Reisebericht

I did it : Busrundreise durch Namibia !

von Champagner · begonnen 12. Mai 2011 · 31 Teile

Teil 112. Mai 2011
Liebe Fomis,

heute früh bin ich gesund und munter, auf die Minute pünktlich und um viele - auch gruppendynamische 😄 - Erfahrungen reicher in Frankfurt gelandet!

Wir hatten ein busrundreiseüblich volles Programm - ich fand es aber im Großen und Ganzen völlig okay für eine Ersttätertour, auch wenn natürlich die schlechten "Straßen" ein bisschen mehr Anstrengung für Fahrer und Gäste mit sich gebracht haben als gedacht.

Mit dem Bericht werde ich wohl erst am Wochenende beginnen, da ich morgen schon wieder arbeiten muss, aber ich kann euch schon mal so viel verraten: am Ende gab es doch noch ein bisschen hummeldummen Knatsch 😄 !

Achja, und gerade eben habe ich meine Giraffe ausgepackt und aufgestellt - sie steht sicher auf allen vier Beinen..... 😉

Bis dann - Gruß Schampus
Teil 213. Mai 2011
Hehe, hier gehts ja schon zu wie auf einer Busrundreise - Hauptthema der (meisten) weiblichen Teilnehmer: SHOPPEN! (Aber deine Giraffen sind wirklich super schön, Marina!) 😄

Also, um den Thread wieder in die richtige Spur zu bringen, teste ich schnell mal ob ich es schaffe, ein Foto einzufügen (nicht weil ich das Foto so toll finde, sondern weil es egal ist, falls es doch nicht auftaucht).

25. April 2011, Ostermontag:

Hier steht sie also, die Air-Namibia-Maschine und wartet pünktlich auf uns!

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Wir, d.h. meine Schwester und ich sitzen am Gate und uns fallen fast die Augen aus dem Kopf bzw. der Kopf vom Hals bei dem Versuch, die jeweiligen Kofferanhänger - und das möglichst unauffällig - der vorbeiziehenden Reisenden zu entziffern. Es könnte ja jemand von unserer Teilnehmer-Liste dabei sein....

Mein Mann sitzt unbeteiligt ein paar Stuhlreihen weit von uns weg. Mann kann schließlich nicht früh genug damit beginnen, sich von einigen Mitreisenden zu distanzieren, vorallem wenn sich diese mal wieder albern benehmen, bei dem Versuch, passende Touristen für die Gruppe zusammen zu sortieren 😉 Und überhaupt fliegt er nach seiner Zeitrechnung ja erst morgen....(am Ostersamstag teilte er mir mit, dass wir am Ostermontag grillen und war bass erstaunt, als ich ihm nahelegte, einen transportablen Grill auf den Flughafen mitzunehmen: "Hä, wir fliegen doch am Dienstag?!?"). Reiseunterlagenlesen ist doch sehr mühsam und wird gerne dem Hauspersonal überlassen!

Da!! Zwei Damen (und wenn ich Damen sage, dann mein ich das auch so) im Trenchcoat, sie sehen ganz und gar nicht entspannt aus, haben ein festgefrorenes Lächeln im Gesicht und sauber gelegte Dauerwellen auf dem Kopf. Hiiilfe - irgendwie sehen sie nach Busrundreise aus, Selberfahrer sind diieeee ganz bestimmt nicht. Sie werden doch nicht....???

Ich kann euch verraten: wir werden sie noch öfters sehen 😠

Auch sonst sitzt eigentlich nur Gruscht rum (das denken die anderen bei unserem Anblick sicher auch: zwei albern kichernde Ü50-Mädels mit den gleichen Wanderschuhen an den Füßen). Einen alleinstehenden Herrn (den es laut der Teilnehmerliste ja geben soll) entdecken wir auch: recht übergewichtig sitzt er , dumpf mit glasigen Augen vor sich hinstierend, ein paar Plätze von uns weg - er wird doch nicht?????

Wir boarden, ohne auch nur eine Person zweifelsfrei identifiziert zu haben - so ein Mist aber auch!
Teil 314. Mai 2011
Danke für die netten Rückmeldungen - aber bitte setzt mich nicht unter Druck! Da ich bei den Tatsachen bleiben will (mal abgesehen davon, dass ich die Namen der Teilnehmer abändere), gibt die Reise dann doch nicht sooo viel Stoff für einen "Unterhaltungsroman" her.... Immerhin klappt das Fotoeinfügen reibungslos - vielen Dank @ TanjaH!!!


26. April, Dienstagfrühmorgen

Ein recht schlaf- und ereignisloser Nachtflug liegt hinter uns. Da ich inzwischen keinerlei Erwartungen mehr an Service und Essen bei Flugreisen habe, kann ich auch nicht meckern - früher habe ich mich gespannt auf den Start, das Essen, die Bordunterhaltung gefreut und wurde meistens enttäuscht, heute absolviere ich das Ganze im Matze-Kleinschen-Gemüsemodus. Meine Art, mir das Leben leichter zu machen! 😉

Immerhin gab es am Vorabend beim Start in Frankurt einen Sundowner zur Einstimmung:

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Beim Ausfüllen der Einreise-Formulare kurz vor der Landung scannen meine Schwester und ich die Reiseunterlagen des höchst unfreundlichen Herrn hinter uns (er hat sich tierisch aufgeregt, wenn sich meine Schwester auch nur einen Millimeter bewegt und dadurch sein Tischchen gewackelt hat - dabei gab es doch genug flugbedingte Turbulenzen, die wesentlich stärker waren). Ich laufe beim Scannen Gefahr, mir einen Muskel im Hals zu zerren, werde für meinen Einsatz aber durch die Erkenntnis belohnt, dass seine Unterlagen überhaupt nicht wie unsere aussehen. Uff, dieser Kelch ging wohl an uns vorüber!

Nach der superpünktlichen Landung sind wir eine der letzten, die ihren Stempel in den Pass bekommen (mal wieder die falsche Schlange gewählt - genau wie daheim beim Einkaufen 😁 ) und ihre Koffer vom Band zerren.

Nun steht also der große Showdown bevor!

Unseren Guide=Fahrer Tulivu (er möge mir die Namensänderung verzeihen, aber "Frieden und Ruhe", so die Übersetzung laut www. passt gut!) entdecken wir sofort, er hält leicht desinteressiert das Schild mit dem Namen unserer Reise hoch und quatscht dabei mit anderen wartenden Guides - Mitreisende können wir nicht entdecken, aber wir sind ja auch wohl die letzten. Auf Englisch bittet er uns, schnell Geld zu tauschen falls nötig und uns dann zu der "Lady in green" dort drüben zu gesellen.

Hmpfff, stand in den Unterlagen nicht, dass wir eine deutschsprachige Reiseleitung haben? Auf die Frage meiner Schwester nach seinen Deutschkenntnissen antwortete er mit unbewegtem Gesichtsausdruck und dem bekannten Zeichen von Daumen und Zeigefinger: "A little bit".

Der Abstand der beiden Finger ist seeehr, seeeeehr klein!

Okay, man hat sich ja nicht umsonst jahrelang durch schlechten Englischunterricht gequält - mal ganz abgesehen davon, dass mein Mann und ich aus verschiedenen Gründen recht gut Englisch verstehen und sprechen (schreiben weniger, also sorry, falls Fehler auftauchen). Muss ja aber nicht auf jeden, der diese Reise gebucht hat, zutreffen - Schwesterherz z.B. kann zwar Englisch, is aber trotzdem not amused....Die Stimmung sinkt daher um ein paar Grad.

Wir zerren unsere übergewichtigen Gepäckstücke (zusammen haben wir tatsächlich knapp 60 Kilo) zu dem Treffpunkt, dabei sehe ich aus dem Augenwinkel, dass wir doch nicht die Letzten sind und ein sympathisch wirkender Mann mit zwei Frauen im Schlepptau eben bei Tulivu aufschlägt. Ohhhkeeeee, das sieht ja schon mal nicht schlecht aus! Am Treffpunkt stehen so viele Leute, das können unmöglich alles unsere Mitreisenden sein. Also weiter warten.

Da kommt Tulivu angeschlurft, vom Typ her Balu der Bär, das Ganze in tiefschwarzer Ausführung, vom Stamme der Ovambo, wie wir später erfahren.

Ohne Worte (und ohne Lächeln) winkt er uns, ihm zu folgen, und eine brave Herde von 9 Leuten folgt ihm zum Bus. Dort werden uns die Koffer abgenommen und wir klettern die steilen Stufen hoch in unser "Wohnzimmer" für die nächsten 16 Tage. Tulivu teilt uns die umfangreichen zusätzlichen Reiseunterlagen aus, dabei bemerken wir, dass noch zwei Leute fehlen. Mr.Guide macht sich also auf die Suche und in der Zwischenzeit kommen die ersten Gespräche in Gang, Vornamen werden ausgetauscht, man ist sich spontan sympathisch und es gibt gleich eine Sorge, die uns vereint: was machen wir wegen der fehlenden Deutschkenntnisse unseres Guides? Reklamation beim Tour Operator? Das will man dem armen Tulivu aber doch auch nicht antun. Einen von uns als Simultandolmetscher bestimmen? Hmmm, das will auch keiner so wirklich.

Wir suchen uns also recht ratlos schon mal einen Platz in dem 23-Sitzer-Bus. Da wir nur 11 sind, kann sich jeder einen Zweiersitz wählen - das ist doch wenigstens was Positives! Zum Glück hat jeder so seine Vorlieben, hinten, vorne, in der Mitte - der erste Streit um die besten Plätze fällt also schon mal flach!

Nun kommt Tulivu mit dem fehlenden Ehepaar - ca. Mitte 70. Wir offerieren ihnen gleich die noch freien Sitzreihen, die beiden wollen aber zusammen sitzen - und das möglichst ganz vorne, weil es ihr schnell schlecht wird beim Fahren. Oweh, das kann ja lustig werden! Tulivu räumt die Bank direkt hinter seinem Platz frei, wo er Kartons mit Unterlagen stehen hatte, und die beiden sind zufrieden.

Boarding completed! Es kann also losgehen! Tulivi ergreift das Mikrofon und fragt: "Is there anybody who doesn't speak English?". Tja, was sagt man da? Wir sind ja schließlich gebildete Mitteleuropäer, Weltbürger und Weitreisende, oder?!? Trotzdem: zögerlich geht eine Hand nach der anderen hoch, mindestens fünf Leute outen sich tapfer zum Wohle der Allgemeinheit.

"Okeeeee", sagt Tulivu mit breitem Grinsen, "dann spreche ich eben Deutsch"!

Mannomann, hat der uns drangekriegt! Das erste 11-fache laute Lachen schallt durch den Bus - die Stimmung schnellt nach oben!


Ich stelle euch noch schnell die ganze Gruppe vor, und dann fahren wir im nächsten Teil nach Windhoek rein:

Mein Mann, meine Schwester und ich aus Schwaben. Birgit und Herbert, Rentner aus Oberbayern. Achim, Elke und Sabine aus Schwaben. Hier trete ich gleich ins erste Fettnäfchen und frage Sabine: Schwester oder Schwägerin (so wie bei uns)? Öhmmm....Tochter....! Naja, sieht man nicht auf den ersten Blick, es waren wohl frühgebärende Eltern - Tschuldigung! Dann noch Detlef und Andrea aus Franken und Martin aus Sachsen.

Was die Dialekt-Mischung betrifft kommen wir also sehr nahe an Hummeldumm heran!!

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Nachtrag: ich sehe gerade, wie lang das wird - werde mich bei den nächsten Episoden kürzer fassen, versprochen!
Teil 414. Mai 2011
Dienstag, 26.April 2011, 7 Uhr:



Froh darüber, dass die Trenchcoat-Ladies nicht bei uns eingestiegen sind und wir einen deutschsprachigen Guide haben geht’s ab nach Windhoek. Wir sind sehr früh dran, an ein Einchecken im Kalahari Sands ist nicht zu denken, also machen wir eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung der üblichen Verdächtigen. Fotos erspare ich euch – jeder kennt die Sehenswürdigkeiten, und bei dem grauen Nieselwetter wirkt alles etwas trostlos.


Wir fahren auch durch Katatura und bekommen viele interessante Informationen von Tulivu geliefert, der selber in Windhoek lebt. Später halten wir bei Penduka an, bekommen eine kurze Führung und dann wird dort zum ersten mal in Namibia geshoppt (ich habe ein kleines Stoff-Einkaufstäschchen erstanden)!

Schwesterlein (rechts) und ich sind allerdings recht schnell erschöpft davon und hoffen, dass es bald ins Hotel geht.


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Daraus wird leider nichts, da es immer noch sehr früh ist – wir fahren also erst noch ins Craft Center. Dort schauen wir uns ein bisschen um – der große Kaufrausch will sich aber nicht einstellen. Obwohl ich diesen Kerl ja schon ganz gerne mitgenommen hätte... 😉

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Dann – endlich – checken wir ein und haben „frei“ bis abends und sogar das Wetter bessert sich. Wir haben alle wunderbar frisch renoviert Zimmer im 6. Stockwerk – mit einem schönen Ausblick auf die (für unser Gefühl allerdings irgendwie gar nicht richtig „afrikanisch“ wirkende) Landschaft.


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Das wäre ja alles ganz prima – aber die Renovierungsarbeiten sind noch in vollem Gange und der Presslufthammer treibt sein Unwesen direkt über unseren Köpfen ohne Pause von 8 – 17 Uhr. Der Poolbereich auf dem Dach, von dem man angeblichen einen tollen Rundblick über die Stadt haben soll, ist nicht betretbar 😠 !

Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben und nach einer erfrischenden Dusche geht’s zum Essen – wir drei stolpern zufällig in ein nettes Lokal. Den Namen habe ich mir nicht gemerkt – vielleicht kennt es jemand.


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Wir essen Spargel, Pfannkuchen und Kässpätzle.


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Okay, dafür hätten wir nicht unbedingt 10 Stunden fliegen müssen – aber es war sehr lecker und gar nicht teuer!

Nun geht es zurück ins Hotel zur Erholung. Trotz Baulärm schlafe ich irgendwann ein und wache erstaunlich fit wieder auf.
Abends werden wir von Tulivu abgeholt und in Joe’s beerhouse kutschiert.
Dort essen wir an einem großen runden Tisch in netter Atmosphäre – allerdings sind alle recht müde und so artet der Abend nicht aus.

Man checkt ein bisschen die Leute aus der eigenen Runde, erfährt, welche Reisen sie schon gemacht haben (zwei Untergruppen, und zwar die Eltern mit erwachsener Tochter sowie die Rentner aus Bayern haben schon Afrika-Erfahrung – und das werden wir uns im Laufe der Reise noch sehr, seeeehr oft anhören müssen 😗 ), man schaut sich bei Joe um und ist dann froh, als es endlich zurück ins Hotel und damit ins Bett geht!


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Teil 515. Mai 2011
Okay, Ihr habt es so gewollt 😛 (danke für die Komplimente natürlich, da werd ich ja gleich rot)!

Nachtrag zu Dienstag: Ich hatte ja schon an anderer Stelle erwähnt, dass für meinen Mann vor allem das technische Equipement für diese Reise wichtig war. Nun musste er in Windhoek feststellen, dass er mit keinem seiner Handys nach Deutschland telefonieren konnte – warum auch immer. Ich dagegen rief schnell mal locker bei unseren Söhnen an, ohne Probleme (und ohne zu wissen, warum es bei mir geht und bei ihm nicht) 😊 . So ein Ärger aber auch, hähä, die technisch unterbelichtete Frau telefoniert, der Mann schaut tatenlos zu 😉 (ich hab ihm natürlich mein Handy geliehen – bin ja nicht so...)

Der Kauf einer Karte brachte ihn auch nicht richtig weiter. Sein Plan, damit das Internet mit Hilfe eines Geräts aus seinem geheimnisvollen Karton, der ca. ein Viertel seines Koffers ausfüllte, zum Laufen zu bekommen, scheiterte kläglich. Schlussendlich ließ er sich doch dazu überreden, eine halbe Stunde Internet an der Rezeption zu kaufen.... Das Handy funktionierte dann mit der vorher gekauften Karte, wenn auch nur ein paar Tage lang, da wenig Guthaben drauf war – aber es gab ja zum Glück immer noch meines.... Naja, so kann Mann auch den Nachmittag in Windhoek verbringen!

Mittwoch, 27. April 2011

6.20 h: meine Schwester klopft panisch an unsere Zimmertür - ihr Kofferschloss lässt sich nicht öffnen, und das keine zwei Stunden vor Abfahrt – sie noch im Schlafanzug! Schwager Techniker und Schwester Nichtechnikerin versuchen, das Schloss zu knacken – ohne Erfolg. Also muss mein Vorschlag greifen, einfach die 999 Möglichkeiten durchzutesten (eine Ziffer weiterdrehen, drück, eine Ziffer weiterdrehen, drück...). Nach einiger Zeit steht eine glückliche, wenn auch noch leicht gestresste Schwester mit vom Weiterdrehen lädiertem Daumen vor der Tür: genau eine Zahl nach ihrer ursprünglich gewählten hat gepasst! Allerdings tatsächlich sonderbar das Ganze – am Abend vorher ging’s noch mit der alten. Gefehlt hat nichts im Koffer – also dürfte keine Manipulation stattgefunden haben....Auch eine Trixie-Schusselei ist unwahrscheinlich. Es wird ein ungelöstes Rätsel bleiben.


Nun denn – Frühstück und ab in den Bus, um acht geht’s los!
So sah unser Bus am Anfang der Reise übrigens aus, strahlend weiß – das sollte sich aber noch ändern!

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Zur Freude meines Mannes funktioniert die GPS-Aufzeichnung! Unser Guide benötigt sie zwar nicht, (schade eigentlich, Mann hätte sich doch gerne im Ausland nützlich gemacht, einfach nur rumsitzen und sich chauffieren lassen ist nicht so sein Ding). Naja, wenigstens hat er jetzt ein Spielzeug - und ich muss zugeben: die Komplettaufzeichnung am Ende der Reise ist dann doch sehr interessant!

Zwei der anderen Männer (Franke und Schwabe) sind mit Fotografieren beschäftigt, die beiden anderen (Sachse und Bayer) schreiben eifrig Tagebuch und denken sich ihren Teil. Meine Schwester und Andrea schauen raus, ich kämpfe mit meinem neuen Fotoapparat, dem unbekannten Wesen, Mutter und Tochter plaudern hinten im Bus und Birgit aus Bayern, die ja bekanntermaßen direkt hinter Tulivu sitzt, belabert ihn auf „hoch“bayrisch. Es ist zum Totlachen: langsam und überdeutlich redet sie mit ihm wie mit einem leicht zurückgebliebenen Kind (stellt euch einfach vor, Ihr diktiert einem Erstklässler einen Satz): „Tulivuuhuuu,...verschteeehsttt...du...main...Bayrrrisch???“ (Warum nur muss ich in diesem Moment an Hummeldumm denken?? 😐 )

So ist also jeder mehr oder weniger sinnvoll beschäftigt!

Unser heutiges Ziel ist die Kalahari Anib Lodge. Unser Bus ist gut klimatisiert, es gibt einen Kühlschrank mit kostenlosem Wasser und wir fühlen uns pudelwohl. Tulivu versucht uns das Rotationsverfahren im Bus zu erklären. Jeder rutscht pro Tag einen Platz nach hinten, wer hinten ankommt, wechselt auf die andere Seite und so weiter.... Wir sind uneinsichtig - das ist uns alles viel zu kompliziert! Außerdem kommen von hinten Reklamationen: „wir wollen unsere Plätze nicht hergeben“ – vor allem Elke protestiert: sie sei schon bei den Schulausflügen immer hinten gesessen und möchte das weiterhin so handhaben! (Bitte merkt euch diesen Satz ganz genau!!)

Außerdem wird es Birgit ja angeblich schlecht beim Fahren, warum sollte sie also mit Gewalt ab und zu hinten sitzen müssen? Lange Rede kurzer Sinn: Tulivu kann sein Rotationsverfahren den namibischen Hasen geben – es gibt genug freie Plätze, die man auf Wunsch einnehmen kann, z.B. auch neben dem Fahrer. Und wer mal einen bestimmten Platz haben möchte, der gerade besetzt ist, sagt es einfach (merkt euch auch diesen Satz für später!). ALLE sind einverstanden (bitte auch dies merken!).

Bald sehen wir unsere ersten Tiere, yeah!


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Dann – am obligatorischen Stopp beim Tropic of Capricorn – warten Aliens auf uns!!!

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Unser Guide bezeichnet sie als Bodenkäfer ("die tun nichts") – ich kann sie aber bis heute trotz intensiver Internet-Recherche in keinem Insekten-Lexikon finden.... es müssen Außerirdische sein, so wie die aussehen, mit langen Antennen am Kopf und Roboterbeinen! Auch die Geräusche, die sie von sich geben, wenn sie sich bedroht fühlen, kenne ich aus Fantasy-Filmen meiner Söhne. Echt gruselig!

Meine Schwester und ich beschließen, dass diese Wesen und wir keine Freunde werden – und trotzdem werden sie in den nächsten Tagen unsere treuen Begleiter sein 🤩 .

Auf der Weiterfahrt sehen wir noch Marabus und Eland-Antilopen (wenn auch in weiter Ferne, entsprechend unscharf ist das Foto).


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Nach Ankunft auf der Lodge gibt es ein spätes, schnelles Mittagessen und bald geht es los zur Sundowner-Fahrt.

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Unser netter Guide Freddy (Sahneschnittchen Nr.1 😘 )erklärt viel und gut

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und fährt uns weit durch die schöne, mit hohem Gras bewachsene Landschaft.

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Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass wir nur wegen der Landschaft unterwegs sind, aber wir sehen tatsächlich auch Tiere. Unsere ersten Oryxantilopen, sooo schön – zwar mit bloßem Auge kaum zu erkenne, aber wahr! Und das auch noch auf roter Düne! (ein erster Test meines Objektivs)

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Und Mensch, was bin ich zu diesem Zeitpunkt stolz auf mein Springbock-Foto! Mir hat ja keiner gesagt, dass mir danach noch Hunderte davon über den Weg laufen werden.... Egal, das Bild gefällt mir trotzdem, vor allem weil er mit mir spricht - sieht man deutlich, oder?

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Es sollte noch besser kommen: Nochmal Oryxe, Strauße, Zebras! Also noch ein paar Fotos mit viel Gras und wenig Tier:

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Ich bin völlig im Glück und begieße die schöne Landschaft und die prächtigen Tiere mit einem... okay, mit mehreren Schlucken Rotwein beim Sundowner!

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Hey, der sudafrikanische Rotwein hat es in sich, vor allem bei der Größe der Becher! Irgendwie bringe ich die Rückfahrt zur Lodge in tiefster Nacht mit Anstand hinter mich, fotografiere sogar noch eine Eule

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(oder einen Uhu? Oder doch auch ein Alien?? Ich kenn mich in Flora und Fauna nicht so wirklich aus und hab nicht immer gut aufgepasst, Rotwein sag ich nur) quasi ohne Licht (ich bin der Typ „Automatik-Knipserin“, stelle nichts ein, hab keine Filter und bearbeite die Fotos auch nicht im Nachhinein) und friere klaglos in Matze-Klein-Manier !

Abendessen ist okay, es wird alles an den Tisch serviert, was nicht jedermanns Geschmack trifft, Gesangseinlage des Personals nett, mit viel Gelächter der Beteiligten und dann gehts schnell ins Bettchen, denn unser Sklaventreiber-Guide murmelt irgendwas von „Wecken um Sechs, okeee?“.

Fazit: tolle Sundowner-Fahrt mit sympathischem Guide, schöner Landschaft, vielen Tieren und guten Getränken.
Was uns an der Kalahari-Anib-Lodge nicht gefallen hat war die Dunkelheit in den recht kleinen Zimmern. Wir haben aber erfahren, dass es wohl noch mehr Reklamationen gab und Gondwana in dieser Sache (Beleuchtung) etwas unternehmen will.
Stimmung in der Gruppe ist gut - und ich bin happy über meinen sprechenden Springbock!
Teil 616. Mai 2011
Also, nachdem wir das mit den Sattelschnecken...ähhh ...Schrecken....also Dickpens abgehandelt haben, können wir weiterfahren!

Übrigens: ich füge die Fotos immer so nach und nach ein, denn wenn ich alles am Stück hochlade, stürze ich meistens ab. Also nicht wundern, wenn Ihr hier reinschaut und noch keine Fotos seht: dann bin ich gerade bei der Arbeit!

ACHTUNG Aktuell, 19.13 Uhr : irgendwas stimmt nicht, ich kann gerade keine Fotos hochladen - muss mal meinen System-Administrator befragen 😁


Donnerstag, 28. April 2011 / bis zum Naute Staudamm

Frühes Frühstück (und wenn ich früh sage, meine ich das auch so: Wecken um 6 Uhr, Frühstück und Koffer vor die Tür um 6.45 Uhr und schnelle Abfahrt um 7.30 Uhr von der Anib Lodge. Von Anfang an hat es super geklappt, dass wir alle höchst pünktlich und zuverlässig waren, jeder Koffer war gepackt, Punkt 7.30 Uhr oder früher, wenn’s sein musste, standen wir am Bus, den Tulivu schon ausgefegt und mit frischem Wasser bestückt hatte. Kein einziges Mal musste der Bus noch mal zur Lodge zurück fahren, weil jemand etwas vergessen hatte. Eine wahrlich disziplinierte Truppe – so kann man Stress und Ärger vermeiden (ich fürchte aber, dass bei Zunahme der Teilnehmerzahl auch das Risiko auf undisziplinierte Gäste steigt).

Wir haben einen weiten Weg vor uns – Ziel ist heute die Fish River Canyon Lodge.

Doch zuerst sind die Köcherbäume dran. Ich hatte mir auf Grund der Forumsberichte nichts Tolles darunter vorgestellt – zumal wir ja nicht zum Sonnenuntergang dort waren, sondern vormittags. Aber zum Glück habe ich mich getäuscht. Als wir dort eintreffen, sind wir ganz alleine (ich weiß jetzt allerdings nicht, in welchem Köcherbaum“wald“ wir waren, es gibt ja, soviel ich weiß, quasi offizielle und andere). Hatte zwar die T4A-Karte dabei (alte Leidenschaft von mir, brauche immer eine Karte auf dem Schoß), aber dummerweise gerade da nicht aufgepasst, wo wir abgebogen sind. Werde das aber mal auf der GPS-Aufzeichnung nachprüfen (wenn Massa in der Nähe ist mit seinem Equipement).

Also, wir 11 Leutchen verteilen uns auf dem Gelände und jeder ist ganz alleine, um die Stille, das klare Licht, Vögel, die Steine, die Köcherbäume und das Gras im Wind, in das wir uns alle schon verliebt hatten, zu genießen und zu fotografieren.

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Elffache Begeisterung – aber keine laute, sondern eine genüsslich stille!

In Keetmanshoop schickt Tulivu uns dann in den SPAR – Einkaufen fürs Picknick! (Anmerkung: in unserer Reise war Frühstück und Abendessen inkludiert, mittags hat der Guide uns irgendwo hingefahren oder es gab eben Picknick). Schließlich sollen wir ja auch ein bisschen das echte Leben kennenlernen – nicht alles nur durch die Busscheiben hindurch. Mit unseren diversen Keksen, Brötchen, Äpfeln und Bierchen (die sich prima im Buskühlschrank frisch halten ließen) fahren wir Richtung Naute Staudamm – beim Abzweigen von der B4 auf die D545 verlassen wir die Teerstraße!


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Nach dem Picknick, das der Umgebung angepasst nicht sonderlich idyllisch, aber zweckmäßig ist, geht’s weiter Richtung Fish River Canyon Lodge (Fortsetzung folgt).
Teil 717. Mai 2011
Donnerstagsnachmittag, 28. April 2011 / Fahrt vom Naute Staudamm zur Canyon Lodge

Weiter geht’s durch die Furt unterhalb des Damms und auf der D545 , bis wir auf die C12 Richtung Grünau stoßen. So, denken wir, jetzt sind wir auf einer C-Straße, das wird sicher wieder ein angenehmes Fahren.😗

Selten so gelacht!!! In einem Affenzahn schießt Tulivu über eine Piste, die man bei uns nicht mal einem Traktor zumuten würde. Vergesst alles was Ihr jemals über deutsche Schlaglöcher nach dem letzten harten Winter gejammert habt – Weicheier sag ich nur !

Die Regenzeit hat voll zugeschlagen – laut Guide ist es selten so schlimm wie momentan und die Grader werden erst aktiv, wenn abzusehen ist, dass es nicht mehr regnet. Ausgewaschene Senken werden schräg durchfahren, um die Schläge abzumindern (nett gemeint – aber meistens wartet ganz unten in der Senke ein fieses, gut verstecktes Schlagloch darauf, uns einen unerwarteten Extraschlag zu verpassen!), viele Unebenheiten lassen sich aber einfach nicht umfahren – dann doch lieber gaaaanz schnell drüber weg als sich langsam durchzuquälen – das ist wohl Tulivu’s Strategie. 🤩

Wir sind auf jeden Fall hellwach da hinten – es gilt schließlich die Signale von vorne richtig wahrzunehmen und einzuordnen: Achim, inzwischen Beifahrer von Tulivu verwickelt ihn in Gespräche und lenkt ihn dermaßen ab, dass er noch mehr Schlaglöcher übersieht als sowieso, denn als braver Guide beantwortet er Achims Fragen natürlich mit Blickkontakt – Achim, wir lieben dich 😠 ! In diesem Fall muss man sich voll auf Herbert konzentrieren. Er kontrolliert die Strecke von seinem Sitz hinter Tulivu aus und erhebt sich immer vor einer Gefahrenstelle, um diese „im leichten Sitz auszureiten“. Für uns das Zeichen, sich krampfhaft festzuhalten, Wertgegenstände zu sichern und Hals- und Lendenwirbel mittels hoher Körperspannung unter Kontrolle zu bringen 😉 .

Schlussendlich, als auch Achim das Problem in seiner vollen Tragweite erkennt (Andrea z.B. hatte erst vor kurzem eine Halswirbel-OP) wird ein doppeltes Kontrollsystem eingeführt: Achim warnt uns (und Tulivu) mit erhobenen Arm und einem lauten „ACHTUNG“ vor dem nächsten Loch, Herbert gibt das optische Hintern-Lupf-Signal.
Das Ganze klingt und sieht so kurios aus, dass wir uns vor Lachen kringeln – und uns natürlich ab und zu im falschen Moment entspannen.....
Wasserholen wird zum halsbrecherischen Abenteuer - man kann wählen, ob man kopfüber im Kühlschrank oder am Fuße der Treppe landen will 😛

Anmerkung: wir sind später mal eine Strecke sowohl mit dem Bus als auch mit einem Allrad-Touri-Jeep (o.ä.) gefahren – es war in dem kleinen Fahrzeug definitiv angenehmer zu reisen – vermutlich hat das was mit dem Achsabstand zu tun. Oder so..... (Oder mit dem Fahrer? Tulivu meinte mal, er würde seeehr ungern spät an einer Lodge ankommen). Aber was soll’s – wir sind nun mal auf einer BUS-Rundreise, und was sollten wir sonst unseren Enkeln erzählen??

Die Strecke ist nicht gerade reizvoll – zum Glück tauchen kopflose Strauße

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und irgendwann Bergzebras auf. Ahhhh, ich bin mal wieder im Glück, zumal mein Zoom ein besonders süßes Exemplar so richtig schön in den Bus reinholt – es steht wie ausgestopft dekorativ auf ein paar Felsen und macht seinem Namen alle Ehre!

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Zum Glück hält Tulivu bei jedem noch so unspektakulärem Motiv (Springbock Nr.325) geduldig an, wenn wir das wünschen, denn Fotografieren während dieser Fahrt ist unmöglich! - die verlorene Zeit holt er gerne wieder bei der "Rallye Namib" rein 😉

Dann tauchen endlich Hinweisschilder auf die Lodge – und bald auch imposante Granitfels-Formationen auf.

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Recht kaputt und durchgerüttelt laufen wir in der Canyon Lodge ein, das ist aber schnell vergessen, denn wir sind natürlich sofort begeistert vom mit blühenden Pflanzen bewachsenen Hauptgebäude und den kleinen Hexenhäuschen mitten in den Felsen.

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Und einer unserer Zombie-Freunde wartet auch schon auf uns! (Ob sie wohl so quietschen, weil ihre Beinscharniere nicht geölt sind?)

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Welch ein Empfang!

Inzwischen wird unser Gepäck wie immer aufs Zimmer gebracht (mit diesem Luxus hatte ich gar nicht gerechnet – was hatten wir in den USA bei unserer Selbstfahrerreise Koffer und Taschen – mit zwei Kids unterwegs – zu den Lodges geschleppt.....) und dann können wir uns auf dem Gelände umschauen und fotografieren. Es gibt unendlich viele Motive – das Licht spielt auch mit – und immer wieder läuft einem ein Gruppenmitglied über den Weg und jeder hat ein dämlich-glückliches Grinsen im Gesicht oder lässt ein staunendes "Wow!" hören.

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Zum Sundowner-Walk gehen alle außer den drei „Problem-Knien“ Andrea, Detlef und Schwesterlein mit. Sehr netter kleiner Spaziergang hoch auf die Felsen, toller Ausblick, tolle Fotomotive und ein paar interessante Erklärungen, ein Schlückchen was zu trinken (ich entscheide mich gegen Alkohol, denn hier muss ich ja selber wieder runterfinden) – unbedingt zu empfehlen!

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Während wir unterwegs sind, bekommt Schwesterherz Besuch: zuerst schaut ihr eine Sattelschrecke freundlich über die Schulter und dann steht plötzlich ein Pferd vor der Tür! (Leider gibt es davon keine Fotos!!)

Ich persönlich komme an diesem Abend auf den Geschmack von Gin Tonic – noch nie probiert! Die anderen überreden mich – und warum soll ich nicht auch ein bisschen Malaria-Prophylaxe betreiben?? Schmeckt nicht schlecht das Zeug und haut mich vor allem nicht so um wie Rotwein – ich werde mich die nächsten Tage dran gewöhnen!

Das Abendessen ist lekker – soweit ich mich erinnern kann. Starter wird serviert, Hauptgang ist Buffet und dann warten wir auf irgendwas mit Apfel zum Desert. Allerdings hat Tulivu mitbekommen, dass Achim am Vortag Geburtstag hatte – und so organisiert er, dass die Küchentruppe mit einer quietschgrünen Torte zum Gratulieren kommt. Okay, essen wir eben BASF-Kuchen (leider kein Foto davon, das ich hier reinstellen kann), geschmeckt hat’s nicht wirklich, aber lustig war’s – vor allem da Achim dann noch an die Bar geladen hat! Dort kommen wir mit dem Manager (Geschäftsführer oder was auch immer) der Lodge ins Gespräch, sehr informativ und auch lustig!

Morgen wieder volles Programm (Canyon und dann Fahrt nach Aus) – also ab in die Hütten!

Fazit Canyon Lodge: Beeindruckende Umgebung, Hexenhäuschen toll in die Landschaft integriert, Innenausstattung okay, z.T. originell – allerdings ist auch hier die Beleuchtung sehr schlecht. Wir merken dies insofern, als ja bereits um halb sechs rum die Sonne untergeht und wir abends immer schon alles für morgens hinrichten müssen, um rechtzeitig in die Startlöcher zu kommen. Auch im Restaurant ist es sehr dunkel und man sieht nicht wirklich, was man isst. Für meinen persönlichen Geschmack werden diese kleinen Minuspunkte vollständig durch die Wahnsinnsumgebung kompensiert – es gibt aber auch andere Mitreisende, die sich von der Dunkelheit sehr gestört fühlen. Zusätzlich gibt es nachts in, bzw. auf einigen Hütten komische Geräusche, man spekulierte über Pferde, die über die Dächer balancieren – vielleicht haben sie aber auch nur das Reet von den Sparren gefressen? Keiner weiß es.....😐 😊
Teil 821. Mai 2011
Liebe mitlesenden Fomis,

vielen Dank für die motivierenden Kommentare (auch dir Schwesterherz, wenn auch "nur" telefonisch und nicht hier 😉 ), da mach ich mich doch gerne am frühen Samstagmorgen ans Weiterschreiben:

Freitag, 29. April 2011 : Canyon Lodge/ Fish River Canyon bis Seeheim

Noch vor dem Frühstück lockt mich das schöne Wetter und die tolle Kulisse - ich klettere ein bisschen auf den Felsen rum und knipse im Morgenlicht fröhlich vor mich hin.

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Dieser kleine Kerl hier hat sich schon um sein Morgenmahl gekümmert:

Das Frühstück zappelt zwar noch ein bisschen

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aber nach ein paar kräftigen Schlägen auf den Fels lässt es sich in Ruhe verspeisen

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Pünktlich geht es heute weiter Richtung Canyon. Das Morgenritual im Bus: "Alle da?" "Ja!" "Alle gut geschlafen?" "Ja!" "Alle gut gefrühstückt?" "Ja!" "Alle die Schlüssel abgegeben?" "Ja!" "Gut, dann fahren wir heute zu die Fischflusscanyon, okee?"

Tulivu holpert mit dem Bus ein Stück weit am Rand entlang und lässt uns irgendwo im Nichts aussteigen

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mit der Vorgabe, bis zum überdachten Main Lookout Point zurück zu marschieren– dort wartet er und der Bus auf uns – "okeee?". Vorher erklärt er uns aber noch am Abgrund die wichtigsten Details zu diesem Naturwunder.


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Tja, was soll ich zum Canyon sagen?

Okay, zuerst das Negative, ich bin ehrlich: Ich will dem namibischen Canyon nicht zu nahetreten, aber ich finde die amerikanische Version schöner und beeindruckender, sorry 🤨 . Hier fehlen mir einfach die Farbkontraste – alles ist grau in beige. Vielleicht bin ich auch in der falschen Stimmung und sicher zur falschen Tageszeit dort...
Trotzdem ist er natürlich beeindruckend - keine Frage!!! Und: er ist nicht so überlaufen, bzw. gar nicht, das gefällt mir gut. In Amerika ist dort ja alles bebaut und durchorganisiert, Shuttle-Busse fahren hin und her, Hinweisschilder, View Points ohne Ende, Möglichkeiten was zu Essen, viieeele Leute - hier in Namibia findet Understatement pur statt!

Der Spaziergang ist dann sehr nett, auch wenn es schon gut warm ist - er gibt mir auch Gelegenheit, mich in Ruhe (!) ein bisschen mit Sachsen-Martin zu unterhalten, der zur eher stilleren Fraktion zählt und den Bus lieber mal mit einem trockenen Spruch als mit ausschweifenden Selbstdarstellungen unterhält. Ach ja, hab ich das inzwischen aufgeklärt? Er ist NICHT der dumpfe Dicke vom Flughafen!!

Danach – das ist uns mittlerweile klar – geht kein Weg daran vorbei: wir müssen das ganze Stück ausgespülter Rüttelpiste, und zwar bis nach Seeheim zurückfahren. 😮 Aber: gestern waren wir mit Selbstfahrer ins Gespräch gekommen, die in Seeheim feststellen mussten, dass von Aus kommend kurz nach Abzweig bei Seeheim die C12 gesperrt ist. Diese Selbstfahrer haben sich dann die Umfahrung auf der D545, die wir gestern gekommen waren, nicht zugetraut – sie hatten sich wohl bei Sossusvlei irgendwo und irgendwie festgefahren und mussten rausgeschleppt werden. Das war ihnen sooo peinlich, dass sie nicht noch mal so etwas riskieren wollten und sind daher einen riesigen Umweg auf der B1 nach Grünau und von dort wieder hoch zur Lodge gefahren.

Für uns heißt das ja dann wohl den bekannten Umweg am Naute Damm vorbei nehmen zu müssen – Lust hat da keiner zu. Aber soweit kommt es auch nicht – das Sperrschild LIEGT auf dem Boden, was für Tulivu natürlich "Weiterfahren" heißt!

Allerdings unterbrochen von diversen Foto-Stopps: ich bin immer wieder erstaunt über seine Adleraugen – mitten aus der schnellsten Fahrt heraus tritt er scheinbar ohne Grund in die Eisen, der Bus kommt recht abrupt zum Stillstand - und die Fahrgäste ins Taumeln. Dann wird mit viel Gestöhne (dazu mal später mehr 😄 ) der Rückwärtsgang reingequält und die beste Position zu irgendeinem Vogel oder wie in diesem Fall einem Waran, der leider blitzschnell ins Gebüsch verschwindet, gesucht.


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Alles was fliegt interessiert unseren Guide besonders: er lässt den Bus etwas langsamer vor sich hinschlingern und schaut versonnen und ausgiebig einem Raubvogel "auf halb zehn" nach 😗 (während seine Fahrgäste langsam nervös ob des nahezu führerlosen Busses werden 😮 ) , blättert dann in seinem Bestimmungsbuch auf dem Schoß, um noch schnell "sicher zu machen" (jepp, genau diesen Ausdruck benützt auch er, ist von der Übersetzung her ja auch logisch, klingt aber trotzdem lustig und nach Hummeldumm 😄 ), dass es ein junger Kampfadler oder eben sonst was ist.

Danach tippt er noch in aller Ruhe auf seinem I-Phone rum, steckt irgendein Kabel um (nur zur Erinnerung: wir fahren immer noch....🤔 ) und verkündet dann stolz: "Und das wäre die Geräusch von die Kampfadler, okeeee?". Nachdem alle Gäste das Gekrächze aus dem Lautsprecher mit einem kräftigen "Okeeee!!" bestätigt haben nimmt er das Lenkrad wieder in die Hand und volle Fahrt auf.

Gute Nerven braucht man bei Tulivu schon....🤢

Leider war ich nicht clever genug, mir immer gleich die Bezeichnung der Vögel aufzuschreiben, so dass ich bis heute in vielen Fällen unwissend bin 😕 Wen ich aber inzwischen zweifelsfrei identifizieren und vor allem ohne Stocken aussprechen kann ist "die Weißbürzel-Singhabicht da oben auf die Mast, okeee?"!! Tolles Wort (weniger tolles Foto, aber der Vollständigkeit halber, hab später glaub welche, die okay sind...)!

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Wir kommen zu der Stelle, wegen der die C12 gesperrt war/ist: das Revier in der (auf dem Foto fast nicht sichtbaren) Senke läuft und mitten drin stehen zwei Fahrzeuge, ein drittes dreht gerade um.

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Tulivu stellt sich hin und begutachtet die Lage eine Weile. Mein Mann positioniert sich derweil für das beste Foto der "Flussdurchquerung": ein beliebter Platz ist direkt hinter dem Kühlschrank, am Treppenabgang stehend....
Unser Rallye-Guide entscheidet sich für den besten Weg, nimmt Fahrt auf und rumpelt durch den Sand und das Wasser an den anderen Fahrzeugen vorbei, mein Mann nimmt Fahrt auf und fällt die Treppe runter, die unverriegelte Tür öffnet sich und er kann sich gerade noch irgendwie festhalten. Peinlich....😊 und hätte dumm laufen können 🤩 !

😄 Tolle Fotos hat er dabei gemacht 😛


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Ab diesem Zeitpunkt achte ich (üblicherweise auf dem Platz hinter dem Treppenabgang sitzend) stets penibel darauf, dass die Tür sicher verriegelt ist.

Kurz und gut, wir kommen natürlich durch und entdecken danach, dass das "Gesperrt"-Schild von der anderen Seite her noch steht. Keine Ahnung, was Sinn der Sache ist – sofern es einen gibt. So rumpeln und hüpfen wir weiter bis Seeheim – immer mal wieder werden ein paar sarkastische "SO A TRAUMREISE"-Rufe aus den hinteren Reihen laut. Erklärung hierzu: in der Anib Lodge stand auf unserem Tisch ein Reservierungsschild: SOA Traumreise. Hmmm, dachten wir, was soll das bedeuten 😐 ? Aber uns 8 cleveren Süddeutschen war natürlich schnell klar, dass "So a Traumreise" übersetzt eigentlich nur "Solch eine Traumreise" heißen kann!:)

Fortan ist dies unser Slogan bei besonders interessanten Reiseabschnitten, mal echt gemeint, mal ironisch!
(😊 später haben wir nebenbei erfahren, dass SOA ganz einfach die Abkürzung unseres Tour Operators ist........... 😉 )
Teil 922. Mai 2011
Freitag, 29. April 2011 – Von Seeheim nach Aus


Und weiter geht’s, bei der namibischen Metropole Seeheim biegen wir links ab Richtung Lüderitz, auf die Teerstraße B4! Großes Aufatmen, endlich mal wieder unkonzentriert im Sitz lümmeln, Wasser aus dem Kühlschrank holen, sich zu einer anderen Sitzbank zwecks eines Schwätzles begeben – ohne Gefahr zu laufen, in hohem Bogen durch den Bus zu fliegen...

Die Fischflussbrücke überqueren wir zu Fuß – unser Guide achtet immer sehr darauf, dass wir Bewegung und frische Luft bekommen!

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Unterwegs erzählt er ein bisschen über Missionar Schmelen (Anlass ist die Abzweigung nach Bethanien), und von aufgegebenen Tankstellen (die in der aktuellen T4A-Karte noch eingezeichnet sind – das verwundert mich dann doch).

Die Fahrt durch die grüne-beige Landschaft

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verläuft ansonsten recht ereignislos, Zeit für mich, mal etwas übers Wetter zu schreiben: es war bisher, von den paar Tropfen in Windhoek abgesehen, sehr schönes und angenehmes Wetter, blauer Himmel, ab und zu ein paar dekorative Wölkchen am Himmel und eigentlich nie zu heiß (okay, wir sitzen natürlich einen Großteil der Zeit in unserem klimatisierten Wohnzimmer auf vier Rädern, aber trotzdem). Nachts wurde es immer recht frisch, so dass man problemlos schlafen konnte. Die Luft war auch überhaupt nicht so trocken, wie ich das gelesen und daher gedacht hatte, weil noch viel Feuchtigkeit in Namibia unterwegs ist.

Was ein paar von uns, auch ich, deutlich spüren, ist die Höhe, auf der wir uns oft befinden: wir haben öfters, das Gefühl leicht zu schwanken (NEIN, nicht erst nach dem Sundowner...!! 🤪 ). Unser Kreislauf spielt ab und zu einfach verrückt!

Das Wetter ist uns bisher also wohlgesonnen – aber das sollte sich zwischendurch auch mal ändern! 😵

In Aus gibt es ein recht spätes Mittagessen im Bahnhof Hotel. Zur großen Freude der meistens Damen zeigt der Fernseher an der Bar in einer Endloschleife bewegte Bilder von der Hochzeit in England 😘 !

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Dann wird noch der Curio Shop ums Eck besucht – selbst meine Schwester und ich schauen uns zum erstenmal in Kauflaune um, können uns dann aber doch für nichts entscheiden. Wir haben immer im Kopf, dass wir die Sachen dann ja ständig mit uns rumschleppen müssen - und ganz bestimmt gibt es später auch noch schöne Dinge zu kaufen!

Solche Probleme haben die anderen weiblichen Traumreisenden nicht – bereits im Shop der Canyon Lodge wurde zugeschlagen, und Bayern-Birgit ist sowieso die ganze Reise über auf der Jagd nach einem "Bluuserl". Die Herren der Schöpfung verdrehen die Augen und zücken die Geldbörsen.

In Klein Aus Vista Desert Horse Inn (wer ist eigentlich für dieses Wortungetüm verantwortlich?) werden wir nett empfangen und beziehen mit dem tollen Gefühl, endlich mal zwei Nächte an einem Ort zu sein, unsere Doppelhaushälften.

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Auf dem Weg dorthin gibt es von einigen leichtes Murren, da die Umgebung natürlich nicht soooo spektakulär wie in der Canyon Lodge ist. Hallo, geht’s noch?? Mein Vorschlag,Ironie an: Vielleicht sollte man von den Guides doch verlangen, dass sie immer ein paar Granitfelsen im Kofferraum mitführen und diese schnell hindrapieren, bevor die Gäste aussteigen, oder? Wäre bei dem Reisepreis eigentlich schon zu erwarten.. Ironie aus.

Später fragt Birgit mit leicht vorwurfsvollem Ton bei uns nach einem Föhn – sie wäre ja schooon davon ausgegangen, dass bei diesen 4-Sterne-Unterkünften ein Föhn auf dem Zimmer eine Selbstverständlichkeit wäre (btw: wir sind nicht immer in 4***-Unterkünften). "Jetzt hob i meinen Kopf drei Dog ned gwoschn..."

Egal, das ist nicht unser Problem (wir sind sauber, hihi 😄 ), Schwesterlein und wir beziehen das Doppelhäuschen ganz hinten oben rechts am Hang (von unten gesehen) und sind happy: ein großes Zimmer mit richtig Platz für 2 Koffer (war nicht immer so)

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mit einer zusätzlichen Sitzecke

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ein schönes Bad und eine tolle Terrasse

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Und das zwei Nächte lang!

Der Sundowner auf der Holzveranda ist unvergesslich, tolle Aussicht, gute Getränke, lustige Bedienung. Achim und ich machen einen Abgleich unserer Sonnenuntergangsfotos und fachsimpeln ein bisschen, wobei ich ja eigentlich völlig blond bin, was das Fotografieren betrifft. Die Technik interessiert mich wenig – ich knipse aus dem Bauch heraus. Und zum Glück kann man ja alles wieder löschen und es kostet nix. (Ich fische nicht nach Komplimenten - meine Fotos gefallen mir durchaus, auch ohne Technikkenntnisse 😛 )

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Als Highlight kommt dann noch das Abendessen an einem sehr schön eingedeckten Tisch, es schmeckt prima, die Bedienung ist weiterhin gut drauf und scherzt mit Tonic-Martin rum (so nennt sie ihn, denn sie hatte ihm, dem Antialkoholiker, beim Sundowner statt eines Tonicwassers nur einen Gin serviert, weil er Gin-Tonic "ohne" bestellt hatte. Auch mit Tulivu hat sie ihren Spaß und umgekehrt, nur verstehen wir da nichts, weil sie sich auf Afrikaans unterhalten.

In bester Stimmung gehen wir ins Bett und schlafen wie die Murmeltiere, morgen früh geht’s wie üblich sehr früh los, Lüderitz - und ein Wiedersehen! - stehen auf dem Programm.
Teil 1026. Mai 2011
So, weiter geht’s – natürlich auch für die Selbstfahrer, die sich angesichts dieser Gruppenreise aus sicherer Entfernung ein bisschen mitgruseln wollen 😛 . Fotos kommen später – und an dieser Stelle sollte ich noch erwähnen (bevor ich eins auf die Mütze bekomme), dass nicht alle Fotos von mir, sondern z.T. auch vom Herrn Gemahl sind.

Samstag, 30. April 2011

Ein neuer Tag bricht an in Aus (wo außer in Namibia kann man 3 Präpositionen so elegant aneinander reihen? 😕 )


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Wir bekommen das allerbeste Frühstück der Reise, knuspriges Vollkornbrot, Avocados, Obst, Käse, Wurst, Gebäck, Eierspeisen Säfte usw.....herrlich! Alle sind begeistert und so brechen wir in bester Stimmung auf in Aus nach (ich korrigiere mich, 4 Präpositionen! 😎 ) Lüderitz via Kolmanskop.

Das Diamantensperrgebiet ist öde!!

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Ich hatte gedacht, es glitzert wenigstens ein klitzekleines bisschen 😉 . Immerhin gibt es jede Menge "Springbock an Bahngleis"

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und einen Raubvogel (Adler?) auf einem dieser dekorativen Strommasten (so wird das nichts mit meinen naturnahen Vogelbildern...). Kann mir jemand weiterhelfen, um welchen Adler es sich handelt – ich hab mal wieder nicht aufgepasst 😗 .

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In Kolmanskop erliege ich zum ersten Mal dem Kaufrausch – allerdings auch nur, weil ich einen schönen Kristall sehe, den mein Herr Sohn für sein Referat kurz nach meiner Rückkehr gebrauchen könnte (konnte er, nebenbei bemerkt). Hätte ich gewusst, dass wir noch unzählige Steinverkäufer treffen werden, hätte ich mich sicher wieder nicht zum Kauf entschließen können. Aber so lege ich zum erstenmal meine Namibia-Dollar (😊 die ich mir von meiner Schwester leihen muss, weil ich mein Geld im Bus gelassen habe) auf den Tresen.

Nach einigem Warten werden wir für die Führung in Gruppen eingeteilt – und siehe da 🤩 : die Trenchcoat-Ladies sind auch hier! Immer noch recht fesch die Beiden, alles Ton in Ton, das Twinset in beige passt wirklich gut zum Wüstenstaub, die Haare sitzen auch noch, nur das halbgefrorene Lächeln ist schon ein wenig verrutscht.
Kann ja mal passieren bei diesen Rüttelpisten – und der entsprechenden Gruppe! Zusammen mit ihnen sind nämlich ein paar Gestalten unterwegs, die ich jetzt wirklich nicht 2,5 Wochen um mich rum haben wollte – viele von der Marke "spießige Spaßbremsen". Gruselig die Vorstellung, mit denen unterwegs zu sein 🤢 ! Aber jeder wie er es verdient! Man hat jetzt auch nicht gerade den Eindruck, dass es in dieser Gruppe harmonisch oder gar lustig zugeht, leicht pikierte Blicke mit hochgezogenen Augenbrauen sind eher an der Tagesordnung als lautes Lachen – Urlaub als Pflichtprogramm....

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen – wir werden sie noch öfters treffen!

Hier muss ich doch mal kurz was zum Outfit unserer Gruppe sagen (wenn ich schon über die anderen lästere): alle sind sehr sportlich-leger gekleidet, das Chiffonblüschen und die feine Stoffhose, auch die kurzen Herrenhosen mit der gefälligen Sandalen-Socken-Kombi fehlen (im Gegensatz zu der Trenchcoat-Lady-Gruppe), Jeans und die üblichen Krempel- oder Zipphosen herrschen bei uns vor, ein paar der üblichen Wanderausstatter-Labels sind zu sehen, normale T-Shirts, Turn- und Wanderschuhe, ein angenehmes Durcheinander – aber stopp, einen Ausreißer gibt es doch: Achim hat es sich nicht nehmen lassen, mit Tropenhelm nach Namibia einzureisen! 🤪
Hmmm, ein klitzekleines bisschen peinlich das Ganze - seine Damen (er ist wie schon erwähnt mit Frau und Tochter unterwegs) distanzieren sich diesbezüglich auch ein wenig von ihm. Aber er stolziert – das Ganze abgerundet mit stets perfektem Safari-Marken-Oufit – selbstbewusst durch die Wüste. Na ja, sonst hätten Schwesterchen und ich auch nichts zu lästern, wäre ja echt langweilig 😛 !

Zu Kolmanskop haben schon viele was geschrieben, das spar ich mir, außer ein paar Bildchen


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und dass es mir gut gefallen hat. Was mir noch besonders in Erinnerung blieb ist Tulivus Bemerkung nach der Besichtigung: "Diese Tante da, diese Gertrud, die wo Sie geführt hat, ist noch eine vom alten Schlag, die spricht nur das Notwendigste mit mir – niemals aber würde sie sich mit mir, einem Schwarzen, an einen Tisch setzen!" Das hat mich dann doch betroffen gemacht....

Diesen Ausdruck "Tante" benutzt er allerdings wohl nicht soooo abwertend wie es sich anhört – offensichtlich unterscheidet er bei dem weiblichen Geschlecht zwischen wichtig (das sind sicher seine weiblichen Verwandten und Freunde, seine weiblichen Gäste und alle weiblichen Tiere), denn von uns und den Tieren redet er immer von "Damen" (die Damen nach rechts auf die Buschtoilette, die Impala-Dame hier vorne....) und Frauen, die ihm eher unwichtig oder unsympathisch sind, das sind die "Tanten"!

Weiter geht’s nach Lüderitz. Dort ist heute ein großes Fest und es ist echt der Bär los. Zuerst aber ziehen wir alle mal wieder Geld, zum erstenmal in der Öffentlichkeit und es ist uns zum Teil wirklich nicht recht wohl dabei, weil eine Unmenge Leute unterwegs sind und es auch noch Monatsende ist, so dass wohl viele einen Teil ihres Gehalts abheben wollen. So gibt es zum Teil ärgerliche Kommentare über uns Touris, die eben ein bisschen langsam sind an diesen fremden Geldautomaten.

Danach geht’s zur Felsenkirche – und da haben wir eine sehr nette Begegnung. Diese Damen warten gerade auf den Beginn einer Hochzeit und nutzen die Zeit, um mit uns zu plaudern.

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Am Hafen, wo wir eigentlich Mittagessen wollen, ist alles voll wegen des Festes, Menschenmassen tummeln sich zwischen unzähligen qualmenden Grillstätten.

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Also organisiert Tulivu schnell mit einem seiner diversen Handys, dass wir im Nest Hotel essen – auch wenn es schon reichlich spät ist. Das Essen dort ist soweit okay, obwohl die Portionen zum Teil doch recht übersichtlich sind – zumindest der Kaiserschmarrn. Aber immerhin haben wir eine schöne Aussicht, tolles Wetter (kein Nebel), einen lustigen Vogel, der sich sehr wichtig nimmt

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und einen gemütlichen Sitzplatz.
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Wenn auch nicht lange - unser Sklaventreiber taucht wieder auf: "Okeeee, nach die Mittagessen fahren wir noch schnell zu die Diaz-Point". Haha, das "schnell" bezieht sich höchstens auf seine Geschwindigkeit – das Ganze zieht sich auf schlechter Piste doch ganz schön.

Zur Belohnung dürfen wir in recht karger Umgebung Muscheln sammeln und Robben und die Meeresbrandung betrachten. Der Himmel ist weiterhin klar und superblau.

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Auf der Rückfahrt stehen dann noch die Wildpferde auf dem Programm: wir biegen ab

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zum überdachten Aussichtspunkt, der mir recht neu und groß erscheint. Es wurde (wird?) auch eine neue Wasserstelle gebaut (laut Tulivu in den letzten 2 Wochen, ein Zeltlager von Arbeitern sowie dieselben sind noch anzutreffen). Hmmm, das sieht noch sehr nach Baustelle, ganz und gar nicht natürlich und für Pferde ansprechend aus – aber wer weiß, was Pferde denken? Auf jeden Fall schauen wir gebannt auf Wasserstelle alt und Wasserstelle neu und harren der Pferde die da vielleicht kommen werden.....


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Langsam werden wir ungeduldig, vor allem unsere Reisespezialisten (Kenia, Tansania, SA, wir erinnern uns??) murmeln mal wieder was von Krüger Park und Serengeti und "Tiere zum Anfassen nahe am Auto". Na ja, Pferde werden das wohl kaum gewesen sein dort – insofern hinkt der Vergleich schon mal.

Zu allem Übel wird’s der Sonne bei der Warterei langweilig und sie beschließt unterzugehen. Mist aber auch, wir sitzen hier im Trockenen, kein Gin-Tonic, keine Pferde – das kann einem ja wirklich die Laune verderben. 🙁

Aber wir haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Tulivu zaubert aus seinem Buskühlschrank eine Flasche Gin, Tonicwater und für jeden einen Plastikbecher. "Machen wir die Sundowner heute hier, zurück zu die Lodge schaffen wir es nicht mehr, okee?". Okeee!! Angesichts der Alkoholika hebt sich die Stimmung ein bisschen – und plötzlich entdeckt einer am Horizont.....Pferde! Es gibt sie also tatsächlich (und ich versuche hartnäckig nicht an die Fotos zu denken, wo große Herden am Wasserloch versammelt sind und miteinander spielen) – immerhin 3 Stück sehe ich durch meinen Zoom. Die Frage ist nur: kommen sie oder gehen sie? Wer will schon aus einer Baustelle trinken? Da sie aber vermutlich keine Wahl haben (abgesehen von natürlichen Wasserstellen, die es zur Zeit fast überall in Namibia im Überangebot gibt), kommen sie zögerlich näher.

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Wir werden ganz aufgeregt – es ist aber auch wirklich eine tolle Stimmung, die Sonne steht tief, das Gras hoch und die Pferde sind merklich angespannt. Sie prüfen die Umgebung und entscheiden sich tatsächlich näher zu kommen (vermutlich haben sie Achim mit seinem Tropenhelm übersehen 😄 ).


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Das jüngste Exemplar galoppiert gutgelaunt durch die Gegend – yeah – action!!

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Sie nehmen sogar einen kurzen Schluck aus der alten Tränke, Kameras klicken, der Gin-Tonic fließt und wir sind alle begeistert - aber natürlich ganz leise, flüsternd, denn wir wollen diese Kostbarkeiten ja nicht vertreiben!

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Trotzdem - ziemlich schnell verabschieden sie sich wieder (meine Schwester mutmaßt, dass sie auf Rollen aufgeschraubt sind und der Kulissenschieber gerne Feierabend machen will), wir fotografieren noch eben den restlichen Sonnenuntergang und die beeindruckenden Wolken am Himmel.


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Zum Glück wussten wir da noch nicht, dass wir denen morgen wieder begegnen werden!!😃

Dann fahren wir leicht beduselt zurück zur Lodge und zu einem erneut oberleckeren Abendessen!

Fazit: ein rundherum schöner Tag mit gutem Essen, vielen Erlebnissen, einer fast unwirklich anmutenden Stimmung bei den Wildpferden im Sonnenuntergang.

Und dann kommt leider ein völlig verpeilter Kommentar von Achim (und es sollte nicht sein letzter dieser Sorte sein) beim abendlichen Weg zurück zu unseren Doppelhäusern: "Also, ehrlich gesagt stimmt das Preis-Leistungsverhältnis bei dieser Reise nicht – die Unterkünfte sind nicht der Hit und die Ausflüge auch nicht". Da stehe ich nun und verstehe die Welt nicht mehr.....😮
Teil 1102. Juni 2011
Tukuliri schrieb:Hallo Champagner,


Ich würde ja zu gerne mal ein Foto von Achim mit Tropenhelm sehen 🤩

Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung, viele Grüße

Tukuliri
Also das mit dem Foto wird nichts, ich bin vorsichtig mit Fotos ohne Genehmigung (oje, jetzt klingelt sicher gleich das Telefon und Schwesterherz ist dran 😛, die hab ich nämlich auch nie um Erlaubnis gebeten!) - aber die Fortsetzung kann ich bieten:


Sonntag, 1. Mai 2011 – Horrorfahrt von Aus zur Sossusvlei Lodge


In der Nacht wache ich an einem Donnerschlag auf - ein Gewitter hängt über uns und es regnet kräftig. Beim Aufstehen morgens tröpfelt es noch, dann reißt der Himmel ein wenig auf.

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Wir machen uns Gedanken um die Fahrradfahrer, die gestern schon zahlreich eingetroffen sind und sich nun zur Mountainbike Challenge versammeln. An uns denken wir nicht!😐


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Zum Glück wissen wir bei dem wieder sehr leckeren Frühstück nicht, was auf uns zukommt! Wir haben eine 350 km lange Fahrt vor uns – und es ist nun für lange Zeit Schluss mit Teerstraße!

Die Piste, zuerst die C13, ist wieder recht schlecht, Andrea, die auch zu den Hinterbänklern zählt, zieht es vor, zusammen mit ihrem Nackenhörnchen bei uns vorne zu sitzen. Sie hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Operation an den Halswirbeln, da trägt das Gerüttel und Gehopse im Bus nicht gerade zur vollständigen Genesung bei... Die anderen bleiben wacker dahinten, obwohl es genügend Platz vorne gibt und Birgit wie jeden Tag ihren Sitz in der ersten Reihe wie Sauerbier anpreist (bitte merken!).

Tulivu bringt uns mal wieder zum Lachen, weil er bei jedem Flug über die Schlaglöcher nach der Landung mit erhobener linker Hand (kann dieser Mann nicht mit beiden Händen lenken? Bestimmt würde man so das eine oder andere Loch besser umfahren können) eine breites "Eeeeentschuldigung" durchs Mikro quetscht. Oft vergisst er danach, das Mikro wieder auszuschalten, und so werden wir Zeuge seiner ausgiebigen Stöhn-Arien, wenn sein armer Bus mal wieder unter der Piste leidet. Martin, der ja bekannt für seine wenigen, aber dann sehr trockenen Kommentare ist, meint bei einer Pause leise: "Mit diesem Gestöhne könnte er locker sein Geld als Synchronstimme für Sexfilme verdienen". Ab sofort kringeln wir uns jedes Mal vor Lachen, wenn Mister Guide mal wieder lautstark leidet! 😄

Es geht weiter nach Norden in Richtung Sossusvlei. Ich frage Tulivu mit meinem im Forum angelesenen Halbwissen, warum wir nicht die D707 fahren. Er grummelt irgendwas von schlechten Pisten und Regen. Okeee, dann eben nicht..... 😵

Schlussendlich ist es vermutlich egal, wo wir fahren – es wird immer hässlicher draußen, dunkle Wolken hängen am Himmel, ein recht stürmischer Wind peitscht das Gras.


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Kurz darauf sind wir In Helmeringhausen und machen eine Pause beim Hotel – in diesem Ort steppt der Bär.


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Und man fragt sich, wozu man hier ein Hotel braucht, das auch noch renoviert (erweitert, neu gebaut?) wird. Aber es ist sehr nett, wir trinken brav als Ausgleich für den kostenlosen WC-Besuch einen Kaffee – und wir shoppen. Ja, WIR – auch ich werde schwach! Ein sehr hübscher Curio Shop, schöne und dabei spottbillige Ware (wie soll eine Schwäbin denn da widerstehen können??) – und so wechselt eine kleine Giraffe den Besitzer – ich bin glücklich! Meine Schwester, die meine Schwäche für geschnitzte Holztiere kennt, frotzelt: "Ahhhh, die Bele braucht noch was fürs Kripperl!" (ein übriggebliebener Running-Gag aus unserer gemeinsamen Nilreise, bei welcher ein Bayer aus unserer damaligen Gruppe diesen Satz geprägt hat). 😉

Zurück zur Piste, inzwischen ist es die C14. Noch ist es "nur" ruppig, aber immer noch trocken.
Das soll sich aber schnell ändern – es fängt an zu tröpfeln, dann regnet es richtig. Die Piste verwandelt sich in ein rutschiges Etwas, man hat das Gefühl, dass der Bus keine Bodenhaftung mehr hat. Schmierseife in saharabeige..... Jawoll, genau so hatte ich mir Afrika vorgestellt! 😗


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Hier muss ich gestehen, dass ich ein echter Schisser bin, ich fahre ungern auf Schnee und vor allem Glatteis – warum bitte muss also gerade ich in einem Bus durch Namibia rutschen???? Das stand so nicht im Prospekt ! Dabei hatte ich doch vor dem Abflug mit Freude meine Winter- gegen Sommerreifen tauschen lassen.

Wir schlittern also weiter Richtung Maltahöhe. Der Bus macht was er will, zum Glück ist die Straße recht breit, so kann man ihm seinen Willen lassen in der Hoffnung, dass er irgendwie die grobe Richtung Nord beibehält. Tulivu gibt ihm einfach die Zügel frei – und das bei Tempo 80. Uns kommt der Verdacht, dass unser Guide ein verkappter Selbstmordattentäter ist. 😮

Endlich geht es links ab Richtung Sesriem – ein Blick auf die Karte zeigt, dass wir also schon ein großes Stück geschafft haben – bestimmt haben wir auch das Schlimmste hinter uns. Als geborene Optimistin rede ich mir die Situation schön: sicher, ganz sicher sind die Pisten in West-Ost-Ausrichtung völlig anders, nämlich viel besser als die von Süd nach Nord. Und diese Regenwand, die man dort drüben sieht, zieht bestimmt gerade ab. 🤪

Das mit dem völlig anders stimmt schon.... Inzwischen steht nämlich auch noch jede Menge Wasser auf der Schmierseife – super Kombination.


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Die Regenwand zieht weiter, natürlich genau in unsere Richtung.


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Es schüttet. Uns kommt kurz nach dem Abbiegen ein Kleinbus des gleichen Tour Operators entgegen. Die Fahrer kurbeln die Scheiben herunter und unterhalten sich mit sorgenvoller Miene. Bisher liefen solche Begegnungen wesentlich lustiger ab, finde ich...


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Mensch, denke ich, noch wäre die Möglichkeit umzudrehen und einfach Richtung Norden weiterzufahren, dort sieht man sogar ein bisschen Blau am Himmel, wenn man ganz genau hinschaut. Unsere Söhne sind doch noch so jung, mit 17 und 20 braucht man seine Eltern noch.... Aber Tulivu hat ja einen Auftrag zu erfüllen.

Er schaltet das Mikro ein (kommen jetzt die Lösegeldforderungen?):"Sie haben gesehen, die Straße (Straße???) ist recht schlecht, bitte schnallen Sie sich an, müssen wir heute ja noch zur Sossusvlei Lodge kommen, okeee?" Oweia, jetzt scheint es richtig ernst zu werden. Aber wenigstens hat er seine Waffe noch nicht gezogen.

Es wird immer leiser im Bus, jeder macht sich so seine Gedanken über sein Leben, die vergangenen Jahre ziehen am inneren Auge vorbei. Wir setzen schnell noch eine SMS an unsere Söhne ab. Martin schießt ein Foto von uns mit dem Kommentar: "Sie sehen hier die letzte Aufnahme der Meiers Reisegruppe Mai 2011....." Aber Tulivu hat doch Frau und Kind, er will bestimmt nicht so jung sterben, das kann einfach nicht sein.

Ich schiele zum Notausgang – es kann nie schaden, wenn man den genau im Blick hat – das lernt man doch schon im Flugzeug.


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Es kommt uns wieder ein Auto entgegen – von Ferne sieht der Fahrer schon, dass wir mit unserem eigensinnigen Bus eigentlich die ganze Fahrbahnbreite benötigen, also verschlägt er sich nach dem Motto "Der Klügere gibt nach" in die Büsche. Freundlich wie Tulivu nun mal ist (man erkennt Attentäter ja nie auf den ersten Blick) bedankt er sich mit einem Winken bei dem Fahrer - und verreißt dabei das Lenkrad, so dass wir plötzlich quer zur Fahrbahn, aber weiter in Fahrtrichtung schlittern. Tulivu lenkt dagegen, wir machen eine 180°- Drehung (B-Note 5,8) und rutschen andersrum weiter..... Jeder Richtungswechsel wird mit schrillen Schreien aus den hinteren Reihen quittiert – Erinnerungen an Katastrophenfilme werden wach. "PIN - Panik in Namibia" – "Traumreise SOA 737 in Gefahr"... oder so ähnlich. 🤩 🤢

Irgendwie bekommt Tulivu den Bus wieder in den Griff – so halbwegs zumindest und der Ritt geht weiter Richtung Zarishoogte-Pass.

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PASS !!! Wir Süddeutschen mit den Alpen in der Nähe wissen nur zu gut, was ein Pass ist. Oweia, bitte nicht auch noch das! Und warum stehen da Warnschilder? 🤩

Straßenarbeiter sind gerade bei der Mittagspause (haben sie wohl heute schon was gearbeitet? Sieht nicht danach aus), Tulivu befragt sie nach dem Zustand der Piste. Ja, was sollen die denn bitteschön sagen? Umdrehen? Den gleichen Horrortrip zurück? Und schließlich tun sie ja so als ob sie die Piste richten! Außerdem: SIE müssen da ja nicht runter... Logischerweise fahren wir also weiter, allerdings hält unser Guide dann doch kurz vor der Kante an – und teilt uns mit, dass er sich für uns opfern wird ( wie sollen wir das seiner Frau und seiner Tochter erklären??). Er wird den Bus alleine da runter fahren, wir sollen hinter ihm gehen, damit er uns nicht erwischt, falls er ins Rutschen kommt. Unsere Plastikbecher (die wir bei den Wildpferden bekommen hatten) sollen wir auch mitnehmen. Wie passt so etwas ins Bild eines Attentäters? Und warum sollen wir ausgerechnet die billigen Trinkbecher retten? Hallo, kann ich nicht noch schnell meinen Laptop aus dem Koffer holen??

Hey, da kommt Freude auf. Wie jeden Tag hat uns Mister Guide am Abend vorher nämlich erklärt, was für eine Strecke und welche Ausflüge vor uns liegen und welches Schuhwerk angebracht ist. Für heute gilt: keine festen Schuhe, alles easy! 😄 Also erscheint Achim im blütenweißen Jogginganzug (wie bitte kann man auf die Idee kommen, so etwas nach Namibia mitzunehmen???), meine Schwester hält sich auch genau an die Vorgaben und trägt Sandalen, ihre festen Schuhe sind im Koffer...
Wir ziehen, sofern vorhanden, schnell noch die Wanderschuhe an, steigen aus und sehen unseren Bus zum erstenmal in seiner neuen Farbe – er wurde heimlich umgespritzt, das Weiß war doch recht grell!

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Es regnet, der Boden ist aufgeweicht und schön rotbraun, Achims Traum in Weiß bildet kurzfristig (bis er auch umgespritzt wird) einen wunderbaren Kontrast zur schmutzbraunen Umgebung und der Matsch quillt durch Schwesters Sandalen. Ach wie schön ist Afrika...


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Der Pass ist eigentlich nur ein halber, denn wir sind nicht hochgefahren – es geht nur bergab – und das nicht mal besonders schwindelerregend. Unten sieht man schon unseren Bus, heil angekommen, und davor ein anderes Fahrzeug. Tulivu hantiert mit irgendwelchen Kanistern rum (Sprengstoff?), später erfahren wir, dass der andere Bus eine Panne hat und von uns Öl bekommt.

Als wir nass und dreckig unten ankommen empfängt uns Tulivu mit einer ...nein, nicht mit einer Schusswaffe, sondern mit einer Flasche Sherry, mit der er die Kristallplastikbecher füllt und so wärmen wir uns innerlich auf. Kann es sein, dass er doch nicht nach unserem Leben trachtet? Aber wie passt das zu seiner Fahrweise? 😕

Nachdem wir mit unseren Schuhen das Innere des Busses großflächig eingeschweint haben geht die Fahrt weiter bis zur Hammerstein Lodge. Unterwegs gibt es Spekulationen, ob diese Aktion "Passrunterlaufen" nun ein Gag war, eine Frische-Luft-und-Bewegung-Einlage oder ob es tatsächlich gefährlich war. Ehrlich gesagt wissen wir es bis heute nicht – Tulivu lässt sich nicht gerne in die Karten schauen.

In der Hammerstein Lodge treffen wir den Pannenbus wieder, er scheint endgültig den Geist aufgegeben zu haben.

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Nach einiger Wartezeit gibt es ein recht lustiges Touristen-Mittagessen, eine Kombi aus Sandwiches, kalten Nudeln, die man mit viel Fantasie als Nudelsalat bezeichnen könnte und schrumpeligen, weil zu lange gebratenen Wurstscheiben. Manche meckern – ich bin froh, dass ich überhaupt noch lebe und somit feste Nahrung zu mir nehmen kann – außerdem reichen mir die Sandwiches und die sind sehr lecker!

Den angebotenen Katzen-Besuch lehnen wir ab, uns ist nicht nach gefangenen Tieren und überhaupt wollen wir nur noch pünktlich und sicher in der Sossusvlei Lodge ankommen (und im Nachhinein wissen wir, dass andere weniger Glück hatten) – wir sind ja bescheiden geworden. So freuen wir uns auch über die Springböcke Nr.896 bis Nr.917 am Rande der restlichen Strecke (ein Tierfoto pro Afrikatag muss sein).

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Unser Ziel erreichen wir dann am Nachmittag nach einer zwar holperigen, aber nicht mehr so gefährlichen Fahrt bei inzwischen wieder strahlend blauem Himmel. 🙂 Was für ein Kontrast!


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Fazit: im Nachhinein kann man sagen, dass wir den Regentag clever im Bus verbracht haben – jetzt kann ich ja wieder große Töne spucken, ich habe überlebt!! 😉 Und Tulivus Auftrag hieß wohl: "Gäste pünktlich in der Sossusvlei Lodge abliefern!" Nicht mehr und nicht weniger... 😄
Teil 1204. Juni 2011
Hallo Barbara,

ich bin auch nicht die typische Gruppenreisende - es kommt ganz auf die Umstände an, ob ich/wir selber ins Auto steigen oder uns chauffieren lassen. Jede Art zu reisen hat seine Vor- und Nachteile. Im Fall Namibia kam aus diversen Gründen nichts anderes in Frage - war aber auf jeden Fall okay so!

In diesem Sinne reisen wir mal fröhlich zu elft weiter:


Sonntag, 1.5.2011: Der restliche Tag in der Sossusvlei-Lodge

Uff, wir sind also tatsächlich in der Sossusvlei Lodge angekommen! 🙂 Der Angstschweiß steht uns noch auf der Stirn – schnell kommt ein Mitarbeiter und bietet uns feuchte Baumwolltücher an. 😎
Kurz darauf gibt es einen sehr leckeren Willkommensdrink und anschließend die Zimmerschlüssel. Hier haben wir den edelsten Empfang bisher.

Wir irren ein bisschen in der Anlage herum, bis wir alle unsere Zelte gefunden haben. Wow, das gefällt mir! Ich habe ja eigentlich immer gerne gecampt, mich aber inzwischen doch sehr an den Luxus eines richtigen Bettes und eines Badezimmers gewöhnt. Dies hier ist ein toller Kompromiss – ich zippe alle Fenster auf und genieße die Aussicht und das Ambiente.

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Dann beschließe ich zu duschen – leider vermiest mir mein Mann das Haareföhnen – er ist der Meinung, ich würde damit die Stille in der Anlage stören, was würden denn die anderen Leute denken? 😕 Öhmm, was soll ich dazu sagen? Vielleicht dass die Leute denken, ich föhne meine Haare – falls sie es überhaupt hören....??? 😗 Ich empfehle ihm, ein bisschen spazieren zu gehen, damit wir nicht aneinander geraten. Als ich später seine Fotos sehe, wird mir einiges klar: der Mensch ist auf Technik-Entzug! Das Motorengeräusch des Föhns hat wohl ne Sicherung durchbrennen lassen. 🤩 😈 Zum Glück hat er ein paar schöne Motive gefunden, die Kollegen vor Ort waren schon fleißig.


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Es werden ein paar Überlegungen angestellt: vermutlich wäre es recht einfach, die Anlage mit Internet zu versorgen (Recherchen haben ergeben, dass man dazu momentan in die Tankstelle gehen muss!), wenn man da noch ein bissssssschen nachbessern würde. Leider, leider gibt sein Pappkarton im Koffer nicht genug an Material her. Wenn er das vorher gewusste hätte.... 🙄

Nebenbei gabs vom Turm dann auch noch ein paar sehr schöne Übersichtsfotos.


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Wir hatten bei Google Earth schon Bilder angeschaut, das sah aber alles grau in grau aus. Frage an die erfahrenen Sossusvlei-Lodge-Besucher: ist da ringsrum in der Trockenzeit tatsächlich nur Staub und Sand?

Frisch geduscht und geföhnt (YES!) lustwandle auch ich durch die Anlage und bin begeistert – ich weiß gar nicht, was ich zuerst fotografieren soll!
Ich entscheide mich für Schwesterchen 😉


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Natürlich wäre es toll, ein Zelt ganz vorne zu haben, wo man nur noch in die freie Natur blickt – vorsichtshalber bewahre ich den Übersichtsplan gut auf, man weiß ja nie, ob man hier mal privat reserviert....


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Im "Biergarten" unter einem große Baum, vor der Bar trifft sich unsere Gruppe so nach und nach, alle sind zufrieden mit der Unterkunft.


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Bei einem Kaffee, Bier oder Drink genießen wir die Landschaft und den Sonnenuntergang – aber stopp, hier gibt es doch etwas auszusetzen. Birgit Weitegereist und Achim Nörgel beanstanden dass es a) keine Schirmakazien ("wia bei unsare onderen Ofrikaroisen") gibt (hmmm, hätte man natürlich bei der Reisevorbereitung bereits nachlesen können 🤨 ) und dass b) der Blick in die Landschaft doch wesentlich interessanter wäre, wenn "a baar Giraffa vorbeizia dädet" 😠 .

Das Abendessen versöhnt uns alle – auch wenn wir eigentlich nicht sehen, was wir essen! Die Beleuchtung am Tisch ganz vorne an der Mauer zum Gras ist doch eher dezent, was dem Genuss aber keinen Abbruch tut.

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Von dem tollen Essen hier wurde ja schon öfters im Forum geschwärmt – ich kann das nur bestätigen! Die Stimmung am Tisch ist gut, Birgit erheitert uns mit einer ganz frischen Anekdote: Herbert, ihr Mann, hat zuhause emanzipiert und ein bisschen dickköpfig beschlossen, seinen Koffer ganz alleine zu packen, nachdem das Paar wohl über die Kofferthematik heftig aneinander geraten war. Heute Nachmittag nun, wo es endlich richtig warm ist (ja, bisher hatten wir eher moderate Temperaturen, bei denen man ohne Probleme lange Hosen tragen konnte), wollte er eine kurze Hose anziehen. Vorab muss man sagen, dass Birgit eher klein und zierlich und Herbert ein Bär von Mann ist. Herbert holt also seine (einzige) kurze Hose aus dem Koffer und zieht sie an – bis kurz übers Knie, dann erkennt er, dass er in Bayern eine Short von Birgit, die exakt die gleiche Farbe und den gleichen Stoff wie seine hat, eingepackt hat! Wir – inklusive Herbert - schütteln uns vor Lachen bei der Vorstellung wie er mit diesem Höschen in den Kniekehlen hängend ratlos vor seinem Koffer steht! 😄 🤪

Dieses Lachen vergeht uns beim Desert aber nach und nach, denn am Himmel kann man immer öfter kräftiges Wetterleuchten beobachten. Die Optimisten unter uns verlegen das Ganze nach Swakopmund, die Pessimisten erkennen deutlich, dass sich die Szenerie in Richtung Sossusvlei bewegt. Andrea outet sich als Gewitter-Angsthase, und das auch noch in einem Zelt!

Passend dazu hören wir ein Donnergrummeln, das kann ja heiter werden. Schon beim Sundowner hat Achim, der ständig irgendwelche anderen Reisenden anquatscht 😉 , uns erzählt, dass ein Pärchen aus Süddeutschland die ganze vorherige Nacht nicht schlafen konnte, weil ein Unwetter über der Lodge getobt hat (deshalb ist wohl alles so schön sauber, nirgends Staub und die Luft ganz klar!). Gestern sind sie dann nicht bis zum Vlei gekommen, weil alles unter Wasser stand. Für ihn ein schrecklicher Gedanke: "Da geb ich so viel Geld aus (!), komme einmal in meinem Leben hier her und kann dann nicht zu den Dünen fahren". 😮

Sollte uns das gleiche Schicksal wiederfahren??
Teil 1309. Juni 2011
Champagner schrieb:
Passend dazu hören wir ein Donnergrummeln, das kann ja heiter werden. Schon beim Sundowner hat Achim uns erzählt, dass ein Pärchen aus Süddeutschland die ganze vorherige Nacht nicht schlafen konnte, weil ein Unwetter über der Lodge getobt hat. Gestern sind sie dann nicht bis zum Vlei gekommen, weil alles unter Wasser stand.
Sollte uns das gleiche Schicksal wiederfahren??
Sossusvlei – Montag, 2. Mai 2011

Ja, die Nacht hat es in sich – ein heftiger Wind lässt die Zeltwände und das Dach kräftig flattern. Bei dem Lärm kann man schlecht schlafen, außerdem mache ich mir Gedanken, was dies wohl wettertechnisch für den kommenden Morgen, an dem der Ausflug zu den Dünen geplant ist, bedeuten würde.😕

Aber siehe da: als wir aufstehen, hat sich der Wind beruhigt, und obwohl es noch Nacht ist (natürlich wollen wir auch rechtzeitig zur Toröffnung dort sein), kann man erkennen, dass der Himmel einigermaßen freundlich aussieht.

Frühstück fällt natürlich aus, wir treffen uns an der Rezeption, trinken dort einen schnellen Kaffee und schon geht es los. "Alle da?" - "Jaaa!" "Alle gut geschlafen?" Grummel... "Alle gut gefrühstückt?" Grummel....😠

Am Gate sind wird nicht die ersten....

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Aber da unser pfiffiger Tulivu das Permit schon am Abend vorher besorgt hat, sind wir dann doch ganz weit vorne beim Start zur Dünenralley.

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Die Geschwindigkeitshinweise sind für unserer Driverguide nur höfliche Vorschläge, die er ebenso höflich missachtet. Ich bete, dass alle Tiere noch schlafen und nicht auf die Idee kommen, diesem Irren in den Weg zu laufen...😃

Tun sie nicht, haben aber alle überlebt!

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Seine Begründung für die Raserei: wir wollen ja rechtzeitig zum Sonnenaufgang an einer Düne sein....
Das mit der Sonne ist allerdings so ein Ding: der nächtliche Wind hat doch ein paar Wolken herbeigepustet und die verharren ziemlich hartnäckig am morgendlichen Himmel. Allerdings entstehen dadurch Motive, die nahezu surreal wirken. Dazu noch die Heißluftballons...


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Die Sonne erbarmt sich dann aber doch und kämpft sich für uns durch die Wolken! 🙂

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Wir machen natürlich auch einen Fotostopp an Düne 45 und fahren dann zum 4x4-Parkplatz. Dort steigen wir in ein "Taxi" ein, das wir für uns alleine haben. Die Fahrt zum Vlei ist sehr schön, überall blüht es und die Dünen zeigen noch Spuren von dem vielen Regen, der zum Glück vor unserer Zeit runterkam.

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Auch auf dem Weg ist es zum Teil noch recht nass.

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Achim möchte gerne auf die höchste Düne, Big Daddy, steigen. Tulivu muss ihn leider enttäuschen, nix Daddy, Mami ist angesagt - unser Ziel ist Big Mama.

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Sche.... Emanzipation, denkt Achim vermutlich 😉 . (Nebenbei: beim Fotosichten für heute habe ich soooo schöne Bilder von Achim mit seinem Tropenhelm gefunden! Schade, dass ich mich nicht traue, sie reinzustellen. Aber eigentlich sind sie auch nicht perfekt – es fehlt noch der Schmetterlingskescher... 😛 )

Wir halten an einem romantischen Plätzchen unter einem Baum an,


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Tulivu erklärt uns ein paar Dinge zum Vlei und schickt uns dann hoch auf die Düne – als Belohnung soll es ein Frühstück in ca. 45 Minuten geben. Gesagt getan – wir finden den Ein- bzw. Aufstiegspunkt


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und wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. Das Vlei ist mit Wasser gefüllt und die Ausblicke werden mit jedem Höhenmeter, den man gewinnt, immer toller.


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So vergisst man auch die Anstrengung – wobei ich es mir aufgrund der Berichte hier im Forum schlimmer vorgestellt hatte. Aber vermutlich ist Big Mama sowieso nur eine Herausforderung für Gruppenreisende und nicht für durchtrainierte Selbstfahrer – die erklimmen sicher Big Daddy.

Schweren Herzens machen wir uns auf den Rückweg, es wird auch langsam warm, da die Sonne nun endgültig den Durchbruch geschafft hat. Und wer kommt uns da entgegen? Die Trenchcoatladies mit ihrer Truppe! Wie beim Stadtbummel versuchen sie an Höhe zu gewinnen – da wir ja in die entgegengesetzte Richtung unterwegs sind, weiß ich nicht, wie weit sie es geschafft haben.
Wir werden aber abends dank meiner Schwester noch eine interessante Story über diese sonderliche Gruppe erfahren.


Kurz vor dem Ziel (Frühstück!!) rutsche ich in einem Schlammloch aus – und komme gerade noch irgendwie wieder auf die Füße – das wäre ein gelungenes Motiv geworden... Schampus im Matsch! Man merkt, wie viel Nässe noch überall vorhanden ist.

Das Frühstück ist sensationell, liebevoll gedeckter Tisch, leckeres Essen aus dem Korb der Lodge und beste Stimmung.


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Wir lassen uns Zeit und genießen dieses einmalige Picknick in traumhafter Kulisse.

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Irgendwann wird es Zeit zum Aufbruch – unser Rücktaxi, das Tulivu bestellt hat, kommt pünktlich


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und bringt uns zu unserem Bus, dieser wiederum fährt uns zum Sesriem Canyon. Dort wagen wir ein paar Blicke in die Tiefe,

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sind aber eigentlich so ausgefüllt mit Eindrücken aus dem Vlei, dass wir nicht böse sind, als wir recht schnell wieder in den Bus gerufen und zur Lodge gefahren werden. Dort genießen wir den restlichen Nachmittag und lassen die Seele baumeln bei Kaffee und Gebäck. Die Glanzstare unterhalten uns dabei,

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und dann entdecke ich noch dieses Kerlchen.

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Zum Sundowner trifft meine Schwester zufällig den Manager aus der Hammerstein Lodge an der Bar. Er erzählt, dass der grüne Bus der Trenchcoatladies erst nachts bei ihm eingetroffen ist, erstens hatten sie eine Panne und zweitens fährt die Driverin (ja, es ist schon die zweite Frau, die ich als Guide und Driver hier in Namibia arbeiten sehe) vermutlich keinen solch heißen Reifen wie Tulivu (dafür sollte uns später auf der Reise noch der Beweis geliefert werden). Als Folge davon hatten sie nur drei Stunden Schlaf, weil sie ja zwecks Sossusvlei-Besuch morgens um 4 Uhr wieder aus den Federn mussten. Kein Wunder, dass sie so zerknittert aussahen und die Dünen hochgeschlichen sind, die Armen...

Schwesterherz hat auch noch die Reiseleiterin erlebt, wie sie sich gegenüber anderen Guides beschwert hat, nie wieder würde sie mit solch einer Truppe unterwegs sein wollen. Sie selber kommt wohl aber auch nicht sonderlich sympathisch rüber, so dass man sagen kann: jeder wie er es verdient! Oder gleich und gleich gesellt sich gern.

Wir essen wieder im Dunkeln, warten, ob dem Springbock am Wasserloch noch andere folgen (nein! Die Kulissenschieber haben vermutlich Feierabend) und gehen sehr früh ins Bett, mit Schlafmangel von der vorherigen Nacht und mit Aussicht auf frühes Aufstehen am nächsten Morgen (unser Sklaventreiber will uns bei Sonnenaufgang am Frühstückstisch sehen!).
Teil 1416. Juni 2011
Hallo Petra, ich habe seit letzten Freitag zwei quirlige Katzenkinder hier wohnen und diese bremsen mich ein wenig aus, auch wenn sie hier recht friedlich aussehen,

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dazu gibt es noch den 5jährigen Kater, dessen Bruder leider kurz nach meiner Rückkehr aus Namibia gestorben ist 🙁 und der sich das bunte Treiben momentan noch mit einem leichten Kopfschütteln anschaut ("die sind wohl auf Speeed, oder wie?" 😮 )

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- aber jetzt gehts weiter:

Dienstag, 3. Mai 2011: Fahrt von der Sossusvlei-Lodge nach Swakopmund


Wecken bei Tagesanbruch, Frühstück auf nassen Sitzkissen


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und dann noch ein paar letzte genüssliche Minuten in "meinem" Zelt – ich kann mich gar nicht losreißen!

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Aber Tulivu kennt natürlich keine Gnade und los geht’s Richtung Norden.

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Leider sind uns die tierischen Fotomodelle nicht wohlgesonnen und zeigen uns alle die kalte Schulter (bzw. ganz einfach ihr Hinterteil) 😛 .

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Da hilft auch alles Flöten und Säuseln von Birgit nicht: Ah geeeeh, Süüüßer wos bist du fir a hübsches Kerlchen, kooooom, schau doch amol her" usw..... Inzwischen beginnt mich diese Marotte doch ein bisschen zu nerven – ein Blick zu Schwesterherz, die die Augen verdreht 🙄 , zeigt mir, dass ich nicht alleine bin.

Aber immerhin hat der Weißbürzelsinghabicht (wie ich diesen Namen liebe! 😄 ) ein Einsehen und sitzt mal ausnahmsweise nicht auf einem Strommasten!


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Wir machen den obligatorischen Stopp in

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Dort treffen wir mal wieder unsere Trenchcoatladies (wobei die leider nicht auf dem Foto sind) mit ihrem leicht maroden Bus – der dunkelhäutige Herr ist nicht der Driverguide (das ist wie schon gesagt die Dame mit dem Hut), sondern jemand, der am Bus rumschraubt.

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Bitte schaut das Foto genau an – seht Ihr den weißen Plastikschemel als Einstiegshilfe? Was haben wir gelacht! 🤪 Und Tulivi bekommt natürlich heftige, aber ganz und gar nicht ernstgemeinte Kritik von uns, weil wir uns immer so abmühen müssen mit diesem hohen Bus (dabei reicht er uns doch immer so galant die Hand, die wir aber meistens abweisen, weil wir ja alle fit genug und froh über die Bewegung sind, die uns das Aus- und Einsteigen über die hohen Stufen bereitet). 🙂

Auch eine sehr spannende Neuigkeit erfahren wir in Solitaire:

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Weiter geht’s – Tulivu donnert mal wieder ohne Rücksicht auf Verluste über die Piste 🤩 und überholt alles, was sich ihm in den Weg stellt (unter anderem auch den Bus der Trenchcoatladies, die Solitaire vor uns verlassen hatten). Zum Glück ist bestes Wetter und so müssen wir heute nicht um unser Leben, sondern nur um unsere diversen Halswirbel und Bandscheiben sowie um unser Gepäck hinten im Bus fürchten (mit gutem Grund, wie sich später zeigen wird). Bei einem Pinkelpausenstopp kontrolliert unser Guide wie schon öfters die Reifen seines Busses mit einem Stock – scheint alles in Ordnung zu sein, okeeeee, es kann unbesorgt weitergebrettert werden.

Wir fahren – wie viele Berichtschreiber vor mir – über den Gaub Pass. Und wir machen auch ähnliche Fotos wie meine Vorschreiben – aber trotzdem:


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Es ist einfach zu schön und das Wetter perfekt.


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Und siehe da – diese drei Bergzebras drehen uns ausnahmsweise nicht ihr Hinterteil zu, sondern zeigen eine zirkusreife Vorführung (sind da etwa wieder die Kulissenschieber am Werk?). 😐

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Dann kommen wir zum Kuiseb Pass. Tulivu macht uns den Vorschlag, den Pass zu Fuß runter zu gehen – wir finden dies eine gute Idee! Hätten wir gewusst, dass wir von einer angriffslustigen Armee von kleinen schwarzen Fliegen verfolgt werden, wären wir sofort dem Bus hinterhergerannt und wieder aufgesprungen.

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Aber so marschieren wir mit Kappen und Shirts um uns schlagend runter zu unserem Bus, dem kleinen weißen Fleck auf dem Foto - und versuchen aus der Deckung heraus die Landschaft zu genießen.

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Von hinten kommt die grüne Gefahr – der Bus mit den Ladies überholt uns, lässt den Inhalt kurz an einem Viewpoint aus- und schnell wieder einsteigen

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und überholt uns auf der Brücke ein zweites mal.


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Wir fotografieren das viele Wasser

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und als wir zur Weiterfahrt in unseren Bus einsteigen, sehen wir gerade noch die Staubfahne des grünen Gefährts. Oweia, das wird sich Tulivu nicht gefallen lassen – eingestaubt werden von genau diesem Bus.... 😠 Also Fuß aufs Gas - es gibt kaum eine Gegenwehr, ganz zahm fährt die Driverin an die Seite – und wenn ein Bus das Genick einziehen könnte, dann hätte der grüne das getan! 😎

So düsen wir weiter Richtung Walvis Bay und machen natürlich einen Stopp am Vogelfederberg. Eijeijei, das ist – und wird es zum Glück auch bleiben – die mit Abstand ödeste Gegend unserer Reise. 😮

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Am Atlantik entlang geht’s nach Swakopmund – aufgrund der Pistenverhältnisse (ups, wo ist die Straße denn?)


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entscheiden wir, den Welwitschia Drive inklusive Mondlandschaft ausfallen zu lassen. Dies hätte uns den ganzen Nachmittag gekostet und wir möchten diesen lieber in Swakopmund verbringen. Am nächsten Tag ist nämlich Feiertag, so dass Shoppen (was für einige ja bekanntermaßen enorm wichtig ist) nur heute möglich ist.

Also checken wir im Hansa Hotel ein und sind total baff über die riesigen Zimmer, jeder hat zwei Schlafgemächer und jede Menge Komfort.


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Das ist ja schon fast ein Kulturschock!! Und passt irgendwie nicht zu meinem Bild von Afrika – aber dieses wird sowieso durch diese Reise gründlich überholt....

Den Nachmittag verbummeln wir drei bei herrlichem Wetter (ich hatte fest mit Nebel gerechnet, nach all dem was ich hier gelesen habe 😉 ) gemütlich in Swakopmund, schauen uns die braune Brühe an, die der Swakop ins Meer ergießt

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und ich finde zu meiner großen Freude auf dem Markt

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ein paar hölzerne Erdmännchen, die ausnahmsweise sich nicht verschämt die Pfoten vor den Schritt halten und auch nicht den Eindruck erwecken, dass sie mal dringend müssten...wieder was fürs Kripperl!(Leider kein Foto!)

Abends genießen wir ein leckeres Abendessen

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– und die Grünbus-Trenchcoat-Truppe.... Es hat wohl irgendwelchen Zoff gegeben, meine Schwester (mal wieder als erste zum Apéritif in der Bar, hähä) konnte folgendes beobachten, bzw. belauschen: die beiden einzigen Herren der besagten Gruppe wurden von zwei der Frauen in der Bar gestellt: "Wenn Sie sich schon als Assistenz-Reiseleiter aufführen, dann sollten Sie sich auch an die Essenszeiten halten – wir warten bereits auf Sie am Tisch." 😈 Oweh, alleine die Tatsache, dass sie sich noch siezen nach einer Woche sagt viel - und der Ton den Rest.

Uns egal 😗 – bis auf ein paar kleine nervenden Eigenarten von zwei Mitreisenden (Birgit mit ihrer leicht penetranten Stimme + Lache und ihren nicht immer sinnerfüllten Kommentaren und Fragen, sowie Achim, der zwischen manischer Begeisterung und depressiver Enttäuschung schwankt) ist die Stimmung wirklich gut bei uns und es gibt immer ausreichend interessanten Gesprächsstoff oder einfach auch Ruhe im Bus, jeder wie er will.

Leider haben Andrea und Detlef ein Problem - ihre beiden Koffer sind im Laderaum des Busses komplett nass geworden und die Kleidung darin zu einem Großteil auch. Wir tippen zuerst auf die Klimaanlage, aber Tulivu geht der Sache auf den Grund und wir erfahren, was passiert ist: der Fahrer des Camperbusses, der bei der Hammersteinlodge liegen geblieben war (kurz vorher hatten wir ihm schon Öl geliehen unten am Tsarispass), hat unseren Guide gebeten, einen Teil der Fracht mit nach Swakopmund zu nehmen, weil ihnen bis dahin nur ein Kleintransporter zu Verfügung gestellt werden konnte. Kollegen helfen sich natürlich untereinander und so landeten bei uns im Bus zwei große Wasserkanister.... Den Rest kann sich jeder denken....

Die Klamotten werden hoffentlich über Nacht trocknen und wir sicher gut schlafen in diesem Luxus - also ab in die vielen Betten – morgen haben wir volles Programm!

Fazit: zuerst das von Sossusvlei noch: Dort würde ich jederzeit wieder hinfahren, und vielleicht sogar drei Nächte bleiben, einfach bisschen Urlaub machen, ins Vlei fahren zu verschiedenen Tageszeiten und überhaupt....
Hansa Hotel und Swakopmund, erster Tag, nur Town: recht gediegen das Ganze, für diejenigen, die zwischendurch etwas Zivilisation benötigen, sicher ein guter Stützpunkt. Mir schon wieder fast zu viel Stadt.
Teil 1518. Juni 2011
Eigentlich wollte ich ja schon früher weiterschreiben, aber Lizzy war so fasziniert von Mortimers Bericht

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Und selbst ihr Brüderlein konnte sie nicht fortlocken

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Aber jetzt endlich schlafen sie beide, uff!!




Swakopmund, 4. Mai 2011 – der Vormittag

Ich wache an einem komischen Geräusch auf – ach nee, nicht schon wieder ein Gewitter.😃 Naja, besser jetzt als später....😊

Beim Frühstück lernen wir die liebreizenden Wesen aus unserer Konkurrenz-Reisegruppe ein bisschen näher kennen: Achim, der am Büffet einen Schritt zurück macht, ohne vorher in den Rückspiegel zu schauen, wird von Trenchcoatlady Nr.1 angepfiffen: "Passen Sie doch auf, Sie stoßen an meinen Teller!". 😠 Die Reiseleiterin angelt sich mit bloßen Händen die Frühstücksbeilagen von den Tabletts – die Handhabung von Vorlegebesteck scheint ihr fremd zu sein.🤢 Einfach nur peinlich, diese Truppe! 😗

Wir lassen es uns trotzdem schmecken, die Auswahl ist sehr groß und ich bin begeistert von den Mini-Pilztartes, hmmmm, lecker! Weniger lecker ist das Wetter – als wir zu unserer Katamarantour aufbrechen, kann es sich nicht entscheiden: Sonne oder Regen?

Wir werden von Tulivu nach Walvis Bay chauffiert und dort organisiert er alles für den Ausflug. Und da kommt er auch schon, unser schöner Katamaran namens Silvermoon.


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Das Wetter ist weiterhin grenzwertig – schaut man nach Norden, sieht es finster aus, im Süden dagegen können die Optimisten unter uns blauen Himmel entdecken. Der Chef an Bord, Marko, ist gleichzeitig der Mitinhaber – das wissen wir aber zu dem Zeitpunkt noch nicht. Den entsprechenden Artikel lesen wir ganz aktuell am nächsten Tag im Bus:

http://www.az.com.na/tourismus/reiseberichte/auf-see-mit-dem-catamaran.126523.php


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Auf jeden Fall ist er das Sahneschnittchen Nr.2 auf unserer Reise – zur Erklärung, wie haben ja eine 30jährige Single-Frau dabei, und die schaut natürlich schon ein bisschen genauer hin. 😉

Exkurs: Ich würde allen Sahneschnittchen dieser Welt dringend raten, die Finger von dieser jungen Dame zu lassen. Nein, nein, sie ist nett und gutaussehend, aber sie ist Vaters Tochter, und dieser Vater – Achim – hat mir am zweiten Abend unserer Reise erzählt, mit welch inquisitorischen Fragen und verdeckten Prüfungen er die Schwiegersöhne in spe gleich zu Anfang der Beziehung testet – und damit natürlich auch schnell in die Flucht schlägt (Töchterchen wohnt noch zuhause, wenn auch in der eigenen Wohnung im elterlichen Haus). Ich hatte an besagtem Abend bis zum Ende der Geschichte darauf gewartet, dass er mir mit einem Lachen auf die Schulter schlägt und sagt: "Späßle – bisch drauf raigfalla, gell?!" Hmmmm.....nein – er meint es tatsächlich ernst! Ausgehendes 19. Jahrhundert kann ich da nur sagen..... 🙄


Aber zurück ins 21. Jahrhundert: Dieser Törn gefällt uns sehr gut, mir sowieso, weil ich mich unheimlich gerne auf Schiffen aufhalte – und hier stimmt alles! 🙂

Pelikane sind einfach fotogen und dank ihrer Größe bildfüllend:


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Naja, meistens... : über dieses Foto lache ich mich jedes Mal schief:


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Ich könnte ja behaupten, dass ich eigentlich die schwimmende Bootsgarage im Hintergrund fotografieren wollte, über die uns Marko einiges erzählt (sie gehört einem der reichen Swakopmunder) und mir der Pelikan ins Bild geflogen ist. Räusper, es war dann doch eher so, dass mir die Garage beim Versuch, einen Pelikan herzuzoomen, ins Bild geschwommen ist! 🤪
Dank des trägen Auslösemechanismus meiner Kamera (oder dank meiner trägen Reaktion) habe ich jetzt aber sowohl die Garage als auch einen niedlichen Federbauch mit Flossen, den ich am liebsten ständig kraulen würde (HILFE, ich klinge ja schon wie Birgit....):P

Natürlich verfolgen uns auch die Seehunde und kommen später unter namibischer Flagge an Bord:

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In der Robbenkolonie entdecken wir ein Baby, wie süüüüß 😁 (Birgit lässt güßen)

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Marko erklärt sehr ausführlich, man merkt, dass er mit dem Herz dabei ist, seine Freundlichkeit wirkt nicht aufgesetzt.


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Die Sache mit den Austern interessiert uns insofern (auch wenn wir sie nicht mögen), als unser französischer Patensohn Aqua-Cultur studiert hat und wir das Thema aus französischer Sicht kennen (dort gibt es große Probleme mit der Austernzucht http://www.stern.de/wissen/natur/frankreich-die-austern-sterben-weg-1584103.html ).


Leider ist es recht frisch und auch zum Teil sehr dunkel, auch die Delphine wollen nicht mit den Wellen des Bootes spielen – aber immerhin sehen wir welche, wir sind ja mittlerweile bescheiden.

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Es werden sogar die Segel gesetzt – allerdings frischt der Wind so sehr auf, dass sie wieder eingeholt werden, weil das nun folgende Büffet in Gefahr geraten würde. Ich hatte ja schon vorher gelesen , dass es etwas zum Snacken gibt – aber unsere Erwartungen wurden wirklich übertroffen. So viele Leckereien, dazu Sekt (und niemand aus unserer Gruppe auf dem Foto 😉 )


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– und im Anschluss noch Gebäck – wir sind begeistert – und pappsatt und leicht angeheitert am Ende. Übrigens haben wir auf dem Katamaran drei junge Deutsche kennengelernt, die mit ihrem eigenen Fahrzeug unterwegs sind – ich habe sie aufs Forum angesprochen, und einer schreibt wohl auch hier – leider habe ich seinen Nickname vergessen.

Wieder an Land geht es schnell zurück ins Hotel, denn nach einer kurzen Pause geht es für sechs von uns gleich weiter zum nächsten Highlight des Tages: ein Flug über Sossusvlei und Küste!
Teil 1621. Juni 2011
Swakopmund, 4. Mai 2011 – der Nachmittag

Im Vorfeld des Swakopmund-Aufenthaltes haben sechs von uns (Achim, seine Tochter Sabine, meine Schwester, mein Mann, Detlef und ich) beschlossen, einen Rundflug bis zum Sossusvlei und zurück über die Küste zu machen, sofern man dies irgendwie ins Programm pressen könnte.

Man konnte: Tulivu bemühte bereits auf der Fahrt nach Swakopmund eines seiner zahlreichen Handys und organisierte uns den Flug inklusive Shuttle. Da in ein Flugzeug nur 5 Passagiere passen, melde ich mich freiwillig bereit, mit einer anderen Gruppe mitzufliegen. Der Hintergedanke: unserer Kinder sind bei einem Absturz dann wenigstens nur Halbwaisen.... 😊 Die Piloten werden ja wohl nicht so blöd sein, die beiden Maschinen ineinander rasseln zu lassen, oder? 😮

Wir machen uns mit dem superpünktlichen Shuttle auf den Weg zum Flughafen – unterwegs müssen wir im Büro aber erst zahlen. Dort erfahren wir, dass mich mein Pilot schon erwartet, weil seine Gruppe abgesehen von meiner Wenigkeit vollständig ist. Also sollte man sich eigentlich beeilen, aber Achim hat mal wieder nichts besseres zu tun, als noch einmal aus dem Fahrzeug auszusteigen und in Seelenruhe ein Foto zu machen (wie schon öfters.....). Meine Schwester und ich rufen ihm daher leicht genervt zu, er möge doch endlich einsteigen. 🤨 Seine Tochter antwortet uns ebenso leicht genervt (die Missstimmung beruht also auf Gegenseitigkeit, vermutlich findet sie unser Verhalten genau so bescheuert wie wir das von ihrem Vater): Ihr müsst ihn doch nicht immer rufen, er weiß das doch selber.😠 Aha! Aber Wissen und entsprechendes Handeln liegen eben manchmal weit auseinander. Der aufmerksame Beobachter merkt, dass sich nach und nach kleine Gereiztheiten einschleichen – Lagerkoller?? 😈

Beim Flughafen angelangt hetze ich zu meiner Crew – es handelt sich um 4 Franzosen, die in einer geführten Kleingruppe Namibia gegen den Uhrzeigersinn bereisen. Nun spricht der Pilot zwar Englisch, aber kein Französisch, bei den Franzosen ist es umgekehrt.😐 Okay, dann kann ich ja dolmetschen, da ich beide Sprachen für den Hausgebrauch beherrsche. Dies beschert mir den Platz neben dem Piloten – er meint, dann könne ich alles, was er sagt, nach hinten weitergeben.

Das Flugzeug sieht innen schon recht verratzt aus 😮

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und als ich nachher die Fotos aus der anderen Maschine sehe, weiß ich, dass ich mir das nicht eingebildet habe.


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der Pilot erscheint mir seeehr, seeeehr jung – darf der überhaupt schon alleine fliegen? 😐 Und außerdem: das Wetter hat sich seit heute Vormittag nicht wesentlich gebessert...🤢

Blöde Gedanken schießen mir durch den Kopf: wird meine Restfamilie die Lebensversicherungspolice finden? Wer macht meine Ablage, die ich natürlich vor dem Urlaub nicht mehr erledigt habe? Die Steuer? Wer kümmert sich nachhaltig um die Katzen? Um die Pflanzen? Was passiert mit den ganzen ungeklärten Fälle in meinem Zweitjob?

Aber niemand interessiert sich für meine Probleme und schon starten wir. Meine vorsichtige Frage an den Piloten, ob es überhaupt Sinn macht, bei diesem Wetter – fette schwarze Wolken hängen Richtung Sossusvlei am Himmel rum – in die Luft zu gehen, wird mit einem Kopfnicken und einem Lächeln quittiert. Naja, der hat gut lachen, er hat daheim auch sicher nicht so viele ungelöste Probleme wie ich....:(

Wer jetzt meint, ich fliege nicht gerne, der täuscht sich. Früher war ich ein richtiger Flug-Junkie, es gab nichts Schöneres als Flüge mit vielen Zwischenlandungen, ich fand alles an Bord überaus spannend und überhaupt nicht furchteinflößend. Aber damals hatte ich noch keine Familie – und keine unerledigte Ablage... 😄

Außerdem strapaziert man bekanntermaßen pro zusätzlichem Flug, den man im Laufe seines langen Lebens absolviert, zunehmend die Statistik – vielleicht hätte ich das eine Semester Wahrscheinlichkeitsrechnung doch besser einfach ausfallen lassen sollen???? 😕

Trotz all dieser negativen Gedanken entspanne ich mich langsam, zumindest habe ich den Start überlebt – das soll ja schon eine der größten Gefahrenquellen sein. Mein Dolmetscherjob gestaltet sich ein wenig schwierig, erstens ist es dermaßen laut in dieser Kiste (ist dieser Lärm eigentlich normal oder liegt es am Alter der Maschine, an defekten Motoren 🤩 ???) , so dass meine Stimmbänder stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Und Zweitens beschränkt sich meine Aufgabe hauptsächlich darin, die Namen der Sehenswürdigkeiten, die wir überfliegen, nach hinten weiterzugeben . Eine richtige Konversation kann so natürlich nicht aufkommen – schade eigentlich.

Trotzdem erfahre ich am Schluss des Fluges, dass die Franzosen kein Glück mit Tiersichtungen hatten, keine Elefanten, keine Löwen im Etosha. Antilopen und Giraffen, ja, das schon. Okay, ich wäre schon froh über eine Giraffe! 🙂

Wir überfliegen die Ödnis, durch die wir gekommen sind,

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den Kuiseb entlang


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über Gobabeb,


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sehen den Kuiseb Canyon wieder,


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und bekommen tolle Einblicke in die Namibwüste. Die Anordnung der Dünen und die farblichen Kontraste – verschiedene Grüntöne, roter Sand, beiger Sand, graue Felsen, Wasser sind wunderschön!


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Man gewinnt einen völlig neuen Eindruck aus dieser Perspektive. Schade, dass die Sonne selten scheint und die Kontraste daher nicht sehr stark sind.

Nach einem recht langen Flug, bei dem das Wetter zwischendurch richtig schlecht ist

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erreichen wir das Sossusvlei. Es ist ein tolles Erlebnis, von oben alle Stellen wiederzuerkennen, an denen wir vor ein zwei Tagen schon waren.

Die Zufahrt zum Shuttle-Parkplatz,


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unsere Big Mama


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das Ganze im Überblick


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und zusätzlich sehe ich sogar das Deadvlei auf diese Weise noch!

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Was wir noch nicht wissen: am Tag darauf wird es wieder nicht möglich sein, in das Vlei zu fahren – kein Wunder bei den Wassermassen, die unterwegs sind! So richtig wohl ist es mir weiterhin nicht – denn inzwischen blitzt es rings um uns herum und wir fliegen im Regen zurück Richtung Heimat.


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Wir werden durchgeschüttelt, die Tankanzeige flackert rot auf, der Pilot dreht an irgendwelchen Knöpfen und Schaltern – ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass so eine Maschine sicher auch ohne Motor im Gleitflug landen kann. Hmm, so ganz sicher bin ich mir aber nicht. 😊

Ich werde abgelenkt von den Wracks, zuerst die Eduard Bohlen weit weg von der Küste

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und dann die Shaunee am Strand.


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Wir sehen Dünen, die ins oder aus dem Meer „wachsen“.


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Die Sonne kämpft sich durch, und je mehr wir nach Norden fliegen und, desto besser wird es. So ein Glück - ich hatte nämlich schon schreckliche Visionen vom Zustand der morgigen Strecke nach eventuellen neuen Regenfällen...

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Walvis Bay


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Und endlich kommt Swakopmund bei inzwischen wieder schönem Wetter in Sicht – 2,5 sehr interessante, aber auch (nervlich und temperaturmäßig) anstrengende Stunden gehen zu Ende.

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Wir landen sicher, das Flugzeug mit den anderen 5 ist auch schon da.

Schnell zurück ins Hotel (alles ist wunderbar organisiert und klappt pünktlich), duschen (Angst- und sonstiger Schweiß wird abgespült) und dann wartete Tulivu vor dem Hotel auf uns, um uns zum Essen auszuführen. Er warnt uns, dass es mindestens eine halbe Stunde zu Fuß sei und fragt Sabine, ob sie ihre hohen Schuhe wirklich anlassen wolle. Aber Schönheit muss leiden – also marschieren wir ohne Schuhwechsel los. Das war mal wieder ein typischer Tulivu-Gag: nach 5 Minuten sind wir da! Unser Ziel ist die Kupferpfanne

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– ein originelles Lokal, allerdings finde ich persönlich das Essen zu wuchtig (z.B. eine dicke Sahnemehlsoße am Gemüse). Tulivu hat da aber keinerlei Probleme - er gönnt sich eine Schweinshaxe. 🤢

Fazit des heutigen Tages: tolle Katamaran-Tour, unbedingt zu empfehlen. Flug auch sehr eindrucksvoll, leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt – dadurch war die Sicht und damit die Möglichkeit zu Fotografieren, ziemlich eingeschränkt. Aber trotzdem sehr empfehlenswert, so ein Flug! Hansa Hotel sehr luxuriös, Essen dort sehr gut. Kupferpfanne sehr originelles Lokal, das Essen war mir für abends aber zu schwer.

Die beiden Programmpunkte an einem Tag waren natürlich ein bisschen heftig – aber es hat vom Timing her perfekt geklappt und verarbeiten muss frau das dann eben später (z.B. indem sie einen Bericht im Namibia-Forum schreibt 😛 ).
Teil 1726. Juni 2011
Donnerstag, 5. Mai 2011 – unser längster Fahrtag (Teil 1)

Heute wird es fahrtechnisch richtig anstrengend werden! Zum Glück wissen wir das beim Frühstück noch nicht und genießen noch mal so richtig das Büffet des Hansa-Hotels – und amüsieren uns insgeheim über die schlechte Laune der Trenchcoatlady-Truppe. 😛

Von Tulivu erfahren wir, dass deren Bus nun endgültig den Geist aufgegeben hat und ausgetauscht wird. Sie sind uns ab da auch nicht mehr unterwegs begegnet – schade eigentlich!:(

Los geht’s auf der Salzpiste Richtung Hentiesbay. Unterwegs gibt es mal wieder ein Wrack zu bewundern – bei tollem Wetter!

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Überhaupt: was soll eigentlich das dauernde Gerede hier im Forum von Nebel und Kälte in Lüderitz und Swakopmund? Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und angenehme Wärme – so sieht das aus, wenn Engel reisen... 😄 😛

Gleichzeitig ist im Sossusvlei mal wieder Land unter – man kann es sich kaum vorstellen! Ich bin wirklich froh, dass es trocken ist, denn die Salzpiste ist schon bei diesem Wetter nicht angenehm zu fahren – ich möchte nicht wissen, wie man in diesen Spurrillen rumeiert, wenn es regnet.😮

Als wir von unserem Strandausflug zurückkommen, erwartet uns diese Überraschung hier:

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Das gibt natürlich ein großes Gelächter! 🤪 Keine Ahnung, wo Tulivu die organisiert hat (es sind zwei) - er behauptet aus dem grünen Bus, aber der Schemel dort war doch weiß?

In Hentiesbay wird fürs heutige Picknick eingekauft und am Ortsende erklärt uns Tulivu dann noch die Bedeutung des Galgens:
Man "hängte" früher symbolisch diejenigen, die den Strand und den Ort mit ihrem Müll verunstalteten und fotografierte sie. Angeblich droht diese Strafe noch heute jedem, der seinen Abfall nicht wieder mitnimmt. Hentiesbay ist auch tatsächlich ein sehr sauberer Ort. Gar keine schlechte Idee also! Vielleicht sollte ich mal Kontakt mit unserer Stadtverwaltung aufnehmen?? 😐

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Wir biegen rechts ab Richtung Uis und die Landschaft wird wieder sehr eintönig. Plötzlich steigt Tulivu in die Eisen – niemand versteht warum! Kein einziger Adler kreist über dem Bus, null Oryx auf halb neun, keiner hat eine Pinkelpause verlangt. Was hat er also entdeckt?


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Ein Chamäleon! Keine Ahnung, wie er so kleine Tiere bei seinem Höllentempo überhaupt rechtzeitig erkennt – aber er tut es! Wir sind begeistert von dem kleinen Kerlchen, es wechselt auch tatsächlich mehrmals die Farbe.

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Schau mir in die Augen, Kleines!!


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Dann hat es genug von der Busgruppe 😉 und marschiert von dannen - auch seine Bewegungen sind sehenswert! Im Gleichschritt - marrsch!

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Der nächste Stop ist auf Höhe des Brandbergmassivs – welches ich sehr imposant finde – bei einem Mineralien-Stand, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht.

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Unsere Freunde, die extraterrestrischen Zombies, auch Sattelschrecken genannt, sind auch schon da (vermutlich mit Ufos eingeflogen) – sie klettern frech auf den großen Mineralien herum. 😮

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Bähhhh..... ich mag sie immer noch nicht – und ich glaube nicht, dass wir noch Freunde werden. Trotzdem erstehe ich Bergkristall Nr.3, in Swakopmund habe ich nämlich auch einen schönen gefunden – aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei.... Wenn das so nichts wird mit dem Referat von Sohnemann – wie dann?

Weiter geht’s nach Uis. Dies Straße ist.....na ja, sagen wir mal fahrbar. Das Problem unserer heutigen Route ist folgendes: eigentlich ist laut Tourplan vorgesehen, zur Damara Mopane Lodge zu fahren, die ein gutes Stück östlich von Khorixas liegt. Außerdem soll an diesem Tag, oder am nächsten, der Versteinerte Wald besichtigt werden. Twyfelfontein, Orgelpfeifen und verbrannter Berg auch am nächsten Tag. Nun ist es aber so, dass die Pads in der Gegend von Twyfelfontein momentan sehr sehr schlecht sind, so dass die Fahrerei dort eine Tortur ist und viel Zeit kostete. Das nächste Problem: die Strecke von Khorixas nach Palmwag, die wir dann sinnvoller Weise Richtung Grootberg Lodge nehmen sollten, ist kaum befahrbar. Sogar heute noch ist nur eine 30 km lange Umleitung vorhanden, die wohl provisorisch geschoben wurde, als sich die ursprüngliche Straße dank des Regens verabschiedet hat.

Aus den aktuellen Straßenzustandsberichten:
C39
Between Twyfelfontein & Palmwag
There is an approx. 30km detour, to bypass a washed away road section. Please drive slowly!
23.05.2011

Also sind wir gezwungen morgen über Kamanjab zu fahren.
Dass Ganze wäre viel weniger kompliziert, wenn man wie bisher bei der Reise in der Twyfelfontein Lodge übernachten würde, die liegt ja mitten in dem Gebiet mit den gruseligen D-Pads. Aber nein, man nächtigt jetzt in der Damara Mopane Lodge, die für dieses Programm eher ab vom Schuss liegt. Ich denke mal, bei guten Streckenverhältnissen spielt das keine so große Rolle, aber zur Zeit fährt man ungern mehr als nötig. Begründung für den Wechsel der Unterkunft laut Tulivu: es gibt dort bessere Konditionen.

Okeeee, Tulivu entscheidet, dass man die Tour umstellt. Heute werden alle Punkte um Twyfelfontein herum "abgehakt", auch mit dem Risiko, später als ihm lieb ist in der Lodge anzukommen (er hasst es nach eigenem Bekunden, erst nach Einbruch der Dunkelheit in einem Quartier einzulaufen). Dadurch gewinnt man für morgen und somit für die Grootberg Lodge viel Zeit, kein Hin- und Zurück auf den schlechten Pisten, zumal man nicht weiß (na ja, Tulivu wohl schon), wie es auf der Streck zum Grootberg Pass aussieht. Zudem ist Regen für den nächsten Nachmittag vorhergesagt – na dann.....

Wir biegen also auf die D 2612 ab

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– und schon wird’s rustikal. 🤩

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Das sollte auch die ganze Zeit so bleiben – man kann sich leicht vorstellen, in welchem Tempo wir voran kommen. Außerdem heißt es natürlich wieder ständig auf der Hut sein, damit man die richtige Körperspannung für die Schlaglöcher aufbaut. Achim, der wie üblich als Beifahrer fungiert (das ist okay für uns, er drängelt sich da nicht vor), holt sich mal kurz ein Wasser und wird nachlässig - als er ganz entspannt wieder auf seinen Platz steigen will, muss Tulivu wegen eines Lochs bremsen – und Achim landet kopfüber auf seinem Platz. 😛 Da er sich nichts getan hat, gibt es natürlich großes Gelächter. 😄

So kämpfen wir uns zu unserem Picknickplatz inmitten von tollen Granithaufen (und diversen Fliegenschwärmen 😠 ) durch. Der Anblick ist mal wieder wunderschön: das silberne Gras im Wind, der blaue Himmel mit den Deko-Wolken, die Granitfelsen, die Bäume.
Überhaupt: der Bewuchs hat sich auf der Fahrt nach und nach stark verändert, aus der öden Wüste nach Hentiesbay wurde grünes Land mit richtigen (Mopane)Bäumen. So sieht das schon besser aus!

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Aha, und Elefanten soll es hier auch geben? Wer's glaubt wird seelig....

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Teil 1826. Juni 2011
5.Mai 2011 - Teil 2

Nun geht es weiter nach Twyfelfontein.

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Wir fahren um 14 Uhr auf den Parkplatz ein und während wir aussteigen, schaut Tulivu konzentriert mit dem Fernglas übers Tal zu den Berghängen. Und dort – ganz ganz weit entfernt am Fuße der Anhöhen – sind Wüstenelefanten! 🙂

Man kann sie mit bloßem Auge kaum oder nicht erkennen, die gezoomtem Fotos aus der Hand sind natürlich ziemlich unscharf.

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Aber: ich habe Wüstenelefanten gesehen – yes! Und fotografiert – noch mal yes! Es gibt sie also tatsächlich! 🤪

Achim ist der Meinung, dass man sich sofort in den Bus setzen und sie verfolgen sollte. Ich persönlich kann mir gar nicht vorstellen, wo man da fahren sollte – sie sind ja mitten in der Landschaft, da sieht nichts nach Piste für einen Bus aus. Tulivu lässt sich auch nicht auf diese Idee ein und bringt uns zu der Führung. Es ist gar nicht viel los - die meisten Touristen kommen wohl vormittags wegen der Hitze - so war es bei uns ja auch geplant.

Mir gefällt es jetzt schon...

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Er erklärt uns, dass er in der Nähe bleibt, um uns zu helfen, falls es zu felsig und unwegsam wird, aber er würde in Distanz zum Guide bleiben, weil diese es wohl nicht leiden können, wenn Tour-Guides dabei sind. Außerdem weißt er uns darauf hin, dass die Wanderung für unsere Kniekranken eventuell zu schwer wäre.

Ich habe hier und in anderen Berichten im Internet ja schon davon gelesen, dass die Guides z.T. eher missmutig ihr Werk verrichten. Wir haben aber viel Glück: Janet ist voll motiviert und erzählt ununterbrochen – ihr Wissen plätschert nur so aus hier heraus – eine Janet-Fontein, nix Twyfelfontein 😉

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Sie spricht englisch, flicht aber ein paar Brocken deutsch ein. Bei dem Haus von David Levine, dem damaligen Farmer, das nur noch eine Ruine ist, erklärt sie, dass dieses nicht restauriert wird. "Kabuddd is kabudd!" 😄 Das kam so lustig raus, sie hatte auch noch ein schelmisches Grinsen dabei im Gesicht!
Meine Schwester entscheidet an diesem Punkt, nicht weiter mit zu gehen, ihr Knie tut weh. Mir rutscht dazu ein "Kabuddd is kabudd" raus. 😛

Im Nachhinein muss ich sagen: viel Wind um nichts, Tulivu hat ein bisschen übertrieben, was den Schwierigkeitsgrad betrifft und ihr wohl unnötig Angst gemacht. Das Ganze war eher ein Spaziergang – ich fands sehr schön, die Strecke und die Gravuren!

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Auch wenn Achim, der Nörgler der Meinung ist, dass es sich hier um ein Fake handelt, touristisch gut vermarktet...🤔

Mir gefällts trotzdem (außerdem gebe ich nichts auf sein Gemunkel) – Janet erklärt wirklich mit Herzblut, sie erzählt uns von der rituellen Bedeutung der Gravuren, von Schamanen, die in Trance geraten, und dass dies nichts mit Drogen zu tun hat, sondern dass die Tiere ihnen als eine Art Vehikel dienten, z.b. der Löwe mit dem Knickschwanz, der auch auf der Dienstkleidung als Abzeichen aufgenäht ist. Sie schildert das alles sehr eindrücklich und mit vielen Details - und ich könnt mich in den Hintern beißen, dass ich nicht besser aufgepasst habe – ich bekomm das nicht mehr alles zusammen. 😊

Beim Weitergehen frage ich sie, wie sie zu diesem Job gekommen ist. Sie ist wohl schon als Schülerin hier unterwegs gewesen und später mit den Führern mitgegangen, weil sie diese Fundstätte so fasziniert. Als es dann für sie die Möglichkeit gab, hier zu arbeiten, hat sie natürlich zugegriffen.

Ich finde alles sehr interessant, dazu das schöne, nicht zu heiße Wetter, die Sonne steht nicht mehr sehr hoch, dadurch haben wir weiches Licht. Und dann – sehen wir sogar die Wüstenelefanten noch einmal! Auf einer dieser Metallplattformen stehend entdecken wir sie wieder im Tal – sie marschieren recht flott und sind weiter nach rechts gezogen. Janet sagt, dass sie erst in den letzten Tagen wieder im Tal aufgetaucht sind.

Ewig schaue ich durch mein Objektiv, zoome mir die kleine Herde mit den Jungtieren heran und bin ganz fasziniert. Ich mache ein paar – auf Grund der Entfernung sehr schlechte - Aufnahmen, und die müsst Ihr euch jetzt anschauen, ob Ihr wollt oder nicht. Aber ich bitte um Nachsicht – es sollten meine einzigsten Elefanten auf dieser Reise sein, so viel kann ich schon verraten.... 🙁

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Die Elefanten sehen rund, satt und zufrieden aus (hihi, sofern man das aus dieser Distanz beurteilen kann) - ihnen ist es bestimmt schon lange nicht mehr so gut gegangen wie dieses Jahr!

Irgendwann bekomme ich einen Rüffel – ich blockiere nämlich die ganze Mannschaft hinter mir, die sich an der schmalen Treppe nicht vorbei traut, weil sie Angst hat, mir ins Bild zu geraten. Uuups, ich hab doch nur geschaut – und war richtig in Trance – meine Droge heißt Wüstenelefanten! 😊

Überhaupt habe ich festgestellt, dass ich mich mit dem Blick durch die Linse ziemlich gut abschotten kann – die Leute um mich herum mit eventuell nervigem Gelaber nehme ich dann gar nicht richtig wahr. Sie mich aber wohl schon – ich denke, einige sind von mir manchmal genervt - wie auch in Twyfelfontein – weil ich (unbewusst und unabsichtlich) die besten Plätze zum Fotografieren oder Beobachten blockiere. Mea culpa.....!! 😗

Abgesehen von den Elefanten gibt es noch ein anderes schönes Tier zu sehen, bisschen kleiner, aber dafür wesentlich näher da - ganz frech kackt es auf das Weltkulturerbe 🙂

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Tulivu macht am Ende der Führung Druck, es ist schon spät, 15.30 Uhr, und es steht noch viel auf dem Programm. Wir Damen flitzen noch schnell aufs Klo, die Kauflustigen werden aus dem Shop gezerrt und dann geht’s wieder ab in den Bus. Schnell noch ein Foto vom gängigen Twyfelfontein-Motiv, leider von der falschen Seite (habs erst hinterher gemerkt)Die Farben sind aber hüben wie drüber so schön ;-):

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Tschüss Twyfelfontein - mir hats hier richtig gut gefallen!


Im Bus quengelt Achim wieder: Tulivu soll die Elefanten suchen! Achim hat nämlich noch schnell mit der Gruppe aus einem anderen Bus auf dem Parkplatz gesprochen – DEREN Guide ist angeblich ins Gelände gefahren und sie haben die Elefanten gaaaaanz nah gesehen. Das mag jetzt stimmen oder auch nicht – aber man sieht von der Straße aus sowieso überhaupt nichts mehr von ihnen. Man wüsste also gar nicht, wo man suchen sollte. Also fährt Tulivu unbeirrt weiter. Achim ist stinkesauer.....Immer wieder tuschelt er jedem zu, dass der andere Guide das viel besser gemacht hat und so weiter - bla bla bla..... 😵

So wie ich Tulivu kennen gelernt habe, hätte er sicher auch Elefanten"jagd" betrieben, wenn es möglich gewesen wäre oder Aussicht auf Erfolg gehabt hätte.

Und wenn man es mal ganz anders rum betrachtet - aus der Optimisten-Perspektive sozusagen 😉 : hätte Tulivu die Tour nicht umgeplant - wer weiß, ob die Wüstenelefanten am nächsten Morgen überhaupt in der Gegend und dann auch zu sehen gewesen wären... ?!?

Die nächsten beiden Sehenswürdigkeiten hätte man für mein Gefühl – vor allem unter dem Aspekt des Zeitdrucks – ausfallen lassen können. Jeder ahnt was ich meine: Verbrannter Berg

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und Orgelpfeifen.

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Okay, ich habs gesehen und für gut befunden – aber es zieht mich nicht – im Gegensatz zu Twyfelfontein – in seinen Bann. Vor allem bei diesem Geholper dorthin. Tulivu ist aber pflichtbewusst und will seinen Kunden das bieten, was im Plan steht – schließlich musste er ja schon die Mondlandschaft ausfallen lassen.

"Okeee, alle fertig mit Fotografieren?" Es ist 15.51 Uhr. Weiter geht’s zum Versteinerten Wald, wir fahren/rumpeln/holpern wieder fast eine ganze Stunde durchs Gelände. Bei sehr tief stehender Sonne kommen wir dort an, es ist schon 16.50 Uhr.

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Trotzdem werden wir freundlich empfangen, unser Guide ist ein nettes Kerlchen, er spricht englisch und peppt seinen Vortrag mit ein paar Brocken Deutsch auf.

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Leider bin ich inzwischen in einen Allbernheitsmodus geraten, irgendwas ist wohl beim letzten Schlagloch in meinem Hrin durcheinandergeschüttelt worden.😜 Als der Guide dann bei den hier auch ansässigen Welwitschias mehrfach und mit Nachdruck das Geschlecht der Pflanze erklärt: "This is ein Weibsen und this ist ein Männsen" kann ich mich kaum mehr beherrschen – dummerweise schaue ich in diesem Moment Elke ins Gesicht. Ihr geht es wohl ähnlich, und so schüttelt mich ein unterdrücktes Kichern durch. 😄

Meine Schwester ist auch schnell angesteckt – und so verläuft der Rest Führung nicht mit dem ihm gebührenden Ernst ab. Und ich kann bis heute leider die Welwitschia nicht in weiblich und männlich unterscheiden..... Selber schuld!B)

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Die versteinerten Bäume sind dann aber doch sehr interessant, ich komme wieder ein bisschen runter und lasse mich von dem Alter und dem Aussehen sowie der Herkunft der Fossilien beeindrucken. Als Schwäbin, die in einem Schwarzjuragebiet wohnt und quasi mit den dortigen Fossilien aufgewachsen und entsprechend geprägt ist, weiß ich eine solche Sehenswürdigkeit natürlich besonders zu schätzen! 😁

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17.20 Uhr geht es weiter, die Sonne steht schon sehr tief, was für ein schönes Licht und wir sind hier die einzigsten.

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Jetzt nur noch schnell zur Lodge. Denkste – Tulivu besteht auf einem standesgemäßen Sundowner! Es kostet mich einige Nerven, wie er auf hügeliger, holpriger Piste eigentlich nur in den Rückspiegel schaut und den Stand der Sonne beobachtet – die Unebenheiten und eventueller Gegenverkehr scheinen untergeordnete Bedeutung zu haben. 🤩 Dummerweise ist die Sonne schon hinter einem Hügel verschwunden – also müssen wir uns einen erhöhten Ort suchen, damit wir sie noch einmal sehen. Ohne Sonne keinen Alkohol!

Wir schaffen es – ohne im Graben zu landen finden wir einen geeigneten Standplatz – mitten auf der Straße, aber wer außer uns ist jetzt auch noch freiwillig unterwegs?

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Wir packen unsere geschmackvollen Plastikbecher aus und leeren die Sherryflasche.

Das Suchen hat sich gelohnt (nicht wegen des Sherrys 😉 )!

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Danach lassen wir uns gottergeben in der Dunkelheit weiter durchrütteln - und das noch einmal 1 Stunde lang! Zwischendurch schaltet Tulivu plötzlich seine Scheinwerfer und auch die Innenbeleuchtung aus – mit viel Trara schaltet er sie wieder ein – und was sehen wir? 😎 TEERSTRASSE! Uff, wenigsten wird das Gerüttel abgestellt und wir können den Rest der Strecke etwas entspannter zurück legen.

Das Einchecken in der Lodge geht recht zügig voran, dann gibt es auch gleich Abendessen. Wir sind alle ein bisschen verwettert von der langen Fahrt und so will es uns nicht durchgängig schmecken. Die Anlage selber finde ich ziemlich steril, die grünliche Beleuchtung eher deplaziert.

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Mit Achim gerate ich noch fast aneinander. Die meisten aus unserer Gruppe haben sich wenig bis gar nicht mit unserer Route und den Unterkünften beschäftigt. Ich dagegen habe die Reiseunterlagen quasi auswendig gelernt und viele Bewertungen zu den Lodges gelesen - aus reiner Vorfreude. Also gebe ich auf der jeweiligen Strecke mein Halbwissen zum Besten, wenn ich danach gefragt werde (ja, Lehrer, ich weiß, lästig.... 😉 ) – in diesem Falle bringe ich die Tatsache zur Sprache, dass die Lodge ganz neu und erst seit November geöffnet ist.

Achim behauptet stur und fest, dass das nicht stimmt, man würde doch an den Fenstern sehen, dass die Lodge schon älter sei und sicher nur letztes Jahr renoviert wurde – und überhaupt sei ja alles schon recht vergammelt. Nein, ich versuche ihm zu erklären, dass dies eben Afrika ist, sicher hat man die Fenster irgendwo recycelt – er beharrt aber weiterhin auf seinem Standpunkt! 😵

Wie schade, dass ich Google Earth nicht zur Hand habe – damit wäre der Beweis einfach, die Lodge gibt es dort noch nicht zu sehen. Was wäre das für eine Genugtuung, Achims Gesicht zu sehen!!! 😛

Müde und ein bisschen schlecht gelaunt fallen wir in die Betten. Morgen dürfen wir als Ausgleich für den harten Tag heute etwas länger schlafen!:)
Teil 1929. Juni 2011
Freitag, 6.Mai 2011 – Fahrt zur Grootberg Lodge

Wie gesagt: wir dürfen ausschlafen (wobei ich eh keine Langschläferin bin), das Tor der Lodge werden wir um 9.30 Uhr hinter uns lassen. Wir sind aber schon seit 7 Uhr unterwegs – die Macht der Gewohnheit – und fotografieren ein bisschen.

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Die Gärtchen – neu angelegt, nicht kürzlich renoviert 😗 – sind hübsch, die Bepflanzung ist sehr unterschiedlich und in Kleingärtnermanier tauschen wir uns über "unser" Gemüse und die Blumen aus.

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Der Gärtner, den ich um Erlaubnis für ein Foto frage, will unbedingt strammstehen....😁

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Das Frühstück haut uns nicht um – zumal wir die Frühstückshallen recht ungemütlich finden. So kommt auch schnell der Spruch auf: Abfahrt um 9.15 Uhr auf Gleis 3.;)

Die Malaria-Prophylaxe wird diskutiert: Detlef und Andrea werfen schon – ohne uns was zu sagen, tztztz - seit gestern Abend Malarone ein, Herbert und Birgit nehmen meines Wissens nichts – oder tun es stillschweigend und beteiligen sich nicht an der repräsentativen Umfrage. Achim, Elke und das Töchterlein verweigern die Einnahme, weil sie wohl auf einer ihrer anderen Afrikareisen schlechte Erfahrungen in Richtung Dauer-Übelkeit gemacht haben.🤢
Meine Schwester fängt beim Frühstück mit der Prophylaxe an, Martin interessiert – so ist mein Eindruck - das Thema überhaupt nicht, entweder nimmt er heimlich was oder Malarone ist noch nicht bis in den Osten der Republik vorgedrungen *duck*....:P

Ich beschließe, die Kombination "Prophylaxe per Gin Tonic + Malarone als Stand-By" zu testen, mein Mann ebenso.

Nach dem Frühstück steht ein gaaaanz wichtiger Programmpunkt an: Shopping! 😄 Der kleine Souvenirladen gefällt uns recht gut, Birgit findet endlich "a Bluserl", was genau genommen ein Safarihemd mit dem Schriftzug der Damara Mopane Lodge ist, diverse Halskettchen und Armbänder wechseln den Besitzer, man hat endlich mal Zeit, sich in Ruhe umzuschauen.

Und dann geht’s weiter. Alle gut geschlafen? Jaaaa! Alle gut gefrühstückt? Naja.....🤔

Die Strecke führt uns nach Kamanjab, dort müssen wir dringend tanken und gegenüber gibt es eine öffentliche Toilette mit Duschen. Wir Damen begutachten das Ganze und beschließen, dass wir uns auf die Toiletten beschränken werden 🤢 – dort ist Teamwork angesagt, weil die eine Tür ständig nach außen aufgeht.

Danach geht’s noch in den Tanke-Shop – und die Augen meines Mannes leuchten auf. Das ist ja beinahe ein kleiner Baumarkt! 🙄

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Spaten, Mausefallen, alles was das (Männer)Herz begehrt! Das Frauenherz entdeckt eine wunderschöne Giraffe, so eine mit mattfarbenem Körper, bei der das Muster eingebrannt ist. Aber sogar ich muss sagen, dass sie eine Nummer zu groß ist. Schweren Herzens lasse ich sie im Laden stehen – zumal ich mir ja geschworen hatte, erst dann eine (richtig große – die Babygiraffe aus Helmeringshausen zählt natürlich nicht) Holzgiraffe anzuschaffen, wenn ich eine in Echt gesehen habe.

Zurück am Bus die böse Überraschung – die Kiste will nicht mehr anspringen! 😮 Es hätte uns ja auch gewundert, wenn wir bei diesen Bedingungen ohne Probleme durchgekommen wären. Aber wir haben ja Achim!;) Endlich kann er mal aktiv werden und seine Energien in sinnvolle Bahnen lenken (habe ich schon erzählt, dass er ständig am Aufstehen, Hinsetzen, Aus- und Wiedereinsteigen, Fotografieren, Quatschen ist?).:P

Während Tulivu den Anlasser betätigt, bedient Achim die manuelle Benzinpumpe – der Tank war nämlich so leergefahren, dass auch in den Leitungen Luft war. Plötzlich springt der Motor auch wieder an – und Achim hat sein Erfolgserlebnis! Unser Retter!!😂

Weiter geht’s Richtung Grootbergpass und gleich nach Kamanjab wird die Strecke wieder extrem schlecht, Wasser, Wasser, Wasser. Mit allen seinen Begleiterscheinungen.... 🤩 Wir kommen mal wieder sehr langsam voran.

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Trotzdem freuen wir uns über jedes afrikanische Tierchen (das sollte sich allerdings bei einigen von uns am Abend und in den beiden Nächten auf der Grootberg Lodge ändern!) – endlich erwische ich, wenn auch unscharf, mal eine Gabelracke, bevor sie aus meinem Bild herausfliegt.

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Dieses Kälbchen hat ganz lockiges Fell - süüüüß! Wann sieht man daheim schon mal so nette Kühe?

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Plötzlich meldet meine Schwester (mit nur halblauter Stimme - sie hat nämlich Angst, eine Fata Morgana oder das Werk ihrer geliebten Kulissenschieber zu sehen und nun zum Gespött der Truppe zu werden): Giraffen! Und tatsächlich: Auf halbzehn schauen zwei Köpfe aus dem dichten Bewuchs! Achtung Suchbild 😉


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Hee, anhalten, umdrehen, in die Tanke nach Kamanjab fahren, Giraffe kaufen – ich hab nun eine in Echt gesehen, ich darf jetzt....!!!

Nichts da, ich bleibe ganz ruhig und zücke nur meine Kamera – lebendige, freilebende Giraffen, gleich zwei Stück! Ist das nicht toll? Wir beobachten und fotografieren die Beiden eine Weile, dann kommt ein Fahrzeug aus der Gegenrichtung und gibt uns den Tipp, dass es ein Stück weiter noch mal Giraffen an der Straße hat. Neeeiiiin, bitte nicht weiterfahren, die sind sicher verschwunden, bis wir kommen....!!

Ich liebe diese Plüschohren , die Augen mit den beneidenswert langen Wimpern 😘 (was gäbe ich dafür!),die kleinen Hörner, die ja eine Art Geweih sind, die langen Beine (was gäbe ich dafür!) diesen Schwanz mit dem schwarzen Bommel (okay, auf den würd ich eventuell verzichen).

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Sie sind friedliche Tiere (serafe, arabisch = lieblich!), Vegetarier, leise und verständigen sich durch Infraschall über große Distanzen. Eigentlich das perfekte Haustier – wie kann ich nur meine Nachbarn davon überzeugen – schließlich steigen sie ja mir nichts dir nichts über läppische Zäune (also die Giraffen, nicht die Nachbarn, die sind alle Ü80) 😄 ??? Okay, aber wenn ich schon keine mitnehmen kann, möchte ich sie wenigstens noch eine Weile in Ruhe anschauen!

Pech gehabt- Tulivu gibt Gas, tschüss, war nett euch kennen gelernt zu haben – und in meinem nächsten Leben werde ich eine Giraffe! 🤪

Vier Fahrminuten später auf der linken Seite (wie praktisch, dass ich links sitze – Ihr erinnert euch an meine schlechten Eigenschaften beim Fotografieren?): 3 Tiere sind schon aus der Ferne zu erkennen!

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Diese drei Wesen sind immer wieder in Bewegung, schauen über die Straße



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und Tulivu zeigt uns den Grund: rechts befindet sich ein Giraffenbulle und will irgendwie über den Zaun und die Straße kommen.


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Tulivu bittet uns, ganz ganz ruhig zu sein, damit sich der Bulle vielleicht trotz unserer Anwesenheit traut. Er traut sich nicht! Aber wir können die vier Hübschen in Ruhe beobachten und fotografieren (und ich scheue mich auch nicht, nach rechts zu wechseln um den Bullen zu knipsen 😉 ).


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Damit der Stress für die Königskinder, die zusammen nicht konnten kommen, nicht noch größer wird, fahren wir weiter.

Okay, der Tag ist bereits um 12 Uhr gerettet – ich habe Giraffen gesehen - sechs Stück - alles Weitere ist Zugabe! 🙂

(Fortsetzung folgt – aber nicht mehr heute)
Teil 2030. Juni 2011
Oh Alex, du hast immer so Ideen... 😄

Aber weiter gehts:

Fortsetzung "Fahrt zur Grootberg Lodge", 6.5.2011

Vorbei an Termitenhügeln (ja, wir wissen immer noch jedes auch noch so kleine afrikanische Tierchen zu schätzen, notfalls auch nur seine Behausung!)

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und Pavianen

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nähern wir uns dem Grootberg-Plateau.


Die Wettervorhersage scheint zu stimmen – es ziehen ein paar dunkle Wolken durch die Gegend.😠

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Von den Giraffen ab gerechnet erreichen wir in einer Stunde den höchsten Punkt des Grootberg Passes

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und damit den unteren Parkplatz der Grootberg Lodge.

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Der Mitarbeiter an der Schranke hat einen nervenaufreibenden Job 😛 – die meiste Zeit verbringt er wohl mit Warten.
Wir warten auch eine halbe Stunde, bis unser Taxi kommt und uns über den sehr holprigen Weg nach oben bringt.

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Dort angekommen sind wir begeistert über diese Aussicht! 🤪

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Ich hatte ja hier schon viel darüber gelesen, aber in Wirklichkeit ist es doch noch einmal anders. Man schaut und schaut und schaut und verliert sich in diesem Tal. Die totale Einsamkeit.

Die Häuschen werden verteilt und bezogen,

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danach werden wir zu einem späten Mittagessen erwartet. Zwischendurch bleibt Zeit, um ein bisschen zu fotografieren.


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Ich bin ja ein großer Fan von den Rock Dassies und wünsche mir so sehr, wenigstens eines davon auf der Reise zu sehen und möglichst auch zu fotografieren. In den vielen Steinen rund um den Pool entdecke ich diese possierliche Tierchen und lichte sie ab. Ich bin happy 🙂 – endlich habe ich meine Klippschliefer gefunden!


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Hmmm, beim Kontrollblick aufs Display kommen mir Zweifel. Irgendwie sehen sie anders aus als auf euren Fotos im Forum. Ich gehe zu zwei der Lodge-Mitarbeiter, die in der Nähe sind, und zeige ihnen zur Bestätigung meiner Hoffnung die Fotos. Sie kichern los: nein, das sind Dassie Rats! 😄

Okay, wenn ich das nächste Foto genau anschaue, entdecke ich auch die Ähnlichkeit mit einer Ratte (auch wenn sie wohl weder Ratte noch Maus sind). Peiiiinlich.....!😊

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Die eine Dassie Rat hat eine hässliche Narbe - vermutlich eine Bisswunde.🤢

Aber ich gebe nicht auf – durch mein Objektiv entdecke ich wieder kleine Tiere im Fels - und dieses mal habe ich Glück! Das sind definitiv Klippschliefer! 🙂 Familie Rock Dassie wird von einem Vogel begutachtet, die Eltern turnen fröhlich zwischen den Steinen und auch auf der Tonne hinter der Hütte herum.

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Was gucksch du?

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Nach einer Weile verspürt eines der Dassies ein dringendes Bedürfnis.... Es klettert nach oben

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Hmmm, ja hier riecht es nach Toilette

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Hee, lass mich in Ruhe mit deiner Kamera!

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Ich geh mal lieber eine Stufe höher, hier sollte dringend mal wieder geputzt werden!

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So, besser, hier kann ich in Ruhe mein Geschäft verrichten!

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Ich habe jede Menge Spaß dabei, diese netten Tiere zu beobachten!😁

Jetzt aber schnell zum Essen. Es gibt zwei oder drei Gerichte zu Auswahl, für die wir uns beim Einchecken hatten entscheiden müssen. Die ursprünglich 6 Gerichte stellen sich zum Großteil als nicht vorrätig heraus. Die Nudeln mit einer fruchtigen Tomatensauce sind zwar kalt – aber so was von lecker! Ich glaube, mir hat auf der ganzen Reise nichts so geschmeckt wie diese Pasta, vor allem die Sauce ist ein Gedicht. Nicht auszudenken, wie das Ganze warm schmecken würde 😉 (vielleicht sogar schlechter?).

Wir bekommen eine kurze Erklärung: in den Hütten gibt es abgesehen von der Beleuchtung keinen Strom - zum Akkuladen und zum Föhnen (mal wieder das leidige Thema 😉 ) soll man zur Rezeption kommen. Heißes Wasser gibt es aus den Donkeys, die von den Mitarbeitern angefeuert werden. (Ich dachte, dass das jeden Tag geschieht, aber da sollte ich mich täuschen!). Aber es ist ja erstaunlich, wie an diesem Ort fernab jeglicher Zivilisation überhaupt eine solche Lodge stehen kann!!

Morgen steht das Elefanten-Tracking auf dem Programm – für das Frühstück kann man zwischen zwei Varianten wählen, gesund oder mit Eiern usw... Wir sollen uns jetzt schon entscheiden, damit morgen alles früh und schnell hingerichtet werden kann und wir pünktlich ins Tal fahren können. (Grau ist alle Theorie.... 😉 ).

Heute haben wir den Rest des Nachmittags frei – wenn wir eine Wanderung übers Plateau machen wollen, sollen wir einen Guide zur Begleitung mitnehmen. Hmpf, das hatte ich im Forum anders gelesen.🤔 Eigentlich würde ich gerne nachher mal ganz für mich alleine ein bisschen herumstreifen, aber wenn das so ist....eine solche Aktion mit Guide ist mir dann doch zu offiziell. Tja, den Grund für diese Maßnahme werden wir morgen erfahren und übermorgen hören!😮

Also schauen wir uns noch in Ruhe auf dem Gelände um, richten uns in unseren Hütten ein, duschen mit dem restlichen (!) warmen Wasser aus dem Donkey und lassen die Seele baumeln. Die Sache mit dem Spaziergang hätte sich sowieso schnell erledigt, denn die dunklen Wolken nehmen zu,


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der Adler beschließt zu landen

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und dann fängt es heftig an zu regnen. Oje, wie gut dass wir schon hier sind und die kritischen Pisten hinter Kamanjab und die Fahrt hoch zur Lodge nicht im Nassen absolvieren mussten!

Leider entdecke ich in unseren Betten eine Unzahl von kleinen schwarzen Fliegen – oder sind es kleine Käfer? Für mich ein Problem – nach einem Frankreichurlaub, in dem wir von Bettwanzen quasi zerfleischt wurden und wochenlang mit den juckenden Quaddeln, sogar auf den Augenlidern, zu kämpfen hatten, bin ich traumatisiert. 🤩

Ich kämpfe also mit allen verfügbaren Mittelchen gegen die Tiere an, kehre sie vom Bett – aber sie kommen aus allen Ritzen wieder anmarschiert. Naja, da werde ich mich wohl mit ihnen arrangieren müssen. Unsere großen Panoramascheiben haben leider auch keine Fliegengitter wie bei den anderen Hütten – also kann man auch nicht richtig lüften. Aber es regnet ja eh....

Für das kurzzeitig schlechte Wetter werden wir mit einem Regenbogen und toller Beleuchtung belohnt.:)

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Noch ein Tier sehen wir beim Sundowner: der schöne Falter ist süchtig nach Bier und lässt sich kaum davon abhalten, in die Gläser zu tauchen.🤢

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Beim Abendessen ergibt sich ein Problem – es ist kein Trinkwasser in Flaschen mehr vorhanden. Offensichtlich gibt es auf Grund der schlechten Pisten Lieferengpässe - wie schon mittags beim Essen zu bemerken war.

Tulivu ist das sehr unangenehm, und so verschwindet er eine zeitlang. Zurück kommt er mit etlichen Wasserflaschen aus unserem Bus – er ist mit einem der Guides noch mal die schlechte Strecke runter zum Parkplatz gefahren. Leider bringt er auch eine Wolke von Benzingeruch mit – der Allradwagen der Lodge hatte wohl einen undichten Kanister geladen... 🤢

Unser Tourguide will uns nicht mit seinem Geruch den Appetit verderben und verschwindet vom Tisch. Das ist uns wiederum unangenehm – schließlich hat er sich ja für uns geopfert! Auf der anderen Seite wissen wir, dass er in jeder Lodge Kumpel hat und den Abend natürlich lieber mit denen als mit uns verbringt.;)

Die Angestellten singen und tanzen – ähnlich wie auf der Anib Lodge – und lassen ein Körbchen für Trinkgeld herumwandern.

Das Abendessen ist unspektakulär – nicht super toll, nicht wirklich schlecht. Nach ein paar Verdauungsgetränken geht’s ab ins Bett.

Fazit 1 (Nachtrag zum Tag zuvor): Die Fahrt mit den vielen Programmpunkten war sehr anstrengend, man hätte wie gesagt Orgelpfeifen und Verbrannter Berg streichen können, um das Ganze etwas zu entzerren, aber Vertrag ist Vertrag, hat Tulivi gedacht.
Damara Mopane Lodge konnte bei mir nicht punkten: erstens, und da kann sie natürlich nichts dafür, weil sie nicht gut in unsere abgeänderte Tour gepasst hat. Zweitens fehlt mir das Flair, außerdem bin ich keine große Freundin von diesem Grün, das dort überall zu sehen ist (ich meine nicht das Gras und die Bäume).

Fazit 2: heute mal eine schön kurze Strecke zu fahren, verziert mit Giraffen (und endlich kann ich mein Avatar ändern, jipiiee!), die wir gar nicht erwartet hatten. Das sind die schönsten Tiersichtungen - die Überraschungen! Die Mitarbeiter der Grootberg Lodge sind alle super freundlich und irgendwie so goldig in ihrer teilweise unperfekten Art - gerade das macht das Ganze aber so sympathisch! Aussicht spektakulär, auch die Holzveranda ist ein Traum! Leider war es recht kühl, so dass man nicht ganz entspannt draußen sitzen konnte gegen später (es wurde aber innen gegessen). Essen naja, aber ich bin kein Maßstab, da ich eigentlich auf Fleisch nicht scharf bin und eher das Drumrum esse.

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