Reisebericht: Nam-VicFalls-Bot 2010

47 Antworten · 19,3k Aufrufe · gestartet 22. Jan. 2011 von BerniOx
Bilder klein
Antworten
Themenstarter109 Beiträge · seit 201022. Jan. 2011 · #1
Hallo liebe Fomis,

nachdem ich es nun endlich geschafft habe meine Fotos zu sortieren und ins Forum zu laden, möchte ich auch einen Reisebericht zum Besten geben. Ich habe hier im Forum schon ca. 2 Jahre mitgelesen und dadurch viel über das südl. Afrika gelernt (fast besser als aus einem Reiseführer). Nun möchte ich mich revanchieren und etwas zurückgeben. Ich habe kein Tagebuch geschrieben, deshalb wird es nicht sooo ausführlich. Aber Reiseroute, Unterkünfte und einige Highlights bekomme ich auch so hin.

Es war meine 3te Reise nach Afrika. Nach RSA 2008 und Nam (Süd- und Nord-tour) in 2009. Verglichen zu manch einem hier im Forum bin ich also noch ein Afrika Rookie. Aber ich denke, dass besonders auch andere Ersttäter, Erfahrungen und Ansichten eines anderen Anfängers interessant finden könnten und die alten Hasen unter Euch evtl. sich über das eine oder andere amüsieren. Somit versuche ich ne Mischung zwischen Information und Unterhaltung zu bieten.

Nun genug Geschwafel, los geht’s. Zuerst mal die Fakten :

Gebucht bei : Thomas Cook
Name der Reise(n) : Wunder des Nordens – Ethosha & Caprivi
Mit der Anschlussreise: Botswana und Victoria Falls

Operator vor Ort : Springbok Atlas

Verlauf der Reise :
-Windhoek (1 Nacht : Hotel Safari)
-Etosha (2 Nächte Etosha Safari Lodge (ausserhalb des Parks), 1 Nacht Halali (im Park)
-Otavi (1 Nacht Khorab Lodge)
-Mahangu (1 Nacht Mahangu Safari Lodge)
-Mudumu (2 Nächte Namushasha Lodge)
-Kasane /Chobe (1 Nacht Chobe Safari Lodge)

Hier wäre die Reise „Wunder des Nordens“ zu ende. Man konnte via Livingstone zurückfliegen, oder eine Anschlussreise buchen. Ich habe die Variante der Anschlussreise gebucht. Also geht’s weiter :

-Kasane (1 Nacht -geplant laut Katalog: Chobe Safari Lodge- wurde durch Kubu Lodge ersetzt)
-Victoria Falls (Zim) (2 Nächte im A’Zambesi River Lodge)
-Gweta (1 Nacht -geplant laut Katalog: Planet Baobab- wurde durch Gweta Lodge ersetzt)
-Maun (2 Nächte -geplant laut Katalog: Mankwe Bush Lodge wurde durch Maun Lodge ersetzt)
-Bei Ghanzi (1 Nacht Kalahari Bush Breaks)
-Windhoek (1 Nacht : Hotel Safari)

Da ich alleine reise habe ich mich für eine geführte Tour entschieden. Im Reisekatalog wurde als max. Anzahl 8 Personen angegeben. Da die letzten beiden Reisen mit einer wesentlich größeren Gruppe stattfand, fand ich diese Größe angenehm. Tatsächlich waren wir weniger als 8. Dazu aber später mehr.
Reisezeit war Anfangs/Mitte Oktober 2010.
Nun das war mal die Einführung, Bericht zum Erlebten folgt dann.

Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
842 Beiträge · seit 201022. Jan. 2011 · #2
Hallo Bernd,

ich freue mich auf Deinen Bericht. Gerade bei geführten Reisen bin ich auch immer auf die Eindrücke ganz neugierig, weil mein Freund diese Art des Reisens bevorzugt ...

Also - dann mal los !

Beste Grüße
Antje im Namibiafieber

PS: Hast Du Deine früheren Touren auch organisiert gemacht ? Wenn ja: Mit wem und wie hießen die Touren und was waren - grob - Deine Einschätzungen ?
Themenstarter109 Beiträge · seit 201023. Jan. 2011 · #3
Hallo Antje,

ja, die beiden anderen Reisen nach Afrika waren auch geführte Touren.

Südafrika :Auch bei Thomas Cook gebucht.
Name der Reise : Facettenreiches Afrika
Die Route (grob aus dem Gedächnis): Jo-burg - Scenic Route (Bourks Luck, Blyde River Canyon)-Krüger Park - Swasiland - St.Lucia mit Hluhluwe NP - Drakensberge - Durban - Innlandsflug nach Port Elizabeth - Garden Route mit Übernachtung in Knysa und Outshorn - Kapstadt.

Namibia: Bei Meiers Weltreisen
Name der Reise : Weiss ich nicht mehr
Die Route (grob aus dem Gedächnis): Windhok - Kalahari Anib Loodge - Zwischenstopp im Köcherbaum Wald dann Übernachtung Fish River Canyon Village - Lüderiz mit Kolmannskuppe -Sossusvlai und Sesrim Canyon- Swakopmund - Etosha - Windhok.

Da ich wie gesagt alleine Reise mache ich die geführten Touren gezwungenermasen. So total alleine mit nen Leihwagen - na ich weiss nicht.
Vorteil ist natürlich, dass man sich um wenig kümmern muss, man bekommt ja alles vergebröselt. Aber das kann auch ein Nachteil sein, wenn man als Selbstfahrer unterwegs ist, muss man sich mit Land und Route mehr auseinadersetzen dadurch kann das Reiseerlebnis intensiver sein. Das merkte ich mal auf Reisen in USA. Da machte ich auch ne geführte Tour and ein Jahr später im selben Gebiet das ganze als Selbstfahrer.

Sonst, nja ist wohl nichts neues, hängt es eben vom Guide und der Reisegruppe ab. Je grösser die Gruppe desto ehr mittelt sich alles, also man hat paar unangenehme Zeitgenossen, ein paar durchschnittliche und paar mit denen man gut auskommt. Es bilden sich dann eben kleine Gruppen. Je kleiner die Gruppe desto ehr die Gefahr, dass man nur die eine oder andere Sorte dabei hat. Dann kann's halt zur Hölle werden oder super Affengeil.

Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
Themenstarter109 Beiträge · seit 201023. Jan. 2011 · #4
Hallo,

so nach der kleinen Einführung geht's nun Los.

Die Bilder zu meiner Reise könnt Ihr im Album
http://www.namibia-forum.ch/community/photos/album.html?albumid=11741&userid=10017
sehen (ich hoffe das mit dem Einfügen des Links hat geklappt).

Ich hätte allerdings mehr Bilder ausmisten sollen. Wie ich sehe hat kaum jemand so viele Bilder in ein Album hochgeladen. Ich hoffe es langweilt Euch nicht zu sehr.

Aber nun los zur Reise :

Tag -1 : Anreise :
Obwohl ein kleiner Regionalflughafen vor der Haustür, musste ich mit der Tingelbahn nach Frankfurt. Die Reiseanbieter bieten kein Anschlussflug von diesem Flughafen an, man hätte ihn teuer dazubuchen müssen. Also geht’s mit der Schwäbischen Eisenbahn vom Bodensee über Biberach und Ulm nach Stuttgart (ich könnte fast einen neuen Text zu dem bekannten Lied dichten 😄 ).
Von da geht’s schneller mit ICE nach Frankfurt. Da die Bahn auch nicht mehr den besten Ruf hat, habe ich lieber eine Verbindung früher genommen als nötig und bin nun sehr zeitig am Frankfurt Airport. Am Check-in ist daher wenig los und ich komme ohne Wartezeit dran. Mein Flug (Nachtflug) geht mit South African Airways (SAA) über Johannesburg nach Windhuk.

Da ich nun viel Zeit habe bis zum Abflug schlendere ich durch die Shops des Airport’s und schlendere nochmals durch alle Shops und nochmals... . Bis ich mich entschließe etwas zu Essen. In einem Restaurant mit Blick auf das Flughafen – Vorfeld nehme ich ne Kleinigkeit zu mir.

Dann ist es Zeit zum Gate zu gehen. Als ich durch die Sicherheitskontrolle gehe, wird mein Handgepäck aussortiert und extra kontrolliert. Mein Photogeraffel war wohl verdächtig. Letztes Jahr hatte ich den selben Rucksack mit der selben Kamera und Objektiven, da hat’s keinen gestört. Nun gut, die Dame die mein Rucksack von Hand kontrollierte fand nichts verdächtiges und mein unschuldiges Gesicht tut sein übriges, somit konnte ich bald meines Weges gehen.



