Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200628. Mai 2016 · #41
Guten Morgen! Schnell noch, bevor die Küche ruft! Pipi, Schlafanzug und Oryx. '86 und '88 war ich zum ersten Mal in Namibia, aber es waren nur Stippvisiten. '90 dann die erste durchgeplante Visite, 4 Wochen lang. Auch Sesriem gehörte dazu, Platz Nr. 3. Wir schliefen im VW-Bus. Aber ich musste nachts mal raus. (Komisch: Damals war ich ein Vierteljahrhundert jünger! Und trotzdem diese Altmännerkrankheit???). Wie dem auch sei: Ich begebe mich im Schlafanzug brav zum Toilettenhäuschen (man hätte es auch abkürzen können ...), bleibe auf dem Weg stehen, weil ich den Orion auf dem Kopf habe stehen sehen, was mich damals sehr verwundert hat. Und als ich meine Verwunderung überwunden habe und ich mich auf den Weg konzentriert habe, steht da plötzlich eine Oryx zwei Meter vor mir! Schreck! Aber sie war klüger als ich - sie verschwand. Wie meine Nachtruhe danach war, weiß ich nicht mehr. Rodrigo
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200628. Mai 2016 · #43
solitaire schrieb: ich hab so etwas mal Anfang Dezember in Namutoni erlebt. Ich glaube, das waren Termiten. Kann das sein? War lustig, man musste wirklich aufpassen, die Viecher nicht mitzuessen. Andererseits - so ein Eiweißschub hätte ja nicht geschadet 😉
... bei Termiten ist das beim sog, Hochzeitsflug zu beobachten. Dann kommen auch immer extrem viele.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Ein schöner Thread ist das, danke für die vielen kleinen aufregenden und netten Geschichten.
Wir waren in Simbabwe bei den Vicfalls in einer Guestlodge. Als wir abends zurück kamen, wollte mein Mann das Licht anknipsen, der Schalter der Stehlampe befand sich am Boden unter dem Bett. Er tastete herum und fragte plötzlich nach der Taschenlampe, er hätte da etwas "weiches" gefühlt. Im Lichtkegel entdeckten wir eine etwa 30 cm lange Zwergpuffotter. Zum Glück war das Tier wohl etwas abgekühlt auf dem kalten Fußboden. Wer weiß, ob sie sonst nicht vielleicht doch gebissen hätte. Wir fingen sie dann in einem Korb ein und entließen sie außerhalb des Geländes wieder. Noch heute kommt diese Geschichte immer mal wieder ins Gespräch 🤩
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200628. Mai 2016 · #45
gelöscht, da Doppelposting
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200630. Mai 2016 · #46
... hier noch eine kleine Geschichte aus Canada, bereits 20 Jahre her. Ich habe eine Waschbärmutter mit drei (?) Jungtieren beobachtet und mir zwei Stunden Zeit genommen. Die Tiere verloren immer mehr ihre Scheu, während ich da hockte und fotografierte. Als ich den Film wechselte, kam die Waschbärmama ganz nah und steckte neugierig den Kopf in die Kamera. Ich musste aufstehen, damit ihre Nase nicht noch den Verschlussvorhang beschädigte.
Nach einer Weile machte sie sich mit den Jungtieren auf den Weg. Sie hatten einen Trampelpfad, den sie offenbar immer wieder benutzten und ich hockte mich direkt daneben. Die Waschbärmutter lief völlig entspannt wenige Zentimeter an mir vorbei und ihre Jungen folgten ebenso furchtlos. Dem Letzten hielt ich -mit dem Handrücken nach unten- meine geschlossene Faust entgegen. Der Kleine schnupperte kurz und begann dann, mit seinen kleinen Pfoten einen Finger wegzuziehen und dann noch einen. Dann sah er, dass nichts Fressbares vorhanden war und trottete weiter. Die Waschbärmutter hatte derweil alles beobachtet.
Ich wusste ja, dass Waschbären sehr neugierig sein sollen, aber so etwas hatte ich nicht erwartet ...
Gruß Wolfgang
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Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200631. Mai 2016 · #47
Guten Abend! Ameisen sind ja auch Tiere - es müssen ja nicht immer die Großen Fünf sein. Ich bin in Swakopmund, miete mir für eine Nacht eines der Fischerhäuschen, lade das notwendige Gepäck aus und fahre in die Stadt. Und obwohl ich das süße Zeug nicht so mag, kaufe ich bei Putensen - ach, es duftete so schön! - ein süßes Stück, war's nun eine Schneckennudel oder ein 'Kopenhagener', ich weiß es nicht mehr. Man will ja morgens etwas zwischen den Zähnen haben. Ich verpacke es gut und lege es in die Küche, gehe zu Bett und schlafe gut. Morgens stehe ich auf - und auf dem Weg ins Bad bemerke ich eine dunkle Spur auf dem Boden. Die war gestern abend noch nicht da! Ich verfolge die Linie - von der Tür zu meinem Frühstück!!! Ich habe dann das Stück im Orkus versenkt und bin reuevoll zu Putensen gefahren. Ich glaube, ich habe noch nie so lustvoll gefrühstückt ... Wusstet Ihr übrigens, dass Affen keine Laktase brauchen? Wenn ich Zeit habe, erzähle ich eine medizinische Neuigkeit. Rodrigo
Im Februar 2013 waren wir wieder mal in Nord-Tansania unterwegs. Diesmal waren zwei Leute dabei, die erstmals in Igluzelten auf Safari waren. Wir sind eben erst auf der Lobo-Campsite beim Kleins-Gate der Serengeti angekommen. Nach dem Zelte aufbauen wars schon am eindunkeln... Wir standen zusammen bei den Zelten und ich zündelte mit meiner Taschenlampe unmotiviert in der Gegend rum... ...plötzlich leuchten im Lichtstrahl zwei weit auseinanderliegende Augen knapp über dem Boden in geringer Entfernung!!! Ein Löwe, ein Leopard, eine Hyäne? 😵 Zum Glück 'nur' ein Büffel, eines der gefährlichsten Tiere Afrikas!!! 😗 Wir sofort ab in den 'Essenskäfig', wo eine der zwei Unerfahrenen von der unmittelbaren Nähe der Wildniss etwas überfordert war... Nicht sonderlich hilfreich war dass wir mit den Taschenlampen rausleuchteten und dabei die folgenden Gespräche wie "Schau da, eine Hyäne!! Ach nee, ein Schakal! Och Mist, nur'n Baumstumpf" von uns liessen... 😄 Herrlich!!! Zumindest für uns Erfahrenen, weniger herrlich für die Neulinge, die nach einiger Beruhigungszeit aber trotzdem schlafen konnten... 😄
Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200631. Mai 2016 · #49
Guten Morgen! Sind Affen laktoseempfindlich??? Leider nein. Schon etwas länger her. Ich starte mit einem VW-Bus von Mafikeng nach Norden, quälen uns durch die damals noch ungeteerten Straßen durch Botswana bis Maun (drei Tage), bis wir im Island Safari Camp landeten. Wir saßen friedlich (mein Paten'kind' und ich) am Ufer des Thamalakane und aßen gemeinsam aus einem mitgebrachten Eimerchen Joghurt. Weit kamen wir nicht. Nach ein paar Löffeln machten wir eine Essenspause und stellten den Eimer zwischen uns. Welch Leichtsinn! Fünf Sekunden später war er weg. Ein Grünaffe schwang sich blitzschnell vom Baum herunter, schnappte sich den Eimer, schwang sich auf den Baum und fraß den gesamten Inhalt direkt über uns, was ich als glatte Verhöhnung empfand. Ich habe ihm alles Schlechte an den Hals gewünscht, auch an andere Körperteile, aber er scheint das vertragen zu haben. Eine Woche Durchfall hätte ich ihm gewünscht.... Seitdem liebe ich Affen.... Rodrigo
Omnia vincit amor
wüstenfee749 Beiträge · seit 200631. Mai 2016 · #50
hi @all
ja das ist ein sehr lustiger thread da fallen mir auch einige Geschichten ein:
1999 (?) in Zimbabwe wir - 2 Hilux mit Dachzelt waren die einzigen Gäste im Camp. nach dem Abendessen und einen kleinen Gute Nacht Trunk verziehen wir uns in die Dachzelte. als wir gerade eingeschlafen sind wurden wir von merkwürdigen Geräuschen geweckt. Taschenlampe gesucht und wir mussten nicht lange suchen: ein ganzes Rudel Hyänen war zwischen unseren beiden Autos. Unterhaltung von Dachzelt zu Dachzelt: seht ihr das, die zerbeißen unsere Wasserkanister ja was ja, da müssen wir doch was machen du kannst ja runtergehen und die Wasserkanister retten schallendes Gelächter die Hyänen haben es nicht nur geschafft die stabilen schwarzen Wasserkanister zu zerbeißen , sie haben auch eine unserer Alukisten aufbekommen und den Inhalt (Nudeln, Reis, Klopapier) verstreut. was uns am meisten ärgerte, war, dass wir keinen Foto im Dachzelt hatten. Das sollte uns am nächsten Abend nicht passieren! Um auch sicher zu gehen, dass die Hyänen kommen, haben wir 2 Dosen von den "hervorragenden" meatballs geöffnet und fototechnisch gut platziert. und dann warteten wir und warteten wir .................... die Viecher haben sich nicht mehr blicken lassen. wahrscheinlich haben sich am Vorabend mit Klopapier und Nudeln den Magen verdorben. lg wüstenfee
Lustiger Einfall! Danke! Auch ich habe etwas Harmloses beizutragen, das aber zu meinen schönsten Afrikaerinnerungen gehört und den Keim zu Mehrmehr gelegt hat: Januar 1988 am Kivusee in Zaire, jetzt "Demokratische" Republik Kongo: Wie jeden Morgen gehe ich zum Schwimmen, lasse mich vom weit hinausgebauten Steg ins Wasser gleiten, mache ein paar Schwimmzüge, drehe mich auf den Rücken und gleite. Plötzlich platscht es neben mir und ich sehe einen Seeotter auftauchen, der, auf dem Rücken schwimmend, genüsslich einen Fisch in einer Flossenhand hat und ihn knurpsend neben mir verspeist. Er ließ sich durch mich nicht stören. Friederike
Guten Tag, Sachen über Nacht am Boden zu lassen ist keine gute Idee und wird manchmal bestraft.....und Wildtiere am Platz anzufüttern taugt für gar nichts…….höchstens für einen shit storm im Forum. @die Fähigkeiten von Hyänen: Ein sehr buschweise und forsch auftretender Zeltnachbar hatte seine Vorräte in Kisten aus Hartplastik verstaut und am Boden gelassen, weil ja sicher mit Klappverschlüssen verschlossen. Am nächsten Morgen waren sie weg, in einigen Metern Entfernung aufgebissen und geplündert. Das bemerkenswerte dabei war, dass unmittelbar beim Zelt absolut keine Schleifspuren vorhanden waren. Diese waren erst ein paar Meter weiter sichtbar. Bis dorthin muss das Tier die Kiste durch Biss in den Griff weggetragen (!) haben, so stark ist das Gebiss und der Nacken einer Hyäne. Grüße
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201131. Mai 2016 · #53
Hallo Leser,
Bis dorthin muss das Tier die Kiste durch Biss in den Griff weggetragen (!) haben, so stark ist das Gebiss und der Nacken einer Hyäne.
Und nicht nur das! Wir hatten im KTP nachts unsere Brauchwasserflaschen draußen gelassen. Eine braune Hyäne hat die weggeschleppt (wahrscheinlich zu ihrem Bau), ohne die PET-Flaschen zu zerbeißen. Das hat sie wohl erst am Bau gemacht, um ihre Jungen zu tränken. Eine einzige Flasche hat sie uns gelassen - die war ihr entglitten und in die Nähe unseres Zeltes gerollt. Das war ihr wohl zu gefährlich!
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200601. Juni 2016 · #54
CuF schrieb:Plötzlich platscht es neben mir und ich sehe einen Seeotter auftauchen, der, auf dem Rücken schwimmend, genüsslich einen Fisch in einer Flossenhand hat und ihn knurpsend neben mir verspeist. Er ließ sich durch mich nicht stören.
... Otter oder Robben sind im Wasser so geschickt, dass die von uns "tolpatschigen" Menschen in ihrem Element nichts zu befürchten haben. Ich hatte mit dem Seekajak in Neuseeland mal Begegnungen mit Robben, die zum Spaß immer knapp vor dem Boot auftauchten. Ich habe anfangs gedacht, ich ramme denen die Bootsspitze gegen den Schädel, da das Kajak bei jedem Paddelschlag ja einen plötzlichen Schub nach vorne macht. Wenige Zentimeter vor dem Zusammenstoß sind sie immer blitzschnell abgetaucht und plötzlich tauchten sie zwei Meter vor dem Boot wieder auf. Für die Robben war das offenbar so etwas wie "Fangen spielen" bei Kindern. 😉
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200602. Juni 2016 · #55
Esel und Schafe Man macht so seine Erfahrungen mit beiden Tierarten, v.a., wenn man durch Botswana fährt. Esel sind stur. Sie bleiben mitten auf der Straße stehen, von Höflichkeit keine Spur. Wie oft bin ich auf Esel zugefahren - die blieben natürlich stehen - und dann habe ich sie schlicht und einfach mit schleifender Kupplung ganz sanft weggeschoben. Und meine paar PS waren dann halt doch stärker als ein 'ES'. Aber dumm sind sie auch nicht. Auf einem Camp am Brandberg gab's auf jedem Stellplatz einen Wasserhahn, kunstvoll gesichert. Ein Mensch braucht ein Ingenieursstudium, um an Wasser zu kommen. Die Esel, die nachts durchs Camp streifen, haben gelernt, wie man die Arretierungen leicht löst - und dann fließt das Wasser. Schafe sind blöd. Auch Botswana. Zäune gibt es nicht. Ein paar Schafe mit Lämmern wollen die Straße überqueren. Alle rasen von links nach rechts. Die Straße ist frei, ich fahre los. Da fällt es einem Schaf ein, dass die vorherige Straßenseite ästhetisch doch schöner sei, und rast in mein Ungetüm. Mein englischer Schwager, wohl etwas robusterer Art, machte mir später Vorwürfe: Warum hast Du das Tier nicht mitgenommen? Das hätten wir doch prima grillen können! Vorwürfe mache ich mir auch heute noch, aber anderer Art. Rodrigo
Omnia vincit amor
Mellie1248 Beiträge · seit 201502. Juni 2016 · #56
@alle von Euch: danke für Eure Geschichten, ich fühle mich gut unterhalten 🙂
Zum Thema Hyenen: Es gibt verschiedene Studien zur Intelligenz dieser faszinierenden Tiere. Ihr frontaler Kortex (der Sitz der sozialen Intelligenz) ist dem der Primaten sehr ähnlich gebaut, daher wird den Tieren eine große Intelligenz (u.a. Fähigkeit zur Problemlösung und Kommunikation) zugeschrieben. Gekoppelt mit ihrer großen körperlichen Stärke sind sie natürlich, wie man im Englischen so schön sagt, "a force to be reckonened with".
LG, Mellie
2006: Botswana und Sued Afrika
2009: Botswana und Sued Afrika
2012: Sued Afrika (KTP)
2014: Marokko
2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
Carinha448 Beiträge · seit 201402. Juni 2016 · #57
BikeAfrica schrieb:... Ich wusste ja, dass Waschbären sehr neugierig sein sollen, aber so etwas hatte ich nicht erwartet ...
Hallo Wolfgang Waschbären sind nicht nur neugierig, sondern auch sehr clever und frech. Diese Erfahrung machten wir im April im Manuel Antonio Nationalpark in Costa Rica. Dort gibt es mitten im NP einen wunderschönen Strand, den die lokale Bevölkerung gerne als Badestrand benutzt (weil in den Stadtstrand vom nahen Quepos leider das Abwasser geleitet wird). Weil die Leute (obwohl mittlerweile verboten) Knabbereien und Fressalien an den Strand mitbringen, haben die dort ansässigen Kapuzineraffen (von Affen kennen wir das ja... 😗 ) und eben auch die Waschbären (Crab-eating Racoons) gelernt, sich direkt aus den Rucksäcken und Taschen der Badegäste zu bedienen. Dazu schleichen sie sich hinterrücks an und ergreifen dann mit der Beute schnell die Flucht. Der mitgeklaute Plastikabfall landet dann meist im Dickicht des Dschungels.. 😣
Liebe Grüsse, Karin
Ein Badestrand im Nationalpark - das kann doch nicht gut gehen... 🤢
BikeAfricaThemenstarter7'296 Beiträge · seit 200602. Juni 2016 · #58
... ich habe noch ein tierisches Erlebnis mit einem Krokodil. 😉
In Gambia (Westafrika) gibt es drei heilige Krokodilpools. Der bekannteste ist der Kachikally Crocodile Pool bei der Hauptstadt Bakau. Hierher kommen Einheimische zum Beten, wenn z.B. der Kinderwunsch bisher unerfüllt blieb.
Der Tümpel wird einmal jährlich leergepumpt und gereinigt und so weiß man ziemlich genau, wie viele Krokodile dort leben. 2004 waren es etwa 120, wie damals eine dortige Tageszeitung berichtete.
Rund um den Tümpel, wenige Meter vom Ufer entfernt, führt ein Weg rund herum. Überall sieht man kurvige Schleifspuren von den Krokodilen, deren Schwänze im Zickzack über den Weg schleifen. Direkt am Wegesrand dösen Krokodile in der Sonne. Die meisten von ihnen sind 2-3 Meter lang, aber es soll welche mit 5 Meter Länge geben. Ein ca. 4-Meter-Exemplar habe ich auch selbst gesichtet. Man läuft oft nur 2-3 Meter entfernt an ihnen vorbei. Eines der Krokodile hieß Charlie und war bekannt dafür, dass es völlig phlegmatisch war und man es anfassen konnte, ohne dass es sich darum kümmert. Ich war vorher der festen Meinung, dass ich so 'nen Unfug nicht machen würde und es immer noch wilde Tiere sind, deren Reaktion man nie vorhersehen kann. Außerdem dürfte auch der Biss von einem "nur" 2 Meter langen Krokodil recht schmerzhaft sein. 😉
Als ich dort war, traf ich auf einen Einheimischen, der mir entgegen kam. Er meinte, das Krokodil hier neben mir sei Charlie und das könne ich anfassen. Er stupste es mit dem Fuß in die Seite und das Krokodil ignorierte das völlig. Ich habe dann meine Vorsätze spontan über Bord geworfen und das Krokodil dann tatsächlich doch angefasst. Es gibt sogar ein Foto davon, aber die analoge Kameratechnik verhinderte, dass ich merkte, dass der Einheimische mit dem Zoomobjektiv überfordert war. Es ist nur mein Unterarm und ein Krokodilrücken auf dem Foto und das Ganze auch noch unscharf.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
swisschees1'715 Beiträge · seit 200603. Juni 2016 · #59
Wir hatten auf der letzten Tour zweimal Blindepassagiere im, respektiv am Bus.
Dieses Kameleon-Baby haben wir vermutlich am Mooi River von einem Busch herunter geschüttelt. Nach etwa 30 Kilometer habe ich es zufällig entdeckt und an der nächsten Tankstelle in einen Busch gesetzt.
Der schwarze Skorpion ist von Marienthal bis zum Orange River in der Braaitasche mitgefahren.
H.Badger1'823 Beiträge · seit 201603. Juni 2016 · #60
Wir waren 2010 in Kenia und Uganda unterwegs und haben dabei auch dem Ziwa Rhino Sanctuary in Uganda einen Besuch abgestattet. Dort ist es möglich, gemeinsam mit einem Ranger zu Fuß auf die Suche nach Breitmaulnashörnern zu gehen. Bevor man losfährt und wandert, bekommt man ausführlich erläutert, wie man sich zu verhalten hat: ruhig stehen bleiben, wenn nötig sich nur langsam bewegen, still sein und auf keinen Fall die Gruppe verlassen oder die Tiere voneinander trennen.
Wir trafen auf eine Mutter mit ihrem Kalb, die bereits von einer anderen Touristenkleingruppe beobachtet wurde. Es war ein wunderbar friedliches Bild - Muttertier und Kalb grasten und ließen sich von unserer Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen. Bis auf einmal ein Mitglied der anderen Gruppe begann, die Situation zu filmen und dabei live den Audiokommentar zu sprechen. Dabei entfernte er sich immer weiter von der Gruppe und kam den Tieren wohl zu nah - leider mischte sich keiner der anwesenden Ranger an dieser Stelle ein und hielt ihn von seinem Verhalten, das allen zuvor vorgestellten Regeln widersprach, ab. Der Nashornkuh wurde dies schon bald zu viel und sie setzte zu einem Angriff an. Dann ging alles unheimlich schnell. Ein Ranger rief lautstark "To the trees! Run!" und das taten dann alle Anwesenden überstürzt, auch wenn die Bäume hier eher Gebüsch waren und man nirgends hochklettern konnte. Die Attacken der Kuh waren zum Glück nur Scheinangriffe und als wieder gebührend Abstand zwischen Tier und Mensch hergestellt war, beruhigte sich die Situation auch schnell - jedenfalls schneller als unser Puls. Das war ein Erlebnis, das wir nicht noch einmal haben müssen und hat uns noch einmal vor Augen geführt, wie wichtig es ist, den nötigen Respekt im Busch zu haben.