu, auf das wir noch 20 Minuten warten müssen. Okay, das können wir dann in Ruhe angehen. Zuerst vom Plateau runter und dann noch ein Halt bei der Rezeption. Da steigen noch vier Personen zu! Oh Gott, schlimmer hätte es nicht kommen können! Ein junger Vater, der ein etwa halb-jähriges Baby auf den Bauch geschnallt hat und eine junge Frau mit einem etwa vier Jahre alten Kind an der Hand. Horror-Szenario für mich! Nicht, dass ich was gegen Kinder hätte, aber auf einem Gamedrive, wo ich gerne Tiere in Ruhe und manchmal auch mit Geduld beobachten möchte, brauche ich keine Kleinkindkommentare oder Ungeduldsgequieke!
Da wir sowieso schon Verspätung hatten, fuhren wir mit Tempo zu den Rhinos, die sich normalerweise gut sichtbar auf einer Lichtung befinden. Sie werden dort pünktlich von Rangern mit Futter-Leckerlis versorgt und sind immer pünktlich anwesend. Nun aber waren sie schon in den Busch gezogen und wir im Eilschritt hinterher. Mit Kleinstkind auf dem Arm, nur mit Sandalen an den Füßen durch die Dornsträucher! Mutig!

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Ein Nashornbulle war von so einer wilden Horde überhaupt nicht begeistert. Mein vollstes Verständnis! Die beiden Ranger aber trieben uns voran, vom Bullen weg auf die Nashorn-Damen zu, die sich nun auch schneller in Bewegung setzten.

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Das bringt nichts mehr, also kehren wir um, Bilder sind im Kasten, wenn gleich in einer für mich überhaupt nicht erfüllenden Atmosphäre. Da kommt uns ein zweiter etwa 15 Personen starker Trupp entgegen, die auch noch hinter den Rhinos her sind. Da beginnt für mich die ganze Inszenierung fragwürdig zu werden. Das war schon kein Rhino-Tracking mehr, sondern ein Rhino-Run mit Garantie auf verschreckte Rhinos. Waterberg Wildernes wirbt für ihre Drives ja mit „Nashorngarantie“ und lässt sich das auch fürstlich bezahlen. Gut, dafür habe ich Verständnis, auch wenn man sagt, damit Nashornschutz zu betreiben. Aber doch nicht mit so einem Massenansturm!
Weitere Sichtungen anderer Tiere waren schon noch gegeben, aber ausgerechnet bei einer an einem Salzstock lutschenden Giraffe war dann die Geduld der Kinder endgültig am Ende.

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Ganz am Schluss gibt es dann doch noch eine interessante Sichtung, wenngleich wieder ohne Geduld: Zwei Dikdiks!

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Also in rasender Fahrt zurück zur Lodge. Schließlich wartet ja auch schon das Abendessen.
Die Elandsteaks bruzzelten schon auf dem Grill. Wer weiß, wie lange schon? Vom Fleischzerlegen hatte der Koch keine Ahnung, riesige Steaks wild mit Knochen aus dem Fleisch geschlagen, gebraten bis jeder Saft draußen war, Schuhsohle well done, Beilagen zerkocht und völlig geschmacklos. NWR-Niveau! Da habe ich vor drei Jahren hier viel besser gegessen.
Und der Service? Mittags wollte ich im Restaurant ein Sandwich essen. Wartezeit 50 Minuten! Dazu ein alkoholfreies Windhoek Bier. (Das hat es beim Letzten Mal noch nicht gegeben, schmeckt aber recht gut.) Der Kellner bringt ein Radler! Zurück! Beim zweiten Mal bringt er ein Windhoek Lager! Zurück! Ich zeige ihm ein Bild auf dem Handy. Beim dritten Anlauf klappt es nach 20 Minuten! Das Personal bräuchte dringend mal eine Schulung!
Eigentlich wollte ich am nächsten Morgen eine Wanderung machen. Aber erstens schmerzte mein Fuß und zweitens war in der Nacht ein Gewittersturm, sodass alle Wege im Tal matschig waren und auf den Weg hinauf wollte ich nicht klettern. Also bleibe ich noch ein wenig bei meinem Häuschen, der Sonnenaufgang war nicht fotogen und so widme ich mich den kleineren Tieren.
Kleine Auswahl:

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Klippschliefer sind ständig um das Restaurant unterwegs.

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Ein Ölkäfer, den ich aus dem Pool gerettet habe.