Das Boarding hatte Verspätung. Als ich im Flugzeug Platz nimm, bin ich angenehm überrascht von den Sitzabständen. Die Abstände letztes Jahr mit Air Namibia habe ich deutlich geringer in Erinnerung (aber Erinnerungen können auch täuschen). Interessant finde ich, dass SAA eine Kamera im Leitwerk hat (hab ich noch bei keiner anderen Airline gesehen) und man dieses Bild auf seinen eigenen Monitor schalten kann. So kann man die letzten Aktivitäten am und um das Flugzeug beobachten und die Wartezeit bis zum Start ist kurzweiliger. Nur die Lady neben mir interessiert sich nicht dafür, sie liest seit sie Platz nahm in einem Buch. Auch das Filmchen mit den Sicherheitsanweisungen interessiert sie nicht. Obwohl auch das ganz witzig gestaltet ist und seinen eigenen Unterhaltungswert besitzt (wer schon SAA geflogen ist wird wissen was ich meine).

Wir rollen mit einiger Verspätung zum Start (wenn ich’s richtig in Erinnerung habe so ca. 1h). Die Lady neben mir liest immer noch. Doch nun geht das Kabinenlicht aus, die Lady schaltet aber hartnäckig die Leselampe ein, doch auch diese wird einige Augenblicke später zentral ausgeschalten. Die Lady lässt sich aber nicht zum nichts Tun verdonnern. Flugs ein PDA ausgepackt und hektisch darauf rumgetippt. Hmmm, wie war das mit dem Gebrauch elektronischer Geräte während des Starts? 😠
Das kommt davon wenn man das Sicherheitsvideo ignoriert. Inzwischen donnern wir aber schon über die Startbahn und heben ab – trotz PDA Störfrequenzen. Wir gewinnen an Höhe und die Lichter unter uns werden immer kleiner. Als sich das Flugzeug in völlige Dunkelheit hüllt, kommen mir Bedenken. Wie will der Pilot den Weg nach Jo-burg finden? Bei der Dunkelheit kann er doch keine Wegweiser erkennen und das Navi wurde sicher vom PDA meine Nachbarin außer Kraft gesetzt. 😄
Doch keine Zeit darüber nachzudenken. Wir kommen in den Genuss des SAA Catering. Danach verzichte ich auf das Unterhaltungsprogramm und versuche etwas zu schlafen. Subjektiv würde ich sagen, dass ich nicht geschlafen habe, sondern mich nur im Sitz hin- und hergedreht habe. Aber als ich mal wieder die Äuglein öffne sehe ich auf dem Monitor, wo die aktuelle Position des Flugzeug’s angezeigt wird, dass wir eine großen Sprung gemacht haben seit ich das Letzte mal darauf schaute. Ich muss doch mal für ne Zeit richtig geschlafen haben. Wir sind schon weit über dem südl. Afrika. Und wieder mal habe ich die Äquator-Überquerung verschlafen. Auf Schiffen wird doch so was mit ner Äquatortaufe gefeiert, und im Flugzeug verschläft man so was. Nun das ist wohl der Tribut an die modernen Zeiten. Schließlich will man ja in 10 Stunden und nicht in 10 Wochen in Afrika ankommen. 😉

-Fortsetzung folgt bald-
Da erfahrt Ihr wie ein Teutone auf dem Johannesburger Airport rumirrt
Welche Leute man in Windhuk immer wieder trifft und
warum man die Ladenschlusszeiten besser beachten sollte

Bis dann
Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
842 Beiträge · seit 201023. Jan. 2011 · #5
Hi Bernd,

danke für die Infos !

Deine Art des Schreibens des Reiseberichts gefällt mir schon jetzt - ein Schmunzeln hat's schon hervorgebracht! Freue mich auf die Fortsetzung!

Beste Grüße
Antje
Themenstarter109 Beiträge · seit 201023. Jan. 2011 · #6
Hallo,

und weiter geht's. Nach dem Abheben müssen wir ja auch wieder runter kommen.
Also :

Tag 0: Ankunft:
Als wir früh Morgens in Jo-burg landen, haben wir einen großen Teil der Verspätung aufgeholt. Und der Pilot hat trotz Dunkelheit den Weg gefunden.
😄
Obwohl noch genügend Zeit ist, folge ich zügig den Hinweisschildern zu den Transferflügen. Auf einem Monitor im Flughafen sehe ich hinter meiner Flugnummer ein „B“ stehen. Ich interpretiere das als Terminal B. Daher suche ich verzweifelt Hinweisschilder zum Terminal B, finde aber keines, auch kein Info-Schalter, nur Shops und Imbissbuden. „Verflixt, ich dachte die hätten sich so verbessert und wären so gut organisiert seit der WM!? Und nun das!“ 🙁
Endlich find ich nen Info-Schalter. Ich frage den Herrn nach dem Weg zum Terminal B. Der schaut mich verdutzt an und fragt wohin ich wolle. „Nach Windhoek“ antworte ich. Er will meine Boarding-Karte die ich zum Glück in Frankfurt schon bekam. Er tippt was auf seinem Computer und schreibt „A22“ auf meine Boarding-Karte und erklärt mir den Weg dorthin. „Wieso A22?“, denke ich, „ich habe doch deutlich ein B gesehen“. Inzwischen glaube ich, der Flughafen hat kein Terminal B. Aber ich bin mir immer noch sicher ein B hinter meiner Flugnummer gesehen zu haben, was sollte das denn anderes bedeuten als Terminal B? Nun egal ich werde dieses Rätsel nicht mehr lösen. Ich schreite zum Gate A22, auf dem Weg dorthin komme ich nochmals an weiteren Monitoren vorbei die nun auch Gate A22 für meinen Flug anzeigen. Etwas beruhigter erreiche ich dann A22 und da bin ich auch richtig. Weiter geht’s nach Windhoek.
[foto: 26972]
Im Flieger neben mir sitzt ein älterer Herr aus Bayern, der eine ähnliche Reise wie ich (Etosha-Caprivi-Botswana) über Studiosus gebucht hat. Er meinte, dann würden wir uns ja noch öfter begegnen. Aus Höflichkeit gebe ich ihm recht. Ich selbst glaube nicht daran. Weiß der wie groß Afrika ist? Auch wenn man ne ähnliche Route hat, da gibt’s so viele Lodges und Locations, da muss man sich nicht unbedingt wieder begegnen. Aber er sollte irgendwie recht behalten, ich sollte irgendwie recht behalten und irgendwie lagen wir beide falsch. Dazu im Verlauf der Reise mehr.

In Windhoek angekommen, schreite ich zügig zum Schalter für die Pass/Einreisekontrolle. Ich wundere mich warum so wenig Leute anstehen und so viele in der Halle verteilt irgend etwas schreiben. Doch bevor ich den Schalter erreiche dämmert es auch mir. Ich muss ja noch dieses blöde Einreise-Formular ausfüllen. Letztes Jahr bekamen wir das schon im Flugzeug. Ich wühle mich also zu einem der Tische durch und schnappe mir solch ein Formular. Da alle Tische schon belegt sind drücke ich einfach das Papier an eine Wand und fülle es aus. Oh Gott, hoffentlich kann die Beamtin das Gekritzel lesen. 😕
Doch kein Problem. Ab durch die Kontrolle, mein Gepäck geschnappt und ab in die Ankunftshalle. Dort wartet auch schon der Fahrer für den Transfer zum Hotel. Eine Gruppe Neuseeländer ist schon bei ihm. Aber wir müssen noch auf einen anderen Gast warten. So warten wir und warten und warten ..... . Mann, ich bin im selben Hotel Komplex wie letztes Jahr, deshalb weiß ich, dass die nen Transfer zur Innenstadt haben, der alle volle Stunde fährt. Ich würde gerne noch in die Stadt, aber ich wollte spätestens den 15:00 Shuttle erwischen, das könnte nun knapp werden. Unser Fahrer rennt ebenfalls ungeduldig durch die Halle, telefoniert und diskutiert etwas mit der Lady an einem Schalter. Dann ist wohl klar, dass der Gast nicht mehr kommt. Wir können also los. Richtung Windhoek passieren wir die Bremer Stadtmusikanten Windhoeker Art.

Im Hotel angekommen lade ich, nachdem mit afrikanischer Ruhe der Check-in durchgeführt wurde, mein Gepäck im Zimmer ab, und eile zurück zur Rezeption. Dort lasse ich meine Wertsachen im Hotel-Safe einschließen und schaffe gerade noch so das nächste Shuttle zur Innenstadt.

Der Shuttle des Hotels ist für Gäste kostenlos, es hält an der Maerua Mall und an der Tourist Information in Windhoek. Dort wird man auch wieder abgeholt.

In der Innenstadt angekommen, will ich zunächst zur Christuskirche und zur Alten Feste. Bei meinem letzt jährigen Besuch war der Reiter ja noch unter Verschluss, und an der Stelle wo er einmal stand war nur ein großes Loch und ein ebenso großer Erdhaufen. Da ich aus dem Forum weiß, dass der Reiter wieder aufgestellt wurde, möchte ich ihn diesmal sehen. Also, hinauf Richtung Christuskirche, vorbei an dem kleinen Holzschnitzermarkt – die (Halb-)nackten Himbas haben immer noch ihren selben Platz wie im Jahr zuvor. Als ich an ihnen vorbeigehe kommt mir ein leichter Duft von ranzigem Fett in die Nase. Nein das soll kein Rassismus sein, aber man riecht ihre Kosmetik eben. Sie reiben sich ja mit roter Erde ein das mit einem butterähnlichem Fett vermischt wird. Ich gehe nochmals kurz in die Christuskirche. Irgendwie sieht sie von innen recht modern aus. Müsste ich schätzen, würde ich sagen, dass der Bau so in den 50er oder 60er Jahren entstand und nicht 1910.

Dann wende ich mich der Alten Feste zu. Da wo noch Jahrs zuvor das Erdloch und Erdhaufen war ist nun das Betonskelett des neuen Unabhänigkeits – Museum zu sehen. Vorbei an diesem Rohbau komme ich nun zur Festung.

Vor deren Eingang nun der Reiter noch immer stolz auf seinem Pferd sitzt, das Gewehr fest in der Hand.
,
,

Nach ein paar Fotos gehe ich wieder zurück Richtung Kirche, überlege kurz ob ich noch am Tintenpalast vorbei soll, lass es aber, habe ich ja letztes Jahr gesehen.
Ich gehe zurück zur Independence Avenue. Ich schaue in diversen Geschäften dort nach einem Safari Hut. Ich finde aber nichts was so meinen Wünschen entspricht. Also lasse ich es. Vor 2 Jahren in Südafrika hatte ich mir solch einen Wildlederhut zugelegt. Ich muss ja nicht unbedingt Hüte sammeln. Meine Baseball-Kappe ist vielleicht eh praktischer.
In einem Büchergeschäft kommt mir ein deutschsprachiges Tier- und Vogelbestimmungsbuch in die Hand. Wie sich im Laufe der Reise rausstellt wohl das Standardwerk hier in Nam. Ich beschlisse es auf dem Rückweg zu kaufen. Doch dazu sollte es dann nicht mehr kommen. Hier in Afrika werden ja schon um 17:00 die Gehsteige hochgeklappt. Als ich wieder daran vorbei komme hat der Laden schon zu. Ergebnis ist nun, dass ich ne Menge Fotos von Tieren hab, bei denen ich mich nicht mehr an die Namen erinnern kann (ja die Guides sagen es zwar immer, aber der Alzheimer ...). 😵
Aber da zähle ich auf Euch Fomis. Also, wenn Ihr bei meinen Bildern im Album seht, dass ich ein Tier falsch benannt habe, bin ich nicht böse wenn Ihr mich korrigiert. Bei einigen habe ich eh dazugeschrieben, dass ich es nicht weiß. Für einen Tipp dazu bin ich sowieso dankbar.
Während ich so die Independence Ave entlang gehe treffe ich den Bayer aus dem Flugzeug wieder. Na die Welt ist doch klein. In einem Supermarkt in der Post-Street-Mall kaufe ich noch ein Peaceful Sleep (Mückenschutz) Spray und Wasser. Wasser wäre nicht nötig gewesen, der Veranstalter stellt genügend während der Reise zu Verfügung. Aber ich bin eben lieber vorbereitet. Mit dem Shuttle geht’s dann zurück zum Hotel.

Dieses Jahr residiere ich im Hotel Safari. Letztes Jahr war ich im Safari Court. Beide Häuser gehören zum selben Hotelkomplex. Sie sind nahe des Flughafens (des kleineren in Windhoek nicht der Internationale Airport). Obwohl man über das Hotel Safari nicht wirklich meckern kann, fand ich das Safari Court besser. Es ist wohl auch das Neuere.
Ich esse noch im Hotelrestaurant zu Abend. Und siehe da, wen treffe ich wieder? Ja, den Bayer aus dem Flugzeug. Das sollte dann aber unser letztes Treffen sein. Ich sah Ihn nie wieder. Somit hatte er doch recht, dass wir uns noch öfters sehen werden. Und ich hatte recht, dass das nicht auf der Reise sein wird. 😉

Der Fahrer der mich vom Flughafen zum Hotel brachte gab mir noch die Info, dass ich am nächsten Tag um 10:00 abgeholt werde. Komisch, in meinen Unterlagen stand was von 7:00 bzw 7:30. Ich fragte mehrmals nach und er bestätigte 10:00. Nun gut dachte ich zunächst, dann kann ich ja ausschlafen. Nach dem Abendessen zurück auf meinem Zimmer, kommen mir aber Zweifel. Ich stelle den Wecker besser mal auf 7:00. Das Gepäck richte ich auch schon. Dinge die ich im Tagesrucksack haben will kommen schon da rein, alles andere ins Hauptgepäck. Die Klamotten die ich Morgen anziehen will richte ich auch schon her. So, dass alles schnell geht, falls die Abfahrt Morgen doch früher als 10:00 ist. Ich sollte gut daran tun diese Vorbereitungen getroffen zu haben.
Nun ist der Tag vorbei, ich gehe zu Bett und freue mich schon auf Morgen. Da geht’s los. Achtung Afrika ich komme !
🙂

-Fortsetzung folgt.
Dann erfahrt Ihr :
Wann werde ich nun wirklich abgeholt
Wie Gross ist wohl unsere Reisegruppe
Und
welche Highlights gibt es Mittags am Wasserloch Halali ausser den Tieren noch

Bis dann
Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
290 Beiträge · seit 201023. Jan. 2011 · #7
Hallo Bernd,

klasse, Dein Bericht!
Bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. Du hast eine ganz andere Reise wie wir gemacht. Quasi "Selbstfahrer vs. Geführt". Über eine solch umfangreiche, geführte Tour bzw. mehreren Touren zu lesen, ist/ wird sehr spannend!
Hast Du ein bisschen Hummeldumm erlebt? 😄

Schöne Grüße

Dirk
Reisebericht: Namibia 2010/ 2011 ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Reisebericht: Südafrika 2011/ 2012
zuletzt bearbeitet 24. Jan. 2011
13 Beiträge · seit 201123. Jan. 2011 · #8
Super Bericht.
Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung. 🙂

Ich habe auch gleich noch eine frage an dich:
ich werde im März ähnlich wie du fliegen: mit SAA von München über JO-Burg nach Windheok.
Ich habe auf dem Flug etwas bange wegen der Transfer-Zeit. Diese beträgt 1h15min... Ist der Flughafen in Johannesburg groß, bzw. kann man gut den Anschlussflug erreichen? (Sonst würde ich den Flug so buchen, dass ich einen Anschlussflug später nehme- hätte dann aber 6h aufenthalt auf dem Flughafen).

Viele liebe grüße und einen schönen abend 😁
Themenstarter109 Beiträge · seit 201024. Jan. 2011 · #9
Hallo,

@Dirk: Habe auch Euere Berichte gelesen. Auch nicht schlecht. Interessant finde ich, dass Ihr alles in der Regenzeit erlebten. Auf Eueren Fotos ist alles Grün. So habe ich den Etosha noch nicht gesehen. Bei mir war noch alles Staubtrocken.
Hummeldumm habe ich leider nicht gelesen, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Eine meiner Mitreisenden hatte sich aber mal in einer Situation an den Popa-Fällen daran erinnert gefühlt. Ich werde noch darüber berichetn.

@Selina: Jetzt musste ich gerade mal meine Reiseunterlagen rausholen. Also mein Flug war :
Frankfurt-Jo-burg : 20:45 - 7:15
Wenn ich mich recht erinnere hatten wir so 0:45-1:00h Verspätung beim Start. Hatten aber einiges aufgeholt. Kann mich nicht mehr genau erinnern wann wir gelandet sich. Ich schätze so mit 0:15-0:30h Verspätung.

Weiter nach Windhuk gings dann um 9:45 wobei um 9:00 das Boarding begann. Besonders Stressig fand ich es nicht. Was mich nur verwirrt hatte war, dass ich auf einem Monitor gleich am Eingang ein "B" hinter meiner Flugnummer sah. Und ich bin mir auch noch heute sicher, dass da ein "B" stand. Ich dachte eben das bedeutet Terminal B. Als ich dann, nach Passkontolle und Sicherheitscheck im Hauptgebeude war, sah ich eben nichts mehr von Terminal B.
Aber als dann klar war, dass ich zu einem Gate in Terminal A (wo ich mich ja gerade befand) musste, war alles gut. Die Wege auch nicht sooo weit. Alles in allem kein Stress und als ich am Gate angekommen bin war noch genügent Zeit.

