23.7.2015 Tag 6Mit afrikanischer Pünktlichkeit fährt unser Taxi um 8:20 vor. Unser Zimmer haben wir zuvor geräumt,und unsere Räder samt restlichem Gepäck im Bethany Center sicher verstaut.
Die Grenze zum Kongo ist grad mal 4 Km entfernt, also dementsprechend kurz ist auch die Fahrt mit dem Taxi.

John erwartet uns bereits. Die Warteschlange an der Ausreise aus Ruanda ist kurz, und in nullkomma nixx sind wir aus Ruanda ausgereist.

Wir gehen direkt zum Einreiseschalter, wo wir unsere Pässe samt Visavordruck abgeben. Inzwischen kommt ein anderer Officer und verlangt nach unseren Geldfieber Ausweis.

Ich möchte Fotos machen ,aber irgendwie ist mir die Sache zu heiss, wer weiss was passiert, wenn die Grenzer mich dabei erwischen.
Ich frage John ob die Junxx hier entspannt sind, wenn man fotografiert.Er muss es ja schliesslich wissen, denn er ist ja Kongolese.
No Problem ,you can take fotos. Hmmmm, ganz wohl ist mir trotzdem nicht dabei, denn ich hab keinen Bock abgeführt zu werden. Aber der Paparazzi in mir ist starker, also fange ich an zu knipsen.


Grenzbeamten kontrolieren die Einreisenden


Es dauert keine 2 Minuten steht auch schon ein Grenzbeamter neben mir und redet auf französich auf mich ein.

Genau jener welcher hat mich **erwischt**
Er deutet, dass ich IHM bitte folgen soll. Na super, alles richtig gemacht.
Ich rufe John hinzu und sage ihm, dass er sich um die Sache kümmern soll
...
.Ich bin raus 😎 .... Beide reden in kongolesisch, dann muss John mit dem Officer mitkommen. Nach 10 Minuten kommt er zurück,
No fotos anymore. 😣
Inzwischen haben wir auch unser Visa im Ausweis. Dann gehts rüber zur Gelbfieber Kontrolle. Wir müssen noch ein paar Daten angeben...
Whats your Profesional..Plumber..Don´t understand.P-L-U-M-B-E-R wiederhole ich..Sorry, don`t understand.O.K.. I´m Jornalist...Ahhhhhh.......Now i got it. 😉
Nach dem ganzen Papierkram werden wir mit der Laserthermometer beschossen. Alles O.K...36,8 Grad...Welcome to Kongo.
Wir fahren direkt zur Base des Virunga NP. Zuvor gehts aber noch durch Goama.
Goma ist ein Drecksloch. Es stinkt und ist dreckig. Der Müll liegt am Strassenrand, oder wird verbrannt. EIn drunter und drüber. Hier werden die Waren nicht wie in Ruanda auf dem Rad transportiert, sondern auf überdimensionalen Holzrollern.
Echt fantastisch anzusehen, mit welchem geschickt die Junxx die überdimensionalen Karren aussteuern. Unterwegs begegnen uns unzählig bewaffnete UNO Blau Helm, mit schwerem Geschütz. Militär und Polizei sind hier an der Tagesordnung.
Kurz nach Ortausgang Goma müssen wir durch eine Straßensperre, oder besser gesagt, wir müssen 4 US Dollar Straßen Gebühr bezahlen. EIne Strasse die vermutlich nie gebaut wird. Seit geraumer Zeit sind wir auf der erkalteten Lava unterwegs die 2002 Goma platt gemacht hat unterwegs.











Nach 45 Min erreichen wir das Base camp .Wir sind die ersten ,und dementsprechend schnell ist der Papierkram erledigt.
Nach uns kommen noch 4weitere Personen dazu. Insgesamt zahlende 6 Leute die auf den Vulkan wollen. Nachdem wir unsere Permit bekommen haben, gibts noch eine kurze Unterweisung.
Wir heuern uns noch einen Träger für je 24 US $ an,und für 5 US $ kaufen wir noch Jakkals. Die anderen 4 buchen das volle Paket, mit Essen und Koch....


