Die Eulenmuckels sind endlich wieder in Namibia

Reisebericht 231 Antworten · 56,9k Aufrufe · gestartet 02. Aug. 2021 von Eulenmuckel
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200601. Okt. 2021 · #161
Tag 15 – Samstag, 17. Juli – Weiter nach Osten

Namutoni – Camp Maori, Grootfontein

Der Morgen begann sehr entspannt. Das lag an den vergleichsweise hohen Temperaturen von 13 Grad und an dem fast leeren Campingplatz, auf dem wir uns sehr wohl fühlten. Wir packten rasch alle Sachen zusammen und brachen auf.

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Zuerst fuhren wir nach Chudop, konnten aber leider keine Tiere entdecken.

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Wir drehten um, und es ging weiter nach Klein Namutoni. Der Löwe lag noch immer gut versteckt neben den Resten seiner Giraffe, die Geier warteten geduldig auf dem Baum nebenan, und am Wasserloch schwammen nur ein paar Enten.

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Erfolgreich fuhren wir allen Vierbeinern aus dem Weg. Dafür entdeckten wir eine Rotschopftrappe, dich sich nicht schnell genug vor uns in ein besseres Versteck hatte flüchten können.

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Auch ohne das ganz große Sichtungsglück genossen wir die Fahrt durch den morgendlichen, sonnigen Etosha sehr. Wie gestern waren freundlicherweise wieder ein paar Wölkchen auf den Himmel getupft. Die Laune war bestens.

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Dann begaben wir uns auf eine letzte Runde über Twee Palms und sahen viele Riesentrappen. Meist waren sie in Paaren unterwegs, und noch nicht alle hatten sich ordentlich gekämmt.

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Gleitaare und viele Raubadler saßen in den Baumkronen, waren aber meist zu weit weg für ein gescheites Foto. Selten haben wir so viele Gabelracken gesehen. Auf fast jedem größeren Busch hockten sie auf ihrem Ausguck und schaukelten im Wind. Außerdem waren sie deutlich kooperativer vor der Kamera.

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Nun ja, nicht alle!

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Bei Klein und Groß Okevi war ebenfalls nichts Nennenswertes zu sehen. Kurz vor Namutoni querte eine große Herde Gnus vor uns die Straße. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht lief ein Tier hinter dem anderen her. Klein folgte auf Groß oder umgekehrt, und auch die Verkehrserziehung funktionierte gut. Brav wurde am Straßenrand angehalten, nach links und rechts geschaut und kontrolliert, ob wir den Vortritt gewähren. Das taten wir natürlich gerne.

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Es dauerte ein wenig, bis auch das letzte wilde Biest die Straße überquert hatte. Dann konnte es weiter gehen, aber Halt! Fast hätte ein Nachzügler den Anschluss verpasst. Nun aber schnell hinterhergesprungen.

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Nach einem kurzen Toilettenbesuch verabschiedeten wir uns von Namutoni und fuhren noch ein letztes Mal nach Klein Namutoni, um den Giraffenkadaver sowie den schlafenden Löwen zu besichtigen. Am Wasserloch frühstückten wir Nutellabrote und Müsli. Dann war es aber wirklich Zeit, den Etosha zu verlassen, und wir steuerten das Van Lindequist Gate im Osten an. Drei Kudubullen grüßten zum Abschied, und wir waren glücklich über die vielen schönen Tiersichtungen im Park in den letzten Tagen. Außerdem waren wir uns bewusst, dass wir den Park wahrscheinlich nie wieder so exklusiv für uns haben werden.

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Auf der Teerstraße ging es zunächst nach Tsumeb.

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Dort tankten wir uns holten uns im benachbarten Wimpy eine Portion Pommes, die wir während der Fahrt verspeisten.
Die Sonne schien, und wir waren guter Dinge, als wir kurz nach Mittag das Camp Maori in Grootfontein erreichten. Peter nahm uns im Empfang und hatte viel zu erzählen. In Windeseile erfuhren wir die Neuigkeiten aus den letzten zwei Jahren. Als er davon berichtete, wie Conni zur Regenzeit mit dem Schlauchboot über den Platz gepaddelt war, wussten wir nicht, was wir davon halten sollten. Wer Peter kennt, weiß, wie schwierig es ist, seine nur teilweise ernst gemeinten, meistens jedoch ironischen oder fantasievollen Geschichten richtig einzuordnen. Er wechselt so schnell zwischen den verschiedenen Ebenen hin und her, dass es ein Leichtes ist, den richtigen Abzweig zu verpassen und sich plötzlich nicht mehr zu Recht zu finden. Irgendwann nutzten wir eine Gesprächspause (vielleicht gab es die aber auch gar nicht und wir mussten einfach nur auf die Toilette), um für das Auto einen Stellplatz auf der sonst leeren Campsite zu suchen. Dann wuschen wir Wäsche und unterhielten uns noch mit Conni, die inzwischen auch eingetroffen war. Dabei leistete uns ihr erst wenige Wochen alter Welpe Lola Gesellschaft. Die Kleine war ganz schön munter und wurde viel gehätschelt und bespielt. Auch Conni erzählte die Geschichte mit dem Schlauchboot. Aha, falsche Verdächtigung! Da hatte uns ihr Spaßvogel vorhin also doch kein Lügenmärchen aufgetischt.
Natürlich bestaunten wir auch die anderen Vögel im Garten. Viele der putzigen Rosenköpfchen quietschten in den Bäumen. Ruth mag diese kleinen Papageien sehr und gab keine Ruhe, bis sie sie aufgespürt hatte. Da sie sich so laut miteinander unterhielten, war es nicht schwierig, ihre Sonnenschaukeln zu finden.