Aber mit 1:15h, könnte es eben knapp werden wenn der 1ste Flug gössere Verspätung hat. Aber gleich 6h am Flughafen rumhängen ist auch nicht toll. Na ich weiss auch nicht was ich Dir raten soll. Da hier im Forum ja einige Leute mehr Erfahrung damit haben (schon öfters die Stecke geflogen sind) können die Dir vielleicht weiterhelfen.

Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
Themenstarter109 Beiträge · seit 201027. Jan. 2011 · #10
Hallo,

so nun geht's weiter.
Nach einem Ärgernis am Morgen, erlebe ich den ersten Höhepunkt der Reise : Etosha.
Also los geht's die Löwen warten schon.

Tag 1,2 und 3 : Etosha

Anfahrt :
Es ist 7:00 morgens. Der Wecker ist zumindest zuverlässig, sein gedödel weckt mich sanft. Die Reiseunterlagen die ich in Deutschland bekam widersprachen sich ein wenig. Einmal war 7:00 und einmal 7:30 als Abfahrtzeit angegeben. Aber die Info mit 10:00 die mir der Fahrer gab, der mich vom Flughafen zum Hotel brachte, wich total davon ab (siehe mein Bericht vom Vortag).

Bis jetzt klingelt noch kein Telefon und keiner klopft an meine Tür.
Nun gut Abfahrt um 7:00 scheint wohl nicht der Fall zu sein. Also bin ich nun gespannt was kommt. Als ich gerade aus der Dusche steige, noch feucht hinter den Ohren und bekleidet wie Gott mich schuf, klingelt das Telefon.
😠
Ohh, shit. Ich ahne es schon. Es ist inzwischen 7:30. Die Rezeption ist dran und teilt mir mit, dass mein Transfer da sei.
Wie bitte ? Transfer ? Hey, ich hab ne Rundreise gebucht was soll das !?
Nun gut wird irgendwie ein Missverständnis sein, aber ich bin schon gemeint, irgendein Fahrer wartet auf mich. Ich erkläre der Dame am Telefon, dass man mir 10:00 als Abfahrzeit genannt hatte und ich noch so 10min brauche.

Also, ich rein in die Klamotten und noch das restliche Zeugs ins Gepäck geworfen – wie gut, dass ich am Vorabend schon alles vorbereitet hatte. Noch ein kurzer Rundgang – hab ich nichts vergessen, nichts liegengelassen ?? Ich hab nichts vergessen, nichts liegengelassen !! Also, Rucksack übergeworfen, Hauptgepäck geschnappt und schnellen Schrittes zur Rezeption.

Dort wartet schon ungeduldig der Fahrer. Er nimmt mir das Gepäck ab und verstaut es im Auto solange ich aus-checke. Fast vergas ich, dass ich noch was im Hotel-Safe habe. Mann, das wäre ja was gewesen wenn ich das erst unterwegs, oder gar erst an der Grenze zu Botswana gemerkt hätte, dass mein Pass (und paar andere Sachen) noch in Windhok im Safe liegen. Scheiß Hektik.

Ein zierlich gebautes Lehrmädchen soll mir das Zeug aushändigen. Sie schafft es aber kaum die schwere Türe zum Tresorraum zu öffnen. Mann, mach hin Mädchen es eilt. Nach einigem Mühen gelingt es Ihr die Tür zu öffnen und ich bekomme meine Sachen zurück.

Am Wagen wartet der Fahrer noch ungeduldiger als zuvor. Ich entschuldige mich kurz, und erkläre ihm, dass mir eben eine andere Zeit genannt wurde. Aber er reagiert darauf nicht, er scheint nur sauer zu sein. Im Wagen wartet schon ein anderer Fahrgast, Petra. Wie sich rausstellt werden wir die Reise zusammen bis Kasane machen.

Wir brausen los Richtung Norden. Noch in Windhuk werden wir von der Polizei angehalten. Wir waren zu schnell.
Ist er jetzt so schnell gefahren weil ich mich verspätet hatte!? Obwohl ich ja nichts dafür kann habe ich nun ein schlechtes Gewissen.
Der Polizist wiederholt immer wieder :„You was toooo faaast, much tooo faaast“. Unser Fahrer erklärt ihm, dass er nur im Verkehr mitschwamm und auch nicht schneller war als alle Anderen. Der Polizist antwortet aber nur wieder: „You was toooo faaast, much tooo faaast“.
Nachdem er diese Floskel noch paar mal wiederholte dürfen wir weiterfahren. Ich frage den Fahrer, ob er denn jetzt keine Strafe zahlen müsse, oder ob ein Strafzettel nach Hause geschickt wird. Aber er ignoriert mich und meine Frage. Mein schlechtes Gewissen ist nun etwas weniger schlecht. Petra und ich schauen uns nur fragend an.

Petra erzählt mir nun, dass sie schon die Südtour gemacht hat, dann ein paar Tage in Windhuk war usw. Außerdem weiß sie schon, dass wir im Etosha noch 3 Holländer aufnehmen werden, wahrscheinlich die Selben mit denen sie schon die Südtour machte. Und sie weiß auch schon, dass die Holländer nach dem Etosha Teil uns verlassen werden und wir beide nur zu zweit den restlichen Teil bis Kasane machen werden (man kann das Ganze ja so im Baukastenprinzip buchen). Ich bin beeindruckt, jede Info von Petra wird sich als wahr herausstellen. Sie ist besser informiert als die Pfeife die mich vom Flughafen abholte. 😠

Um ca. 10:00 erreichen wir eine Lodge südlich vom Etosha. Das ist des Rätsel Lösung. Mit 10:00 war gemeint, dass ich da die restliche Reisegruppe und unseren Guide treffe, und dann die eigentliche Rundreise losgeht. Nu-ja aber diese Zeit war für mich eben nicht so wichtig gewesen. Die Info wann es in Windhuk losgeht war doch für mich die Entscheidende.

Wir treffen nun tatsächlich die 3 Holländer mit denen Petra schon die Südtour machte. Es ist ein Paar und eine Einzelreisende. Der Fahrer verabschiedet sich kurz – Trinkgeld gebe ich aber trotzdem keines.
Dafür lernen wir jetzt unseren Guide für den Etosha Teil kennen. Er ist sehr nett, in Namibia auf ner Farm aufgewachsen und kennt Natur und Tiere hervorragend. Einer der besten Guides die ich hatte.

Von ihm bekomme ich nun detailliertere Reiseunterlagen als die, die ich in D bekam. Aber die Abfahrtzeit in Windhok wäre auch da nicht drin gewesen. Aber sonst bin ich nun fast so gut informiert wie Petra.

Endlich geht es Richtung Etosha. Ich glaube es war in Outjo wo wir einen Stopp einlegen. Während unser Guide noch was erledigt, können wir in einem kleinen Cafe was zu uns nehmen. Zum ersten mal an diesem Tag bekomme ich nun was in den Magen. Dabei lerne ich die Holländer näher kennen. Eine nette, coole Truppe. Wir werden eine schöne Zeit im Etosha verbringen. 🙂

Erster Game Drive:
Dann geht es weiter zur Etosha Safari Lodge wo wir 2 Nächte bleiben werden. Nachdem Check-in gibt uns unser Guide noch ein bisschen Zeit zum relaxen. Dann geht’s zum ersten Game-Drive.
Wir 5 Gäste und der Guide in einem VW-Bus. Wir wechseln immer mal die Plätze, so dass jeder mal jeden Platz im Fahrzeug hat. Im Auto haben wir genügend Platz. Zum fotografieren kann man auf dem Beifahrersitz und in der ersten Sitzreihe die Fenster öffnen. Nur wenn man in der letzten Reihe sitzt hat man etwas Pech. Hier lassen sich die Fenster nicht öffnen, auch ist es etwas enger. Aber da wir ja die Plätze immer wieder tauschen geht es gerecht zu.

Erster Stopp im Etosha ist das Wasserloch in Okaukuejo. Da sehen wir schon die ersten Elefanten. Und Schakale schleichen eh immer an den Wasserlöcher rum.
,

Auf der weiteren Pirschfahrt folgen dann einige Giraffen, Zebras, eine afrikanische Wildkatze und sogar ein noch nicht ganz ausgewachsenes Löwenmännchen. Die Ausbeute kann sich für den ersten Tag sehen lassen.


Kurz vor Sonnenuntergang verlassen wir den Park wieder. Und kehren zur unsere Lodge zurück.

Die Etosha Safari Lodge:
Die Lodge ist gut. Ich würde sie zum oberen Drittel zählen. Schöne Zimmer bzw. Häuschen, sauber, gepflegt. Das Essen ist auch gut, obwohl ich das der Taleni Lodge, wo ich das letzte mal war, einen Tick besser in Erinnerung habe. Die Lodge-Häuschen ziehen sich vom Hauptgebäude in einem Halbkreis einen Hang hinunter. Wir sind ganz am Ende einquartiert, so ist ein kleiner Verdauungsspaziergang vor und nach dem Essen inklusive.
,
,


Weitere Game Drives im Etosha:
Am nächsten Morgen geht’s wieder auf die Pirsch. Wir sehen erneut ein Löwenmännchen vermutlich der Selbe wie am Tag zuvor, ...
,


...Schakale die gerade ein Zebra ausweiden, während ein Geier schon satt im Baum sitzt, ...
,
,


... ein Vogel von dem ich den Namen nicht mehr weiß – ein Falke ??
,


Und als einer der Top Höhepunkte, ganz junge Schakale. Unser Guide meinte, dass er so junge Schakale auch noch nie sah.
,
,
,
,
,


Weiter geht’s mit den üblichen Etosha Bewohnern und einem Löffelhund.
,
,


Dann sieht unser Guide am Horizont einen weißen Punkt. Er meint das sei ein Eli und es würde so 10-15min dauern bis er hier vorbeikommt. Und tatsächlich, er kommt und kommt näher und näher und näher.....
,
,
,


Als der Eli in einigem Abstand den Kopf schüttelt bzw. schräg stellt, erkennt unser Guide darin das Zeichen, dass er wohl anfängt sauer zu werden. Denn wir stehen ihm im Weg. Sofort setzen wir ein paar Meter zurück und der Eli geht nun gut gelaunt an uns vorbei.

Am nächsten Tag sollte auch ich einen weißen Punkt am Horizont erkennen. Nu-ja, ich als kleiner Nachwuchs - Tarzan lerne ja dazu. Ich frage unser Guide ob das wieder ein Eli sei. Er schaut auf den weißen Punkt, dann auf mich und schmunzelt schon fast mitleidig : „Nee, das ist ein Auto“ 😵
Jetzt sehe ich es auch. Für ein Eli viel zu schnell und so eckige Elefanten gibt’s tatsächlich nicht. 😄
Ich muss wohl noch üben bis ein Tarzan aus mir wird.
😛

Weiterer Höhepunkt ist ein Rudel Löwen. Es kommt wohl gerade vom Frühstück, denn einige haben ein blutverschmiertes Fell.
,
,
,


Besonders schön ist ein Kleines das sich an seine Mutter schmiegt.
,
,
,
,


Am Mittag fahren wir zur Siesta wieder zu unserer Lodge. Unser Guide meint, dass wir bei der Mittagshitze wir eh wenig Chancen hätten Tiere zu sehen. Gegen 16:00 brechen wir dann wieder zu unserem Nachmittags Game-Drive auf. Der ist wieder sehr erfolgreich und wir sehen wieder Löwen.
,


Am nächsten Morgen verlassen wir die Safari Lodge, wir werden die nächste Nacht im Park, in Halali, verbringen. Ich freue mich schon endlich mal Nachts an einem Wasserloch zu sein. Im letzten Jahr hatten wir ausschließlich außerhalb des Parks übernachtet.

Der morgendliche Drive ist wieder erfolgreich, und wieder Löwen.

Zur Mittagszeit kommen wir dann in Halali an. Checken-ein und gehen zum Wasserloch. Dort bietet uns eine Elefantenherde eine Show.
,
,
,
,
,
,


Nachdem die Elis abzogen, zogen auch meine mitreisenden Holländer und Petra ab. Ich bleibe alleine am Wasserloch zurück in der Hoffnung, dass noch was kommt. Und ich sollte tatsächlich eine Darbietung der besonderen Art bekommen.

Durch die kahlen Bäume sehe ich wie sich das Dach eines Reisebusses auf den kleinen Parkplatz nahe des Wasserloch schiebt.
Oha, denke ich gleich kommt eine größere Reisegruppe. Und wenige Augenblicke später hört man sie auch schon und dann sieht man sie auch kommen. Es scheint eine Studiosus Gruppe zu sein. Nein der Bayer aus dem Flugzeug ist nicht dabei.
Amüsant ist aber die Kleiderordnung der Gruppe. Eine ältere Dame legt den Weg vom Parkplatz zum Aussichtspunkt gut beschirmt mit einem rosafarbenen Regenschirm zurück. Na, ich kann ja verstehen, dass man sich vor der Sonne schützen will. Aber muss es ein Rosa-Schirm sein? 😣
Als krasser Kontrast ist ein junger Herr dabei, der eine Bundeswehr Fleckentarnjacke trägt. Wow, der nimmt’s aber ernst, fehlte nur noch, dass er eine lange Machete am Gürtel trägt. Krasser kann der Gegensatz wohl nicht sein – die Pink-Umbrella Lady und der Tarnjacken-Gentleman. Echt zum schießen. 😄
Aber die Show geht weiter. Nachdem die Gruppe dann sämtliche Plätze an dem Aussichtspunkt besetzten, stellen sie auch scharfsinnig fest, dass ja gar keine Tiere am Wasserloch sind. Als jeder mindestens einmal bestätigt, dass auch ganz wirklich gar keine Tiere da sind, ist man sich einig, dass es keinen Sinn hat hier zu bleiben. Gesagt – getan, sie ziehen wieder ab. Die Lady spannt ihren Pink-Schirm wieder auf und tippelt davon. Dabei gelingt mir gerade noch so (wenn auch ein schlechtes) ein Beweisfoto von der Pink-Umbrella Lady.

Und was passiert nun ? Kaum war die Gruppe abgezogen, kamen die nächsten – ja sogar 2 Gruppen auf einmal. Nämlich eine Gruppe Zebras und eine Gruppe Impalas zum Wasserloch. Tja – wer nicht mal 5min. Geduld aufbringt den bestraft eben das tierleere Wasserloch. 😛
,
,


Der Nachmittags Game Drive ist wie gewohnt wieder erfolgreich. Giraffen, etliche Vögel usw.
,
,
,
,
,
,
,
,
,


Als wir wieder nach Halali zurückkommen wird’s schon langsam Dunkel. Meine erste Nacht an einem Wasserloch. Unsere Holländer bekommen endlich das von Ihnen so ersehnte Nashorn zu sehen. Ich dagegen hoffe ehr auf einen Leoparden. Der fehlt mir noch zu den Big 5. Aber es lässt sich keiner sehen.
,
,


Wir übernachten nun in Halali.

Zu Halali:
Ich habe schon einiges schlechtes zu den Lodges im Park gehört und gelesen (auch schon hier im Forum). Ich kann’s aber nicht bestätigen. Die Lodge ist gutes Mittelmaß. Sauber und sonst ganz ordentlich. Das Essen ist kein Gourmet–Essen aber auch gut. Unser Guide sagte uns, dass es hier 2 Teams gibt. Ein Gutes und ein Schlechtes, die abwechselnd Dienst haben. Als wir da waren war hatte das gute Team Dienst. Das könnte die unterschiedlichen Erfahrungen evtl. erklären.

Am nächsten Tag geht unsere Zeit im Etosha langsam zu Ende. Wir sehen wieder ne Menge Tiere.
,
,
,
,
,


In Namutoni legen wir eine kurzen Stopp ein um verschiedenen Bedürfnissen nachzugehen.


Hier tollen etliche Zebramangusten herum. Während ein schamloses Mangustenpaar ganz ungehemmt ihre Triebe in aller Öffentlichkeit auslebt,
,


... bringt ein anderes ihre Beute von den vor Futterneid geplagten Artgenossen in Sicherheit
,


Wieder ein anders hat wahre Freude daran mit mir Fangen zu spielen und an meiner Schuhspitze herum zu knappern.


Wir verlassen nun den Etosha und halten noch am Lake Otjikoto. Hier hatten die Deutschen Kolonialtruppen vor ihrer Kapitulation 1915 ihre Waffen versenkt, damit sie nicht in feindliche Hände gelangen sollen.
,


Na-ja, es ist nicht so spektakulär, wenn man daran vorbeikommt kann man es sich anschauen, sonst hätte man das Gefühl, dass es hier was zu sehen gäbe was man nicht gesehen hat. Aber einen großen Umweg würde ich dafür nicht fahren.

An der Khorab Lodge verabschieden wir (Petra und ich) uns dann von den Holländern und unserem Guide. Er fährt die Holländer zurück nach Windhuk, während wir in Khorab den Guide treffen werden der mit uns den Rest der Reise durchführt.

Den restlichen Tag relaxen wir in der Lodge. Am Abend treffen wir unseren neuen Guide. Ich nenne ihn einfach mal KC. Er wird sich als ein sehr netter und liebenswürdiger Kerl herausstellen, dessen Fähigkeiten als Guide sich aber leider doch noch als ausbaufähig erweisen werden.

-Fortsetzung folgt
Dann erfahrt Ihr wie gut der Orientierungs-Sinn unseres neuen Guides ist.
Und wie wir ein Monster im Caprivi treffen.

Bis dann
Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
842 Beiträge · seit 201028. Jan. 2011 · #11
Hallo Bernd,

sehr fesselnd und weiterhin lustig geschrieben !

Meine Güte - derzeit sind echt super gute Reiseberichte im Forum !!! Ich freue mich jeden Abend (bzw. Morgen) auf die Fortsetzuzngen - und habe alle im Abo - damit ich jaaa nix verpasse ! ;-))
Freue mich auf die Fortsetzung - in den Caprivi und zu den Vic-Falls muss ich dann nämlich auch irgendwann mal hin - aber in diesem Jahr steht "nur" der Rest von NAM auf dem Tourprogramm !

Weiter so !!!!

Beste Grüße
Antje

PS: Das Foto mit der pink umbrella-lady hätte ich mir wohl auch nicht verkneifen können 😉
Themenstarter109 Beiträge · seit 201030. Jan. 2011 · #12
Hallo Antje,

danke für das Lob.
Manchmal habe ich schon das Gefühl ich schreibe zuviel und zu langatmig. Freud mich, dass es Dir gefällt.

Was die Pink-Umbrella-Lady angeht : Nu-ja, eigendlich zeugt es von einem schlechten Charakter, wenn man sich über Andere lustig macht. Aber manche Leute sind so grotesk da kann man nicht anderst. Die Anekdote musste sein.
Ich hoffe da war kein Fomi dabei, und ich hab's mir jetzt auf ewig im Form vermasselt 😎

Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
4'451 Beiträge · seit 200830. Jan. 2011 · #13
Hallo Bernd,

Du hast es auf dem Punkt gebracht 😄 , Du schreibst:

"Und was passiert nun ? Kaum war die Gruppe abgezogen, kamen die nächsten – ja sogar 2 Gruppen auf einmal. Nämlich eine Gruppe Zebras und eine Gruppe Impalas zum Wasserloch. Tja – wer nicht mal 5min. Geduld aufbringt den bestraft eben das tierleere Wasserloch."...

Die bunte Bekleidung und die Ungeduld, vielleicht noch das nicht ruhig sein, ist einfach ein NOGO , weil sich die Tiere davon schon gestört fühlen, dieses haben wir bei unseren Reisen auch festgestellt. 😉

Ein toller Bericht und schöne Bilder.
Lieben Gruß
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 30. Jan. 2011
Themenstarter109 Beiträge · seit 201030. Jan. 2011 · #14
Hallo,

nun geht's weiter zum Caprivi.
Die Landschaft verändert sich. Es wird grüner und wasserreicher.
An den Popa-Fällen erleben wir dann auch etwas "Hummeldumm".

Tag 4,5 und 6 : Caprivi

Ich bin noch eine Beschreibung/Meinung der Khorab Lodge schuldig :

Zu Khorab :
Die Lodge ist gut, und nicht so groß. Ich würde sie zum oberen Drittel zählen. Schöne Zimmer bzw. Häuschen, sauber und gepflegt. Das Essen ist auch gut. Ich würde jederzeit wieder hingehen.

Nach dem Frühstück brechen wir auf. Nur Petra, unser neuer Guide, den ich hier KC nenne, und ich.

Hey Klasse. Im Reisekatalog stand zwar, dass max. 8 Teilnehmer dabei sind und bei min. 2 Teilnehmer die Reise stattfindet. Aber ich hatte nicht erwartet, dass wir tatsächlich nur die mindest Anzahl sind. Das hat nun schon den Charakter einer Individual Reise.

Wir reisen mit einem Hundai Kleinbus und haben wieder genügend Platz.

Los geht’s. Unser erster Stopp wird der Hoba-Meteorit sein.

Zum Hoba-Meteorit :
Unser lieber KC fährt gleich mal an einer Abzweigung vorbei. Er merkt es immerhin schnell und wir drehen um. Aber er scheint sich weiterhin etwas unsicher wie man zum Meteoriten kommt. Ich wundere mich zwar, dass ein professioneller Guide den Weg zu einem der Haupt-Sehenswürdigkeiten nicht kennt. Aber nun- gut, vielleicht hatte er ja in den letzten Jahren nur Touren wo der Meteorit nicht auf dem Programm stand. Aber es sollte später noch schlimmer kommen.

Wir kommen nun zum Meteoriten. Auf dem Weg vom Parkplatz bzw. Eingang zum Meteoriten warnt uns ein Schild vor Gefahren :


Ich überlege ob es nun besser sei einen Schutzhelm aufzusetzen, aber woher nehmen ?! Nachdem ich den Himmel absuche und keine herabfallenden Himmelskörper erspähen kann, beschließe ich den weiteren Weg auch so fortzusetzen.

Beim ersten Anblick des Meteoriten bin ich doch etwas enttäuscht. Ich habe mir den Brocken größer vorgestellt. Ja, seine Abmessungen stehen zwar in jedem Reiseführer. Aber, wenn man eben liest es sei der größte Meteorit gewesen der auf Erden viel, ist man doch überrascht wie klein 3m*0,55*1,2 sein können.


Wir umkreisen ehrfürchtig den Broken ein paar mal bevor es weitergeht.

Ich weiß nicht ob es sich lohnt größere Umwege für den Meteoriten zu fahren. Kommt sicher auf das eigene Interesse für solche Dinge an. Während der Eine fasziniert vor so einem alten Himmelskörper steht, ist es für den Anderen evtl. nur ein Steinklumpen (ich weiß es ist nicht Stein sondern Metall - Eisen und Nickel ...). Ich persönlich wollte es aber nicht vermisst haben.


Weiter geht’s Richtung Caprivi.
Als wir die Grenze zum Caprivi passieren kommen wir in eine andere Welt.
„Die Grenze zum Caprivi ?? Das ist doch noch Namibia !“ Wird so mancher von Euch denken.
Stimmt !
Aber wir kommen an eine Veterinär-Kontrollstelle. Unsere Autoreifen und Schuhe müssen wir zwar nicht desinfizieren (ist nur für die Gegenrichtung der Fall), aber es ist doch eine Schranke da. Und als die Schranke sich öffnet und wir durchfahren, habe ich den Eindruck wir hätten eine Landesgrenze passiert. Irgendwie ändert sich der Charakter der Umgebung schlagartig. Es ist schwer in Worte zu fassen. Wer es schon erlebt hat wird wissen was ich meine,....
....oder mich auch für verrückt halten ?

Ich empfinde es aber so. Es sieht alles irgendwie anders aus als im restlichen Namibia.

Wir kommen an Siedlungen vorbei die aus Rundhütten bestehen, aber nicht aus Stein, sondern nur aus Holzstangen. So was hab ich bisher noch nicht in Realität gesehen. Irgendwie ursprüngliches Afrika. Aber von der modernen Welt abgeschnitten sind sie auch nicht. Immerhin gibt es hin und wieder öffentliche Telefone vor den Dörfern. Auch ein interessanter Kontrast.


Als wir so die B8 entlang fahren, sehen wir vor uns einen sandfarbenen Toyota Geländewagen.
Nun das ist nichts besonderes.
Aber er hat ne deutsche Zulassung.
- Schon bisschen außergewöhnlich. Aber auch, das soll’s geben.
Bei genauem hinsehen, erkenne ich, dass er aus dem selben Landkreis kommt wie ich.
- Hey die Überraschung ist groß. Vielleicht ein Fomi ?
Fühlt sich jemand angesprochen der am 10.10.2010 im Caprivi auf der B8 unterwegs war, mit beschriebenen Wagen und FN-..... Kennzeichen ?
Beweisfoto kann ich auch liefern. Da man Kennzeichen und Gesichter erkennen kann, möchte ich es aber nicht (zumindest nicht ohne Zustimmung der Betreffenden) ins Forum stellen.

