I did it : Busrundreise durch Namibia !

Reisebericht 366 Antworten · 220k Aufrufe · gestartet 12. Mai 2011 von Champagner
1'483 Beiträge · seit 200913. Mai 2011 · #21
Hallo Schampus,
kann man vom Lachen Muskelkater kriegen?
Ich werd´s morgen spüren.

Herzliche Grüße Reinhard
105 Beiträge · seit 200913. Mai 2011 · #22
klasse, klasse,

Hi Schampus,

hoffentlich liest einer der Mitreisenden den Bericht.

Gruß
Walter
160 Beiträge · seit 200913. Mai 2011 · #23
hallo Champus,
auch ich bin gaaaaaaaaaaanz gespannt wie es denn weitergeht, denn ich habe gerade Hummeldumm gelesen.


Gruß
uschisiggi
Mein Motto: Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. (Hermann Hesse)
842 Beiträge · seit 201013. Mai 2011 · #24
Hallo Chanpus,

bitte gaaaaaaaaaaaaaaaaaanz schenell weiter schreiben !!!

LG Antje im NAM-fieber
Themenstarter8'680 Beiträge · seit 201014. Mai 2011 · #25
Danke für die netten Rückmeldungen - aber bitte setzt mich nicht unter Druck! Da ich bei den Tatsachen bleiben will (mal abgesehen davon, dass ich die Namen der Teilnehmer abändere), gibt die Reise dann doch nicht sooo viel Stoff für einen "Unterhaltungsroman" her.... Immerhin klappt das Fotoeinfügen reibungslos - vielen Dank @ TanjaH!!!


26. April, Dienstagfrühmorgen

Ein recht schlaf- und ereignisloser Nachtflug liegt hinter uns. Da ich inzwischen keinerlei Erwartungen mehr an Service und Essen bei Flugreisen habe, kann ich auch nicht meckern - früher habe ich mich gespannt auf den Start, das Essen, die Bordunterhaltung gefreut und wurde meistens enttäuscht, heute absolviere ich das Ganze im Matze-Kleinschen-Gemüsemodus. Meine Art, mir das Leben leichter zu machen! 😉

Immerhin gab es am Vorabend beim Start in Frankurt einen Sundowner zur Einstimmung:

P1050121.JPG




Beim Ausfüllen der Einreise-Formulare kurz vor der Landung scannen meine Schwester und ich die Reiseunterlagen des höchst unfreundlichen Herrn hinter uns (er hat sich tierisch aufgeregt, wenn sich meine Schwester auch nur einen Millimeter bewegt und dadurch sein Tischchen gewackelt hat - dabei gab es doch genug flugbedingte Turbulenzen, die wesentlich stärker waren). Ich laufe beim Scannen Gefahr, mir einen Muskel im Hals zu zerren, werde für meinen Einsatz aber durch die Erkenntnis belohnt, dass seine Unterlagen überhaupt nicht wie unsere aussehen. Uff, dieser Kelch ging wohl an uns vorüber!

Nach der superpünktlichen Landung sind wir eine der letzten, die ihren Stempel in den Pass bekommen (mal wieder die falsche Schlange gewählt - genau wie daheim beim Einkaufen 😁 ) und ihre Koffer vom Band zerren.

Nun steht also der große Showdown bevor!

Unseren Guide=Fahrer Tulivu (er möge mir die Namensänderung verzeihen, aber "Frieden und Ruhe", so die Übersetzung laut www. passt gut!) entdecken wir sofort, er hält leicht desinteressiert das Schild mit dem Namen unserer Reise hoch und quatscht dabei mit anderen wartenden Guides - Mitreisende können wir nicht entdecken, aber wir sind ja auch wohl die letzten. Auf Englisch bittet er uns, schnell Geld zu tauschen falls nötig und uns dann zu der "Lady in green" dort drüben zu gesellen.

Hmpfff, stand in den Unterlagen nicht, dass wir eine deutschsprachige Reiseleitung haben? Auf die Frage meiner Schwester nach seinen Deutschkenntnissen antwortete er mit unbewegtem Gesichtsausdruck und dem bekannten Zeichen von Daumen und Zeigefinger: "A little bit".

Der Abstand der beiden Finger ist seeehr, seeeeehr klein!

