Netti59847 Beiträge · seit 201505. Okt. 2015 · #41Valle schrieb:
Wir wollen nächstes Jahr zum ersten mal eine Namibia-Tour machen, konnte meinen Mann dazu überreden und von diesem Vorfall erzähle ich lieber nichts
Lieber Reinhard,
ich möchte dir auch gute Besserung wünschen und auch bei mir ist es wie bei Valle, musste meinen Mann überreden als Selbstfahrer durch Namibia zu touren. Zwar dauert es bei uns noch 2 Jahre, aber ein mulmiges Gefühl ist schon vorhanden.
Hoffentlich kannst du das Erlebte gut und ganz schnell verarbeiten. Ich drücke dir ganz fest die Daumen und hoffe, dass dein Fusß bald wieder o.k. sein wird.
Liebe Grüße Netti
ReinhardThemenstarter728 Beiträge · seit 200605. Okt. 2015 · #42Vielen Dank euch allen!
An Netti 59 und Valle:
ich will mit meiner Schilderung keineswegs Namibia grundsätzlich in Misskredit bringen. Bleibt bei eurer Entscheidung, Namibia zu besuchen und trefft unaufgeregt und selbstbewusst Vorsorge für unliebsame Begegnungen, die leider nicht völlig auszuschließen sind.
Es wäre schlimm, wenn bei Namibia zuerst an Kriminalität gedacht wird, wie es ja Uninformierte leider häufig tun. Aber die Augen sollte man auch nicht verschließen.
Gruß
Reinhard
Netti59847 Beiträge · seit 201505. Okt. 2015 · #43Reinhard schrieb::
ich will mit meiner Schilderung keineswegs Namibia grundsätzlich in Misskredit bringen.
Gruß
Reinhard
Das tust du nicht und ich finde es auch wichtig, solche Erfahrungen zu schildern. Daraus kann ich als "Neuling" nur lernen. Ich freu mich auf Namibia, es war schon immer ein großer Traum dorthin zu fahren. Leider muss ich noch sooooooooo lange (2017) drauf warten.
LG Netti
Montango1'667 Beiträge · seit 201105. Okt. 2015 · #44Ich finde es prima, dass Reinhard hier die Sache so deutlich und ausführlich geschildert hat.
Das muss jedoch nicht bewirken, dass man Angst vor einer Namibiareise bekommt, sondern nur für etwas mehr Vorsicht sorgen und so hat er es sicher auch gemeint.
Wie Reinhard ja selber erkannt hat, wäre der Vorfall durch mehr Umsicht leicht zu vermeiden gewesen. Deshalb sollte man einfach in allen Situationen aufmerksam und vorsichtig sein. Wir haben z.B. das Auto immer (und ich meine wirklich immer, selbst wenn ich drinnen sitze und mein Mann tankt) verschlossen. In Städten schliessen wir auch alle Fenster usw. Dies gilt aber für uns auch in vielen anderen auch europäischen Ländern.
Ich wage einmal zu behaupten, dass man sämtliche Formen von Diebstahl ohne Gewaltanwendung (Trickdiebstahl, Taschendiebstahl etc) vermeiden kann. Wenn man natürlich körperlich bedroht und überfallen wird, sieht es anders aus. Das geschieht aber auch in Namibia nicht ständig und vor allem nicht überall.
Es sollte also niemand unnötige Angst haben, aber eben auch etwas vorsichtig und vor allem aufmerksam sein.
Wer in Windhoek nachts spazieren geht, geht ein unnötiges Risiko ein. Ein Taxi läßt man sich vom Hotel oder Restaurant bestellen und steigt nicht einfach irgendwo ein usw.
Der gute alte Trick, einen vermeindlichen Schaden am Auto zu signalisieren, um den Fahrer zum Aussteigen zu bewirken, wird ja auch in Osteuropa gerne angewandt. Also besser ein Stück weiter fahren, zur Not geht das auch mit viel zuwenig Luft.