Die Strecke bis zum Grat beträgt 8 KM, der Höhenunterschied ist 1500 hm. Um 11 Uhr starten wir unsere Mission Nirongongo Vulkantrekking.
Die ersten KM gehen wir durch dichten Wald, und sind gut zu gehen. Auf 2250 hm ist das erste Base, wo wir einen geplanten Stopp einlegen. Insgesamt gibt es 4 sogenannte Base, an denen planmäßige Stopps eingelegt werden. Nachdem wir **GEBASED** haben verlassen wir den dichten Wald uns bewegen uns auf dem Lavageröll vom Ausbruch 2002. Der Untergrund ist schwer zu gehen und scharfkantig. Auf 2520 erreichen wir Base2.

Unterwegs kommen wir an der Ausbruchsstelle vorbei, wo 2002 die Lava ausgetreten ist .Mit 100 Stundenkilometer floss die Lava Richtung Goma . Base3 liegt auf 2755m,mit freier Sicht auf den Vulkan. Inzwischen wird der Anstieg immer steiler. Auf 3225m erreichen wir Base 4.. Um uns herum kann man bis nach Goma sehen, und die umliegenden Vulkankrater.
Ab jetzt gehts ordentlich zur Sache. Die Temperaturen sind merklich kühler geworden. Wir sind noch 250 HM unterhalb des Kraterrands. Die Übernachtungshütten sind von Weitem schon zu sehen. Der aufsteigende Schwefel mit seiner Schwefelfahne begrüßt uns. Da muss also der Eingang zur Hölle denke ich mir. Nach insgesammt 6h erreichen wir den Kraterrand.








Wir beziehen gleich die*first sweet*, keine 10m unterhalb des Kraterrandes. Die Hütten sind in einem erbärmlichen Zustand. Das Dach ist kaputt, das Holz stellenweise verfault. Typisch Afrika. Die Hütten wurden leider NICHT dern Anforderungen auf 3500 m angepasst.
Eigentlich sehr schade, denn das ganze gschäffd war für die Katz.


Dann endlich der große Augenblick,auf den ich mich schon seit einer Ewigkeit freue. Ich werfe einen BLick über den Graterand und sehe unter mir in einigen hundert Meter Entfernung den Lavasee.WOW..WOW..WOW.. Ich bin beeindruckt über das grandiose Naturschauspiel.
Ich freue mich schon auf die Nacht, denn da wird das ganze Spektakel noch extremer.


Nachdem ich mich erstmals satt gesehen ha, gehe ich zur Schutzhütte und richte meine Nachtquartier ein. Inzwischen brennen auch die Jakkals, eine richtig gute Entscheidung diese mitgenommen zu haben. Einerseits tut die Wärme hier oben sehr gut, und anderer seits konnen wir dort unser Abendessen zubereiten.


Inzwischen ist es fast dunkel. Der Wind pfeifft uns ordentlich um die Ohren.
Es ist schweinekalt. 3-4 Grad. Aber kein Paradies ohne Schlangen. Als es vollends dunkel ist, setzte ich mich bewaffnet mit dem Schlafsack und mit meiner Wärmedecke an den Kraterrand . Jetzt erst kommt die ganze Schönheit des Nirongongo zu Geltung. Unter uns brodelt es wie in einer Hexenküche. Ab und an durchbricht die flüssige Lava die Kruste. Die Lava schlägt Wellen, ich bin hin und weg.
Die Schwefelschwarten ziehen in rötlicher Farbe zum Himmel. Ein Ort nicht von dieser Welt. Wer die Möglichkeit hat, solch einen Ort zu besuchen, sollte es tun. Wer schon einmal dort war, der weiss von was ich spreche.
Nach 3h Höllen und Hexenkonzert begebe ich mich durchfroren in mein Schlafgemach.
Ausser meiner Nase schaut nichts mehr aus dem Schlafsack. nach kurzer Zeit ist es mollig warm ,und ich schlafe wie ein Stein.






