Champagner8'672 Beiträge · seit 201010. Jan. 2017 · #201
Guten Abend Ihr Zwei,
also eins ist nun klar - wenn man in Zukunft Selbstfahrer verzweifelt auf engstem Raum hin- und herrangieren sieht, dann suchen die nicht den besten Platz (ich sag nur Pole-Position 😗 ) bei einer Sichtung, sondern den optimalen Aufprallwinkel zu einem kätzischen Sch..ßhaufen! 😄 😄 😄 Und man weiß gleichzeitig: das müssen Forumsmitglieder sein 😎
Wunderschöne Löwenfotos, aber natürlich auch der "Rest" inklusive "böse kuckendem" Leopard, Ermännchen und Co. ist wieder sehenswert!
Bitte mehr 🙂 !
Liebe Grüße von Bele
P.S.: Mir kommt gerade eine Idee - ich könnte ja auf meine diesjährigen Reisen jeweils eine Portion heimische Katzenkacke mitnehmen - wäre interessant zu sehen, was passiert 🤩
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Jan. 2017 · #202
@Petra: Wir haben das Thakadu Bushcamp nicht gebucht, sondern sind einfach hingefahren. Die Entscheidung, dort zu übernachten, fiel erst spontan im Laufe des Tages. Die letzten Erdmännchen haben wir am Rand einer Pfanne in der Kaa-Concession zwischen Kaa-Gate und Zuzshwa gesehen, ca. 14 Kilometer hinter dem Kaa-Gate. Ich würde mich aber nicht darauf verlassen, sie dort zu finden. Auch im KTP selbst haben wir mehrfach an verschiedenen Stellen Erdmännchen gesehen. Einfach auf das persönliche Sichtungsglück hoffen!
@Bele:
ich könnte ja auf meine diesjährigen Reisen jeweils eine Portion heimische Katzenkacke mitnehmen - wäre interessant zu sehen, was passiert
Vielleicht wirst du direkt noch am Flughafen aus dem Verkehr gezogen. 😉 Bislang kennen wir nur Leute, die irgendwelche Haufen und Droppings von Afrika mit nach Hause genommen haben. Den Dung schon auf dem Hinweg zu transportieren, ist sicherlich ein Fall für den Arzt. 😉
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200611. Jan. 2017 · #203
Tag 22 – Freitag, 29. Juli 2016 – Erledigungen in Maun
Thakadu Bushcamp, Ghanzi – Maun Rest Camp, Maun
Plötzlich stellen wir fest, dass wir bereits die Hälfte unserer Reise hinter uns haben. Das ist schade. Auch heute Morgen hatten wir knappe Minusgrade, was Uwe aber nicht davon abhielt, Kaffee und Tee zu kochen und in der ersten Morgensonne Müsli zu essen. Da wir uns viel Zeit ließen, kamen wir erst spät von Thakadu los. An der Wasserstelle sahen wir noch eine Herde Elands.
Unser erster Weg führte uns ins Zentrum von Ghanzi, um Geld zu holen. Der erste Geldautomat wurde gerade neu befüllt. Der zweite funktionierte, spuckte aber nur 50 Pula-Scheine aus. Mit vollen Taschen kam Uwe zurück ans Auto. Wir statteten dem Craft-Shop der San noch einen Besuch ab und kauften ein paar Kleinigkeiten. Auch ein Botswana-Hemdchen vom Straßenstand musste unbedingt noch mit. Das Land feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen, und die halbe Bevölkerung läuft in diesen schwarz-weiß-blauen Oberteilen herum. So erstand Ruth mit ein wenig Feilschen ebenfalls ein solches Shirt.
