Rajang1'115 Beiträge · seit 201004. Okt. 2015 · #21
Im Laufe der vergangenen 40 Jahren, haben wir einige Grundregeln entwickelt, die sich bis heute bewährt haben.
1) Pass gehört immer auf die Person - nie in ein abgelegtes Gepäckstück. 2) Geldmengen über 100€ gehören immer auf die Person - nie in ein abgelegtes Gepäckstück 3) Die wichtigsten Unterlagen, wie Flugticket, Voucher oder ähnliches mehr werden zu Hause im Verhältnis 4:1 doppelseitig gedruckt und sind als Reserve so immer auf der Person 4) Notfallnummern ist ein A2 doppelseitig und ist als Kopie immer auf der Person 5) Kreditkarten sind immer auf Person
Kleidungsstücke: Ich trage immer Hosen mit mind. 3, meist mit 5 Taschen, die mir Reisverschluss geschlossen werden (im Moment bietet dies Mammut als einzige der Outdoor Firmen an). Dazu ein 'Gilet' (wie wir Schweizer das nennen), McKinley z.B. hat hier mind. 6 Taschen mit Reisverschluss. Zudem kommt in die Hose hinten innen ein Beutel (Format Flugticket) wo sich während der Reise der Pass, Reserve CC, grosse Banknoten, Notfallnrn bedinden - geschützt gegen Körperschweiss mit MiniGrip. Grössere Geldmenden werden dann auf Hose und Gilet verteilt, z.B. an 3 verschiedenen Orten. Kleine Banknoten, wie schon gesagt gegen 100 oder auch 200 € können dann ruhig im Gepäck liegen.
Auto: Vielfach bieten das die FZ im Ausland automatisch an, beim Anfahren werden alle Türen automatisch geschlossen, wenn nicht, macht der Fahrer dies IMMER. Wer im FZ sitzen bleibt irgendwo betätigt die Zentralverriegelung. Steigt jemand aus, dann nur diese Türe entriegeln im öffentlichen Raum, falls sich Drittpersonen dort aufhalten.
Können Kameras nicht alle ins Restaurant oder so genommen werden und bleiben in der Unterkunft: Nur in abschliessbaren Gepäckstücken und, falls viele Aufnahmen bereits gemacht, die Speicherkarten auswechseln.
Auf Tagesasflügen mit FZ bei mehrtätiger Unterkunft kommen alle wichtigen Papiere, elekt. Geräte in einen Handkoffer, der im FZ mitfährt.
Man kann Diebstahl nie vollkommen verhindern, aber man kann den Diebstahl erschweren.
Das FZ wird nach schliessen durch Fernsteuerung immer an einer Stelle geprüft, ob wirklich abgeschlossen.
Diese einfachen Massnahmen musst Du am Anfang mit gegenseitiger Hilfe 'durchziehen' auf den ersten 2-3 Reisen, dann entwickelt sich quasi ein Automatismus.
Ach ja, und beim Fliegen oder in öffentlichen Transportmitteln sind unsere Gepäckstücke immer abgeschlossen. Es kann unter Umständen ein grösseres Problem sein, dass ubekannte Gegenstände im Gepäck auftauchen als dass solche entfernt werden......
Bis jetzt hat das immer geklappt, auch auf den nun doch schon 30 Afrikareisen......
Gruss Rajang
Wenn Du diese Massnahmen
franzicke2'085 Beiträge · seit 201204. Okt. 2015 · #22
Mensch Reinhard, das tut mir ja sooo leid! Ich war schon ganz gespannt auf eure Erlebnisse, nachdem wir vor 2 Jahren fast zeitgleich auf fast der gleichen Strecke in Botswana unterwegs waren. Aber auf sowas hätte ich sehrsehr gut verzichten können. Neben der guten Verarbeitung des Schreckens für euch beide, wünsche ich dir vor allem schnelle gute Besserung und vollständige Heilung. Herzliche Grüße auch an deine Frau Ingrid
es tut mir schrecklich Leid für Euch und ich hoffe Du bist bald wieder fit und kannst dieses schreckliche Erlebnis vergessen bzw. "verzeihen"!!!
Wir sind am 11.09. in Windhoek gelandet und gottseidank von so etwas verschont geblieben. Vielen Dank für Deine Schilderung - ich denke das ist extrem wichtig. Man muss einfach vorsichtig bleiben.