Okay, man hat sich ja nicht umsonst jahrelang durch schlechten Englischunterricht gequält - mal ganz abgesehen davon, dass mein Mann und ich aus verschiedenen Gründen recht gut Englisch verstehen und sprechen (schreiben weniger, also sorry, falls Fehler auftauchen). Muss ja aber nicht auf jeden, der diese Reise gebucht hat, zutreffen - Schwesterherz z.B. kann zwar Englisch, is aber trotzdem not amused....Die Stimmung sinkt daher um ein paar Grad.

Wir zerren unsere übergewichtigen Gepäckstücke (zusammen haben wir tatsächlich knapp 60 Kilo) zu dem Treffpunkt, dabei sehe ich aus dem Augenwinkel, dass wir doch nicht die Letzten sind und ein sympathisch wirkender Mann mit zwei Frauen im Schlepptau eben bei Tulivu aufschlägt. Ohhhkeeeee, das sieht ja schon mal nicht schlecht aus! Am Treffpunkt stehen so viele Leute, das können unmöglich alles unsere Mitreisenden sein. Also weiter warten.

Da kommt Tulivu angeschlurft, vom Typ her Balu der Bär, das Ganze in tiefschwarzer Ausführung, vom Stamme der Ovambo, wie wir später erfahren.

Ohne Worte (und ohne Lächeln) winkt er uns, ihm zu folgen, und eine brave Herde von 9 Leuten folgt ihm zum Bus. Dort werden uns die Koffer abgenommen und wir klettern die steilen Stufen hoch in unser "Wohnzimmer" für die nächsten 16 Tage. Tulivu teilt uns die umfangreichen zusätzlichen Reiseunterlagen aus, dabei bemerken wir, dass noch zwei Leute fehlen. Mr.Guide macht sich also auf die Suche und in der Zwischenzeit kommen die ersten Gespräche in Gang, Vornamen werden ausgetauscht, man ist sich spontan sympathisch und es gibt gleich eine Sorge, die uns vereint: was machen wir wegen der fehlenden Deutschkenntnisse unseres Guides? Reklamation beim Tour Operator? Das will man dem armen Tulivu aber doch auch nicht antun. Einen von uns als Simultandolmetscher bestimmen? Hmmm, das will auch keiner so wirklich.

Wir suchen uns also recht ratlos schon mal einen Platz in dem 23-Sitzer-Bus. Da wir nur 11 sind, kann sich jeder einen Zweiersitz wählen - das ist doch wenigstens was Positives! Zum Glück hat jeder so seine Vorlieben, hinten, vorne, in der Mitte - der erste Streit um die besten Plätze fällt also schon mal flach!

Nun kommt Tulivu mit dem fehlenden Ehepaar - ca. Mitte 70. Wir offerieren ihnen gleich die noch freien Sitzreihen, die beiden wollen aber zusammen sitzen - und das möglichst ganz vorne, weil es ihr schnell schlecht wird beim Fahren. Oweh, das kann ja lustig werden! Tulivu räumt die Bank direkt hinter seinem Platz frei, wo er Kartons mit Unterlagen stehen hatte, und die beiden sind zufrieden.

Boarding completed! Es kann also losgehen! Tulivi ergreift das Mikrofon und fragt: "Is there anybody who doesn't speak English?". Tja, was sagt man da? Wir sind ja schließlich gebildete Mitteleuropäer, Weltbürger und Weitreisende, oder?!? Trotzdem: zögerlich geht eine Hand nach der anderen hoch, mindestens fünf Leute outen sich tapfer zum Wohle der Allgemeinheit.

"Okeeeee", sagt Tulivu mit breitem Grinsen, "dann spreche ich eben Deutsch"!

Mannomann, hat der uns drangekriegt! Das erste 11-fache laute Lachen schallt durch den Bus - die Stimmung schnellt nach oben!


Ich stelle euch noch schnell die ganze Gruppe vor, und dann fahren wir im nächsten Teil nach Windhoek rein:

Mein Mann, meine Schwester und ich aus Schwaben. Birgit und Herbert, Rentner aus Oberbayern. Achim, Elke und Sabine aus Schwaben. Hier trete ich gleich ins erste Fettnäfchen und frage Sabine: Schwester oder Schwägerin (so wie bei uns)? Öhmmm....Tochter....! Naja, sieht man nicht auf den ersten Blick, es waren wohl frühgebärende Eltern - Tschuldigung! Dann noch Detlef und Andrea aus Franken und Martin aus Sachsen.