Am gerade befüllten Geldautomaten versuchten wir erneut unser Glück, aber es kamen schon jetzt keine Scheine mehr heraus. Diesmal lag es auch nicht an der falschen Kreditkarte. 😉
Die nächste Station war die Puma-Tankstelle, wo wir Diesel auffüllten. Eigentlich hatten wir uns darauf verlassen, im Shop der Tankstelle wie letztes Jahr gefrorenes Wildfleisch kaufen zu können. Aber leider war dieses gerade nicht erhältlich. So fuhren wir weiter Richtung Maun. Die Strecke von über 250 Kilometern zog sich sehr. Bei den Ortschaften mussten wir immer auf 80 oder 60 Stundenkilometer abbremsen, es gab auch eine Polizeikontrolle. An den Veterinärkontrollen wurden wir durchgewunken. Neben der Hauptstraße beobachteten wir, wie sich eine Schar Geier über die Reste einer vermutlich überfahrenen Kuh hermachte.
In Maun herrschte Rushhour. Es war Ende des Monats, alle Leute standen in Schlangen vor den Geldautomaten und in sämtlichen Geschäften. Auch auf den Straßen herrschte das totale Chaos, und wir krochen vorwärts, was uns aber nicht besonders viel ausmachte, da es im bunten Straßengetümmel immer etwas zu sehen gab. Zuerst versuchten wir bei einem Metzger Fleisch zu bekommen, aber dieser hatte geschlossen. Erst bei Delta Deli, wo wir sowohl gefrorenes als auch frisches Kudu-Fleisch bekamen, hatten wir mehr Glück. Dann ging es endlich zu Hilary’s Coffee Shop. Wir waren die einzigen Gäste und aßen Jumbo-Sandwich, Quiche mit Salat und anschließend Pekanuss-Kuchen und Schoko-Brownie. Wir freuen uns nicht umsonst ein ganzes Jahr lang darauf. Alles schmeckte wie immer ganz ausgezeichnet und fühlte sich nach echtem Urlaub an.
Danach fuhren wir zum Souvenirshop Wax Apple von Mel Oake und waren ein wenig enttäuscht, da die Keramik-Teile wohl nicht mehr verkauft werden. Anschließend ging es in den nächstgelegenen Spar-Supermarkt zum Einkauf für die nächsten Tage im Moremi. Da wir dort nicht alles bekamen, statteten wir auch dem anderen Spar im Ort noch einen Besuch ab. Während Ruth im Auto wartete, stürzte Uwe sich ins Gewimmel. Dann benötigten wir zwei Tankstellen, um die richtige Sorte Diesel zu finden und einen weiteren Stop beim Liquor-Store, um die Vorräte an Bier und Tonic-Water aufzustocken. Endlich hatten wir alles erledigt und fuhren zum Maun Rest Camp. In unserer Planung hatten wir offen gelassen, ob wir die Nacht in Maun verbringen oder noch bis zum Kaziikini-Camp weiterfahren würden. Die vielen Erledigungen hatten jedoch auch viel Zeit in Anspruch genommen. Beim Maun Rest Camp nahmen wir nach Gewohnheit die erste Einfahrt und landeten im Hinterhof. Vor einiger Zeit wurde das Camp an das Old Bridge Backpackers angegliedert und hat seitdem eine andere Rezeption und eine neue Einfahrt. Zum Glück gab es noch eine freie Campsite für uns, die wir uns mit einer belgischen Familie teilten. Wir unterhielten uns ein wenig mit den Belgiern und gingen dann duschen. Zwei Stellplätze weiter standen zwei Männer aus Dortmund. Die mussten ja nett sein! Und da wir nach dem Besuch bei Hilary’s keinen Abendessen-Hunger mehr hatten, saßen wir abends noch lange mit den beiden zusammen. Sie haben innerhalb von zwei Wochen eine Mörderstrecke zurückgelegt. Von Windhoek sind sie über Sossousvlei, Swakopmund, Twyfelfontein, Etosha, Caprivi, Vic-Falls, Kasane, Chobe-River-Front, Savuti und Third-Bridge bis Maun gekommen. Wir konnten nur staunen. Es war ein sehr langer Abend mit vielen Afrika-Geschichten, so dass wir erst gegen Mitternacht ins Bett kamen. Das lag sicher auch an den endlich wieder angenehmen Temperaturen, über die wir uns sehr freuten.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200615. Jan. 2017 · #204
Tag 23 – Samstag, 30. Juli 2016 – In den Moremi
Maun Rest Camp, Maun – South Gate, Moremi
Während der Nacht quietschte über uns im Geäst ein Flughund wie ein rostiges Windrad und wurde morgens von einem vielstimmigen Vogelkonzert abgelöst. Hurra. Die Nacht und der Morgen waren warm. Das erste Licht am Thamalakane war sehr idyllisch.
