take-off1'674 Beiträge · seit 201215. Nov. 2016 · #42
Hallo Uwe und Ruth, na das hat ja gedauert, bis ihr endlich mit dem Reisebericht anfangt 😗 😎
Natürlich suche ich mir auch noch ein Plätzchen im Landcruiser ( da kenne ich mich ja aus). Ich freue mich schon auf euren Bericht, die Reiseroute sieht ja schon sehr vielversprechend aus. Und das kleine "Missverständnis mit der Kreditkarte" - kann doch mal passieren. Was wäre denn ein Urlaub ohne Herausforderungen. 😁
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200615. Nov. 2016 · #43
@Sasa: Du brauchst dich nicht zu beeilen. In den ersten Tagen sind wir ganz gemütlich unterwegs, die Tagesetappen sind klein. Oh je, jetzt sind wir auch noch für deine Sucht verantwortlich. 😉
@Karin: Schön, dass du dabei bist. Ja, bis 2018 ist es noch recht lange. Aber freuen kann man sich ja schon mal. Wir helfen da immer gerne. Liebe Grüße an alle
@Tina, Der Reisende und Helga: Herzlich willkommen! Es sind noch Plätze frei. Wir rutschen gerne zusammen.
@Nina: Ihr wart ja auf demselben Stellplatz. Ist wirklich schön dort. Nein, das Problem am Auto war keine große Sache, hat aber unseren Plan für den kommenden Tag durcheinander gebracht.
@Dagmar: Ihr hattet uns nicht zu viel versprochen. Das Auto war toll. Wir freuen uns, dass ihr nun auch mitfahrt. Liebe Grüße an Jürgen.
chris p382 Beiträge · seit 200616. Nov. 2016 · #44
Hallo Ihr beiden,
immer wieder schön Eure Geschichten und Bilder von Euren Afrika Abenteuern lesen und sehen zu können. Wir passen mal ganz genau bei den ersten Tagen auf, evtl. verschlägt es uns doch mal wieder in die Richtung nach so vielen Jahren.
Danke für die jetzt schon tollen Fotos und wir freuen uns auf weitere Erlebnisse.
Gruss Christian +3
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Nov. 2016 · #45
Hallo Christian und die anderen drei,
wie schön, von euch zu hören. Wenn ihr mal wieder im südlichen Afrika unterwegs seid, laufen wir uns ja evtl. sogar über den Weg. 😉 Gleich folgt der nächste Tag des Reiseberichts.
In der Nacht zog kräftiger Wind auf. Obwohl wir eigentlich recht geschützt zwischen Felsen auf der Westseite der Blutkuppe standen, rappelten die Böen am Zelt. Wir konnten kaum schlafen, so laut war es. So standen wir schon früh auf. Es war mit 18 Grad bereits herrlich warm, und wir hätten wunderbar in der Morgensonne frühstücken können, wenn da nicht immer noch der sehr starke Wind gewesen wäre. Außerdem mussten wir uns um den kaputten Griff kümmern. Bereits um kurz nach 7 Uhr riefen wir einen Mechaniker bei Savanna an und vereinbarten, über Swakopmund zu fahren und den Griff dort ersetzen zu lassen. Man sollte dort bereits einen neuen Griff bereitlegen, wir würden ihn montiert bekommen und sogleich weiter nach Tsaobis fahren. Alles kein wirkliches Problem. So zumindest der Plan! Wir kletterten noch ein wenig auf den Felsen hinter dem Stellplatz herum, genossen die Aussicht und fotografierten einige Bergstare, die auf Reste unseres nicht stattgefundenen Frühstücks hofften.
Bergstar
Als wir dem Mechaniker – wie wir dachten – genügend Zeit gelassen hatten, sich vorzubereiten, machten wir uns zunächst über die Nebenstrecke und dann weiter über die C28 auf den Weg zur Küste.
Wir kamen gut voran und erreichten Swakopmund, das unter einer Staubglocke hing, noch vor zehn Uhr. Außerhalb der Stadt fegte der Sturm den Sand quer über die Fahrbahn.