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Ein Dickkopffalter - Kleiner Branded Swift
Also dann Abreise! Ich muss leider sagen: Waterberg Plateau Park hatte ich schon mal in besserer Erinnerung!
Bei der Ausreise stellt sich dann noch eine kleine Herde Giraffen zum Shooting.

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Gruß:
Burschi
Teil 1904. Mai 2026
Das nächste Ziel ist nicht weit entfernt, deshalb konnte ich noch ein wenig trödeln. Ich fahre langsam die rote Gravelroad zurück. Gleich zu Beginn stehen wieder etliche Giraffen auf der Straße, die auch schon bei meiner Ankunft da waren .Dann aber kommt die große Überraschung! Ich sehe aus der Ferne, dass sich etwas Kleineres neben der Straße befindet, was ich zuerst für einen Pavian hielt. Ich fahre langsam heran und stelle überrascht fest, dass es sich um einen relativ jungen Leoparden handelt. Doch alle Vorsicht nützt nichts. Als er mich erblickt, ist er mit einem großen Sprung im Dickicht verschwunden, noch bevor ich überhaupt zur Kamera greifen kann.
So geht es also zum nächsten Ziel. Es ist Otjiwarongo. Dort ist das KaMaKu Guesthouse für mich gebucht. Es liegt es etwas abgelegen in einer ruhigen Seitenstraße, hat einen sicheren Parkplatz für das Auto im Hof. Das Zimmer ist nicht sehr groß, aber mit allem für mich Wichtigem ausgestattet. Leider wird nur Frühstück und kein Abendessen angeboten. Ich fahre noch am Vormittag zum CCF (Cheetah Conservation Fund) Die Gravelroad ist ganz frisch planiert und ich kann gut auf der neuen Pad fahren.
Hier möchte ich noch Geparden sehen. Zuerst bin ich aber völlig platt, wie sich die Anlage entwickelt hat. Etliche Gebäude mit modernen Labors und verschiedene Einrichtungen für Touristen sind dazu gekommen. Inzwischen ein riesiger Betrieb. Ich gehe in den Curio-Shop und buche den Cheetah Drive. Zuerst aber muss ich mir eine halbe Stunde einen Film über das Unternehmen anschauen. Als ich herauskomme erschrecke ich. Eine etwa 20köpfige chinesische Reisegruppe wuselt im Shop und Restaurant herum. Mit denen werde ich doch nicht auf den Drive gehen müssen? Zum Glück bleibt mir das erspart, sie sind schon bei der Abreise und mein Fahrer holt mich ab, denn ich bin nur noch allein für den nächsten Drive zu den Geparden. Wir fahren in ein nicht allzu großes, doppelt gesichertes Gehege, in dem sich drei Gepardendamen befinden. Die erste lümmelt schon müde am Zaun. Da lässt sich mit Zaun im Hintergrund kein sinnvolles Foto machen. Kurz darauf begegnen wir der zweiten Gepardin an einem Termitenhügel. Es ist genau dieselbe Stelle, an der die Geparden schon beim letzten Besuch lagen. Wohl ein Lieblingsplatz. Gut, da macht wenigstens ein Foto Sinn.

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Nach einer weiteren Minute Fahrt findet der Guide auch noch den dritten Geparden, der etwas hinter Gras im Busch liegt. Zwei schnelle Fotos, dann wird aus dem himmlischen Gegrummel ein Getöse und der Himmel öffnet die Schleusen und schüttet badewannenweise Wasser herunter. Im Eiltempo – der ganze Gepardendrive hat nicht länger als 15 Minuten gedauert – rast der Fahrer zurück zum Restaurant und die wenigen Schritte dort hin reichen aus, dass ich nass bis auf die Haut bin. Zum Glück blieb der Foto trocken.
Im Restaurant warten schon zwei Jungs vom PCRF auf mich, die mich abholen sollen. Wir trinken zuerst mal einen Kaffee, zu dem wir eingeladen werden und unterhalten uns. Dabei trockne ich schon wieder leicht ab.
Als wir uns dann zur Station des PCRF aufmachen, regnet es nur noch ganz leicht, aber die schöne neu gehobelte Straße ist total matschig und es fährt sich drauf wie auf Seife. Die Station liegt etwas versteckt auf einer anderen Farm. Dort werden verletzte Pangoline versorgt und beschlagnahmte Tiere mit Sendern versehen und wieder ausgewildert. Seit zwei Jahren unterstütze ich diesen Fund mit Spenden, denn die Pangoline haben die Zeit seit den Sauriern problemlos überstanden und sind jetzt die meistgewildertsten Tiere der Welt und kurz vor dem Aussterben. gegen den Homo erectus stupidus, der diesen Planeten beherrscht ist eben kein Kraut gewachsen. Dabei sind Pangoline völlig harmlos, können sich zu ihrem Schutz nur zusammenrollen und können auch nicht beißen, weil sie nicht über Zähne verfügen. Mit ihrer langen, borstigen Zunge holen sie als Speise Termiten aus den Bauen.
Endlich sehe ich mein erstes Pangolin!

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So bekommt man es wohl seltenst zu Gesicht, da die Pangoline in der Regel nachtaktiv sind. Den Tag über verschlafen sie in der Regel als Kugel, wobei ihnen ihr Schuppenpanzer optimalen Schutz bietet. Nur eben gegen die Menschen nicht.
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Zurzeit befindet sich auf der Station gerade ein Pangolin, das in einen Elektrozaun geraten ist und schwer verletzt wurde, Es kann nur im Kreis laufen und frisst nicht. In der Natur nicht überlebensfähig. Hier versucht man es gesund zu pflegen. Dazu muss das Tier jeden Tag in die 40 km entfernte Tierklinik nach Otjiwarongo gebracht werden, wo Tierärzte es betreuen können. Ich kann mitfahren und den aufwendigen Prozess beobachten.
Zuerst muss es mit Chloroform betäubt werden, sonst kann man das Tier nicht aufrollen. Dann erhält es einen vielfältigen Mix aus Medikamenten in eine Bauchvene gespritzt und schließlich wird ihm ein Schlauch in den Magen geschoben und eine speziell angerührte Flüssignahrung wird eingeflößt. Dann wird das Pangolin wieder mit gymnastischen Übungen und Sauerstoffzufuhr aus seiner Narkose geweckt, nach der es sich umgehend wieder zusammenrollt. Die ganze Prozedur dauert über eine Stunde.

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Hier mal ein Foto, wie ihr das Pangolin wohl kaum sehen könnt. Man kann sehr gut den Unterschied zwischen den Vorderbeinen - sind zum Graben geeignet - und den Hinterbeinen -dienen zum Laufen - sehen. Dadurch, dass es bei schneller Fortbewegung nur auf den Hinterbeinen läuft, hat es einen recht ulkigen Gang.

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Dass es sich um einMännchen handelt, ist auch gut zu sehen. 😉
Damit hat sich also ein Ziel meiner letzten Namibia-Reise erfüllt, mal ein Pangolin zu sehen. Inzwischen geht es ihm besser und es kann schon wieder Termiten als Nahrung aufnehmen. Bis zur Auswilderung wird es aber noch eine Weile dauern.
Nach dem Aufenthalt in der Veterinärstation, bei der ich zufällig noch einen alten Freund getroffen habe, fahre ich in die Unterkunft zurück und frage die Besitzerin nach einem guten Lokal. Ich wollte dort am nächsten Tag nach meinem Treffen mit meinem Freund auf der Farm noch einmal zum Essen gehen. Doch leider erhalte ich wegen der Erkrankung der Frau eine Absage und so verbringe ich den Vormittag im Guesthouse.
Es hat sich nämlich am Auto ein Problem ergeben. Das Roofdach war an einer Stelle nicht dicht und da es in der Nacht heftig geregnet hatte, steht auf der Ladefläche ca. 1 cm Wasser. Ich bitte den Gärtner des Hauses mit Genehmigung der Hausfrau, ob er nicht das Wasser rauswischen könne. Das erledigt er schnell und ordentlich und spritzt dann auch noch den Wagen von außen ab, denn nach der gestrigen Fahrt vom CCF nach Hause hat sich durch den Matsch die untere Hälfte des Autos rot gefärbt. So ist es sicher besser, denn völlig verdreckt will ich das Auto auch nicht abgeben.
Die Besitzerin des Guesthauses hat mir zum Essen die Crocodile Ranch empfohlen. Man könne dort nicht nur die Krokodile besuchen, sondern als Gast auch gut essen. So sitze ich kurz darauf in dem schönen Biergarten der Ranch und bestelle „Crocodile-Ripple“. Geschmacklich ist das Gericht recht gut, das Fleisch schmeckt eher wie ein Hühnchen, aber die Rippen ähneln großen Gräten. Aber auch wieder mal eine neue Erfahrung.

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Am späten Nachmittag klappt dann doch noch das Treffen mit Kelsey Prediger, der Organisatorin der PCRF. Sie hat mir ein kleines geschnitztes Pangolin als Dankeschön für die Spenden mitgebracht. Wir diskutieren lange über den Naturschutz in Namibia. Zurzeit betreut sie auch ein Projekt, das sich mit Arterfassung aller Lebewesen hier befasst. In kurzer Zeit sind schon etliche neue Arten für Namibia erfasst worden, besonders bei Insekten.
Als sie sich verabschiedet, ist es schon fast dunkel und sie möchte noch zum Projekt fahren.
Für mich ist es Zeit ins Bett zu gehen. Im Prinzip sind die Ziele meiner Reise damit abgehakt.
Gruß:
Burschi
Teil 2004. Mai 2026
Nun geht es wirklich dem Ende der Reise zu. Ich fahre von Otjiwarongo aus nach Süden, an den Omatako-Bergen vorbei, wo Paviane die Straße kreuzen und dann über den Farmzaun klettern. Noch vor Okahandja beginnt die neugebaute A1. Nun muss man nicht mehr durch den Ort fahren, sondern wird auf einer völlig neuen Trasse außen herum geführt und fährt nun auf einem breiten Highway direkt nach Windhoek. Eigentlich wollte ich ja noch einen Kaffeestopp in Okahandja machen, doch nun bin ich auch schon vorbei. Je mehr ich mich Windhoek nähere, umso mehr nehmen neue Industriebetriebe entlang der Autobahn zu, z.B. eine Geflügelfabrik oder ein großer Autohandel. Noch vor 11.00 Uhr komme ich dank der schnellen Zielführung des Navis in der Winterstraße im „Londiningi Guesthouse“ an und kann sofort Zimmer Nr. 5 beziehen.

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Vor Windhoek hat es zu regnen begonnen und es nieselt noch immer. Es muss sehr heftig geregnet haben und es hat auch abgekühlt. Mit dem Poolbesuch wird es wohl nichts werden. Aber im Zimmer ist alles ok und ich kann einen ausgedehnten Mittagsschlaf machen. Zu Mittag esse ich die letzten Reste meines Vorrates und für den Abend bestelle ich Abendessen. Das Personal am Empfang und in der Küche erkennt mich wieder – was habe ich vor drei Jahren bloß für einen Eindruck hinterlassen 😗 – und wir plaudern ein wenig zusammen. Mit dem Küchenpersonal plaudere ich immer gerne und nehme Rezepte mit nach Hause. Mit einem habe ich sogar mal einen Preis bei einem Rezeptwettbewerb gewonnen. 😄
Zu Abend gibt es Dreigang-Menü mit Tierverzierung wie gewünscht zum Nachtisch. 😄

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Ein ausgezeichnetes, saftiges Fischfilet und ein hübsch dekorierter Nachtisch.
Die Schablonen für die Tiere kann man an der Rezeption kaufen, es sind sog. "Kühlschrankmagneten", uind ich setze sie zuhause gerne ein wenn mal Gäste kommen. Es trägt immer zur Erheiterung bei.
Das Londiningi ist als Unterkunft beim Start oder Ende einer Reise durchaus zu empfehlen.
Da der Flieger am nächsten Tag erst um 20.00 Uhr geht und ich das Auto erst um 15.00 Uhr abgeben muss, habe ich am Vormittag noch mehr als genug Zeit, um den Koffer ganz auszuleeren und neu zu packen. Aber auch das dauert nur eine Stunde und so beschließe ich dann doch noch einmal nach Windhoek zum Craft Center rein zu fahren.
Auf der Fahrt komme ich direkt an der Kaiser-Wilhelm-Kirche und dem monströsem Museum vorbei und kann dann im Hof des Craft Centers parken. Für meinen Sohn finde ich noch ein Mitbringsel und im Restaurant esse ich ein letztes Mal – wohl für immer – Eland. Gut, aber kein Vergleich zu Fiume. Auch einen Abschieds-Rockshandy gönne ich mir.
Um 14.00 Uhr steuere ich ASCO an. Das Navi führt mich auf einer völlig neuen Umgehungsstraße schnell hin. Ich tanke an der Shell-Tankstelle, die unmittelbar vor ASCO liegt voll und begebe mich dann zur Fahrzeugabgabe. Es gibt nichts zu beanstanden, kein Kratzer oder dergleichen am neuen Fahrzeug. Ich reklamiere das undichte Dach und eine Resonanzfrequenz am Auto zwischen Tempo 100 und 120. Sie nehmen das zur Kenntnis, mehr aber nicht.
Ca. eine Stunde unterhalte ich mich mit einem Ehepaar, das ebenfalls auf den Shuttle zum Flughafen wartet. Dieser bringt uns mit etlichen anderen auf der neuen Autobahn dann um 15.00 Uhr zum Flughafen. Auch der ist umgestaltet. Außen befindet sich nun ein großes Restaurant. Ich gehe aber gleich mal zum Checkin, wo schon einige wenige anstehen. Ich stelle fest, dass bereits nicht nur für Businesclass ein extra Schalter geöffnet ist, sondern auf für Premium economy. Dort bin ich schon nach wenigen Minuten durch und kann mich zum Securitycheck begeben, wo es noch schneller geht.
So komme ich als einer der ersten in die Abflughalle, laufe mal an den Shops entlang, versorge mich mit einer Flasche Wasser und setze mich dann ich ein Restaurant. Noch zwei Stunden bis zum Boarding! Ich schreibe noch ein wenig im Tagebuch und trinke und esse eine Kleinigkeit.
Alles Weitere, den Rückflug betreffend erspare ich euch.
Ich hoffe, dass euch das Mitfahren ein wenig Spaß gemacht hat, und ihr mal ein paar Tiere gesehen habt, die nicht in jedem Reisebericht sind. Ich habe auch einige Passagen ausgespart, wo ich rein private Erlebnisse und Abschiede hatte. Alle sprachen sich dafür aus, dass ich doch wieder kommen sollte, aber das wird wohl nicht der Fall sein. Bei manchen ist es mir sehr schwer gefallen, einen Abschied für immer zu nehmen. Und auch beim Wegfahren von mancher Lokalität, die ich liebgewonnen hatte, wurde schon mal die Augen feucht.
Aber einige Erlebnisse haben mich doch sehr gefreut und werden mir unvergesslich bleiben. Dazu gehört nicht nur das Erlebnis mit den Elefanten am Wasserloch Klein Okevi sondern vor allem die Begegnung mit dem Pangolin und z.B. auch die Sichtung der Blauracke.
Einige Dinge haben mir den Abschied auch erleichtert: Die Hektik und der Lärm in der Hauptstadt Windhoek, die sich immer weiter entwickelnde Unpersönlichkeit auf manchen Lodgen, die Routine, mit denen Walks oder Drives abgespult werden, wobei es eben nur mehr touristisch ist. Dass ich manchmal die Autentizität vermisse, liegt wohl daran, dass ich Namibia auch schon anders kennen gelernt habe. Mein erster Besuch vor vielen Jahren in einem Himbadorf war von Vorsicht und Respekt (Heiliges Feuer"!) geprägt und ich habe mich dann gefreut, wenn ich über einen Dolmetscher ins Gespräch gekommen bin. Heute wird in den Living Museums ein Programm abgespult. Verstehe ich natürlich! Wenn man das jeden Tag macht, dann wird es zur Routine, dann wird das manchmal zum schauspielerischen Beruf. Ist den Menschen nicht zu verdenken.
Aber alles ist eben einem Wandel unterworfen, wie das bei uns auch der Fall ist. Auch hier übe ich immer Kritik und stelle entsetzt fest, wenn mein Sohn sagt: "Früher war das besser!" Aber das haben meine Großeltern auch schon gesagt.
Ich muss mich am Schluss noch entschuldigen:
1. Für manche unnötige Abschweifung
2. Für die schlechtere Qualität mancher Bilder, bedingt durch schlechtes Wetter, zu große Distanz, nachlassende Präzision des Sensors am Foto und nicht mehr so ruhige Hand. 🙁
3. Für etliche Tippfehler, die ich nicht ausgebessert habe. 🙁 🙁 Mangelnde Konzentration und Unsicherheit beim Einschlagen auf die Tasten!
Ich wünsche allen noch viele schöne Erlebnisse in Namibia, es ist noch immer ein Land, das zu bereisen sich lohnt.
Viele liebe Grüße:
Burschi
Wenn ihr jetzt auf den allerallerallerallerletzten Bericht wartet, muss ich euch enttäuschen. Sicher nicht mehr Namibia, aber vielleicht noch ein anderes afrikanisches Land.

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