Old Women1'543 Beiträge · seit 201304. Jan. 2020 · #41
Hallo Dagmar,
Dann erinnere ich mich an die Wort von Jörg. “Mit Elefanten kann man reden“ So stehe ich also max. 10 m einem Elefanten gegenüber. Ich muss dazu sagen, dass ich vor Elefanten den allergrößten Respekt habe. Hilft mir jetzt aber nicht wirklich weiter. In Nachhinein bin ich über mich selbst verwundert. Ich schaue ich ihn ganz ruhig an. Unsere Blicke treffen sich für Sekunden. Dann schüttele ich ganz langsam meinen Kopf ohne meinem Blick abzuwenden und sage: „Nein, nein … hier könnt ihr heute nicht hin. Heute wohnen wir hier“ Der Elefant schaut mich weiterhin an, dann schüttelt er seinen Kopf, stellt die Ohren, wiegt seinen Rüssel hin und her. Als wollte er sagen alles ok …. Und geht weiter.
Mensch, bist du eine coole Socke. Ich wäre vor Schreck tot umgefallen. Vor Elefanten habe ich absolut Respekt, und seit unserem Erlebnis im KNP, wo uns ein Elefant auf seinen Stoßzahn nehmen wollte, ist mein "Respekt" nicht gerade weniger geworden..... 😗 Übrigens präsentierst du uns mal wieder eine ganz tolle Reise. Ich mag, wie entspannt ihr immer unterwegs seid.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201205. Jan. 2020 · #42
Schön, dass ihr noch dabei seid.
@Stellarissa Schön, dass du dabei bist und deine Vorfreude auf euren Namibia Urlaub stiegerst.
@Old women Hallo Beate, ja das war ein besonderes Erlebnis. Ich beurteile es mal so: Wenn wir mit dem Fahrzeug unterwegs auf Elefanten treffen, dann dringen wir in ihre Komfortzone ein. Dies zeigen sie uns oft durch ihr Verhalten und für mich/uns ist dann der Rückzug angesagt. In der Situation, in der ich mich befand, sah ich es genau umgekehrt aus. Wir waren da und der Eli kam. Es gab keine Bedrohung oder Agressivität unsererseits und so hat er sich glücklicherweise richtig entschieden und ist weitergegangen.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201205. Jan. 2020 · #43
In ARBEIT Tag 15_ 16.10.2019 Mudumu - Auf dem Weg nach Mavunje
Wir verlassen Camp Livingstone. Hier hat es uns sehr gut gefallen.
Schon gestern Abend hatten wir bemerkt, dass unsere Kühleinheit etwas in die Knie geht. Also gibt es eine kleine Planänderung. Wir fahren erstmal am Muduma NP und an Mavunje vorbei nach Kongala. Hier kaufen wir Eis, um der Kühleinheit eine kleine Hilfe zu geben, da wir auch in den nächsten Tagen keine Möglichkeit haben werden, das Auto an Strom zu hängen. Und wenn wir schon da da sind, findet auch noch die ein und andere Kleinigkeit ihren Weg in unser Auto. Dieser „Umweg“ hat uns etwas mehr als 1 Stunde Zeit gekostet - dafür bleibt uns aber unser super gutes Fleisch aus der KWS erhalten. Als wir von Kongola wieder zurück Richtung Muduma fahren, sehen wir dicke Rauchwolken. Sie sind in etwa dort, wo Mavunja liegt. Hoffen wir mal das Beste.
Wir erreichen den Muduma NP. Am Entrance Gate erhalten wir wieder eine schöne neue Karte des Parks. Der Officer erzählt uns, dass die Pad entlang des Kwando gesperrt sei. Hm … er schaut uns an und fragt mit welchem Auto wir denn unterwegs wären… Landcruiser … dann könnt ihr alle Wege fahren. Na, das ist doch mal eine Aussage.
Und … wer läuft uns als erstes über den Weg … Elefanten.
Wir passieren die Rangerstation und fahren Richtung Kwando. Und auch hier: Right time ... right place! Eine Herde Elefanten kommt zum Morgenbad.
Nebenbei schauen wir uns auch einmal die Campsites im Mudumu an. Immerhin wären diese eine Möglichkeit für eine der nächsten Reisen.
Campsite 1 und 3 sind die schönsten. Weitläufig und mit schöner Sicht auf den Kwando.
Nr. 2 ist uns zu zugebuscht.
Allerdings ist die Pad zur Campsite 3 sehr tiefsandig. Und prompt fahren wir uns hier fest. Die Sekunden, ob wir nach links oder rechts sollen, haben gereicht. Jetzt hilft nur noch schaufeln … und das in einem Gebiet, in dem überall Elefanten sind.
Wir befreien uns glücklicherweise recht schnell und ohne Elefantenbesuch aus unserer Situation. Auf dem Weg zur Campsite 3 liegt ein Hide. Als wir dort ankommen, durchquert gerade eine Elefanten-Familie den Fluss. Wie könnte es auch anders sein.
Obwohl wir in diesem Urlaub schon so viele Elefanten gesehen haben, ist es immer wieder aufs Neue eine faszinierende Sichtung. Aus der sicheren Hide zu dem völlig entspannt. Doch wir müssen ja auch wieder zurück.
Eine Büffelherde versperrt uns den Weg.
Der Muduma NP hat uns sehr gut gefallen. Er ist urtümlich, etwas wilder als die anderen Parks.
So langsam fahren wir Richtung Ausgang des Parkes und kommen gegen 15.00 Uhr in Mavunja an. Wir hupen 3x … doch nichts tut sich.
Dan hatte mir schon mitgeteilt, dass er Campsite 2 an der Lagoon für uns reserviert hat und so fahren wir dort hin und richten uns für die nächsten 2 Nächte ein. Wir beobachten ein paar Vögel und relaxen.
Eine Mitarbeiterin kommt nach ca 2 Stunden vorbei und entschuldigt sich, dass Sie uns nicht persönlich begrüßt habe. Sie hatte unser „Ankommens-Hupen“ gehört. Doch waren alle damit beschäftigt, das Buschfeuer (Brandrodung) einzudämmen. Und wie wir am nächsten Tag sehen werden, war dieses schon sehr, sehr nahe am Bushcamp von Mavunje. Am frühen Abend kommt auch noch ein junger Mann vorbei. Sein Name ist Maswawi und er wird morgen mit uns die Bootstour machen. Von der Campsite 2 kann man auch zu dem neuen Sundowner Platz gelangen. In der Lagune tummeln sich6-8 Hippos. Wir beobachten die Hippos, die Vögel und lassen diesen wundervollen Platz einfach nur auf uns wirken.
Mit dem Gegrunze der Hippos schlafen wir glücklich und zufrieden ein.
Gefahren Km: 179 Und morgen entspannen wir auf dem Kwando
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201209. Jan. 2020 · #44
Tag 16_17.10.2019 Relaxen auf dem Kwando
Heute steht eine Tagestour auf dem Kwando auf unserem Programm. Gegen 9.00 Uhr kommt Maswawi vorbei und erzählt uns, dass Dan noch mit Übernachtungsgästen unterwegs ist. Er ist unser Guide heute. Wir haben nun die Möglichkeit zu warten bis Dan zurück ist, um zur Abfahrtsstelle zu gelangen oder, wenn es uns nichts ausmacht, mit unsserem Auto dort hinzufahren. Natürlich entscheiden wir uns für Variante 2. Um 10.00 Uhr kommt dann Maswawi zur Campsite. Wir sind erstaunt. Er hat sein löchriges T-Shirt und die alte Jeans gegen ein schwarzes Hemd und schwarze Jeans getauscht. Er sieht richtig gut aus. Überhaupt ist er eine sehr offene und nette Person.
Gemeinsam fahren wir zur Unterkunft der Staff, laden die Kisten, Stühle und Tisch in unser Fahrzeug und fahren zur Ablegestelle. Dabei kommen wir am Bushcamp vorbei und sehen, wie nahe das Feuer am Camp war. Vielleicht noch ein 1 Meter, dann wäre Dan’s Camp in Flammen aufgegangen.
Wir laden alles auf das Boot und dann geht die gemütliche Fahrt über den Kwando auch schon los. Außer uns und dem Guide ist niemand an Bord. Das ist schon mal wieder so ganz nach unserem Geschmack. Es weht ein leichter Wind und es ist nur herrlich durch diese Landschaft zu fahren. Wasservögle, Hippos, Lechwe, Büffel … die üblichen Vertreter eben.
Hippos im Wasser sind für mich das Gleiche wie Elefanten an Land --- ich habe den großen Respekt vor ihnen.
Zur Mittagspause bleiben wir an einer schönen Stelle stehen.
Er erzählt über sich, sein Ziele und auch über den tragischen Tod von Shaddy. Ich habe das Gefühl, dass er die Geschichte wieder und wieder erzählen muss, um sie zu verarbeiten. Für mich ist dies ok und wir haben alle Zeit der Welt.
Dann fahren wir langsam zurück.
Da Maswawi oft deutsche Gäste betreut, bringen wir ihm ein paar deutsche Worte bei. Es ist so schön zu sehen, wie er alles aufsaugt, aufschreibt und mit Lautschrift ergänzt, damit er es richtig aussprechen kann.
Im schönsten Abendlicht fahren wir zurück.
Und wie könnte es in diesem Urlaub anders sein … zum krönenden Abschluss unserer Fahrt gesellen sich auch noch die Elefanten zu uns.
Elefanten in der untergehenden Sonne
Ein fantastischer Anblick. Von einer solchen "Abendshow" können wir uns natürlich nicht losreißen und kommen erst nach Sonnenuntergang an die Anlegestelle zurück.
Ein herlicher, entspannter Tag geht zu Ende.
Und Morgen fahren wir dann in den Khaudum. Es wird also wieder etwas abenteuerlicher.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201212. Jan. 2020 · #45
Tag 17_ 18.10.2019 Khaudum Teil 1 - Die nördliche Anfahrt
Heute ist wieder frühes Aufstehen angesagt, denn wir haben eine weite Strecke vor uns. Bereits um 7.00 Uhr sind wir abfahrbereit. Wir bedauern es, dass wir dieses Mal Dan nicht getroffen haben. Eigentlich hatte ich gehofft, dass er gestern Abend noch zu uns kommen würde. Umso mehr freue ich mich, dass es plötzlich an das Fahrerfenster klopft und Dan doch noch gekommen ist. Also nochmal den Motor abschalten und noch ein wenig erzählen. Wir berichten über die Tour mit Maswari und Dan erzählt, dass er Ende des Monats für 3 Monate Urlaub machen will. Dann ist es endlich Zeit aufzubrechen.
Um 11.00 Uhr erreichen wir die Junction Katere/Khaudum.
Hier steht allerdings nirgends ein Hinweisschild Richtung Khaudum. Die Einfahrt ist direkt gegenüber der Abzweigung nach Katere. Es sieht nicht wirklich nach einer Straße aus die weiterführt. Eher wie eine Einfahrt zu den Gebäuden. Nach ca. 100 m kommt dann ein kleines braunes Schild „Khaudum 46 km“. Übrigens kommen diese kleine Schilder alle 5 km. Soll wohl eine Aufmunterung sein, nicht aufzugeben.
Die Strecke ist tiefsandig bis sehr tiefsandig. Wir sind im Laufe der Jahre schon viele Strecken gefahren, doch so tiefsandig noch nie. Und prompt stecken wir erstmal fest. Wir haben den Luftdruck noch nicht abgelassen. Danach geht es, was das Festfahren betrifft, ohne Probleme weiter.
Diese Strecke macht nicht wirklich Spaß zu fahren. Nicht nur dass sie tiefsandig ist, sie ist auch waschbrettartig holprig und dies rechts und links versetzt. Wir werden hoch und runter, kreuz und quer und von nach rechts nach links geschüttelt. Doch nicht nur wir --- sondern auch der Inhalt unseres Autos.
Nach 2,5 Stunden (für 46 km) kommen wir gegen 13.30 Uhr am Gate an. Während ich einchecke behebt Jürgen den Schaden. Bilanz: Verlust von 4 Flaschen Savanna, 3 Flaschen Tafellager und 5 l Wasser !!! All das hat sich mit dem Inhalt des Wagens vermischt. Nun ist Hausputz angesagt.
Die Campsites von Khaudum Camp sind sehr großzügig angelegt. Normalerweise fahren die meisten Leute ja auch mit 2-3 Autos dort hin. Es ist eine Empfehlung den Khaudum nicht alleine zu fahren und keine Bestimmung. Diesbezüglich gab es auch am Gate keine Probleme. Wir sind uns immer bewusst was mir machen und auch dementsprechend ausgerüstet. Wir bekommen Campsite Nr. 3. Schöne Ablutions mit Blick über das Tal, Schattendach, Feuerstelle.
Außer uns ist nur noch eine Campsite belegt.
Nach dem Hausputz wird relaxt.
Abends fahren wir zum Burkea Waterhole. Hier gibt es wieder Elefanten. Eine Tüpfelhyäne versucht auch ans Waser zu kommen, wird jedoch von den Elefanten immer wieder verscheucht. Das Wasserloch eignet sich mehr für den Sonnenaufgang.
Wir fahren zeitig zurück, denn auf diese Strecke im Dunkeln haben wir nun wirklich keine Lust.
Wir essen das letzte Fleisch der KWS, welches bis jetzt gehalten hat. Und morgen durchqueren wir den Khaudum von Nord nach Süd.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201216. Jan. 2020 · #46
Schön, dass noch einige von euch dabei sind.