ReinhardThemenstarter728 Beiträge · seit 200604. Okt. 2015 · #24
Vielen Dank allen, die sich mit freundlichen Worten gemeldet haben. Dir, Rajang, vielen Dank für die Auflistung der guten Tipps. Die sollten alle beherzigt werden! Ich weiß zwar nicht, was ein Gilet ist (auch meine deutsche Rechtschreibkorrektur kennt das Wort nicht). Ist das so ein kleiner Bauchbeutel mit Gürtel dran? Obwohl wir es immer ruhig angehen lassen und den ersten Tag in Windhoek bleiben einschließlich Übernachtung, ist doch an so viele Dinge zu denken und die Abläufe beim Gepäck packen und verstauen haben sich noch nicht automatisiert, dass diese ersten Tage hoch anfällig sind für solche Überrumpelungen. Zudem kommt, zumindest bei uns, eine gewisse Abgeschlagenheit nach der "entspannten Nacht" im Flieger dazu, die durch zusätzliche Konzentration kompensiert werden muss. Eine gewisse Entspannung stellt sich erst ein, wenn Windhoek hinter einem liegt (woran Windhoek keine "Schuld" hat) und man etwas Ruhe und Muße findet. Umso wichtiger ist es, sich eine halbe Stunde zu nehmen, die sicherheitsrelevanten Dinge, die in Rajangs Liste zu finden sind, an geeigneten Orten zu verstauen. Meine Hose hat auch 5 Taschen, eine mit Reißverschluss und eine weitere versteckte Reißverschlusstasche 😊 Gruß Reinhard
bei deinen Schilderungen und Tips verliert man ja jede Lust auf Urlaub! Sie sind sicherlich gut gemeint, aber ich finde sie doch etwas überzogen. Das klingt nach großer Angst und das merken die Diebe am ehesten. Wenn du viel zu verlieren hast und schützen willst, verhälst du dich vielleicht so, aber das ist dann eben auch auffällig. Besser ist es, zu versuchen, dich nicht unsicher zu bewegen und als ob du etwas schützen mußt. Besser ist es, sich gut zu informieren (z.B. hier im Forum) und entsprechend selbstbewußt zu verhalten. Z.B. wenn du durch die Independent gehst, dann achte darauf, ob dir jemand folgt oder länger an deiner Seite oder hinter dir geht. Falls ja, bleib stehen und guck ihn an. Ggf. frag, ob er was von dir will. Da wird er sich schnell verziehen, denn er merkt, dass du aufmerksam bist. Wenn du aber tagträumerisch durch die Gegend läufst, würdest du auch als Namibianer beklaut! Das Urlauber in ihrem Hilux als solche erkannt werden, ist eh klar, aber es werden nur die beklaut, die unsicher sind oder erscheinen. Wenn du sicher und selbstbewußt auftrittst, hast selten ein Problem. Das man Wertsachen nicht offen im Fahrzeug liegen läßt, ist eh klar, oder?
@Reinhard Bin zwar nicht Rajang, aber ein Gilet ist eine ärmellose Weste. Ich habe mir so eine in Swakop gekauft mit gefühlten 100 Taschen innen und aussen. LG Bazi
@hurryup Im Gegensatz zu Dir empfinde ich die Empfehlungen von Rajang durchaus als realistisch und sie haben mM nach nichts mit Angstmache zu tun. Ich spreche ebenfalls aus Erfahrung. Für Dich hoffe ich, dass dich alleine Dein Selbstbewusstsein vor unschönen Erfahrungen schützt. LG Bazi
Mellie1248 Beiträge · seit 201504. Okt. 2015 · #31
Lieber Reinhard, Ich wünsche Dir eine schnelle Besserung und dass Du und Deine Frau den Schock schnell verarbeitet. Kriminelle Menschen gibt es überall auf der Welt, aber so ein Erlebnis im Urlaub zu haben (auf den man sich so gefreut hat und der ja in der Regel auch teuer ist) ist natürlich besonders heftig. Mir ist einmal von einem Südafrikanischen Bekannten der Ratschlag erteilt worden, ein "Überfall Paket" dabei zu haben. In eine Tasche oder Geldbörse tut man abgelaufene Pässe, etwas Geld, abgelaufene EC Karte etc (eben das, was man als Touri auch sonst in der Dokumenten Tasche hat). Dieses Päckchen sollte für Diebe offensichtlicher sein, als die gut weg gepackten Originale. So ein Überfall geht ja in der Regel schnell und die Diebe wollen verschwinden bevor Zeugen auftauchen. Wenn sie sie sehen, dass Geld, Pässe, Karten etc in der Tasche sind dann suchen sie i.d.R. auch nicht weiter und verschwinden. Ich hoffe, wir werden niemals in die Situation kommen diesen Ratschlag austesten zu müssen!!
LG, Mellie
2006: Botswana und Sued Afrika
2009: Botswana und Sued Afrika
2012: Sued Afrika (KTP)
2014: Marokko
2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
Wer das Abenteuer sucht, sollte auch damit klarkommen.....
Selbstbewußte Grüße, hurryup
den Blödsinn kommentiere ich jetzt lieber nicht 🙂
Dir Reinhard wünsche ich alles Gute und das Du das Erlebnis körperlich und seelisch gut verkraftest.
Ansonsten halten wir es immer ähnlich wie Rajang (nur ohne Gimlet ? oder wie hieß da Ding? 😉 )
LG Montango
auch wir haben so eine Veste mit gefühlte 100 taschen an. 🙂 Das wir Touristen sind ist eh klar. 🙂
Rajang, so in etwa machen wir es auch, vielen Dank für diese "Liste". 🙂
Was ich noch dabei habe ist, eine kleine Geldbörse mit etwas Geld und abgelaufene Karten, GSD haben uns noch keine Räuber bedroht, denen würde ich dann das aber schnell geben und die wären erstmal "beschäftigt".Aber eine generele Verhaltensweise ist eh nicht zu empfehlen, weil es ja von Fall zu Fall sowieso anders verläuft. 😗
Gut ist das es hier wieder diskutiert wird und wir alle hoffen , das es nicht so oft einer von uns dafür trifft.
