Hallo allerseits,
yanjep schrieb:Die Pleite zuzugeben, würde zu argem Prestigeverlust führen und Gläubiger massiv nervös machen.
Das verdreht die Mechanismen an den Finanzmärkten. Namibia hat schon ein Junk-Rating. Gläubiger macht nicht nervös, wenn das die Staatsschulden treibende Kapitel Air Namibia endlich beendet wird. Gläubiger macht nervös, wenn der Staat weitere Milliarden in Air Namibia pumpt. Das geschähe angesichts der finanziellen Situation Namibias durch zusätzliche Staatsschulden. Dann steigt die Staatsverschuldung und die Chancen auf Rückzahlung sinken. Der Staat müßte keine "Pleite zugeben". Er könnte die geordnete Abwicklung Air Namibias ankündigen. Es würde erstmals sichtbar, daß Namibia die strukturellen Ursachen seiner Probleme adressiert. Dann würden die Gläubiger Namibias Beifall klatschen und es stiegen die Chancen, aus dem Junk-Rating heraus zu kommen.
Die Pressemitteilung von Air Namibia ist einzigartig. Wenn mit einer Pressemitteilung auf aktuelle Medienmeldungen reagiert wird, dann ist zu erwarten, daß auf die Punkte in den Medienmeldungen eingegangen wird. Festzustellen ist: Nicht einer der konkreten Aspekte in den aktuellen Medienmeldungen wurde von Air Namibia dementiert. 3 Seiten blumige Sätze ohne Bezug zur aktuellen Situation. Nicht dementiert wurde, daß
- Air Namibia Liquidität fehlt.
- die namibische Regierung Air Namibia finanzielle Hilfe versagt.
- namibische Finanzinstitute Air Namibia eine Finanzierung versagen.
- Air Namibia versucht, in Südafrika ein Finanzierung zu bekommen.
- Air Namibia die A319 verpfänden will, um an Liquidität zu kommen.
Offensichtlich fragt sich hier niemand (Edit: außer Gabi-Muc), warum auf 3 Seiten Text nichts davon dementiert wurde? Zusammengefaßt schreibt Air Namibia in der Pressemitteilung nur "Wir fliegen so lange, wie der Staat uns läßt". Das ist seit Jahren allgemein bekannt.
Viele Grüße
Ulf