Bald geht es mit dem 2. Teil des Khaudums weiter. Die Zusammenfassung des Tages und der Informationen für euch war doch zeitaufwendig. Noch sind nicht alle Bilder gesichtet, doch geht es versprochen bald weiter.
Herzliche Grüße Dagma(r)
Schon verdächtig, wenn man den eigenen Namen falsch schreibt 🤪 Vielen Dank für den Zaunpfahl Friederike
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201217. Jan. 2020 · #48
Tag 18_19.10.2019 Khaudum Teil 2
Im Zuge unserer Planung für den Khaudum habe ich das Forum vor und rückwärts durchsucht und doch nur wenige Informationen darüber gefunden. Für alle die ebenfalls den Khaudum bereisen möchten, zeige ich hier unsere Strecke mit den angefahrenen Wasserlöchern.
Insgesamt haben wir mit vielen Pausen an den Wasserlöchern für die Strecke ab dem Khaudum Camp bis zum südlichen Gate rund 7 Stunden gebraucht.
Da wir nicht genau wissen, was auf uns zukommt, starten wir mit den ersten Sonnenstrahlen um 6.50 Uhr.
Unser erstes Ziel ist das Tsau Watehole. Die Strecke führt uns bei herrlichem Licht durch das Khaudum Omuramba Tal. Eine herrliche Ebene, in der plötzlich eine Roan Antilope unseren Weg kreuzt. Ich bin etwas überrascht und noch nicht wirklich im Fotografiermodus.
Auch ein Gnu verirrt sich noch in die Ebene.
Dann zweigt unser Weg nach Süden ab und wir fahren wieder auf tiefsandiger Rüttelpiste.
Der Weg ist rechts und links zugebuscht bzw. brandgerodet. Schätzungsweisesind im nördlichen Teil des Khaudums 80-90% der Fläche brandgerodet. Teilweise klimmt das Holz noch und es liegt Brandgeruch in der Luft. In der Ferne steigt auch noch Rauch auf. Wir hoffen, dass wir nicht noch zu brennenden Flächen kommen und umkehren müssen. Natürlich lässt sich in dieser trostlos erscheinenden Gegend auch kein Tier blicken.
Da ich ja nun weiß, dass man mit Elefanten reden kann --- schicke ich ihnen eine telepathische Nachricht -- unser Abkommen: „WIR TREFFEN UNS AN DEN WASSERLÖCHERN UND NICHT AUF DIESER ENGEN TIEFSANDIGEN PAD“ Und wir ihr sehen werdet, haben sich die Elefanten daran gehalten. 😉
Ich werde im Folgenden nur noch die einzelnen Wasserlöcher beschreiben, da sich an der Fahrsituation ja nichts ändert.
Tsau Waterhole (8.00 Uhr) Schon bei der Anfahrt sehen wir die Roan Antilopen. Doch kaum hören und sehen sie uns kommen, flüchten sie in die nahe liegenden Büsche. Wir besteigen die Hide und warten. Hier gibt es hunderte von kleinen, gelben Vögeln. Keine Ahnung, ob es sich hier um Gelbbrustbülbül handelt - vielleicht kann einer der Vogelexperten ja aushelfen.
Und obwohl ein löchriges Netz gespannt ist, trifft uns schon hin und wieder ein Ministrietzel Vogelkacke.
Nach und nach kehren die scheuen Antilopen zurück.
Es ist fast unmöglich ein Bild zu schießen, in dem nicht ein kleiner Vogel dazwischen flattert. Die Roan Antilopen in einer solch großen Anzahl zu beobachten macht Spaß.
Während die einen ihren Durst stillen, sichern die anderen ab.
Leeupan Waterhole (9.00 Uhr) Die Leeupan ist eine große, offene, übersichtliche Ebene. Wie wir sehen können, wird hier wohl auch wildgecampt. Auch hier gibt es eine Hide. Und wie abgemacht, sind die Elefanten schon am Wasserloch. Nur leider im schlechten Licht. Schlecht zum Fotografieren, aber trotzdem schön anzusehen. Elefanten, Antilopen, Warzenschweine.
Tari Kora Waterhole (10.30 Uhr) Wir erreichen Tari Kora. Schon beim Anfahren sehen wir SIE !!! - DIE ELEFANTEN!!! Der Hide liegt sehr nahe am Wasserloch, ist durch Drahtseile geschützt und hat 3 Ebenen - Parterre mit eingerechnet. Das Ding ist nur --- wir stehen mit dem Auto neben der Hide. Und um zu dieser gelangen müssen wir in einem Abstand von ca. 25-30 m an den Elefanten vorbei.