Wir riefen wieder in Windhoek an und erhielten die Telefonnummer eines örtlichen Mechanikers. Dieser vertröstete uns auf später, da er gerade noch etwas zu erledigen habe. Mist, da hatten wir doch tatsächlich angenommen, man würde sich sofort um unser Problem kümmern. Wir sind eben doch nicht die wichtigsten Menschen auf der Welt! 😉 Bis spätestens ein Uhr würde er sich wieder melden. Zunächst akzeptierten wir das und fuhren zu Meike und Klaus. Obwohl wir fast eine Woche früher eintrafen als erwartet, wurden wir sehr herzlich empfangen. Wir tranken gemütlich Kaffee und erzählten. Eigentlich war unser Plan gewesen, nur für die Reparatur nach Swakopmund und anschließend auf kürzestem Weg zu unserem reservierten Tagesziel nach Tsaobis weiter zu fahren. Da uns 13 Uhr für den Beginn der Reparatur schon etwas spät erschien, riefen wir erneut bei Savanna an und erhielten kurz darauf eine andere Werkstatt mit Wegbeschreibung. Für die nun folgende Schnitzeljagd durch das Örtchen benötigten wir einige Zeit und weitere Wegbeschreibungen unterwegs, um die zwischenzeitlich umgezogene Werkstatt im Industriegebiet zu finden. An dieser fuhren wir zunächst ein paarmal vorbei, da es noch kein Schild und auch sonst keinen Hinweis auf irgendwelche Reparaturarbeiten gab. Schließlich fanden wir doch noch die richtige Stelle, und nach einer kurzen Diagnose wurden wir gebeten, um 14 Uhr wiederzukommen. Dann sei der Ersatzgriff besorgt. Na wunderbar! Nach kurzem Überlegen strichen wir nun Tsaobis als Tagesziel. Schon gestern waren wir später als geplant an unserem Übernachtungsplatz angekommen. Heute würden wir es gerade so vor Sonnenuntergang schaffen. Diesen Stress wollten wir vermeiden, zumal wir ohnehin nicht mehr ins Python Valley fahren könnten. Daher ging es nach dem Tanken wieder zurück zu Meikes Pension, die glücklicherweise ein freies Zimmer für uns hatte. In Tsaobis gaben wir per Email Bescheid, dass wir nicht mehr kommen würden. Endlich konnten wir etwas essen und uns ein wenig ausruhen. Uwe fuhr um 14 Uhr zur Werkstatt und ließ den neuen Türgriff einbauen. Dieser wurde von außen mit zwei Inbus-Schrauben gelöst und der neue Griff entsprechend wieder eingebaut. Da fragt man sich natürlich, welche Funktion das in den Griff integrierte Schloss hat. Es hält lediglich Einbrecher ab, die keinen Inbus-Schlüssel und Vierkant besitzen.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir ruhig in der Pension. Ruth holte etwas Schlaf nach, und Uwe sicherte die ersten Fotos. Kurz überlegten wir, nach Walvis Bay zu fahren, um Wasservögel zu fotografieren. Da es aber schon später Nachmittag war, gingen wir lediglich in Meikes Innenhof auf Pirsch. Dort entdeckten wir neben dem Maskenweber (alias BVB-Weber) und ein paar Wellenastrilden dicke Insekten, die wie winzige Kolibris aussahen und fast ebenso schnell umherschwirrten. Mit einem langen, eingerollten Saugrüssel flogen die Schwärmer auf die Lavendelblüten zu, entrollten diesen im Flug und tauchen ihn ein.
Zum Abendessen gingen wir ins Erichs, obwohl man in letzter Zeit sehr unterschiedliche Meinungen von dort gehört hatte. Wir hatten Glück. Der Service war einwandfrei und zuvorkommend, das Oryx-Filet unheimlich lecker, und wir beglückwünschten uns zu unserer Wahl. Satt und glücklich stiegen wir in das weiche Bett und waren gar nicht mehr enttäuscht, unseren Plan geändert zu haben.
Eure Bilder sind unfassbar gut! 🤩 Dieses Kompliment soll ich euch unbedingt auch von Werner ausrichten! Chapeau! Ich freue mich auf die Fortsetzungen und wir beginnen jetzt auch schon, in euren älteren Berichten zu stöbern. Ihr habt ja offenkundig hier richtigen Kultstatus 😄 - zu recht!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Nov. 2016 · #50
@Mabe: Nein, wir haben es nicht mehr nach Tsaobis geschafft. Aber vielleicht kommen wir irgendwann in der Zukunft nochmal dorthin. Schön, dass du auch dabei bist.
@Beate: Im Innenhof von Meikes Gästehaus haben wir schon viele Stunden damit verbracht, Vögel zu beobachten. Die Schwärmer haben wir zum ersten Mal dort gesehen.
@Birgit und Werner: Vielen Dank für das Kompliment. In unseren anderen Reiseberichten gibt es ja auch viele Vögel zu entdecken. Das ist bestimmt etwas für euch.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Nov. 2016 · #51
Tag 5 – Dienstag, 12. Juli 2016 – Gemütlich zur Spitzkoppe
Meikes Gästehaus, Swakopmund – Spitzkoppe
Auch an diesem Morgen war es angenehm warm. Der Wind hatte sich zwar nicht gelegt, aber dafür strahlte schon die Sonne vom Himmel. Wir duschten, packten bereits einige Dinge zusammen und gingen zum Frühstück. Besonders lecker war Meikes selbstgemachte Guaven-Marmelade. Anschließend räumten wir unseren Kram ins Auto und verabschiedeten uns. Was für ein herrliches Gefühl, nicht ein ganzes Jahr, sondern nur ein paar Tage bis zum Wiedersehen warten zu müssen. An einer Tankstelle kauften wir noch frisches Brot und einen Sack Brennholz. Dann fuhren wir aus der Stadt und entlang der Küste nach Norden. Zweimal hielten wir kurz am Meer und schauten uns die brechenden Wellen an einem Schiffswrack und am Strand an.
Bei Henties Bay bogen wir auf die D1918 landeinwärts ab. Aus dem Seiten- wurde Gegenwind.
Wir begegneten fast keinem anderen Wagen mehr, bis wir die Spitzkoppe erreichten. In den letzten Jahren ist hier rund um den Tourismus ein kleines Dorf entstanden. Natürlich gibt es auch noch viele Stände, an denen Halbedelsteine verkauft werden. Wir checkten an der Rezeption ein. Unsere Freunde seien bereits eingetroffen. So versuchten wir, Sönke und Sandra zu finden. Aber weder rund um den Rock Arch noch bei einem der anderen Campingstellplätze fanden wir sie. Dafür bemerkten wir, dass bereits viele Campsites belegt waren, obwohl es erst ein Uhr mittags war. An einen schönen Platz auf der Westseite der Spitzkoppe stellten wir etwas abseits Tisch und Stühle ab und fuhren zurück zur Rezeption. Eine Recherche bei den eingetroffenen Gästen ergab, dass Sönke und Sandra doch noch nicht eingecheckt hatten. Bereits auf dem Weg zu unserem Campingplatz sahen wir viele Vögel. Dort klappten wir das Zelt auf und machten ein Picknick mit Brot, Schinken, Möhren und Frischkäse. Dabei leisteten uns viele Bergstare Gesellschaft. Aber auch Bülbüls, Kapammern und noch ein paar kleinere Vögel ließen sich blicken, und wir mussten aufpassen, dass sie uns das Brot nicht direkt vom Teller stahlen.
Perlhuhn
Sabotalerche
Maskenbülbül
Bergschmätzer
Mahaliweber
Bergstar
Kapammer
Wir vertrödelten den Nachmittag sehr gemütlich, liefen ein wenig umher, lasen und sahen den Erdhörnchen bei ihren Rangeleien und beim Fressen zu.
Die Ruhe wurde nur durch eine Drohne gestört, die zunächst entfernt, aber dann in unmittelbarer Nähe über uns surrte. Während Ruth noch überlegte, ob sie das lästige Teil wohl mit der Affenflitsche treffen könnte, drehte sie schon wieder ab. Glücklicherweise hält der Akku ja nicht allzu lang. Man ist ein wenig hin und her gerissen. Die Aufnahmen aus der Luft begeistern uns auch, trotzdem finden wir, dass man nicht überall so ein Ding im Blick und vor allem nicht in Hörweite haben muss. Es geht nicht nur um die eigene Aufnahme, sondern auch darum, auf andere Leute und Tiere Rücksicht zu nehmen. Nicht alles, was möglich ist, muss …
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Nov. 2016 · #52
Vor Sonnenuntergang machten wir eine kleine Wanderung.