Wir ließen uns viel Zeit, redeten noch ein wenig mit der Familie aus Belgien und den zwei Dortmundern. Dann schlichen wir noch ein paar Vögeln hinterher. Über dem Fluss rüttelten Eisvögel, Drosslinge schnatterten im Gebüsch, und eine Drossel kämpfte in der Autoscheibe mit einem imaginären Rivalen.
Hartlaub's babbler
Rotschnabeldrossel
Wir packten in Ruhe alles zusammen und fuhren zum Frühstück erneut zu Hilary’s Coffee Shop. Auf dem Weg dorthin holte Uwe noch Bargeld. Wir bestellten uns ein Frühstück mit Toast, Marmelade, Spiegelei, gebratenem Speck und Bratkartoffeln. Es war sehr reichlich und wie immer total lecker. Anschließend besorgten wir in Maun noch letzte Kleinigkeiten. In einem als Disko getarnten Bottlestore wollte Uwe Wein kaufen. Die afrikanische Pop-Dudelmusik war ohrenbetäubend, zumindest für ihn. Ruth schien das nicht zu stören, ganz im Gegenteil. Während sie sich halb tanzend durch den Laden bewegte, befürchtete er Schlimmes. Und er sollte Recht behalten. Die Jungs am Infoschalter konnten auf die Frage nach dem Interpreten nur entschuldigend mit den Schultern zucken. Noch mal Schwein gehabt, freute sich Uwe zu früh. Die Musik und die Lieder seien bunt gemischt auf einem USB-Stick. Zwei, drei Augenaufschläge und eine ganz kleine Diskussion später war Uwe einverstanden und trabte schicksalsergeben zum Auto, um sein Netbook zu holen. Kurzentschlossen wurde die Musik im Bottlestore abgedreht, und wir durften uns die Dudelei kopieren. Welch Freude! Bestens ausgerüstet und mit neuer Verpflegung an Bord ging es dann endlich los Richtung Moremi.
Zwischen Maun und Shorobe kauften wir noch eine große Menge Brennholz für die kommende Woche und wurden auf der Rüttelpiste sehr durchgeschüttelt.
Aber auch das Wegstück nach dem Abzweig zum South Gate war so schlecht wie noch nie. Wo man früher gemütlich durch den Wald fahren konnte, rumpelten wir diesmal von einem Schlagloch zum nächsten.
Weißscheitelwürger
Nach dieser Tortur kamen wir am Gate an und bezahlten den Parkeintritt für eine Woche: etwas über 2000 Pula. Als wir unseren Campinplatz Nummer 4 suchten, standen dort drei Autos mit Holländern. Die machten jedoch nur eine Mittagspause und entschuldigten sich, unseren Platz besetzt zu haben. Nachdem sie gefahren waren, machten wir uns breit, spannten eine Wäscheleine und wuschen einige Sachen, die schnell in der Sonne trockneten. Dann gingen wir duschen. Die Waschräume waren ziemlich sauber.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200615. Jan. 2017 · #205
Gegen halb vier brachen wir zu einer Nachmittagsrunde durch den Park auf. Auf dem Weg lag ein Schlankichneumon im Schatten und lief erst davon, als wir ganz nah waren. Ein Frankolin mit winzigen Küken marschierte schnell ins Gebüsch. Wir bogen in Richtung der Lagunen ab und sahen einige Zebras.
Büffelweber
Bei den Xini-Lagoons sollte eine von Löwen gerissene Giraffe zu finden sein. Die und auch die Löwen sahen wir leider nicht, stellten aber fest, dass die gesamten Lagoons trocken lagen. Lediglich an einer Stelle gab es noch Wasser, und dorthin kamen natürlich viele Tiere. Wir sahen eine Herde Elefanten, von denen ein paar Bullen direkt auf uns zuliefen. Zwei kämpften miteinander und schoben sich mit viel Staub hin und her.
Ein Sattelstorch und viele Nilgänse saßen am Wasser. Darin stand eine Letschwe-Antilope. Zebras liefen über die Ebene, ein paar Leierantilopen standen herum, und aus einem Hügel schauten neugierig ein paar Zwergmangusten.
Weite Ebenen der Lagoons waren nicht nur trocken, sondern auch verbrannt. Schwarze Flächen mit teilweise schon frischen grünen Halmen erstreckten sich bis zum Horizont. Daraus ragten vereinzelt ein paar größere Termitenhügel empor.
Ein paar Minuten waren wir nicht sicher, den richtigen Weg zurück zum South Gate zu finden, aber dann waren wir dank GPS wieder auf dem Hauptweg und beeilten uns zurückzukommen. Die Dame am Gate hatte gesagt, dass man abends bis 18.30 Uhr und morgens ab 6.00 Uhr fahren dürfe. Da die Sonne kurz vor 18.00 Uhr aber schon sehr tief stand, vermuteten wir, dass es genau umgekehrt sein müsse. Ein paar Minuten nach sechs kamen wir zurück ins Camp. Leider waren Sarah und Philipp offensichtlich nicht eingetroffen. Unsere erwarteten Reisepartner für die kommenden Tage hatten es heute wohl noch nicht bis zu uns geschafft. Per Telefon erreichten wir die beiden auch nicht und hoffen nun, dass sie morgen eintreffen werden. Wir machten Feuer und stellten fest, dass wir wohl viel zu viel Holz gekauft hatten. So können wir wenigstens jeden Abend ein schönes großes Lagerfeuer machen. Wir grillten Kudusteaks, die leider etwas zäh waren. Dazu gab es Salat mit Gurken, Tomaten, Möhren und Feta. Zusammen mit dem Dressing von Hilary schmeckte er sehr gut und machte uns kaum Arbeit. Außerdem rösteten wir Brot und aßen es mit Knoblauchbutter. Als wir noch ein wenig draußen saßen, tauchten nacheinander zwei Tüpfelhyänen auf. Wenn sie uns zu nah kamen, sprangen wir auf und verscheuchten sie. Ab und an hörten wir ihre Uuuuuopp-Unterhaltung in einiger Entfernung. Es war herrlich! Bevor wir ins Zelt krabbelten, installierten wir die Wildkamera. Wir hörten eine Hyäne unmittelbar neben dem Auto auf und ab laufen. Als wir aus dem Zelt blickten, schnüffelte sie an unserer Feuerstelle, konnte aber zu ihrer Enttäuschung nichts finden. Bei der Nachbarcampsite war sie wohl erfolgreicher. Mit lautem Geschepper wurde eine Mülltüte geleert und deren Inhalt zerlegt. Morgen Vormittag wollen wir zu den Black Pools fahren und hoffen, dass unsere Reisepartner eintreffen.
danke für die Forsetzungen, freuen uns auf Eure Erlebnisse im Delta/Moremi. Interessieren würden mich Eure Erfahrungen/Bilder mit der "Wildkamera" - planen evtl. auch eine für unsere nächste Tour 2018 anzuschaffen.