Warum ist man im Urlaub nur so leichtgläubig? Auch die Geschichte mit dem ATM und den Parkausweisen kürzlich hier im Forum, fand ich unfassbar. Wer würde denn daheim einem Fremden hinterher laufen für einen Parkschein ?
Vermutlich doch nur, weil man verunsichert ist: fremdes Auto, fremde Sprache, Linksverkehr, müde vom Flug, Klimawechsel usw.
Da hilft nur gute Info vorweg und gute Routine und Aufteilung zwischen den Reisepartnern während der Tour. Wer nimmt immer die Kameratasche mit ? Wer nimmt immer die anderen Wertsachen mit ? Wer verschließt immer die Autotüren ? Und von solchen Regeln sollte man nie eine Ausnahme machen. Wir kennen gerade jemanden, der am Abreisetag in Windhoek nochmal schnell in ein Geschäft gegangen ist und die Reisetasche incl. Kamera im Auto gelassen hat. Ergebnis : Tasche incl. aller Urlaubsfotos weg.
LG
Montango
robertz83 Beiträge · seit 201305. Okt. 2015 · #45Hallo Reinahrd,
ich kenne Dich nicht und vermutlich werde ich Dich auch nie kennenlernen, aber was Du geschildert hast, hat mich sehr betroffen gemacht, und ich wünsche Dir von Herzen, dass Du das alles ohne bleibende Schäden überwindest.
Mir hat auf Kuba, in Cienfiegos (kennen vielleicht einige), mal einer eine Goldkette (eine wirklich dünne) vom Hals gerissen und ist abgehauen. Ich, voller Wut und Adrenalin ihm hinterher. Nach 50m hatte ich ihn eingeholt und habe ihn zu Fall gebracht, er blutetet am Kopf, liess die Goldkette fallen, befreite sich, lief paar Meer, stieg als Sozius auf ein Moped und brauste davon mit seinem Kumpel, ohne Goldkette, die hatte ich wieder.
Hinterher habe ich mir einiges von meiner Frau anhören dürfen, zu Recht. Was, wenn er bewaffnet gewesen wäre, oder sein Kumpel. Daran dachte ich in diesem Augenblick überhaupt nicht. Scheiss doch auf die Goldkette, die vielleicht 50 Mark (ist schon eine Weile her) gekostet hatte, die Unversehrtheit des eigenen Lebens ist um ein Vielfaches wertvoller. Daher, aus eigener Erfahrung, verstehe ich Deine Reaktion, vernünftig war sie aber nicht, da sind wir uns einig.
Ich war etliche Male in Afrika, beruflich wie auch privat, in Namibia bisher leider erst 2x und habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Hoffentich bleibt es dabei.
Kopf hoch und danke, dass Du uns so offen an diesem schlimmen Erlebnis teilhaben lässt.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200605. Okt. 2015 · #46Montango schrieb:
Ich wage einmal zu behaupten, dass man sämtliche Formen von Diebstahl ohne Gewaltanwendung (Trickdiebstahl, Taschendiebstahl etc) vermeiden kann.
... mir hat mal jemand unbemerkt das Portemonnaie aus der vorderen Hosentasche gezogen. Ein paar Leute wie zufällig kreuz und quer über den Weg gelaufen, dass es eng wurde. Einer trat mir "zufällig" auf den Fuß und reichte mir die Hand zur Entschuldigung. Im Gewühle noch ein Tritt auf den Fuß und das Portemonnaie war unbemerkt weg.
Ich habe es Sekunden später gemerkt und mir zurückgeholt.
Klar hätte ich auch diesen "Diebstahl" vermeiden können, denn es geschah in einer dafür berüchtigten Ecke (ich hätte ja nicht aus Neugier dorthin gehen müssen). Es war auch nur ein Fake-Portemonnaie mit umgerechnet 20 Euro und 2 ungültigen Karten und ohne Papiere, aber seitdem bin ich vorsichtig mit den "Selber-Schuld-Äußerungen". Ich wusste um die "Gefahr" in dieser Ecke und habe mehr aufgepasst als sonst. Die Typen haben es trotzdem fast geschafft. Das sind teilweise absolute Profis.
robertz schrieb:Mir hat auf Kuba, in Cienfiegos (kennen vielleicht einige), mal einer eine Goldkette (eine wirklich dünne) vom Hals gerissen und ist abgehauen. Ich, voller Wut und Adrenalin ihm hinterher. Nach 50m hatte ich ihn eingeholt und habe ihn zu Fall gebracht, er blutetet am Kopf, liess die Goldkette fallen, befreite sich, lief paar Meer, stieg als Sozius auf ein Moped und brauste davon mit seinem Kumpel, ohne Goldkette, die hatte ich wieder.
Hinterher habe ich mir einiges von meiner Frau anhören dürfen, zu Recht. Was, wenn er bewaffnet gewesen wäre, oder sein Kumpel. Daran dachte ich in diesem Augenblick überhaupt nicht. Scheiss doch auf die Goldkette, die vielleicht 50 Mark (ist schon eine Weile her) gekostet hatte, die Unversehrtheit des eigenen Lebens ist um ein Vielfaches wertvoller. Daher, aus eigener Erfahrung, verstehe ich Deine Reaktion, vernünftig war sie aber nicht, da sind wir uns einig.
... ich kenne diese Situation (siehe oben) und habe mir mein fast wertloses Portemonnaie gegen 5-6 Leute zurückgeholt. Die waren sehr überrascht und ich habe nicht gleich kapiert, dass die alle zusammengehören. Einer davon war so'n 2-Meter-Schrank und mit dem alleine hätte ich mich unter normalen Bedingungen schon nicht angelegt. Ging nochmal gut ...
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
peter 081'927 Beiträge · seit 200805. Okt. 2015 · #47Hallo Reinhard,
vielen Dank für Deine Schilderungen und gute Besserung für Dein Bein.
Naturgemäß kommen nach so einem Erlebnis Selbstvorwürfe hoch und man fällt in ein zermürbendes Grübeln....was haben wir nur falsch gemacht, hätte wir doch und, und, und...... Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, Du hast gar nichts falsch gemacht. Der einzige Fehler: Ihr seit zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.
Jahrzehnte habe ich solche Berichte wie wohl die meisten hier gelesen: Man sucht in der Geschichte einen Verhaltensfehler des Opfers um dann in den Trugschluss zu verfallen..... aha, kein Wunder, bei dem Leichtsinn. Ich passe ja immer auf, habe meine Geheimverstecke, bei mir beißen sie sich die Zähne aus. Nach den Vorfällen unserer letzten Namibiareise sehe ich das jetzt anders.
"Wie Reinhard ja selber erkannt hat, wäre der Vorfall durch mehr Umsicht leicht zu vermeiden gewesen" ... Sorry @Montango, aber da möchte ich widersprechen. Noch ist Namibia nicht Amerika und es zum Glück noch üblich, dass man unterwegs für andere anhält.
Es war das Ziel der Diebe, die beiden zu bestehlen, sie hatten schnell Erfolg und fuhren davon. Kein Mensch weiß, wie weit das Trio dabei gegangen wäre, kennt die kriminelle Hemmschwelle um an die Beute zu kommen. Würden Dich Diebe körperlich bedrohen, würde auch Deine Frau schnell das sicher verschlossene Auto öffnen!
Es sind hier gute Tipps zur Sicherheit angeführt, jeder sollte sich die passenden aussuchen. Für mich noch wichtiger ist aber, so ein Szenario im Vorfeld durchzuspielen... Telefon-Notfallnummern in Namibia und zuhause, Handy, Geld, etc. Nur so kann man einigermaßen überlegt reagieren und das beste aus der Situation machen.
schöne Grüße
Peter
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200605. Okt. 2015 · #48peter 08 schrieb:Sorry @Montango, aber da möchte ich widersprechen. Noch ist Namibia nicht Amerika und es zum Glück noch üblich, dass man unterwegs für andere anhält.
Es war das Ziel der Diebe, die beiden zu bestehlen, sie hatten schnell Erfolg und fuhren davon. Kein Mensch weiß, wie weit das Trio dabei gegangen wäre, kennt die kriminelle Hemmschwelle um an die Beute zu kommen. Würden Dich Diebe körperlich bedrohen, würde auch Deine Frau schnell das sicher verschlossene Auto öffnen!
... Montango bezog sich ausdrücklich auf Szenarien ohne Gewalt und Waffen und nur auf Taschen- oder Trickdiebstahl.
Gruß
Wolfgang
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Mannati137 Beiträge · seit 201005. Okt. 2015 · #49Hallo Reinhard,
Hier ist jetzt schon viel Wichtiges und Richtiges und auch etwas Blödsinn zu Eurem Unglück geschrieben worden.
Daher möchte ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben.
Ich wünsche Dir schnelle und vollständige Heilung und Kraft und Mut für eine neue Reise.
Liebe Grüsse
Manfred
Montango1'667 Beiträge · seit 201106. Okt. 2015 · #50Reinhard schrieb:
Dann sind wir wieder stadtauswärts gefahren, unter der rostigen Eisenbahnbrücke hindurch und einige km weiter. Als wir die Abfahrt zum Vineyard Country B&B passiert hatten, überholte uns der schwarze Jetta, hupend und mit den Armen rudernd. Wir hielten an, der Jetta wendete und hielt auf unserer Höhe, wieder Richtung Windhoek. Spätestens da hätte bei mir der Groschen fallen können, fiel aber nicht. Dennoch war ich skeptisch. Der große freundliche Dicke stieg aus und rief aufgeregt: There’s fire under your car! Ich hatte noch nie Feuer unterm Auto. Andererseits: wenn doch? Ich stieg also aus. Meine Frau blieb sitzen. Der Dicke wollte, dass ich unter’s Auto schaue und war in heller Aufregung. Ich blieb stehen, weil ich weder etwas roch noch sah. Wir standen auf der straßenabgewandten Seite des Wagens, wo er auf mich einredete.
Plötzlich bemerkte meine Frau, wie gerade sehr leise unsere hintere rechte Tür geschlossen wurde, nachdem der andere Kerl unseren Rucksack gegriffen hat, und schrie den ihn an: Mit einem Mal war alles klar.
Wir waren auf diesen dusseligen Trick hereingefallen, obwohl wir ihn kannten!
Gruß
Reinhard
Hallo,
ich wollte hier keinesfalls den Eindruck erwecken, Reinhard sei selber schuld. Wie er selber schreibt, ist er auf einen dummen Trick herein gefallen. Natürlich wäre das zu vermeiden gewesen, aber manchmal verkennt man einfach die Situation, ist müde , wird leichtsinnig usw. Genau deshalb ist es ja so prima, das ein erfahrener Namibiareisender wie Reinhard beschreibt, wie dumm es manchmal laufen kann.
@Peter: klar war es das Ziel, die beiden zu bestehlen, hätten sie aber nicht angehalten, wäre nichts passiert.
Bitte nicht falsch verstehen, dass soll jetzt kein Vorwurf sein, sondern nur für andere zum Nachdenken.
Redet doch im Land mal mit Südafrikanern, die halten nirgendwo unbesorgt an, wo schon jemand steht. Es ist in Namibia eben nicht so üblich unterwegs für andere anzuhalten und wenn dann mit Aufmerksamkeit und Vorsicht.
LG
Montango
peter 081'927 Beiträge · seit 200806. Okt. 2015 · #51Montango schrieb:
@Peter: klar war es das Ziel, die beiden zu bestehlen, hätten sie aber nicht angehalten, wäre nichts passiert.
@Montango,
das ist genau der Punkt. Wir wissen beide nicht, wie die Sache dann weitergegangen wäre.
Nix für ungut.
Gruß
Peter
SpottedDrum360 Beiträge · seit 201006. Okt. 2015 · #52Hallo!
Mich hat dein Bericht ganz schön erschüttert und ich hoffe, dass es dir bald wieder richtig gut geht und du wieder mit Freude daran gehen kannst den nächsten Urlaub zu planen.
Vielen Dank aber für deine nüchterne Berichterstattung und gute Besserung!
