Die Eulenmuckels sind endlich wieder in Namibia

Reisebericht 231 Antworten · 56,9k Aufrufe · gestartet 02. Aug. 2021 von Eulenmuckel
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Sept. 2021 · #141
Tag 13 – Donnerstag, 15. Juli – Etosha Mitte-Ost

Okaukuejo – Namutoni

Heute Morgen stand Uwe noch ein wenig früher auf als sonst. So ganz geheuer war ihm bei der Vorstellung, dass der Fotoapparat so ganz alleine mitten auf dem Platz stand, dann doch nicht. Da es aber noch sehr kühl war, lockte ihn ein Frühstück in der eisigen Luft wenig, und er beschloss sich für ein weiteres Stündchen in den warmen Schlafsack zu kuscheln.
Die Morgenroutine verlief dann zügig, und pünktlich um halb acht waren wir bereit. Heute war der Campingplatz in Okaukuejo deutlich voller als vorgestern.
Wir fuhren auf direktem Weg nach Nebrownii, um nach den Löwen zu schauen.

20210715-073515-5N7A0057.jpg


Sie waren tatsächlich noch vor Ort und lagen in einiger Entfernung im Gras. Aktiv war zunächst nur eine Tüpfelhyäne, die unbeeindruckt von den Löwen zum Trinken an das Wasserloch kam.

20210715-075357-LV6A9623.jpg


20210715-075408-LV6A9626.jpg


20210715-075625-LV6A9646.jpg


20210715-075625-LV6A9647.jpg


Zwei der Löwen lagen nahe der Straße, standen bald auf und liefen parallel zum Fahrweg. Ein paar Autos hatten bereits die Verfolgung aufgenommen. Wir reihten uns ein und fuhren so, dass wir die zwei Katzen gut beobachten konnten.

20210715-080205-7D3_1498.jpg


20210715-080458-LV6A9680.jpg


20210715-080523-5N7A0063.jpg


20210715-080529-7D3_1585.jpg


Alle Fahrer verhielten sich sehr rücksichtsvoll. Es wurde weder gedrängelt noch blockiert. Jeder konnte in Ruhe schauen und ein paar Fotos machen. Mal war das eine, mal das andere Auto vorn, und alle warteten, um die Tiere nicht zu bedrängen. Das hatten wir im Etosha schon ganz anders erlebt und freuten uns über das positive Verhalten der Leute.
Die Löwen balgten ein wenig miteinander und legten sich danach wieder ins hohe Gras, während sie die Umgebung neugierig beobachteten.

20210715-080721-7D3_1614.jpg


20210715-080826-LV6A9706.jpg


20210715-081418-LV6A9744.jpg


Als ein paar Springböcke näher kamen, duckten sie sich ganz flach auf den Boden und visierten ihre mögliche Beute.

20210715-081924-7D3_1686.jpg


20210715-082252-5N7A0079.jpg


Zum Glück für die Böcke waren die beiden Katzen viel zu ungeduldig, und ein Angriffsversuch blieb mehr als halbherzig. Der eine Löwe hob den Kopf und stand wenig entschlossen auf, so dass er sogleich bemerkt wurde und die Springböcke auf und davon waren.

20210715-082309-7D3_1697.jpg


Wir blieben noch eine Weile und sahen den Löwen beim Faulenzen zu. Aneinander gekuschelt ließen sie sich den Wind um die Ohren wehen.

20210715-084150-7D3_1749.jpg


20210715-084326-LV6A9829.jpg


Bald fuhren wir weiter nach Gemsbokvlakte. An der Haustür der Fuchsmangusten-Hörnchen-WG machten wir einen kurzen Halt. Die Familien hatten ihren Bau verlassen und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Dabei achteten sie auf jede kleinste Bewegung und waren sofort wieder in ihrem Loch verschwunden, sobald wir im Auto eine zu schnelle Bewegung machten.

20210715-091150-7D3_1760.jpg


20210715-091543-LV6A9890.jpg


Am Wasserloch gab es außer ein paar Flughühnern nichts zu entdecken, und so fuhren wir nach Olifantsbad.

Namaflughuhn

20210715-093700-LV6A9933.jpg


20210715-092656-7D3_1813.jpg


Gleitaar

20210715-092900-LV6A9904.jpg


Ein junger Weißbürzel mühte sich, das Nest in einem dornigen Geäst anzufliegen. Als wir anhielten, ließ er von seinem Vorhaben ab und schaute verärgert. Ob das Nest noch bewohnt war, konnten wir nicht erkennen, für den Fall, dass dies aber so war, hatten die Nestlinge sicher einen gehörigen Schrecken davongetragen.

20210715-094647-LV6A9961.jpg


20210715-094732-LV6A9963.jpg
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 27. Sept. 2021
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Sept. 2021 · #142
Kurz vor dem Rastplatz entdeckten wir ein Impala, dem etwas Langes aus dem Hals ragte. Wir konnten zunächst nicht erkennen, um was es sich handelte, waren uns mit Hilfe des Fernglases aber schnell sicher, dass es das abgebrochene Horn eines Kollegen sein musste. Das Horn schlenkerte bei jedem Schritt hin und her, schien das Impala aber nicht weiter zu beeinträchtigen.
Wir gingen zur Toilette, wollten aber nicht hier auf dem Rastplatz, sondern am Wasserloch frühstücken und holten ein paar leckere Sachen nach vorne. In der Gesellschaft einer kleinen Kuduherde, Zebras und ein paar Perlhühnern schmeckte es gleich viel besser.

