Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #1
Schon wieder ein Reisebericht. Schon wieder eine Ersttäter-Tour. Diese Forum ist eindeutig 'schuldig' dass es jetzt vier (Konni & Christoph, beide 51, Elisabeth 17 und Sarah 15) neue Namibia-Fans gibt. Warum das so ist, soll der folgende Reisebericht zeigen. Wir haben ihn eigentlich als Blog geschrieben, aber den hier nur zu verlinken, scheint mir ziemlich blöd, also mache ich mir mal die Mühe, das Ganze hier irgendwie reinzupfriemeln. Da es uns riesig Spaß gemacht hat, hier jede Menge Reiseberichte zu lesen und wir da auch viele Tips rausgezogen haben, wollen wir nun unseren Beitrag in die anderer Richtung leisten. Der Bericht beschreibt ein bisschen ausführlicher auch das ganze Drumherum unserer Planung etc. , ist also mehr als ein 'reiner' Reisebericht. Ich hoffe, das ist auch für den einen oder anderern interessant. Ansonsten müsst Ihr über die ersten Artikel hinwegblättern, bis es 'wirklich losgeht'.
Erster Schritt: Flüge finden und buchen ! Nach längerer Sucherei und Vergleicherei haben wir im Ende Oktober 16 Flüge für den Juli 17 gefunden und gebucht. Frankfurt - Windhoek für 598 Euro p.P. Fliegen werden wir mit einem Airbus A330-200 der Air Namibia. Start in Frankfurt 20:10 Uhr, Ankunft Windhoek 5:30 Uhr (inkl. minus 1 h Zeitverschiebung). Und was besonders erstaunlich ist: Man kann schon 258 Tage vorher die Sitzplätze reservieren.
Zweiter Schritt: Der Mietwagen ! Im Gegensatz zur USA, wo wir uns überwiegend in den Nationalparks aufgehalten haben, werden wir in Namibia nicht zelten. Es wird im namibischen Winter teilweise kalt sein und die Umgebung wahrscheinlich sehr staubig-trocken. Auch die spannende Zwischenlösung - ein Geländewagen mit zwei aufklappbaren Zelten auf dem Dach, kommt für uns mit vier (fast) Erwachsenen aus Platzgründen wohl nicht in Frage. Wir werden in den (finanziell) sauren Apfel beißen. Da allerdings über 3/4 des namibischen Straßennetzes NICHT asphaltiert ist, sollte es dennoch ein Wagen mit hohem Radstand und fürs bessere Gefühl mit Allradantrieb sein. DAS Brot-und-Butter-Fahrzeug aus dieser Kategorie ist in Namibia eindeutig der Toyota Hilux. Wir haben uns für einen Toyota Hilux Doublecab 2,5 l Diesel 4x4 entschieden. Was das heißt? Ist doch ganz einfach
Toyota - japanischer Autohersteller 😉 Hilux - Modell (ein sog. Pickup) Doublecab - Doppel-Kabine = zwei Sitzreihen, vier Türen 2,5 l - zweieinhalb Liter Hubraum Diesel - muss ich das erklären? davon passen bei zwei Tanks immerhin 140 Liter rein 4x4 - Allrad
Diese Mietfahrzeuge haben häufig nur 105 PS. Das ist relativ wenig, aber für die Mietwagen wohl normal und bei max. 80 km/h auf Schotterpisten auch ausreichend.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #2
Dritter Schritt: Die Routenplanung ! Die Routenplanung ist natürlich bei einer Rundreise nicht nur das A und O, sondern auch der Teil, der schon einmal viel Vorfreude weckt und Spaß macht. Dabei verlagert sich die Informationsquelle immer mehr von Katalogen oder Prospekten ins Netz. Eine unersetzliche und phantastische Informationsquelle war das Namibia-Forum.
Es galt für uns, einen Kompromiss zu finden zwischen dem Alles-Sehen-Wollen und dem Nur-Schnell-Dran-Vorbei-und-Weiter. Außerdem wollen wir nicht jeden Tag die Koffer packen, sondern lieber mal einen zusätzlichen zweiten Tag Zeit haben für den Sonnenaufgang oder -untergang. Im Forum hat sich aus langjähriger Erfahrung eine sog. Ersttäter-Route als Empfehlung herauskristallisiert, die wir dann auch für unsere Planung als Grundlage genutzt haben.
Die wichtigsten Entscheidung war, was wir NICHT in den drei Wochen schaffen wollen / werden: Wir lassen den Fish River Canyon ganz im Süden Namibias und das Caprivi-Gebiet ganz im Nordwesten weg. Der Canyon ähnelt dem Grand Canyon in den USA, den wir vor fünf Jahren besucht haben, der Nordwesten erfordert einfach zu viel Zeit. Übrig bleibt ein trotzdem noch recht lange Strecke (es werden sicher mehr als 4.000 km) durch das Zentrum Namibias, beginnend und endend in der Hauptstadt Windhoek.
Bei 21 Tagen haben wir uns 13 Unterkünfte selbst zusammengesucht. Die Buchung läuft mit Hilfe einer darauf spezialisierten Agentur direkt aus Swakopmund (darf man hier den magischen Namen nennen?). Volker beim Routenplanen und Ute beim Unterkunft-Buchen geben sich alle erdenkliche Mühe, in Abstimmung mit uns die passenden Lodges / Guestfarms / Bungalows / Zelthäuser / Zimmer zu finden. Innerhalb von ca. zwei Wochen haben wir an allen Stationen entweder die exakte Wunsch-Unterkunft bekommen oder eine naheliegende / gleichwertige Alternative.
So sieht das Ergebnis nun aus:
1 ÜN Guesthouse Terra Africa, Windhoek 1 ÜN Teufelskrallen Tented Lodge, Kalahari 1 ÜN Quivertree Forest Rest Camp 2 ÜN Klein Aus Vista Eagle's Nest 2 ÜN Namtib Desert Lodge, Tirasberge 2 ÜN Hoodia Lodge, Sossusvlei 2 ÜN Meike's Guesthouse, Swakopmund 2 ÜN Mowani Mountain Camp, Damaraland 2 ÜN Etosha Safari Camp, Etosha 1 ÜN Halali Camp, Etosha 2 ÜN Onguma Tree Top Camp, Etosha 1 ÜN Wabi Lodge, Waterberg 2 ÜN Mount Etjo Safari Lodge Windhoek Flughafen
Vierter Schritt: Ein Maskottchen ! Zugegeben, dieser Schritt ist kein wirkliches Muss bei der Urlaubsvorbereitung. Aber es kann einfach kein Zufall sein, dass wir in der Einrad-Turnier-Vorbereitungs-Sparkassen-Spenden-Kiste ein Stofftier-Nashorn gefunden haben.
Jetzt mussten wir noch einen passenden Namen für den hier finden. Die Familienabstimmung ergab letztlich : RHINO GRANDE.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #3
Informations-Quellen Ich habe ja bereits das Namibia-Forum im Internet als Infoquelle gelobt, es ist tatsächlich im deutschsprachigen Raum DIE Referenz. Bei den Landkarten scheint dies wohl die Karte von Tracks4Afrika zu sein: Diese gibt's zum einen als klassische Papierkarte, die leider nicht allzu oft in aktualisierter Version herausgegeben wird.
Für uns ist die digitale Version interessant. Denn die wollen wir auf unserem GPS-Gerät (ein Garmin Oregon 450) nicht nur als Navi nutzen, sondern auch fürs Geocaching. Namibia hat zwar nicht allzu viele Caches, aber wenn wir einen auf unserem Weg erreichen, werden wir den sicher ansteuern. Die beiden Karten zeigen die Cache-Dichte in komplett Namibia (knapp 300) verglichen mit dem kleinen Gebiet rund um Wiesbaden in Deutschland.
Die vorher in Google-Maps gesammelten Wegpunkte (die Unterkünfte, Viewpoints, Waterholes zur Tierbeobachtung etc.) sowie die dort geplante Route habe ich jedenfalls mit den Standorten der Caches in der gleichen Karte anzeigen können.
Aber auch auf die altmodische Form der Vorbereitung haben wir nicht verzichtet. Die erste Info-Quelle war hier der Reiseführer von Iwanowski. Die Serie hat uns schon in anderern Urlauben gute Dienste geleistet.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #4
Unser (kleine) Fotoausstattung Inzwischen seit vier Jahren haben wir die Panasonic Lumix FZ150, eine sog. Bridgekamera im Einsatz (Zitat Wikipedia: Als Bridgekamera wird eine Kamera bezeichnet, die eine Brücke schlägt zwischen den Konstruktionsprinzipien und Eigenschaften von Spiegelreflex- und Kompaktkameras.) Das aus unserer Sicht Unschlagbare ist, dass wir ein Gerät bei uns haben, dass nicht nur über einen sehr großen Telebereich (24-fach = bis 600 mm) verfügt, sondern gleichzeitig auch eine brauchbare Makroeinstellung (24 mm) für Blumen oder Insekten und zusätzlich sogar noch einen starken Filmmodus (Full-HD 1920x1080 Pixel, 28 Bilder/sec) ermöglicht.
Als Ergänzung gibt's eine gebraucht gekaufte Panasonic Lumix FZ72 (mit 60-fachem Tele, also riesige 20 bis 1.200 mm) für den zweiten Fotografen z.B. auf der anderen Straßenseite oder wenn einer mit der FZ150 filmt.
Die Fotopuristen werden jetzt sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber wir sind bisher sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Das Wichtigste ist für uns, dass wir außer der Kamera nur noch Ersatzbatterien und -speicherkarten, bei Bedarf noch ein Stativ bei uns haben müssen. Da nehmen wir in Kauf, dass wir bei Experimenten mit der Milchstraße am phantastischen namibianischen Nachthimmel oder glasklare Telefotos am nachts beleuchteten Wasserloch sicher etwas eingeschränkt sind. Zusätzlich werden wir dann für Schnappschüsse als Hosentaschen-Variante noch eine kleine Kompaktkamera (Canon Powershot SX150) dabei und auch das iPhone kann ja inzwischen bei ausreichendem Licht erstaunlich gut fotografieren. Da gefällt mir insbesondere die Panorama-Funktion.
Namibia Lektüre Beim Lesen in Internetforen und Stöbern im Reiseführer stößt man immer wieder auf zwei Romane in denen unser Ziel Namibia jeweils zumindest als als Hintergrund eine wichtige Rolle spielt. Beide lagen dementsprechend in diesem Jahr unterm Weihnachtsbaum - nicht abgesprochen haben wir uns gegenseitig die Romane geschenkt:
Henno Martin: "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" (Erstauflage 1956, aktuell: Verlag Two Books, Hamburg, 2002) Darin schildert der Geologe Henno Martin seine autobiographischen Erfahrungen Ende der dreißiger Jahre in Namibia. Gemeinsam mit Herrmann Korn, beide junge Doktoren der Geologie, beginnt er mit der geologischen Kartierung des Naukluftgebirges und erforscht Wasservorkommen für Farmer. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges müssen Deutsche in Südwestafrika befürchten, als feindlicher Ausländer verhaftet und interniert zu werden. Aus diesem Grund flüchteten die beiden 1940 in die Wüste um den Kuiseb-Canyon, wo sie zweieinhalb Jahre ein primitives Jägerdasein führten und sich vor der Polizei sowie Einheimischen versteckt hielten. Den Kampf ums Überleben in der Wüste, die Faszination der Natur und ihre sich dabei vertiefenden Ansichten und Einsichten über Natur und Menschheit schildert dieses Buch, das auch heute nicht nur Namibia-Urlauber in seinen Bann zieht.
Tommy Jaud: "Humeldumm" von Tommy Jaud (Scherz Verlag, 2010) Das Buch schildert den zweiwöchigen Kleingruppen-Busurlaub der Hauptfigur Matze Klein durch Namibia. Die Zusammensetzung der Gruppe, insbesondere aber die Probleme von Matze, aus der Ferne eine vergessene Reservierungsgebühr für eine neue Eigentumswohnung nachzuholen, bilden den Rahmen für eine absurd-komische Schilderung der Namibiareise. "Ich drücke meine Nase ans Busfenster und blicke hinaus ins weite Land. Die Namibier winken uns und lachen. Klar lachen sie, sie sind ja frei. Wir nicht. Wir sind die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit." Unbedingt empfehlenswert ist übrigens die Hörbuch-Version, die wir inzwischen auch haben, in der der Autor den verschiedenen Mitreisenden (aus Windhoek, Köln, Weimar, Wien, Düsseldorf, Zürich und Bamberg) sehr gelungen mit den jeweilig passenden Akzenten spricht.
Safety(copy) First Sicherheits(kopie) geht vor.
Da nach Murphy's Gesetz alles schiefgeht, was schiefgehen kann, wollen wir uns für den Fall wappnen, dass uns unsere Papiere, Bankkarten etc. abhanden kommen. Denn gestohlen oder verloren werden solche Dinge nur dann, wenn man NICHT daran denkt. Lösungsweg: Wir scannen alle wichtigen Unterlagen ein, werden diese vor dem Urlaub auf ein Netzlaufwerk "in die Cloud" (Dropbox) hochladen und wenn dann wirklich was wegkommt, können wir (z.B. bei der Polizei) jederzeit auf die Kopie zugreifen - vorausgesetzt, von dort kommt man ans Netz. Ob wir zusätzlich wie früher noch Papierkopien im Koffer deponieren, haben wir noch nicht entschieden. Das Verzeichnis mit den Scans ist jedenfalls beachtlich voll geworden: Dort liegen nun für vier Personen insgesamt Vorder- und Rückseiten von zwei ADAC-Karten, vier Kreditkarten, drei EC-Karten, drei deutschen Führerscheinen, drei internationalen Führerscheinen, eine Geburtsurkunde, zwei Impfbüchern, drei Personalausweisen, vier Reisepässen und vier Krankenkassenkarten.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #5
Mark, Dollar, Euro und die Wechselkurse Namibia ist seit 1990 unabhängig, seit 1993 hat es eine eigene Währung, den Namibia-Dollar. Interessanterweise war auch in der Diskussion, die Währung Namibia-Mark zu nennen. Für beide Varianten, Dollar und Mark, wurden Probesätze der Münzen geprägt. Letztlich hat sich aber der Namibia-Dollar (NAD) durchgesetzt, der allerdings bis heute 1:1 an die südafrikanische Währung Rand gekoppelt ist. Der Wechselkurs zum Euro wird daher fast ausschließlich durch südafrikanische Wirtschaftsdaten und politische Meldungen bestimmt, derzeit also durch einen deutlichen Anstieg der Rohstoffpreise, von denen Südafrikas Wirtschaft abhängt.
Was heißt das praktisch für uns? Wir haben Mitte November 2016 Mietwagen und Unterkünfte bei der namibischen Agentur (in NAD) abschließend gebucht. Der zu diesem Zeitpunkt kalkulierte Kurs Euro-NAD lag bei 15 Dollar für einen Euro oder umgekehrt für eine Reisepreis von beispielsweise 100.000 NAD musste man 6.667 Euro zahlen. Der Urlaub wird derzeit von Monat zu Monat teurer. Wohl dem, der möglichst frühzeitig seine NAD-Rechnung bezahlt hat.
Seinen Höchststand hatte der Euro gegenüber dem NAD im Mai 2016 mit 17,789: 100.000 NAD waren da schon für 5.620 Euro zu haben.
Und bei uns? Im März 2018 musste man bei einem Kurs von 13,827 immerhin 7.232 Euro auf den Tisch legen, 10 Prozent mehr als im November und fast ein Drittel mehr als vor einem Jahr.
Überweisungen schwer gemacht Im unten schon einmal gelobten Buch 'Hummeldumm' vom Tommy Jaud hat der Hauptdarsteller Matze während seines kompletten Namibia-Urlaubs das Problem, von dort aus eine Überweisung in Deutschland in Auftrag zu geben. Offensichtlich gar nicht so einfach. Unserer Aufgabe war eigentlich deutlich einfacher. Wir wollten nur Geld von einer deutschen Sparkasse auf ein Konto bei einer namibischen Bank überweisen.
Und wir hatten alle erforderlichen Daten - IBAN und SWIFT, Empfänger mit kompletter Adresse, Bank in Namibia mit kompletter Adresse. Kein Problem also. Überweisung online beauftragt. Und dann warten. Und warten. Und warten. Nach zwei Wochen Nachfrage beim Empfänger - nichts angekommen. Also warten. Und warten. Nach drei Wochen - nichts. Als wir dann inzwischen doch etwas unruhig geworden waren, ob unser Geld irgendwo am Äquator im Stau steckt, und daher bei unserer Sparkasse eine Nachforschung ausgelöst haben, kam nach drei Wochen und zwei Tagen die Botschaft aus Windhoek: Geld angekommen. Geht doch. Aber mal wieder: T i A - That is Africa !
Ist da jemand? Oben hatte ich in einem Beitrag ja mal die Geocache-Dichte auf der namibischen Landkarte angezeigt. Üblicher ist es natürlich, die Dichte der Bevölkerung einer Region abzubilden. Hierzu habe ich eine spannende Karte gefunden und unserer geplante Route 'draufgelegt. Die dominierende hellgelbe Fläche bedeutet unter 1 Person pro Quadratkilometer - in Deutschland nur in einigen abgelegenen Berggebieten und Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Man sieht in der Namibia-Karte, dass es - abgesehen von den wenigen Städten - nur nördlich des Etosha-Nationalparks an der Grenze zu Angola überhaupt eine Bevölkerungs-Dichte gibt, die diesen Namen verdient. Denn dort ist ganzjährig Subsistenzlandwirtschaft möglich. Ansonsten ist das ganze Land mehr oder weniger 'leer'. In Zahlen: Namibia hat 2.3 Mio Einwohner, 2,6 Menschen pro qkm, Deutschland 82 Mio. Einwohner, 230 Menschen pro qkm.
Quelle: Mendellsohn et al. (2005), Atlas of Namibia
Sprachverwirrung - Oder:Fan Belt - ein fanatischer Gürtel? Oshikwanyama, Oshindonga, Otjiherero, RuKwangali oder Silozi zu lernen, werden wir nicht mehr schaffen. Das sind übrigens angeblich die meistgesprochenen (Bantu-)Sprachen in Namibia. Mit Deutsch kommt man - gerade in den Touristengebieten - wohl auch recht weit. Afrikaans ist auch verbreitet und dem Holländischen nah verwandt. Aber es kann auf keine Fall schaden, unser Englisch mal wieder ein bisschen aufzufrischen. An der Rezeption oder im Restaurant kommen wir sicher klar, aber beim Mietwagen? Wir sind auf eine Übersetzungsliste für Auto-Vokabeln gestoßen, die da sicher helfen wird. Hier ein paar Highlights, die ich zumindest nicht im englischen Wortschatz hatte, aber die Afrikaans-Übersetzung ist eindeutig lustiger:
Lichtmaschine - alternator Radaufhängung - suspension Keilriemen - fan belt Reserverad - spare Schraubenschlüssel - spanners Wagenheber - jack Zündschlüssel - ignition key
und als Zugabe (auch wenn's nichts mit Autos zu tun hat) Schlafsack - slaap zakken
Tierbestimmung Steinwüste, Sandwüste, Savanne, Buschland, Felsengebirge, .... das eine, was man in Namibia zu sehen bekommt, sind ungewöhnliche, zumindest 'uneuropäische' Landschaften.
Noch faszinierender ist allerdings, dass man in diesen Landschaften mehr oder weniger überall diverse wild lebende Tiere sehen kann. Zehn verschiedene Antilopenarten, der Unterschied zwischen Erdmännchen und Erdhörnchen oder das Erkennen einer Gabelracke werden uns allerdings schnell an die Grenzen des Allgemeinwissens bringen.
Viele Namibia-Urlauber, gerade die Wiederholungstäter, sind mit mehr oder weniger umfangreichen Bestimmungsbüchern unterwegs, wobei es diese besonders aufwendig für die unzähligen Vogelarten gibt. Echte 'Birder' werden wir sicher nicht, uns würde es ja schon reichen, einen Schabrackenschakal von einem Kapfuchs zu unterscheiden.
Wir haben uns daher für eine kleinere Lösung entschieden und die mehrseitige Etosha-Karte von Joy Frandsen gekauft, die neben der eigentlichen Nationalpark-Karte Bilder von 50 verschiedenen Säugetieren und über 200 Vogelarten mit englischer und deutscher Bezeichnung enthält. Das sollte für unsere Zwecke reichen.
Das Sichten der diversen Tierbilder macht jedenfalls Spaß und jeder von uns fängt an, seine 'Lieblingstiere' herauszusuchen, die er unbedingt mal sehen möchte. Erstaunlicherweise sind dabei nicht Elefant, Giraffe oder Löwe auf Platz eins, sondern eher unbekannte Kandidaten. Hier die (wahrscheinlich ziemlich unrealistische) Wunschliste:
Sarah - Kleinfleck-Ginsterkatze, Zwergohreule Elisabeth - Hyänenhund, Bienenfresser Christoph - Pangolin, Sekretärvogel Konni - Honigdachs, Weißbauchnektarvogel
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #6
1. Tag (29./30.6.2017) )Hinflug & Windhoek (Guesthouse Terra Africa)
Wir sind unterwegs! Der Flugplan sieht den Start in Frankfurt um 20:10 Uhr am Donnerstagabend vor. Die geplante Ankunft ist Freitagmorgen um fast 'nachtschlafende' 5:30 Uhr:
Und das Ganze wird eine Punktlandung! Um 5:28 Uhr landen wir im stockdunklen Windhoek. Der Flug war ereignislos, die Verpflegung mäßig, der Sitz unbequem und der Schlaf eindeutig zu kurz. Nachdem wir die Einreise-Visums-Formalitäten über uns haben ergehen lassen, fanden sich alle vier Koffer unversehrt. Draußen stand dann Henry mit einem Schild der Mietwgenfirma und erwartete uns. Wir haben noch 15 min für die Wechselstube und dann ging es gemeinsam mit einer weiteren Familie zur Mietwagenstation und dem halben Weg Richtung Windhoek. Die Fahrt war schon einmal ein sehr beeindruckender Auftakt: Nicht weniger als eine Kuduantilope, mehrere Oryx-Antilopen, eine große Bande Paviane und zwei Dromedare gab es zu sehen.
Übernahme Mietwagen bei Safari Car Rental Ich hatte ja bereits in einem Beitrag über unseren gebuchten Mietwagen geschrieben. Wir bekamen exakt den bestellten Toyota Hilux 2,4 D, und zwar einen nagelneuen mit Vollausstattung (Doppelter Tank, zwei Ersatzreifen, alle Reifen mit großen Geländestollen, Kompressor, Wassertank, Kühlbox etc. ) Und wir sind die absoluten Erstmieter (!). Nach einer ausführlichen technischen Einweisung und dem schnell verstauten Gepäck in dem geräumigen Pick-Up-Aufbau ging es los. Schaltwagen, Linksverkehr, müde - klappte aber einwandfrei.
Guesthouse Terra Africa Unsere erste Unterkunft ist das Guesthouse Terra Africa, eine Empfehlung aus dem Namibia Forum. Das kleine Guesthouse mit 10 Zimmern liegt im Stadtteil Olympia, in dem auch eine Reihe von Botschaften ihren Sitz haben. Kommt man von Osten aus Richtung des Internationalen Flughafens, erspart man sich auf der ersten Fahrtstrecke weitgehend die ungewohnte Linksverkehr-Stadtfahrt.
Das Gasthaus mit Pool ist von einem wunderbaren Garten umgeben, der einen ersten Vorgeschmack auf die namibische Flora gibt. Die verschiedenen Teile des Gartens sind ebenso wie die Zimmer liebevoll und individuell eingerichtet. Ein kleines Paradies zum Entspannen.
Stadtrundfahrt mit Bwana Tucke-Tucke Damit wir den ersten Nachmittag nicht 'verpennen', haben wir noch eine Stadtrundfahrt bei Bwana Tucke-Tucke ("Herr Tucktuck") gebucht. Insbesondere die Fahrt in und durch die Township Katutura haben wir uns alleine nicht zugetraut. Wir wurden von unserem Fahrer Phineas, einem jungen super deutsch sprechenden Guide abgeholt. Er hat ein Jahr bei Bad Segeberg auf einem Bauernhof gelebt und gibt jetzt Deutschunterricht in Namibia. Wir fuhren tatsächlich mit einem uralten beigen Landrover, begleitet von einem Schweizer Pärchen. Und im Ergebnis waren wir alle einig: Das war die mit Abstand beste 'Stadtrundfahrt', die wir je mitgemacht haben. Wir sind eine Piste auf einen Berg hoch, die ich nicht einmal Rallyefahrern zutraue, haben wilde Warzenschweine gesehen, wurden mit unserem auffälligen Auto in der Stadt sogar selbst zum Fotoobjekt, haben mit den Händen gegrilltes Rind direkt vom Lochblech-Grill am Straßenrand gegessen und irgendwann aufgehört, im Township Katutura die Wellblechhütten-Friseure zu zählen. Einmalig! Fotos folgen (hoffentlich).
Abendessen in Joe's Beerhouse Für das Abendessen hatten wir uns vorgenommen, Joe's Beerhouse im nördlichen Stadtteil Eros von Windhoek anzusteuern. Joe's ist DIE Institution für viele Namibia-Urlauber am Anreise- oder Abreisetag und damit auch DIE Informationsbörse für Touristen. Keine Sterneküche, eher der Einstieg in die südafrikanische Grill-Leidenschaft. Schaut Euch mal die Menukarten auf deren Website an. Wir haben Oryx-Carpaccio, Kudu- und Springbock-Steak, Oryx-Schnitzel, Kuduschinken mit Paw-Paw und und und probiert. Sensationell!
DAS war ein erster Tag - alles geklappt, alles geschmeckt, was will man mehr. Und übrigens 23 Grad Sonne mit frischem Wind.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #7
2. Tag (1.7.2017) Teufelskrallen Lodge, Kalahari Heute geht es Richtung Kalahari. Die etwas ungenaue geographische Bezeichnung Kalahari wird für eine riesige Savannenfläche von über 1 Mio. Quadratkilometer (also 3 x Deutschland) verwendet, die sich über Botswana, Namibia und Südafrika erstreckt. Die Kalahari ist eine Dornstrauch- und Trockensavanne und liegt zwischen 800 und 1.200 hoch. EIN Kennzeichen des westlichen, also in Namibia liegenden Teils der Kalahari ist das aus überwiegend rotem Sand bestehende und mit diversen Dünen- und Wüstengräsern bewachsene Dünenmeer. Im Gegensatz zur Namib-Wüste, die wir in der kommenden Woche ausgiebig besuchen, wandern die Kalahari-Dünen übrigens nicht.
Auf der Anfahrt geht es erst mal die asphaltierte Autobahn nach Süden über den Wendekreis des Steinbocks hinweg.
Danach haben wir bewusst einen Bogen über die erste Gravel- und Sandpisten gewählt (D1230. D1264, C21). Also erst mal Luft aus den Reifen mit einem interessierten Beobachter).
In nur zwei Stunden Fahrt Strauße, Paviane, Oryxe, Springbocks, Dik-Dik, Hörnchen und diverse Vogelarten am Straßenrand entdeckt. Alle 20 min ändert sich die Landschaft mit viel Gras und roten Sanddünen dazwischen.
Die Teufelskrallen Tented Lodge liegt am Rande eines 4.000 Hektar großen privaten Naturschutzgebiets auf einer der westlichsten Kalahari-Dünen. Sie verfügt über eine zentrale Lodge, das 'Alte Farmhaus', mit Rezeption, Swimmingpool und Restaurant sowie in 3 km Entfernung über 6 einzeln liegende Hauszelte, bzw. Zelthäuser mit eigenen Aussichtsterrassen in die Kalahari-Landschaft.Wir sind die einzigen Gäste und bekommen die Zelthäuser 3 und 4. Eine phantastische Lage mit Blick über die Ebene, völlig allein und 3 km vom Haupthaus entfernt. Nach einem Sundowner auf der Terasse sind wir zum Restaurant mit angefeuertem Kamin, Dreigangmenü und Gesang durch Köchinnen und Bedienung - exklusiv für uns.
Wir sind gerade zwei Tage unterwegs und haben schon Erinnerungen für ein Jahr zusammen.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #8
3. Tag (2.7.2017) Quiver Tree Forest Rest Camp Heute geht es weiter nach Süden Richtung Keetmanshoop. Ziel ist das Quiver Tree Forest Rest Camp (auch 'Farm Gariganus'). Die Idee, diesmal wieder Gravel zu fahren, also die M29 statt die "Autobahn" B1 hat ein bis zwei Stunden länger gedauert, aber leider wenig spannende Landschaften oder Tiere gebracht. Der 'Quiver Tree' (deutsch Köcherbaum, afrikaans Kokerboom) ist kein Baum, sondern gehört zur Familie der Aloe (botanischer Name: aloe dichotoma). Der Name beruht auf der Nutzung ausgehöhlter Äste für Pfeilköcher der Buschmänner. Köcherbäume wachsen im südlichen Afrika und werden bei einem Durchmesse von bis zu einem Meter bis zu 10 Meter groß. Sie wachsen häufig einzeln, manchmal in waldartigen Gruppen und blühen im Winter (Juni / Juli). Der Köcherbaumwald mit einzelnen bis zu 300 Jahre alten Exemplaren auf dem Gelände der das Quiver Tree Forest Rest Camp (auch 'Farm Gariganus') wurde schon 1955 zum 'nationalen Monument' erklärt.
Erst konnten wir bei der Fütterung der zwei halbzahmen Geparde zusehen. Die Fütterung selbst war eher unansehnlich hinter einem Drahtzaun, aber durch geschicktes Positionieren konnten wir ein paar tolle Fotos vorher und nachher schießen.
Danach ging es direkt zu den Quivertrees zum Sonnenuntergang. Vor Ort war gleich noch eine große Kolonie Dassies = Klippschliefer zwischen den Felsen zu beobachten.
Abends gab es dann im Farmhaus Suppe, Oryx Stroganoff und ein Schokoküchlein - sehr lecker!
Der Family-Bungalow war deutlich weniger komfortable als die Lodge vorher, etwas altbacken, aber sauber, also letztlich völlig in Ordnung. Wir sind von den Unterkünften schon verwöhnt, diese war auch im Rückblick die schwächste.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #9
4. Tag (3.7.2017) Klein-Aus Vista Der Start im Quiver Tree Camp führte uns zufällig noch einmal an den beiden Geparden vorbei, die sich am anderen Ende ihres riesigen Geheges aufhielten. Ziel war das nur 5 km entfernte Gebiet namens Giants Playground. Es sieht tatsächlich so aus, als hätten hier Riesen-Kinder unzählige Steine zu immer neuen Konstellationen aufeinander gestapelt. Ein etwa einstündiger Rundweg bei tollem Morgenlicht bracht wieder einmal die Speicherkarten in den Fotoapparaten zum Glühen.
Danach ging es weitgehend unspektakulär die gut 200 km auf asphaltierter Straße nach Aus, unserem südlichsten Ziel.
Zur Unterkunft Klein-Aus Vista zählen neben der Desert Horse Lodge insgesamt acht phantastisch gelegene "Klein-Aus Vista Eagle's Nest"-Naturstein-Chalets. Die Häuschen, jedes ein Unikat für sich, liegen einige Kilometer von der Lodge entfernt, weit verteilt entlang einer Felsformation mit einem tollen Blick in die Ebene von der jeweiligen Veranda. Wir waren im 'Mountain View' untergebracht, das seinem Namen alle Ehre machte. Nachdem wir den Sonnenuntergang ausführlich beobachtet und fotografiert hatten (17:25 Uhr) ging es um 18:30 Uhr 7 km Sandpiste zurück zur Lodge zum Diner.
Zur Wahl stand Curry-Lamm, marokkanisches Hühnchen und jede Menge Salat, Beilagen etc. Die große Mehrzahl der Gäste waren Südafrikaner, die gerade ebenfalls Urlaub haben.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #10
5. Tag (4.7.2017) Klein Aus II - Ausflug Lüderitz / Kolmanskop
Unsere heutigen Ausflugsziele: das Hafenstädtchen Lüderitz und die verlassene Siedlung Kolmanskop. Klein Aus Vista ist hierfür der perfekte Ausgangspunkt. Eine gute Stunde auf der asphaltierten B4 und man ist an der Küste in Lüderitz. Lüderitz, benannt nach einem Bremer Tabakhändler, der hier 1883 landete, einen Handelsposten errichtete und von dem örtlichen Stammesführer Josef Frederik II ein ca. 40 x 20 Meilen großes Gebiet abkaufte. Erst nach Vertragsunterzeichnung wurde diesem eröffnet, dass Lüderitz nicht die englische Meile (1,6 km), sondern die preußische Meile (7,4 km) als Vertragsgrundlage ansehe und damit das verkaufte Gebiet 300 x 150 Kilometer groß ist. Diese Täuschung ging als 'Meilenschwindel' in die Geschichte ein, Lüderitz bekam den Spottnamen Lügenfritz. An der Landnahme durch den Deutschen, der das Gebiet zwei Jahre später auf die 'Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika' übertrug, änderte sich allerdings nichts mehr. Ausgehend vom Lüderitzland breitete sich die Kolonie Deutsch-Südwest auf das gesamte Gebiet des heutigen Namibias aus. Und noch heute bestimmen viele zwischenzeitlich renovierte Bauten aus der deutschen Kolonialzeit das architektonische Bild der Innenstadt von Lüderitz. Der Name 'Lüderitz' bzw. Lüderitzbucht besteht bis heute, der Versuch der namibische Regierung die Stadt in ǃNamiǂNûs umzubenennen, wurde von der örtlichen (weißen) Bevölkerung (den 'Buchtern') nicht akzeptiert und stößt - nicht nur in der Aussprache - auf große Schwierigkeiten. Die Umbenennung hat sich bis heute jedenfalls nicht durchgesetzt.
Kolmanskuppe (afrikaans Kolmanskop) ist eine heute aufgegebene Siedlung zehn Kilometer östlich von Lüderitz. Das als Diamantensucher-Camp entstandene Örtchen erlebte eine kurze und berauschende Blüte zwischen 1905 und 1925. Bis zu 400 Menschen lebten in hochherrschaftlichen Steinhäusern nach deutschem Vorbild mit einer beneidenswerten Infrastruktur (Elektrizitätswerk, Krankenhaus mit Röntgenstation, Eisfabrik, Ballsaal, Theater, Kegelbahn). Mit dem Ende der Diamantenfelder endete verwandelte sich Kolmanskop in eine Geisterstadt, die heute nur noch als Museums-Ort genutzt wird.
Während die Geisterstadt recht spannend zu besichtigen war, hat uns Lüderitz ein wenig enttäuscht. Das Wetter war perfekt, aber die Sehenswürdigkeiten doch sehr begrenzt. Immerhin haben wir das Auto vollgetankt (110 Liter für 1200 km) und etwas eingekauft.
Das Spannendste für Sarah waren aber auf dem Rückweg die Wildpferde etwa 15 km von Aus entfernt. In der dortigen Wüste leben seit der Jahrhundertwende ausgewilderte Pferde (zurückgelassen von den deutschen Schutztruppen, entlaufenen von den englischen Einheiten nach einem Luftangriff oder aus einem Gestüt südlich der Wüste). Die größte Population waren über 300 Tiere, heute sind aufgrund von Hyänenangriffen und vier Jahren ohne Wasser (und damit ohne Nachwuchs) nur noch 41 Stuten und 72 Hengste übrig. Um die Touristenattraktion zu erhalten werden inzwischen die Pferde mit Heuspenden gefüttert und die Hyänen ebenfalls. Beides keine Dauerlösung, es muss Regen her!
Genau zu unserem Besuch kamen zwei Pferde zum Wasserloch (erst nur per Teleobjektiv zu sehen), tranken und gingen wieder. Später entdeckten wir mit dem Fernglas am Horizont die größere Herde mit über 40 Tieren. Fotogen natürlich auch der Mini-Bahnhof Garub kurz vorher.
Zurück an der Lodge haben wir uns statt des gebuchten Diners ein Grillpaket mitgenommen, da wir abends nicht mehr zur Lodge zurückfahren wollten. Das Paket bestand aus Rumpsteak, Oryx-Filet, Wildwürstchen und Lamm. Nach klassischer Art auf der Holzkohle von vorher verbranntem Holz gegrillt war das ein Gedicht. Dazu reichlich Salat, spannende Gewürze und Nachtisch - alles im Preis inbegriffen.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #11
6.und 7. Tag Namtib Desert Lodge Die nächste relativ kurze Etappe führte uns in die Namtib Desert Lodge in den Tiras-Bergen, eine der weit verstreut liegenden Farmen entlang der D707, die von vielen als besonders attraktive Strasse angepriesen wird. Die Anreise durchs Wüsten-Nichts ist tatsächlich einmalig. Nach 55 km Nichts auf der D707 (eine Stunde ohne jedes andere Auto) ging es dann 12 (!) km eine einspurige Piste auf die Berge zu bis zu einer kleinen Oase.
Die Namtib Desert Lodge besteht aus nur fünf Bungalows, einem Familienchalet und zwei Einzelzimmern. Mehr als 16 Gäste können sich also abends beim gemeinsamen Essen mit den Lodgebesitzern, Linn und Thorsten Theile, nicht treffen.
Die beiden versuchen, die 16.400 Hektar große Privatfarm nach den Prinzipien eines UNESCO-Biosphärenreservats zu führen und zu bewirtschaften (darum der etwas hochtrabende Name 'Namtib Biosphere Reserve'). Es geht darum, den Schutz der Artenvielfalt von Flora und Fauna zu erhalten und mit einer nachhaltigen Nutzung zu kombinieren. Auf jeden Fall ein nachahmenswerter Ansatz.
Heute waren wir elf Gäste - drei deutsche Familien - und haben uns gemeinsam ein sehr leckeres Oryx-Gulasch schmecken lassen. Natürlich erst NACH dem obligatorischen Sundowner, für den extra ein eigenes schattiges Plätzchen mit Bar und gemütlichen Liegen gibt.
Der zweite Tag ist als Ausruhtag vorgesehen. Wir lassen das Auto stehen und verbringen die Zeit auf dem Gelände der Farm.
Nach dem gemeinsamen Frühstück am großen Tisch haben wir vormittags eine Wander-Spazier-Runde entlang des botanical trail unternommen. Leider ist es so trocken, dass ein großer Teil der ausgeschilderten Pflanzenarten zur Zeit einfach nur graue trockene Dornenäste zeigt oder ganz verschwunden ist. Die Natur mit den großen rötlichen Granitmurmeln ist trotzdem toll anzuschauen. Und am Ende entdecken wir sogar noch zwei Klippspringer am Berg.
Zur Mittagszeit ist Pause / Sonnen / Lesen / Rätseln etc. angesagt. Nachmittags sind wir zum Fotografieren noch zum ebenfalls auf dem Gelände der Farm liegenden Campingplatz gefahren. Gäste aktuell nur drei Südafrikanische Pickups.
Auf den inzwischen schon obligatorischen Sundowner (die Alkoholfraktion hat sich auf Savannah Dry, einen namibischen Cidre eingeschossen) folgte ein weiteres Abendessen (Oryx-Eintopf) und dann morgens ein Frühstück jeweils mit Familienanschluss.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #12
Hallo Yoda,
das geht ja in einem Affentempo los. Da fahre ich doch gerne mit Euch mit. Wer schreibt eigentlich den Bericht, die weibliche oder männliche Hälfte der Familie?
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #13
8. Tag (7.7.2017) Hoodia Desert Lodge
Das heutige Ziel, die Hoodia Desert Lodge ist der Ausgangspunkt zu einem weiteren Highlight unserer Reise, dem Namib-Naukluft-Nationalpark, einem Teil der Namibwüste. Die Unterkünfte innerhalb des Eingangs-Gates waren zu diesem Zeitpunkt leider schon ausgebucht, die Hoodia Desert Lodge liegt allerdings nur 20 Minuten vor dem Eingang.
Nach einer landwirtschaftlich relativ abwechslungsreichen Tour - wenn man denn die Abwechslung von Wüste zu Wüste zu Wüste nach Farbe, Licht und Untergrund zu schätzen weiß - kamen wir an der Luxus-Lodge an. Empfang mit zwei Personen, Eistee und feuchten Handtüchern zum erfrischen. Dann versuchte der General Manager uns noch von einer Tourfahrt am kommenden Tag zu überzeugen. Bei Kosten von 130 Euro p.P. fiel uns eine Absage recht leicht.
Die Bungalows und die Lodge sind der absolute Luxus. Seeehr geschmackvoll eingerichtet, architektonisch und von den vielen Accessoirs ein echter Hingucker. Das Abendessen war exquisit, fast schon ein bisschen zu fein,
Den späten Nachmittag haben wir dann genutzt, um schon einmal in den Nationalpark hineinzufahren. Die Elim Düne nach wenigen Kilometern ist super fotogen und hat schon einen Vorgeschmack für den Folgetag gegeben.
Das liest sich sehr schön, ich klink' mich mal mit ein! Einige der Unterkünfte kenne ich auch, Teufelskralle, Klein Aus, Namtib... Sehr schön, ich bin weiter gespannt!
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #15
9. Tag (8.7.2017) Hoodia Desert Lodge II - Sossusvlei
Nach einem super Frühstücksbuffet wurden noch kurz die Menschen ins Auto geladen. Von der Lodge aus ging es dann zum Sossusvlei-Eingang, wo wir nicht die Spur einer Schlange zu sehen bekamen, die sich dort zur Parköffnung meist sammelt. Von da aus am gestrigen Zwischenziel Elim-Düne vorbei, wo wir direkt beim Schild zwei Springböcke und die dazugehörigen beiden Jungen bewundern durften. Auf dem Weg trafen wir außerdem eine Herde Gnus, sowie diverse Oryx an.
An der Düne 45 (benannt nach der Zahl der Kilometer vom Eingang) waren auf dem Parkplatz nur drei Autos zu sehen, weswegen wir und dafür entschieden, auch dort einen Stop einzulegen. Die drei Mädels starteten sogar den Aufstieg, wobei eine zwischendurch aufgeben musste. Die anderen beiden kamen mit großem Durst und schlappen Beinen wieder unten an. Papa war gleichzeitig erfolgreich zu einem Cache unterwegs.
Weiter ging es bis zum End-Parkplatz, wo man auf die Shuttle wechseln kann, oder es selbst im Sand versuchen kann. Die Mädels setzten sich durch und wir stiegen zwar unter Protest von Papa in ein Shuttle. Auf dem Weg zum Death Vlei sahen wir unsere Zweifel auch bestätigt, da wir drei steckengebliebene Wagen bewundern durften.
Am Death Vlei Parkplatz entschieden wir uns, selbst hin zu laufen (man braucht gut 30 Minuten). Allerdings lohnt sich die Anstrengung und man wird mit einem tollen Blick und super Fotomotiven belohnt. Dazu hatten wir umsonst Peeling, da wir zwischendurch mehrere kleine Sandstürme hatten, vor allem im Tal und auf dem Rückweg.
Am Halteplatz wartete auch direkt ein anderer Shuttle, mit dem wir noch nach hinten ins eigentliche Sossusvlei fuhren. Das brachte keine großartigen neuen Erkenntnisse. Allerdings zahlte sich der Shuttle-Service aus, denn der neue Fahrer machte uns auf zwei "Spotted Eagle-Owls" aufmerksam, die in einem Baum dort saßen.
In der Lodge zurück gab es ein allgemeines Bedürfnis nach einer Dusche, um sämtlichen Sand aus allem zu entfernen (man findet noch Stunden nach der Dusche Sand). Dann traf man sich auf der Terrasse zum Sundowner und machte sich dann kollektiv auf den Weg zum Abendessen. Dort gab es eine Gemüsesuppe mit Brot, Beefsteak mit Reis/Pommes, Gemüse und Pilzsoße und als Nachtisch ein Schokotörtchen mit Vanilleeis.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #16
10. Tag (9.7.2017) Swakopmund, Meike's Guesthouse Heute steht mal wieder eine lange Fahrt auf dem Programm, Es geht zuerst nördlich an der Namib entlang und dann nach Westen einmal quer durch die Namibwüste bis zur Küste nach Walvis Bay (Walfischbucht) und von dort nach Norden bis Swakopmund.
Gleich zu Beginn der Fahrt nach einer Stunde gab es einen Stop an der Kult-Haltestelle in Solitaire. Die einzige Tankstelle und Werkstatt in zig Kilometer Umkreis, ein angeblich legendärer Apfelkuchen und einen 'Ausstellung' von einer Menge verrotteter Oldtimer auf dem Gelände machen Solitaire zum Stop fast aller Namibia-Urlauber, da die Standardrouten hier vorbeiführen. Die weitere Fahrt war gut zu meistern. Trotz einiger Fotostops am Ghaub-Pass, am Kuiseb-Canyon und bei den Flamingos von Walfish Bay waren wir nachmittags um 3 in Swakopmund.
Swakopmund ist mit weniger als 50.000 Einwohnern trotzdem schon die fünftgrößte Stadt Namibias und vor allem ein Ferienort, nicht nur für Europäer, sondern auch für die Namibianer selbst und insbesondere in der Sommerzeit rund um Weihnachten und Silvester für Besucher aus Südafrika.
Meike's Guesthouse
Untergebracht sind wir für zwei Nächte in Meike's Guesthouse, erneut ein Tipp aus dem Namibia-Forum. Meike und Klaus Würriehausen haben hier eine tolle Oase geschaffen. Mit nur sieben Zimmern eine familiäre Größe, eine ökologische Ausrichtung u.a. durch eine große Solaranlage, sichere Parkplätze auf dem Gelände, und das alles in fußläufiger Entfernung zu den Zielen und Sehenswürdigkeiten der Stadt, seien es der Strand, Museen, Geschäfte oder Restaurants.
Kücki's Pub Nach einem freundlichen Empfang durch Meike und Ehemann haben wir zwei nebeneinanderliegende Zimmer / Bungalows bezogen und lassen etwas die Beine baumeln, bevor es heute Abend zu Kücki's Pub geht, bei dem wir gestern per Mail einen Tisch reserviert haben. Es erwarten uns "fresh seafood and selctable grill".
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #17
11. Tag (10.7.2017) Swakopmund II - Living Desert Tour
Schon wieder steht ein weiterer hochgelobter Höhepunkt auf dem Programm - die 'Living Desert Tour', durchgeführt durch die gleichnamige Agentur aus Swakopmund. Wir hatten bereits im März per Mail die Tour inkl. Abholung bei Meike's Guesthouse reserviert. Um 8 Uhr geht es bei Meike's Guesthouse los.
Der Plan: Mit Chris oder einem seiner Guides auf Tour zur Flora und Fauna der Namibdünen bei Swakopmund. Gejagt werden u.a. die 'Little 5', also - die Spinne Carparachne aureoflava (cartwhelling spider = dancing white lady spider), - die Schaufelschnauzen-Eidechse Meroles anchietae (shovel-snouted lizard), - der transparenten Wüstengecko Pachydactylus rangei (Namib dune gecko), - das Wüstenchamäleon Chamaeleo namaquensis (namaqua chameleon), - eine namibische Blindscheichen-Variante oder 'beinlose Echse' Typhlacontias brevipes (Fitsimmons burrowing skink) und als Zugabe evtl. - die seitwärts schlängelnden Schlange Bitis perinqueyi (perinquey's adder = sidewinder snake).
Den Abschluss soll dann eine 'Achterbahnfahrt' durch die Dünen bilden.
Die Realität: Mit Douglas, einem Guide aus Chris' Team auf Tour zur Flora und Fauna der Namibdünen bei Swakopmund. Gefunden wurden von den 'Little 5' - die Spinne Carparachne aureoflava (cartwhelling spider = dancing white lady spider), - der transparenten Wüstengecko Pachydactylus rangei (Namib dune gecko), - das Wüstenchamäleon Chamaeleo namaquensis (namaqua chameleon), - eine namibische Blindscheichen-Variante oder 'beinlose Echse' Typhlacontias brevipes (Fitsimmons burrowing skink).
Den Abschluss bildete eine 'Achterbahnfahrt' durch die Dünen.
Für die Eidechse und die Schlange war es zu frisch. Wir haben nämlich den hier im Winter durchaus üblichen Küstennebel und 12 Grad, erst um die Mittagszeit herum kam die Sonne heraus. Insgesamt war auch diese Tour wieder ein Volltreffer.
Die Beweisfotos folgen:
Heute Abend sind wir im "Royal Bull" zum Essen, der Nachfolger von "Erich's", ein edlerer Name aber weiter ein richtig leckeres Grillrestaurant.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #18
12. Tag (11.7.2017) Cape Cross auf dem Weg zum Mowani Mountain Camp
Heute stand eine der längsten Etappen unserer Rundreise auf dem Programm, dementsprechend früh sind wir in Swakopmund gestartet.
Cape Cross (Kreuzkap)
Die erste Teiletappe führte uns heute die Küste nach Norden zum Cape Cross. Das dortige Robbenreservat ist eines der größten Sammelgebiete der Südafrikanischen Seebären - einer Ohrenrobben-Art. Sie bilden hier eine Kolonie von bis zu 250.000 Tieren, die in dieser Masse ein echtes Problem für die Fischerei darstellen. Bei der Seebärenkolonie leben inzwischen auch eine ganze Reihe von Schabrsckenschakalen und Hyänen, die gemacht, die sich von jungen oder schwachen Robben ernähren.
Dort angekommen fällt nicht der erwartete deftige Gestank der Tiermassen auf, sondern das lautstarke Heulen, Schreien, Quäken etc. der vielen Tiere, an die man bis auf einen Meter herangehen kann. Es ist allerdings extrem windig und zudem frisch - richtiges Nordseewetter. Nach 45 Minuten Beobachtung und Fotozeit flüchten wir in das windstille Auto. Es geht nun ein Stück zurück nach Süden und dann nach Nordosten ins südliche Damaraland hinein.
Mowani Mountain Lodge
Unsere Unterkunft, das heutige Ziel, ist die Mowani Mountain Lodge, eine der sensationellsten (und leider auch teuersten) Stationen unserer Reise. Der Empfang: feuchte Handtücker zum Erfrischen, einen eisgekühlten Zitronendrink und Kofferträger - Waahnsinn. Die insgesamt nur zwölf einzelnen Luxuszelte/-zimmer sind teilweise auf Holzplattformen errichtet und miteinander verbunden. Durch die runden Dachformen fügen sie sich perfekt in den Felshang mit seinen gigantischen Gramitmurmeln ein. Von jeder Terrasse aus hat man einen phantastischen Blick in die Ebene des Aba-Huab Rivier. Wir hatten zwei sog. 'superior view rooms', die ihrem Namen alle Ehre machten. Von den Terrassen sieht man die Landschaft vor sich, als wäre man völlig allein, die Nachbarbungalows liegen verborgen hinter den nächsten Granitmurmeln. Einen Fotogesamteindruck gibt es wohl am besten von oben, wir haben ihn nicht hingekriegt, aber im Netz nach Bildern der Lodge gesucht, schon hat man den beeindruckenden Gesamtblick.
Abends sind wir hoch zur Sundowner-Plattform mit Bar an der Seite und Liege-Sitz-Matratzen mit perfektem Blick. Dazu wurden dann noch Snacks serviert und die Sonne ging - oh Wunder - genau im Blickfeld hinter den Bergen unter. Zum Warten zwischen der Dunkelheit (30 min nach Sundown) und Abendessen wird ein großer Feuerkorb angezündet, um den man sich in bequemen Safaristühlen setzen kann.
Das Abendessen in der sehr geschmackvoll eingerichteten Lodge war das beste der bisherigen Reise, wieder Oryx-Filet, excellent zart gegrillt, vorher eine pfeffrige Kartoffel-Maissuppe, nachher mit Fruchtmix gefüllte Meringe.Außerdem bekommen wir von unserer Bedienung einige Worte in der auch Klicklaute umfassenden Sprache der Damara beigebracht. Guten Appetit - Danke = (klick)ein(klack)aus - kahjahnuus
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #19
13. Tag (12.7.2017) Mowani Mountain Camp II (Wüstenelefanten)
Mowani Mountain Lodge Nature Drive
Eigentlich wird formal korrekt ein 'Nature Drive' und kein 'Elephant Drive' angeboten, aber da die Gefahr besteht, die Wüstenelefanten* nicht zu finden .... Start ist um 6:30 Uhr, Frühstück also im Dunkeln um 6. Wir sind mit einem australischen Pärchen auf dem Fahrzeug allein, jeder hat also einen 'Fensterplatz' im fensterlosen Safari-Landrover. Die ersten 45 Minuten sind seeehr kalt, die dicken Decken helfen nur teilweise. Als dann die Sonne über die Berge hochkommt, wird es schnell wärmer. Der Ablauf: 30 min Anreise ins richtige Gebiet. Dort plötzlich galoppiert eine größere Gruppe Zebras auf dem Nachbarhügel. Es sind die selteneren Hartmann-Zebras. Ein paar Bilder klappen, bevor diese über den nächsten Hügel verschwinden. Nach über 2 Stunden (!) Suche mit drei Fahrzeugen über Berg und Tal und der Versuch, anhand von Dung (frisch oder alt?) , Spuren (auf oder unter den Reifenspuren?) und abgerissenen Blättern (frisch?), die Elefanten zu finden ist uns unerwartet zuerst eine kleine Giraffengruppe mit drei Kleinen begegnet. Nach den 2 h der Tip eines Farmers mit einer Richtungsangabe, dann noch ein Fahrer mit Fernglas auf die Felsen hoch, diverse Funksprüche (unser Fahrer Samuel hiess "Sam Sam Sam" ) und dann seeehr frischer Dung und ein paar Minuten später sieht tatsächlich (Eli)sabeth zuerst die Eli(s). Über eine Stunde bleiben wir dann mit dem Fahrzeug in unmittelbarer Nähe der 16 Tiere umfassenden Gruppe, Mütter, jüngere Tiere und drei Kleine (!). Ein unglaubliches Erlebnis. Wir kamen uns fast als Teil der Herde vor und haben unzählige Fotos geschossen.
Nach einer Pause mit Snacks, Tee, Kaffee und Getränken sind wir der Herde dann noch einmal ins unwegsame Randgebirge gefolgt, haben weitere Bilder gemacht, bis sogar der Landrover nicht mehr weiterkonnten. Die Strecke war allerdings schon für eine Fußgänger kaum noch zumutbar.
Die Rückfahrt erzählten wir uns alle gegenseitig "hast Du auch gesehen ..., und als der Kleine .... und wie er den Ast abgerissen hat ... und der Große mit den Ohren gewackelt hat .... und ... und"
Eindeutig die beste Unterkunft und wohl auch der beste Tag bisher. Und das auch ganz ohne Internet- und Telefonanschluss.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201623. Juni 2018 · #20
14. Tag (13.7.2017) Etosha Safari Camp Weiter geht es Richtung Etosha Nationalpark, der die nächsten fünf Tage unseres Urlaubs bestimmen wird.
Etosha Safari Camp Es geht los mit zwei Übernachtungen im Etosha Safari Camp, wenige Kilometer südlich des Parkeingangs 'Anderson Gate'. Wir haben diese Unterkunft gewählt, da das naheliegende Okaukuejo Camp innerhalb des Parks mehrheitlich keine positiven Bewertungen bekommen hat - wohl ein Problem der wenig engagierten staatlichen Verwaltung und Organisation. Mit dem Etosha Safari Camp haben wir dagegen wieder eine Forumsempfehlung übernommen. Wir haben einen neu renovierten Familienbungalow mit Doppel-Doppelstockbett bezogen. Das Camp ist ein hervorragender Ausgangspunkt in den mittleren Teil des Nationalparks. Da wir schon um 1 angekommen sind, ging es nachmittags gleich noch in den Etosha-Park hinein. Erst wird das Kennzeichnen sorgfältig in eine Kladde notiert, dann muss man Auskunft geben über mitgeführte Waffen oder Drohnen.
Erst das Permit für fünf Tage am Eingang anmelden, dann bekommt man eine mühselig ausgerechnete Rechnung, die man dann 17 km weiter im Park bezahlen soll. Dort wird der identische Preis dann von einem weiteren Parkbeamten erneut mit dem Taschenrechner ausgerechnet und man darf endlich das Geld abgeben. Wieder einmal: That is Africa!
Und was haben wir gesehen in den 2 h Park? Viiiele Springböcke, einige Giraffen, Gnus und Oryx und dann - wow - zwei Löwen mit einem von ihnen gerissenen Zebra. Zwei Löwen in den ersten. Stunden! Leider sehr weit weg fürs Teleobjektiv, aber immerhin. Eine Viertelstunde vor dem Verlassen des Parks bekam ich dann auch noch meinen Wunschvogel (siehe Beitrag), einen Sekretärvogel. Er stolzierte nur ca 20 Meter von der Piste durchs Gras. Der Vogel sieht wie eine völlig unrealistische Tier-Karikatur aus. bitte mal Bilder googlen.
Die Ausfahrt dann wieder mit Kennzeichen notieren, Vorzeigen des Permits, erneutes Kennzeichen notieren durch eine andere Uniformierte und diesmal noch Fragen nach 'fresh meat' und 'eggs'. Man überschreitet nämlich von Nord nach Süd die veterinary control border, die die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche verhindern soll. Schade für Frau Officer, dass nicht einmal der extra gewünschte Blick in die Kühlbox das erhoffte Fleisch zum Vorschein brachte.
Das Abendessen wie in einem großen Biergarten mit Selbstbedienungsbuffet und Livemusik Note 2+. Morgen geht es den ersten ganzen Tag in den Park!