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Rajang1'115 Beiträge · seit 201004. Okt. 2015 · #33
Sorry Leute, wegen der Verwirrung mit dem Gilet.
Hier Wikipedia: Das Gilet (französisch für „Weste“) ist ein ärmelloses Obergewand für Männer, welches unter dieser Bezeichnung in Altbayern, der Schweiz und in Österreich verbreitet ist.
Ein 'Multifunktionales' Kleidungsstück geradezu geschaffen für Reisende!
Hallo Reinhard, ich musste Deinen Bericht mehrmals lesen um zu begreifen was da passiert ist. Noch heute Mittag dachte ich, Namibia sei ein sehr sicheres Reiseland, so wurde es mir bisher immer vermittelt! Ich bin sprachlos und es tut mir sehr leid was Euch da passiert ist. Es zeigt wieder leider mal, dass man eigentlich zu niemandem Vertrauen haben kann, den man nicht ganz genau kennt, von dem man nicht weiß wer er ist und wo er wohnt! Wir wollen nächstes Jahr zum ersten mal eine Namibia-Tour machen, konnte meinen Mann dazu überreden und von diesem Vorfall erzähle ich lieber nichts, aber ich werde doppelt auf der Hut sein! Ich hoffe, dass Dein Bein wieder gut verheilt und Du wenigstens diesbezüglich keinen nachhaltigen Schaden erleiden musst... Gute Besserung und trotzdem noch viele schöne Reisen, aber mit noch mehr Vorsicht, Valle
Rajang1'115 Beiträge · seit 201004. Okt. 2015 · #35
Nein Hurryup, da muss ich Dir leider wiedersprechen. Wenn Du Dir angwöhnst, Dir wichtige Sachen a) immer am gleichen Ort b) so gut es geht geschützt rumzutragen, dann bist Du eben nicht verunsichert. Das Gegenteil tritt ein, Du fühlst Dich dann sicher. Weil es Routine ist und bisher immer funktioniert hat. Das gibt eine sehr grosse Sicherheit!
Gruss Rajang
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200805. Okt. 2015 · #36
Hallo, Reinhard,
Zuvorderst: Gute Besserung!
und gräme dich nicht: Jeder macht mal Fehler, nur geht's trotzdem meistens gut.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
ich sage jetzt mal was ich denke, auch wenn ich mich dabei vielleicht unbeliebt mache; dass hurryup immer nur provoziert, egal, um welches Thema es geht und NICHTS substanzielles bisher beigetragen hat, ist für mich jedenfalls ganz offensichtlich! Ich gehe mal davon aus, dass das auch schon andere hier gemerkt haben 😗 😗 , oder?
Reinhard, ich bin Dir sehr dankbar, dass Du hier Dein Pech geschildert hast und ich hoffe sehr, dass diese Kultur der Mitteilung über solche Situationen weiterhin hier im Forum stattfindet. Das kann jedem nur nützen und verursacht keinen Schaden. Für Deine Genesung und die Verarbeitung des Erlebten wünsche ich Dir nur das Beste!
zunächst mal gute Besserung und vielen Dank für die unaufgeregte Schilderung. Vieles weiß man natürlich, aber wer ist schon immer ganz konsequent? Und man ist ja im Urlaub und nicht im Survival-Kampf oder Spezial-Agent in Feindesland. In dem Thread stehen viele gute Tipps. Es kann sich jeder rauspicken, was für ihn sinnvoll und nicht zu einschränkend erscheint.
Was ich an kritischen Orten in der Regel mache: Der Rucksack mit Kamera und Pässen wird im Auto angeschnallt oder irgendwo verknotet, so dass Smash&Grab u.ä. nicht so einfach funktioniert. Im Dachzelt kann man den auch mit dem Gestänge verknoten. Ist natürlich auch kein Patentrezept gegen jegliche Kriminalität, kann aber bei einigen gängigen Szenarien helfen.
Beste Grüße
Guido
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200905. Okt. 2015 · #39
Hallo Reinhard,
wir wünschen dir gute Besserung viel Kraft beim Verarbeiten dieses entsetzlichen Vorfalls. Lieben Dank für deinen eindrücklichen Bericht.
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Hanne6'152 Beiträge · seit 200605. Okt. 2015 · #40
hallo Reinhard,
ich war ganz entsetzt als ich Deine Erlebnisse gelesen habe. Da wurde mir bewusst, dass wir all die Jahre einfach Glück hatten. Ich wünsche Dir gute Besserung und vor allen Dingen, dass das Erlebte immer weiter von Dir abrückt, damit Du zu irgendeinem Zeitpunkt Dich wieder freust nach Afrika zu reisen, das wünscht Dir von Herzen Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland