Carmen on tour schrieb:Carsten Möhle schrieb:
Eigentlich sind die Autoverleiher gehalten, Ihre Fahrzeuge, die für Simbabwe genutzt werden, vorab beim Simbabwezoll anzumelden und die Gebühr zu bezahlen. Das das lebensfremd ist, da der Autoverleiher nicht auf Verdacht alle Fahrzeuge für Simbabwe registrieren kann, ist uns klar.
Eine Gebühr von 120 US$ für einen neuen Landrover 110 Defender kann also durchaus sein.
Hallo Carsten ... Ich finde das nicht so klar und vor allem nicht sehr kundenfreundlich!
Ist diese Gebühr ( Commercial Vehicle Guarantee ) bei jeder Einreise von neuem zu entrichten,oder hat sie eine gewisse Gültigkeit wie das Visum?
Lg Carmen
Warum wird dieser Blödsinn jetzt auch noch zitiert?
Diese "Gebühr" ist frei erfunden. Und sie ist definitiv -
laut Aussage der Zimbabwe Revenue Authority -
KEINE von Staat verlangte Voraussetzung für die Einreise mit einem Mietwagen!!
Was man benötigt ist hier einzusehen:
http://www.zimra.co.zw/index.php?option=com_content&view=article&id=1237&Itemid=149Hinzu kommt eine Insurance von aktuell (September 2012) 20 USD, da, wie hier richtig bemerkt wurde, ausländische Versicherungen in ZIM nicht anerkannt werden.
Sämtliche Gebühren hängen offiziell und gut sichtbar am Schalter im Office aus und werden von uniformierten Grenzbeamten hinter dem Schalter erhoben!
Das ergab in unserem Fall (Toyota Hilux 2,5l D) Grenzübergang Kazungula:
ROAD ACCESS FEE: 20 USD
CARBON TAX : 15 USD
INSURANCE : 20 USD
------------------------
Gesamt 55 USD
Diese "Commercial Vehicle Guarantee" ist reine Abzocke und davon abgesehen wertlos.
Und nochmal ganz deutlich: Sie ist
KEINE Einreisevorraussetzung!!
Im Vorraum des Office lungern dann 1-2, für ZIM-Verhältnisse schon fast dekadent gekleidete Gestalten herum. Natürlich in zivil, mit selbstgebastelten Plastikausweisen an der Hemdtasche.
Versicherungsgeber ist angeblich eine Ltd. aus Harare, die überhaupt nicht existiert.
Das einzige Problem war bei uns, das wir nach Erledigung der Grenz- und Visaformalitäten von dem offiziellen Bürogrenzer mit den Worten "This man can help you" richtung Versicherungsvertreter bedeutet wurden.
Auf meine Frage, warum er diese "Abgabe" kassiert und nicht jemand offizielles in Uniform hinter der Scheibe (ist ja auch bei der richtigen Insurance der Fall),
fiel ihm dann auch nicht viel mehr ein, als uns sein Heft zu zeigen, in dass er seine bisherigen Opfer fein säuberlich eingetragen hatte. Frei nach dem Motto: Die haben ja auch bezahlt. Wurde ja hier auch schon beschrieben.
Scheinbar ist der Grenzer hinter dem Schalter auch an dem Geschäft beteiligt, denn unser Versicherungsvertreter verwies immer wieder auf ihn als Autorität, allerdings hütete sich dieser davor zu bestätigen, das es sich bei den geforderten 60 Dollar um eine von der Regierung offiziell festgelegte Gebühr handelte. Es kam nur unverständliches Gebrummel.
Folgender Tip zur Vorgehensweise:
Zunächst das Auto nicht direkt vor dem Fenster des Office parken, sondern ein gutes Stück davor, sollte kein Problem sein da meist viel los ist an dem Übergang)
Zuerst sicherstellen, dass man seine Papiere hat (Reisepass mit Visum darin, Nachweis das Carbon Tax, Insurance, Road Fee bezahlt wurden)Zunächst das Auto nicht direkt vor dem Fenster des Office parken.
Versicherung freundlich ablehnen. Der "Versicherungsvertreter" wird dann diskutieren wollen.
Freundlich aber standhaft bleiben. Dann behaupten, erst mit seinem Autovermieter telefonieren zu müssen oder ihn anderweitig vertrösten. Am besten dann, wenn gerade eine der laufend dort ankommenden Reisegruppen seine Aufmerksamkeit beansprucht.
Gemütlich ins Auto steigen, zum Schlagbaum vorfahren, dem Bewaffneten Grenzer dort Visa und Nachweise vorzeigen - passieren.
Kein Mensch fordert diese Commercial Vehicle Guarantee oder will sie sehen. Weder bei der Einreise, noch bei der Ausreise, und auch keine der Polizeikontrollen die es im Land gab.
Diese - in unserem Fall 60 verlangten - Dollar kann man sich wirklich sparen, auch wenn es einem vielleicht nicht weh tut. In ZIM ist das Geld jedoch ein kleines Vermögen.
Man rechne sich nur mal aus wieviel Geld dieser schmierige Typ macht, wenn er pessimistisch geschätzt nur 20 Autos jeden Tag abkassiert.
Die Alternative ist, man diskutiert das aus. Dazu kann ich keinerlei Erfahrungswerte beisteuern, allerdings dürfte das einige Zeit beanspruchen. Man kennt ja die typische Sturheit und Penetranz solcher gestalten.
Der eigentlich Grenzer am Schlagbaum war übrigens super freundlich.
Er wollte lediglich die Nachweise für Carbon Tax, Road Fee und Insurance sehen.
Auf meine ausdrückliche Frage: "You need anything else" kam als Antwort: "No, nothing, except you wannna buy me a cold drink". Das war als Scherz gemeint, und als ich dann tatsächlich 2 Cokes in der Baracke gleich hinter der Grenze für ihn gekauft habe hat er nicht schlecht geguckt und sich überschwänglich bedankt...
Und jetzt ein für alle mal die Gebühren:
Visum: 30 USD/Person
Auto:
ROAD ACCESS FEE: 20 USD
CARBON TAX : 6-30 USD (je nach Hubraum)
INSURANCE : 20 USD
Wer mehr bezahlt ist definitiv selbst Schuld, unterstützt zudem eine ziemlich plumpe Form von Korruption, und ermuntert solche findigen Geschäftsleute, die "Gebühren" künftig noch anzuheben.
Wo lässt sich sonst so leicht und schnell soviel Geld verdienen? Es kann sich ja mal jede(r) hier fragen, was sie/er so am Tag verdient...;)