Wir kommen an der Mahangu Safari Lodge an. Dort werden Petra und ich gleich mal für ein Paar gehalten und beinahe im selben Zimmer einquartiert Als der Angestellte es merkt, dass 2 Zimmer gebucht wurden, lächelt er überrascht, verlegen und holt noch einen weiteren Zimmerschlüssel. Er scheint immer noch etwas verwirrt.
Dass 2 Leute, unterschiedlichen Geschlechtes, zusammen eine Reise machen, obwohl sie nicht zusammen gehören scheint nicht in sein Weltbild zu passen. 😉

In Anlehnung an den Titel des Reiseberichtes der z.Z. hier parelell zu meinem ins Forum gestellt wird, hätte ich meinen Bericht auch nennen können :
„Nein, wir sind kein Paar!“

Nach etwas relaxen, machen wir dann eine Sundowner Bootsfahrt auf dem Kavango. Wir sehen einige Tiere, aber mit dem Tierreichtum des Etosha natürlich kein Vergleich.
,
,


Zur Mahangu Safari Lodge.
Ich würde sie deutlich tiefer stellen als die Lodges die wir bisher hatten. Vielleicht (unteres?) Mittelmaß ?!
Als ich das Zimmer betrete bemerke ich einen Geruch. Schwer zu beschreiben, etwas moderig (?), es scheint von den Strohdächern zu kommen.
Für manche könnte es auch ein Problem sein, dass man doch einige Krabbelviecher im Zimmer hat. Die Dächer sind, wie gesagt, strohbedeckt evtl. kommen sie da rein oder durch andere Ritzen. Jedenfalls habe ich einen kleinen Gecko über dem Fenster (im Bild als schwarzer Strich zu erkennen) und an den Wänden und Dachbalken grüßt die eine und andere Spinne herab.
Ich reagiere auf diese Tierchen zwar nicht hysterisch, aber besonders angenehm ist mir der Gedanke nicht, dass ich evtl. während des Schlafs unerwünschten Besuch bekommen könnte. Schließlich gibt es auch das eine oder andere giftige Exemplar.
Ich untersuche mein Bett ob sich da schon wer niedergelassen hat. Dann lasse ich das Moskitonetz herunter, in der Hoffnung, dass, sich kein Vieh einnistet.
Das Netz hat zwar Löcher, diese sind aber mit Klebestreifen zugeklebt. Und es ist auch groß genug um das Bett vollständig zu umhüllen, somit erfüllt es seinen Zweck.
Diesbezüglich habe ich auch schon anderes erlebt.
Sonst ist die Lodge nicht wirklich schlecht. Das Essen ist auch OK. Nur für Spinnen-Phobiker eben wenig geeignet.
,


Am nächsten Morgen machen wir noch einen Gamedrive. Wir sehen auch einige Tiere, aber wieder kein Vergleich zum Etosha. Hier ist die Vegetation auch viel dichter und grüner, somit haben die Tiere mehr Möglichkeiten sich zu verstecken.
,
,


An einem großen Baobab erklärt man uns, dass die Regenzeit bald kommt. Erkennen würde man es an den ersten kleinen, grünen Knospen.


Dieses Thema wird uns auf dem Rest der Reise begleiten. Sobald wir mit Einheimischen ins Gespräch kommen, ist die anstehende Regenzeit ein Thema.
„Wann kommt sie? – lange kann’s nicht mehr dauern, denn das erste grün ist schon da! – wie stark wird der Regen sein ?– zu viel? –zu wenig?“, usw.
Die Leute hier leben eben näher am Puls der Natur als wir.

Nach dem Game-Drive brechen wir auf in Richtung Mudumu NP. Wir sollten noch an den Popa-Fällen vorbei. Doch hier legt unser lieber KC sein Meisterstück in Sachen Navigation ab.

Popa-Fälle oder Popel-Fälle :
Als wir an einem Schild vorbeikommen, auf dem was mit „Popa Fälle“ und „Campsite“ steht, biegt KC da ab. Ich hätte das Schild nur so verstanden, dass da ein Camping Platz ist und nicht die Fälle selbst. Nu-ja, KC ist der Guide, er wird’s schon wissen.

Als wir auf der Campsite ankommen sind wir fast die Einzigen. Man sieht nur noch ein Fahrzeug, sonst alles ausgestorben. Wir steigen aus und suchen den Kwando-Fluss. Den finden wir auch, nur keine Fälle. 😐
KC scheint verwirrt und verunsichert. Er schickt uns ein Stück die Campsite herunter zum Fluss. Aber auch da sind keine Fälle zu sehen. 😠

Aber in Afrika trifft man immer hilfsbereite Leute. So auch hier.
Ein Junge kommt angerannt, erzählt uns stolz, dass er Besitzer eines ganz tollen, riiiiiesengroßen Bootes sei, ja schon fast ein Ozeandampfer habe er, und er könne uns zu den Fällen fahren. Gaaaanz nah, super toll alles, ganz bestimmt.
Mit europäischer Arroganz lehnen wir dankend ab. 😐

Als wir vom Fluss zurück zur Campsite kommen ist unser KC samt Fahrzeug verschwunden. Schluck ! 🤩

Da Petra, im Gegensatz zu mir, Hummeldumm gelesen hat, fühlt sie sich an eine Episode darin erinnert. Scheinbar gibt es dort auch eine Episode, wo der Reiseleiter seine Gruppe aussetzt.

Als wir noch verdattert dastehen, und nicht wissen ob wir vor Galgenhumor lachen oder doch ehr Panik schieben sollen, kommt KC wieder angedüst. Er hatte wohl am Eingang der Campsite die Leute nach dem Weg gefragt. Jedenfalls stieg er aus und teilte uns mit, dass wir hier total falsch sind. Na toll – das hatten wir auch schon gemerkt.

Wir fahren weiter. Petra’s und mein Vertrauen in KC ist momentan am absoluten Nullpunkt. Wir sind gespannt ob wir heute noch ankommen, überhaupt irgendwo ankommen. 🙁
Nachdem KC nochmals nach dem Weg fragt, biegen wir nach einer Brücke rechts in einen – na ich würde es Feldweg nennen – ab.
Ich kann mich an einen Bericht hier im Forum erinnern, in dem der Weg zu den Popa-Fällen so beschrieben wurde.
Nach einer Brücke abbiegen, dann an einem Gefängniszaun entlang.....
Genau so wie im Bericht beschrieben sieht es hier aus.
Ich beruhige Petra indem ich dies erzähle und der Hoffnung bin, dass wir nun richtig sind. Sie liest währenddessen in ihrem Reiseführer nach und kommt zu dem Selben Urteil. Es müsste nun passen.
KC murmelt nun auch ständig etwas vor sich hin :

„Ja, jetzt stimmt’s – so kenne ich den Weg – so kommt man dahin – so war es damals – das ist what they showed me – now we richtig......“

In seine deutschen Worte mischen sich immer mehr englische und in seine englischen Worte immer mehr – na es müssen dann wohl Herero Worte gewesen sein. Wenigstens scheint ihm das Ganze peinlich zu sein und er scheint sich über sich selbst zu ärgern.

Wir kommen nun an die Fälle, endlich. Wir sind mit unserem lieben KC wieder versöhnt. 🙂
Die Fälle selbst, sollten besser Stromschnellen heißen. Wirkliche Wasserfälle sind es nicht. Wer denen den Namen „Falls“ gab hatte wohl zuviel Savannah getrunken (aber nicht die light Version) - oder war zu lange unter afrikanischer Sonne, - oder hatte zuviel Savannah unter afrikanischer Sonne.
,
,


Gut, einen gewissen Reiz haben sie, aber einen großen Umweg wären sie jetzt auch nicht wert. Hier gilt wohl auch ehr: Würde man daran vorbei fahren, dann hätte man das Gefühl, dass es was zu sehen gäbe was man nicht gesehen hatte.

So, eignetlich wollte ich weniger schwafeln. Den Beitrag kürzer gestalten und den kompletten Caprivi Teil hier abhandeln. Aber jetzt ist es doch wieder viel geworden und ich mach mal Pause.

2ter Teil der Caprivi Episode folgt dann bald.

Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
4'451 Beiträge · seit 200830. Jan. 2011 · #15
Hallo Bernd,

das waren wir 🤩

"Nachdem KC nochmals nach dem Weg fragt, biegen wir nach einer Brücke rechts in einen – na ich würde es Feldweg nennen – ab.
Ich kann mich an einen Bericht hier im Forum erinnern, in dem der Weg zu den Popa-Fällen so beschrieben wurde.
Nach einer Brücke abbiegen, dann an einem Gefängniszaun entlang.....
Genau so wie im Bericht beschrieben sieht es hier aus..."


Deine Schilderungen sind wirklich lustig, wenn Du meinst Geschwafle, dann schwafle weiter 😄
Lieben Gruß
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 30. Jan. 2011
5'479 Beiträge · seit 200931. Jan. 2011 · #16
Hallo Bernd,

Du bist nicht verrückt, sondern hast vollkommen recht, dass sich nach der Veterinärkontrolle die Umgebung vollkommen verändert. Die Veterinärkontrolle stellt die Grenze zwischen "weißem" Farmland und schwarzafrikanischer Landwirtschaft dar. Nach der Kontrolle verschwinden die Zäune, die einen ansonsten auf namibischen Straßen permanent begleiten; das Vieh wird von Hirten gehütet. Anstatt vereinzelter Farmgebäude gibt es kleinbäuerliche Dorfgemeinschaften in oftmals traditioneller Bauweise.

Ein Gecko gehört in jeder guten Lodge zur gehobenen Zimmerausstattung. Je mehr, desto besser. Sie sind die ökologisch unbedenkliche Alternative zu Peaceful Sleep und Antibrumm. Geckos sind scheu und halten sich von schlafenden Menschen fern. Abgesehen davon finde ich sie recht niedlich.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
915 Beiträge · seit 201031. Jan. 2011 · #17
Möglicherweise hast Du auf Deine Frage schon eine Antwort erhalten und ich habe das übersehen:
Der Greifvogel ist das Weibchen eines Turmfalken (Rock Kestrel). Das Foto davon finde ich übrigens ausgezeichnet.
Schöne Grüße
Günter
REISEBERICHT NAMIBIA 2010: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/171342-3-wochen-nambia-ein-kurzbericht-mit-bildern.html#171342 REISEBERICHT SÜDAFRIKA 2013: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/280789-elefanten-satt-und-kein-rhino.html
Themenstarter109 Beiträge · seit 201001. Feb. 2011 · #18
Hallo,

@Cecile:
Richtig das war Euere Reisebericht "Nach 4 Anläufe endlich als Selbstfahrer in Namibia ". Ich musste ein wenig suchen, aber genau das war's
Genau daran hatte ich mich erinnert. Du weisst gar nicht wie sehr Dein Bericht zu unserer Beruhigung beitrug.

@Topbär:
bet.: caprivi
Danke für Dein Urteil über mein Geisteszustand 🙂
Ich wusste nicht so recht wie ich es beschreiben soll. Du hast es treffend beschrieben, da gibt es nichts hinzuzufügen.

bet.: Krabbelviecher im Zimmer
Der Gecko hat mich auch nicht sooo sehr gestört. Ich hatte nur etwas bedenken wegen den Spinnen. Da es davon eben auch giftige Arten gibt (wenn auch nicht immer tödlich) könnte eine unachtsame Bewegung dann doch unangenehm werden.

@Günter:
Nein, ich hatte noch keine Antwort darauf.
Vielen Dank für den Hinweis. Hab mich gewundert woher Du noch weiss, dass es ein weibchen ist. Aber das konnte ich nun auch in Wikipedia nachvollziehen.

Dank Euch allen für Euere Response. Freud mich, dass der Bericht gelesen wird.

Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
Themenstarter109 Beiträge · seit 201001. Feb. 2011 · #19
Hello again,

so nun geht's weiter im Caprivi.

Caprivi Teil 2:
Kurz nachdem wir in Namushasha ankommen, geht’s auch schon zu einer Bootstour.



Wir sehen einige Tiere vor allem Vögel, Hippos und eine Affenbande. Einer von ihnen scheint gerade seine Yogastunde abzuhalten . 😉

,
,
,


Bei Sonnenuntergang kommen wir zurück zur Lodge, wo wir 2 Nächte bleiben werden.



Zur Namushasha Lodge :
Sie ist ähnlich wie schon die Mahangu, vielleicht etwas besser. Aber auch wieder strohbedeckt und damit mit den üblichen Krabbelviecher. Wieder untersuche ich schon vorsorglich mein Bett und werde diesmal fündig. Unter dem Kopfkissen finde ich eine zerdrückte Spinne. 😐
Wahrscheinlich wurde das Kissen beim Betten machen auf sie gedrückt, wobei - wenn darüber nachdenke – das Kissen ist doch weich. Oder sie kam beim Wäsche waschen oder zusammenlegen zwischen die Bezüge. Wie auch immer, ich entferne sie und lasse wieder das Moskitonetz herunter um weitere Besucher abzuhalten. Das Netz hat zwar keine Löcher, aber die Bauform des Bettes lässt es nicht zu, dass es das Bett ganz umschließt. An der Kopfseite des Bettes ist so ein Holzteil. Somit klafft zwischen Wand und Bett bzw. Netz eine Lücke durch die ganze Elefantenherden spazieren könnten. 🙁
Na toll, somit hat das Netz keine Wirkung man könnte es auch ganz weglassen. Ich sage mir, dass die meisten Gäste es wohl überlebt haben und finde mich damit ab.
Das Essen in der Lodge ist OK.
Auch sonst gibt es nicht wirklich was auszusetzen.


Besuch bei den Mafwe
Am nächsten Morgen besuchen Petra, KC und ich ein Dorf der Mafwe, ein Volksstamm der Gegend.
,

Eine andere, größere Reisegruppe kommt auch noch dazu. Zunächst werden uns einige Tänze vorgeführt,...

,
,


... dann zeigt man uns einige Rituale, wie man Fallen baut, wie typisches Essen hergestellt wird (wir dürfen auch probieren) und einige Handwerkskünste.



In einer Hütte ist ein Shop eingerichtet in der man die Sachen kaufen kann. Ich kaufe ihnen eine kleine geflochtene (korbähnliche-)Schale ab.

Die andere Reisegruppe verlässt das Dorf wieder. Unser Veranstalter hat wohl für etwas mehr bezahlt. So gehen die Mafwe mit uns noch zum Fluss und zeigen uns einige Fischfang-Methoden. Ich darf mit einem Mokoro hinausfahren wo einige Netze ausgelegt sind. Irgendwie ist mir die Fahrt aber nicht geheuer. Man sitzt ja schon ziemlich tief, und ziemlich wackelig ist es auch. Ich weiß nicht warum, vielleicht hab ich mich im Boot zu doof angestellt, aber nachdem man mir ein paar Fische im Netz zeigt, bringt man mich wieder zurück an Land, bevor man wieder herausfährt und die Netze leert.

,

,
,
,

Zwischenzeitlich haben die Frauen aus Grasrollen, in seichtem Gewässer, einen art Pool gemacht. Sie rollen das Gras so, dass der Pool immer kleiner wird. Dann holen sie die darin eingeschlossenen Fische heraus.
,


Eine andere Frau versucht mit einer art Reuse Fische zu fangen, ich habe jedoch nicht gesehen, dass sie Erfolg hatte.




Nachdem Fischfang geht’s wieder zurück zur Lodge. Dort wasche ich meine Klamotten aus, die im Mokoro ziemlich dreckig wurden. Wir haben noch ein wenig Zeit zum relaxen bis es zu einem Game-Drive geht.


Game Drive
Wir werden zunächst mit dem Boot zur einer Stelle gebracht wo das Monster auf uns wartet. Wir gehen an Land, nahe einer Stelle an dem Karminspinte ihre Unterkünfte haben.

,


Dann besteigen das Monster.
Bei dem Monster handelt es sich um ein ehemaliges Armee Fahrzeug, das angeblich auch in einem Mad-Max Film mitspielte.



Mit dem Monster kurven wir nun durch den Mudumu Park. Die Leute die uns ab und zu in ihren Hiluxen (auch kein kleines Auto, aber gegen das Monster winzig) entgegenkommen schauen ganz schön blöd aus der Wäsche und wissen fast nicht wie man uns ausweichen soll. Na-ja schon unfair. Vorteil des Gefährts ist, dass man ganz schön hoch sitzt und einen guten Blick hat.
Wir sehen einige Tiere

,
,


An einer Stelle am Fluss halten wir. Einige Selbstfahrer mit ihren Geländewagen, die auch schon da sind, vertreiben wir. Die wollen wohl nichts mit so einer Gruppe wie uns zu tun haben. Verständlich, denn neben anderen Lodge-Gästen ist auch eine Gruppe von 3 Frauen dabei die es nicht schaffen mal für 5min. die Klappe zu halten. 😠
Angeblich kann man Elefanten an der Stelle beobachten die meist Abends um die Zeit an den Fluss kommen. Nur es kommen keine. Ich weiß nicht ob es einfach nur Pech ist oder ob das Geschnatter unserer mitfahrenden Gäste die Elis abschreckten.

Wir kehren zur Lodge zurück und verbringen unsere letzte Nacht in Namushahsa.


--Fortsetzung folgt.

Dann geht's nach Bot in den Chobe
und Ihr erfahrt welchen Trick die Lady an der Veterinär-Kontrollstelle so daruf hat.

Bis dann !

Gruss Bernd
Foto-Alben : Namibia-VicFalls-Botswana Namibia Süd & Nord Reisebericht: Etosha-Caprivi-VicFalls-Botswana 2010
8'054 Beiträge · seit 200801. Feb. 2011 · #20
Hallo Bernd,

Ich folge mit grossem Interesse deine Reise da ich im Juli auch in dieser Gegend unterwegs sein werde! 😎

Musste wegen der Spinne lachen. Es gibt schon viele Leute die da eine Phobie haben. 🙂

Bin gespannt wie es weiter geht! 🤪

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}