Auf Felsen saßen im warmen Sonnenlicht einige Klippschliefer, darunter auch niedliche Jungtiere. Behände flitzten sie auf ihren kurzen Beinchen und ihren komischen Knubbelzehen über die Steine davon.
Zum Sonnenuntergang kletterten wir auf einen kleinen Hügel westlich der Spitzkoppe. Von dort konnten wir die rot reflektierenden Felsen bewundern. Ein Bokmakiri hüpfte durch einen Busch.
Als wir zurück zu unserem Auto kamen, waren Sönke, Sandra und Lia gerade eingetroffen. Wir waren froh, die drei wieder zu sehen. Schnell machten wir Feuer und bereiteten das Abendessen zu. Im Potije kochten wir Möhren, Broccoli und Blumenkohl. Dazu gab es gegrilltes Oryxfilet und den restlichen Salat. Es schmeckte sehr gut.
Der Mond ging auf, und unzählige Sterne erschienen am Nachthimmel. Wir spülten und saßen noch ein wenig am Lagerfeuer.
Champagner8'672 Beiträge · seit 201017. Nov. 2016 · #53
Eulenmuckel schrieb: Es geht nicht nur um die eigene Aufnahme, sondern auch darum, auf andere Leute und Tiere Rücksicht zu nehmen. Nicht alles, was möglich ist, muss …
Danke - Ihr sprecht mir aus dem Herzen! 😘
🤩 Ich kann nicht mehr - ich liebe diese Geschöpfe ja schon, wenn sie einfach nur dasitzen - aber das ist der Knaller ! 🙂
Eure Bilder von der Spitzkoppe versüßen mir gerade den Feierabend. 🙂 Die Klippschliefer sind große Klasse! Besonders die ganz Kleinen. 😎 Und so weiß ich endlich wie so einige der Vögel hießen, die wir in 2013 selbst dort beim Campen gesehen haben. Ach, da kommen ganz viele Erinnerungen hoch! Ich empfand das Campen an der Spitzkoppe als etwas ganz Besonderes. Irgendwie eine magische Atmosphäre so zwischen den riesigen, hohen Felsen zu nächtigen. Auf jeden Fall einer der schönsten Orte, an dem wir bisher gecampt haben. Freue mich auf Eure weiteren Erlebnisse!
fotomatte2'513 Beiträge · seit 200917. Nov. 2016 · #55
Hallo Ruth und Uwe,
der Schwärmer sieht aus wie "unser" Taubenschwänzchen, wobei ich nicht weiss, ob es soweit südlich vorkommt. Muss ich gleich mal überprüfen. Sie zählen auf jeden Fall zu den tagaktiven Nachtfaltern, die jedes Jahr als Wanderfalter aus dem Süden bei uns einfliegen.
Top notch Pics.
Grüsse, Matthias
Kleine Korrektur: nach einer kurzen Suche im lepiforum berichtige ich. Es handelt sich um Macroglossum trochilus, oder African Humming Bird. Sieht unserem Macroglossum aber zum Verwechseln ähnlich.
Yoda911873 Beiträge · seit 201618. Nov. 2016 · #56
Schon jetzt ein toller Reisebericht, ich bleibe Euch virtuell auf den Fersen.
Was braucht es denn für eine Super-Profi-Foto-Ausstattung für dieses phantastische Sternenhimmelfoto (Könnt Ihr da ein bisschen mehr Technisches dazu verraten?) oder die vielen Vögel-Nahaufnahmen (wie groß war das Tele maximal?).
Netti59847 Beiträge · seit 201518. Nov. 2016 · #57
Hallo liebe Muckels,
ich springe auch noch ins Auto und bewundere mal wieder eure tollen Bilder 🤩 Ach ja, und natürlich warte ich wieder auf die BVB-Weber 😉 😉 habt ihr ja schon erwähnt. Muss gerade lachen.............. da habt ihr mich schön an der Nase herumgeführt 😁
sphinx1'624 Beiträge · seit 201518. Nov. 2016 · #60
Liebe Eulenmuckels ich vermisse Euer "Flugshow"-Bild von Eurer fotocommunity Seite in diesem Bericht! Auch wenn mir das obrige Klippspringerbild durch seinen Schatten ebenfalls außerordentlich gut gefällt. LG Elisabeth