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Vielleicht war es noch ein wenig früh, den Weihnachtsbaum zu schmücken. Eine einzige rote Kugel saß trotzdem schon dekorativ bereit und trällerte, was das Zeug hielt.

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Rotbauchwürger

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Strichelracke

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Sichelhopf

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Elsterdrossling

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So verging der Nachmittag, bis wir fast ein bisschen zu spät zum Sonnenuntergang auf den Turm stiegen.

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Zum Abendessen gab es zur Abwechslung mal kein Fleisch, sondern eine Pizza im Potije. Das war zwar erwartungsgemäß etwas aufwändig, aber die beiden Pizzen gelangen gut und schmeckten sehr lecker.

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Bis wir alles gespült und weggeräumt hatten und geduscht waren, zeigte die Uhr halb elf und das Thermometer nur noch 12 Grad. Morgen fahren wir weiter in den Caprivi. Uwe hatte am Nachmittag noch telefonisch zwei Reservierungen für die nächsten drei Tage gemacht.

Kilometer: 238
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zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2021
807 Beiträge · seit 201802. Okt. 2021 · #163
Liebe Eulenmuckels,

auch mir fehlen mittlerweile die Superlative um mich gebührend für euren Bericht zu bedanken!
Einfach die perfekte, runde, sehr ausgewogene Beschreibung der Reise, die einerseits die eigenen Erfahrungen wider spiegelt, andererseits eure schöne Art zu reisen plastisch wieder gibt!
Dazu kommen die traumhaften Bilder; gut proportioniert, traumhaft scharf und optimal belichtet!
Dabei beeindrucken besonders die Bilder auf denen ihr es immer wieder schafft Tiere, insbesondere Vögel, in Aktion und trotzdem gestochen scharf zu erwischen!.....wirklich bemerkenswert!
(Spätestens hier sieht man mal wieder den Wert von teurem, schwerem Equipment; Nur mit grossem (Vollformat) Sensor und Objektiven mit hoher Lichtstärke, (also viel Glas, Gewicht und Kosten!), kommt man zu den kurzen Belichtungszeiten die für solche Aufnahmen unumgänglich sind!)

Mit Dank und liebe Grüsse,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
4'129 Beiträge · seit 200809. Okt. 2021 · #164
Wie immer: Es ist ein Genuss eure Bilder anzuschauen!!
Vielen Dank für euren Reisbericht!

Es hat dieses Mal so einen Touch des entspannten Langzeitreisens obwohl ihr kürzer unterwegs wart. Und ein bisschen „Bedingungen wie früher“: Kaum Touristen, erst recht keine Massen.
Das nennen wir Entspannung. Spannend ist das das Reisen allemal.
Ist es nicht wunderbar, diese Ruhe beim Reisen (mal vom Cov19-Stress abgesehen)? Keine stramme Taktung, keine Time-Destination-Optimierung. Eine Wunschliste als roten Faden. Mehrere Tage hintereinander dieselben Wasserlöcher/Strecken abzuklappern und zu beobachten, wie der Morgen denn heute so abläuft: Wiederholungen, Neues und Besonderes.
Mal schaun, was ihr vom diesjährigen Reisestil in eure nächsten Reisen integrieren werdet... 😎 😗

Der Hammer: Das Bild mit den „rollenden“ Lilac-breasted Roller.
Wie cool ist das denn!
Erst ein Mal hatten wir das Glück, die Roller „rollen“ zu sehen, aber nur mit dem Fernglas… Und trotzdem: Ein faszinierendes Schauspiel!
Ihren engl. Namen „Roller“ haben sie tatsächlich wegen ihres irren Balzfluges.

LG von uns


PS:
Manche Einträge im Sichtungsbuch sind schon irgendwie „komisch“ und manchmal denkt man, dass da wohl einer’n Clown gefrühstückt hat, - oder wie würdet ihr den „flying Taradactel“ bei Stinkwater interpretieren… 😎 🤪
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2021
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200604. Nov. 2021 · #165
@Claudia: Inzwischen glauben wir ja die Geschichte mit dem Schlauchboot. Aber als Peter sie zum ersten Mal erzählte, waren wir uns nicht so sicher (wie bei vielen seiner Erzählungen). 😉

@busko: Herzlichen Dank für das Lob. Wir freuen uns sehr, dass dir unser Reisebericht und die Bilder gefallen. Bei den Fotos investieren wir schon viel Geduld und Zeit – vom Beobachten der Tiere und Warten auf den hoffentlich richtigen Moment bis zum Auswählen und Zurechtschneiden der Fotos. Du sprichst die großen Objektive an. In letzter Zeit hadern wir immer mal wieder mit dem Gewicht der großen Kamera-Kombination. Denn so zufrieden wir meistens auch mit der Bildqualität sind, so aufwändig und umständlich ist dieses Trum in der Handhabung. So denken wir öfter mal über ein gewichtsmäßiges Downgrade unserer Ausrüstung nach, ohne jedoch die Ansprüche an Qualität und Schärfe aufzugeben. Vielleicht lohnt sich ein Blick auf aktuellere Systeme, sind unsere Kameras und Objektive inzwischen doch schon etwas in die Jahre gekommen.