20210715-104547-7D3_1837.jpg


Nach einer Weile traf auch der unglückliche Impalabulle ein. Das Horn des Rivalen in seinem Hals sah schaurig aus. Der arme Kerl konnte einem wirklich leid tun. Am liebsten hätten wir das Horn herausgezogen und sogleich einen Druckverband angelegt.

20210715-104835-LV6A9985.jpg


Nach Nutellabrot und Müsli ging es auf sehr holperiger, schlechter Straße weiter nach Aus. Dort war alles wie ausgestorben, und so fuhren wir zur Hauptverbindungsstraße nach Halali und zu den Wasserstellen Sueda und Salvadora. Außer sehr vielen Zebras und Springböcken begegneten wir keinen größeren Tieren. Ab und zu hielten wir für einen Vogel, freuten uns aber auch einfach an der kargen Landschaft und den hohen, gelben Gräsern.

20210715-122358-5N7A0086.jpg


20210715-123441-7D3_1854.jpg


20210715-124100-7D3_1856.jpg


20210715-124254-5N7A0087.jpg


Eine Gruppe Oryx war mit ihrem Nachwuchs unterwegs, und ein Kalb schaute interessiert zu uns herüber, bevor es davonlief.

20210715-131311-7D3_1871.jpg


Auffallend war, dass immer mehr Gabelracken und Gleitaare zu entdecken waren, je weiter wir nach Osten kamen.
Den nächsten Halt machten wir am Etosha Lookout, bis zu dem wir ein Stück in die Etosha Pfanne hineinfuhren. Hier vertreten wir uns gerne etwas die Beine. Natürlich mussten wir auch wieder ein bisschen herumhopsen. Wir haben mittlerweile schon eine ganze Reihe von Aufnahmen an diesem Ort gesammelt.

20210715-135021-5N7A0103-HDR.jpg


20210715-134303-7D3_1894.jpg


20210715-134825-7D3_1921.jpg


Uwe musste es mit einem doppelten Salto natürlich gleich übertreiben und verlor dabei seinen Schuh. 😉

20210715-134654-7D3_1911.jpg


Wir entschieden spontan, nicht in Halali, sondern bereits heute in Namutoni zu übernachten. Daher hatten wir noch viele Kilometer vor uns. Langsam fuhren wir am Pfannenrand weiter nach Osten und hatten es trotzdem nicht eilig. Wir begegneten lediglich einer Handvoll anderer Autos und wurden auch nicht überholt. Vermutlich standen alle anderen noch an der Löwenschranke bei Nebrownii. Gut für uns, so hatten wir den restlichen Park für uns.

Doppelbandrennvogel

20210715-142941-LV6A0022.jpg


Bei den natürlichen Quellen Springbokfontein und Batia fanden wir noch etwas Wasser. In lockeren Grüppchen standen Gnus und Springböcke über die Ebenen verteilt.

20210715-143709-5N7A0105.jpg


20210715-144416-7D3_1946.jpg


Bei Kalkheuvel waren wir jedoch enttäuscht, da es viel weniger Wasser als früher und entsprechend kaum Tiere oder gar Vögel gab. Was hatten wir hier schon Stunden verbracht und Papageien, Spatzen und Graulärmvögeln aus nächster Nähe beim Baden zugesehen. Nun war alles trocken und steinig, und wir vermuteten nur noch etwas Wasser in weiter Entfernung. So kann sich das Bild ändern, wenn man einige Jahre nicht vor Ort war. Auch bei Chudop herrschte nicht viel Betrieb. Lediglich ein paar Giraffen standen herum, entfernten sich bis auf eine aber schon bald. Dieser schauten wir bei ihrem aufwändigen Trinkvorgang zu. Es dauerte ewig, bis sie Beine und Hals in die richtige Position gebracht hatte und sich endlich mit ein paar Schlucken belohnen konnte, bevor sie aufschreckte und sich prüfend in alle Richtungen umsah. Danach ging es wieder in den leichten Spagat, und sie trank hastig. Dieses Spielchen wiederholte sie einige Male, bis ihr Durst gelöscht war und sie zufrieden davonschritt.

20210715-155518-5N7A0113.jpg


Wir machten uns ebenfalls auf und checkten für zwei Nächte auf der Campsite in Namutoni ein. Insgesamt standen dort vielleicht fünf Autos. Es war sehr ruhig, und alle Angestellten waren besonders zuvorkommend, freundlich und zu einem Schwätzchen aufgelegt. Wir suchten uns einen schönen Platz am Rand, machten uns breit und ruhten ein wenig aus. Nicht nur wir, sondern auch die Tokos um uns herum suchten sich einen kleinen Snack. Dabei kamen wir uns allerdings nicht in die Quere. Während wir die Landjäger von der Ombu-Farm verspeisten, bevorzugten die Vögel die großen Heuschrecken, von denen es auch hier sehr viele gab.

Gelbschnabeltoko

20210715-165403-LV6A0069.jpg


Rotschnabeltoko

20210715-171401-LV6A0099.jpg


Unsere Nachbarn waren ein Ehepaar mit einem wirklich beeindruckenden Gefährt. Auf einem separaten Anhänger zogen sie zur einfacheren Fortbewegung im Park einen kleinen Suzuki hinter sich her. Nebendran standen ein paar Fahrräder, und im LKW lief die ganze Zeit über der Fernseher. Unsere Theorie war, dass er gerne zu Hause fern guckte, sie hingegen verreisen wollte. Das hier war nun der Kompromiss der beiden. Wir hätten uns gerne ein wenig unterhalten und unsere Vermutung überprüft, können uns aber vorstellen, dass man mit einem solchen Auto Aufmerksamkeit erregt und vielleicht auch ganz froh ist, wenn man nicht ständig angequatscht wird. Vielleicht ergibt sich ja später noch die Gelegenheit.

20210715-171958-IMG_7448.jpg


Nachdem wir geduscht hatten, fuhren wir noch eine kleine Runde. Bei der Anmeldung im Office hatte Ruth einen Blick ins Sichtungsbuch geworfen und nicht anders gekonnt, als die letzten Einträge zu fotografieren. Ja sicher: Der Eintrag vom 3.7. ließ uns völlig unbeeindruckt. Dort stand um 7:50 Uhr lucky: zwei Leoparden. Natürlich gleich zwei, eine Mutter und ein Jungtier. Und keine Stunde später very lucky: drei Karakals, oder heißt es Karakale? Und gibt’s die überhaupt im Plural? Wie viele Flaschen von Daxiangs großartigem Sichtung-Fee-Bestechungswilli hatten die denn bitte schön getrunken? Wir beschlossen, das als Fake abzutun. Kein Mensch konnte ein solch unverschämtes Glück haben, bei einem einzigen Gamedrive sowohl Leos als auch Karakale zu sichten. Der ganze Quatsch sollte uns natürlich dennoch nicht daran hindern, ab sofort die Strecke nach Twee Palms mehrfach abzufahren. Und gleich heute Abend würden wir den Willi auspacken. Das wäre doch gelacht! Wir könnten auch einfach (very very lucky) vier Erdferkel mit einem Pangolin auf dem Rücken im Buch notieren. Frechheit!

20210717-095600-IMG_3793.jpg


Das Ziel stand also fest, und wir machten uns auf den kurzen Weg bis Twee Palms. Die 12 Kilometer dauerten trotzdem lange, schließlich wollten die Leoparden und Karakals ja in ihrem Versteck aufgespürt werden, nachdem sie nun über 10 Tage lang auf uns gewartet hatten. Das einzige, was wir entdecken konnten, waren allerdings ein paar Gnus und Oryx und die Behausungen der Maskenweber.

20210715-175211-5N7A0117.jpg


Am Wasserloch stand eine große Herde Giraffen, ein paar Enten zogen ihre Bahnen, und wir entdeckten sogar zwei Marabus.

20210715-180448-7D3_1995.jpg


20210715-180927-7D3_2010.jpg


Während die Sonne unterging, fuhren wir zurück ins Camp.

20210715-181454-5N7A0123.jpg


20210715-181615-7D3_2018.jpg


Dort machten wir Feuer und wunderten uns schon nicht mehr, dass das Holz, das wir im Park gekauft hatten, auch heute Abend zuverlässig qualmte und sehr lange brauchte, bis es endlich brannte. Wir grillten Oryx und aßen dazu Grillbrote und Bohnensalat. Es wurde wieder kühl, aber wir saßen noch etwas am Feuer. Ruth trank Tee, und Uwe sicherte Fotos. Währenddessen fing in der Ferne ein Löwe an zu brüllen, Hyänen jaulten und Schakale riefen. Herrlich!
Ach ja, da war ja noch was: Her mit dem Willi! Prost und eine gute Nacht mit Träumen voller Karakale …

20210715-220512-IMG_7456.jpg


Kilometer: 224
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 27. Sept. 2021
2'191 Beiträge · seit 201627. Sept. 2021 · #143
Lieber Uwe, liebe Ruth,

wie immer ein sehr launiger Reisebericht. Und sehr sportlich seit Ihr auch. Ich überlasse solche Hüpffotos meinen Söhnen.

Jetzt bin ich sehr gespannt, ob der Sichtungswilli ein paar Leos und Karakale ausspukt. Wenn ja, dann brauche ich auch unbedingt etwas von dem Schnaps, der scheint ja echt Wunder zu wirken. 😁

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
zuletzt bearbeitet 27. Sept. 2021
897 Beiträge · seit 201527. Sept. 2021 · #144
Oh das arme Impala mit Horn im Hals sieht skuril aus.
Besonders gefallen mir die kuschelnden 2 Löwen.
Bin gespannt, ob der Sichtungwilli Glück bringt.

LG yvy
https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/uganda-2025-gorillas-im-nebel/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/madagaskar-2024-nosy-be/ https://www.yp-travel-photography.de/nord-und-mittelamerika/costa-rica-2024-pura-vida-2/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/seychellen-2023-zur%C3%BCck-im-paradies/ https://www.yp-travel-photography.de/nordamerika/costa-rica-2022-pura-vida/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/tanzania-2022-safari-in-der-serengeti-und-sansibar/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2019-der-tierreiche-norden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2015-der-trockene-s%C3%BCden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/sansibar-2019-hakuna-matata-auf-der-gew%C3%BCrzinsel/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/mauritius-2017-trauminsel-im-indischen-ocean/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2018-19-jahreswechsel-an-der-gardenroute-2/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2016-in-style/
751 Beiträge · seit 201127. Sept. 2021 · #145
Das Horn des Rivalen in seinem Hals sah schaurig aus.
Genau! Das sah so übel aus, dass ich aus Mitleid gar kein Foto machen wollte. Ein bisschen beruhigt es mich, dass wir den selben Kerl in der gleichen Gegend einen Monat nach euch alleine herumwandernd gesehen haben - ich dachte der überlebt keinen Tag.

Bin nun auch gespannt, was der Willi bewirkt hat. Wir hatten nur leckeren afrikanischen Gin (an der Menge lag es nicht), aber so wenig (gute) Sichtungen im Ostteil hatten wir noch nie.
Danke fürs Berichten, VG, Nette
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200628. Sept. 2021 · #146
@Gabi: Nachdem wir den Sichtungswilli 2019 im KTP eingesetzt hatten, sahen wir am Morgen unseren ersten Karakal ever:
Karakal im KTP
Seitdem glauben wir fest an seine Wirkung.

@yvy und Nette: Uns hat der Impalabock auch sehr leid getan. Es ist schön zu hören, dass er mit dieser Verletzung offensichtlich zurecht kommt. Und welches Impala hat schon drei Hörner? 😉

Viele Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
796 Beiträge · seit 201528. Sept. 2021 · #147
Eulenmuckel schrieb: Das einzige, was wir entdecken konnten, waren allerdings ein paar Gnus und Oryx und die Behausungen der Maskenweber.

20210715-175211-5N7A0117.jpg


Hallo Uwe

danke für den tollen Bericht mit sehr professionellen Fotos.
Heute habe ich eine Mail von "Namibiana Buchdepot" bekommen. Wahrscheinlich habe ich da irgendwann einmal ein Buch bestellt.
Die haben mir ein Gedicht geschickt, dass meiner Meinung nach super zu deinem Bild passt.
Ich füge es hier einmal ein und hoffe, dass ich damit nicht gegen irgendwelche Rechte verstoße. Danke an "Namibiana" für das senden der Glückwünsche.

Webervogels Glück (Windhoek, 1971)

Zaghaft sprießt die erste Knospe
die Kühle ward vom Lenz besiegt,
verliebte Vogelpärchen turteln,
was in der Jahreszeit begründet liegt.
Ein Weber sitzt im Baum hoch droben
und schnäbelt mit der holden Liebsten,
Sie flattern fröhlich mit den Flügeln.
Sie pfeifen, trällern, flöten, piepsen.
Sie pludern aufgeregt die Federn.
Vollkommen scheint das Glück der beiden.
Sie zwitschert: "Mit dem Bund fürs Leben,
das werde ich erst dann entscheiden,
wenn du für uns ein Nest gebaut, wies keiner je zuvor erschaffen.
Welch aussichtsloses Unterfangen!
Man sieht den Buhlen jäh erschlaffen.
Sollt kaum erblüht, das junge Glück schon enden?
Verlieren er der Liebsten Gunst?
Nun heißt es stark sein, an sich glauben,
und an des Schnabels Webekunst.
Die Mutter lehrte ihn das Handwerk,
subtiler Knoten Meisterschaft,
bewusst was ihr verwöhnt Geschlecht
verliebten Männern Leiden bringt, hart fordernd ihre letzte Kraft.
Nun denn, ich werd's der Holden zeigen,
was Mutterherz an mir vollbracht.
So knüpft und webt er Halm um Halm,
die grobe Form ist bald gemacht.
Verfeinert, höchst grazil gewebt,
hoch oben schwebend an dem Ast
vollkommen, stil- und formvollendet hängt,
ein wahrhaft fürstlicher Palast.
Und glücklich über das gelungne Werk,
will er sie in die Flügel schließen,
mit ihr der teuren Auserwählten,
das wunderschöne Heim genießen.
Doch sie entwindet sich dem sanften Griff der Federn,
prüft kritisch sein gewebtes Wunder.
Vernichtend trifft ihn die Kritik.
Mit bösem Blick und hartem Schnabel,
hackt sie sein schönes Kunstwerk runter.
Des Dramas erstem Teil folgt nun ein zweiter,
der ebenfalls vernichtend endet.
Im dritten, keiner weiß es recht warum,
das Blatt sich dann, oh Wunder, wendet.
Sie ist begeistert, ist entzückt,
berauscht, erhebt sie ihre Schwingen.
Nur wenig später hört man Weberkinder
ganz fröhlich ihre Lieder singen.
Der Weber sitzt im Baum hoch oben
und schnäbelt mit holden Liebsten.
Sie flattern fröhlich mit den Flügeln.
Sie pfeifen, trällern, flöten, piepsen.
Sie pludern aufgeregt die Federn.
Und Flügel in Flügel wandert ihr Blick
hinunter auf das Kinderglück.

Liebe Grüße
Markus
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
1'543 Beiträge · seit 201330. Sept. 2021 · #148
Hallo, liebe Eulenmuckels,
ich komme leider momentan gar nicht so schnell hinterher, aber jetzt bin ich bei euch auch wieder auf dem laufenden.
Ich bin beeindruckt 😮 : was für schöne Löwenfotos, okay, das Licht war jetzt nicht gerade schlecht, aber so ein Tier im dichten Buschgras so schön abzulichten, dazu muss man schon etwas können. Respekt!
Ich habe es in diesem Jahr auch probiert, und an passendem Material in der Masai Mara hat es auch nicht gefehlt, und sie sind auch schon ein kleines bisschen besser als früher, aber........ 😐 : ich muss noch viel üben.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und lieben Dank fürs Teilen eurer Erlebnisse.

Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
5'049 Beiträge · seit 201430. Sept. 2021 · #149
Nachdem wir den Sichtungswilli 2019 im KTP eingesetzt hatten, sahen wir am Morgen unseren ersten Karakal ever:
Karakal im KTP
Seitdem glauben wir fest an seine Wirkung.
Liebe Eulenmuckels,
danke für den Link - ich hatte doch tatsächlich das Ende von eurem letzten Bericht verpasst! 😗

Liebe Grüße
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
44 Beiträge · seit 202030. Sept. 2021 · #150
Hallo Eulenmuckels,
ganz großes Kino Eure Sichtungen und Fotos! Ihr habt in meinem Bericht zwar schon geschrieben, dass Ihr kein Glück mit den Geparden hattet, dafür aber so tolle Begegnungen mit vielen Löwen, Hyänen (vor alllem eine braune Hyäne 🤩 ) und sogar solch kleinen süßen Oryx. Von letzteren haben wir bisher noch nie die Jungen gesehen und auch mit Hyänen hatten wir viel weniger Glück als Ihr. Eine braune Hyäne fehlt uns auch noch...aber ok, es ist wirklich immer eine Überraschung und wir sind natürlich trotzdem froh über jede Sichtung, die wir erleben durften.
Ich muss auch dringend meinen Bericht weiterschreiben, aber ich bin mit dem Lesen bei Euch und Bele schon so beschäftigt 😉
Viele Grüße, Nora
8'684 Beiträge · seit 201030. Sept. 2021 · #151
So, jetzt aber her mit den Karakalen und Leoparden! 🤩

Die wunderschönen Löwen bei Morgenlicht im güldenen Gras habe ich nun lange genug angeschmachtet 😄

Offensichtlich bin ich heute im romantic mood, denn irgendwie gefallen mir die Elefanten im Sonnenuntergang (Okaukuejo) fast am besten.

Am meisten freue ich mich aber drauf, wenn Uwe das Kunststück mit dem doppelten Salto und dem Schuh beim nächsten Live-Treffen vorführt! 🤪 😛 !

Und jetzt ganz ernsthaft ein dickes Danke für den schönen Bericht 😘 !

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 30. Sept. 2021
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200601. Okt. 2021 · #152
@Markus: Vielen Dank für das Gedicht. Wenn man sich nun überlegt, dass jedes einzelne Nest am Baum wenigstens dreimal gewebt werden musste, bis es der "holden Liebsten" genehm war, hat man den größten Respekt vor diesen fleißigen Vögeln. Vielleicht denken Männer und Frauen aber auch unterschiedlich darüber. 😉

@Beate: Also wenn du nicht schnell genug hinterher kommst, liegt das wohl nicht an unserem Schreibtempo hier. 😉 Wenn die eigenen Fotos mit der Zeit immer ein bisschen besser werden, kann man doch zufrieden sein.

@Konni: Gern geschehen.

@Nora: Wenn die kleinen braunen Oryx-Kinder hinter ihren Eltern herlaufen, könnte man von Weitem denken, sie würden von Löwen gejagt. Wenn ihr eine braune Hyäne sehen wollt, können wir euch einen Besuch im KTP empfehlen.

@Bele: Vielen Dank. Können wir uns darauf einigen, dass ich nur das Kunststück mit dem Schuh zeige? 😉

Vielen Dank für eure Begleitung
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200601. Okt. 2021 · #153
Tag 14 – Freitag, 16. Juli – Vom richtigen Zeitpunkt

Namutoni

Um es vorwegzunehmen: Wir haben heute weder ein Karakalbaby, noch seine Mutter erblickt, und auf den Leoparden im Etosha warten wir noch immer. Kann ja auch nix werden, der wird ja von allen anderen Leuten hier im Forum schon immer weggeguckt – falls es ihn überhaupt gibt!
Heute Morgen mussten wir mal nicht das komplette Lager abbrechen. Die Leine durfte hängen bleiben, denn wir wollten ja noch eine zweite Nacht bleiben.

20210716-070740-5N7A0129.jpg


Kurz nach Toröffnung starteten wir in den Park. Chudop enttäuschte mit gähnender Leere, Koinachas ebenso, Klein und Groß Okevi waren auch verwaist. Dort gab es nicht nur nichts, sondern gar nichts zu sehen. Was war denn nur los? Wir hatten heute keine Geduld, stundenlang auf ein leeres Wasserloch zu starren. (Auch diese Taktik hatten wir schon mehrfach ausprobiert. So richtig gelohnt hat sie sich bisher aber noch nicht. Daher setzen wir mehr auf den Zufall, zur richtigen Zeit am rechten Ort zu sein, oder uns die Spuren – falls sie denn vorhanden sind – genauer anzuschauen.) Heute war mehr als ein flüchtiger Blick mit dem Fernglas in die angrenzenden Büsche nicht drin, dann ging es weiter. Wahrscheinlich krochen alle Tiere hämisch grinsend aus der Deckung, sobald wir wieder davon fuhren. Von wegen richtiger Zeitpunkt und so …
Anschließend fuhren wir nach Klein Namutoni. Schon auf der Zufahrt sahen wir in einem Baum einen Trupp Weißrücken-Geier sitzen. Nun ja, es waren fast alles Weißrückengeier.

20210716-075957-7D3_2019.jpg


20210716-075907-LV6A0164.jpg


Ein paar junge Gaukler hatten sich im Tarnmatel darunter gemischt.

20210716-075617-LV6A0154.jpg


Bloß nicht zu früh freuen. Nachdem uns Fotomatte vor Jahren sämtliche Hoffnungen mit einem knappen „Das muss jetzt gar nix heißen, das ist vielleicht nur ihr Schlafbaum“ genommen hatte, sind wir vorsichtiger geworden. Trotzdem freuten wir uns über einen zweiten und einen dritten Schlafbaum und beschlossen, dass das jetzt doch etwas heißen sollte. Und siehe da: Ein wenig abseits der Straße lag der bereits aufgerissene Körper einer Giraffe.

20210716-080526-7D3_2024.jpg


Ein wahrer Leckerbissen für die Geierschar, die sich allerdings noch gedulden musste, denn der Festschmaus wurde gut bewacht. So gerade eben konnten wir noch ein Stückchen Mähne eines Löwenkaters erkennen, der direkt daneben lag. Früher oder später würde er wahrscheinlich Durst bekommen und zum Wasserloch laufen oder noch ein wenig an der Giraffe nagen. In unserem Fall wahrscheinlich später. Soviel mal wieder zum richtigen Zeitpunkt. Als sich nach 10 Minuten immer noch nichts getan hatte – noch nicht einmal eine Schwanzspitze hatte gezuckt, und wenn doch, dann hatten wir sie zumindest nicht gesehen – fuhren wir weiter zum Wasserloch. Dort schimpften und krakeelten ein paar Perlhühner, die sich von uns genötigt fühlten, ihren Lauf zu beschleunigen. Aufgeregt liefen sie im Zickzack vor uns her, bis sie endlich neben die Straße auswichen.

20210716-081229-7D3_2038.jpg


Wir ließen sie in Ruhe und machten uns auf den Weg nach Twee Palms. Aus bekanntem Grund dauerte der Weg wieder deutlich länger als andere Strecken im Park. Wir sahen mehrere Schakale und viele, viele Gabelracken und Gleitaare. Letztere hatten aber keine Lust auf ein Fotoshooting.

20210716-082421-7D3_2047.jpg


20210716-083658-7D3_2070.jpg


Außerdem entdeckten wir eine Menge Riesentrappen, und die Ebene war übersät mit Springböcken, Gnus und Oryx. Die meisten von ihnen zogen Richtung Wasser.

20210716-092258-7D3_2093.jpg


Marabu und Stelzenläufer

20210716-093459-LV6A0195.jpg


Wir beschlossen, die lange Runde quer über und entlang der Pfanne zu nehmen. Es wehte ein ganz schöner Wind, und nach einem kurzen Öffnen des Fensters war der komplette Innenraum unseres Autos mit einer dünnen, weißen, salzigen Staubschicht bedeckt.

20210716-093703-7D3_2101.jpg


Die trockene Quelle Aroe gab wie erwartet nicht viel her. Ein paar Lerchen hopsten herum, und wir setzten unseren Weg fort. Treue Begleiter waren die vielen Gabelracken. Bevor wir den Loop beendet hatten, begegneten uns zwei Hyänen. Wir stellten den Motor ab, und die beiden liefen unmittelbar auf uns zu.

20210716-100921-7D3_2118.jpg


Die kleinere von ihnen war noch ganz fluffig, und bei Tageslicht schauen sie ja doch ganz nett aus.

20210716-100948-7D3_2136.jpg


20210716-101112-7D3_2145.jpg


20210716-101303-5N7A0135.jpg


Wer braucht schon die Big Five? Wir hatten nun um kurz nach 10 Uhr bereits die „Ugly Five“, denn eine Familie Warzenschweine hatten wir auch schon davonflitzen sehen. Danach fuhren wir wieder über Klein und Groß Okevi weiter nach Norden. Das Nichts von heute Morgen hatte sich hier in einen Weißbürzel-Singhabicht und drei Honigdachse verwandelt, die aber gerade die Bühne verließen.

20210716-103438-LV6A0211.jpg


Zum ersten Mal nahmen wir den Weg weiter nördlich von Tsumcor bis zum Wasserloch Andoni, das mitten auf einer riesigen Ebene liegt. Wir fühlten uns an die Liuwa Plains in Sambia erinnert. Dort hatten wir auch eine endlose, gelbe Grasebene ohne Tiere gehabt.

20210716-111943-5N7A0139.jpg


Das war hier nicht ganz richtig. Ein paar Vierbeiner gab es auch.

20210716-112906-5N7A0145.jpg


20210716-115349-7D3_2209.jpg


Wir kehrten wieder um und machten eine schöne Pause auf dem kleinen Picknicksite unterhalb der Plains. In der Sonne vertraten wir uns ein wenig die Beine, machten es uns auf den niedrigen Steinhöckerchen so gut es ging bequem und ließen uns ein spätes Frühstück mit Avocado-Brot, Käse, Rauchfleisch und dem restlichen Bohnensalat schmecken. Dabei machten wir uns bewusst, wie schön es war, hier zu sein und beglückwünschten uns zum wiederholten Male, trotz aller Widrigkeiten nach Namibia geflogen zu sein.

20210716-121136-5N7A0148.jpg


Auf dem Rückweg über das trockene Wasserloch Stinkwater (was wir schon gut können: den richtigen Zeitpunkt für genau gar nichts abzupassen) hielten wir nochmal länger bei Tsumcor.

20210716-135103-IMG_7487.jpg


Uwe döste ein wenig vor sich hin, während Ruth eine Familie Giraffen und ein paar Kudus beobachtete.

20210716-135504-7D3_2233.jpg


20210716-135748-7D3_2251.jpg


20210716-141729-7D3_2269.jpg


Am späten Mittag waren wir wieder zurück in Namutoni. Auf der Campsite gab es eine Pause mit Duschen, Kaffee, Tee und Ausruhen. Der gesamte Campingplatz war heute noch weniger belegt als gestern. Außer dem großen Truck waren wir die einzigen Gäste.

20210716-154720-5N7A0172.jpg


20210716-155253-IMG_7492.jpg


Wir genossen die Ruhe und sahen den Tokos beim Aufräumen der Campsite zu. Ein paar große Heuschrecken weniger finden wir jetzt nicht so schade. Zielsicher porkelten sie die Krabbeltiere zwischen den Dornen aus den Ästen

20210716-142708-7D3_2290.jpg


und wendeten sie dann durch mehrfaches In-die-Luft-Werfen so lange, bis sie in der passenden Position lagen.

20210716-142729-LV6A0338.jpg


20210716-142750-LV6A0361.jpg


20210716-142756-LV6A0368.jpg


20210716-142758-LV6A0375.jpg
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2021
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200601. Okt. 2021 · #154
Erst gegen 16.20 Uhr starteten wir zu einer kleinen Nachmittagsrunde. Twee Palms mit seinen ganzen Karakalen wollten wir ignorieren. Stattdessen beschlossen wir, nach dem Löwen zu schauen. Vor Klein Namutoni begegnete uns die übrig gebliebene Giraffenfamilie. Ohne Eile stelzte sie auf uns zu, ein Mitglied hatte sich ja bereits geopfert, und so war erst mal nichts weiter zu befürchten.

20210716-162605-7D3_2360.jpg


Einige Graulärmvögel turnten in den Ästen und zupften ein paar frische Triebe oder Blüten, und auch die Geierschar geierte noch von den Schlafbäumen. An den Giraffenkadaver traute sie sich aber immer noch nicht.

20210716-162955-7D3_2382.jpg


20210716-163221-LV6A0399.jpg


Während unserer Abwesenheit hatte sich das Löwenmännchen tatsächlich bewegt, denn wir konnten nun immerhin ein wenig mehr als nur ein paar Mähnenbüschel erkennen. Der Kater döste von uns abgewandt im Schatten.

20210716-163434-7D3_2385.jpg


Als wir gerade das Wasserloch erreichten, sahen wir von rechts ein Spitzmaulnashorn herbeilaufen.

20210716-163620-LV6A0415.jpg


Außerdem war das Wasser von vielen Geiern besucht, denen es wohl den ganzen Tag in der Sonne zu warm geworden war. Sie tranken und badeten und trockneten anschließend ihre Schwingen.

20210716-163724-LV6A0430.jpg


Kurz bevor das Nashorn das Wasser erreichte, parkten wir wegen der Sonne noch einmal um. Wir ärgerten uns schon über uns selbst, weil der graue Koloss uns dies übel nahm und sogleich abdrehte. Zum Glück änderte er seine Meinung aber noch einmal und kam dann doch zum Trinken.

20210716-163749-LV6A0433.jpg


Nach seinem Abgang dauerte es nicht lange, und die Wasserstelle war fest im Huf von mehreren Giraffen. Immer neue kamen aus allen Richtungen und trafen sich hier wie zu einem vereinbarten Zeitpunkt. Und wir waren dabei. Na bitte, es geht also doch!

20210716-164005-7D3_2387.jpg


Unter einem mit weißen Wölkchen bestreuten Himmel fuhren wir den Dikdik-Drive. Wolken sind zu unserer Reisezeit schon etwas Besonderes und machen sich gut.

20210716-165701-5N7A0190.jpg


Wir fanden ein noch ganz junges Giraffenkalb mit seiner Mutter.

20210716-170329-7D3_2399.jpg


20210716-170247-7D3_2394.jpg


Swainsonfrankolin

20210716-170753-7D3_2412.jpg


Als wir den Loop gerade zu Ende gefahren waren und schon dachten, er habe seinen Namen zu Unrecht, entdeckten wir sie doch noch. Zwei der kleinsten Antilopen standen beieinander und schnüffelten mit ihren Rüsselnäschen prüfend in alle Richtungen.

20210716-171531-LV6A0453.jpg


Von uns schien keine Gefahr auszugehen, und so konnten wir die beiden Dikdiks in aller Ruhe beobachten, während sie Blätter von den Sträuchern fraßen.

20210716-171601-7D3_2427.jpg


20210716-171703-7D3_2447.jpg


Eine Schlankmanguste wuselte auch noch schnell vorbei.

20210716-171555-LV6A0460.jpg


Und dann kam der große Auftritt des alten Recken. Eigentlich hatten wir für heute schon nichts mehr erwartet. Aber als wir auf dem Rückweg wieder an der bedauernswerten Giraffe vorbeikamen, hätte der Zeitpunkt nicht besser sein können. Der alte Herr Löwe hatte sich gerade erhoben und steuerte auf uns zu. Er sah schon ein wenig abgekämpft und müde aus, war aber noch immer eine stattliche Erscheinung.

20210716-172200-LV6A0466.jpg


20210716-172223-LV6A0494.jpg


20210716-172227-LV6A0501.jpg


20210716-172236-7D3_2511.jpg


Er reckte und streckte die müden Glieder und gähnte, als er sich in Richtung der Wasserstelle bewegte.

20210716-172327-LV6A0518.jpg


Schnell wendeten wir den Wagen und warteten dort auf ihn. Er ließ sich viel Zeit beim Trinken, bevor er wieder zu seinem Abendessen zurückstolzierte.

20210716-172928-7D3_2547.jpg


20210716-172946-7D3_2549.jpg


20210716-173412-7D3_2587.jpg


20210716-173445-7D3_2604.jpg


20210716-173650-LV6A0604.jpg


Das letzte Stück trabte er sogar. Wegen uns hätte er sich allerdings keine Sorgen machen müssen. Wir hatten nicht vor, ihm seine bereits sehr gut abgehangene Giraffenkeule streitig zu machen.

20210716-173641-LV6A0587.jpg


Er schnüffelte an verschiedenen Stellen seines Bratens und hatte offensichtlich Mühe, das Fell weiter vom Fleisch abzuziehen. Immer wieder zog und zerrte, biss und riss er an der zähen Decke und schaute dann ziemlich traurig und frustriert, wenn er nicht sonderlich viel erreicht hatte.

20210716-173948-7D3_2644.jpg


20210716-174926-LV6A0654.jpg


20210716-175205-7D3_2680.jpg


20210716-175411-5N7A0192.jpg


Wir ließen ihn alleine und drückten die Daumen, dass er noch ein paar saftige Happen erwischen würde.
Rechtzeitig zum Sonnenuntergang wollten wir den Baum südwestlich von Namutoni fotografieren. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir eine Herde mit einem kleinen Zebra, welches ganz übermütig herumsprang.

