take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201227. Nov. 2019 · #21
Vielen Dank an alle Mitleser und Danke Button Drücker
@ Topobär Lieben Dank für deine Erläuterungen. Durch La Leonas Kommentar habe ich die t4A Karte mal an dieser Stelle etwas weiter aufgezogen und in der Tat steht dort "Ancient Damara Stone Dwellings". Stellt sich nun wirklich die Frage, wer sie errichtet hat. Für mich ganz nützliche Erkenntnis: die Karte grundsätzlich zu vergrößern. Dann hätte ich auch gesehen, dass das Büchleine schon auf der Karte erwähnt wird. Das ist das schöne an den reiseberichten und euren Kommentaren - es gibt immer wieder etwas zum Dazulernen.
@busko Den Hinweis auf die Felsformationen hatte ich aus einem Reisebericht. Sie waren wirklich richtig schön. Und ja ... es ist immer schön, wenn man die Personen persönlich kennt.
@ La Leona Danke für die Informationen über Granietkoppi. Ich hatte es wirklich nicht auf dem Schirm, dass es sich um eine Community-Campsite handelt. Wir sind auch bis ganz hinten gefahren und fanden den Platz wunderschön.
Ob nun San oder Damara Dwellings? Das ist hier die Frage.
Ich danke euch für euren interesssanten Input. Liebe Grüße Dagmar
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201227. Nov. 2019 · #22
Tag 6 07.10.2019 Crowther’s Trail
Heute sind wir früh an. Bereits um 7:20 Uhr sind wir abfahrbereit.
Auf dem Plan steht der Crowther’s Trail mit Übernachtung auf der Blackridge Campsite. 2015 hatten wir den Crowther’s Trail zum ersten Mal gefahren. Und eigentlich, wollten wir ihn nie mehr fahren. Doch was kümmert uns unser Geschwätz von damals. 🙂
Da wir uns ja schon im Concessionsgebiet befinden nehmen wir uns diesmal die Zeit um auch durch die Day Visitors Area zu fahren. Entgegen dem Uhrzeigersinn fahren wir die einzelnen Viewpoints ab.
Bilder gibt es von diesem Tag erstaunlicherweise wenig, obwohl uns die Landschaft sehr gut gefällt. Irgendwie erinnert uns die Concession an einen gepflegten Steingarten mit sorgfältig platzierten grünen Büschen. Es sieht irgendwie „aufgeräumt“ aus. Aufgefallen ist uns auch die gute Beschilderung innerhalb der Day Visitors Area, dies hatten wir so nicht in Erinnerung.
Von einigen Aussichtspunkten sehen wir weit in der Ferne Elefanten. Und ich denke mir „Hätte ich wohl doch mal besser den in der Palmwag Lodge fotografiert.“ Aber wir haben ja noch den Hoanib. 😕
Aub Canyon
Die Concession ist gut zu befahren, nur das Stück I3 Aub-Barab Pass ist sehr felsig und etwas schwieriger.
Für diese Runde in der Day Visitors Area haben wir 2 Stunden gebraucht und sind 41 Km gefahren.
Gegen 10.00 Uhr biegen wir dann auf den Crowther’s Trail ab. Vielleicht liegt es daran, dass wir wissen was uns erwartet, denn der Beginn des Crowther’s Trail gefällt uns ausgesprochen gut. Für alle Fälle und vielleicht für einen 3. Besuch fahren wir alle genehmigten Campsites ab. Auf einer Anhöhe machen wir eine gemütliche Frühstückspause.
So etwa ab Höhe von C5 wird der Weg dann doch etwas eintöniger. Dies kann auch an dem ständig stärker werdenden Wind und dem vielen Sand in Luft liegen. Bereits um 14.00 Uhr erreichen wir die Blackridge Campsite. Es ist heiß (ca. 35°C), trocken und staubig. In unseren Augen macht es nun gar keinen Sinn, den Rest des Tages hier zu verbringen und so beschließen wir gleich weiter in den Hoanib zu fahren. Kurz bevor wir in das Trockenflussbett des Hoanib fahren, zeigt sich Familie Strauß.
Wir ahnen noch nicht, dass dies für lange Zeit die letzten Tiere sein werden, die wir sehen.
Wir hatten den Hoanib von unseren ersten Tour als grüne Oase mit vielen Tieren in Erinnerung. Diesmal ist es staubtrocken, durch den starken Wind ist die Luft voller Sand, da sind mir nun echt meine Objektive zu schade, die Pflanzen haben einen bräunlichen Sandüberzug. Und selbsterklärend sind auch fast keine Tiere zu sehen.
Eine Giraffe hat sich dann doch unser erbarmt und zeigt sich.
Irgendwie haben wir nun auch keine Lust uns im Ganamub ein Nachtquartier zu suchen und so fahren wir den kompletten Hoanib runter bis Elephant Song. Da wir ja keine Pausen durch Tierbeobachtungen haben geht dies auch recht schnell.
Kurz vor Elephant Song steht immer etwas Wasser, teilweise geht die Pad ganz knapp an den „Wasserpfannen“ vorbei.
Traurig der Anblick vieler verendeter Kühe. Überhaupt sind sehr viele Kühe im Hoanib. Sie werden wohl von den Farmern hierhin zum Weiden getrieben.
Elephant Song ist sehr schön neu aufgebaut worden. Die 4 Campsites liegen alle etwas auseinander mit Blick ins Tal. Ein Camp-Adjutant ist anwesend. Der Donkie wird befeuert, Feuerholz zum Grillen kann gekauft werden. Wir sind die einzigen Camper hier.
Natürlich lieben wir es, in den Seitentälern wild zu campen, doch sollte man die Anstrengung hier wieder eine Campsite aufzubauen auch durch den Besuch dieser belohnen. Es ist alles super sauber und gut gepflegt. Nach 2 Nächten in der „Wildnis“ tut eine richtige Dusche auch gut. Im Schutz des Unterstandes sitzen wir gemütlich beim Abendessen und einem Gläschen Wein.
Kosten der Campsite: per Campsite 200 Nam$ pro Person/Nacht 150 Nam$
Bilder der Campsite (vom nächsten Morgen)
Zur Info: Für den Crowther's Trail (143 Km) haben wir incl. Frühstückspause 6 Std. gebracht. Insgeamt sind wir 184 Km gefahren.
Und morgen schauen wir mal, ob wir vielleicht doch noch Elefanten finden. 😕
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201428. Nov. 2019 · #23
Hallo Dagmar,
Elephant Song war im Januar noch im "Bau". Die Reste des alten Camps waren noch nicht ganz abgetragen und wir haben dort kurz Halt gemacht und mit den Arbeitern gesprochen. Sie haben uns erzählt, dass die neue CS bald fertig gestellt werden wird - das konnten wir nicht so recht glauben 😗. Aber der Zeitplan wurde ganz offensichtlich eingehalten und das sieht nun nach dem Wiederaufbau wirklich sehr ansprechend aus.
Im Januar trafen wir die Strecke den Hoanib runter quasi hinter jeder Biegung Elefanten.
Jetzt bin ich doch sehr gespannt, wie es für Euch am kommenden Tag weitergeht und ob Ihr Elefanten finden konntet.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200928. Nov. 2019 · #24
Hallo Dagmar,
das neue Elephant Song Camp macht einen wirklich sehr guten Eindruck. Vor allem der Blick aus dem Shelter gefällt mir sehr gut. Da konnte ich jetzt eine tolle Info aus Eurem Reisebericht ziehen. Schön, wie man gegenseitig voneinander profitiert.
Noch einmal zu Gai As. Ob die Ruinen von den San oder den Damara stammen, wird man nicht mit Sicherheit klären können. Für die Damara spricht, dass sich die Ruinen am Rande Ihres Siedlungsgebiets befinden. Für die San spricht, dass vergleichbare Bauten auch in anderen Siedlungsgebieten der San gefunden wurden und die San früher auch durch das Damaraland zogen. Beide Volksgruppen sind aber auch nahe verwandt, wie man z.B. an der Klicksprache sehen kann. In so fern ist es für mich nicht so entscheidend, welche der beiden Volksgruppen Gai As errichtet hat. Entscheidend ist für mich lediglich, dass die Ruinen von der ursprünglichen schwarzen Bevölkerung errichtet wurden und nicht von schiffbrüchigen Seefahrern, wie eine Zeitlang vermutet.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201229. Nov. 2019 · #25
@ Applegreen
Im Januar trafen wir die Strecke den Hoanib runter quasi hinter jeder Biegung Elefanten.
Wow, was für ein Glück.
@ Topobär
das neue Elephant Song Camp macht einen wirklich sehr guten Eindruck. Vor allem der Blick aus dem Shelter gefällt mir sehr gut. Da konnte ich jetzt eine tolle Info aus Eurem Reisebericht ziehen. Schön, wie man gegenseitig voneinander profitiert.
Es freut mich sehr, dir als "alten Hasen" auch eine interessante Info geben zu können.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201229. Nov. 2019 · #26
Tag 7 08.10.2019 Hoanib 2. Chance und wir finden einen Weg wo es keinen gibt.
Wir wachen früh auf und … was haben wir für ein Glück . Es weht kein Wind und die Sonne scheint. Hatten wir gestern schon überlegt, den Hoanib frühzeitig zu verlassen, so wollen wir nun bei diesem schönen Weter ihm noch eine 2. Chance zu geben.
Wir beschließen: Heute wird ein guter Tag!!
Wir nehmen von Elephant Song aus gesehen den nördlichen Track, der nicht so nass ist. Das ist die Landschaften, die wir hier so lieben.
Als erstes sehen wir wieder riesige Kuhherden. Ich steige sogar kurz aus, um sie zu fotografieren. Nichts Besonderes für Leute, die keine Angst vor Kühen haben … aber ich habe Angst vor Kühen!
Bei schönem Licht entdecken wir Springböcke, Affen mit Nachwuchs … der Hoanib scheint gegenüber gestern wie ausgewechselt.
Ganz ruhig und langsam lassen wir diese veränderte Sichtweise auf uns einwirken, dann hören wir ein leises Geräusch und sehen, dass unsere Windschutzscheibe gerissen ist - warum auch immer auf dieser Strecke - wahrscheinlich haben sich vorhandene Steinschläge vereint - Spannungsriss.
Dies stört uns erstmals nicht weiter und wir setzen unsere Fahrt langsam Richtung Westen fort. Dann fällt uns ein kleines grünes Schild mit den Buchstaben „HVC“ ins Auge. Zuerst denken wir an ein Treffen irgendeiner Gruppe. Die Durchfahrt, in die dieses Schild zeigt ist nicht breiter als unser Auto. Wir sind neugierig, bzw. Jürgen ist neugierig und schon steuert er unseren Wagen durch diese schmale Schlucht, die gerade so breit wie unser Wagen ist. Genaue Koordinaten habe ich dazu nicht. Wir gelangen auf eine Hochebene, die wie wir später feststellen zwischen Obias und Hoanib liegt. Hier ist es fantastisch schön.
Wir entdecken eine Zeltlodge … und natürlich fährt Jürgen hin.
W-Lan, Satellitenempfang , alles sieht sehr nobel aus. Wir erfahren dass HVC für Hoanib Valley Camp steht und von Natural Selection betrieben wird. 6 Zelte gibt es mit Blick auf ein schönes Tal, Safari-Fahrzeuge, Bar … alles vorhanden. Mit gemischten Gefühlen fahren wir weiter. Unsere Gedanke: Tja, nun hat der Pauschaltourismus auch die entlegenen Trockenflüsse erreicht.
Natürlich fahren wir noch etwas durch dieses malerische Tal, sehen Strauße und Oryx und treffen irgendwann in Richtung Westen auch wieder auf den Hoanib.
Unsere weitere Fahrt führt uns nun Richtung Amspoort. Und dann endlich … ich kann unser Glück kaum fassen, entdecken wir unseren ersten Wüstenelefant im Hoanib.
Und nicht genug, nun kommt auch noch eine Elefantenkuh mit Nachwuchs. Herrlich .
Lange bleiben wir stehen, beobachten wir das Kleine sich im Schatten eines Baumes bei der Mutter stärkt. Dann ziehen die Beiden weiter und wir auch.
Doch wir kommen nicht weit, denn nun kommt schon wieder eine Elefantenkuh mit Jungen.
Sie kommen so nahe an unserem Auto vorbei, dass mein Tele-Objektiv nun wirklich fehl am Platz ist.
Wenn Elefanten zu uns kommen bin ich meist tiefenentspannt. Sie queren vor uns, verschwinden in den grünen Büschen und sind binnen kurzer Zeit unsichtbar.
Ein paar Giraffen stehen noch malerisch am Wegesrand.
Dann erreichen wir den Amspoort Viewpoint.
Hier machen wir eine kleine Zwischenrast und genießen noch völlig glücklich unser 2. Frühstück.
Nun gilt es den Plan für die Weiterfahrt zu machen. Wir nehmen unsere Papierkarte von T4A von 2013 heraus. Unser Ziel ist die Übernachtung am Signal Hill. Doch wollen wir den Hoanib nun nicht nochmal zum 3. Mal fahren. Die Frage ist, wie kommen wir dort hin? In der Papierkarte ist ein Weg eingezeichnet. Diese Strecke gefällt uns und wir machen uns auf den Weg.
Das Blöde daran ist nur, dass die T4A Karte auf dem Navi diesen Weg nicht zu kennen scheint bzw. dass es diesen Weg nicht gibt.
Was für ein Blödsinn denken wir uns. Wenn da ein Weg war, wird es diesen auch jetzt noch geben. Und da mein Mann nicht gerne zurück fährt, vertrauen wir unserem Navigationssinn und machen uns auf den Weg Richtung Puros. Anhand der Papierkarte sehen wir, wo ungefähr wir abbiegen müssen. Tatsächlich geht etwa dort, wo wir es vermuten eine Fahrspur ab. Dieser folgen wir nun. Zu Beginn ist diese auch einfach zu fahren, sie wird jedoch immer ansspruchsvoller. Diese Aufnahme entsteht am Anfang des Weges.
Danach steht mir der Sinn nicht mehr nach Fotografieren, sondern ich denke nur noch „Wie kommen wir da wieder raus“. Die Spur, wenn wir sie mal nennen wollen, führt in die richtige Richtung. Wir gelangen an ein Trockenflussbett, hier ist es sehr tiefsandig und wir hoffen, hier nun endlich den auf der Papierkarte eingezeichneten Weg gefunden zu haben. Doch nach kurzer Fahrt im Flussbett versperrt uns eine Steinwand die Weiterfahrt. Also wieder zurück. Wir fahren nun aus dem Flussbett heraus auf die Geröllhügel - Hügel hoch - Hügel runter. Jürgen fährt immer bis an die Abruchkante, um zu sehen wo es weiter gehen könnte. Ich bekomme jedes Mal fast einen Herzinfark. 🤩 Am liebsten würde ich aussteigen!! Aber was dann. Nach etlichen Hügeln und Tälern finden wir eine Passage zum Runterfahren. Nun trennt uns nur noch ca. 1 m vom Flussbett. Diesmal steige ich aus und weise Jürgen ein. Geschafft!!! 😄
Lt. Karte liegt nun nur noch der Fearless Pass zwischen uns und unserem Ziel. Dieser ist im Gegensatz zu dem was wir vorher erlebt haben der reinste Kindergeburtstag. Vor einer Anhöhe steht eine Giraffe mitten auf dem Weg auf dem Hügel und schaut uns lange an.
Sie denkt bestimmt auch „welche Volldioten fahren denn diesen Weg“.
Geschafft, vor uns liegt die Giribes Plains, nun kennen wir uns wieder aus. Wir sind erleichtert.
Unser Ziel, der Signal Hill ist in Reichweite.
Doch welche Ernüchterung. Wir kennen den Platz aus einer unserer vorherigen Reisen. Damals fanden wir diesen Platz nur schön und auf gewissen Weise magisch. Heute ist er übersät mit „Kuhscheiße“ (sorry für die Wortwahl) und damit verbunden mit vielen Fliegen.
Und dann auch noch das.
Wer in aller Welt muss sich an einem solchen Ort so verewigen? Da frage ich mich doch: "Wer sind nun hier die wirklichen Vollidioten?"
Mittlerweile ist es 17.00 Uhr und eine Entscheidung muss her. Hier wollen und werden wir nicht bleiben.
Unsere Lösung ist, auf die D3707 zu fahren und von dann wieder in den Ganamub, um uns dort in einem Seitental ein Nachtlager zu suchen. Die Zeit drängt. Wir passieren ein unbesetztes Toll Gate ohne schlechtes Gewissen, da wir ja unser Permit haben. Finden es aber gut, dass (wenn auch unbesetzt) dass es dieses Gate gibt.
Nach längerem Suchen finden wir einen Platz, der und gefällt. Die Sonne geht langsam unter und wir richten uns gemütlich ein. Ein langer Tag mit vielen Eindrücken geht zu Ende.
Und morgen geht es durch die Khowarib Schlucht. Liebe Grüße
Champagner8'672 Beiträge · seit 201030. Nov. 2019 · #27
Guten Morgen Dagmar,
Samstagfrüh, wenn es draußen noch dunkel ist, mit ner Tasse Kaffee in der Hand, ist bei mir Reiseberichtlesezeit 🙂 . Heute habe ich endlich mal bei euch in Ruhe geschmökert und hier musste ich schmunzeln:
take-off schrieb: Bilder gibt es von diesem Tag erstaunlicherweise wenig, obwohl uns die Landschaft sehr gut gefällt. Irgendwie erinnert uns die Concession an einen gepflegten Steingarten mit sorgfältig platzierten grünen Büschen. Es sieht irgendwie „aufgeräumt“ aus.
Selber wäre ich nicht draufgekommen - aber jetzt, wo du es schreibst.... 😮 😁 . Genau so sieht es dort aus!
Dann zu eurer "Vollidioten-Strecke" 😄 . Du hattest mir ja in Büsnau schon ausführlich davon erzählt und da habe ich mich erinnert - genau an der Stelle, wo Ihr auf die vorhandene Strecke zum Fearlesspass gestoßen seid, sind wir ja im August in der Gegenrichtung unterwegs gewesen, um dort im Sawurogab wieder runter in den Hoanib zu fahren, und ich sag nach dem Blick auf die Papierkarte noch zu Matthias: "Da gibt es auch einen Track, der oben rum führt!". Allerdings hab ich mich gewundert, dass überhaupt keine Fahrspur zu erkennen war 😕 . Er hat gar nicht reagiert - vermutlich hat er aufs Navi geschaut, nichts gesehen und sich gedacht "Lass die Alte mal quatschen.... 😛 !" Eigentlich schwöre ich ja auch auf die ältere Ausgabe der T4A-Karte, aber hier ist die neue wohl doch aktueller 😎 :
Was mich sehr freut ( nicht nur für euch 😉 ) ist der Elefantennachwuchs im Hoanib 🙂 .
Jetzt bin ich auf eure weitere Tour gespannt - in dieser Jahreszeit kann ich nicht genug von schönen Bildern und Texten über das südliche Afrika bekommen!
Hallo Dagmar, Du entführst mich zurück in schöne Erinnerungen an unsere Reise durch diese Region...........danke dafür! Wie gut, daß wir das 2015 erleben durften! Viele Grüße Friederike
AOaos1'166 Beiträge · seit 200801. Dez. 2019 · #29
Allerdings hab ich mich gewundert, dass überhaupt keine Fahrspur zu erkennen war 😕 . Er hat gar nicht reagiert - vermutlich hat er aufs Navi geschaut, nichts gesehen und sich gedacht "Lass die Alte mal quatschen.... :P !"
Hallo Bele, da war auch kein Track. Dieser befindet sich einige Kilometer weiter nördlich.
@take-off Auch ich bin diesen Track dieses Jahr gefahren, allerdings von Ost nach West. Die Streckenführung war aus dieser Richtung immer eindeutig. Die meiste Zeit führte dieser außerhalb des Tsuxub und war wunderbar zu fahren, da kein Wellblech. Im Tsuxub war hingegen ziemlich "buckelig" . An dieser Stelle führte der Track wieder ins Rivier - nach etlichen Kilometern außerhalb: https://namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/286315-raetsel-ecke-die-dritte.html?start=5904#564643
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201203. Dez. 2019 · #30
Tag 8 09.10.2019 Khowarib Schlucht und Klein Serengeti
Heute verlassen wir den Hoanib und seine Seitenflusstäler und fahren Richtung Seisfontain.
Wir sind nicht sehr früh unterwegs, zuerst genießen wir noch „unser“ Tal im Ganamub,
dann telefonieren mit Savanna Car Hire, um ihnen mitzuteilen, dass sie zur Weitervermietung eine neue Windschutzscheibe besorgen müssen. Die Nachfrage, ob wir diese in einer nahegelegenen Werkstatt schon ersetzen wollen, verneinen wir. Ist nur ein Riss und wir kommen klar. Uns war wichtig, dass der Vermieter Bescheid weiß.
Gegen 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Und erstaunlicher und glücklicherweise gibt es an dieser Ausfahrt aus dem Hoanib ein richtiges Tollgate. Ich krame also unser Permit hervor und steige aus … und stelle fest ... es ist sehr windig und richtig kalt. Nach ein paar netten Worten mit dem Tollgate-Wärter verlassen wir diese traumhafte Landschaft. Da hatten wir gestern ja richtig Glück mit dem Wetter.
Die bevorstehende Route wollte ich schon immer mal fahren. Da wir meist im März/April unterwegs waren, war es nie eine Option. Zudem fand ich zu diesem Streckenabschnitt nur wenig Informationen im Forum. (@La Leona: Dein Bericht hat mich zu diesem Teilabschnitt inspiriert. Denn du gibst in deinen Berichten auch klare Zeitangaben und Streckenzustände … super. Danke.) Für alle Fälle, und da wir die Route durch die Khowarb Schlucht und der Klein Serengeti nicht kennen, wollen wir in Seisfontein auf jeden Fall nochmals unseren Tank auffüllen. Als wir an der Tankstelle ankommen stehen bereits Fahrzeuge in der Wartschlange. Ein Tanklastzug befüllt die Tanks der Tankstelle. Das heiß erstmal warten. Die gute Nachricht für uns: Es gibt Benzin.
Gegen 11.00 Uhr fahren sind wir an der Auffahrt zur Schlucht.
Es ist nur wenig Wasser im Khowarib und der Aufstieg ist relativ einfach zu fahren. Es ist sehr trocken und staubig, immer wieder Bulldust, der uns einfüllt. Durch den Wind entstehen auch immer wieder Staubhosen.
Die Schönheit der Schlucht zeigt sich uns nur selten.
Kurzer Halt an den Wasserfällen.
Ursprünglich wollten wir an der Ana Tree Campsite übernachten. Doch auch hier sieht es nicht besser aus. Wahrscheinlich die falsche Jahreszeit. Es ist noch früh und so beschließen wir durchzufahren, in der Hoffnung in Hoada eine freie Campsite zu bekommen.
Der Khowarib Trail führt durch das Flussbett des Ombonde. Trotz der extremen Trockenheit gibt es hier erstaunlich viele Wildtiere, die allerdings alle eine hohe Fluchtdistanz haben. Eland, Giraffen, Springböcke, Oryx.
Hier erinnert uns die Strecke eher an eine Fahrt durch den herbstlichen Wald in Deutschland als an ein Trockenflussbett.
Hier (S19° 24.775' E14° 06.838') biegen wir in die Klein Serengeti ab. Auch hier das gleiche Bild. Die Luft ist gefüllt mit Sand. Kein Grashalm auf dem ausgetrockneten Boden zu sehen. Und doch entdecken wir 3 Giraffen. Unmöglich ein schönes Bild von dieser Szenerie zu machen.
Wir stellen uns diese Ebene mit leicht wehendem Grashälmen vor. Es muss dann wirklich sehr schön hier sein. Doch trotz der Tristheit hat diese Landschaft ihren Reiz.
Wir biegen dann links auf den Otjitheka Trail Richtung Erwee ab. Der Trail ist etwas tricky zu fahren, sehr steinig, doch mit dem Landy kein Problem. Nach all diesem Staub und der extremen Trockenheit ist die Palmenoase eine Wohltat für die Augen.
Ein riesiger VetVence tut sich vor uns mitten im Nichts auf. Nun heißt es erst einmal warten, bis sich jemand bequemt zu uns zu kommen, um das Tor zu öffnen. Ich überlege schon, was wir denn nun machen, wenn das Tor nicht geöffnet würde.
Gegen 17.00 Uhr erreichen wir Hoada. (Hier wollte ich ursprünglich für den nächsten Tag buchen, doch sie waren fully booked. Unsere Hoffnung war, dass heute noch ein Platz frei wäre) Nein wir haben keine Reservierung … es gibt auch keine freie Campsite … allerdings ein Zelt für 780 Nam$ pro Person. Wir schauen erstmal etwas ratlos und begeben uns in Gedanken schon wieder auf den Weg ... Wenn wir das Zelt nicht betreten können wir die Stellfläche als Campsite für 350 Nam$ pro Person nutzen. Na, das ist doch ein Wort.
Die Campsite von Hoada liegt sehr schön. Was für eine Wohltat nach der Staubpartie eine ordentliche Dusche zu haben und sich dann noch im kleinen Pool zu relaxen.
Ab der Einfahrt in die Schlucht bis nach Hoada haben wir mit ein paar kleinen Pausen 6 Std. benötigt.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201204. Dez. 2019 · #31
Tag 9 10.10.2019 Kamanjab - Oppi Koppi
Diesen Tag könnten wir eigentlich streichen. Der Vollständigkeit halber werde ich ihn hier erwähnen.
Bevor wir Hoada verlassen, fotografiere ich noch ein paar Vögel. Eile ist nicht geboten, da wir nur 68 km vor uns haben.
Wir lassen die Übernachtung in Oppi Koppi nach längerem Überlegen nicht ausfallen, damit wir wieder in unseren Plan kommen. Denn ab Kamanjab haben wir die nächsten Übernachtungen zum Teil vorgebucht. Bereits kurz vor 11.00 Uhr erreichen wir Kamanjab. Hier frischen wir zuerst am unsere Vorräte auf. Die „Northwestgarage“ sieht originell aus. Und so setzen wir uns in das kleine Cafe und trinken einen „speziell hergestellten“ Cappuccino. Es dauert zwar sehr lange bis er kommt, schmeckt jedoch zugegebener Weise sehr gut.
Gegen 13.00 Uhr erreichen wir dann Oppi Koppi. Na, da habe ich wirklich schlecht recherchiert. Viel zu groß und Anreisepunkt für Reisebusse. Die Campsites sind lieblos und liegen unseres Erachtens viel zu dicht nebeneinander.
Auf dem Gelände gibt es einen (oder sogar zwei) Strauße in einem viel zu kleinen Gehege. Das Gefieder der Tiere ist ein einem schrecklichen Zustand. Es gibt meinerseits auch kein Foto davon, da ich keine Tiere in Gefangenschaft fotografiere. Dafür stehen Gruppen von Asiaten vor dem bedauernswerten Tier und machen Selfies.
Die Stachelschweinfütterung lassen wir auch ausfallen.
Unser einziger Pluspunkt für Oppi Koppi: In der Lapa am Pool sitzt man gemütlich … wenn die Menschenmassen wieder abgezogen sind.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201210. Dez. 2019 · #32
Tag 10 _ 11.10.2019 Ghaub Guest Farm - Auge in Auge mit den Rhinos
Unsere nächste Zwischenübernachtung auf dem Weg in den Caprivi liegt in den Otavi Bergen - Ghaub Guest Farm. Die 350 km dorthin sind langweilig zu fahren. In Outjo machen wir einen kurzen Stopp, um in der Outjo Bakkery noch ein Stück Apfelkuchen zu essen.
Das Wetter wird zusehends schlechter. Ja … ich wollte Wolken, aber sooo viele nun auch nicht. Es entwickelt sich zum Einheitsgrau und ist total bedeckt. Ghaub ist eine ehemalige Missionsstation aus dem Jahre 1895 und wurde Ende der 90er Jahre mit viel Liebe zum Detail renoviert und zu einer Gästefarm ausgebaut. Der Empfang ist sehr nett. Zur Guestfarm gehört auch ein kleiner Pool und ein Aussichtshide.
Die 3 Campsites liegen etwas abseits auf dem Hügel. Wir bekomen Campsite Nr 1. Diese ist allerdings vom Stellplatz für das Auto so klein, dass wir unseren Landy nicht wirklich platzieren können. Also wieder zurück zur Reception. Die Campsite 2 ist größer und Nr 3. Ist für 2 Autos angdacht, hat auch 2 Duschen und WC’s. Wir haben Glück und können auf Nr. 2 umziehen. Blick von der Campsite auf die Ebene.
Die Campsite an sich ist schön angelegt, nur etwas umständlich. So müssen wir um zum Sitzplatz, Feuerstelle und Ablution zu gelangen, immer eine Treppe hoch und runter.
Beim Check-in werden wir noch gefragt, ob wir bei der Rhino-Tracking Tour mitfahren möchten. Es sind noch 3 Plätze frei. Da wir nun nicht die Fans von geführten Touren sind, überlegen wir erst noch. Bis wir dann „ausüberlegt“ haben, sind die Plätze weg.
Auch gut. Dann gehen wir auf dem Gelände etwas spazieren. Dies tut nach der langen Fahrt sowieso gut. Nur sehe ich keine Hinweisschilder für die Wanderwege. Also wieder zurück zur Rezeption. Wir sollen einfach dem Weg an dem die Campsites liegen bergab folgen. Dann immer gerade aus bis zu einem Stein, dort dann links und an der nächsten Gabelung nochmals links.
Bewaffnet mit dem Fotoapparat machen wir uns auf den Weg. Unterwegs treffen wir auf einen Ranger, der uns sagt, dass die Rhinos sehr close seien. Mit gemischten Gefühlen gehe ich weiter. Natürlich würde ich sie gerne sehen, doch zu Fuß und ohne Begleitung eines Rangers ist dies etwas anderes.
Und dann sehen wir sie. 3 Rhinos nicht weit von uns entfernt.
Im Schutz der blattlosen Büsche suchen wir eine Position, aus der wir die gut beobachten können. Sie bemerken uns erst nicht, da der Wind für uns gut steht. Natürlich sind diese Tiere Menschen gewöhnt und doch ist es etwas Besonderes, das Glück zu haben ihnen so Auge in Auge gegenüber zu stehen. Wir bewegen uns ganz langsam und leise.
Doch dann hat er uns entdeckt und stellt seine kleine Öhrchen. Zeit für uns zum langsamen Rückzug.
Ich schaue mich sicherheitshalber immer mal wieder um, um sicher zu gehen nicht von einem tonnenschweren Rhino überrannt zu werden. Sie machen sich jedoch in die entgegengesetzte Richtung auf den Weg.
Unterwegs treffen wir noch auf ein paar Warzenschweine. Die Lichtverhältnisse sind jedoch schon sehr schlecht.
Zum Glück hat Jürgen einen guten Orientierungssinn und so erreichen wir unsere Campsite wieder bei den letzten Sonnenstrahlen.
Ein abendlicher Besucher der anderen Art.
Fazit Guestfarm Ghaub: Für eine Zwischenübernachtung ist Ghaub aber auf jeden Fall empfehlenswert. Gefahren Km: 351
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201221. Dez. 2019 · #33
Nach längerer Pause geht es hier endlich wieder weiter. Musste zuerst noch unseren nächsten Urlaub im April 2020 in Namibia planen. Das hat eindeutig Priorität. Nun ist die grobe Planung abgeschlossen und ich kann mich wieder dem Reisebericht widmen.
Tag 11 _ 12.10.2019 Von Ghaub nach Riverdance
470 langweilige, eintönige Km liegen vor uns, um in den „grünen“ Teil Namibias zu kommen. Über die B8 geht es schnurgerade und asphaltiert bis Rundu. Dunkle Wolken begleiten uns und zwischendurch fallen auch ein paar Tropfen Regen. Ab Rundu fahen wir teilweise am Okavango entlang. Mir ist langweilig (wie fast immer auf solchen Strecken) und ich fotografiere zum Zeitvertreib die Landschaft aus dem fahrenden Auto heraus.
Nach rund 6 Std. Fahrt erreichen wir gegen 14.00 Uhr Riverdance. Der Empfang ist sehr herzlich. Die Lodge und die Campsites liegen wundervoll am Okavango.
Das Wetter spielt an diesem Tag nicht so ganz mit. Die dunklen Wolken sind nun auch hier angelangt. Es ist total bedeckt. Nach einem erfrischenden Bier fahren wir zu unserer Campsite. Wir haben Campsite 1 und meines Erachtens hat diese den schönsten Blick auf den Okavango.
Während Jürgen in der Hängematte relaxt, schaue ich mir mal die kleinen Mitbewohner an.
Witzig 🙂 Der Streit mit dem Spiegelbild . Spielgein, Spieglein an der Wand, wer.....
Spätnachmittags zieht dann von Angola ein Gewitter auf und es regnet, somit fällt die Bootstour buchstäblich ins Wasser.
Den Abend können wir dann dann doch wieder im Freien genießen. Wir sitzen am Feuer und genießen das Zirpen der Grillen.
Morgen machen wir einen Ausflug in die Buffalo Core Area. Gefahrene km: 473
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201226. Dez. 2019 · #34
12_13.10.2019 Buffalo Core Area
Heute sind wir zum 1. Mal auf dieser Tour im „Game-Drive-Modus“. Wecker ist gestellt - um 6.00 Uhr ist wecken. Gegen 6.20 Uhr fahren wir los und sind bereits gegen 7.00 Uhr am Eingang zum Buffalo Nationalpark. Hier stauen wir erst mal nicht schlecht. Das letzte Mal waren wir 2015 im Caprivi. Dort wo damals eine einfache Holzhütte zum Einlass stand, ist heute ein moderner Einlass. Und es gibt schöne Info-Prospekte zu dem Park. So wie auf diesem Bild aus dem Nkara Rupara Park sehen mittlerweile alle Eingangsbereiche im Caprivi aus.
Der Eintritt ist der Gleiche geblieben. 40 Nam$ pro Person und 10 Nam$ für das Fahrzeug.
Wir sind die Ersten am Gate und somit auch im Park.
Schon bald zeigen sich die ersten Tiere. Familie Warzenschwein ist mal wieder im Schweinsgalopp unterwegs und nur schwer zu erwischen.
Dafür hält dieses etwas stiller. Will uns bestimmt seinen coolen Look zeigen. Warzenschwein frisch vom Friseur.
Elefanten stehen rechts und links der Pad im Gebüsch.
Kudus, Springböcke, Impalas … hier wimmelt es nur so vor Tieren.
Dann kommen wir an eine wunderschöne Lichtung mit Blick auf den Fluss. Irgendwie erinnert mich diese Landschaft an den „Garten Eden“. Alles sieht so friedvoll aus. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Büffel, Elefanten. Antilopen, Warzenschweine, Wasservögel.
Einer tanzt (schwimmt) immer aus der Reihe.
Na geht doch.
Als wir uns nach ca. 1 Stunde von diesem Anblick losreißen wollen, erscheinen zum Abschluss auch noch die scheuen Sable Antilopen.
Und jetzt ist Abmarsch.
Hier waren wir zum richtigen Zeitpunkt Nun warn wir schon so oft in Afrika, haben schon so oft die Tiere beobachtet und doch erfüllt es uns immer wieder mit tiefet Zufriedenheit dies zu sehen. Noch voller Eindrücke fahren wir langsam weiter.
Schon bald entdecken wir ein neugieriges Äffchen am Wegesrand.
Etwas weiter ein schönes Schauspiel von 2 Elefanten. Man könnte es auch unter den Namen schreiben. Trau ich mich oder trau ich mich nicht. Doch erst wird mal ausgiebig gefrühstückt.
Dann folgt der Verdauungsspaziergang entlang dem Wasser.
Der Größere möchte auf die andere Seite durchs Wasser. Gemeinsam schauen sie es sich mal erst an.
Und dann ist erstmal Rückzug angesagt. Das müssen sie sich nochmal überlegen.
Na komm schon, ich zeig dir wie es geht.
Der Kleine traut sich nicht so recht. Und es sieht so aus, als würde der ältere der Beiden ihm Mut zu sprechen.
Und letztendlich schafft er es auch.
Herrlich dieses Schauspiel und Sozialverhalten mitzuerleben.
Die Wasservögel finden hier einen reichlich gedeckten Tisch. Im Wasser wimmelt es nur so von Fischen.
Dann ist auch für uns Abmarsch angesagt. Gegen 12.00 Ihr verlassen wir den Park und werden von Familie Warzenschwein auch wieder verabschiedet.
Den Rest des Tages verbringen wir auf der Campsite der Riverdance Lodge. Gefahrene Km: 119
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201231. Dez. 2019 · #35
Tag 13_14.10.2019 Livingston Camp/Nkasa Rupara (vormals Mamili)
Der Weg zu unserem heutigen Ziel führt uns erst mal entlang des Caprivi Highway. Das sind 200 km langweilige Fahrt. Auffällig ist der gute Zustand der Straße. In Kongola machen wir einen kleinen Zwischenstopp, um nochmals unsere Vorräte aufzufüllen. Auch die C49 ist mittlerweile geteert (2015 war das noch anders). Wir fahren an der Abzweigung zu Mavunje vorbei, denn dort werden wir erst bei unserer Rückfahrt aus dem Nkasa Rupara NP Station machen. Unser heutiges Ziel ist das Livingston Camp. Von der Riverdance Lodge bis zum Livingstone Camp haben wir rund 5 Stunden gebracht.
Gegen 13.00 Uhr kommen wir dort an. Naja, der erste Eindruck war schon etwas gewöhnungsbedürftig. Auf der Homepage sah es zumindest anders aus. Wir finden auch nicht gleich den Check-In Bereich. Also gehen wir mal einfach die Treppe zur Veranda hoch und machen uns bemerkbar. Gleich kommt dann auch jemand in Boxershorts aus dem Haus und begrüßt uns sehr freundlich mit den Worten: „Hey, ich bin Jörg. Schön, dass ich da seid. Ihr seid bestimmt …..“ Ich bin erstmal etwas irritiert. Wir setzen uns an den etwas unaufgeräumten Tisch auf der Veranda und erzählen. Dann dämmert es mir so ganz langsam. Das Gesicht kommt mir bekannt vor und ich kenne aus dem Namibia Forum einen Jörg. Also frage ich ihn „Ist dein Name Jörg Seufert?“ Und Bingo die Welt ist klein. Er berichtet uns auch die Neuigkeiten über diese Campsite. Ich hoffe ich, dass ich es wieder richtig wiedergebe. Der Besitzer und Initiator der Livingstone Campsite ist verstorben und sein Sohn möchte diese nun verkaufen … und die Verhandlungen darüber laufen gerade. Dann erzählt er uns auch noch von den Elefanten, die die Campsite regelmäßig besuchen, jedoch waren sie schon seit 2 Tagen nicht mehr da. „Mit den Elefanten kann man reden“, so seine Aussage, „sofern sie noch keine schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht haben“. Diesen Satz merke ich mir…. Und werde ihn auch noch anwenden. Insgesamt gesehen ist es ein nettes Ankommen. Nach unserem kleinen Plausch fahren wir zu unserer Campsite. Wir haben die Nr. 1, mit Blick auf ein entferntes Wasserloch. Denn auch hier ist alles trocken und Mokoro-Fahrten sind unmöglich.
Die Campsite ist sehr schön, großzügig angelegt mit Lapa, Dusche und WC.
Bei der Anfahrt zur Campsite, sehen wir ein Hinweisschild zu dem Livingstone Museum. Da wir heute sonst nichts Großes mehr vorhaben, fahren wir dort hin. Das Museum besteht aus einem Raum. Und der herbeigeeilte „Museumsführer“ gibt sein Bestes, um uns die verschiedene Wege von Herrn Livingstone zu erörtern. Theoretisch hätten wir diesen Ort nach 5 Minuten wieder verlassen können. Aber der Guide ist so engagiert und hört gar nicht auf zu reden. Letztendlich beenden wir diesen Besuch mit einer Spende zum Erhalt des Museum. Als wir wieder zur Campsite zurückkehren, entdecken wir im Gebälk Flughunde.
Nachmittags kommt Jörg nochmals zu uns, um sicher zu gehen, dass bei uns alles okay ist. Er bittet uns, unser Auto umzuparken, da es hier den Weg der Elefanten stören könnte. Kein Problem. Wir stehen nur nicht gern ganz komplett ohne Schutz frei und wir haben die Kocheinrichtung des Fahrzeuges gerne in der Nähe des Feuers. Alte Camper-Regel … immer schön den Rücken freihalten … heißt von hinten abschotten. Also parken wir unser Auto in einer Nische zwischen Feuerstelle und einem Wasserhahn.
Noch denken wir uns nichts dabei. Spätnachmittags kommt Jörg nochmals zur Campsite und lädt uns zu einem gemeinsamen Pizza-Essen ein.
Gegen Abend gehen wir zu Fuß zum Haupthaus. Außer uns sind noch ein Pärchen aus England anwesend, ein Alleinreisender, der in Kongola schon mal Erfahrungen mit der hiesigen Polizei gemacht hat und noch ein junger deutscher Student, der hier 7 Wochen in dem nahe gelegenen Dorf Sangwali wohnt und „Forschung“ für seine Bachelor Arbeit betreibt. Es ist ein sehr netter Abend mit vielen tollen Gesprächen,
einem herrlichen Sonnenuntergang
und wahrlich super gut schmeckenden Pizzen.
Gefahren Km: 309 Und morgen fahren wir in den Mamili. Wir sind schon sehr gespannt.
Champagner8'672 Beiträge · seit 201001. Jan. 2020 · #36
Guten Abend Dagmar,
was ist denn das? Ein Flughund mit Kind? 😮 Sieht auf jeden Fall total niedlich aus 🙂 !
Das mit Jörg ist ja witzig (er war ja auch einmal in Büsnau) - ich glaube wir hatten sogar neulich drüber gesprochen, gell? Macht der denn nicht in "Moringa"? Das war mein letzter Stand...
Egal - ich bin jetzt auf jeden Fall gespannt auf eure nächsten Stationen!
laho147552 Beiträge · seit 201601. Jan. 2020 · #37
Hallo Dagmar,
ich bin heute zugestiegen und finde deinen Bericht super interesssant. Aktuell sitze ich auch gerade an unserer Route für 2021, die uns auch durch den Caprivi führen wird. Die Wüstenelefanten würde ich auch gerne sehen, aber wir nicht so abenteuerlich unterwegs wie ihr.
Danke für die schönen Infos und ich freu mich schon wie es weiter geht 🙂 .
Herzlichen Dank und liebe Grüße
Andrea
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201204. Jan. 2020 · #38
Hallo an alle Mitlesenden, dieses mal braucht ich wirklich Geduld zwischen den einzelnen Etappen. Jetzt wird es hoffentlich etwas zügiger weiter gehen. Die neue Urlaubsplanung hatte definitiv den Vorrang.
@Bele Ja ... es ist ein Flughund mit Kind. Nachdemich lange herumversucht habe, wie ich ihn am Besten fotografiern könnte, öffnet er plötzlcih seine "Flügel" (ich weiß wie das bei Flughunden heißt) und präsentiert uns sein Baby. Einfach toll.
@laho1475 Schön, dass du dabei bist. Der Caprivi ist auf alle Fälle eine Reise wert. Wenn zeitlich möglich, plant dort mehrere Tage ein.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201204. Jan. 2020 · #39
14._15.10.2019 Nkasa Rupara und mehr
In Afrika haben wir ein anderes Zeitgefühl. Wir brauchen keinen Wecker, sondern werden mit dem erwachen des Tages auch wach. So sind wir auch heute schon um 06.50 Uhr abfahrbereit.
Wir fahren aus dem Camp raus und nehmen prompt die falsche Richtung. So fahren wir um 7.00 Uhr durch Sangwali. Hier ist richtig was los. Es ist das namibianische Leben pur. Schulkinder machen sich adrett gekleidet auf den Weg, überall sind die Menschen schon unterwegs um das Wasser für dn Tag zu holen.Es ist ein toller Exkurs in ein uns weitgehenst unbekanntes Leben. Wir nehmen diese Stimmung auf, ohne Bilder zu machen. Einfach nur erleben und tief sacken lassen. Am Ende des Dorfes drehen wir um und fahren in die entgegengesetzte Richtung zum Nationalpark.
Wir passieren das erste Gate, dann fahren wir nach rechts zu dem Gebäude, in dem es die sie Permits gibt. Wie immer sind es 90 N$. Innerhalb des Parks befindet sich die Rupara Lodge und die Jackelberry Luxury CS.
Auch hier ist alles sehr trocken und fast alle Straßen sind befahrbar. Mokoro Touren gibt es dadurch nicht. Im Gegenzug ist der Park oft sehr tiefsandig. Es gibt unzählige Spuren und Abzweigungen. In dem Wirrwarr von möglichen Wegen wissen wir nicht immer genauwo wir uns in der Rupara Island Region befinden. Landschaftlich ist es ein Traum. Es erinnert uns an den Moremi in Botswana. Die rotbraune wogenden Gräser der Floodplains, die Weite und dazwischen abgestorbene Bäume. Elefanten, Antilopen, Warzenschweine …
Die Landschaft hat uns in ihren Bann gezogen. Irgendwie schaffen wir es an den Kings Pool am Linyanti zu kommen. Die Elefanten, die wir am Fluss sehen, interessieren uns erst mal nicht. Wir entdecken Geier … viele Geier.
Geier-Stapel
Es ist ein ständiges Ankommen und Wegfliegen. Fasziniert beobachten wir dieses Schauspiel.
Dann fahren wir weiter zu den Elefanten. Ich muss zugeben, dass es für mich sehr entspannt ist, dass sie auf der anderen Flussseite sind.
Mittlerweile sind es 39° Grad und die Sonne steht hoch. Zeit zum Rückzug.
Gegen 15.00 Uhr sind wir wieder auf der Campsite. Wir relaxen mal wieder ein wenig und lassen das Erlebte sacken. Dann backen wir zum 3. Mal in diesem Urlaub unser Brot. In der Backphase
Das Ergebnis.
Auf der Campsite von Livingston ist es fast wie in der Wildnis.
Während Jürgen duschen geht, sitze ich am Tisch und mache mir Notizen von diesem Tag. Während ich so gemütlich da sitze und den Tag Revue passieren lasse höre ich im Gebüsch neben unser ein leises Knacken. Affen .. ist mein erster Impuls … und schreibe weiter. Dann wieder dieses leise Knacken … Affen höre sich irgendwie anders an … also stehe ich leise auf und schaue nach. Elefanten .. 1, 2. 3 an der Zahl. Leise gehe ich um die Lapa zu Jürgen und bitte ihn sich mit dem Duschen zu beeilen, da die Elefanten kommen. Ich gehe wieder zurück. Es ist kurz vor Dämmerung, an den Fotoapparat denke ich in diesem Augenblick nicht. Nur maximal 10 m von mir entfernt steht ein Elefant … und er möchte an den Wasserhahn, der direkt neben unserm Auto ist. Blitzschnell laufen in meinem Kopf mehrere Optionen durch. Ins Auto ... keine Option Die Lapa … bietet nicht wirklich einen Schutz … keine Option. Dann erinnere ich mich an die Wort von Jörg. “Mit Elefanten kann man reden“ So stehe ich also max. 10 m einem Elefanten gegenüber. Ich muss dazu sagen, dass ich vor Elefanten den allergrößten Respekt habe. Hilft mir jetzt aber nicht wirklich weiter. In Nachhinein bin ich über mich selbst verwundert. Ich schaue ich ihn ganz ruhig an. Unsere Blicke treffen sich für Sekunden. Dann schüttele ich ganz langsam meinen Kopf ohne meinem Blick abzuwenden und sage: „Nein, nein … hier könnt ihr heute nicht hin. Heute wohnen wir hier“ Der Elefant schaut mich weiterhin an, dann schüttelt er seinen Kopf, stellt die Ohren, wiegt seinen Rüssel hin und her. Als wollte er sagen alles ok …. Und geht weiter. Das war ein Wahnsinnserlebnis, das ich ohne Not nie machen würde.
Die ganze Nacht hören wir rund um unsere Campsite das Knacken der Äste, die unterhaltung der Elefanten und das Trompeten bis tief in die Nacht.
Hallo Dagmar, auch ich lese schon eine Weile ganz angeregt mit, als Namibia-Neuling und mit einer Reiseplanung für Juli 2020 im Gepäck. Du schreibst so spannend, es macht riesigen Spaß in Gedanken die Reise mitzuerleben. Danke dafür!