Was die Dialekt-Mischung betrifft kommen wir also sehr nahe an Hummeldumm heran!!

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Nachtrag: ich sehe gerade, wie lang das wird - werde mich bei den nächsten Episoden kürzer fassen, versprochen!
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2013
2'772 Beiträge · seit 200614. Mai 2011 · #26
Champagner schrieb:

Nachtrag: ich sehe gerade, wie lang das wird - werde mich bei den nächsten Episoden kürzer fassen, versprochen!
Nööö, muss nicht sein 😉 Ist doch schon ganz lustig 🙂 🙂

LG Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
160 Beiträge · seit 200914. Mai 2011 · #27
mir gefällt's auch in der Langfassung. Weiter so!!!
uschisiggi
Mein Motto: Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. (Hermann Hesse)
5'538 Beiträge · seit 200814. Mai 2011 · #28
Hallo Schampus,

bei Deiner wirklich guten Art zu erzählen, wäre es schade, wenn Du jetzt auf Kurzfassung umstellst. Es macht einfach Spaß, Deine kleinen und großen Erlebnisse zu lesen. Danke.

Liebe Grüße
Gerd
1'247 Beiträge · seit 200914. Mai 2011 · #29
Champagner schrieb:Nachtrag: ich sehe gerade, wie lang das wird - werde mich bei den nächsten Episoden kürzer fassen, versprochen!
Ja nicht etwa; zumindest nicht, solage es so witzig und spannend bleibt 🙂

Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
8'054 Beiträge · seit 200814. Mai 2011 · #30
Hallo Schampus,

Mich stört die Länge auch nicht!B)

Da bringst Du uns die kleinen Details die den Bericht so köstlich "Hummeldumm" machen...!:P

Nur weiter so, I love it!😜

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
1'483 Beiträge · seit 200914. Mai 2011 · #31
Hi Schampus,
tu uns das bitte nicht an. Bei einer Kürzung würden doch nur die nackten Fakten übrigbleiben. Das Subjektive macht doch gerade den Reiz aus!

Herzlicher Gruß Reinhard
1'309 Beiträge · seit 200914. Mai 2011 · #32
Hallo Schampus,

also Kurzfassung - neeeee das geht ja mal gar nicht!
Bitte schön weiterschreiben, ich versetze mich grad 20J. zurück in meine Gruppen-Reisezeit!
Macht richtig Spaß, deinen Bericht zu lesen und zeigt außerdem, dass Gruppenreisende eben doch eine gehörige Portion Humor mitbringen müssen. Zumindest die, die anschließend einen Reisebericht schreiben! 🙂
Liebe Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
Themenstarter8'680 Beiträge · seit 201014. Mai 2011 · #33
Dienstag, 26.April 2011, 7 Uhr:



Froh darüber, dass die Trenchcoat-Ladies nicht bei uns eingestiegen sind und wir einen deutschsprachigen Guide haben geht’s ab nach Windhoek. Wir sind sehr früh dran, an ein Einchecken im Kalahari Sands ist nicht zu denken, also machen wir eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung der üblichen Verdächtigen. Fotos erspare ich euch – jeder kennt die Sehenswürdigkeiten, und bei dem grauen Nieselwetter wirkt alles etwas trostlos.


Wir fahren auch durch Katatura und bekommen viele interessante Informationen von Tulivu geliefert, der selber in Windhoek lebt. Später halten wir bei Penduka an, bekommen eine kurze Führung und dann wird dort zum ersten mal in Namibia geshoppt (ich habe ein kleines Stoff-Einkaufstäschchen erstanden)!

Schwesterlein (rechts) und ich sind allerdings recht schnell erschöpft davon und hoffen, dass es bald ins Hotel geht.


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Daraus wird leider nichts, da es immer noch sehr früh ist – wir fahren also erst noch ins Craft Center. Dort schauen wir uns ein bisschen um – der große Kaufrausch will sich aber nicht einstellen. Obwohl ich diesen Kerl ja schon ganz gerne mitgenommen hätte... 😉

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Dann – endlich – checken wir ein und haben „frei“ bis abends und sogar das Wetter bessert sich. Wir haben alle wunderbar frisch renoviert Zimmer im 6. Stockwerk – mit einem schönen Ausblick auf die (für unser Gefühl allerdings irgendwie gar nicht richtig „afrikanisch“ wirkende) Landschaft.


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Das wäre ja alles ganz prima – aber die Renovierungsarbeiten sind noch in vollem Gange und der Presslufthammer treibt sein Unwesen direkt über unseren Köpfen ohne Pause von 8 – 17 Uhr. Der Poolbereich auf dem Dach, von dem man angeblichen einen tollen Rundblick über die Stadt haben soll, ist nicht betretbar 😠 !

Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben und nach einer erfrischenden Dusche geht’s zum Essen – wir drei stolpern zufällig in ein nettes Lokal. Den Namen habe ich mir nicht gemerkt – vielleicht kennt es jemand.


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Wir essen Spargel, Pfannkuchen und Kässpätzle.


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Okay, dafür hätten wir nicht unbedingt 10 Stunden fliegen müssen – aber es war sehr lecker und gar nicht teuer!

Nun geht es zurück ins Hotel zur Erholung. Trotz Baulärm schlafe ich irgendwann ein und wache erstaunlich fit wieder auf.
Abends werden wir von Tulivu abgeholt und in Joe’s beerhouse kutschiert.
Dort essen wir an einem großen runden Tisch in netter Atmosphäre – allerdings sind alle recht müde und so artet der Abend nicht aus.

Man checkt ein bisschen die Leute aus der eigenen Runde, erfährt, welche Reisen sie schon gemacht haben (zwei Untergruppen, und zwar die Eltern mit erwachsener Tochter sowie die Rentner aus Bayern haben schon Afrika-Erfahrung – und das werden wir uns im Laufe der Reise noch sehr, seeeehr oft anhören müssen 😗 ), man schaut sich bei Joe um und ist dann froh, als es endlich zurück ins Hotel und damit ins Bett geht!


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Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2013
956 Beiträge · seit 200915. Mai 2011 · #35
Hallo Schampus!

Freut mich, dass dir das Einfügen der Fotos leicht fällt - wie gesagt, alles kein Problem 😉

Ich finde deinen Bericht bisher sehr unterhaltsam - weiter so!

LG aus Österreich,

Tanja
Themenstarter8'680 Beiträge · seit 201015. Mai 2011 · #36
Okay, Ihr habt es so gewollt 😛 (danke für die Komplimente natürlich, da werd ich ja gleich rot)!

Nachtrag zu Dienstag: Ich hatte ja schon an anderer Stelle erwähnt, dass für meinen Mann vor allem das technische Equipement für diese Reise wichtig war. Nun musste er in Windhoek feststellen, dass er mit keinem seiner Handys nach Deutschland telefonieren konnte – warum auch immer. Ich dagegen rief schnell mal locker bei unseren Söhnen an, ohne Probleme (und ohne zu wissen, warum es bei mir geht und bei ihm nicht) 😊 . So ein Ärger aber auch, hähä, die technisch unterbelichtete Frau telefoniert, der Mann schaut tatenlos zu 😉 (ich hab ihm natürlich mein Handy geliehen – bin ja nicht so...)

Der Kauf einer Karte brachte ihn auch nicht richtig weiter. Sein Plan, damit das Internet mit Hilfe eines Geräts aus seinem geheimnisvollen Karton, der ca. ein Viertel seines Koffers ausfüllte, zum Laufen zu bekommen, scheiterte kläglich. Schlussendlich ließ er sich doch dazu überreden, eine halbe Stunde Internet an der Rezeption zu kaufen.... Das Handy funktionierte dann mit der vorher gekauften Karte, wenn auch nur ein paar Tage lang, da wenig Guthaben drauf war – aber es gab ja zum Glück immer noch meines.... Naja, so kann Mann auch den Nachmittag in Windhoek verbringen!

Mittwoch, 27. April 2011

6.20 h: meine Schwester klopft panisch an unsere Zimmertür - ihr Kofferschloss lässt sich nicht öffnen, und das keine zwei Stunden vor Abfahrt – sie noch im Schlafanzug! Schwager Techniker und Schwester Nichtechnikerin versuchen, das Schloss zu knacken – ohne Erfolg. Also muss mein Vorschlag greifen, einfach die 999 Möglichkeiten durchzutesten (eine Ziffer weiterdrehen, drück, eine Ziffer weiterdrehen, drück...). Nach einiger Zeit steht eine glückliche, wenn auch noch leicht gestresste Schwester mit vom Weiterdrehen lädiertem Daumen vor der Tür: genau eine Zahl nach ihrer ursprünglich gewählten hat gepasst! Allerdings tatsächlich sonderbar das Ganze – am Abend vorher ging’s noch mit der alten. Gefehlt hat nichts im Koffer – also dürfte keine Manipulation stattgefunden haben....Auch eine Trixie-Schusselei ist unwahrscheinlich. Es wird ein ungelöstes Rätsel bleiben.


Nun denn – Frühstück und ab in den Bus, um acht geht’s los!
So sah unser Bus am Anfang der Reise übrigens aus, strahlend weiß – das sollte sich aber noch ändern!

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Zur Freude meines Mannes funktioniert die GPS-Aufzeichnung! Unser Guide benötigt sie zwar nicht, (schade eigentlich, Mann hätte sich doch gerne im Ausland nützlich gemacht, einfach nur rumsitzen und sich chauffieren lassen ist nicht so sein Ding). Naja, wenigstens hat er jetzt ein Spielzeug - und ich muss zugeben: die Komplettaufzeichnung am Ende der Reise ist dann doch sehr interessant!

Zwei der anderen Männer (Franke und Schwabe) sind mit Fotografieren beschäftigt, die beiden anderen (Sachse und Bayer) schreiben eifrig Tagebuch und denken sich ihren Teil. Meine Schwester und Andrea schauen raus, ich kämpfe mit meinem neuen Fotoapparat, dem unbekannten Wesen, Mutter und Tochter plaudern hinten im Bus und Birgit aus Bayern, die ja bekanntermaßen direkt hinter Tulivu sitzt, belabert ihn auf „hoch“bayrisch. Es ist zum Totlachen: langsam und überdeutlich redet sie mit ihm wie mit einem leicht zurückgebliebenen Kind (stellt euch einfach vor, Ihr diktiert einem Erstklässler einen Satz): „Tulivuuhuuu,...verschteeehsttt...du...main...Bayrrrisch???“ (Warum nur muss ich in diesem Moment an Hummeldumm denken?? 😐 )

So ist also jeder mehr oder weniger sinnvoll beschäftigt!

Unser heutiges Ziel ist die Kalahari Anib Lodge. Unser Bus ist gut klimatisiert, es gibt einen Kühlschrank mit kostenlosem Wasser und wir fühlen uns pudelwohl. Tulivu versucht uns das Rotationsverfahren im Bus zu erklären. Jeder rutscht pro Tag einen Platz nach hinten, wer hinten ankommt, wechselt auf die andere Seite und so weiter.... Wir sind uneinsichtig - das ist uns alles viel zu kompliziert! Außerdem kommen von hinten Reklamationen: „wir wollen unsere Plätze nicht hergeben“ – vor allem Elke protestiert: sie sei schon bei den Schulausflügen immer hinten gesessen und möchte das weiterhin so handhaben! (Bitte merkt euch diesen Satz ganz genau!!)

Außerdem wird es Birgit ja angeblich schlecht beim Fahren, warum sollte sie also mit Gewalt ab und zu hinten sitzen müssen? Lange Rede kurzer Sinn: Tulivu kann sein Rotationsverfahren den namibischen Hasen geben – es gibt genug freie Plätze, die man auf Wunsch einnehmen kann, z.B. auch neben dem Fahrer. Und wer mal einen bestimmten Platz haben möchte, der gerade besetzt ist, sagt es einfach (merkt euch auch diesen Satz für später!). ALLE sind einverstanden (bitte auch dies merken!).

Bald sehen wir unsere ersten Tiere, yeah!


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Dann – am obligatorischen Stopp beim Tropic of Capricorn – warten Aliens auf uns!!!

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Unser Guide bezeichnet sie als Bodenkäfer ("die tun nichts") – ich kann sie aber bis heute trotz intensiver Internet-Recherche in keinem Insekten-Lexikon finden.... es müssen Außerirdische sein, so wie die aussehen, mit langen Antennen am Kopf und Roboterbeinen! Auch die Geräusche, die sie von sich geben, wenn sie sich bedroht fühlen, kenne ich aus Fantasy-Filmen meiner Söhne. Echt gruselig!

Meine Schwester und ich beschließen, dass diese Wesen und wir keine Freunde werden – und trotzdem werden sie in den nächsten Tagen unsere treuen Begleiter sein 🤩 .

Auf der Weiterfahrt sehen wir noch Marabus und Eland-Antilopen (wenn auch in weiter Ferne, entsprechend unscharf ist das Foto).


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Nach Ankunft auf der Lodge gibt es ein spätes, schnelles Mittagessen und bald geht es los zur Sundowner-Fahrt.

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Unser netter Guide Freddy (Sahneschnittchen Nr.1 😘 )erklärt viel und gut

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und fährt uns weit durch die schöne, mit hohem Gras bewachsene Landschaft.

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Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass wir nur wegen der Landschaft unterwegs sind, aber wir sehen tatsächlich auch Tiere. Unsere ersten Oryxantilopen, sooo schön – zwar mit bloßem Auge kaum zu erkenne, aber wahr! Und das auch noch auf roter Düne! (ein erster Test meines Objektivs)

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Und Mensch, was bin ich zu diesem Zeitpunkt stolz auf mein Springbock-Foto! Mir hat ja keiner gesagt, dass mir danach noch Hunderte davon über den Weg laufen werden.... Egal, das Bild gefällt mir trotzdem, vor allem weil er mit mir spricht - sieht man deutlich, oder?

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Es sollte noch besser kommen: Nochmal Oryxe, Strauße, Zebras! Also noch ein paar Fotos mit viel Gras und wenig Tier:

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Ich bin völlig im Glück und begieße die schöne Landschaft und die prächtigen Tiere mit einem... okay, mit mehreren Schlucken Rotwein beim Sundowner!

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Hey, der sudafrikanische Rotwein hat es in sich, vor allem bei der Größe der Becher! Irgendwie bringe ich die Rückfahrt zur Lodge in tiefster Nacht mit Anstand hinter mich, fotografiere sogar noch eine Eule

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(oder einen Uhu? Oder doch auch ein Alien?? Ich kenn mich in Flora und Fauna nicht so wirklich aus und hab nicht immer gut aufgepasst, Rotwein sag ich nur) quasi ohne Licht (ich bin der Typ „Automatik-Knipserin“, stelle nichts ein, hab keine Filter und bearbeite die Fotos auch nicht im Nachhinein) und friere klaglos in Matze-Klein-Manier !

Abendessen ist okay, es wird alles an den Tisch serviert, was nicht jedermanns Geschmack trifft, Gesangseinlage des Personals nett, mit viel Gelächter der Beteiligten und dann gehts schnell ins Bettchen, denn unser Sklaventreiber-Guide murmelt irgendwas von „Wecken um Sechs, okeee?“.

Fazit: tolle Sundowner-Fahrt mit sympathischem Guide, schöner Landschaft, vielen Tieren und guten Getränken.
Was uns an der Kalahari-Anib-Lodge nicht gefallen hat war die Dunkelheit in den recht kleinen Zimmern. Wir haben aber erfahren, dass es wohl noch mehr Reklamationen gab und Gondwana in dieser Sache (Beleuchtung) etwas unternehmen will.
Stimmung in der Gruppe ist gut - und ich bin happy über meinen sprechenden Springbock!
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2013
Themenstarter8'680 Beiträge · seit 201015. Mai 2011 · #38
BerniOx schrieb:Hallo Champagner,

super Bericht.
Da werden bei mir wieder Erinnerungen wach!
Darf ich fragen bei welchem Veranstalter Du gebucht hast, und wer der Operator vor Oert war ?

Gruss
Bernd
Ich schick dir ne PM - wegen Werbung und so, okay?
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
3'080 Beiträge · seit 200915. Mai 2011 · #39
Hallo Champagner,

erstmal danke für die Schilderung der Bustour, habe vor ein paar Tagen Hummeldumm als Hörbuch genossen und bin von daher noch gut im Thema, ich ahne was da kommt.

Deine "Bodenkäfer" sind wahrscheinlich Sattelschrecken, ich suche mal ein Bild raus und vergleiche es mit deinem, müsste aber passen. Der Sattel ist hinter dem Kopf zu erkennen.

Sasowewi
Themenstarter8'680 Beiträge · seit 201015. Mai 2011 · #40
Jepp, danke, das könnte hinhauen - unter diesem Begriff habe ich was im Netz gefunden (ich häng mal noch ein etwas deutlicheres Foto an, das ich eben bei meinem Mann rausgekruschdelt habe)!

Sattelschrecke.JPG



Aber trotzdem....;)
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 15. Mai 2011