Vorwort Zum ersten Mal seit 2012 fahren wir wieder im Oktober nach Namibia. Gedanken um abgehende Flüsse müssen wir uns dieses Mal nicht machen. Im Gegenteil, die andauernde Dürre und der Mangel an Regen machen mir schon etwas Sorge. Wir lieben das grüne Namibia. Was wird uns dieses Jahr erwarten?
Es ist immer schwierig, eine neue Route in Namibia auszuarbeiten, wenn man gefühlsmäßig schon überall war. Wir lieben die Landschaft und die Menschen Namibias, doch soll die Tierwelt auch nicht fehlen. So entstand die etwas eigenartige Reiseroute. Dieses Jahr wollen wir mal wieder in den Caprivi und wenn wir schon in der Trockenzeit unterwegs sind auch auch den Nkase Rupara (Mamili) besuchen. Außerdem ist auch die Durchfahrt durch den Khaudum NP gesetzt. Und die Durchfahrt durch die Khowaribschlucht steht schon lange auf meiner Agenda. Für die Landschaft darf das Damaraland und die Trockenflüsse auch nicht fehlen.
Das heißt, letztendlich müssen wir irgendwie von West nach Ost kommen. Durch das Ovamboland sind wir schon gefahren, durch die Etosha wollen wir nicht fahren, bleibt also nur die Route unterhalb der Etosha übrig. Auf unserer Reise befahren wir Wege, die eigentlich gar nicht (mehr) existieren …. Hier sind wir die „Vollidioten“, die zum ersten Mal hier entlang fahren … die genauen Koordinaten dazu werden wir auch nicht bekannt geben.
Wir haben uns dieses Mal auch nicht festgefahren, wurden auch nicht abgeschleppt, alles verlief gut … naja die Windschutzscheibe wurde schon in Leidenschaft gezogen. 😐
Zu unserer Vorbereitung gehörte neben neben dem austüffteln der Strecke an Hand eurer Berichte auch das Anmieten des richtigen Fahrzeuges. Für solche Touren gehen wir auf Nummer sicher und mieten den Landcruiser. Nun fehlt noch das Satphone. Doch oh Schreck --- weder bei Savanna Car Hire noch bei bekannten Formis ist zu diesem Zeitpunkt eines zu bekommen. Ohne werden wir nicht fahren! Es ist letztendlich unsere Lebensversicherung. Und so kaufen wir uns noch kurz vor Abflug ein eigenes Satphone. Nun ist alles perfekt und unsere Reise kann beginnen.
Unsere Route: Windhoek Teufelsbach Ameib Madisa Wildcamp in der Nähe von Gai As Crowther’s Trail - Heins Campsite Hoanib - Elephant Song Ganamub Wildcamp Hoada Kamanjab Oppi Koppi Ghaub Guestfarm Riverdance Livingstone’s Camp - Mamili Mavunje Khaudum Camp Djoekhoe Grashoek - Living Museum der San Okonjima Windhoek.
Gruß Dagmar
Teil 217. Nov. 2019
Tag 1 - 02.10.2019 - Ankommen Überpünktlich kommen wir um 6.15 Uhr bei nur 6°C in Windhoek an. Zu verdanken haben wir dies einer Kaltfront aus Südafrika. Es folgt das übliche Prozedere: Wir werden von einem Fahrer von Savanna Car Hire am Flughafen abgeholt. Freundschaftlicher Empfang bei Savanna Car Hire. Übernahme unseres Landcruisers. Einkauf in der Maruea Mall
Diese Jahr haben wir unser Fleisch auf Grund der vielen positiven Erfahrungen erstmals bei der Klein Windhoek Schlachterei bestellt. Und schon mal vorab - das Fleisch war spitze.
Danach geht es endlich so ganz langsam auf Tour. Unser erstes Ziel ist die Farm Teufelsbach. Auch hier waren wir schon öfters. Sie liegt perfekt nur ca. 50 km von WDH entfernt. Wir werden wieder freundlich von Irmela begrüßt. Den Weg zum Rivercamp kennen wir bereits und auf Grund der Trockenheit dürfen die Rinder grasen, wo sie möchten … heißt für uns alle Gatter sind offen. Auf der Fahrt zur Campsite sehen wir 3 Giraffen. Noch wissen wir ja nicht, dass dies für lange Zeit die einzigen sein werden.
Mittlerweile sind es 28° C. Wir räumen die Einkäufe ein, dann genießen wir die Ruhe und kommen in Namibia an.
Gefahrene Km: 57
Teil 318. Nov. 2019
STEINE - Teil 1 Tag 2 03.10.2019 - Ameib
Wir verlassen Teufelsbach gegen 8.30 Uhr. Unser heutiges Ziel ist die Farm Ameib und das Concessionsgebiet. Rund 200 km liegen vor uns. Wir staunen noch immer über die gut ausgebaute B1, wenn gleich diese langweilig zu fahren ist. Ab Karibib stellt sich dann so langsam das Afrika-Feeling ein. Endlich haben wir Gravel unter den Rädern. Nach rund 4 Stunden erreichen wir unser Ziel. Wir sind die einzigen Camper und die Auswahl des Stellplatzes fällt schwer. Letztendlich siegt die Faulheit und wir entscheiden uns für den Stellplatz in der Nähe der Ablutions. Der Pool hat zwar Wasser, lädt aber nicht wirklich zum Baden ein.
Wir machen einen kurzen Spaziergang zum Damm. „Eine Bank bietet Blick über einen idyllischen Wassertümpel“, so steht es auf der Homepage von Ameib. Was wir vorfinden ist staubtrocken.
Schnell gehen wir wieder zurück zur Campsite und machen uns gegen 14.00 Uhr auf den Weg zu den Phillips Cave. Keine gute Idee, die Wanderung in der Mittagshitze zu unternehmen. Es ist eine anstrengende und schweißtreibende Wanderung besonders zum Ende zu.
Wir schauen uns die Paintings an - den berümten weißen Elefanten und die anderen Zeichnungen.
Ein interessanter Baum mit auffällig schönen Kapseln.
Dann machen wir uns an den Abstieg.
Für den gesamten Ausflug - Hinweg, Rückweg und Aufenthalt dort - benötigen wir 3 Stunden.
Uns so kommen wir dann im schönen Abendlicht in Bulls Party an. Es ist unser 2. Besuch. Zum letzten Mal waren wir im März 2014 hier. Damals war es grün und es gab Wasserpfützen.
Als die Sonne schon tief steht fahren wir zur Campsite zurück . Gefahrene Km: 209
Und morgen machen wir uns zum ersten mal auf die Suche nach den Wüstenelefanten.
Teil 420. Nov. 2019
Tag 3 04.10.2019 Durch den Ugab nach Madisa
Dieser Tag birgt keine Überraschung.
Im Zickzack fahren wir die D1937 zurück, über die D1935 auf die D1927 um letztendlich der D1930 gen Norden zu folgen. Die Strecke ist langweilig, alles staubtrocken. Hier und da kommen mir Zweifel an meiner Planung. Erst ab Höhe der Tsisib Conservancy ändert sich die Landschaft. Es wird leicht hüglig. In Uis füllen wir den Tank und die Vorräte nochmals auf.
Dann fahren wir über die D2319 in den Ugab.
Teilweise ist es sehr tiefsandig. Unsere Hoffnung hier auf Wüstenelefanten zu treffen erfüllt sich nicht. Es liegen überall zahlreiche Hinterlassenschaften dieser herum, aber außer Ziegen, Kühen und Esel zeigen sich keine Tiere. Wir verlassen das Trockenflussbett und fahren über die C35 nach Madisa.
Im Hauptcamp ist schon einiges los. So viele Menschen auf einem Platz haben wir seit unserer Abfahrt nicht mehr gesehen. Die Campsites liegen allerdings sehr schön. Wir haben Campsite Nr. 6. Die Campsites sind riesig.
Großer Stellplatz mit Grillgelegenheit und dann schon fast in der Größe einer eigenen Campsite eine Openair Dusche und Toilette.
Die Ablutions zu unserer Campsite.
Wir machen es uns gmemütlich.
Gefahrene Km: 253
Teil 520. Nov. 2019
Tag 4 05.10.2019 Traumhafte Landschaft ohne Elefanten
Für die nächsten 2 Nächte werden wir wild campen. Daher füllen wir vor Abfahrt in Madisa nochmals unseren Wassertank voll.
Unser Ziel ist irgendwo in der Nähe der Gai As Quelle im Desolation Valley zu übernachten. (@Topobär: Dein Reisebericht hat mich hierzu inspiriert und wir haben es nicht bereut.)
Da jedoch der Weg zu einem Ziel nicht unbedingt eine Gerade sein muss, ist unser erstes Tagesziel der Aba Huab Damm. Dort waren wir schon 2 mal, einmal haben wir Wüstenelefanten gesehen und 1 x sind wir fast weggeschwemmt worden. Wir sind gespannt, was uns dieses Mal erwartet und hegen die leise Hoffnung hier auf Wüstenelefanten zu treffen. Wir verlassen Madisa über die D 2612 und statten Granietkoppie einen kurzen Besuch ab.
Diese Campsite hatte ich ursprünglich ins Auge gefasst, allerdings im Netz keine Informationen mehr darüber gefunden. Sie liegt wunderschön in den roten Steinen. Allerdings sieht es so aus, dass sie nicht mehr bewirtschaftet wird. Schade …
Gegen 10.30. Uhr sind wir am Aba Huab Damm, aber so trocken haben wir ihn noch nicht gesehen. Unnötig zu erwähnen, dass natürlich sie natürlich hier auch keine Elefanten oder sonstige Tiere blicken lassen.
Doch uns gefällt es hier und so legen wir eine ausgedehnte Frühstückspause ein.
Bis jetzt sind wir vom Aba Huab Damm immer wieder auf dem gleichen Weg zurückgefahren. Doch gibt es eine Spur die über den kleinen Hügel führt. Dieser folgen wir nun. Hinter dem Hügel versteckt sich eine sagenhaft schöne Landschaft.