Mabe1'068 Beiträge · seit 201318. Jan. 2017 · #207
"Schlankichneumon"... da denke ich ja immer wieder: das ist so ein Übersetzungs- und Schreibfehler wie "Snichel mit Pfirch", aber nein, das heisst tatsächlich so.. 🤩 Und ihr verwendet den Begriff freiwillig?
"Katzenkacke" ist mal ein echter Geheimtip! Das bietet sich ja förmlich an, wenn hier mal wieder nach Tipps und Tricks gefragt wird 🤪
Jetzt, wo wir dieses Jahr doch noch mal in die Gegend (Moremi...) kommen werden, lese ich euren Bericht plötzlich mit ganz anderen Augen. Bin schon gespannt, wie es weiter geht und freue mich auf aktuelle Beschreibungen.
Gruß Mabe
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200619. Jan. 2017 · #208
@Katrin und Günter: Wir haben die Wildkamera nun seit zwei Jahren und bislang noch keine tollen Aufnahmen damit gemacht. Zum einen liegt das an den fehlenden Motiven, aber zum anderen auch an der wirklich überschaubaren Qualität der Bilder. In der nun folgenden Nacht hat die Kamera eine Zibetkatze aufgenommen. Schaut euch das Bild an – das geht bestimmt auch besser.
@Mabe: Wie sollen wir das Tier denn sonst nennen, wenn es nun mal Schlankichneumon heißt? 😉
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200619. Jan. 2017 · #209
Tag 24 – Sonntag, 31. Juli 2016 – Gejagt
South Gate, Moremi
Gegen Morgen erwachten die Meerkatzen in den Bäumen über uns und raschelten in den Zweigen. Wir ließen uns mit dem Aufstehen etwas Zeit und krochen erst bei Helligkeit aus den Schlafsäcken. Uwe trank Kaffee, und wir frühstückten nur eine Kleinigkeit, während jeder unserer Handgriffe vom Affenpack mit scheinbar gelangweilter Mine verfolgt wurde. In großen Sprüngen näherten sich die kleinen Diebe und saßen schließlich in den Bäumen unmittelbar um unseren Tisch herum. Manch einer rutschte vom Stamm hinunter, schlenderte langsam in einem großen Bogen an uns heran, um dann blitzschnell mitten auf dem Tisch zu sitzen. Aber wir Spielverderber hatten längst alle interessanten Dinge wieder verpackt, und so trollte sich die ganze Bande langsam zum nächsten Platz. Kaum war der Trupp abgezogen, erschien der nächste. Geschwätzig krakeelend hüpfte eine Schar Drosslinge um unser Auto und suchte nach Krumen.
Als wir alles zusammengepackt hatten, fuhren wir kurz zum Gate und fragten noch einmal nach den Öffnungszeiten des Parks. Von morgens 6.00 bis abends 18.30 Uhr erschien uns doch sehr lang. Aber der Ranger bestätigte diese Angaben. So hätten wir auch die Möglichkeit, nachtaktive Tiere zu sehen. Eigentlich hatten wir geplant, in die Black Pools Region zu fahren. Aber zwei Deutsche erzählten uns noch auf der Campsite, dass sie gestern im nördlichen Teil der Xini-Lagoons Löwen mit einem Zebrariss gesehen hätten. Also fuhren auch wir wieder in diese Gegend. Die Xini-Lagoons sind sehr weitläufig und insbesondere in diesem Jahr ziemlich trocken, so dass die meisten Teile befahren werden können. Wir drehten eine große Runde, fanden die Löwen aber nicht, wenn wir mal davon ausgehen, dass sie sich nicht zwischenzeitlich in eine Herde Büffel verwandelt hatten.
Stattdessen entdeckten wir viele Impalas, Giraffen, Zebras, ein Steinböckchen und einen Wollkopfgeier.
Kaptäubchen
Kuckuck
Bei Bienenfressers stand heute Libelle bleu auf dem Speiseplan. Während uns zuvor kein einziges dieser Insekten aufgefallen war, hatten die Zwergbienenfresser wohl deutlich bessere Augen. Und sie waren erfolgreich. Eine Libelle nach der anderen wurde anvisiert, in geschicktem Kurvenflug geschnappt, manchmal noch mit Hilfe eines Astes kurz gewendet und verschwand dann mit Bein und Flügel im Vogelmagen.
Wir blieben lange dort stehen und bewunderten die Flugkünste und den Jagderfolg der Vögel.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200619. Jan. 2017 · #210
Auf einer Ebene stand am Rande eines Tümpels eine Herde Letschwe-Antilopen. Im verbleibenden Restwasser räkelte sich ein einzelnes Hippo. Die Letschwes ließen sich durch uns nicht stören, sondern lagen im Gras oder fraßen.
Ein paar Pelikane zogen ihre Kreise.
Wir folgten der Fahrspur noch ein kleines Stück, bis wir vor dem verbliebenen Wasserarm standen und uns nicht weitertrauten, da der Untergrund matschig aussah und die Wassertiefe nicht genau auszumachen war. Also drehten wir um. In der kurzen Zwischenzeit, in der wir die Moorantilopen verlassen hatten, war das Hippo aus seiner Badewanne gestiegen und schaute nun missmutig zu uns herüber. Keine Sorge, wir würden gleich weg sein.
Als wir aber weiterfahren wollten, erblickten wir hinter einem großen Termitenhügel im hohen Gras den Kopf einer Löwin. Sie beobachtete die Letschwe-Herde genau, entfernte sich dann aber wieder ein Stück.
Es war gar nicht so einfach, sie zwischen den langen Halmen nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich passierte es doch, und so fuhren wir wieder im Kreis um das Inselbuckelchen herum bis zu der Stelle, an der wir zuvor gewendet hatten. Und tatsächlich: Da war sie wieder! In einem großen Bogen näherte sie sich nun den Antilopen von der anderen Seite.
Sie schaute immer wieder aufmerksam zu ihnen hinüber und pirschte sich weiter an.
Wir stellten das Auto günstig und hatten bald die Letschwe auf der linken, die Löwin auf unserer rechten Seite im Blick. Gespannt beobachteten wir, wie sich die Löwin einen geeigneten Platz suchte. Sie wechselte ständig ihre Position und achtete sehr darauf, nicht entdeckt zu werden.
Schließlich legte sie sich in etwa 40 Metern Entfernung von den Antilopen hinter ein Graspuschelchen und wartete.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200619. Jan. 2017 · #211
Die Letschwe hoben zwar ab und an den Kopf, schienen aber nichts Verdächtiges zu bemerken – kein alarmierendes Schnauben und keine nervöse Flucht in hohen Sätzen.
Eine Elefantenherde zog in einiger Entfernung vorbei, wirbelte mächtig Staub auf und erweckte für einen Moment die Aufmerksamkeit der Löwin.
Dann warteten wir weiter. Während uns und der Löwin zunehmend der Magen knurrte, waren die Reiher erfolgreicher. Immer mal wieder schnappten sie sich einen Frosch.
Ansonsten passierte nichts. Der Katze fielen bald die Augen zu, und ihr Kopf sackte auf die Vorderpfoten. Sollte das schon alles gewesen sein? Wir erwarteten nicht mehr viel. Trotzdem erregten wir die Aufmerksamkeit einiger Safariwägelchen, da wir nun schon seit fast zwei Stunden an derselben Stelle standen. Da musste doch etwas Besonderes los sein. Nur waren wir für niemanden mehr erreichbar.
Unser Badewannen- Hippo stand nun unmittelbar neben der Spur und zeigte jedem Fahrzeug, das sich näherte, was es von ihm hielt. Nämlich nichts. Die Autos fuhren immer dichter an den Koloss heran, damit auch jeder das Hippo in Lebensgröße festhalten konnte.
Davon hielt das Tier wohl noch weniger als nichts, und seine Laune wurde mit jedem Fahrzeug zusehends schlechter. Während wir uns noch fragten, welcher Angriff wohl zuerst erfolgen würde, der der Katze oder der des Hippos, erkannten wir, dass auch wir in der Falle saßen. Hinter uns war das Wasser, vor uns das Flusspferd. Blieb uns also nur, weiter zu warten. Ab und zu hob die Löwin den Kopf, aber bald war uns klar, dass sie so schnell keinen Angriff starten würde.
Mit den Moorantilopen war auch nicht mehr viel los, und so entschlossen wir uns nach einer weiteren Stunde, ins Camp zurückzukehren.
Doch das Problem war immer noch da. Übellaunig, weil ihm die pralle Sonne auf den Kopf geschienen hatte, stand es nicht zu übersehen noch immer recht nah neben der Spur und machte auch keine Anstalten, diesen Platz zu verlassen. Als wir uns ein bisschen näherten, ließ es keinen Zweifel daran, dass es uns die Schuld für all seine Unannehmlichkeiten einschließlich der prallen Sonne, dem Wassermangel, der kürzlichen Trennung von seiner Geliebten und auch allem anderen geben würde. Es kam herausfordernd ein paar Schritte auf uns zugetrabt, und wir waren sofort eingeschüchtert. Dieses Tier war wirklich not amused.
Wir beschlossen, heute keine Freunde mehr zu werden und zogen uns wieder ein Stückchen zurück. Endlich entfernte es sich nach einiger Zeit etwas vom Weg, und wir nutzten unsere Chance. Wir waren kaum an dem Hippo vorbei, als es sich umdrehte und beeindruckend schnell auf uns zulief. Obwohl wir ja fast damit gerechnet hatten, waren wir doch überrascht. Ruth konnte vor Schreck nicht mal mehr schreien, Uwe gab Gas, und wir machten uns auf der ruppigen Piste aus dem Staub. Auch nach einigen Metern sahen wir im Rückspiegel, dass es uns immer noch verfolgte. Zum Glück war unser Auto schneller, und wir atmeten erleichtert auf.
Brillenwürger
Zurück im Camp freuten wir uns, dass Sarah und Philipp inzwischen angekommen waren. Die zwei hatten hinter Johannisburg in einem großen Stau gestanden und waren daher gestern nur bis Maun gekommen. Nun gab es viel zu erzählen, auch die Drosslige waren mit von der Partie.
Weil wir völlig ausgehungert waren, aßen wir ein paar Brötchen, bevor wir duschten und das neue Auto der beiden bewunderten. Im Camp stand ein einzelner Elefant und fraß Schoten, die er aus den Bäumen schüttelte. Dann machten wir uns zusammen auf einen Gamedrive Richtung Black Pools. Da wir jedoch nicht mehr sehr viel Zeit hatten, fuhren wir nur eine kleine Runde. Wir sahen einen Elefanten, der sich in einem Matschtümpel kühlte, Zebras, Impalas, Giraffen und Leierantilopen.
Es war eine schöne Runde im Abendlicht, und kurz nach Sonnenuntergang waren wir wieder zurück im Camp.
Frankolinküken
An einem kleinen Feuer grillten wir in der Glut abwechselnd Fleisch, Boerewors, Pilze und Mais. Wir machten Salat und Grillbrote. Es war sehr lecker.
Obwohl wir auch gerne alleine unterwegs sind, freuten wir uns heute Abend sehr über die Gesellschaft von Sarah und Philipp. Es ist wirklich schön, gemeinsame Vorlieben mit Freunden zu teilen. So verbrachten wir einen sehr netten, ersten gemeinsamen Abend bei leckerem Wein und vielen Geschichten. Der Hyänenbesuch blieb heute aus. Dafür sahen wir im Licht unserer Stirnlampe noch ganz kurz eine Ginsterkatze, und die sagenhaft gute Aufnahme unserer Nachtfalle dokumentierte die Stippvisite einer Zibetkatze.