Ein Bulle hat unsere Ankunft bemerkt und stellt schon mal die Ohren -- dies ist unser Platz. Alles gut, wir wollen euch den Platz ja auch nicht streitig machen -- sind meine gesendeten Gedanken. Langsam und leise öffne ich die Tür, schließe sie lautlos und gehe langsam die paar Schritte zur „sicheren“ Hide … und ich fühle mich sicher. Meine Gedanken: „Wenn die Elefanten wüssten wie stark sie sind.“ (diese sende ich natürlich nicht)
Das Schauspiel, das sich uns hier bietet ist einmalig. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Jürgen zählt über 70 Elefanten. Das Beste daran ist … wir können es ganz alleine und ganz in Ruhe genießen. Das ist das Afrika, das wir so lieben.
Es wird geplanscht
Kräfte gemessen
Lautstark trompetet
Geschmust
Wir sind vollkommen happy und genießen die Situation in vollen Zügen. Und das alles für uns alleine. Fantastisch!!
Nach etwa 1 Std. nähern sich 6!!! Autos. 🤩 Sie gehören zu dem Tour-Operater, der auf dem Hinflug neben mir saß und mir erzählen wollte, dass wir nicht alleine den Khaudum befahren dürfen.
Und nun geschieht genau das, was wir nicht lieben. Nach dem Motto, es ist ja eine organisierte Tour, was kann mir schon passieren, wird relativ lautstark ausgestiegen, Türen geknallt und in Wildwest-Manier und erhobener Brust an den Elefanten vorbeigegangen. Auch wird für unser Verständnis viel zu viel gesprochen. 😠
Für uns ist dies nach über 1 Stunden alleine mit den Elefanten das Zeichen zum Aufbruch.
Wir fahren Richtung Dossi. Mein Sichtungswunsch dort sind Löwen oder Wilddogs.
Dussi Waterhole (12.00 Uhr)
Keiner der Wünsche wird erfüllt. Es sind wieder Elefanten. Auch mit der Gefahr, dass es überheblich klingt … wir fahren noch nicht einmal bis an das Wasserloch. Ich mache ein paar Bilder aus der Ferne und dann fahren wir weiter.
Ab Höhe Dussi ist auch der Tiefsand Geschichte. Entspannt fahren wir über Omuramba und Soncona Richtung Sikereti. Das alte, verfallene Camp Sikereti ist komplett abgebaut. Es ist ein schöner Platz, evtl auch zum Wildcampen (ob es erlaubt ist, weiß ich nicht) geworden.
Gegen 14.00 Uhr erreichen wir das südliche Gate des Khaudum. Und hier endet erst mal diese Etappe des Reiseberichtes.
Fazit Khaudum: Unser Fazit zu diesem Park ist etwas zwiespältig. Landschaftlich ist es nicht DAS Highlight. Der Park ist im nördliche Teil sehr zugebuscht (sofern nicht brandgerodet). Die Tiersichtungen waren außer Elefanten und Antilopen sehr gering. Direkt nach der Durchfahrt war unser Votum: Einmal reicht! Heute mit etwas Abstand betrachtet und dem Wissen, was uns erwartet, könnte ich es mir durchaus vorstellen irgendwann dort nochmals hinzufahren.
Übrigens ist der südliche Teil des Parks einfach zu befahren. Gefahrene Km: 178
Dann erinnere ich mich an die Wort von Jörg. “Mit Elefanten kann man reden“ So stehe ich also max. 10 m einem Elefanten gegenüber. Ich muss dazu sagen, dass ich vor Elefanten den allergrößten Respekt habe. Hilft mir jetzt aber nicht wirklich weiter. In Nachhinein bin ich über mich selbst verwundert. Ich schaue ich ihn ganz ruhig an. Unsere Blicke treffen sich für Sekunden. Dann schüttele ich ganz langsam meinen Kopf ohne meinem Blick abzuwenden und sage: „Nein, nein … hier könnt ihr heute nicht hin. Heute wohnen wir hier“ Der Elefant schaut mich weiterhin an, dann schüttelt er seinen Kopf, stellt die Ohren, wiegt seinen Rüssel hin und her. Als wollte er sagen alles ok …. Und geht weiter. Das war ein Wahnsinnserlebnis, das ich ohne Not nie machen würde.
Ein sehr schönes Erlebnis, wofür ich Dich beneide, und Du hast es wunderbar in Worte gefasst.
Überhaupt - die Reise von Euch gefällt mir ausgesprochen gut! 🙂 Vielen Dank für´s Berichten und Zeigen!
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201219. Jan. 2020 · #50
Immer nochTag 18_19.10.2019 Teil 2 des Tages - Djokhoe
Unser Endziel heute ist die Campsite am „Dicken Boom“ - wie wir ihn nennen. Wir sind erstaunt über den guten Zustand der südliche Zu- oder Abfahrt zum Khaudum. Bei unserem letzten Besuch des südlichen Khaudums war hier noch Tiefsand - jetzt eine breite, geglättete „4-spurige“ Pad. Wirklich mit jedem PKW total easy zu fahren.
In Tsumkwe können wir obwohl es Samstag Nachmittag ist unsere Sundowner Vorräte in dem kleinen Bottle-Shop problemlos auffüllen.
Dann machen wir uns auf den Weg zum „Dicken Boom“: Was ich auf der schmalen rumpligen Zufahrt sehe gefällt mir überhaupt nicht. 1. Relativ frische Autospuren 2. Frische Elefanten-Kacke Ich weiß im Moment nicht, was ich als schlimmer einstufe. Dass unser Platz am „dicken Boom“ schon besetzt ist oder die Elefanten. Wir kommen an der Campsite an und können uns freuen. Der Platz ist frei.
Nach längerem Hin- und Her-Manövrieren finden wir den geeigneten Stellplatz. Das ganze Prozedere war im Prinzip unnötig, da wir abends ja noch mals losfahren.
Wir nehmen uns 2 Savanna aus dem frisch aufgefüllten Vorrat und klettern auf die Aussichtsplattform am Baum. Und wer steht an dem Wasserloch … Elefanten.
Die Campsite wurde aufgemöbelt. Die Toilette ist neu uns (noch) sauber und es gibt eine Eimerdusche. Nun ja, der Eimer hat gefehlt, aber wir haben ja unsere Dusche dabei.
In Anbetracht der Elefanten traue ich mich nicht zu Fuß zu den Baobabs zu gehen und überzeuge Jürgen mit mir dort hin zu fahren.
Während ich ein paar Bilder mache, halte ich immer wieder Ausschau nach den Elefanten.
Zurück auf der Campsite kommen 3 freundliche San, um die Gebühr für die Campsite zu kassieren (70 N$/pro Person)
Wir kochen, machen noch ein Feuer und lauschen in die Nacht. Immer wieder hören wir das Grummeln und Trompeten der Elefanten.
Von dem Ausgangsgate bis zu Djokhoe sind es noch etwa 80 km.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201224. Jan. 2020 · #51
Tag 19_ 20.10.2019 Grashoek - Living Museum der Ju/'Hoansi-San
Unser nächster Stopp liegt nur 3 Stunden Fahrzeit von Djokhoe entfernt. Wir haben uns die Campsite von Grashoek als Zwischenstation ausgesucht. Bereits um 12.00 Uhr kommen wir dort an. Die Campsite ist schön, alledings hat sie nur wenig Schatten. Kein Problem wenn man eine Markise hat.
Bei der Ankunft werden wir herzlich begrüßt und bekommen eine Auflistung der zu buchenden Vorführungen. Wir entscheiden uns für die 2 Stunden Tor mit Pfeil und Bogenherstellung und Feuermachen. Wie genau dies in der Beschreibung hieß, weiß ich nicht mehr. Allerdings wollen wir nicht in der Mittagshitze los, sondern vereinbaren 17.00 Uhr. Wir werden von 2 netten San Frauen an der Campsite, die direkt neben dem Liveng Museum liegt abgeholt.
Wie immer möchte ich ein paar Worte in ihrer Sprache lernen. Jedoch muss ich kapitulieren. Die Klick-Sprache ist nicht für meine Zunge gemacht, sorgt aber für eine heitere gelöste Stimmung.
Zuerst wird uns gezeigt, wie man Feuer ohne Streichholz oder Feuerzeug macht. Sehr interessant. Und wer weiß - vielleicht brauchen wir diese Technik ja irgendwann mal einmal selbst.
Es folgt Pfeil und Bogen.
Die Schmuckherstellung läuft quasi für die Damen parallel.
Und natürlich kaufe ich das gefühlte 100. Armband und die dazu passende Kette.
He made my day.
Seinen Namen (für mich unausspechbar) habe ich vergessen. Jedoch hat er eine solche Lebensfreude vermittelt, dass ich noch heute lächle, wenn ich mir die Bilder anschaue.
Weitere Impressionen:
Das fertige Ergebnis der Pfeil und Bogenherstellung wird ausprobiert und Jürgen begeistert durch seine Treffsicherheit.
Fazit: Uns hat es riesigen Spaß gemacht. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich finde es immer interessant in die Geschichte anderer Völker zu schauen. Man kann so viel daraus lernen.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201224. Jan. 2020 · #52
Tag 20 und 21_ 21. U. 22.10.2019 Der letzte Stopp - Okonjima
Irgendwann endet jede Reise und wir müssen zurück nach Windhoek. Als letztes Zwischenziel fahren wir nach Okonjima. Warum? Ich dachte, lassen wir die Reise ganz entspannt zu Ende gehen. Eigentlich passt Okonjima ja so gar nicht in unsere Art zu reisen. Aber man weiß ja nie. Vorab: Für uns hat es nicht gepasst.
Die Anlage von Okonjima ist sehr groß und die uns zugewiesene Campsite „Koshi“ ist zugegebener Weise sehr groß, ordentlich und schön. Der Pool ist ebenfalls sehr gepflegt und lädt zum Schwimmen ein. Bis hierhin alles perfekt. Was uns überhaupt nicht gefallen hat ist die überaus aggressive Art die Touren/Aktivitäten anzubieten.
Der Reihe nach: Ankunft gegen 14.00 Uhr: Wir checken ein und werden gefragt, welche Aktivität wir buchen möchten. Dies ist legitim und normal. Wir entscheiden uns nicht sofort und fahren zur Campsite.
Kurz darauf, wir sind noch beim „Ankommen“ auf der Campsite kommt der Camp Supervisor und fragt, ob wir um 15.00 Uhr an der Lepard Tour teilnehmen möchten. Da wir uns nicht sofort entscheiden, schlägt er vor abends nochmals zu kommen.
Wir gehen zum Pool, um zu relaxen. Auf dem Rückweg zu unserer Campsite kommt uns ein Fahrzeug der Lodge entgegen, hält an und fragt, welche Tour wir schon gebucht haben??!!
Abends kommt der Camp Supervisor wieder vorbei und wir haben uns geeinigt und buchen das Lepard Tracking für den nächsten Tag morgens um 6.00 Uhr. Nach dieser Tour werden wir noch 3x angesprochen, die noch nicht von uns gebuchte Africat Tour zu buchen. Selbst an unserem Abreisetag kommt der Camp Supervisor noch um 10.00 Uhr vorbei, um uns eine Tour anzubieten.
Sorry … aber so etwas kennen wir nicht und ist uns definitiv zu aufdringlich. Sicherlich kann und will jeder seine Aktivitäten verkaufen, doch sollte ein NEIN des Kunden auch respektiert und akzeptiert werden.
Eine paar Eindrücke von der Lepard Tracking Tour: Wir sind morgens um 6.00 Uhr am Abfahrtpunkt. Insgesamt starten 3 Autos, die einzeln fahren. In unserem Auto sind wir 6 Gäste - also nicht voll besetzt. Wir fahren los. Alle paar Kilometer hält der Guide an und peilt die Gegend nach dem Leoparden ab. Wir „rasen“ regelrecht durch die schöne Landschaft. Für andere Tiere wird nicht angehalten. Letztendlich finden wir einen Leoparden. „This is your lepard“ verkündet der Guide stolz. Auftrag ausgeführt.
Jeder hat seine Art zu reisen und Tiere zu sehen, unsere ist dies definitiv nicht !!
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201224. Jan. 2020 · #53
Fazit und Ende
Wir haben auch auf dieser Reise fantastische Landschaften gesehen. Hatten das Glück auf Wüstenelefanten zu treffen. Haben mit dem Besuch des Khaudum und der Khowarib Schlucht einige "weiße" Flecken für uns in Namibia geschlossen.
Wir haben es wieder genossen aber auch festgestellt, dass der Oktober nicht unsere bevorzugte Reisezeit ist. Daher werden wir im April wieder losziehen ... in das Land das uns seit Jahren so fasziniert. Und als Novum zum ersten Mal nicht als Alleinreisende!!! 2 Afrika-Unerfahrene Freunde werden uns begleiten. Ich freue mich schon darauf. Denn ich glaube, dass wir das was wir an Namibia so lieben, nochmals neu erfahren werden. Ich bin mir sicher, es wird eine Bereicherung für alle.
Ob es über diese Reise einen weiteren Reisebericht geben wird, weiß ich noch nicht. Ich freue mich erst mal darüber, dass es in 3 Monaten wieder los geht.