Eine weite Ebene übersät mit Feenkreisen und eingesäumt von Bergen in der Ferne.
Wir sind total begeistert und können uns von dem Anblick kaum losreißen. Und all dies nur für uns alleine.
Da diese Strecke nicht geplant war, fahren wir nach Himmelrichtung und befinden uns irgendwann im Aba Huab Trockenflussbett. Aber auch hier sehen wir nur 2 Kudus mit hoher Fluchtdistanz und ein paar Strauße in der Ferne.
Gegen 13.00 Uhr gelangen wir durch das Trockenflussbett zur Aba Huab Campsite und machen uns nun auf den Weg zu unserem heutigen Endziel. Für diese Schleife haben wir mit ausgiebigen Pausen 3 Stunden gebraucht.
Nun machen wir uns auf den Weg zum anvisierten Endziel. Die Organ Pipes und den Burnt Mountain lassen wir links (bzw. rechts) liegen.
Es gibt schon die ein oder andere „schwierige“ Passage, stellt allerdings überhaupt kein Problem dar. Es kommt mir vor, dass die Strecke in umgekehrter Richtung einfacher zu fahren war. (Vielleicht trügt mich aber auch meine Erinnerung).
Am Doroskrater vorbei geht es Richtung Desolation Valley.
Und hier sind sie wieder - die STEINE
Gegen 16.00 Uhr schauen wir uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit um und finden eine schöne Felsformation.
Während Jürgen schon langsam beginnt Tisch und Stühle aufzustellen, spaziere ich etwas um die Felsen herum. Ich genieße die Landschaft und die Einsamkeit - doch plötzlich bleibe ich wie angewurzelt stehen - Katzenspuren im Sand! Vorsichtig scanne ich Landschaft ab, nichts zu sehen. Ob die frisch oder alt sind vermag ich nicht zu sagen und interessiert mich in diesem Moment auch nicht. Hier gäbe es zu viele Unterschlüpfe für Leoparden oder auch Löwen, dass ich/wir uns nicht sicher fühlen. Wir ziehen es vor weiter zu fahren.
Nach kurzer Fahrzeit finden wir ein schönes Tal.
Hier ist vor einiger Zeit noch Wasser gelaufen. Da jedoch kein Oberflächenwasser zu sehen ist, wir damit auch keine Tiere vom Wasser abhalten würden, beschließen wir, dass dies der perfekte Platz für diese Nacht ist.
Wir suchen uns ein schönes Plätzchen, genießen den Sundowner und unser Essen.
Mittlerweile ist ein kalter Wind aufgezogen und so verschwinden wir früh in unserem Dachzelt.
Seit unserer Abfahrt heute Morgen ist uns kein Auto begegnet.
Gefahren Km: 158
Teil 624. Nov. 2019
Tag 5 06.10.2019 Entlang der Huab Sümpfe in die Palmwag Concession
Bereits um kurz vor acht Uhr sind wir abfahrbereit. Heute ohne Frühstück und ohne Dusche. Uns sind 10° C einfach zu kalt dazu.
Der Desolation Valley 4x4 wd-Trail ist landschaftlich einfach genial … zumindest für diejenigen, die viel NICHTS lieben. Es gibt …
große Steine,
kleine Steine,
spitze Steine,
runde Steine,
rote Steine,
schwarze Steine,
gelbe Steine
Kurz vor der Gai As Quelle sehen wir kreisförmige Steinanhäufungen. Den genauen Sinn derer können wir uns nicht vorstellen.
Es gibt aber auch runde Shelter. Hier könnte man, wenn mit Bodenzelt unterwegs gut windgeschützt übernachten.
In einem Shelter liegt ein Buch und sonstige Kleinigkeiten. Ich schätze mal, dass es sich hier um Geo-Caching handelt.
Bei unserer Ankunft an der Gai As Quelle sehen wir noch einen Schakal, der sich von der Quelle entfernt. Sonstige Tiere sind nicht zu sehen.
Es ist irgendwie ein magischer Ort. Etwas Wasser genügt, damit mitten im Nichts sich ein grüner Gürtel erstreckt.
Das Landschaftsbild wechselt ständig. Mittlerweile mischen sich auch kleine Felsformationen in das Bild.
Hier die „Hexe“.
Wir finden einen schönen Platz für unser verspätetes Frühstück und machen ca. 1 1/2 Std. Frühstückspause. Es gibt Rührei mit Speck und bei mittlerweile 25°C auch eine warme Dusche. Hier befindet sich auch eine Andenkenplatte an einen Verstorbenen.
Es ziehen dunkle Wolken auf und es wird leicht bedeckt. Da wir noch ein paar Km vor uns haben, ziehen wir langsam weiter. (schnell geht sowieso nicht 😉 )
Ganz langsam und fast unbemerkt ändert sich das Landschaftsbild. Es wird irgendwie „grüner“.‘
Unsere Route entlang der HuabSümpfe
Und schon sehen wir den grünen Schilfgürtel der Huab-Sümpfe.
Hier ist es fast unwirklich schön. Wir stellen das Auto ab und gehen zu Fuß an den Huab.
Die Weiterfahrt ist etwas tricky, heißt ich würde am liebsten aussteigen. Es geht eine Geröllpad hoch und dann steil runter. Ein einheimischer Junge ist mit seinen beiden Hunden unterwegs und beobachtet, wie wir uns langsam cm um cm vorarbeiten. Seine Gedanken hätte ich gerne lesen können. Wir setzen unseren Weg südlich des Huab fort. Ab und an ist der Bewuchs so eng und dicht an der Pad, dass mein einziger Gedanke ist „Hoffentlich treffen wir hier nicht auf Elefanten“. Die Hinterlassenschaften zeigen uns, dass welche in der Nähe sein müssen. Es gäbe hier keine Möglichkeit auszuweichen.
Wir machen einen längeren Abstecher zu den schönen Felsformationen.
Der „Dinosauerierkopf“ hat es mir irgendwie angetan.
Die Querung durch das Flussbett ist dann einfach. Wir fahren das Flussbett noch etwas ab, da wir ja auf der Suche nach den Wüstenelefanten sind … jedoch ohne Erfolg.
Vorbei an Fontaine Farm erreichen wir dann die C39, um dann über Bergsig und die C43 nach Palmwag zu fahren.
Die Palmwag Lodge ist nach der Einsamkeit der letzten Tage einfach zu voll für uns. Anscheinend kommt in regelmäßigem Abstand ein Elefant an der Aussichtsplattform vorbei, der dann von ca. 20 oder mehr Menschen mit Handy abgelichtet wird, um sich dann gleich wieder etwas anderem zu widmen. Das ist nichts für uns.
Wir trinken einen Rock Shandy und kaufen uns das Permit für die nächsten 3 Tage (Crowthers’s trail und Hoanib). Das Permit kostet in Palmwag pro Person und Auto 120 Nam$ pro Tag. (An den Toll Gates im Hoanib allerding nur 100 Nam$. Hier könnte man vielleicht mal eine einheitliche Regelung finden, wobei für uns auch 120 Nam$ ok waren.) Wir wollen nun auch nicht in Palmwag campen und fahren bei schönem Licht in die Palmwag Day Visitors Area.
Wir übernachten auf C2 Hein‘s Campsite. Hier gibt es 3 oder sogar 4 ausgewiesene Stellplätze. Wir entscheiden uns für den 2., der etwas abseits der Pad liegt. Auch hier sind wir ganz alleine und können die Stille und den Sternenhimmel genießen. Heute backen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub Brot … wir sind in Afrika angekommen.
Es war die richtige Entscheidung hier zu übernachten und nicht in der Palmwag Lodge.
Liebe Grüße Dagmar
Teil 727. Nov. 2019
Tag 6 07.10.2019 Crowther’s Trail
Heute sind wir früh an. Bereits um 7:20 Uhr sind wir abfahrbereit.
Auf dem Plan steht der Crowther’s Trail mit Übernachtung auf der Blackridge Campsite. 2015 hatten wir den Crowther’s Trail zum ersten Mal gefahren. Und eigentlich, wollten wir ihn nie mehr fahren. Doch was kümmert uns unser Geschwätz von damals. 🙂
Da wir uns ja schon im Concessionsgebiet befinden nehmen wir uns diesmal die Zeit um auch durch die Day Visitors Area zu fahren. Entgegen dem Uhrzeigersinn fahren wir die einzelnen Viewpoints ab.
Bilder gibt es von diesem Tag erstaunlicherweise wenig, obwohl uns die Landschaft sehr gut gefällt. Irgendwie erinnert uns die Concession an einen gepflegten Steingarten mit sorgfältig platzierten grünen Büschen. Es sieht irgendwie „aufgeräumt“ aus. Aufgefallen ist uns auch die gute Beschilderung innerhalb der Day Visitors Area, dies hatten wir so nicht in Erinnerung.
Von einigen Aussichtspunkten sehen wir weit in der Ferne Elefanten. Und ich denke mir „Hätte ich wohl doch mal besser den in der Palmwag Lodge fotografiert.“ Aber wir haben ja noch den Hoanib. 😕
Aub Canyon
Die Concession ist gut zu befahren, nur das Stück I3 Aub-Barab Pass ist sehr felsig und etwas schwieriger.
Für diese Runde in der Day Visitors Area haben wir 2 Stunden gebraucht und sind 41 Km gefahren.
Gegen 10.00 Uhr biegen wir dann auf den Crowther’s Trail ab. Vielleicht liegt es daran, dass wir wissen was uns erwartet, denn der Beginn des Crowther’s Trail gefällt uns ausgesprochen gut. Für alle Fälle und vielleicht für einen 3. Besuch fahren wir alle genehmigten Campsites ab. Auf einer Anhöhe machen wir eine gemütliche Frühstückspause.
