I did it : Busrundreise durch Namibia !

Reisebericht 366 Antworten · 220k Aufrufe · gestartet 12. Mai 2011 von Champagner
563 Beiträge · seit 200926. Mai 2011 · #81
Hallo Champus,

Du schreibst :" Kann mir jemand weiterhelfen, um welchen Adler es sich handelt – ich hab mal wieder nicht aufgepasst"

Das ist ein Silberadler (Hieraaetus wahlbergi) 🙂

Lieben Gruß
Mike
zuletzt bearbeitet 26. Mai 2011
Themenstarter8'681 Beiträge · seit 201026. Mai 2011 · #82
@Fahamu: ich finds ja sogar hochinteressant, was sich da für Leute zusammenfinden und schau mir das als eine Art Fallstudie recht neutral an - meine Laune kann mir das in 99% der (Vor)Fälle nicht vermiesen. Zumal ich Realsatire liebe 😄 !

@Mike: vielen Dank. Ich werde deine Hilfe vermutlich später nochmal benötigen - kennst du dich auch mit Geiern aus?
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563 Beiträge · seit 200926. Mai 2011 · #83
Hallo Champus,

Du schreibst:"kennst du dich auch mit Geiern aus? "

auch da kenne ich mich aus.
Lieben Gruß
Mike
Themenstarter8'681 Beiträge · seit 201026. Mai 2011 · #85
Kiwi schrieb:Hallo Schampus,
lese deinen Bericht super gerne..
LG Kiwi
Danke danke - ich Deinen auch!!

Bin aber noch gar nicht fertig für heut - muss meine Pferdefotos zusammen suchen.....

Edit: fertig - gute Nacht!
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zuletzt bearbeitet 26. Mai 2011
5'479 Beiträge · seit 200927. Mai 2011 · #86
Wieder ein super Kapitel.
Champagner schrieb:
Und dann kommt leider ein völlig verpeilter Kommentar von Achim (und es sollte nicht sein letzter dieser Sorte sein) beim abendlichen Weg zurück zu unseren Doppelhäusern: "Also, ehrlich gesagt stimmt das Preis-Leistungsverhältnis bei dieser Reise nicht – die Unterkünfte sind nicht der Hit und die Ausflüge auch nicht". Da stehe ich nun und verstehe die Welt nicht mehr.....😮
Bei solchen Menschen frage ich mich immer, ob sie bei dem, was sie selbst zu verantworten haben, auch so hohe Maßstäbe ansetzen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 27. Mai 2011
315 Beiträge · seit 201027. Mai 2011 · #87
Hallo Champagner,

auch ich muss mich als Mitleser deines tollen Berichts outen. Herrlich die Erfahrungen solch einer Gruppenreise von außen zu betrachten. 😁
Auch ich bin eben erst aus Namibia zurückgekommen, wir saßen auf dem Rückflug im gleichen Flieger! Vielleicht hast du ja zu der lustigen Reisegruppe gehört, die wir bei der Gepäckausgabe und in der Wartechlange beim Zoll beobachet haben.
Ich hoffe ich finde in den nächsten Wochen auch die Zeit einen Reisebericht zu schreiben. Wir waren nur zu zweit unterwegs und haben die Hummeldumm-Gruppen immer nur aus einer gewissen entfernung betrachten können. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung deines Berichts, das ist besser als selbst dabei gewesen zu sein.

@ Mike:
Falls ich meinen Reisebericht schreibe, werde ich bei den geiern bestimmt auch auf deine Hilfe zurückgreifen müssen. 🙂

Viele Grüße
Daniela
Reisebericht Namibia im April/Mai 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/197974-namibia--auf-der-suche-nach-dem-leopard.html Reisebericht Namibia, Botswana & Zimbabwe im September/Oktober 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/267757-the-elephant-trail--namibia-botswana-a-zimbabwe.html Reisebericht: Namibia die Dritte: Spitzkoppe, Waterberg & KTP - September/Oktober 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/281896-namibia-die-dritte-spitzkoppe-waterberg-ktp.html Reisebericht: Tansania Northern Circuit & Sansibar 2015 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/289022-reisebericht-tansania-northern-circuit-sansibar.html#424977
Themenstarter8'681 Beiträge · seit 201027. Mai 2011 · #88
Steelers schrieb:Hallo Champagner,

wir saßen auf dem Rückflug im gleichen Flieger! Vielleicht hast du ja zu der lustigen Reisegruppe gehört, die wir bei der Gepäckausgabe und in der Wartechlange beim Zoll beobachet haben.

Daniela
Hallo Daniela, war da einer mit Tropenhelm (+ einem anderen Hut auf dem Kopf) dabei?? Echt jetzt, das ist kein Witz! Lustig waren wir da eigentlich nicht, eher kaputt, und dann noch das Drama mit dem Zoll, der nicht aufmacht... Außerdem sind wir bei der Gepäckausgabe schon nicht mehr zusammen gestanden *räusper* !

Schön, dass es noch einen Bericht geben wird - auch wenn ich jetzt so langsam aber sicher den Überblick verliere 😉

Gruß Schampus
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2'167 Beiträge · seit 200927. Mai 2011 · #89
Hallo Schampus,

Klasse, dein Bericht - vielen Dank dafuer! Ich lese ihn auch sehr gerne, weiter so, bitte!

Bei deinem Adler muss ich allerdings Mike widersprechen: das ist ein junger Kampfadler - Martial Eagle - Polemaetus bellicosus.
Der Silberadler - Wahlberg's Eagle kommt in der Gegend von Luedritz gar nicht vor...

Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
Themenstarter8'681 Beiträge · seit 201027. Mai 2011 · #90
maddy schrieb:Hallo Schampus,



Bei deinem Adler muss ich allerdings Mike widersprechen: das ist ein junger Kampfadler - Martial Eagle - Polemaetus bellicosus.
Der Silberadler - Wahlberg's Eagle kommt in der Gegend von Luedritz gar nicht vor...

Gruss aus Sodwana
Maddy
Jetzt wo du es sagst meine ich mich auch zu erinnern, dass Tulivu etwas von einem jungen Kampfadler erzählt hat - aber ich wusste nicht mehr, ob es dieser oder einer der zahlreichen vorbeifliegenden war, die man nicht fotografieren konnte. Also gibt es Kampfadler tatsächlich - der Name klang mir ein bisschen abstrus....frau lernt nie aus - danke 🙂 !
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 27. Mai 2011
563 Beiträge · seit 200927. Mai 2011 · #91
Hallo Maddy,
hallo Champagner,

Maddy liegt mit Ihrer Einschätzung vollkommen richtig! Dies ist ein junger Kampfadler.
Als Cécile mir das Bild zwischen Tür und Angel gezeigt hat, wusste ich nicht wo die Aufnahme entstanden war. Sie hat für mich den Beitrag geschrieben. Der Fehler liegt aber eindeutig bei mir. Für mein schnelles Urteil Asche auf mein Haupt.
Ich möchte aber ergänzen, dass Vögel in Regionen auftreten können, wo sie normalweise nicht heimisch sind. So habe ich einen Rußschmätzer oder Ameisenschmätzer(Myrmecocichla aethiops) im Etosha und bei Otjiwarongo fotografiert.

Liebe Grüße
Themenstarter8'681 Beiträge · seit 201027. Mai 2011 · #92
Hallo Mike,

ich wäre schon froh, wenn ich die lateinischen Namen richtig aussprechen könnte - daher überlasse ich solche Dinge hier den Fach-Männern und -Frauen! Ist doch gut, dass man zusammen zu einem Ergebnis kommt - Teamwork eben 😉

Aber damit ich nicht unwissend ins Wochenende starte: kannst du mir zufällig noch sagen, wie der Flattermann (es muss ein Mann gewesen sein, so wie der sich aufgeplustert hat *duck* 😛 ) in Lüderitz heißt? Damit du nicht blättern musst, hier ein Foto der ganzen Truppe:


IMG_0999.JPG


Danke schonmal!

Gruß Schampus
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563 Beiträge · seit 200927. Mai 2011 · #93
Hallo Champagner,

hier handelt es sich um Weissbrustkormorane (Phalacrocorax lucidus) (Englisch: African Great Cormorant; Afrikaans: Witborsduiker)

Liebe Grüße Mike
3'700 Beiträge · seit 200928. Mai 2011 · #94
@Champagner
Später fragt Birgit mit leicht vorwurfsvollem Ton bei uns nach einem Föhn – sie wäre ja schooon davon ausgegangen, dass bei diesen 4-Sterne-Unterkünften ein Föhn auf dem Zimmer eine Selbstverständlichkeit wäre (btw: wir sind nicht immer in 4***-Unterkünften). "Jetzt hob i meinen Kopf drei Dog ned gwoschn..."
In NAM kann man schon froh sein, wenn man eine Steckdose findet, welche die Schnur von Fön aufnimmt und wenn man dann noch mit der Strippe in die Nähe eines Spiegels kommen kann!

Ich lach mich schlapp! Bitte weiter so, Champagner. Du machst Deinem Nickname alle Ehre.

Herzliche Grüße und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 28. Mai 2011
45 Beiträge · seit 201029. Mai 2011 · #95
Hallo Champagner,

herzlichen Dank für Deinen tollen Bericht - superlustig, tolle Fotos und mit viel Humor, besser als Hummeldumm! Da komme ich ja fast ins Grübeln, ob unsere Familienrundreise im Juli (2 Erwachsene, 1 Kind) nicht etwas öde wird..... 😉
Nein, Spaß beiseite, ich glaube, ich reise doch lieber weiter auf eigene Faust (das Planen macht schon so viel Spaß) und labe mich dann lieber an den Gruppenreiseberichten anderer 😄
Ich würde ja zu gerne mal ein Foto von Achim mit Tropenhelm sehen 🤩

Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung, viele Grüße

Tukuliri
Themenstarter8'681 Beiträge · seit 201002. Juni 2011 · #96
Tukuliri schrieb:Hallo Champagner,


Ich würde ja zu gerne mal ein Foto von Achim mit Tropenhelm sehen 🤩

Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung, viele Grüße

Tukuliri
Also das mit dem Foto wird nichts, ich bin vorsichtig mit Fotos ohne Genehmigung (oje, jetzt klingelt sicher gleich das Telefon und Schwesterherz ist dran 😛, die hab ich nämlich auch nie um Erlaubnis gebeten!) - aber die Fortsetzung kann ich bieten:


Sonntag, 1. Mai 2011 – Horrorfahrt von Aus zur Sossusvlei Lodge


In der Nacht wache ich an einem Donnerschlag auf - ein Gewitter hängt über uns und es regnet kräftig. Beim Aufstehen morgens tröpfelt es noch, dann reißt der Himmel ein wenig auf.

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Wir machen uns Gedanken um die Fahrradfahrer, die gestern schon zahlreich eingetroffen sind und sich nun zur Mountainbike Challenge versammeln. An uns denken wir nicht!😐


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Zum Glück wissen wir bei dem wieder sehr leckeren Frühstück nicht, was auf uns zukommt! Wir haben eine 350 km lange Fahrt vor uns – und es ist nun für lange Zeit Schluss mit Teerstraße!

Die Piste, zuerst die C13, ist wieder recht schlecht, Andrea, die auch zu den Hinterbänklern zählt, zieht es vor, zusammen mit ihrem Nackenhörnchen bei uns vorne zu sitzen. Sie hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Operation an den Halswirbeln, da trägt das Gerüttel und Gehopse im Bus nicht gerade zur vollständigen Genesung bei... Die anderen bleiben wacker dahinten, obwohl es genügend Platz vorne gibt und Birgit wie jeden Tag ihren Sitz in der ersten Reihe wie Sauerbier anpreist (bitte merken!).

Tulivu bringt uns mal wieder zum Lachen, weil er bei jedem Flug über die Schlaglöcher nach der Landung mit erhobener linker Hand (kann dieser Mann nicht mit beiden Händen lenken? Bestimmt würde man so das eine oder andere Loch besser umfahren können) eine breites "Eeeeentschuldigung" durchs Mikro quetscht. Oft vergisst er danach, das Mikro wieder auszuschalten, und so werden wir Zeuge seiner ausgiebigen Stöhn-Arien, wenn sein armer Bus mal wieder unter der Piste leidet. Martin, der ja bekannt für seine wenigen, aber dann sehr trockenen Kommentare ist, meint bei einer Pause leise: "Mit diesem Gestöhne könnte er locker sein Geld als Synchronstimme für Sexfilme verdienen". Ab sofort kringeln wir uns jedes Mal vor Lachen, wenn Mister Guide mal wieder lautstark leidet! 😄

Es geht weiter nach Norden in Richtung Sossusvlei. Ich frage Tulivu mit meinem im Forum angelesenen Halbwissen, warum wir nicht die D707 fahren. Er grummelt irgendwas von schlechten Pisten und Regen. Okeee, dann eben nicht..... 😵

Schlussendlich ist es vermutlich egal, wo wir fahren – es wird immer hässlicher draußen, dunkle Wolken hängen am Himmel, ein recht stürmischer Wind peitscht das Gras.


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Kurz darauf sind wir In Helmeringhausen und machen eine Pause beim Hotel – in diesem Ort steppt der Bär.


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Und man fragt sich, wozu man hier ein Hotel braucht, das auch noch renoviert (erweitert, neu gebaut?) wird. Aber es ist sehr nett, wir trinken brav als Ausgleich für den kostenlosen WC-Besuch einen Kaffee – und wir shoppen. Ja, WIR – auch ich werde schwach! Ein sehr hübscher Curio Shop, schöne und dabei spottbillige Ware (wie soll eine Schwäbin denn da widerstehen können??) – und so wechselt eine kleine Giraffe den Besitzer – ich bin glücklich! Meine Schwester, die meine Schwäche für geschnitzte Holztiere kennt, frotzelt: "Ahhhh, die Bele braucht noch was fürs Kripperl!" (ein übriggebliebener Running-Gag aus unserer gemeinsamen Nilreise, bei welcher ein Bayer aus unserer damaligen Gruppe diesen Satz geprägt hat). 😉

Zurück zur Piste, inzwischen ist es die C14. Noch ist es "nur" ruppig, aber immer noch trocken.
Das soll sich aber schnell ändern – es fängt an zu tröpfeln, dann regnet es richtig. Die Piste verwandelt sich in ein rutschiges Etwas, man hat das Gefühl, dass der Bus keine Bodenhaftung mehr hat. Schmierseife in saharabeige..... Jawoll, genau so hatte ich mir Afrika vorgestellt! 😗


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Hier muss ich gestehen, dass ich ein echter Schisser bin, ich fahre ungern auf Schnee und vor allem Glatteis – warum bitte muss also gerade ich in einem Bus durch Namibia rutschen???? Das stand so nicht im Prospekt ! Dabei hatte ich doch vor dem Abflug mit Freude meine Winter- gegen Sommerreifen tauschen lassen.

Wir schlittern also weiter Richtung Maltahöhe. Der Bus macht was er will, zum Glück ist die Straße recht breit, so kann man ihm seinen Willen lassen in der Hoffnung, dass er irgendwie die grobe Richtung Nord beibehält. Tulivu gibt ihm einfach die Zügel frei – und das bei Tempo 80. Uns kommt der Verdacht, dass unser Guide ein verkappter Selbstmordattentäter ist. 😮

Endlich geht es links ab Richtung Sesriem – ein Blick auf die Karte zeigt, dass wir also schon ein großes Stück geschafft haben – bestimmt haben wir auch das Schlimmste hinter uns. Als geborene Optimistin rede ich mir die Situation schön: sicher, ganz sicher sind die Pisten in West-Ost-Ausrichtung völlig anders, nämlich viel besser als die von Süd nach Nord. Und diese Regenwand, die man dort drüben sieht, zieht bestimmt gerade ab. 🤪

Das mit dem völlig anders stimmt schon.... Inzwischen steht nämlich auch noch jede Menge Wasser auf der Schmierseife – super Kombination.


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Die Regenwand zieht weiter, natürlich genau in unsere Richtung.


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Es schüttet. Uns kommt kurz nach dem Abbiegen ein Kleinbus des gleichen Tour Operators entgegen. Die Fahrer kurbeln die Scheiben herunter und unterhalten sich mit sorgenvoller Miene. Bisher liefen solche Begegnungen wesentlich lustiger ab, finde ich...


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Mensch, denke ich, noch wäre die Möglichkeit umzudrehen und einfach Richtung Norden weiterzufahren, dort sieht man sogar ein bisschen Blau am Himmel, wenn man ganz genau hinschaut. Unsere Söhne sind doch noch so jung, mit 17 und 20 braucht man seine Eltern noch.... Aber Tulivu hat ja einen Auftrag zu erfüllen.

Er schaltet das Mikro ein (kommen jetzt die Lösegeldforderungen?):"Sie haben gesehen, die Straße (Straße???) ist recht schlecht, bitte schnallen Sie sich an, müssen wir heute ja noch zur Sossusvlei Lodge kommen, okeee?" Oweia, jetzt scheint es richtig ernst zu werden. Aber wenigstens hat er seine Waffe noch nicht gezogen.

Es wird immer leiser im Bus, jeder macht sich so seine Gedanken über sein Leben, die vergangenen Jahre ziehen am inneren Auge vorbei. Wir setzen schnell noch eine SMS an unsere Söhne ab. Martin schießt ein Foto von uns mit dem Kommentar: "Sie sehen hier die letzte Aufnahme der Meiers Reisegruppe Mai 2011....." Aber Tulivu hat doch Frau und Kind, er will bestimmt nicht so jung sterben, das kann einfach nicht sein.

Ich schiele zum Notausgang – es kann nie schaden, wenn man den genau im Blick hat – das lernt man doch schon im Flugzeug.


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Es kommt uns wieder ein Auto entgegen – von Ferne sieht der Fahrer schon, dass wir mit unserem eigensinnigen Bus eigentlich die ganze Fahrbahnbreite benötigen, also verschlägt er sich nach dem Motto "Der Klügere gibt nach" in die Büsche. Freundlich wie Tulivu nun mal ist (man erkennt Attentäter ja nie auf den ersten Blick) bedankt er sich mit einem Winken bei dem Fahrer - und verreißt dabei das Lenkrad, so dass wir plötzlich quer zur Fahrbahn, aber weiter in Fahrtrichtung schlittern. Tulivu lenkt dagegen, wir machen eine 180°- Drehung (B-Note 5,8) und rutschen andersrum weiter..... Jeder Richtungswechsel wird mit schrillen Schreien aus den hinteren Reihen quittiert – Erinnerungen an Katastrophenfilme werden wach. "PIN - Panik in Namibia" – "Traumreise SOA 737 in Gefahr"... oder so ähnlich. 🤩 🤢

Irgendwie bekommt Tulivu den Bus wieder in den Griff – so halbwegs zumindest und der Ritt geht weiter Richtung Zarishoogte-Pass.

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PASS !!! Wir Süddeutschen mit den Alpen in der Nähe wissen nur zu gut, was ein Pass ist. Oweia, bitte nicht auch noch das! Und warum stehen da Warnschilder? 🤩

Straßenarbeiter sind gerade bei der Mittagspause (haben sie wohl heute schon was gearbeitet? Sieht nicht danach aus), Tulivu befragt sie nach dem Zustand der Piste. Ja, was sollen die denn bitteschön sagen? Umdrehen? Den gleichen Horrortrip zurück? Und schließlich tun sie ja so als ob sie die Piste richten! Außerdem: SIE müssen da ja nicht runter... Logischerweise fahren wir also weiter, allerdings hält unser Guide dann doch kurz vor der Kante an – und teilt uns mit, dass er sich für uns opfern wird ( wie sollen wir das seiner Frau und seiner Tochter erklären??). Er wird den Bus alleine da runter fahren, wir sollen hinter ihm gehen, damit er uns nicht erwischt, falls er ins Rutschen kommt. Unsere Plastikbecher (die wir bei den Wildpferden bekommen hatten) sollen wir auch mitnehmen. Wie passt so etwas ins Bild eines Attentäters? Und warum sollen wir ausgerechnet die billigen Trinkbecher retten? Hallo, kann ich nicht noch schnell meinen Laptop aus dem Koffer holen??

Hey, da kommt Freude auf. Wie jeden Tag hat uns Mister Guide am Abend vorher nämlich erklärt, was für eine Strecke und welche Ausflüge vor uns liegen und welches Schuhwerk angebracht ist. Für heute gilt: keine festen Schuhe, alles easy! 😄 Also erscheint Achim im blütenweißen Jogginganzug (wie bitte kann man auf die Idee kommen, so etwas nach Namibia mitzunehmen???), meine Schwester hält sich auch genau an die Vorgaben und trägt Sandalen, ihre festen Schuhe sind im Koffer...
Wir ziehen, sofern vorhanden, schnell noch die Wanderschuhe an, steigen aus und sehen unseren Bus zum erstenmal in seiner neuen Farbe – er wurde heimlich umgespritzt, das Weiß war doch recht grell!

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Es regnet, der Boden ist aufgeweicht und schön rotbraun, Achims Traum in Weiß bildet kurzfristig (bis er auch umgespritzt wird) einen wunderbaren Kontrast zur schmutzbraunen Umgebung und der Matsch quillt durch Schwesters Sandalen. Ach wie schön ist Afrika...


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Der Pass ist eigentlich nur ein halber, denn wir sind nicht hochgefahren – es geht nur bergab – und das nicht mal besonders schwindelerregend. Unten sieht man schon unseren Bus, heil angekommen, und davor ein anderes Fahrzeug. Tulivu hantiert mit irgendwelchen Kanistern rum (Sprengstoff?), später erfahren wir, dass der andere Bus eine Panne hat und von uns Öl bekommt.

Als wir nass und dreckig unten ankommen empfängt uns Tulivu mit einer ...nein, nicht mit einer Schusswaffe, sondern mit einer Flasche Sherry, mit der er die Kristallplastikbecher füllt und so wärmen wir uns innerlich auf. Kann es sein, dass er doch nicht nach unserem Leben trachtet? Aber wie passt das zu seiner Fahrweise? 😕

Nachdem wir mit unseren Schuhen das Innere des Busses großflächig eingeschweint haben geht die Fahrt weiter bis zur Hammerstein Lodge. Unterwegs gibt es Spekulationen, ob diese Aktion "Passrunterlaufen" nun ein Gag war, eine Frische-Luft-und-Bewegung-Einlage oder ob es tatsächlich gefährlich war. Ehrlich gesagt wissen wir es bis heute nicht – Tulivu lässt sich nicht gerne in die Karten schauen.

In der Hammerstein Lodge treffen wir den Pannenbus wieder, er scheint endgültig den Geist aufgegeben zu haben.

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Nach einiger Wartezeit gibt es ein recht lustiges Touristen-Mittagessen, eine Kombi aus Sandwiches, kalten Nudeln, die man mit viel Fantasie als Nudelsalat bezeichnen könnte und schrumpeligen, weil zu lange gebratenen Wurstscheiben. Manche meckern – ich bin froh, dass ich überhaupt noch lebe und somit feste Nahrung zu mir nehmen kann – außerdem reichen mir die Sandwiches und die sind sehr lecker!

Den angebotenen Katzen-Besuch lehnen wir ab, uns ist nicht nach gefangenen Tieren und überhaupt wollen wir nur noch pünktlich und sicher in der Sossusvlei Lodge ankommen (und im Nachhinein wissen wir, dass andere weniger Glück hatten) – wir sind ja bescheiden geworden. So freuen wir uns auch über die Springböcke Nr.896 bis Nr.917 am Rande der restlichen Strecke (ein Tierfoto pro Afrikatag muss sein).

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Unser Ziel erreichen wir dann am Nachmittag nach einer zwar holperigen, aber nicht mehr so gefährlichen Fahrt bei inzwischen wieder strahlend blauem Himmel. 🙂 Was für ein Kontrast!


P1060112.JPG



Fazit: im Nachhinein kann man sagen, dass wir den Regentag clever im Bus verbracht haben – jetzt kann ich ja wieder große Töne spucken, ich habe überlebt!! 😉 Und Tulivus Auftrag hieß wohl: "Gäste pünktlich in der Sossusvlei Lodge abliefern!" Nicht mehr und nicht weniger... 😄
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2013
5'538 Beiträge · seit 200802. Juni 2011 · #97
Hallo Champagner,

danke für den schönen Vatertagsbeginn. Ich habe herzlich gelacht und überlege langsam ernsthaft, ob ich nicht auch mal so eine Rundfahrt mitmache.

Liebe Grüße
Gerd
Themenstarter8'681 Beiträge · seit 201002. Juni 2011 · #98
Gerd1942 schrieb:Hallo Champagner,

danke für den schönen Vatertagsbeginn.
Liebe Grüße
Gerd
Bitte, gern geschehn 😉

Aber lass mich doch erst noch meine Fotos hochladen....
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
1'247 Beiträge · seit 200902. Juni 2011 · #99
Champagner schrieb:Kurz darauf sind wir In Helmeringhausen und machen eine Pause beim Hotel – in diesem Ort steppt der Bär. Und man fragt sich, wozu man hier ein Hotel braucht, das auch noch renoviert (erweitert, neu gebaut?) wird.
Hallo Champagner
auch von mir ein herzliches Dankeschön für deinen Beitrag zum Vatertag. Und zu Helmeringhausen kann ich dich ein Stück weit aufklären: Die Farmer ringsum (Tsarisberge!) sind froh, wenn sie zwischendurch auch mal in die "Stadt" können. Und das Hotel dürfte als Ausgangsbasis für Ausflüge in eben diese Region ab und zu recht gut belegt sein.

Falls du je einmal allein unterwegs bist, kann ich dir die Gegend wärmstens empfehlen. Selber war ich vor zwei Jahren auf Namtib (schau im Bericht von Alex), aber auch Kooimasis und andere sollen sehr schön sein.

Ich freue mich auf die Fortsetzung!
lg Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
zuletzt bearbeitet 02. Juni 2011
1'309 Beiträge · seit 200902. Juni 2011 · #100
Hallo Champagner,
ab heute hast du eindeutig Tommy Jaud übertroffen, so spritzig und witzig ist dein Bericht geschrieben.
Da dein Kampf ums Überleben mit einem selbst- und fremdgefährdenden Tulivu außerdem vieeeel interessanter ist, als die Suche nach einem Akku, Handy und Sendemast, was nebenbei bemerkt der Grund dafür ist, dass im Allgemeinen viel mehr Bücher über Wallander als über Matze Schlagmichtot verkauft werden, warte ich jetzt mit Spannung auf die Fortsetzung.
Wäre dein Reisebericht ein Buch, dann müsste mein Göttergatte heute selber kochen 🙂 !
liebe Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/