Vielen Dank an alle, die den Reisebericht verfolgt haben.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201625. Jan. 2020 · #54
Hallo Dagmar,
herzlichen Dank für Deinen tollen Reisebericht. Ich bin gerne mit Euch gereist.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
freshy3'883 Beiträge · seit 201125. Jan. 2020 · #55
Hallo Dagmar, es war mir ein Vergnügen, deinen Reisebericht bis zum Schluss zu lesen 🙂 . Was Okonjima anbetrifft, stimme ich dir voll und ganz zu. Ich war auch, nicht nur wegen des abgehobenen Preises, enttäuscht und war froh, dass das Reservat ziemlich am Anfang unserer Route lag. Sowieso hatte ich bei unseren Reisen öfters den Eindruck, dass Besitzer solcher Einrichtungen Dollars und weniger das Wohl der Gäste vor den Augen hatten. Und die Tiere sind nur Mittel zum Zweck. Der "Schutzgedanke" scheint nur noch rudimentär vorhanden.
fiedlix548 Beiträge · seit 201625. Jan. 2020 · #57
Guten Abend Dagmar,
eure Reise hat mir ausgesprochen gut gefallen! Vielen Dank für den schönen Bericht. Dein Erlebnis mit dem Elefanten hat mich etwas die Luft anhalten lassen, ich habe so einen Heidenrespekt vor diesen grauen Riesen. Schon echt erstaunlich dein Erlebnis !
take-off schrieb:Fazit und Ende Wir haben es wieder genossen aber auch festgestellt, dass der Oktober nicht unsere bevorzugte Reisezeit ist. Daher werden wir im April wieder losziehen ... in das Land das uns seit Jahren so fasziniert.
Was hat euch denn an Oktober nicht gefallen, bzw. was macht den April zu eurer bevorzugten Reisezeit ? Unsere erste Reise nach Namibia war auch im April und wir finden April/Mai auch ganz wunderschön.
lieben Gruß Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
Old Women1'543 Beiträge · seit 201326. Jan. 2020 · #58
CuF schrieb:Liebe Dagmar, hab vielen Dank für Deinen berührenden Bericht! Es hätte ruhig noch etwas weitergehen können.......... Herzliche Grüße Friederike
Hallo Dagmar, besser als Friederike hätte ich es auch nicht sagen können. Auch wenn ich dieses Mal wenig kommentiert habe, hat es mir wie immer viel Freude bereitet, euch zu begleiten. Bis zum nächsten Mal.
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201426. Jan. 2020 · #59
take-off schrieb:
Ob es über diese Reise einen weiteren Reisebericht geben wird, weiß ich noch nicht. Ich freue mich erst mal darüber, dass es in 3 Monaten wieder los geht.
Hallo Dagmar,
vielen Dank für Deinen schönen Reisebericht mit den tollen Fotos. Auch ich habe Deinen Bericht immer verfolgt, war aber zu faul einen Beitrag dazu zu schreiben. Dies sollte Dich aber nicht entmutigen. Ich würde mich freuen, wenn Du auch von Deiner nächsten Reise mit Deinen Freunden berichtest. Auf Deine tollen Fotos und Erlebnisse freue ich mich schon jetzt.
Viele Grüße Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201427. Jan. 2020 · #60
Liebe Dagmar,
ganz herzlichen Dank für deinen Bericht und Euer Fazit 😘 .
Tja Okonjima ist so ein zweischneidiges Schwert - wir waren ja in der Villa und die Drives waren inkludiert - aber es ist und bleibt ein privates Reserve mit getrackten (und teils angefütterten) Tieren und ein Wirtschaftsbetrieb. Für die meisten von uns, denen die Sichtungsfee unterwegs in freier Wildbahn bereits wohlgesonnen war, sind diese getrackten Touren in einem - wenn auch großen - privaten Reserve meist kein Highlight.
Wenn dann auch noch Mitarbeiter die Touren quasi aufdrängen, hinterlässt das doch einen sehr faden Beigeschmack 😵. Wir waren im letzten Jahr ja besonders unglücklich mit unserem letzten Stop auf Erindi - daher kann ich Eure Empfindungen gut nachvollziehen.
Aber jetzt steht ja quasi die nächste Reise schon kurz bevor! Das ist ein Grund zur Freude 🙂 Ich bastle grade an einer Tour im September und hoffe, dass wir das bald eingetütet bekommen und dann endlich auch mal wieder in das südliche Afrika reisen können.
Falls Du Dich nicht aufraffen kannst, einen Bericht zu schreiben (was ich gut verstehen kann - denn es ist ein nicht unerheblicher Aufwand) - dann würde ich mich sehr freuen, Euch beide mal wieder in Büsnau zu sehen 😘