So etwa ab Höhe von C5 wird der Weg dann doch etwas eintöniger. Dies kann auch an dem ständig stärker werdenden Wind und dem vielen Sand in Luft liegen. Bereits um 14.00 Uhr erreichen wir die Blackridge Campsite. Es ist heiß (ca. 35°C), trocken und staubig. In unseren Augen macht es nun gar keinen Sinn, den Rest des Tages hier zu verbringen und so beschließen wir gleich weiter in den Hoanib zu fahren. Kurz bevor wir in das Trockenflussbett des Hoanib fahren, zeigt sich Familie Strauß.
Wir ahnen noch nicht, dass dies für lange Zeit die letzten Tiere sein werden, die wir sehen.
Wir hatten den Hoanib von unseren ersten Tour als grüne Oase mit vielen Tieren in Erinnerung. Diesmal ist es staubtrocken, durch den starken Wind ist die Luft voller Sand, da sind mir nun echt meine Objektive zu schade, die Pflanzen haben einen bräunlichen Sandüberzug. Und selbsterklärend sind auch fast keine Tiere zu sehen.
Eine Giraffe hat sich dann doch unser erbarmt und zeigt sich.
Irgendwie haben wir nun auch keine Lust uns im Ganamub ein Nachtquartier zu suchen und so fahren wir den kompletten Hoanib runter bis Elephant Song. Da wir ja keine Pausen durch Tierbeobachtungen haben geht dies auch recht schnell.
Kurz vor Elephant Song steht immer etwas Wasser, teilweise geht die Pad ganz knapp an den „Wasserpfannen“ vorbei.
Traurig der Anblick vieler verendeter Kühe. Überhaupt sind sehr viele Kühe im Hoanib. Sie werden wohl von den Farmern hierhin zum Weiden getrieben.
Elephant Song ist sehr schön neu aufgebaut worden. Die 4 Campsites liegen alle etwas auseinander mit Blick ins Tal. Ein Camp-Adjutant ist anwesend. Der Donkie wird befeuert, Feuerholz zum Grillen kann gekauft werden. Wir sind die einzigen Camper hier.
Natürlich lieben wir es, in den Seitentälern wild zu campen, doch sollte man die Anstrengung hier wieder eine Campsite aufzubauen auch durch den Besuch dieser belohnen. Es ist alles super sauber und gut gepflegt. Nach 2 Nächten in der „Wildnis“ tut eine richtige Dusche auch gut. Im Schutz des Unterstandes sitzen wir gemütlich beim Abendessen und einem Gläschen Wein.
Kosten der Campsite: per Campsite 200 Nam$ pro Person/Nacht 150 Nam$
Bilder der Campsite (vom nächsten Morgen)
Zur Info: Für den Crowther's Trail (143 Km) haben wir incl. Frühstückspause 6 Std. gebracht. Insgeamt sind wir 184 Km gefahren.
Und morgen schauen wir mal, ob wir vielleicht doch noch Elefanten finden. 😕
Liebe Grüße Dagmar
Teil 829. Nov. 2019
Tag 7 08.10.2019 Hoanib 2. Chance und wir finden einen Weg wo es keinen gibt.
Wir wachen früh auf und … was haben wir für ein Glück . Es weht kein Wind und die Sonne scheint. Hatten wir gestern schon überlegt, den Hoanib frühzeitig zu verlassen, so wollen wir nun bei diesem schönen Weter ihm noch eine 2. Chance zu geben.
Wir beschließen: Heute wird ein guter Tag!!
Wir nehmen von Elephant Song aus gesehen den nördlichen Track, der nicht so nass ist. Das ist die Landschaften, die wir hier so lieben.
Als erstes sehen wir wieder riesige Kuhherden. Ich steige sogar kurz aus, um sie zu fotografieren. Nichts Besonderes für Leute, die keine Angst vor Kühen haben … aber ich habe Angst vor Kühen!
Bei schönem Licht entdecken wir Springböcke, Affen mit Nachwuchs … der Hoanib scheint gegenüber gestern wie ausgewechselt.
Ganz ruhig und langsam lassen wir diese veränderte Sichtweise auf uns einwirken, dann hören wir ein leises Geräusch und sehen, dass unsere Windschutzscheibe gerissen ist - warum auch immer auf dieser Strecke - wahrscheinlich haben sich vorhandene Steinschläge vereint - Spannungsriss.
Dies stört uns erstmals nicht weiter und wir setzen unsere Fahrt langsam Richtung Westen fort. Dann fällt uns ein kleines grünes Schild mit den Buchstaben „HVC“ ins Auge. Zuerst denken wir an ein Treffen irgendeiner Gruppe. Die Durchfahrt, in die dieses Schild zeigt ist nicht breiter als unser Auto. Wir sind neugierig, bzw. Jürgen ist neugierig und schon steuert er unseren Wagen durch diese schmale Schlucht, die gerade so breit wie unser Wagen ist. Genaue Koordinaten habe ich dazu nicht. Wir gelangen auf eine Hochebene, die wie wir später feststellen zwischen Obias und Hoanib liegt. Hier ist es fantastisch schön.
Wir entdecken eine Zeltlodge … und natürlich fährt Jürgen hin.
W-Lan, Satellitenempfang , alles sieht sehr nobel aus. Wir erfahren dass HVC für Hoanib Valley Camp steht und von Natural Selection betrieben wird. 6 Zelte gibt es mit Blick auf ein schönes Tal, Safari-Fahrzeuge, Bar … alles vorhanden. Mit gemischten Gefühlen fahren wir weiter. Unsere Gedanke: Tja, nun hat der Pauschaltourismus auch die entlegenen Trockenflüsse erreicht.
Natürlich fahren wir noch etwas durch dieses malerische Tal, sehen Strauße und Oryx und treffen irgendwann in Richtung Westen auch wieder auf den Hoanib.
Unsere weitere Fahrt führt uns nun Richtung Amspoort. Und dann endlich … ich kann unser Glück kaum fassen, entdecken wir unseren ersten Wüstenelefant im Hoanib.
Und nicht genug, nun kommt auch noch eine Elefantenkuh mit Nachwuchs. Herrlich .
Lange bleiben wir stehen, beobachten wir das Kleine sich im Schatten eines Baumes bei der Mutter stärkt. Dann ziehen die Beiden weiter und wir auch.
Doch wir kommen nicht weit, denn nun kommt schon wieder eine Elefantenkuh mit Jungen.
Sie kommen so nahe an unserem Auto vorbei, dass mein Tele-Objektiv nun wirklich fehl am Platz ist.
Wenn Elefanten zu uns kommen bin ich meist tiefenentspannt. Sie queren vor uns, verschwinden in den grünen Büschen und sind binnen kurzer Zeit unsichtbar.
Ein paar Giraffen stehen noch malerisch am Wegesrand.
Dann erreichen wir den Amspoort Viewpoint.
Hier machen wir eine kleine Zwischenrast und genießen noch völlig glücklich unser 2. Frühstück.
Nun gilt es den Plan für die Weiterfahrt zu machen. Wir nehmen unsere Papierkarte von T4A von 2013 heraus. Unser Ziel ist die Übernachtung am Signal Hill. Doch wollen wir den Hoanib nun nicht nochmal zum 3. Mal fahren. Die Frage ist, wie kommen wir dort hin? In der Papierkarte ist ein Weg eingezeichnet. Diese Strecke gefällt uns und wir machen uns auf den Weg.
Das Blöde daran ist nur, dass die T4A Karte auf dem Navi diesen Weg nicht zu kennen scheint bzw. dass es diesen Weg nicht gibt.
Was für ein Blödsinn denken wir uns. Wenn da ein Weg war, wird es diesen auch jetzt noch geben. Und da mein Mann nicht gerne zurück fährt, vertrauen wir unserem Navigationssinn und machen uns auf den Weg Richtung Puros. Anhand der Papierkarte sehen wir, wo ungefähr wir abbiegen müssen. Tatsächlich geht etwa dort, wo wir es vermuten eine Fahrspur ab. Dieser folgen wir nun. Zu Beginn ist diese auch einfach zu fahren, sie wird jedoch immer ansspruchsvoller. Diese Aufnahme entsteht am Anfang des Weges.
Danach steht mir der Sinn nicht mehr nach Fotografieren, sondern ich denke nur noch „Wie kommen wir da wieder raus“. Die Spur, wenn wir sie mal nennen wollen, führt in die richtige Richtung. Wir gelangen an ein Trockenflussbett, hier ist es sehr tiefsandig und wir hoffen, hier nun endlich den auf der Papierkarte eingezeichneten Weg gefunden zu haben. Doch nach kurzer Fahrt im Flussbett versperrt uns eine Steinwand die Weiterfahrt. Also wieder zurück. Wir fahren nun aus dem Flussbett heraus auf die Geröllhügel - Hügel hoch - Hügel runter. Jürgen fährt immer bis an die Abruchkante, um zu sehen wo es weiter gehen könnte. Ich bekomme jedes Mal fast einen Herzinfark. 🤩 Am liebsten würde ich aussteigen!! Aber was dann. Nach etlichen Hügeln und Tälern finden wir eine Passage zum Runterfahren. Nun trennt uns nur noch ca. 1 m vom Flussbett. Diesmal steige ich aus und weise Jürgen ein. Geschafft!!! 😄
Lt. Karte liegt nun nur noch der Fearless Pass zwischen uns und unserem Ziel. Dieser ist im Gegensatz zu dem was wir vorher erlebt haben der reinste Kindergeburtstag. Vor einer Anhöhe steht eine Giraffe mitten auf dem Weg auf dem Hügel und schaut uns lange an.
Sie denkt bestimmt auch „welche Volldioten fahren denn diesen Weg“.
Geschafft, vor uns liegt die Giribes Plains, nun kennen wir uns wieder aus. Wir sind erleichtert.
Unser Ziel, der Signal Hill ist in Reichweite.