20210716-180504-7D3_2700.jpg


Der Plan war eigentlich, mit einem Sundowner neben dem Baum zu stehen und das Farbenspiel der untergehenden Sonne zu bestaunen. Die Sonne stand aber noch ziemlich hoch, und die gewichtigsten Argumente näherten sich von Norden. Nur einen knappen Kilometer weiter erschienen drei große Elefantenbullen.

20210716-181105-7D3_2711.jpg


Unser Entschluss stand fest: Wir hatten bisher kaum Elefanten gesehen, und diese wollten wir uns nicht entgehen lassen. Glücklicherweise führte ein Stückchen weiter eine kleine Pad zum Doringdraai. Diese fuhren wir nun und stellten den Motor ab. Ganz langsam zogen die riesigen Tiere an uns vorüber. Wir hielten den Atem an. Außer dem Rascheln ihrer Schritte im Gras waren sie völlig lautlos.

20210716-181418-7D3_2740.jpg


20210716-181442-7D3_2749.jpg


20210716-181445-7D3_2751.jpg


Wir waren wieder einmal tief beeindruckt und freuten uns sehr über die tolle Begegnung. Für unseren Baum war es auch noch nicht zu spät. Pünktlich waren wir wieder zurück, um zu bezeugen, wie seine untersten Äste versuchten, die Sonne am Abtauchen zu hindern.

20210716-182050-5N7A0207.jpg


Sehr zufrieden fuhren wir an einem Tag voller Eindrücke zurück ins Camp. Dort grillten wir ein sehr leckeres Oryx Fillet und kochten dazu Kartoffeln. Für unsere zunächst achtlos neben die Feuerstelle geworfenen Kartoffelschalen fand sich schließlich auch noch ein dankbarer Abnehmer.

20210716-191206-LV6A0703.jpg


Obwohl wir natürlich wissen, dass man keine wilden Tiere füttern soll und wir da sehr eisern sind, brachten wir es diesmal nicht über’s Herz, der putzigen Maus die Schalen zu entreißen.

20210716-191758-5N7A0225.jpg


Lange saßen wir nach dem Essen am Feuer und lauschten dem unvergleichlichen Konzert von Löwenbrüllen, Schakal-Geheule und Hyänen-Rufen. Wir halten es da mit der Maus Frederick und nehmen uns vor, genau diese Momente für zu Hause in unserem Gedächtnis zu bewahren.
Und das Fazit des Tages: Der Sichtungs-Willi hat uns mal wieder nicht enttäuscht! Von ganz groß bis ganz klein war auch ohne Karakal alles dabei.

Kilometer: 183
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2021
1'059 Beiträge · seit 200601. Okt. 2021 · #156
Die Fotos von den Elefanten im Abendlicht sind der Knaller! Wunderschön! 🙂

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
911 Beiträge · seit 200701. Okt. 2021 · #157
Ein toller Bericht!

Mein Neid und Sehnsucht halten sich nur in Grenzen und nehmen von Tag zu Tag ab, weil ich in 13 Tagen auch wieder los mache und diesmal für fast 6 Wochen 🤩

Liebe Grüße
Helgi
Reisebericht 2012: 8 Löwen und ein Oryx
3'883 Beiträge · seit 201101. Okt. 2021 · #158
Hallo liebe Eulenmuckels,
danke für die professionellen Fotos. Sie sind wunderschön, und ich genieße sie schon seit eurem ersten Eintrag in diesem Thread. Trotzdem: Elefanten im Sonnenuntergang und Löwen im goldenen Gras kann jeder, pfff! 😗 Oder?
Aber ein unscheinbares Pflänzchen am Wegesrand zu einem herausragenden Motiv zu stilisieren, das ist wahres Eulenmuckelkönnen. Besonders herzlichen Dank für dieses minimalistische Foto, das mich begeistert und an die Titelseite in eurem XXL-Fotobuch erinnert, das ihr einmal in Büsnau dabei hattet:
Nam_20210715-144416-7D3_1946.jpg


Ein schönes Wochenende wünscht euch
freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
547 Beiträge · seit 201401. Okt. 2021 · #159
Liebe Eulenmuckels

Vielen Dank für die herrlichen Fotos aus Namibia!! 🙂 Besonders gefallen haben mir das Foto mit dem Marabou und dem Stelzenläufer, die schnuckligen Hyänen, die Elefanten-Abendstimmung und natürlich euer abgekämpfte Löwenmann mit seiner Giraffe! Ich freue mich auf mehr...

LG
Stefanie
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200601. Okt. 2021 · #160
@Martin: Schön, dass ihr wieder zurück seid. Und wie man hört, hattet ihr eine schöne Tour durch Botswana.

@Sam: Vielen Dank. Über die späten Elefanten habe ich mich ganz besonders gefreut, weil wir im Etosha noch nicht viele von ihnen gesehen hatten.

@Helgi: Sechs Wochen sind eine tolle Zeit. Kann es evtl. sein, dass du deinerseits hier etwas Neid erzeugen willst? 😉

@freshy: Es freut uns, dass euch unsere Bilder gefallen. Und dieses schlichte Pflanzenfoto hat tatsächlich eine Ähnlichkeit mit dem Hintergrund eines unserer Fotobücher:

20180806-080956-7D3_9161.JPG


Die hier abgebildete Pflanze spielt am Ende der aktuellen Reise noch eine kleine Rolle.

@Stefanie: Herzlich willkommen hier! Schön, dass ihr dabei seid. Mehr kommt bald. 🙂

Viele Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity