Leidenschaft die **LEIDEN** schaffft

Reisebericht 270 Antworten · 40,6k Aufrufe · gestartet 16. Sept. 2015 von K.Roo
4'129 Beiträge · seit 200823. Okt. 2015 · #221
Genauso geht es uns auch!
Das möchten wir gleich unterstreichen!


Und eine Frage stellen: Wir sind ja nun auch schon mal in Afrika Fahrrad gefahren 🤪
- vor 25 Jahren mit unseren Klapprädern 😊 (- aber immer nur da wo's einfach war, so als Ausflug oder zum Einkaufen, damit wir den dicken Laster nicht anschmeißen mussten... 😁 )

also, wir haben es einige Male erlebt, dass die Kids uns vor lauter Begeisterung während der Fahrt angefasst haben und insbesondere das Rad - da kommt man manchmal gut ins "Schlingern".

Wie war das bei euch? Sie waren doch ständig in großen Mengen um euch herum...


Grüßles von den lilytrotters
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 23. Okt. 2015
Themenstarter1'920 Beiträge · seit 200823. Okt. 2015 · #222
lilytrotter schrieb:Genauso geht es uns auch!
Das möchten wir gleich unterstreichen!


Und eine Frage stellen: Wir sind ja nun auch schon mal in Afrika Fahrrad gefahren 🤪
- vor 25 Jahren mit unseren Klapprädern 😊 (- aber immer nur da wo's einfach war, so als Ausflug oder zum Einkaufen, damit wir den dicken Laster nicht anschmeißen mussten... 😁 )

also, wir haben es einige Male erlebt, dass die Kids uns vor lauter Begeisterung während der Fahrt angefasst haben und insbesondere das Rad - da kommt man manchmal gut ins "Schlingern".

Wie war das bei euch? Sie waren doch ständig in großen Mengen um euch herum...


Grüßles von den lilytrotters
Hallo Lilly

wir waren ständig umringt von Kids.Mal rannten sie nebenher, das andere Mal vor einem her.
Einige wollten auch schieben, was wir aber nicht so toll fanden.
Wie du schon richtig bemerkt hast ,verlierst du dann die Kontrolle übers Rädle und kommst ins **SCHLINGERN**


LG Heinz
842 Beiträge · seit 201024. Okt. 2015 · #223
Hallo Heinz,

ich folge weiterhin mit großem Interesse !!! 🙂

Deine Bilder - vor allem die Portraits - sind genial !
Die Landschaften sind auch nicht übel ... 😉

Weiter so ! Hoffentlich seid Ihr noch ein bisserl unterwegs ...

LG Antje
Themenstarter1'920 Beiträge · seit 200825. Okt. 2015 · #224
2.8.2015 Tag 15


Nachdem wir schon einige Tage auf Pad sind, gönnen wir uns heute einen Ruhetag. Ruhetag heisst, der Drahtesel hat heute frei. Die Nacht ist leider nur von kurzer Dauer, denn früh morgens brüllt der Muezzin unaufgefordert in die Landschaft..Beten ist besser als schlafen.....Ach l*** mich, ich will meine Ruhe, denk ich mir im halbschlaft......Nachdem wir den Muezzin unbeschadet überstanden haben, wollen wir uns an dem Frühstückstisch erlaben. Leider stellt sich das angeboten Frühstück als Fake heraus, denn außer Marmelade und trockenem Brot gibt es nixx.
Heute wollen wir das Murambi Genozid Memorial besuchen. Im Vorfeld hatte ich schon einiges im Netzt in Erfahrung bringen können ,und war dementsprechend neugierig, was da auf mich zukommt
Das Memorial liegt ca.6Km entfernt von unserer Unterkunft. Die ersten Meter legen wir per Petes zurück, dann entscheiden wir uns die Marktwirtschaft ein wenig anzukurbeln ,und ordern einen lokalen Transport. Für 200 RF umgerechnet 26 Cent gönnen wir uns ein Fahrradtaxi. Alleine die 2,5 KM sind ein Abenteuer für sich. Man bekommt alles hautnah mit, man merkt, dass der Fahrer des Fahrradtaxis schon einige Touren hinter sich hat, dementsprechend ist auch sein Körperduft. Ich bin froh , als uns der Fahrrad Kurier unbeschadet am Memorial absetzt.













Das Memorial liegt auf einer kleine Anhöhe, ursprünglich wollte man hier eine technische Universität erbauen . Das Areal wurde nie fertiggestellt.
Hier wurden die Tutsies aus den umliegenden Regionen unter heimtückischen Vorwand zusammengetrieben und bestialisch abgeschlachtet. Die Torsos der abgeschlachteten Tutsis wurde wieder ausgegraben und einbalsamiert, und auf Holzgestellen aufgebahrt. In den Gesichtern der Leichen kann man stellenweise die Angst erkennen. Für mich unvorstellbar, welch grausame Bestien hier am Werk waren.
Ich bin fassungslos, und voller Entsetzen zu was der Mensch alles fähig ist. Nach 2h verlassen wir das Gelände, sichtlich geschockt und komplett sprachlos,












GRUFFT:hier liegen unzählige Leichen in Massengräbern. An Gedenktagen wird die Gruff für Feierlichkeiten geöffnet


Masssengrab8 4m tief): aus denen wurden die Leichen ausgegraben , und anschleissend auf den Holzbänken aufgebahrt.

























Immer noch sehr sehr nachdenklich machen wir uns auf den Rückweg. Dieses mal zu Fuss.Unsere Nasen sind zu empfindlich fürs Fahrrad Taxi.
Unweit der Genozid Gedenkstätte befindet sich eine Kirche, an der wir unwillkürlich vorbei kommen. Da heute Sonntag ist, versammel sich die Menschen aus der umliegenden Region zum Gottesdiensts. Der laute Gesang erweckt unsere Neugierde, und wir werfen einen Blick ins Innere der Kirche,
Dies blieb natürlich nicht unbemerkt ,und keine 10 Sekunden später stand ein **Gläubiger** neben uns, frage u nach unserem Anliegen. Danach bat er uns am Gottesdienst teil zu nehmen. Auf den liebevoll gemeinten Vorschlag, in der vordersten Reihe platz zu nehmen lehnen wir danken ab, und entschieden uns im hinteren Teil der Kirche Platz zu nehmen.
Keine 10 Sekunden später gesellte sich ein netter Herr und eine nette Dame zu uns, um die Predigt des Geistlichen ins englische zu übersetzen. Als erstes wurden wir von dem Pfarrer persönlich begrüßt.
Wir standen auf , um die Gemeinde mit einem **AMAKURU** zu begrüßen. Sichtlich erfreut, über die weißen Zuhörer er widerte die Gemeinde mit einem **AMAKURU MESSA** die Neuankömmlinge.
Der Ablauf des Gottesdienstes ist strickt geregelt .Am morgen findet die Messe für die Kinder statt, danach die der Erwachsenen. Heute war ein besondere Gottesdienst, denn das Brautpaar das letze Woche geheiratet hatte, bedankte sich für die Geschenke.
Danach wurden die Neuigkeiten der letzten Tage verkündet. Da es keine Tageszeitung gibt, verbreitet die Kirche die News of the week. Zum Abschluss des Gottesdienste kam der abgefahrenste Teil, Sowas kannte ich bislang noch nicht. Die Bürger aus der umliegenden Region spendeten Lebensmittel und Sachwerten ,die am Ende des Gottesdienstes für einen gutenZweck in der Kirche versteigert wurde.Leider war mein Kiruandisch nicht so gut,um and er Versteigerung teilzunehmen. Schade eigentlich, denn ich hätte gerne was dazu beigetragen.
Der Erlös der Versteigrung wurde für die neu angeschafften Kirchenmöbel verwendet.... Absolut abgefahren. Nach dem Ende des Gottesdienstes kamen die Ältesten auf uns zu ,und schüttelten uns die Hände, umarmten uns und bedankten sich für unseren Besuch in Ihrer Gemeinde. Ich fühlte mich sichtlich zwiegespalten..Keine 500 Meter entfernt, die abgeschlachteten Torsos , und hier die liebevollen und herzlichen Ruander auf der anderen Seite.






zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2015
3'383 Beiträge · seit 200925. Okt. 2015 · #225
Hallo Heinz,

hab mal in Deinen RB grad ein wenig reingeschnüffelt.

Also, ich meine das natürlich positiv: Du bist schon ein "verrückter Hund"!!!

Allen Respekt, das ist toll, was Du da für eine Reise unternimmst. Hut ab vor Euch und ich bin schon sehr gespannt, was Euch noch alles für Abenteuer winken.

Herzliche Grüße

der bayern schorsch
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4'129 Beiträge · seit 200825. Okt. 2015 · #227
ich weine
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
1'737 Beiträge · seit 201025. Okt. 2015 · #228
Danke Heinz, dass Du uns sehr eindrücklich die schönen Seiten Ruandas zeigst, uns aber auch in das dunkelste Kapittel des Landes mit nimmst. Ich denke, in diesem Raum selbst zu stehen - man kann es eigentlich nicht wirklich aushalten.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
538 Beiträge · seit 201225. Okt. 2015 · #229
Hallo Heinz,
er ist erschütternd, Dein Bericht über den Genozid an den Tutsi! - Und hat die Welt etwas dazugelernt? - Die Hoffnung ist minimal, nicht nur dort, überall, fast überall!

Rolf
Themenstarter1'920 Beiträge · seit 200826. Okt. 2015 · #230
fotomatte schrieb:Hi Heinz,

was für ein Kontrast. 🙄 😊

sprachlose Grüsse,
Matthias
lilytrotter schrieb:ich weine
Botswanadreams schrieb:Danke Heinz, dass Du uns sehr eindrücklich die schönen Seiten Ruandas zeigst, uns aber auch in das dunkelste Kapittel des Landes mit nimmst. Ich denke, in diesem Raum selbst zu stehen - man kann es eigentlich nicht wirklich aushalten.
rolfhorst schrieb:Hallo Heinz,
er ist erschütternd, Dein Bericht über den Genozid an den Tutsi! - Und hat die Welt etwas dazugelernt? - Die Hoffnung ist minimal, nicht nur dort, überall, fast überall!

Rolf
Das Eine ist zu wissen was sich in den 100 Tagen abgespielt hat,(Medienberichte,Youtube,usw)
Das Andere ist zu sehen. Die **LEICHEN** , wie bestialisch manche zugerichtet sind.Gespaltene Schädel,zertrümmerte Gesichter, Torsos von Kleinkindern. Hinzu kommt noch die Erzählung von Betroffenen,Zeitzeugen **UNFASSBAR**

Ich ertappte mich des öfteren , wenn ich **ÄLTERE** Leute geshen haben-,mich zu hinterfragen- ob sie **Täter** oder **OPFER** sind
Themenstarter1'920 Beiträge · seit 200826. Okt. 2015 · #231
rolfhorst schrieb:Hallo Heinz,
er ist erschütternd, Dein Bericht über den Genozid an den Tutsi! - Und hat die Welt etwas dazugelernt? - Die Hoffnung ist minimal, nicht nur dort, überall, fast überall!

Rolf
Das bestialischte Tier ist der Mensch. Das wird sich wohl NIE ändern.
382 Beiträge · seit 200626. Okt. 2015 · #232
Hallo Heinz,

danke für die beeindrucken Bilder aus Murambi.
Wir können sehr gut nachvollziehen wie Ihr Euch bei diesem grausamen Anblick gefühlt.
Wir finden es trotzdem gut, das Ihr Euch der Geschichte gestellt habt und Euch auch diesem dunklen Teil der Geschichte Ruandas nicht verschlossen habt.
Wir Du schon sagst, Bilder und Geschichten über die Zeit zu sehen und hören ist schon erschreckend genug, aber dann die, unserer Meinung nach beeindruckend hergerichteten Gedenkstätten zu besuchen und mit den Überlebenden zu reden ist noch einmal etwas ganz anderes und lässt einem zusätzlich noch kältere Schauer über den Rücken laufen.

Danke fürs berichten
LG
Christian
6'369 Beiträge · seit 201126. Okt. 2015 · #233
Hoi Heinz
Bloke schrieb:Ich ertappte mich des öfteren , wenn ich **ÄLTERE** Leute geshen haben-,mich zu hinterfragen- ob sie **Täter** oder **OPFER** sind
Obwohl wir auf unserer Reise bewusst nicht die Genozid-Gedenkstätten besucht haben blieb der Gedanke immer im Hinterkopf...ich hab mich das auch viel gefragt!
Ich denke, wenn so was geschiet kann man das als empathiebegabter Mensch nicht ausblenden...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'059 Beiträge · seit 200626. Okt. 2015 · #234
Hallo Heinz

Kann sehr gut nachfühlen, wie es euch ergangen ist. Mir ist das damals auch unglaublich eingefahren beim Besuch eines solchen Memorials. Da wird einem echt anders und ich weiss noch, wie es Stunden gedauert hat, wenigstens diese extreme Beklemmung wieder etwas los zu werden. Das ist so eine kranke Scheisse, die dort passiert ist, das kann man auch nicht "fassen", wenn man vor Ort war und sich so eine Gedenkstätte mal angeschaut hat. Einfach unvorstellbar.

Ich finde aber, dass es halt auch dazu gehört, sich mit dem Genozid etwas auseinander zu setzen, wenn man dieses Land schon besucht.

Am meisten geblieben ist mir aber die Begegnung mit einem jungen Mann, der beide Elternteile im Genozid verloren hat, er und seine Geschwister konnten rechtzeitig nach Tanzania gebracht werden. Er hat recht offen darüber geredet und einige "Geschichten" zum Besten gegeben. Jenseits...

Abgesehen davon: dein Bericht ist einfach nur geil - ich liebe es!

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
Themenstarter1'920 Beiträge · seit 200826. Okt. 2015 · #235
genauso unfassbar ist für mich, dass Opfer und Mörder wieder Tür an Tür leben.
Ich weiss nicht ob ich damit umgehen könnte, wenn mir jeden Tag der Mörder meiner Eltern, Geschwister über den Weg läuft,und sich mit den Worten entschuldigte :Sorry das war nicht richtig was ich damals gemacht.
Die Niederschriften in den Gedenkstätten sind purer Horror.


Ich hab mich in einer Kneippe mit einen **gebildeten Ruander** bezüglich Genozid unterhalten, und er hat auch kein Blatt vor den Mund genommen. Die Menschen wurden regelrecht manipuliert und einer Gehirnwäsche unterzogen. Vom Radiosender wurde das Volk aufgehezt und stellenweise durchgegeben wer grad wo im Auto unterwegs ist, und man solle die Person beseitigen.





Off Topic, was mich aber auch sehr nachdenklich macht
Wenn Löwen oder Nashörner gewildert werden oder sonstiges Trophäen Tier ist der Aufschrei riesigen gross , (Find ich auch zum kotzen,und man sollte hart durchgreiffen)
Wenn Völklermorde statt finden nimmt man das zur Kenntnis.
zuletzt bearbeitet 26. Okt. 2015
Themenstarter1'920 Beiträge · seit 200826. Okt. 2015 · #236
chris p schrieb:Hallo Heinz,

danke für die beeindrucken Bilder aus Murambi.
Wir können sehr gut nachvollziehen wie Ihr Euch bei diesem grausamen Anblick gefühlt.
Wir finden es trotzdem gut, das Ihr Euch der Geschichte gestellt habt und Euch auch diesem dunklen Teil der Geschichte Ruandas nicht verschlossen habt.
Wie Du schon sagst, Bilder und Geschichten über die Zeit zu sehen und hören ist schon erschreckend genug, aber dann die, unserer Meinung nach beeindruckend hergerichteten Gedenkstätten zu besuchen und mit den Überlebenden zu reden ist noch einmal etwas ganz anderes und lässt einem zusätzlich noch kältere Schauer über den Rücken laufen.

Danke fürs berichten
LG
Christian
Ich finde es auch gut, dass es diese Gedenkstätten gibt und die Schandtaten nicht einfach dem Zahn der Zeit überlassen werden.
Der Anblick der Toten ,die Geschichte die sich dahinter verbirgt ist ein Horror szenario ohnes Gleichen, aber nur so wird einem immer wieder ins Gedächtnis gerufen, was damals passierte,und dass sowas nie weider passieren darf.

Ich denke, dass wir Menschen daraus LEIDER nichts gelernt haben bzw lernen werden, und dass sich sowas in irgendeiner Form immer wieder holen wird .
4'129 Beiträge · seit 200826. Okt. 2015 · #237
Hi, Bloke,

wir zollen eurem Mut Respekt, sich die Gedenkstätte anzusehen!
Denn man muss sich schon überwinden, sich diesem Schrecken auszusetzen!
(Ein wenig meinen wir eure Gefühle nachempfinden zu können, - war es doch für uns vor einiger Zeit ein sehr belastender Gang zu einer KZ-Gedenkstätte in Polen. Ein schrecklich trauriger Tag und auch der Tag danach und immer wenn wir intensiv daran denken - und das ist gut so! Man darf es NIE vergessen!)

du schreibst:
Wenn Völklermorde statt finden nimmt man das zur Kenntnis.
Zum Glück nicht nur so banal.
Es gibt immer Menschen, die sich nicht trauen, so etwas unfassbar Schreckliches an sich ran zu lassen, weil sie sich fürchten und keinen Umgang damit finden.
Da aber der Mensch zum Glück ein soziales Wesen ist und eben nicht auf eine, wie auch immer geartete „Begabung“ hoffen muss, um empathiefähig zu sein, hat die Menschheit durchaus Chancen: Man kann durch Bildung und Erziehung, Bewusstsein und Empathie wachsen lassen.
Denn Empathie ist eine soziale Fähigkeit und zum Glück erlernbar! Und in Ruanda gab es gute Hilfe internationaler Fachleute, sie gehen mit ihrem Schrecken und ihrer Schuld bewusst um und man kann, auch von außen betrachtet, durchaus begründete Hoffnung für das Land sehen.
Letztlich könnte die gelungene Verarbeitung dieses entsetzlichen Ausbruchs von Unmenschlichkeit eine Chance für ein wirklich demokratisches Miteinander der Ruander sein, nämlich sich endgültig von den schlimmen Auswirkungen des Tribal-Systems zu lösen, der entscheidend gefährlichen Geißel Afrikas.

immer noch traurigen Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 26. Okt. 2015
538 Beiträge · seit 201226. Okt. 2015 · #239
Hallo Heinz,
auf der Suche nach einer Erklärung dafür, wie es nur möglich ist, dass Menschen untereinander zu derart bestialischen Gräueltaten fähig sind, finden sich einige Antworten in der "Aggressions Forschung".
Der Amerikaner "Phil. Zimbardo" hat als einer der Ersten die psychologische "Mechanik" für das Versagen aller sozialen Hemmschranken beschrieben. Vielleicht magst Du mal reingucken, hier ein kurzgefasstes Beispiel aus dem Netz:

https://de.wikipedia.org/wiki/Stanford-Prison-Experiment

Im Übrigen: Wir Europäer sollten uns nicht zu sicher fühlen, als junger Kerl habe ich mal den "Duomont bei Verdun" besucht, ein Schlachtfeld aus dem 1. Weltkrieg. Diese erschütternden Bilder bin ich bis heute nicht losgeworden - und das ist gut so!


Viele Grüße,
Rolf
Themenstarter1'920 Beiträge · seit 200827. Okt. 2015 · #240
3.8.2015 Tag 16


Heute geht es zeitig los. Unser Tagesziel ist Nyanza, und das wollen wir noch vor Sonnenuntergang erreichen. NAchdem wir Nyamagabe verlassen haben geht die ersten KM nur bergab. Eine echte WOhltat für unsere Beine. Die Landschaft ändert sich zunehmend. Die steilen Berge verschwinden, wir kommen ins Flachland Ruandas. Was auch immer flach in dem Fall bedeutet, die Steigungen sind nicht mehr so lang und so steil. Die Landwirtschaft nimmt wieder zu. Teeplantage an den Steilhängen ohne Ende. In den Tälern wird hingegen Reis angebaut, da die Gegend hier sehr feucht ist.
















Kurz vor Huye treffen wir auf eine grosse Anzahl von Arbeitertrupps die entweder im Strassenbau, oder auf den Reisfeldern tätig sind. Schnell finden wir heraus, dass es sich hier um Strafgefange handelt, die Arbeitseinsatz haben. In Huye kommen wir noch am örtlichen Gefängnis vorbei.












Wir scheinen hier in einer wohlhabenderen Gegend zu sein, denn es sind überwiegend feste Häuser zu sehen. Nach Kinuhura treffen wir auf eine Reisfabrik (oder wie man dazu sagen soll). Die Frauen arbeiten,und die Männer kraulen sich dabei die Eier, oder wie man das nixx tun beschreiben soll. In Mühsamer handarbeit wird die Streu vom Reis getrennt. Maschinen hierfür sehe ich keine.In Ruanda arbeiten überwiegend die Frauen, Männer arbeiten zu sehen ist sehr selten. Auf meine Frage , was die Männer den ganzen Tag machen , meinte Jalia (Managerin vom Mamba Club) they looking for money.












Kurz vor Nyanza fahren 2 Rennrad Fahrer zu uns auf. Natürlich wollen die Junxx wissen was wir machen und wohin wir fahren. Schnell stellt sich heraus, dass die 2 für`s Juniorteam Ruandas fahren. Das Material ist nicht mehr das neuste, aber für afrikanische Verhältnisse auf dem neusten Stand. Die Junxx sind auf dem Schulweg, welchen sie gleichzeitig als trainingsfahrt nutzen. Die Schule befindet sich in Gitarame, Trainings Pensum für die Junxx 50 KM anfahrt und 50 Km abfahrt. Die Junxx wesentlich schneller unterwegs als wir machen keinen Anstand von dannen zu ziehen, sondern interessieren sich für uns und unser Material. In Ruhuha trennen sich unsere Wege. Leider kann ich die Junxx materialtechnisch nicht Supporten. Für eine Kleinigkeit reicht es doch, und wir spenden 2 Radschläuche und meinen Helm. Radjab kann sein Glück gar nicht fassen und bedankt sich immer wieder **I`m so happy,I´mso happy**






Zum Abschluss wird natürlich noch verglichen, wer den GRÖSSTEN hat




Wir sind heute gut unterwegs, und schlagen am Frühnachmittag in Nyanza auf.Wir entschliessen uns hier eine Bleibe zu suchen, obwohl wir noch genügend Zeit für 50-60 KM hätten.
Tagespensum 70 Km bei grad mal 900 hm...
Wir checken im Dayenu Hotel ein.30.000 RF für ÜF.Schnell stellt sich herraus, dass der Schuppen nicht das verspricht, was er zu seinen scheint. Kein Warmwasser, Wlan funzt nicht,und die Toilette ein Erlebnis für sich. Wenn man sich den Arsch nicht an der Toilettenbrille aufreist, so besteht die Gefahr dass man auf dem stillen Örtchen von der Schüssel fällt, denn diese hat ein sehr starkes rechts Gefälle. Das Gute daran ist, dass die Schüssel sehr nahe an der Wand ist, und man sich bei seinem Geschäft mit dem Kopf an der Wand abstützen kann.
Immer wieder stosse ich auf die selbe Thematik...Instanthaltungen Reparaturen oder Nachhaltigkeit kennt man hier nicht, es wird irgendetwas **gepfuscht**und seinem Schicksal überlassen. Im Gegenzug würde man gerne am **GROSSEN HONIGTOPF** mitnaschen, hat aber keinerlei know how hierfür.













Heute ist in Nyanza Markttag, und wir schlendern durch die Markthallen. Es ist immer wieder ein großes Erlebnis, da man versucht uns allerlei Schnickschnack aufzudrehen. Was bitteschön wollen wir mit einem Huhn oder einem sack Mehl anfangen. Ein Metzger will uns sogar **FRISCHES FLEISCH** verkaufen. Das Tier welches es mal war ist so nicht mehr zu erkennen: Alleine bei dem Anblick und bei dem Geruch haut`s mich fast aus den Latschen . Ich beschließe für heute Vegetarier zu sein....













zuletzt bearbeitet 27. Okt. 2015