Doch welche Ernüchterung. Wir kennen den Platz aus einer unserer vorherigen Reisen. Damals fanden wir diesen Platz nur schön und auf gewissen Weise magisch. Heute ist er übersät mit „Kuhscheiße“ (sorry für die Wortwahl) und damit verbunden mit vielen Fliegen.
Und dann auch noch das.
Wer in aller Welt muss sich an einem solchen Ort so verewigen? Da frage ich mich doch: "Wer sind nun hier die wirklichen Vollidioten?"
Mittlerweile ist es 17.00 Uhr und eine Entscheidung muss her. Hier wollen und werden wir nicht bleiben.
Unsere Lösung ist, auf die D3707 zu fahren und von dann wieder in den Ganamub, um uns dort in einem Seitental ein Nachtlager zu suchen. Die Zeit drängt. Wir passieren ein unbesetztes Toll Gate ohne schlechtes Gewissen, da wir ja unser Permit haben. Finden es aber gut, dass (wenn auch unbesetzt) dass es dieses Gate gibt.
Nach längerem Suchen finden wir einen Platz, der und gefällt. Die Sonne geht langsam unter und wir richten uns gemütlich ein. Ein langer Tag mit vielen Eindrücken geht zu Ende.
Und morgen geht es durch die Khowarib Schlucht. Liebe Grüße
Teil 903. Dez. 2019
Tag 8 09.10.2019 Khowarib Schlucht und Klein Serengeti
Heute verlassen wir den Hoanib und seine Seitenflusstäler und fahren Richtung Seisfontain.
Wir sind nicht sehr früh unterwegs, zuerst genießen wir noch „unser“ Tal im Ganamub,
dann telefonieren mit Savanna Car Hire, um ihnen mitzuteilen, dass sie zur Weitervermietung eine neue Windschutzscheibe besorgen müssen. Die Nachfrage, ob wir diese in einer nahegelegenen Werkstatt schon ersetzen wollen, verneinen wir. Ist nur ein Riss und wir kommen klar. Uns war wichtig, dass der Vermieter Bescheid weiß.
Gegen 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Und erstaunlicher und glücklicherweise gibt es an dieser Ausfahrt aus dem Hoanib ein richtiges Tollgate. Ich krame also unser Permit hervor und steige aus … und stelle fest ... es ist sehr windig und richtig kalt. Nach ein paar netten Worten mit dem Tollgate-Wärter verlassen wir diese traumhafte Landschaft. Da hatten wir gestern ja richtig Glück mit dem Wetter.
Die bevorstehende Route wollte ich schon immer mal fahren. Da wir meist im März/April unterwegs waren, war es nie eine Option. Zudem fand ich zu diesem Streckenabschnitt nur wenig Informationen im Forum. (@La Leona: Dein Bericht hat mich zu diesem Teilabschnitt inspiriert. Denn du gibst in deinen Berichten auch klare Zeitangaben und Streckenzustände … super. Danke.) Für alle Fälle, und da wir die Route durch die Khowarb Schlucht und der Klein Serengeti nicht kennen, wollen wir in Seisfontein auf jeden Fall nochmals unseren Tank auffüllen. Als wir an der Tankstelle ankommen stehen bereits Fahrzeuge in der Wartschlange. Ein Tanklastzug befüllt die Tanks der Tankstelle. Das heiß erstmal warten. Die gute Nachricht für uns: Es gibt Benzin.
Gegen 11.00 Uhr fahren sind wir an der Auffahrt zur Schlucht.
Es ist nur wenig Wasser im Khowarib und der Aufstieg ist relativ einfach zu fahren. Es ist sehr trocken und staubig, immer wieder Bulldust, der uns einfüllt. Durch den Wind entstehen auch immer wieder Staubhosen.
Die Schönheit der Schlucht zeigt sich uns nur selten.
Kurzer Halt an den Wasserfällen.
Ursprünglich wollten wir an der Ana Tree Campsite übernachten. Doch auch hier sieht es nicht besser aus. Wahrscheinlich die falsche Jahreszeit. Es ist noch früh und so beschließen wir durchzufahren, in der Hoffnung in Hoada eine freie Campsite zu bekommen.
Der Khowarib Trail führt durch das Flussbett des Ombonde. Trotz der extremen Trockenheit gibt es hier erstaunlich viele Wildtiere, die allerdings alle eine hohe Fluchtdistanz haben. Eland, Giraffen, Springböcke, Oryx.
Hier erinnert uns die Strecke eher an eine Fahrt durch den herbstlichen Wald in Deutschland als an ein Trockenflussbett.
Hier (S19° 24.775' E14° 06.838') biegen wir in die Klein Serengeti ab. Auch hier das gleiche Bild. Die Luft ist gefüllt mit Sand. Kein Grashalm auf dem ausgetrockneten Boden zu sehen. Und doch entdecken wir 3 Giraffen. Unmöglich ein schönes Bild von dieser Szenerie zu machen.
Wir stellen uns diese Ebene mit leicht wehendem Grashälmen vor. Es muss dann wirklich sehr schön hier sein. Doch trotz der Tristheit hat diese Landschaft ihren Reiz.
Wir biegen dann links auf den Otjitheka Trail Richtung Erwee ab. Der Trail ist etwas tricky zu fahren, sehr steinig, doch mit dem Landy kein Problem. Nach all diesem Staub und der extremen Trockenheit ist die Palmenoase eine Wohltat für die Augen.
Ein riesiger VetVence tut sich vor uns mitten im Nichts auf. Nun heißt es erst einmal warten, bis sich jemand bequemt zu uns zu kommen, um das Tor zu öffnen. Ich überlege schon, was wir denn nun machen, wenn das Tor nicht geöffnet würde.
Gegen 17.00 Uhr erreichen wir Hoada. (Hier wollte ich ursprünglich für den nächsten Tag buchen, doch sie waren fully booked. Unsere Hoffnung war, dass heute noch ein Platz frei wäre) Nein wir haben keine Reservierung … es gibt auch keine freie Campsite … allerdings ein Zelt für 780 Nam$ pro Person. Wir schauen erstmal etwas ratlos und begeben uns in Gedanken schon wieder auf den Weg ... Wenn wir das Zelt nicht betreten können wir die Stellfläche als Campsite für 350 Nam$ pro Person nutzen. Na, das ist doch ein Wort.
Die Campsite von Hoada liegt sehr schön. Was für eine Wohltat nach der Staubpartie eine ordentliche Dusche zu haben und sich dann noch im kleinen Pool zu relaxen.
Ab der Einfahrt in die Schlucht bis nach Hoada haben wir mit ein paar kleinen Pausen 6 Std. benötigt.
nsgesamt gefahrene Km: 176
Teil 1004. Dez. 2019
Tag 9 10.10.2019 Kamanjab - Oppi Koppi
Diesen Tag könnten wir eigentlich streichen. Der Vollständigkeit halber werde ich ihn hier erwähnen.
Bevor wir Hoada verlassen, fotografiere ich noch ein paar Vögel. Eile ist nicht geboten, da wir nur 68 km vor uns haben.
Wir lassen die Übernachtung in Oppi Koppi nach längerem Überlegen nicht ausfallen, damit wir wieder in unseren Plan kommen. Denn ab Kamanjab haben wir die nächsten Übernachtungen zum Teil vorgebucht. Bereits kurz vor 11.00 Uhr erreichen wir Kamanjab. Hier frischen wir zuerst am unsere Vorräte auf. Die „Northwestgarage“ sieht originell aus. Und so setzen wir uns in das kleine Cafe und trinken einen „speziell hergestellten“ Cappuccino. Es dauert zwar sehr lange bis er kommt, schmeckt jedoch zugegebener Weise sehr gut.
Gegen 13.00 Uhr erreichen wir dann Oppi Koppi. Na, da habe ich wirklich schlecht recherchiert. Viel zu groß und Anreisepunkt für Reisebusse. Die Campsites sind lieblos und liegen unseres Erachtens viel zu dicht nebeneinander.
Auf dem Gelände gibt es einen (oder sogar zwei) Strauße in einem viel zu kleinen Gehege. Das Gefieder der Tiere ist ein einem schrecklichen Zustand. Es gibt meinerseits auch kein Foto davon, da ich keine Tiere in Gefangenschaft fotografiere. Dafür stehen Gruppen von Asiaten vor dem bedauernswerten Tier und machen Selfies.
Die Stachelschweinfütterung lassen wir auch ausfallen.
Unser einziger Pluspunkt für Oppi Koppi: In der Lapa am Pool sitzt man gemütlich … wenn die Menschenmassen wieder abgezogen sind.
Und morgen wird's dann wieder besser.
Grüßle Dagmar
Teil 1110. Dez. 2019
Tag 10 _ 11.10.2019 Ghaub Guest Farm - Auge in Auge mit den Rhinos
Unsere nächste Zwischenübernachtung auf dem Weg in den Caprivi liegt in den Otavi Bergen - Ghaub Guest Farm. Die 350 km dorthin sind langweilig zu fahren. In Outjo machen wir einen kurzen Stopp, um in der Outjo Bakkery noch ein Stück Apfelkuchen zu essen.
Das Wetter wird zusehends schlechter. Ja … ich wollte Wolken, aber sooo viele nun auch nicht. Es entwickelt sich zum Einheitsgrau und ist total bedeckt. Ghaub ist eine ehemalige Missionsstation aus dem Jahre 1895 und wurde Ende der 90er Jahre mit viel Liebe zum Detail renoviert und zu einer Gästefarm ausgebaut. Der Empfang ist sehr nett. Zur Guestfarm gehört auch ein kleiner Pool und ein Aussichtshide.
Die 3 Campsites liegen etwas abseits auf dem Hügel. Wir bekomen Campsite Nr 1. Diese ist allerdings vom Stellplatz für das Auto so klein, dass wir unseren Landy nicht wirklich platzieren können. Also wieder zurück zur Reception. Die Campsite 2 ist größer und Nr 3. Ist für 2 Autos angdacht, hat auch 2 Duschen und WC’s. Wir haben Glück und können auf Nr. 2 umziehen. Blick von der Campsite auf die Ebene.
Die Campsite an sich ist schön angelegt, nur etwas umständlich. So müssen wir um zum Sitzplatz, Feuerstelle und Ablution zu gelangen, immer eine Treppe hoch und runter.
Beim Check-in werden wir noch gefragt, ob wir bei der Rhino-Tracking Tour mitfahren möchten. Es sind noch 3 Plätze frei. Da wir nun nicht die Fans von geführten Touren sind, überlegen wir erst noch. Bis wir dann „ausüberlegt“ haben, sind die Plätze weg.
Auch gut. Dann gehen wir auf dem Gelände etwas spazieren. Dies tut nach der langen Fahrt sowieso gut. Nur sehe ich keine Hinweisschilder für die Wanderwege. Also wieder zurück zur Rezeption. Wir sollen einfach dem Weg an dem die Campsites liegen bergab folgen. Dann immer gerade aus bis zu einem Stein, dort dann links und an der nächsten Gabelung nochmals links.
Bewaffnet mit dem Fotoapparat machen wir uns auf den Weg. Unterwegs treffen wir auf einen Ranger, der uns sagt, dass die Rhinos sehr close seien. Mit gemischten Gefühlen gehe ich weiter. Natürlich würde ich sie gerne sehen, doch zu Fuß und ohne Begleitung eines Rangers ist dies etwas anderes.
Und dann sehen wir sie. 3 Rhinos nicht weit von uns entfernt.
Im Schutz der blattlosen Büsche suchen wir eine Position, aus der wir die gut beobachten können. Sie bemerken uns erst nicht, da der Wind für uns gut steht. Natürlich sind diese Tiere Menschen gewöhnt und doch ist es etwas Besonderes, das Glück zu haben ihnen so Auge in Auge gegenüber zu stehen. Wir bewegen uns ganz langsam und leise.
Doch dann hat er uns entdeckt und stellt seine kleine Öhrchen. Zeit für uns zum langsamen Rückzug.
Ich schaue mich sicherheitshalber immer mal wieder um, um sicher zu gehen nicht von einem tonnenschweren Rhino überrannt zu werden. Sie machen sich jedoch in die entgegengesetzte Richtung auf den Weg.
Unterwegs treffen wir noch auf ein paar Warzenschweine. Die Lichtverhältnisse sind jedoch schon sehr schlecht.
Zum Glück hat Jürgen einen guten Orientierungssinn und so erreichen wir unsere Campsite wieder bei den letzten Sonnenstrahlen.
Ein abendlicher Besucher der anderen Art.
Fazit Guestfarm Ghaub: Für eine Zwischenübernachtung ist Ghaub aber auf jeden Fall empfehlenswert. Gefahren Km: 351
Teil 1221. Dez. 2019
Nach längerer Pause geht es hier endlich wieder weiter. Musste zuerst noch unseren nächsten Urlaub im April 2020 in Namibia planen. Das hat eindeutig Priorität. Nun ist die grobe Planung abgeschlossen und ich kann mich wieder dem Reisebericht widmen.
Tag 11 _ 12.10.2019 Von Ghaub nach Riverdance
470 langweilige, eintönige Km liegen vor uns, um in den „grünen“ Teil Namibias zu kommen. Über die B8 geht es schnurgerade und asphaltiert bis Rundu. Dunkle Wolken begleiten uns und zwischendurch fallen auch ein paar Tropfen Regen. Ab Rundu fahen wir teilweise am Okavango entlang. Mir ist langweilig (wie fast immer auf solchen Strecken) und ich fotografiere zum Zeitvertreib die Landschaft aus dem fahrenden Auto heraus.
Nach rund 6 Std. Fahrt erreichen wir gegen 14.00 Uhr Riverdance. Der Empfang ist sehr herzlich. Die Lodge und die Campsites liegen wundervoll am Okavango.
Das Wetter spielt an diesem Tag nicht so ganz mit. Die dunklen Wolken sind nun auch hier angelangt. Es ist total bedeckt. Nach einem erfrischenden Bier fahren wir zu unserer Campsite. Wir haben Campsite 1 und meines Erachtens hat diese den schönsten Blick auf den Okavango.
Während Jürgen in der Hängematte relaxt, schaue ich mir mal die kleinen Mitbewohner an.
Witzig 🙂 Der Streit mit dem Spiegelbild . Spielgein, Spieglein an der Wand, wer.....
Spätnachmittags zieht dann von Angola ein Gewitter auf und es regnet, somit fällt die Bootstour buchstäblich ins Wasser.
Den Abend können wir dann dann doch wieder im Freien genießen. Wir sitzen am Feuer und genießen das Zirpen der Grillen.
Morgen machen wir einen Ausflug in die Buffalo Core Area. Gefahrene km: 473
Teil 1326. Dez. 2019
12_13.10.2019 Buffalo Core Area
Heute sind wir zum 1. Mal auf dieser Tour im „Game-Drive-Modus“. Wecker ist gestellt - um 6.00 Uhr ist wecken. Gegen 6.20 Uhr fahren wir los und sind bereits gegen 7.00 Uhr am Eingang zum Buffalo Nationalpark. Hier stauen wir erst mal nicht schlecht. Das letzte Mal waren wir 2015 im Caprivi. Dort wo damals eine einfache Holzhütte zum Einlass stand, ist heute ein moderner Einlass. Und es gibt schöne Info-Prospekte zu dem Park. So wie auf diesem Bild aus dem Nkara Rupara Park sehen mittlerweile alle Eingangsbereiche im Caprivi aus.
Der Eintritt ist der Gleiche geblieben. 40 Nam$ pro Person und 10 Nam$ für das Fahrzeug.
Wir sind die Ersten am Gate und somit auch im Park.
Schon bald zeigen sich die ersten Tiere. Familie Warzenschwein ist mal wieder im Schweinsgalopp unterwegs und nur schwer zu erwischen.
Dafür hält dieses etwas stiller. Will uns bestimmt seinen coolen Look zeigen. Warzenschwein frisch vom Friseur.
Elefanten stehen rechts und links der Pad im Gebüsch.
Kudus, Springböcke, Impalas … hier wimmelt es nur so vor Tieren.
Dann kommen wir an eine wunderschöne Lichtung mit Blick auf den Fluss. Irgendwie erinnert mich diese Landschaft an den „Garten Eden“. Alles sieht so friedvoll aus. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Büffel, Elefanten. Antilopen, Warzenschweine, Wasservögel.
Einer tanzt (schwimmt) immer aus der Reihe.
Na geht doch.
Als wir uns nach ca. 1 Stunde von diesem Anblick losreißen wollen, erscheinen zum Abschluss auch noch die scheuen Sable Antilopen.
Und jetzt ist Abmarsch.
Hier waren wir zum richtigen Zeitpunkt Nun warn wir schon so oft in Afrika, haben schon so oft die Tiere beobachtet und doch erfüllt es uns immer wieder mit tiefet Zufriedenheit dies zu sehen. Noch voller Eindrücke fahren wir langsam weiter.
Schon bald entdecken wir ein neugieriges Äffchen am Wegesrand.
Etwas weiter ein schönes Schauspiel von 2 Elefanten. Man könnte es auch unter den Namen schreiben. Trau ich mich oder trau ich mich nicht. Doch erst wird mal ausgiebig gefrühstückt.
Dann folgt der Verdauungsspaziergang entlang dem Wasser.
Der Größere möchte auf die andere Seite durchs Wasser. Gemeinsam schauen sie es sich mal erst an.
Und dann ist erstmal Rückzug angesagt. Das müssen sie sich nochmal überlegen.
Na komm schon, ich zeig dir wie es geht.
Der Kleine traut sich nicht so recht. Und es sieht so aus, als würde der ältere der Beiden ihm Mut zu sprechen.
Und letztendlich schafft er es auch.
Herrlich dieses Schauspiel und Sozialverhalten mitzuerleben.
Die Wasservögel finden hier einen reichlich gedeckten Tisch. Im Wasser wimmelt es nur so von Fischen.
Dann ist auch für uns Abmarsch angesagt. Gegen 12.00 Ihr verlassen wir den Park und werden von Familie Warzenschwein auch wieder verabschiedet.
Den Rest des Tages verbringen wir auf der Campsite der Riverdance Lodge. Gefahrene Km: 119
Teil 1431. Dez. 2019
Tag 13_14.10.2019 Livingston Camp/Nkasa Rupara (vormals Mamili)
Der Weg zu unserem heutigen Ziel führt uns erst mal entlang des Caprivi Highway. Das sind 200 km langweilige Fahrt. Auffällig ist der gute Zustand der Straße. In Kongola machen wir einen kleinen Zwischenstopp, um nochmals unsere Vorräte aufzufüllen. Auch die C49 ist mittlerweile geteert (2015 war das noch anders). Wir fahren an der Abzweigung zu Mavunje vorbei, denn dort werden wir erst bei unserer Rückfahrt aus dem Nkasa Rupara NP Station machen. Unser heutiges Ziel ist das Livingston Camp. Von der Riverdance Lodge bis zum Livingstone Camp haben wir rund 5 Stunden gebracht.
Gegen 13.00 Uhr kommen wir dort an. Naja, der erste Eindruck war schon etwas gewöhnungsbedürftig. Auf der Homepage sah es zumindest anders aus. Wir finden auch nicht gleich den Check-In Bereich. Also gehen wir mal einfach die Treppe zur Veranda hoch und machen uns bemerkbar. Gleich kommt dann auch jemand in Boxershorts aus dem Haus und begrüßt uns sehr freundlich mit den Worten: „Hey, ich bin Jörg. Schön, dass ich da seid. Ihr seid bestimmt …..“ Ich bin erstmal etwas irritiert. Wir setzen uns an den etwas unaufgeräumten Tisch auf der Veranda und erzählen. Dann dämmert es mir so ganz langsam. Das Gesicht kommt mir bekannt vor und ich kenne aus dem Namibia Forum einen Jörg. Also frage ich ihn „Ist dein Name Jörg Seufert?“ Und Bingo die Welt ist klein. Er berichtet uns auch die Neuigkeiten über diese Campsite. Ich hoffe ich, dass ich es wieder richtig wiedergebe. Der Besitzer und Initiator der Livingstone Campsite ist verstorben und sein Sohn möchte diese nun verkaufen … und die Verhandlungen darüber laufen gerade. Dann erzählt er uns auch noch von den Elefanten, die die Campsite regelmäßig besuchen, jedoch waren sie schon seit 2 Tagen nicht mehr da. „Mit den Elefanten kann man reden“, so seine Aussage, „sofern sie noch keine schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht haben“. Diesen Satz merke ich mir…. Und werde ihn auch noch anwenden. Insgesamt gesehen ist es ein nettes Ankommen. Nach unserem kleinen Plausch fahren wir zu unserer Campsite. Wir haben die Nr. 1, mit Blick auf ein entferntes Wasserloch. Denn auch hier ist alles trocken und Mokoro-Fahrten sind unmöglich.
Die Campsite ist sehr schön, großzügig angelegt mit Lapa, Dusche und WC.
Bei der Anfahrt zur Campsite, sehen wir ein Hinweisschild zu dem Livingstone Museum. Da wir heute sonst nichts Großes mehr vorhaben, fahren wir dort hin. Das Museum besteht aus einem Raum. Und der herbeigeeilte „Museumsführer“ gibt sein Bestes, um uns die verschiedene Wege von Herrn Livingstone zu erörtern. Theoretisch hätten wir diesen Ort nach 5 Minuten wieder verlassen können. Aber der Guide ist so engagiert und hört gar nicht auf zu reden. Letztendlich beenden wir diesen Besuch mit einer Spende zum Erhalt des Museum. Als wir wieder zur Campsite zurückkehren, entdecken wir im Gebälk Flughunde.
Nachmittags kommt Jörg nochmals zu uns, um sicher zu gehen, dass bei uns alles okay ist. Er bittet uns, unser Auto umzuparken, da es hier den Weg der Elefanten stören könnte. Kein Problem. Wir stehen nur nicht gern ganz komplett ohne Schutz frei und wir haben die Kocheinrichtung des Fahrzeuges gerne in der Nähe des Feuers. Alte Camper-Regel … immer schön den Rücken freihalten … heißt von hinten abschotten. Also parken wir unser Auto in einer Nische zwischen Feuerstelle und einem Wasserhahn.
Noch denken wir uns nichts dabei. Spätnachmittags kommt Jörg nochmals zur Campsite und lädt uns zu einem gemeinsamen Pizza-Essen ein.
Gegen Abend gehen wir zu Fuß zum Haupthaus. Außer uns sind noch ein Pärchen aus England anwesend, ein Alleinreisender, der in Kongola schon mal Erfahrungen mit der hiesigen Polizei gemacht hat und noch ein junger deutscher Student, der hier 7 Wochen in dem nahe gelegenen Dorf Sangwali wohnt und „Forschung“ für seine Bachelor Arbeit betreibt. Es ist ein sehr netter Abend mit vielen tollen Gesprächen,
einem herrlichen Sonnenuntergang
und wahrlich super gut schmeckenden Pizzen.
Gefahren Km: 309 Und morgen fahren wir in den Mamili. Wir sind schon sehr gespannt.
Teil 1504. Jan. 2020
14._15.10.2019 Nkasa Rupara und mehr
In Afrika haben wir ein anderes Zeitgefühl. Wir brauchen keinen Wecker, sondern werden mit dem erwachen des Tages auch wach. So sind wir auch heute schon um 06.50 Uhr abfahrbereit.
Wir fahren aus dem Camp raus und nehmen prompt die falsche Richtung. So fahren wir um 7.00 Uhr durch Sangwali. Hier ist richtig was los. Es ist das namibianische Leben pur. Schulkinder machen sich adrett gekleidet auf den Weg, überall sind die Menschen schon unterwegs um das Wasser für dn Tag zu holen.Es ist ein toller Exkurs in ein uns weitgehenst unbekanntes Leben. Wir nehmen diese Stimmung auf, ohne Bilder zu machen. Einfach nur erleben und tief sacken lassen. Am Ende des Dorfes drehen wir um und fahren in die entgegengesetzte Richtung zum Nationalpark.
Wir passieren das erste Gate, dann fahren wir nach rechts zu dem Gebäude, in dem es die sie Permits gibt. Wie immer sind es 90 N$. Innerhalb des Parks befindet sich die Rupara Lodge und die Jackelberry Luxury CS.
Auch hier ist alles sehr trocken und fast alle Straßen sind befahrbar. Mokoro Touren gibt es dadurch nicht. Im Gegenzug ist der Park oft sehr tiefsandig. Es gibt unzählige Spuren und Abzweigungen. In dem Wirrwarr von möglichen Wegen wissen wir nicht immer genauwo wir uns in der Rupara Island Region befinden. Landschaftlich ist es ein Traum. Es erinnert uns an den Moremi in Botswana. Die rotbraune wogenden Gräser der Floodplains, die Weite und dazwischen abgestorbene Bäume. Elefanten, Antilopen, Warzenschweine …
Die Landschaft hat uns in ihren Bann gezogen. Irgendwie schaffen wir es an den Kings Pool am Linyanti zu kommen. Die Elefanten, die wir am Fluss sehen, interessieren uns erst mal nicht. Wir entdecken Geier … viele Geier.
Geier-Stapel
Es ist ein ständiges Ankommen und Wegfliegen. Fasziniert beobachten wir dieses Schauspiel.
Dann fahren wir weiter zu den Elefanten. Ich muss zugeben, dass es für mich sehr entspannt ist, dass sie auf der anderen Flussseite sind.
Mittlerweile sind es 39° Grad und die Sonne steht hoch. Zeit zum Rückzug.
Gegen 15.00 Uhr sind wir wieder auf der Campsite. Wir relaxen mal wieder ein wenig und lassen das Erlebte sacken. Dann backen wir zum 3. Mal in diesem Urlaub unser Brot. In der Backphase
Das Ergebnis.
Auf der Campsite von Livingston ist es fast wie in der Wildnis.
Während Jürgen duschen geht, sitze ich am Tisch und mache mir Notizen von diesem Tag. Während ich so gemütlich da sitze und den Tag Revue passieren lasse höre ich im Gebüsch neben unser ein leises Knacken. Affen .. ist mein erster Impuls … und schreibe weiter. Dann wieder dieses leise Knacken … Affen höre sich irgendwie anders an … also stehe ich leise auf und schaue nach. Elefanten .. 1, 2. 3 an der Zahl. Leise gehe ich um die Lapa zu Jürgen und bitte ihn sich mit dem Duschen zu beeilen, da die Elefanten kommen. Ich gehe wieder zurück. Es ist kurz vor Dämmerung, an den Fotoapparat denke ich in diesem Augenblick nicht. Nur maximal 10 m von mir entfernt steht ein Elefant … und er möchte an den Wasserhahn, der direkt neben unserm Auto ist. Blitzschnell laufen in meinem Kopf mehrere Optionen durch. Ins Auto ... keine Option Die Lapa … bietet nicht wirklich einen Schutz … keine Option. Dann erinnere ich mich an die Wort von Jörg. “Mit Elefanten kann man reden“ So stehe ich also max. 10 m einem Elefanten gegenüber. Ich muss dazu sagen, dass ich vor Elefanten den allergrößten Respekt habe. Hilft mir jetzt aber nicht wirklich weiter. In Nachhinein bin ich über mich selbst verwundert. Ich schaue ich ihn ganz ruhig an. Unsere Blicke treffen sich für Sekunden. Dann schüttele ich ganz langsam meinen Kopf ohne meinem Blick abzuwenden und sage: „Nein, nein … hier könnt ihr heute nicht hin. Heute wohnen wir hier“ Der Elefant schaut mich weiterhin an, dann schüttelt er seinen Kopf, stellt die Ohren, wiegt seinen Rüssel hin und her. Als wollte er sagen alles ok …. Und geht weiter. Das war ein Wahnsinnserlebnis, das ich ohne Not nie machen würde.
Die ganze Nacht hören wir rund um unsere Campsite das Knacken der Äste, die unterhaltung der Elefanten und das Trompeten bis tief in die Nacht.
Was für ein Tag …. Was für eine Nacht!
Morgen geht es dann in den Mudumu NP
Teil 1605. Jan. 2020
In ARBEIT Tag 15_ 16.10.2019 Mudumu - Auf dem Weg nach Mavunje
Wir verlassen Camp Livingstone. Hier hat es uns sehr gut gefallen.
Schon gestern Abend hatten wir bemerkt, dass unsere Kühleinheit etwas in die Knie geht. Also gibt es eine kleine Planänderung. Wir fahren erstmal am Muduma NP und an Mavunje vorbei nach Kongala. Hier kaufen wir Eis, um der Kühleinheit eine kleine Hilfe zu geben, da wir auch in den nächsten Tagen keine Möglichkeit haben werden, das Auto an Strom zu hängen. Und wenn wir schon da da sind, findet auch noch die ein und andere Kleinigkeit ihren Weg in unser Auto. Dieser „Umweg“ hat uns etwas mehr als 1 Stunde Zeit gekostet - dafür bleibt uns aber unser super gutes Fleisch aus der KWS erhalten. Als wir von Kongola wieder zurück Richtung Muduma fahren, sehen wir dicke Rauchwolken. Sie sind in etwa dort, wo Mavunja liegt. Hoffen wir mal das Beste.
Wir erreichen den Muduma NP. Am Entrance Gate erhalten wir wieder eine schöne neue Karte des Parks. Der Officer erzählt uns, dass die Pad entlang des Kwando gesperrt sei. Hm … er schaut uns an und fragt mit welchem Auto wir denn unterwegs wären… Landcruiser … dann könnt ihr alle Wege fahren. Na, das ist doch mal eine Aussage.
Und … wer läuft uns als erstes über den Weg … Elefanten.
Wir passieren die Rangerstation und fahren Richtung Kwando. Und auch hier: Right time ... right place! Eine Herde Elefanten kommt zum Morgenbad.
Nebenbei schauen wir uns auch einmal die Campsites im Mudumu an. Immerhin wären diese eine Möglichkeit für eine der nächsten Reisen.
Campsite 1 und 3 sind die schönsten. Weitläufig und mit schöner Sicht auf den Kwando.
Nr. 2 ist uns zu zugebuscht.
Allerdings ist die Pad zur Campsite 3 sehr tiefsandig. Und prompt fahren wir uns hier fest. Die Sekunden, ob wir nach links oder rechts sollen, haben gereicht. Jetzt hilft nur noch schaufeln … und das in einem Gebiet, in dem überall Elefanten sind.
Wir befreien uns glücklicherweise recht schnell und ohne Elefantenbesuch aus unserer Situation. Auf dem Weg zur Campsite 3 liegt ein Hide. Als wir dort ankommen, durchquert gerade eine Elefanten-Familie den Fluss. Wie könnte es auch anders sein.
Obwohl wir in diesem Urlaub schon so viele Elefanten gesehen haben, ist es immer wieder aufs Neue eine faszinierende Sichtung. Aus der sicheren Hide zu dem völlig entspannt. Doch wir müssen ja auch wieder zurück.
Eine Büffelherde versperrt uns den Weg.
Der Muduma NP hat uns sehr gut gefallen. Er ist urtümlich, etwas wilder als die anderen Parks.
So langsam fahren wir Richtung Ausgang des Parkes und kommen gegen 15.00 Uhr in Mavunja an. Wir hupen 3x … doch nichts tut sich.
Dan hatte mir schon mitgeteilt, dass er Campsite 2 an der Lagoon für uns reserviert hat und so fahren wir dort hin und richten uns für die nächsten 2 Nächte ein. Wir beobachten ein paar Vögel und relaxen.
Eine Mitarbeiterin kommt nach ca 2 Stunden vorbei und entschuldigt sich, dass Sie uns nicht persönlich begrüßt habe. Sie hatte unser „Ankommens-Hupen“ gehört. Doch waren alle damit beschäftigt, das Buschfeuer (Brandrodung) einzudämmen. Und wie wir am nächsten Tag sehen werden, war dieses schon sehr, sehr nahe am Bushcamp von Mavunje. Am frühen Abend kommt auch noch ein junger Mann vorbei. Sein Name ist Maswawi und er wird morgen mit uns die Bootstour machen. Von der Campsite 2 kann man auch zu dem neuen Sundowner Platz gelangen. In der Lagune tummeln sich6-8 Hippos. Wir beobachten die Hippos, die Vögel und lassen diesen wundervollen Platz einfach nur auf uns wirken.
Mit dem Gegrunze der Hippos schlafen wir glücklich und zufrieden ein.
Gefahren Km: 179 Und morgen entspannen wir auf dem Kwando
Teil 1709. Jan. 2020
Tag 16_17.10.2019 Relaxen auf dem Kwando
Heute steht eine Tagestour auf dem Kwando auf unserem Programm. Gegen 9.00 Uhr kommt Maswawi vorbei und erzählt uns, dass Dan noch mit Übernachtungsgästen unterwegs ist. Er ist unser Guide heute. Wir haben nun die Möglichkeit zu warten bis Dan zurück ist, um zur Abfahrtsstelle zu gelangen oder, wenn es uns nichts ausmacht, mit unsserem Auto dort hinzufahren. Natürlich entscheiden wir uns für Variante 2. Um 10.00 Uhr kommt dann Maswawi zur Campsite. Wir sind erstaunt. Er hat sein löchriges T-Shirt und die alte Jeans gegen ein schwarzes Hemd und schwarze Jeans getauscht. Er sieht richtig gut aus. Überhaupt ist er eine sehr offene und nette Person.
Gemeinsam fahren wir zur Unterkunft der Staff, laden die Kisten, Stühle und Tisch in unser Fahrzeug und fahren zur Ablegestelle. Dabei kommen wir am Bushcamp vorbei und sehen, wie nahe das Feuer am Camp war. Vielleicht noch ein 1 Meter, dann wäre Dan’s Camp in Flammen aufgegangen.
Wir laden alles auf das Boot und dann geht die gemütliche Fahrt über den Kwando auch schon los. Außer uns und dem Guide ist niemand an Bord. Das ist schon mal wieder so ganz nach unserem Geschmack. Es weht ein leichter Wind und es ist nur herrlich durch diese Landschaft zu fahren. Wasservögle, Hippos, Lechwe, Büffel … die üblichen Vertreter eben.
Hippos im Wasser sind für mich das Gleiche wie Elefanten an Land --- ich habe den großen Respekt vor ihnen.
Zur Mittagspause bleiben wir an einer schönen Stelle stehen.
Er erzählt über sich, sein Ziele und auch über den tragischen Tod von Shaddy. Ich habe das Gefühl, dass er die Geschichte wieder und wieder erzählen muss, um sie zu verarbeiten. Für mich ist dies ok und wir haben alle Zeit der Welt.
Dann fahren wir langsam zurück.
Da Maswawi oft deutsche Gäste betreut, bringen wir ihm ein paar deutsche Worte bei. Es ist so schön zu sehen, wie er alles aufsaugt, aufschreibt und mit Lautschrift ergänzt, damit er es richtig aussprechen kann.
Im schönsten Abendlicht fahren wir zurück.
Und wie könnte es in diesem Urlaub anders sein … zum krönenden Abschluss unserer Fahrt gesellen sich auch noch die Elefanten zu uns.
Elefanten in der untergehenden Sonne
Ein fantastischer Anblick. Von einer solchen "Abendshow" können wir uns natürlich nicht losreißen und kommen erst nach Sonnenuntergang an die Anlegestelle zurück.
Ein herlicher, entspannter Tag geht zu Ende.
Und Morgen fahren wir dann in den Khaudum. Es wird also wieder etwas abenteuerlicher.
Liebe Grüße Dagmar
Teil 1812. Jan. 2020
Tag 17_ 18.10.2019 Khaudum Teil 1 - Die nördliche Anfahrt
Heute ist wieder frühes Aufstehen angesagt, denn wir haben eine weite Strecke vor uns. Bereits um 7.00 Uhr sind wir abfahrbereit. Wir bedauern es, dass wir dieses Mal Dan nicht getroffen haben. Eigentlich hatte ich gehofft, dass er gestern Abend noch zu uns kommen würde. Umso mehr freue ich mich, dass es plötzlich an das Fahrerfenster klopft und Dan doch noch gekommen ist. Also nochmal den Motor abschalten und noch ein wenig erzählen. Wir berichten über die Tour mit Maswari und Dan erzählt, dass er Ende des Monats für 3 Monate Urlaub machen will. Dann ist es endlich Zeit aufzubrechen.
Um 11.00 Uhr erreichen wir die Junction Katere/Khaudum.
Hier steht allerdings nirgends ein Hinweisschild Richtung Khaudum. Die Einfahrt ist direkt gegenüber der Abzweigung nach Katere. Es sieht nicht wirklich nach einer Straße aus die weiterführt. Eher wie eine Einfahrt zu den Gebäuden. Nach ca. 100 m kommt dann ein kleines braunes Schild „Khaudum 46 km“. Übrigens kommen diese kleine Schilder alle 5 km. Soll wohl eine Aufmunterung sein, nicht aufzugeben.
Die Strecke ist tiefsandig bis sehr tiefsandig. Wir sind im Laufe der Jahre schon viele Strecken gefahren, doch so tiefsandig noch nie. Und prompt stecken wir erstmal fest. Wir haben den Luftdruck noch nicht abgelassen. Danach geht es, was das Festfahren betrifft, ohne Probleme weiter.
Diese Strecke macht nicht wirklich Spaß zu fahren. Nicht nur dass sie tiefsandig ist, sie ist auch waschbrettartig holprig und dies rechts und links versetzt. Wir werden hoch und runter, kreuz und quer und von nach rechts nach links geschüttelt. Doch nicht nur wir --- sondern auch der Inhalt unseres Autos.
Nach 2,5 Stunden (für 46 km) kommen wir gegen 13.30 Uhr am Gate an. Während ich einchecke behebt Jürgen den Schaden. Bilanz: Verlust von 4 Flaschen Savanna, 3 Flaschen Tafellager und 5 l Wasser !!! All das hat sich mit dem Inhalt des Wagens vermischt. Nun ist Hausputz angesagt.
Die Campsites von Khaudum Camp sind sehr großzügig angelegt. Normalerweise fahren die meisten Leute ja auch mit 2-3 Autos dort hin. Es ist eine Empfehlung den Khaudum nicht alleine zu fahren und keine Bestimmung. Diesbezüglich gab es auch am Gate keine Probleme. Wir sind uns immer bewusst was mir machen und auch dementsprechend ausgerüstet. Wir bekommen Campsite Nr. 3. Schöne Ablutions mit Blick über das Tal, Schattendach, Feuerstelle.
Außer uns ist nur noch eine Campsite belegt.
Nach dem Hausputz wird relaxt.
Abends fahren wir zum Burkea Waterhole. Hier gibt es wieder Elefanten. Eine Tüpfelhyäne versucht auch ans Waser zu kommen, wird jedoch von den Elefanten immer wieder verscheucht. Das Wasserloch eignet sich mehr für den Sonnenaufgang.
Wir fahren zeitig zurück, denn auf diese Strecke im Dunkeln haben wir nun wirklich keine Lust.
Wir essen das letzte Fleisch der KWS, welches bis jetzt gehalten hat. Und morgen durchqueren wir den Khaudum von Nord nach Süd.
Gefahrene Km: 377
Teil 1917. Jan. 2020
Tag 18_19.10.2019 Khaudum Teil 2
Im Zuge unserer Planung für den Khaudum habe ich das Forum vor und rückwärts durchsucht und doch nur wenige Informationen darüber gefunden. Für alle die ebenfalls den Khaudum bereisen möchten, zeige ich hier unsere Strecke mit den angefahrenen Wasserlöchern.
Insgesamt haben wir mit vielen Pausen an den Wasserlöchern für die Strecke ab dem Khaudum Camp bis zum südlichen Gate rund 7 Stunden gebraucht.
Da wir nicht genau wissen, was auf uns zukommt, starten wir mit den ersten Sonnenstrahlen um 6.50 Uhr.
Unser erstes Ziel ist das Tsau Watehole. Die Strecke führt uns bei herrlichem Licht durch das Khaudum Omuramba Tal. Eine herrliche Ebene, in der plötzlich eine Roan Antilope unseren Weg kreuzt. Ich bin etwas überrascht und noch nicht wirklich im Fotografiermodus.
Auch ein Gnu verirrt sich noch in die Ebene.
Dann zweigt unser Weg nach Süden ab und wir fahren wieder auf tiefsandiger Rüttelpiste.
Der Weg ist rechts und links zugebuscht bzw. brandgerodet. Schätzungsweisesind im nördlichen Teil des Khaudums 80-90% der Fläche brandgerodet. Teilweise klimmt das Holz noch und es liegt Brandgeruch in der Luft. In der Ferne steigt auch noch Rauch auf. Wir hoffen, dass wir nicht noch zu brennenden Flächen kommen und umkehren müssen. Natürlich lässt sich in dieser trostlos erscheinenden Gegend auch kein Tier blicken.
Da ich ja nun weiß, dass man mit Elefanten reden kann --- schicke ich ihnen eine telepathische Nachricht -- unser Abkommen: „WIR TREFFEN UNS AN DEN WASSERLÖCHERN UND NICHT AUF DIESER ENGEN TIEFSANDIGEN PAD“ Und wir ihr sehen werdet, haben sich die Elefanten daran gehalten. 😉
Ich werde im Folgenden nur noch die einzelnen Wasserlöcher beschreiben, da sich an der Fahrsituation ja nichts ändert.
Tsau Waterhole (8.00 Uhr) Schon bei der Anfahrt sehen wir die Roan Antilopen. Doch kaum hören und sehen sie uns kommen, flüchten sie in die nahe liegenden Büsche. Wir besteigen die Hide und warten. Hier gibt es hunderte von kleinen, gelben Vögeln. Keine Ahnung, ob es sich hier um Gelbbrustbülbül handelt - vielleicht kann einer der Vogelexperten ja aushelfen.
Und obwohl ein löchriges Netz gespannt ist, trifft uns schon hin und wieder ein Ministrietzel Vogelkacke.
Nach und nach kehren die scheuen Antilopen zurück.
Es ist fast unmöglich ein Bild zu schießen, in dem nicht ein kleiner Vogel dazwischen flattert. Die Roan Antilopen in einer solch großen Anzahl zu beobachten macht Spaß.
Während die einen ihren Durst stillen, sichern die anderen ab.
Leeupan Waterhole (9.00 Uhr) Die Leeupan ist eine große, offene, übersichtliche Ebene. Wie wir sehen können, wird hier wohl auch wildgecampt. Auch hier gibt es eine Hide. Und wie abgemacht, sind die Elefanten schon am Wasserloch. Nur leider im schlechten Licht. Schlecht zum Fotografieren, aber trotzdem schön anzusehen. Elefanten, Antilopen, Warzenschweine.
Tari Kora Waterhole (10.30 Uhr) Wir erreichen Tari Kora. Schon beim Anfahren sehen wir SIE !!! - DIE ELEFANTEN!!! Der Hide liegt sehr nahe am Wasserloch, ist durch Drahtseile geschützt und hat 3 Ebenen - Parterre mit eingerechnet. Das Ding ist nur --- wir stehen mit dem Auto neben der Hide. Und um zu dieser gelangen müssen wir in einem Abstand von ca. 25-30 m an den Elefanten vorbei.
Ein Bulle hat unsere Ankunft bemerkt und stellt schon mal die Ohren -- dies ist unser Platz. Alles gut, wir wollen euch den Platz ja auch nicht streitig machen -- sind meine gesendeten Gedanken. Langsam und leise öffne ich die Tür, schließe sie lautlos und gehe langsam die paar Schritte zur „sicheren“ Hide … und ich fühle mich sicher. Meine Gedanken: „Wenn die Elefanten wüssten wie stark sie sind.“ (diese sende ich natürlich nicht)
Das Schauspiel, das sich uns hier bietet ist einmalig. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Jürgen zählt über 70 Elefanten. Das Beste daran ist … wir können es ganz alleine und ganz in Ruhe genießen. Das ist das Afrika, das wir so lieben.
Es wird geplanscht
Kräfte gemessen
Lautstark trompetet
Geschmust
Wir sind vollkommen happy und genießen die Situation in vollen Zügen. Und das alles für uns alleine. Fantastisch!!
Nach etwa 1 Std. nähern sich 6!!! Autos. 🤩 Sie gehören zu dem Tour-Operater, der auf dem Hinflug neben mir saß und mir erzählen wollte, dass wir nicht alleine den Khaudum befahren dürfen.
Und nun geschieht genau das, was wir nicht lieben. Nach dem Motto, es ist ja eine organisierte Tour, was kann mir schon passieren, wird relativ lautstark ausgestiegen, Türen geknallt und in Wildwest-Manier und erhobener Brust an den Elefanten vorbeigegangen. Auch wird für unser Verständnis viel zu viel gesprochen. 😠
Für uns ist dies nach über 1 Stunden alleine mit den Elefanten das Zeichen zum Aufbruch.
Wir fahren Richtung Dossi. Mein Sichtungswunsch dort sind Löwen oder Wilddogs.
Dussi Waterhole (12.00 Uhr)
Keiner der Wünsche wird erfüllt. Es sind wieder Elefanten. Auch mit der Gefahr, dass es überheblich klingt … wir fahren noch nicht einmal bis an das Wasserloch. Ich mache ein paar Bilder aus der Ferne und dann fahren wir weiter.
Ab Höhe Dussi ist auch der Tiefsand Geschichte. Entspannt fahren wir über Omuramba und Soncona Richtung Sikereti. Das alte, verfallene Camp Sikereti ist komplett abgebaut. Es ist ein schöner Platz, evtl auch zum Wildcampen (ob es erlaubt ist, weiß ich nicht) geworden.
Gegen 14.00 Uhr erreichen wir das südliche Gate des Khaudum. Und hier endet erst mal diese Etappe des Reiseberichtes.
Fazit Khaudum: Unser Fazit zu diesem Park ist etwas zwiespältig. Landschaftlich ist es nicht DAS Highlight. Der Park ist im nördliche Teil sehr zugebuscht (sofern nicht brandgerodet). Die Tiersichtungen waren außer Elefanten und Antilopen sehr gering. Direkt nach der Durchfahrt war unser Votum: Einmal reicht! Heute mit etwas Abstand betrachtet und dem Wissen, was uns erwartet, könnte ich es mir durchaus vorstellen irgendwann dort nochmals hinzufahren.
Übrigens ist der südliche Teil des Parks einfach zu befahren. Gefahrene Km: 178
Der Rest des Tages erfolgt in einem Extra- -Teil.
Teil 2019. Jan. 2020
Immer nochTag 18_19.10.2019 Teil 2 des Tages - Djokhoe
Unser Endziel heute ist die Campsite am „Dicken Boom“ - wie wir ihn nennen. Wir sind erstaunt über den guten Zustand der südliche Zu- oder Abfahrt zum Khaudum. Bei unserem letzten Besuch des südlichen Khaudums war hier noch Tiefsand - jetzt eine breite, geglättete „4-spurige“ Pad. Wirklich mit jedem PKW total easy zu fahren.
In Tsumkwe können wir obwohl es Samstag Nachmittag ist unsere Sundowner Vorräte in dem kleinen Bottle-Shop problemlos auffüllen.
Dann machen wir uns auf den Weg zum „Dicken Boom“: Was ich auf der schmalen rumpligen Zufahrt sehe gefällt mir überhaupt nicht. 1. Relativ frische Autospuren 2. Frische Elefanten-Kacke Ich weiß im Moment nicht, was ich als schlimmer einstufe. Dass unser Platz am „dicken Boom“ schon besetzt ist oder die Elefanten. Wir kommen an der Campsite an und können uns freuen. Der Platz ist frei.
Nach längerem Hin- und Her-Manövrieren finden wir den geeigneten Stellplatz. Das ganze Prozedere war im Prinzip unnötig, da wir abends ja noch mals losfahren.
Wir nehmen uns 2 Savanna aus dem frisch aufgefüllten Vorrat und klettern auf die Aussichtsplattform am Baum. Und wer steht an dem Wasserloch … Elefanten.
Die Campsite wurde aufgemöbelt. Die Toilette ist neu uns (noch) sauber und es gibt eine Eimerdusche. Nun ja, der Eimer hat gefehlt, aber wir haben ja unsere Dusche dabei.
In Anbetracht der Elefanten traue ich mich nicht zu Fuß zu den Baobabs zu gehen und überzeuge Jürgen mit mir dort hin zu fahren.
Während ich ein paar Bilder mache, halte ich immer wieder Ausschau nach den Elefanten.
Zurück auf der Campsite kommen 3 freundliche San, um die Gebühr für die Campsite zu kassieren (70 N$/pro Person)
Wir kochen, machen noch ein Feuer und lauschen in die Nacht. Immer wieder hören wir das Grummeln und Trompeten der Elefanten.
Von dem Ausgangsgate bis zu Djokhoe sind es noch etwa 80 km.