Uns ist letztes Jahr in Windhoek auch unser erster Diebstahl passiert. Wir reisen jetzt seit 15 Jahren zu zweit, nie ist was Ernsthaftes vorgefallen. In Südafrika haben uns 2013 zwei Polizisten „übern Tisch gezogen“ aber das war auch schon das Schlimmste …
Nun, letztes Jahr haben wir auch die erste Nacht in WDH verbracht. Wir waren in einem – ich sag mal recht ollem – Bed&Breakfast auf der gleichen Straße, wo auch Joes Beerhouse ist. Ich weiß den Namen leider nicht mehr , ist aber auch egal …
Nun, wir sind da angekommen, bekamen ein seeehr einfaches Zimmer mit einem nur sehr einfachen Schloss an der Tür. Da hat mein Bauch einmal kurz gebrummelt aber ich habe die Warnung überhört. Was soll schon in einem Hotel passieren? 😗
Also haben wir unsere Wertsachen in das Zimmer geschafft, sind kurz unter die Dusche gehüpft und dann zu Joes rüber gelaufen.
Da am Hotel zu der Zeit der Security Dienst eintraf, hab ich mich erst recht noch sicher gefühlt (man wie doof war ich da?) und hab noch erzählt, dass wir zu Joes gehen und in etwa 2 Stunden zurück sein werden …
Als wir nach zwei Stunden zurückkamen, war der Security mit einem Telefongespräch beschäftigt.
Wir fanden unsere Tür abgeschlossen vor aber als wir rein kamen, lag das Netzkabel vom Laptop auf dem Bett. Als wir das erkannten flitzten wir beide zu unseren jeweiligen Trolleys, in denen jeder sein Foto/Film Equipment verstaut hatte. Wir hatten Glück, es fehlte nur der Laptop und Bargeld (250,-€), meine Kamera Ausrüstung (2 DSLR + Objektive) und die Ausrüstung meines Mannes (Videoausrüstung) war noch komplett vorhanden. Da war wohl jemand recht überstürzt abgehauen 😵
Der Security hatte natürlich nix bemerkt, verstand auch nicht, warum wir die Polizei holen wollten. Wir haben aber darauf bestanden, einfach aus Prinzip. Uns war klar, dass wir das Zeugs nie wieder sehen werden aber anfänglich war ich stinksauer (auf mich oder auf den Dieb?) und wollte das nicht einfach so hinnehmen.
Wir gehen auch rückblickend nach wie vor davon aus, das Security und Dieb unter einer Decke steckten und der Security bei unserer Rückkehr den Dieb gewarnt hat – da machst du dann eh nicht viel …
Nun, um zum Ende zu kommen. Wir haben die halbe Nacht mit der Polizei die Anzeige aufgenommen. Die Hotelbesitzerin kam auch noch dazu. Am Morgen, ich schlief mit einer Hand auf dem Trolley 😄 , bekamen wir vorn der Hotelbesitzerin zumindest das Bargeld ersetzt, was ich schon erstaunlich fand. Laptop ist natürlich futsch.
Aber die Lehre für mich ist daraus, wenn mein Bauch mir sagt, das ist nicht gut, was du hier machst, dann will ich zukünftig darauf hören und die Bedenken nicht einfach beiseite wischen.
Wahrscheinlich wäre gar nix passiert, wenn wir die Wertsachen in dem Fall im Auto gelassen hätten.
Aber nein, wir haben sie in das vermeintlich sichere Zimmer geschleppt …
Wie mans macht, macht mans verkehrt. Wir fliegen nächste Woche wieder nach WDH. Wir schlafen wieder in der gleichen Straße – nur das Hotel ist diesmal größer – vermeintlich sicherer … die Schlösser guck ich mir aber noch genauer an …. 😕
Liebe Grüße SpottedDrum
Montango1'667 Beiträge · seit 201106. Okt. 2015 · #53Hallo Spottetdrum,
jetzt mag man mich auslachen, aber wenn ich meine Kamera und Geld nicht in einen Safe schaffen kann, schleppe ich alles mit. Ich saß schon häufig in Joes Beerhouse mit meinem dicken Kamerarucksack. Im Hotelzimmer lasse ich nichts.
Gute Schlösser am Zimmer nutzen nichts , wenn das Personal mit den Dieben unter einer Decke steckt.
LG
Montango
FRFritzmann439 Beiträge · seit 200906. Okt. 2015 · #54Wo er Recht hat, hat er Recht. Nichts schreckt diese feigen Diebe und Räuber besser ab als selbstbewusstes Auftreten.
hurryup schrieb:Hallo Rajang,
bei deinen Schilderungen und Tips verliert man ja jede Lust auf Urlaub! Sie sind sicherlich gut gemeint, aber ich finde sie doch etwas überzogen. Das klingt nach großer Angst und das merken die Diebe am ehesten. Wenn du viel zu verlieren hast und schützen willst, verhälst du dich vielleicht so, aber das ist dann eben auch auffällig. Besser ist es, zu versuchen, dich nicht unsicher zu bewegen und als ob du etwas schützen mußt. Besser ist es, sich gut zu informieren (z.B. hier im Forum) und entsprechend selbstbewußt zu verhalten.
Z.B. wenn du durch die Independent gehst, dann achte darauf, ob dir jemand folgt oder länger an deiner Seite oder hinter dir geht. Falls ja, bleib stehen und guck ihn an. Ggf. frag, ob er was von dir will. Da wird er sich schnell verziehen, denn er merkt, dass du aufmerksam bist. Wenn du aber tagträumerisch durch die Gegend läufst, würdest du auch als Namibianer beklaut!
Das Urlauber in ihrem Hilux als solche erkannt werden, ist eh klar, aber es werden nur die beklaut, die unsicher sind oder erscheinen. Wenn du sicher und selbstbewußt auftrittst, hast selten ein Problem.
Das man Wertsachen nicht offen im Fahrzeug liegen läßt, ist eh klar, oder?
Der hurryup
SpottedDrum360 Beiträge · seit 201006. Okt. 2015 · #55@Montango
ich lach dich bestimmt nicht aus, könnte mir dieses Jahr auch passieren... Ich hab dieses Jahr auch noch ein neues Tele dabei .. wahrscheinlich sitze ich diesmal auch mit Rucksack bei Joes 😄 Einfach, damit ich mich entspannen kann, Taxi werden wir nicht brauchen, schlafen direkt gegenüber ...
Aber ich freu mich trotzdem oder erst recht auf diese Reise, werde evtl. noch etwas umsichtiger sein, als sonst aber das Afrika Fieber bekommt man damit auch nicht weg 🤪
LG SpottedDrum
Namibia-Neuling663 Beiträge · seit 201506. Okt. 2015 · #56Danke für den Erfahrungsbericht. So schnell kann es gehen.
Wobei ich ehrlich sagen muss: Ich halte es für absolut unsinnig in einer solchen Situation den Ganoven nachzurennen und auch nur in deren Auto zu greifen. Geld und persönliche Dinge bekommst Du in dem Moment eh nicht zurück, dafür riskierst Du deine Gesundheit oder wenn es dumm läuft sogar Dein Leben. Wenn da einer ein Messer hat oder man dich etwas ungünstiger überfährt geht das ganz schnell. Niemals mit solchen Gestalten anlegen, man weiß nie wo deren Hemmschwelle liegt. In aller Regel aber nicht besonders hoch.
Erika2'338 Beiträge · seit 200706. Okt. 2015 · #57Hallo zusammen
Sagt mal, macht euch das wirklich noch Spass?
Wenn ich hier die vielen Sicherheitsvorkehrungen lese, wird mir fast schlecht. Wenn’s einem dann trotzdem trifft, passiert es so unvermittelt und unvorbereitet, dass man gar keine Zeit hat, richtig zu reagieren.
Nirgends in Afrika gibt’s so viele Übergriffe auf Touristen, wie in Namibia. Das ist übrigens nicht aus der Luft gegriffen, sondern die Aussage von den meisten langjährigen Afrika-Fahrern, die wir kennen.