@lilytrotter: Wie schön, von euch zu hören. Mit eurer Einschätzung liegt ihr richtig: Im Juli waren wir sehr entspannt unterwegs. Sicherlich lag das daran, dass wir keinen festen Plan für die Reise hatten und im Grunde sehr flexibel waren. Dazu kam, dass die Tagesetappen für unsere Verhältnisse recht kurz waren und so viel Zeit zum Ausruhen und Genießen blieb.
Was wir von diesem Reisestil in unsere nächsten Reisen mitnehmen? Also für die unmittelbar nachfolgende Reise war es recht wenig. Wir waren gerade nochmal für zwei Wochen in Botswana, und diese Tour war sehr strikt getaktet. Da blieb keine Zeit, um in den Tag hinein zu leben. Wir sind uns aber sicher, dass wir in Zukunft auch wieder relaxter unterwegs sein werden.
Über die "rollenden Roller" haben wir uns auch gefreut. Oft sitzt ja nur ein einzelner Vogel auf einem Ast und fliegt entweder weg, noch bevor man die Kamera in der Hand hat, oder er bleibt ewig dort.

Bitte entschuldigt die lange Pause im Bericht, aber wie erwähnt waren wir in den Herbstferien unterwegs. Nun geht es wieder zügiger weiter.

Viele Grüße
Uwe
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200604. Nov. 2021 · #166
Tag 16 – Sonntag, 18. Juli – Ab in den Caprivi

Camp Maori, Grootfontein – Kaisosi River Lodge, Rundu

Heute ist nicht allzu viel passiert. Im Gegensatz zu den letzten Tagen im Etosha blieben wir etwas länger in den Schlafsäcken liegen. Da kein Wind wehte, war es auch nicht sehr kalt. Uwe stand mit Sonnenaufgang auf, kochte die erste Tasse Kaffee, setzte sich in die Sonne und sichtete ein paar Fotos. Peter war auch schon wach und schaute vorbei. Als es dann etwas wärmer war, stand auch Ruth auf, und wir frühstückten in der Sonne Müsli. Dann spülten wir, räumten schon ein bisschen zusammen, und Ruth nahm die inzwischen trockene Wäsche ab, legte sie zusammen und verstaute sie wieder im Auto. Danach schlenderte sie auf der Suche nach ein paar Vögeln, von denen es hier reichlich gibt, über das Gelände.

Angola-Schmetterlingsfink

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Maskenbülbül

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Gelbbauchammer

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Lappenstare

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Der Vogel war schneller, aber die grünen Schoten sind auch nicht schlecht.

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Uwe klemmte sich mit dem Notebook an das WLAN und kommunizierte etwas mit der Heimat.
Eine Zeit lang saßen wir auch noch mit Conni und Peter zusammen und unterhielten uns über alles Mögliche. Wir spielten noch ein bisschen mit Lola. Besonders schön war es, ihr dabei zuzusehen, wie sie sich abmühte, einen Fußball zu bekämpfen, der ihr an Größe noch deutlich überlegen war.

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Schließlich kauften wir noch gefrorenes Wild-Filet und machten uns auf den Weg. Es war bereits Mittag. Die Verabschiedung fiel kurz aus, weil wir in gut einer Woche auf dem Rückweg aus dem Caprivi nochmal bei den beiden vorbeikommen werden.
In Grootfontein fuhren wir zu der relativ neuen Mall und kauften im Pick ‘n Pay Lebensmittel für die kommende Woche ein. Nachdem wir alles im Auto verstaut hatten, genehmigten wir uns noch eine Portion Pommes bei Hungry Lion.
Ruth registrierte wohlwollend, dass die Grootfonteiner ihre Prioritäten richtig setzten. Neben den Trikots von MU und Liverpool fand sich im Schaufenster das aktuelle Schmuckstück des BVB. Rote Läppchen mit blau-weißem Rauten-Schnickschnack und fürchterlich vielen Sternen waren glücklicherweise nicht zu entdecken. Nette Menschen, die Ahnung von Fußball haben, gibt es tatsächlich überall auf der Welt!

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Nun wurde es aber höchste Zeit aufzubrechen. Auf der B8 ging es nach Rundu. Es herrschte kaum Verkehr. Am Vet-Fence bei Mururani wurden wir durchgewunken. Im wie immer quirlig-wuseligen Rundu tankten wir nochmal voll

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und fuhren dann die letzten Kilometer zur Kaisosi River Lodge. Auf der Campsite waren wir die einzigen Gäste, außerdem waren noch zwei Chalets belegt.
In der späten Nachmittagssonne spazierten wir nur noch ein bisschen über das Lodgegelände und suchten nach Vögeln. Viele waren nicht zu entdecken, außerdem war es recht kühl, denn die hohen Bäume spendeten reichlich Schatten.

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Eine Schar Drosslinge hüpfte lärmend über den Rasen. Die geselligen Vögel zeterten und keckerten um die Wette, während sie ihr Abendessen pickten.

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Rotschnabeldrossel

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Rotscheitel-Zistensänger

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Zwischen den einzelnen Häusern stolzierte ein Pfau umher. Wir sahen uns den recht hübsch angelegten Minigolfplatz an, verzichteten aber auf ein Spiel. Jede einzelne Minute in Afrika ist uns zu wertvoll, um sie mit Dingen zu verbringen, die man auch zu Hause machen kann, obwohl eine Runde Minigolf bestimmt lustig gewesen wäre. Stattdessen liefen wir zum Okavango hinunter und sahen einem Otter bei seinen Schwimmübungen zu. Der flinke Kerl schraubte sich gewandt durch die Wellen, tauchte unter und wieder auf und behielt uns dabei ebenfalls im Auge.

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Außerdem entdeckten wir die ersten Jacanas in diesem Urlaub.
Zum Abendessen wollten wir heute mal nicht kochen und setzten uns draußen ins Restaurant der Lodge. Während die Sonne unterging, verspeisten wir ein leider recht zähes Stück Rindfleisch.

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Da kann man sich doch gleich wieder darauf freuen, wenn man selbst grillt. Anschließend duschte Uwe in dem zu unserem Stellplatz gehörenden Waschhäuschen. Da es ziemlich kühl war, verzogen wir uns schon bald ins Zelt. Uwe tippte noch die Erlebnisse des Tages, während Ruth schon die Augen zufielen. Als der Ruf der Weißgesichtseule aus dem Baum unmittelbar nebenan erklang, war sie aber mit einem Schlag wieder hellwach. Uwe schaute ungläubig. Da wurde keine Sekunde gezögert und keine Anstrengung gescheut: Schnell in die Hose gestiegen, die Jacke übergeworfen und nach der Brille getastet. Die Taschenlampe hatte sie schon gepackt, und Uwe sollte sie gefälligst begleiten, denn mit Leuchten und gleichzeitig Fotografieren war Madame überfordert. Hat Mann da eine Wahl? Mit der Aussicht auf ein Herumstolpern zwischen Büschen und Hüttchen schlüpfte auch Uwe vollmotiviert wieder in seine Anziehsachen. Wie schade, dass die verständnisvolle Eule genau in dem Moment, als er die Campertüre öffnete, das Weite suchte und davonflog. Puh, da waren beide nochmal davongekommen!

Kilometer: 288
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3'883 Beiträge · seit 201105. Nov. 2021 · #167
Eulenmuckel schrieb:

@busko: Herzlichen Dank für das Lob. Wir freuen uns sehr, dass dir unser Reisebericht und die Bilder gefallen. Bei den Fotos investieren wir schon viel Geduld und Zeit – vom Beobachten der Tiere und Warten auf den hoffentlich richtigen Moment bis zum Auswählen und Zurechtschneiden der Fotos. Du sprichst die großen Objektive an. In letzter Zeit hadern wir immer mal wieder mit dem Gewicht der großen Kamera-Kombination. Denn so zufrieden wir meistens auch mit der Bildqualität sind, so aufwändig und umständlich ist dieses Trum in der Handhabung. So denken wir öfter mal über ein gewichtsmäßiges Downgrade unserer Ausrüstung nach, ohne jedoch die Ansprüche an Qualität und Schärfe aufzugeben. Vielleicht lohnt sich ein Blick auf aktuellere Systeme, sind unsere Kameras und Objektive inzwischen doch schon etwas in die Jahre gekommen.
Viele Grüße
Uwe
Hallo ihr beiden,
nun bin ich gespannt, was bei euren Überlegungen herauskommt. Ich fände es toll, wenn ihr uns Fomis über das Ergebnis informieren würdet. Auf unseren Wanderungen auf der Schwäbischen Alb stören die schweren Kameras immer mal wieder. Doch wenn ich dann die Ergebnisse mit denen der Handyfotos vergleiche, ertrage ich weiterhin das Gewicht.
Kaisosi River Lodge: Ich erinnere mich ebenfalls daran, dort ein zähes Rindersteak gegessen zu haben 🙁 . Die Otter sind zu schnell, sie fotogen ins Bild zu bekommen. Ich war jedenfalls erfolglos.
Ein schönes Wochenende wünscht euch
freshy
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1'823 Beiträge · seit 201605. Nov. 2021 · #168
Liebe Eulenmuckels,

jetzt habe ich euren bisherigen Bericht in einem Rutsch gelesen und war gedanklich wieder in Namibia. Vielen Dank dafür!
Es freut mich, dass ihr in diesem Jahr wieder Afrika bereisen konntet und so schöne (und herrlich bebilderte) Erlebnisse hattet.
Uns hat es vor einigen Wochen nach langem Warten und Verschieben endlich mal wieder in den Kruger verschlagen - auch das war Seelenbalsam.
Jetzt folge ich euch gern in den Caprivi.

Liebe Grüße
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200607. Nov. 2021 · #169
@freshy: Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis wir uns zu einer Änderung an der Fotoausrüstung durchringen – wenn überhaupt.

@Sascha: Wir freuen uns sehr für euch, dass ihr ebenfalls wieder nach Afrika reisen konntet. Zu viele Reisen musstet ihr ja stornieren.

Viele Grüße
Uwe
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200607. Nov. 2021 · #170
Tag 17 – Montag, 19. Juli – Mahangu-Park

Kaisosi River Lodge, Rundu – Shametu Lodge, Divundu

Die Nacht endete gegen kurz vor halb fünf, als wir von seltsamem, jammerndem auf- und abschwellendem Gegacker, welches sich fast wie hysterische Lachen anhörte, geweckt wurden. Nun haben wir ja nichts gegen Vogelstimmen. Wir mögen das sanfte Gurren der Tauben, das Geschwätz der Drosslinge oder den Ruf des Kuckucks sehr. Diesmal handelte es sich aber um zwei Trut- bzw. Streithähne, die vor unserem Auto einen kleinen Revierkampf ausfochten und sich heftig angifteten. Das war dann ein kurzes, gleichzeitiges Geschnatter in fortissimo, das sich etwa alle dreißig Sekunden wiederholte. Es hörte sich wirklich gruselig an. Als in weiter Entfernung dann noch ein Hahn anfing zu krähen, meinte das lokale Exemplar, es ihm gleichtun zu müssen. Unserer sprach aber mit irgendeinem Akzent, der sich anhörte, als wären die Akkus fast leer. An Schlaf war jedenfalls nicht mehr zu denken. Und irgendwie fanden wir die Geräuschkulisse auch ganz lustig.
Entgegen unserer Hoffnung, dass es im Caprivi – weil nördlicher – deutlich wärmer sei, hatten wir beim Aufstehen gerade mal gut fünf Grad auf dem Thermometer.

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Uwe kochte Kaffee, und als zumindest die Sonne hoch genug stand, krabbelte auch Ruth aus dem Zelt. Als wir feststellten, dass es sogar heißes Wasser gab, duschte sie und setzte sich dann topfit an den Frühstückstisch. Eine Denksportaufgabe lag auch schon bereit: Auf dem Aufkleber unserer Brötchentüte waren sechs Teile für insgesamt 10 Dollar vermerkt. In der Tüte befanden sich 11 Brötchen, die wir gestern in Grootfontein gekauft hatten
Nach dem Abwasch packten wir zusammen, freuten uns über ein Alpaka, das neben uns auf der Wiese fraß, bezahlten unsere Rechnung und verabschiedeten uns von den Hühnern, die überall auf dem Gelände herumliefen. Diese machten zwar keine merkwürdigen Geräusche, sahen aber zumindest interessant aus.

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Am Tor winkte uns der Pförtner mit einem strahlenden und freundlichen Lächeln.
Nun ging es zurück auf die B8, der wir weiter nach Osten folgten. Die Strecke ging kerzengeradeaus an unzähligen Dörfern vorbei. Es gab ein paar Baustellen, an denen die Schlaglöcher ausgebessert wurden. Anstelle der europäischen Baustellenampeln werden hier Schilder manuell von „Stop“ auf „Go“ und am anderen Ende der einspurigen Baustelle hoffentlich synchron umgekehrt gewechselt. Bisher hat das trotz manchmal kilometerlanger Baustellen einwandfrei geklappt.
Entlang der Straße war viel los. Frauen schleppten große Holzbündel auf dem Kopf, Kinder trugen Wasserkanister oder rollten kleine Fässer vor sich her. Manchmal trabte ein Esel mit Karren neben der Teerstraße, immer wieder querten Rinder oder Ziegen die Fahrbahn, zuweilen unter der Aufsicht eines Hirten, meistens aber ohne sichtbare Kontrolle.
Obwohl wir nur zweihundert Kilometer zu fahren hatten, zog sich die Strecke, bis wir in Divundu nach Süden abbogen und noch ein kurzes Stück am Okavango entlang fuhren. Dann erreichten wir die Shametu-Lodge, die wir in früheren Jahren schon mehrfach besucht hatten. Augenscheinlich waren wir die einzigen Gäste und bekamen einen schönen Campingplatz mit eigener Dusche, Toilette, Lapa und Grillstelle, Strom und Wasser. Wir machten zum Mittagessen einen Käse-Wurstsalat und ruhten uns ein wenig aus.

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Dann erkundeten wir das Lodge-Gelände.

Common Grass Yellow (Danke, lieber Matthias!)

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Ashy Flycatcher (Danke an Matthias)

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Am Fluss stehen inzwischen einige Zelt-Chalets auf Stelzen, in zweiter Reihe weitere große Gästehäuser. Es gibt einen eigenen Obst- und Gemüsegarten. Der Besitzer zeigte uns stolz seine Pflanzen und schenkte uns Tomaten und Erdbeeren aus eigenem Anbau.

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Wir pirschten noch ein paar Vögeln hinterher und brachen dann am Nachmittag in den Mahangu-Park auf, der nur wenige Kilometer entfernt liegt. Laut Register waren wir das dritte Fahrzeug am heutigen Tag. Wir bezahlten den Eintritt gleich für morgen mit und fuhren auf der östlichen Route parallel zum Fluss weiter nach Süden.

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Dabei entdeckten wir immer wieder Kuduherden, einige Giraffen, Impalas, Zebras, ein paar Pferdeantilopen, ein Steinböckchen, Gnus und am Wasser und im hohen Gras versteckt eine Büffelherde. Über die freuten wir uns besonders.

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Weiter entfernt standen Letschwe-Antilopen auf der Flutebene. Viele Wasservögel tummelten sich am Fluss: Witwenenten, Reiher, Jacanas, ein Ibis und viele kleine Finken.

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Einige Zwergspinte schaukelten auf herabhängenden Ästen, spähten nach einem kleinen Imbiss und kehrten in langgezogenen Schleifen nach einem kurzen Fangflug wieder auf ihren Ausguck zurück.

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Hin und wieder kreuzte eine Familie Warzenschweine unseren Weg. Aufmerksam schätzte sie unsere Gefährlichkeit ab, bevor sie mit aufgestelltem Antennenschwanz hintereinander das Weite suchten.

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Wir versuchten möglichst lange mit Blick auf das Wasser zu fahren. Das war aber nicht immer möglich. Beim ehemaligen großen Baobab hielten wir und betrachteten die Überreste des etwa 2000 Jahre alten Baumes, den im letzten Oktober ein Blitz zerstört hatte. Wir hatten es gar nicht glauben wollen, als wir im Forum von seinem Ende gelesen hatten. Einige Male hatten wir schon hier gestanden und den Riesen bewundert. Nun lagen nur noch Bruchstücke des einst so mächtigen Stammes herum. Noch immer war es kaum vorstellbar, dass dieses Trümmerfeld vor einem Jahr noch weithin sichtbar als besonders lohnenswert anzusehender Baum mit einem extra Wegpunkt auf einer Karte markiert war. Ruth war besonders traurig, da sie diesen Platz im Park besonders geliebt hatte. Das ist so schade!

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Bald darauf kehrten wir wieder um und fuhren auf dem Hauptweg zurück zum Gate. Ein Weißbrauen-Coucal und ein paar Büffel waren die Ausbeute des Rückwegs.

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Kurz vor 18:00 Uhr und mit dem Torschluss erreichten wir die Parkgrenze und kehrten zur Shametu-Lodge zurück. Den Sonnenuntergang am Fluss verpassten wir dort um ein paar Minuten.