Champagner8'672 Beiträge · seit 201020. Jan. 2017 · #213
Guten Morgen Ihr Zwei,
das war mal wieder eine schöne Frühstücksüberraschung mit vielen Sehnsuchtsbildern.... *seufz* !
Allerdings bekam ich angesichts dieses Fotos einen leichten Würgereiz 🤢 - wirklich sensationell erwischt, wie das Ende der Libelle da gerade verschwindet! 🤩
Bikkie lehrerlesspielen muss ich aber auch 😉
Eulenmuckel schrieb: einen Hooded Vulture.
Das ist kein Hooded Vulture, sondern ein juveniler (oder immaturer?) White-headed Vulture (die Kappengeier haben ganz dünne Schnäbelchen...).
Senegalamarant (Red-billed Firefinch)?
Seh ich auch so - das rechts ist ein Mädel... links sieht man bissle wenig.
Wie gesagt - sooooo schöne Fotos mal wieder - die stalkende Löwin im hohen Gras, der Letschwebock vor den staubenden Elefanten, der Reiher mit dem Frosch, die flauschigen Moorantilopenkinder, und last but not least: das übellaunige Hippo 😄 - ich kann mich nicht sattsehen!
Vielleicht gibts ja am Wochenende nochmal ein Kapitelchen?? *ganzliebkuck* 😘
nun habe ich endlich mit Lesen nachgeholt und wiederhole mich gern: Es ist immer wieder ein Genuss eure Bilder anzuschauen und eure Berichte zu lesen (dabei habe ich gesehen, dass bis Seite 10 eure schönen Fotos nicht mehr abgebildet sind. Das ist echt blöd. Vielleicht könnt ihr da ja was machen?)
Mit dem übellaunigen Hippo haben wir auch so unser Erlebnis... – es fühlte sich nur durch unsere Anwesenheit enorm gestört. Wir haben sowieso großen Respekt vor Hippos. Und wenn dann unvermittelt so 2 Tonnen Lebendgewicht in Rage auf einen zubrettern, wird der Respekt zu Angst, - und das ist dann auch gut so: Besser Angst und Rückzug als zerdeppertes Auto... Und „nachtragend“ sind die auch noch (dabei hatten wir nix gemacht!): Am Folgetag kam es aus seinem Teich, noch bevor wir richtig da waren... 😮
Grüßle von den lilytrotters
Kleiner Nachtrag zu den „Frankolinküken“ – die würde ich eher als Wachteln sehen – wohl: Common Quail
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
KarstenB2'396 Beiträge · seit 201120. Jan. 2017 · #219
Liebe Ruth, lieber Uwe,
da Bele heute schwächelt 🤩 : der Kuckuck ist ein Copperytailed Coucal, die Drosslinge sind Arrowmarked Babbler. Bei den Common Quail von Lillytrotter tippe ich eher auf Harlequin Quail, bin mir da aber keineswegs sicher. Da ich den Textbaustein momentan nicht finde, in denen ich Eure tollen Fotos und den interessanten, witzigen Bericht lobe, lasse ich es für dieses Mal bleiben. 😈 Und das: "Ruth konnte vor Schreck nicht mal mehr schreien" wäre Véro sicher nicht passiert! 😄
Guggu2'261 Beiträge · seit 201120. Jan. 2017 · #220
Liebe Ruth und Uwe, mir sind auch die Superlative schon lange ausgegangen. Drum poste ich hier nur ein GROSSARTIG. Es ist ganz wunderbar mit euch zu reisen. Und ab und zu fühle ich ein bisschen Neid gewisse Leute gegenüber. 😉 😄