Dir lieber Reinhard wünsche ich, dass die physischen und psychischen Narben bald verheilen.
Liebe Grüsse
Erika
glücklich in Tansania stationiert 🙂
Namibia-Neuling663 Beiträge · seit 201506. Okt. 2015 · #58Reinhard schrieb:Die 200 bar waren weder Verschreiber noch Versprecher.
Das passt schon. 1 bar = 100 Kilopascal (kPa), und das ist die offizielle SI-konforme Einheit für den Reifenfülldruck.
FRFritzmann439 Beiträge · seit 200906. Okt. 2015 · #59Namibia-Neuling schrieb:Danke für den Erfahrungsbericht. So schnell kann es gehen.
Wobei ich ehrlich sagen muss: Ich halte es für absolut unsinnig in einer solchen Situation den Ganoven nachzurennen und auch nur in deren Auto zu greifen. Geld und persönliche Dinge bekommst Du in dem Moment eh nicht zurück, dafür riskierst Du deine Gesundheit oder wenn es dumm läuft sogar Dein Leben. Wenn da einer ein Messer hat oder man dich etwas ungünstiger überfährt geht das ganz schnell. Niemals mit solchen Gestalten anlegen, man weiß nie wo deren Hemmschwelle liegt. In aller Regel aber nicht besonders hoch.
Genau diese Haltung ist es, die Gefahr erst schafft. Diese Touristen-Softie-Einstellung ist der Nährboden für (Klein-)Kriminalität gegenüber Reisenden in Afrika und bringt diese Elemente erst auf die Idee, andere zu überfallen. Solange der Eindruck vermittelt wird, dass der "dumme Tourist" aus lauter Angst um sein Leben brav alles abliefert was von Wert ist, solange wird er als bequemes Opfer betrachtet. Und ein Überfall ist "leicht verdientes Einkommen", ein risikoloser Job sozusagen. Bei einem strammen Südwestler wird er das vermutlich nicht wagen, weil er weiß, dass er von dem etwas übergebraten bekommt.
Diese Gangster sind in der Regel feige, dumm und unfähig. Wären sie das Gegenteil, würden sie ihren Lebensunterhalt mit ihren Fähigkeiten verdienen und nicht mit der Dämlichkeit von Touristen.
Ich habe stets ein Einbein-Teleskop-Stativ mit Stahlspitze und ein Stahlkettenfahrradschloss griffbereit am Kamerarucksack. Das sollte ausreichen, um auch Angreifer mit Messer abzuwehren - vermutlich ist schon die Drohung damit ausreichend, um die feigen Gangster in die Flucht zu schlagen. Hilfreich sind mit Sicherheit auch CS-Gas und Pfefferspray.
Vorsichtiger wäre ich lediglich, wenn mir ein Angreifer mit Schusswaffe gegenüber tritt; da wäre die Waffengleichheit nicht mehr im Lot.
Reinhard hat völlig richtig gehandelt, leider ohne den verdienten Erfolg.
Namibia-Neuling663 Beiträge · seit 201506. Okt. 2015 · #60Sorry, aber das halte ich für Irrsinn. Gegen drei Leute hast Du zusammen mit Deiner Frau nie eine Chance!!! Und ob der Fahrer im Zweifelsfall nicht doch noch eine Pistole hat mit der er seine Kumpels unterstüzt solltest Du mit Deiner Kette ankommen, woher willst Du das wissen? Abgesehen davon, selbst wenn Du mit Deinem Einbein und der Kette halbwegs taugliche Waffen hast, solange Du im Nahkampf nicht geübt bist hast Du damit keine Chance.
Lieber sollte derjenige, der im Auto bleibt (wenn überhaupt einer aussteigt) das Auto sofort wieder verriegeln. Dann kann auch keine reingreifen. Wenn dann das Messer gezückt wird - OK. Aber der reine Trickdiebstahl wird so verhindert.
Was ich mich noch zu der hohen Bargeldsumme frage: War diese beim Bezahlen an der Tankstelle für irgendjemand zu sehen?