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Zum Abendessen grillten wir Boerewors und dünsteten Blumenkohl und Möhren im Potije. Das ganze zog sich ein wenig, und am Ende war die Temperatur schon wieder auf 11 Grad gefallen. Mit glühenden Kohlen unter dem Hintern, in eine Wolldecke gehüllt und mit einer heißen Tasse Tee in der Hand weigerte sich Ruth schon bald, das wärmende Feuer zu verlassen. So hatten wir auch schon lange nicht mehr auf der Campsite gehockt. Uwe ging noch schnell duschen, bevor wir gegen halb zehn ins Zelt krochen.

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Kilometer: 258
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zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2021
1'835 Beiträge · seit 201507. Nov. 2021 · #171
…”mit glühenden Kohlen unter dem Hintern…” da musste ich extra noch mal kucken 🤩 🤩 schon witzig!
Es tut mir auch leid um den alten BillyBob wie wir diese nennen. Was der alles erzählen könnte…
Schön das es hier weiter geht.
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2021
761 Beiträge · seit 201007. Nov. 2021 · #172
Hallo,

ich hatte irgendwie gar nicht mitbekommen, dass der 'Giant Baobab' nicht mehr steht. 🙁
Wir hatten ihn vor 2 Jahren noch so bewundert. 😮

@ Sadie

Du kanntest die Popoheizung noch nicht? 😄

Gruß

Doro
~ Africa is a feeling ~
2'516 Beiträge · seit 200908. Nov. 2021 · #173
Liebe Muckels,

ich freue mich, dass es hier wieder was zu Lesen gibt.

Den Schmetterling kann ich euch benennen, es ist ein Common Grass Yellow.
Den Flycatcher habe ich selbst noch nicht gesehen, aber ich sehe eindeutig einen Ashy Flycatcher (Augenring beachten!).

Viele Grüße,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
778 Beiträge · seit 200609. Nov. 2021 · #174
Liebe Ruth, lieber Uwe,

ein ganz großes Dankeschön für euren wunderbaren Reisebericht!
Wenn ich eure genialen Fotos vom Namibrand Family Hideout sehe, wird mir wieder bewusst, warum das einer meiner absoluten Lieblingsplätze in Namibia ist 🙂

Und dann Etosha! Auch wenn ihr zwischendurch mal Flaute hattet, war das Sichtungsglück euch doch wirklich hold. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, dem Park nicht nochmal eine Chance geben zu wollen (wir sind KTP-Liebhaber und bei unserem Etosha-Kurzbesuch im letzten Dezember haben wir weder Löwen noch Elefanten, geschweige denn Nashörner oder sonst was Spektakuläres gesichtet), aber wenn ich eure Bilder sehe, möchte ich am liebsten sofort wieder hin 🤩

Außerdem faszinieren mich natürlich eure Nachthimmelaufnahmen und Stirnlampen-Zeichnungen! Wie einige meiner Vorschreiber schon meinten: ich würde das selbst mit Stift und Papier nicht mal annähernd so hinkriegen. Das ist wirklich einmalig toll!!!

Es macht mir sehr viel Freude, euch als virtuelle Mitfahrerin zu begleiten und versüßt die Zeit bis zum Abflug nach SA Anfang Dezember ungemein.

Herzlichen Dank nochmal und liebe Grüße von Tanja
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Nov. 2021 · #175
@Sadie: Wenn es abends kalt wird und das Feuer nur von vorne wärmt, legt man sich mit der langen Grillzange ein paar glühende Kohlen unter den Stuhl. Das machen viele, und ich weiß gar nicht mehr, von wem wir uns das abgeguckt haben. Aber so ist das mit fast allen praktischen Kniffen: Abgucken ist das beste Rezept.

@Doro: Ja, leider ist dieser Giant Baobab Geschichte. Bis der kleine Baobab, der in unserer Küche auf dem Fensterbrett steht, mal so weit ist, müssen wir noch einige hundert Jahre warten. 😉

@Matthias: Danke für den Namen des Schmetterlings.
Bei dem Flycatcher hatte ich auch das Buch bemüht. Beim Ashy werden explizit der weiße Augenring sowie die aufrechte Sitzposition genannt. Andererseits soll er graue Schwanzfedern haben, während der Grey Tit schwarze Schwanzfedern mit weißen Außenfedern hat. Hinsichtlich dieser Eigenschaft passt hier für mich der Grey Tit besser. Aber vermutlich macht es der Augenring recht sicher. Auch hierfür vielen Dank.

@Tanja: Vielen Dank für deine Nachricht. Auch wir lieben den Namibrand und werden immer mal wieder dort Station machen, wenn wir im Süden Namibias sind.
Wie, ihr habt im Etosha keine Elefanten gesehen? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Wir waren ja auch länger nicht mehr dort, aber im Juli hat es uns aufgrund der langen Abstinenz und geringen Besucherzahlen doch gepackt, und wir haben es nicht bereut. Und auch wir sind große KTP-Fans.
Beim Lightpainting hat Ruth sicherlich Talent und auch schon Übung. Aber so unendlich schwierig ist es auch nicht. Mit ein wenig Ausprobieren kann man schon gute Ergebnisse erzielen. Versucht es einfach mal.
Wir freuen uns, dass ihr uns begleitet und wünschen euch eine tolle Reise nach Südafrika.

Liebe Grüße
Uwe
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Nov. 2021 · #176
Tag 18 – Dienstag, 20. Juli – Ein ganzer Tag bei Shametu

Shametu Lodge, Divundu

Der Mahangu-Park öffnete offiziell um sieben Uhr seine Tore. Die Damen im Park-Office hatten uns gestern gesagt, wir könnten auch bereits eine halbe Stunde früher mit Sonnenaufgang kommen. Als wir aufstanden, war es jedoch noch ziemlich dunkel, und so beeilten wir uns nicht.

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Nach dem üblichen Kaffee, Tee und einem Rusk brachen wir bei vier Grad auf. Das Tor der Lodge mussten wir selbst öffnen und schließen. Bis wir dann kurz vor halb acht im Park waren, stand die Sonne aber doch schon deutlich über dem Horizont.
Wie gestern fuhren wir zunächst die Runde entlang des Flusses und sahen eine Herde Büffel. Sie schauten in bekannter Büffelmanier morgenmuffelig und finster drein und ließen uns keinen Moment aus den Augen, während sie ihr Frühstück verspeisten.

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Die Warzenschweine waren deutlich freundlicher. Eines lächelte uns sogar einen fröhlichen „Guten Morgen“ zu.

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Die Vögel und Letschwe auf der Schwemmfläche rund um den ersten Loop waren viel zu weit entfernt, um sie genauer beobachten zu können. Wir drehten und entdeckten in einem Baum ein riesiges Nest. Herr und Frau Hammerkopf waren fleißig damit beschäftigt, die letzten Ausbesserungsarbeiten auszuführen und schafften Äste, Stöckchen und Hälmchen herbei, die sie an der ein oder anderen Stelle einschoben. Es wurde ein bisschen gezupft, gestochert und getrampelt, bis alles am richtigen Fleck saß.

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Danach fuhren wir zurück, überquerten die Hauptstraße und steuerten das Wasserloch in der Westseite des Parks an. Die Straße war deutlich angenehmer zu fahren, weil sie nicht steinig, sondern sandig und damit viel weicher war. Ein Ducker lief vor uns weg, hielt nochmal und schaute zurück. Darüber freuten wir uns sehr, denn Ducker hatten wir bislang nur sehr wenige gesehen.

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Ein Stück weiter entdeckten wir eine Familie Kudus.

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Überall waren die Schweine bereits auf Futtersuche. Sie raschelten und wühlten, liefen aber oft davon, sobald wir anhielten. Diese Mutter (oder war‘s der Papa? – Keine Ahnung, wer bei den Warzenschweinen die Kinder hütet) mit ihrem (seinem) Nachwuchs war zum Glück deutlich entspannter. Sie schauten genauso neugierig wie wir. Vielleicht wollten sie auch nur ihre leuchtend weißen Bärtchen bestaunen lassen.

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Kurz vor der Wasserstelle saßen ein paar Geier in einem Baum.

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Bei der Wasserstelle selbst wurden wir enttäuscht, denn sie war trocken. Darüber hinaus liefen dort ein paar Ranger mit Gewehren herum. Tiere waren dementsprechend keine zu sehen. Schade. Wir hatten uns gefreut, dort gemütlich zu frühstücken, während wir vielleicht ein paar Vögel oder sogar Elefanten beobachten könnten. Nix war es mit unserem schönen Plan. So drehten wir auch dort wieder um und fuhren die Strecke zurück zur Hauptstraße, auf welcher wir noch einen Strauß und eine scheue Pferdeantilope erblickten.

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Hier gab es nichts weiter zu entdecken, wenn wir auch fanden, dass dies doch der ideale Leopardenbaum hätte sein können. Direkt über der Straße mit baumelndem Schwanz, ein wenig von der Morgensonne angestrahlt … Wie viele dieser Wunsch-Bäume haben wir schon gesehen, komischerweise scheinen sie nicht mit den Lieblingsplätzen der Leos – einer würde uns schon genügen – überein zu stimmen.

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An der Hauptstraße bogen wir nach Süden ab und fuhren auf der Transitstraße bis zum unteren Eingang in den Mahangu. Nach ein paar Kilometern sahen wir eine kleine Herde Elefanten, die die Straße überquerten. Es waren ein paar Jungtiere unter ihnen, und so liefen sie in raschem Schritt an uns vorbei und versteckten sich wieder im Gebüsch.

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Auf dem Weg zum Fluss kamen wir wieder an einem Baum voller Geier vorbei.

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Ein paar hoben ab, die anderen blieben noch in der Sonne sitzen. Später flogen auch sie davon, und die ganze Schar kreiste auf der Suche nach der besten Thermik und einem bedauernswerten, knochigen Snack.

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Auch wir hatten langsam Hunger und steuerten die Kwetche Picnic-Site an. Dort aßen wir Nutella- und Marmeladenbrote. Am anderen Flussufer sahen wir ein großes Krokodil im Schilf liegen, und ein paar Glanzstare leisteten uns Gesellschaft.
Langsam machten wir uns auf den Rückweg zur Campsite, denn die Fahrerei und im Auto-Herumhockerei wurde uns langsam anstrengend. Einige Zeit standen wir bei einer Familie Meerkatzen, die in den Büschen herumturnten, sich zankten oder interessiert unser Auto musterten. Ganz geheuer waren sie uns nicht, denn sie kamen uns so nah, dass Ruth dachte, sie sprängen ihr gleich auf den Schoß. Sicherheitshalber fuhr sie schnell die Scheibe nach oben. Auf eine Meerkatzenumarmung wollte sie doch lieber verzichten.

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Zwergspint

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Auf unserem Campingplatz klappten wir das Dachzelt auf und lüfteten durch.

Gelbbrustbülbül

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Wir aßen den Rest vom Wurstsalat, und Uwe sicherte Fotos. Anschließend meldeten wir uns zum Abendessen in der Lodge an. Ruth entdeckte vor der Rezeption ein paar Waldnektarvögel, die sehr lange an den Aloen herumhüpften und sich bereitwillig fotografieren ließen.

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Wir schauten in dem kleinen Laden auf dem Lodgegelände vorbei. Dabei handelte es sich nicht um ein Souvenirgeschäft, sondern um einen Lebensmittel- und Haushaltswarenladen für die Angestellten und Einheimische. Außerdem gab es dort jede Menge Altkleider in allen Farben und Größen. Wir erstanden eine Papaya, von der wir sofort die Hälfte aßen und den Rest für das morgige Frühstück in den Kühlschrank packten.

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Weißbrauenrötel

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Danach gab es noch Kaffee bzw. Tee, und dann brachen wir erneut in den Mahangu auf.
Am Tor bestätigte man uns, dass das Wasserloch trocken sei, und so beschränkten wir unsere Fahrt wieder auf die Flussseite. Wieder sahen wir viele Gnus und Kudus, freuten uns aber noch mehr über ein paar Pferde- und eine große Herde Rappenantilopen.

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Wir beobachteten verschiedene Vögel im Geäst, meist wollte uns aber keine gute Aufnahme gelingen.

Rotscheitel-Zistensänger?

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Grünschwanz-Glanzstar

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Etwas Sorgen machte uns eine einsame, kleine Leierantilope, die mutterseelenallein am Wasser stand und nicht so genau wusste, wo sie hingehörte. Hoffentlich hat sie irgendwo Anschluss oder ihre Familie wiederfinden können.

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Heute kamen wir etwas früher zurück zur Lodge, da wir zum Sonnenuntergang am Wasser sein wollten. Gerade dort angekommen landete plötzlich ein Rieseneisvogel keine zwei Meter neben uns auf einer Laterne. Wir schauten ebenso überrascht wie der Vogel. Doch ehe wir unseren Fotoapparat bereit hatten, hatte der Kingfisher wohl gemerkt, dass er uns etwas nah war und war wieder davongeflogen.

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Danach duschten wir und gingen zum Abendessen. Außer uns waren noch ein paar Einheimische anwesend. Eine Frau fiel uns besonders auf, da sie einen gepunkteten Ganzkörper-Frottee-Overall trug. Nun musste sich Ruth auch keine Sorgen mehr machen, ob sie als verlotterte Camperin wohl mit ihrer staubigen Jacke auffallen könnte. Ihr Selbstbewusstsein nehme sich ein Beispiel am grau-weißen Konfetti-Einteiler mit rosa Kapuze.
Wir bestellten uns jeweils einen Shametu-Burger mit Pommes. Das war eine Riesenportion, und gemeinsam schafften wir sie nicht ganz. Pappsatt bezahlten wir die Rechnung an der Rezeption. Der größte Posten war die Reinigung unserer Wäsche, die wir gestern abgegeben hatten. Hier hatten wir einen Bock geschossen. Pro Wäschestück (T-Shirt, Shirt oder Hose) wurden 35 Dollar berechnet, und da wir einfach ohne darüber nachzudenken unsere gesamte Schmutzwäsche abgegeben hatten, kostete uns der Spaß umgerechnet fast 35 Euro. Da waren Ruths Trägerhemdchen im Einkauf ja fast günstiger gewesen. Egal, nicht ärgern, da nicht zu ändern! Selbst schuld, wenn man fälschlicherweise von einer Maschine Wäsche anstatt von Stückpreisen ausgeht.

Kilometer: 157
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zuletzt bearbeitet 10. Nov. 2021
8'684 Beiträge · seit 201011. Nov. 2021 · #177
Hehe, Ihr Beiden, da geht ja plötzlich flott voran, ich komme kaum hinterher 🤩 !

Das Foto von der kleinen Leierantilope habe ich jetzt absichtlich nicht zitiert, sie tut mir so leid - die ist ja total abgemagert. Ich fürchte, dass es kein gutes Ende mit ihr genommen hat 🙁 .

Der Ducker fehlt mir noch in meiner Antilopensammlung, bewusst habe ich den noch nie gesehen 🙄 .

Zu den weißen Bärten der Warzenschweine: das ist nicht normal, oder? Ich kenne diese Viecher nur in Einheitsschlammfarbe!

Vielen Dank auf jeden Fall für's Berichten - ich freue mich schon auf das nächste Kapitel - geht ja sicher bald weiter 😉 .

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
898 Beiträge · seit 201611. Nov. 2021 · #178
Moin Ihr Beiden,

wieder tolle Bilder, herzlichen Dank dafür und für den Bericht! Liest sich nach wie vor sehr unterhaltsam und spannend.

Leider fehlt ein Bild von der extrem seltenen Spezies "Ganzkörper-Frottee-Overall". Die Sichtung war sicher einmalig! 😄 🤩 😵

Herzliche Grüße
Martin
Im Land der grünen Wiesen! - Namibia 2018 Wir sehen uns am Boteti! - Namibia/Botswana 2021 Botswana 2025 - Erholungsurlaub mit der Familie
2'516 Beiträge · seit 200911. Nov. 2021 · #179
Hallo Uwe,

nochmals wegen dem Flycatcher, der hat doch eben keine äusseren weißen Stoßfedern, also passt doch der Ashy F. exakt.
Oder gibt es weitere Fotos, die etwas anderes zeigen?

Liebe Grüße,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
1'674 Beiträge · seit 201211. Nov. 2021 · #180
Hallo ihr beiden,
nun habe ich wieder aufgeholt. Zum Glück wart ihr ja auch eine zeitlang "verhindert", so ist das Nachlesen nicht ganz so anstrengend 😄 😄

Ganz tolle Bilder aus einem meiner Lieblingsparks.
Zum Glück brauchen wir zu unserer Reisezeit keine glühenden Kohlen unter dem Sitz. 🤩

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572