Hallo Champagner, kaum Tchüß gesagt und schon wieder da! 🙁 Der Vorteil für uns Daheimgebliebenen: So kommen wir in den Genuss eines jaudschen Reiseberichtes. Weiter so und zwar bitte schnell. 😘 😄 Ich bewundere alle die so lustig und spirituell schreiben können. Mit welchen Reiseveranstalter seid Ihr unterwegs gewesen? Lieben Gruß Guggu
Hallo Champagner, was da nachts auf den Dächern balanciert sind m.E. die Dassies (Klippschliefer). So war das jedenfalls bei uns. Bin gespannt wie es weitergeht. LG Edith
Zusätzlich gibt es nachts in, bzw. auf einigen Hütten komische Geräusche, man spekulierte über Pferde, die über die Dächer balancieren – vielleicht haben sie aber auch nur das Reet von den Sparren gefressen? Keiner weiß es.....
nein - nicht Pferde sondern Elefanten - vermutlich jedenfalls deren kleineren Verwandten: Klippschliefer. Die sind auch nachts unterwegs und kommen dann auf die Hütten. Am Boden besuchen eher Stechelschweine und Honigdachse die Hütten - beide sind nicht ganz ohne.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201018. Mai 2011 · #64
Hallo Edith, hallo jaw,
das mit den Pferden war natürlich mit einem Augenzwinkern geschrieben - und enstand aus einer beim Frühstück in der Lodge geäußerten Vermutung einer nicht 100%ig naturnahen Mitreisenden 😉
Allerdings hatten wir dort noch keine Dassies gesehen (was aber ntaürlich nicht bedeutet, dass sie nicht da waren) und kamen so auch nicht auf die Idee, dass Kleinelefanten uns besucht hatten.
Ich vermute auch, dass die entsprechenden Damen gar nicht wirklich wissen wollten, was da raschelt - aber irgendwann später auf der Reise blieb ihnen die Erkenntnis nicht erspart 😄
Schönen Tag - Mittagspause beendet - muss wieder äbbes schaffa, wie jeder gute Schwabe!
ist Dir denn keine anderer Name eingefallen? So was in der Richtung "Schwaben-Schorsch", das wär doch viel viel schöner.:)
Also - Du schreibst wirklich einen sehr schönen Bericht. Wir haben nämlich im letzten Jahr (zumindest bislang) die gleiche Route wie Ihr gefahren, allerdings als Selbstfahrer.
Anib-Lodge hat uns auch fast umgehauen (wir haben dort schließlich unsere ersten Tiere in Namibia gesehen) und von der Fish-River Lodge waren wir genauso begeistert wie Du. Diese "Hexenhäuschen" haben schon was für sich.
Du hast natürlich zum Fotografieren schon großes Glück gehabt mit dem Wetter. Wir hatten zwar die gleichen Motive, aber da war´s leider etwas grau in grau. Bei euch mit Sonne und strahlend blauem Himmel - wirklich schöne Fotos.
Schreib weiter so, das macht Spass zum lesen, vor allen Dingen dann, wenn man schon mal dort war. Da bekommt man regelrecht "Fernweh".:(
Aber im Herbst ist´s ja schon wieder so weit - Namibia, Botswana und Zimbabwe warten auf uns.
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201018. Mai 2011 · #67
Guggu schrieb: Ich bewundere alle die so lustig und spirituell schreiben können. Mit welchen Reiseveranstalter seid Ihr unterwegs gewesen? Lieben Gruß Guggu
Danke für das Kompliment! Wegen Reiseveranstalter hab ich dir eine PM geschickt!
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201018. Mai 2011 · #68
bayern schorsch schrieb:Hallo Champagner,
ist Dir denn keine anderer Name eingefallen? So was in der Richtung "Schwaben-Schorsch", das wär doch viel viel schöner.:)
Also - Du schreibst wirklich einen sehr schönen Bericht. Wir haben nämlich im letzten Jahr (zumindest bislang) die gleiche Route wie Ihr gefahren, allerdings als Selbstfahrer.
LG, der bayern schorsch
Das weiß ich - ich habe nämlich deinen Bericht verschlungen - es waren viele interessante und hilfreiche Infos für mich drin!
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201021. Mai 2011 · #70
Liebe mitlesenden Fomis,
vielen Dank für die motivierenden Kommentare (auch dir Schwesterherz, wenn auch "nur" telefonisch und nicht hier 😉 ), da mach ich mich doch gerne am frühen Samstagmorgen ans Weiterschreiben:
Freitag, 29. April 2011 : Canyon Lodge/ Fish River Canyon bis Seeheim
Noch vor dem Frühstück lockt mich das schöne Wetter und die tolle Kulisse - ich klettere ein bisschen auf den Felsen rum und knipse im Morgenlicht fröhlich vor mich hin.
Dieser kleine Kerl hier hat sich schon um sein Morgenmahl gekümmert:
Das Frühstück zappelt zwar noch ein bisschen
aber nach ein paar kräftigen Schlägen auf den Fels lässt es sich in Ruhe verspeisen
Pünktlich geht es heute weiter Richtung Canyon. Das Morgenritual im Bus: "Alle da?" "Ja!" "Alle gut geschlafen?" "Ja!" "Alle gut gefrühstückt?" "Ja!" "Alle die Schlüssel abgegeben?" "Ja!" "Gut, dann fahren wir heute zu die Fischflusscanyon, okee?"
Tulivu holpert mit dem Bus ein Stück weit am Rand entlang und lässt uns irgendwo im Nichts aussteigen
mit der Vorgabe, bis zum überdachten Main Lookout Point zurück zu marschieren– dort wartet er und der Bus auf uns – "okeee?". Vorher erklärt er uns aber noch am Abgrund die wichtigsten Details zu diesem Naturwunder.
Tja, was soll ich zum Canyon sagen?
Okay, zuerst das Negative, ich bin ehrlich: Ich will dem namibischen Canyon nicht zu nahetreten, aber ich finde die amerikanische Version schöner und beeindruckender, sorry 🤨 . Hier fehlen mir einfach die Farbkontraste – alles ist grau in beige. Vielleicht bin ich auch in der falschen Stimmung und sicher zur falschen Tageszeit dort... Trotzdem ist er natürlich beeindruckend - keine Frage!!! Und: er ist nicht so überlaufen, bzw. gar nicht, das gefällt mir gut. In Amerika ist dort ja alles bebaut und durchorganisiert, Shuttle-Busse fahren hin und her, Hinweisschilder, View Points ohne Ende, Möglichkeiten was zu Essen, viieeele Leute - hier in Namibia findet Understatement pur statt!
Der Spaziergang ist dann sehr nett, auch wenn es schon gut warm ist - er gibt mir auch Gelegenheit, mich in Ruhe (!) ein bisschen mit Sachsen-Martin zu unterhalten, der zur eher stilleren Fraktion zählt und den Bus lieber mal mit einem trockenen Spruch als mit ausschweifenden Selbstdarstellungen unterhält. Ach ja, hab ich das inzwischen aufgeklärt? Er ist NICHT der dumpfe Dicke vom Flughafen!!
Danach – das ist uns mittlerweile klar – geht kein Weg daran vorbei: wir müssen das ganze Stück ausgespülter Rüttelpiste, und zwar bis nach Seeheim zurückfahren. 😮 Aber: gestern waren wir mit Selbstfahrer ins Gespräch gekommen, die in Seeheim feststellen mussten, dass von Aus kommend kurz nach Abzweig bei Seeheim die C12 gesperrt ist. Diese Selbstfahrer haben sich dann die Umfahrung auf der D545, die wir gestern gekommen waren, nicht zugetraut – sie hatten sich wohl bei Sossusvlei irgendwo und irgendwie festgefahren und mussten rausgeschleppt werden. Das war ihnen sooo peinlich, dass sie nicht noch mal so etwas riskieren wollten und sind daher einen riesigen Umweg auf der B1 nach Grünau und von dort wieder hoch zur Lodge gefahren.
Für uns heißt das ja dann wohl den bekannten Umweg am Naute Damm vorbei nehmen zu müssen – Lust hat da keiner zu. Aber soweit kommt es auch nicht – das Sperrschild LIEGT auf dem Boden, was für Tulivu natürlich "Weiterfahren" heißt!
Allerdings unterbrochen von diversen Foto-Stopps: ich bin immer wieder erstaunt über seine Adleraugen – mitten aus der schnellsten Fahrt heraus tritt er scheinbar ohne Grund in die Eisen, der Bus kommt recht abrupt zum Stillstand - und die Fahrgäste ins Taumeln. Dann wird mit viel Gestöhne (dazu mal später mehr 😄 ) der Rückwärtsgang reingequält und die beste Position zu irgendeinem Vogel oder wie in diesem Fall einem Waran, der leider blitzschnell ins Gebüsch verschwindet, gesucht.
Alles was fliegt interessiert unseren Guide besonders: er lässt den Bus etwas langsamer vor sich hinschlingern und schaut versonnen und ausgiebig einem Raubvogel "auf halb zehn" nach 😗 (während seine Fahrgäste langsam nervös ob des nahezu führerlosen Busses werden 😮 ) , blättert dann in seinem Bestimmungsbuch auf dem Schoß, um noch schnell "sicher zu machen" (jepp, genau diesen Ausdruck benützt auch er, ist von der Übersetzung her ja auch logisch, klingt aber trotzdem lustig und nach Hummeldumm 😄 ), dass es ein junger Kampfadler oder eben sonst was ist.
Danach tippt er noch in aller Ruhe auf seinem I-Phone rum, steckt irgendein Kabel um (nur zur Erinnerung: wir fahren immer noch....🤔 ) und verkündet dann stolz: "Und das wäre die Geräusch von die Kampfadler, okeeee?". Nachdem alle Gäste das Gekrächze aus dem Lautsprecher mit einem kräftigen "Okeeee!!" bestätigt haben nimmt er das Lenkrad wieder in die Hand und volle Fahrt auf.
Gute Nerven braucht man bei Tulivu schon....🤢
Leider war ich nicht clever genug, mir immer gleich die Bezeichnung der Vögel aufzuschreiben, so dass ich bis heute in vielen Fällen unwissend bin 😕 Wen ich aber inzwischen zweifelsfrei identifizieren und vor allem ohne Stocken aussprechen kann ist "die Weißbürzel-Singhabicht da oben auf die Mast, okeee?"!! Tolles Wort (weniger tolles Foto, aber der Vollständigkeit halber, hab später glaub welche, die okay sind...)!
Wir kommen zu der Stelle, wegen der die C12 gesperrt war/ist: das Revier in der (auf dem Foto fast nicht sichtbaren) Senke läuft und mitten drin stehen zwei Fahrzeuge, ein drittes dreht gerade um.
Tulivu stellt sich hin und begutachtet die Lage eine Weile. Mein Mann positioniert sich derweil für das beste Foto der "Flussdurchquerung": ein beliebter Platz ist direkt hinter dem Kühlschrank, am Treppenabgang stehend.... Unser Rallye-Guide entscheidet sich für den besten Weg, nimmt Fahrt auf und rumpelt durch den Sand und das Wasser an den anderen Fahrzeugen vorbei, mein Mann nimmt Fahrt auf und fällt die Treppe runter, die unverriegelte Tür öffnet sich und er kann sich gerade noch irgendwie festhalten. Peinlich....😊 und hätte dumm laufen können 🤩 !
😄 Tolle Fotos hat er dabei gemacht 😛
Ab diesem Zeitpunkt achte ich (üblicherweise auf dem Platz hinter dem Treppenabgang sitzend) stets penibel darauf, dass die Tür sicher verriegelt ist.
Kurz und gut, wir kommen natürlich durch und entdecken danach, dass das "Gesperrt"-Schild von der anderen Seite her noch steht. Keine Ahnung, was Sinn der Sache ist – sofern es einen gibt. So rumpeln und hüpfen wir weiter bis Seeheim – immer mal wieder werden ein paar sarkastische "SO A TRAUMREISE"-Rufe aus den hinteren Reihen laut. Erklärung hierzu: in der Anib Lodge stand auf unserem Tisch ein Reservierungsschild: SOA Traumreise. Hmmm, dachten wir, was soll das bedeuten 😐 ? Aber uns 8 cleveren Süddeutschen war natürlich schnell klar, dass "So a Traumreise" übersetzt eigentlich nur "Solch eine Traumreise" heißen kann!:)
Fortan ist dies unser Slogan bei besonders interessanten Reiseabschnitten, mal echt gemeint, mal ironisch! (😊 später haben wir nebenbei erfahren, dass SOA ganz einfach die Abkürzung unseres Tour Operators ist........... 😉 )
das ist ein sehr unterhaltsam geschriebener Bericht mit schönen Bildern dazu.
Wann gehts den endlich weiter ?? 😎
Beate21'117 Beiträge · seit 201022. Mai 2011 · #72
Hi Champagner,
deine "reloaded Ausgabe" gefällt mir ja vieeeeeeel besser, als das Original. 😁 😁 Das hätte ich nach dem Freiluftcamp gut weglegen können… 😵
Bei dir freu ich mich auf jeden neuen Tag - danke! 😁 😁
Liebe Grüße Beate
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201022. Mai 2011 · #73
Freitag, 29. April 2011 – Von Seeheim nach Aus
Und weiter geht’s, bei der namibischen Metropole Seeheim biegen wir links ab Richtung Lüderitz, auf die Teerstraße B4! Großes Aufatmen, endlich mal wieder unkonzentriert im Sitz lümmeln, Wasser aus dem Kühlschrank holen, sich zu einer anderen Sitzbank zwecks eines Schwätzles begeben – ohne Gefahr zu laufen, in hohem Bogen durch den Bus zu fliegen...
Die Fischflussbrücke überqueren wir zu Fuß – unser Guide achtet immer sehr darauf, dass wir Bewegung und frische Luft bekommen!
Unterwegs erzählt er ein bisschen über Missionar Schmelen (Anlass ist die Abzweigung nach Bethanien), und von aufgegebenen Tankstellen (die in der aktuellen T4A-Karte noch eingezeichnet sind – das verwundert mich dann doch).
Die Fahrt durch die grüne-beige Landschaft
verläuft ansonsten recht ereignislos, Zeit für mich, mal etwas übers Wetter zu schreiben: es war bisher, von den paar Tropfen in Windhoek abgesehen, sehr schönes und angenehmes Wetter, blauer Himmel, ab und zu ein paar dekorative Wölkchen am Himmel und eigentlich nie zu heiß (okay, wir sitzen natürlich einen Großteil der Zeit in unserem klimatisierten Wohnzimmer auf vier Rädern, aber trotzdem). Nachts wurde es immer recht frisch, so dass man problemlos schlafen konnte. Die Luft war auch überhaupt nicht so trocken, wie ich das gelesen und daher gedacht hatte, weil noch viel Feuchtigkeit in Namibia unterwegs ist.
Was ein paar von uns, auch ich, deutlich spüren, ist die Höhe, auf der wir uns oft befinden: wir haben öfters, das Gefühl leicht zu schwanken (NEIN, nicht erst nach dem Sundowner...!! 🤪 ). Unser Kreislauf spielt ab und zu einfach verrückt!
Das Wetter ist uns bisher also wohlgesonnen – aber das sollte sich zwischendurch auch mal ändern! 😵
In Aus gibt es ein recht spätes Mittagessen im Bahnhof Hotel. Zur großen Freude der meistens Damen zeigt der Fernseher an der Bar in einer Endloschleife bewegte Bilder von der Hochzeit in England 😘 !
Dann wird noch der Curio Shop ums Eck besucht – selbst meine Schwester und ich schauen uns zum erstenmal in Kauflaune um, können uns dann aber doch für nichts entscheiden. Wir haben immer im Kopf, dass wir die Sachen dann ja ständig mit uns rumschleppen müssen - und ganz bestimmt gibt es später auch noch schöne Dinge zu kaufen!
Solche Probleme haben die anderen weiblichen Traumreisenden nicht – bereits im Shop der Canyon Lodge wurde zugeschlagen, und Bayern-Birgit ist sowieso die ganze Reise über auf der Jagd nach einem "Bluuserl". Die Herren der Schöpfung verdrehen die Augen und zücken die Geldbörsen.
In Klein Aus Vista Desert Horse Inn (wer ist eigentlich für dieses Wortungetüm verantwortlich?) werden wir nett empfangen und beziehen mit dem tollen Gefühl, endlich mal zwei Nächte an einem Ort zu sein, unsere Doppelhaushälften.
Auf dem Weg dorthin gibt es von einigen leichtes Murren, da die Umgebung natürlich nicht soooo spektakulär wie in der Canyon Lodge ist. Hallo, geht’s noch?? Mein Vorschlag,Ironie an: Vielleicht sollte man von den Guides doch verlangen, dass sie immer ein paar Granitfelsen im Kofferraum mitführen und diese schnell hindrapieren, bevor die Gäste aussteigen, oder? Wäre bei dem Reisepreis eigentlich schon zu erwarten.. Ironie aus.
Später fragt Birgit mit leicht vorwurfsvollem Ton bei uns nach einem Föhn – sie wäre ja schooon davon ausgegangen, dass bei diesen 4-Sterne-Unterkünften ein Föhn auf dem Zimmer eine Selbstverständlichkeit wäre (btw: wir sind nicht immer in 4***-Unterkünften). "Jetzt hob i meinen Kopf drei Dog ned gwoschn..."
Egal, das ist nicht unser Problem (wir sind sauber, hihi 😄 ), Schwesterlein und wir beziehen das Doppelhäuschen ganz hinten oben rechts am Hang (von unten gesehen) und sind happy: ein großes Zimmer mit richtig Platz für 2 Koffer (war nicht immer so)
mit einer zusätzlichen Sitzecke
ein schönes Bad und eine tolle Terrasse
Und das zwei Nächte lang!
Der Sundowner auf der Holzveranda ist unvergesslich, tolle Aussicht, gute Getränke, lustige Bedienung. Achim und ich machen einen Abgleich unserer Sonnenuntergangsfotos und fachsimpeln ein bisschen, wobei ich ja eigentlich völlig blond bin, was das Fotografieren betrifft. Die Technik interessiert mich wenig – ich knipse aus dem Bauch heraus. Und zum Glück kann man ja alles wieder löschen und es kostet nix. (Ich fische nicht nach Komplimenten - meine Fotos gefallen mir durchaus, auch ohne Technikkenntnisse 😛 )
Als Highlight kommt dann noch das Abendessen an einem sehr schön eingedeckten Tisch, es schmeckt prima, die Bedienung ist weiterhin gut drauf und scherzt mit Tonic-Martin rum (so nennt sie ihn, denn sie hatte ihm, dem Antialkoholiker, beim Sundowner statt eines Tonicwassers nur einen Gin serviert, weil er Gin-Tonic "ohne" bestellt hatte. Auch mit Tulivu hat sie ihren Spaß und umgekehrt, nur verstehen wir da nichts, weil sie sich auf Afrikaans unterhalten.
In bester Stimmung gehen wir ins Bett und schlafen wie die Murmeltiere, morgen früh geht’s wie üblich sehr früh los, Lüderitz - und ein Wiedersehen! - stehen auf dem Programm.
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201022. Mai 2011 · #74
Eine Bitte: wer kann mir sagen, wo ich das Foto finde, auf dem das Hochwasser an einem der Klein Aus Vista Dester Horse Inn - Häuser (war's Nr.14?) vorbeiläuft?
Ich fand das damals schon sehr beeindruckend und würde es jetzt, nachdem ich alles in echt gesehen habe, gerne nochmal anschauen!
ein nach wie vor toller Bericht! Vor allem Deine Fotos von/auf der Canon Lodge zeigen bei leichter Bewölkung noch einmal eine ganz andere Stimmung wie meine im September.
Hier der gesuchte Link zum Hochwasser in Klein Aus Vista.
Herzliche Grüße und Dank Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201022. Mai 2011 · #76
Butterblume schrieb:
Hier der gesuchte Link zum Hochwasser in Klein Aus Vista.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200923. Mai 2011 · #77
Als Teilnehmer wäre solch eine Busreise nix für mich, aber als Mitleser ist sie viel interessanter als die üblichen Selbstfahrer-Reisen. Da merkt man erst, dass bei den meisten Reiseberichten der soziale Aspekt fehlt.
Du schlägst ja "Hummeldumm" in meinen Augen um Längen. Durch das Buch habe ich mich wirklich gequält, aber bei Deinem tollen Reisebericht warte ich immer schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Vielen Dank für Deinen sehr unterhaltsamen, super Reisebericht.
ChampagnerThemenstarter8'682 Beiträge · seit 201026. Mai 2011 · #79
So, weiter geht’s – natürlich auch für die Selbstfahrer, die sich angesichts dieser Gruppenreise aus sicherer Entfernung ein bisschen mitgruseln wollen 😛 . Fotos kommen später – und an dieser Stelle sollte ich noch erwähnen (bevor ich eins auf die Mütze bekomme), dass nicht alle Fotos von mir, sondern z.T. auch vom Herrn Gemahl sind.
Samstag, 30. April 2011
Ein neuer Tag bricht an in Aus (wo außer in Namibia kann man 3 Präpositionen so elegant aneinander reihen? 😕 )
Wir bekommen das allerbeste Frühstück der Reise, knuspriges Vollkornbrot, Avocados, Obst, Käse, Wurst, Gebäck, Eierspeisen Säfte usw.....herrlich! Alle sind begeistert und so brechen wir in bester Stimmung auf in Aus nach (ich korrigiere mich, 4 Präpositionen! 😎 ) Lüderitz via Kolmanskop.
Das Diamantensperrgebiet ist öde!!
Ich hatte gedacht, es glitzert wenigstens ein klitzekleines bisschen 😉 . Immerhin gibt es jede Menge "Springbock an Bahngleis"
und einen Raubvogel (Adler?) auf einem dieser dekorativen Strommasten (so wird das nichts mit meinen naturnahen Vogelbildern...). Kann mir jemand weiterhelfen, um welchen Adler es sich handelt – ich hab mal wieder nicht aufgepasst 😗 .
In Kolmanskop erliege ich zum ersten Mal dem Kaufrausch – allerdings auch nur, weil ich einen schönen Kristall sehe, den mein Herr Sohn für sein Referat kurz nach meiner Rückkehr gebrauchen könnte (konnte er, nebenbei bemerkt). Hätte ich gewusst, dass wir noch unzählige Steinverkäufer treffen werden, hätte ich mich sicher wieder nicht zum Kauf entschließen können. Aber so lege ich zum erstenmal meine Namibia-Dollar (😊 die ich mir von meiner Schwester leihen muss, weil ich mein Geld im Bus gelassen habe) auf den Tresen.
Nach einigem Warten werden wir für die Führung in Gruppen eingeteilt – und siehe da 🤩 : die Trenchcoat-Ladies sind auch hier! Immer noch recht fesch die Beiden, alles Ton in Ton, das Twinset in beige passt wirklich gut zum Wüstenstaub, die Haare sitzen auch noch, nur das halbgefrorene Lächeln ist schon ein wenig verrutscht. Kann ja mal passieren bei diesen Rüttelpisten – und der entsprechenden Gruppe! Zusammen mit ihnen sind nämlich ein paar Gestalten unterwegs, die ich jetzt wirklich nicht 2,5 Wochen um mich rum haben wollte – viele von der Marke "spießige Spaßbremsen". Gruselig die Vorstellung, mit denen unterwegs zu sein 🤢 ! Aber jeder wie er es verdient! Man hat jetzt auch nicht gerade den Eindruck, dass es in dieser Gruppe harmonisch oder gar lustig zugeht, leicht pikierte Blicke mit hochgezogenen Augenbrauen sind eher an der Tagesordnung als lautes Lachen – Urlaub als Pflichtprogramm....
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen – wir werden sie noch öfters treffen!
Hier muss ich doch mal kurz was zum Outfit unserer Gruppe sagen (wenn ich schon über die anderen lästere): alle sind sehr sportlich-leger gekleidet, das Chiffonblüschen und die feine Stoffhose, auch die kurzen Herrenhosen mit der gefälligen Sandalen-Socken-Kombi fehlen (im Gegensatz zu der Trenchcoat-Lady-Gruppe), Jeans und die üblichen Krempel- oder Zipphosen herrschen bei uns vor, ein paar der üblichen Wanderausstatter-Labels sind zu sehen, normale T-Shirts, Turn- und Wanderschuhe, ein angenehmes Durcheinander – aber stopp, einen Ausreißer gibt es doch: Achim hat es sich nicht nehmen lassen, mit Tropenhelm nach Namibia einzureisen! 🤪 Hmmm, ein klitzekleines bisschen peinlich das Ganze - seine Damen (er ist wie schon erwähnt mit Frau und Tochter unterwegs) distanzieren sich diesbezüglich auch ein wenig von ihm. Aber er stolziert – das Ganze abgerundet mit stets perfektem Safari-Marken-Oufit – selbstbewusst durch die Wüste. Na ja, sonst hätten Schwesterchen und ich auch nichts zu lästern, wäre ja echt langweilig 😛 !
Zu Kolmanskop haben schon viele was geschrieben, das spar ich mir, außer ein paar Bildchen
und dass es mir gut gefallen hat. Was mir noch besonders in Erinnerung blieb ist Tulivus Bemerkung nach der Besichtigung: "Diese Tante da, diese Gertrud, die wo Sie geführt hat, ist noch eine vom alten Schlag, die spricht nur das Notwendigste mit mir – niemals aber würde sie sich mit mir, einem Schwarzen, an einen Tisch setzen!" Das hat mich dann doch betroffen gemacht....
Diesen Ausdruck "Tante" benutzt er allerdings wohl nicht soooo abwertend wie es sich anhört – offensichtlich unterscheidet er bei dem weiblichen Geschlecht zwischen wichtig (das sind sicher seine weiblichen Verwandten und Freunde, seine weiblichen Gäste und alle weiblichen Tiere), denn von uns und den Tieren redet er immer von "Damen" (die Damen nach rechts auf die Buschtoilette, die Impala-Dame hier vorne....) und Frauen, die ihm eher unwichtig oder unsympathisch sind, das sind die "Tanten"!
Weiter geht’s nach Lüderitz. Dort ist heute ein großes Fest und es ist echt der Bär los. Zuerst aber ziehen wir alle mal wieder Geld, zum erstenmal in der Öffentlichkeit und es ist uns zum Teil wirklich nicht recht wohl dabei, weil eine Unmenge Leute unterwegs sind und es auch noch Monatsende ist, so dass wohl viele einen Teil ihres Gehalts abheben wollen. So gibt es zum Teil ärgerliche Kommentare über uns Touris, die eben ein bisschen langsam sind an diesen fremden Geldautomaten.
Danach geht’s zur Felsenkirche – und da haben wir eine sehr nette Begegnung. Diese Damen warten gerade auf den Beginn einer Hochzeit und nutzen die Zeit, um mit uns zu plaudern.
Am Hafen, wo wir eigentlich Mittagessen wollen, ist alles voll wegen des Festes, Menschenmassen tummeln sich zwischen unzähligen qualmenden Grillstätten.
Also organisiert Tulivu schnell mit einem seiner diversen Handys, dass wir im Nest Hotel essen – auch wenn es schon reichlich spät ist. Das Essen dort ist soweit okay, obwohl die Portionen zum Teil doch recht übersichtlich sind – zumindest der Kaiserschmarrn. Aber immerhin haben wir eine schöne Aussicht, tolles Wetter (kein Nebel), einen lustigen Vogel, der sich sehr wichtig nimmt
und einen gemütlichen Sitzplatz.
Wenn auch nicht lange - unser Sklaventreiber taucht wieder auf: "Okeeee, nach die Mittagessen fahren wir noch schnell zu die Diaz-Point". Haha, das "schnell" bezieht sich höchstens auf seine Geschwindigkeit – das Ganze zieht sich auf schlechter Piste doch ganz schön.
Zur Belohnung dürfen wir in recht karger Umgebung Muscheln sammeln und Robben und die Meeresbrandung betrachten. Der Himmel ist weiterhin klar und superblau.
Auf der Rückfahrt stehen dann noch die Wildpferde auf dem Programm: wir biegen ab
zum überdachten Aussichtspunkt, der mir recht neu und groß erscheint. Es wurde (wird?) auch eine neue Wasserstelle gebaut (laut Tulivu in den letzten 2 Wochen, ein Zeltlager von Arbeitern sowie dieselben sind noch anzutreffen). Hmmm, das sieht noch sehr nach Baustelle, ganz und gar nicht natürlich und für Pferde ansprechend aus – aber wer weiß, was Pferde denken? Auf jeden Fall schauen wir gebannt auf Wasserstelle alt und Wasserstelle neu und harren der Pferde die da vielleicht kommen werden.....
Langsam werden wir ungeduldig, vor allem unsere Reisespezialisten (Kenia, Tansania, SA, wir erinnern uns??) murmeln mal wieder was von Krüger Park und Serengeti und "Tiere zum Anfassen nahe am Auto". Na ja, Pferde werden das wohl kaum gewesen sein dort – insofern hinkt der Vergleich schon mal.
Zu allem Übel wird’s der Sonne bei der Warterei langweilig und sie beschließt unterzugehen. Mist aber auch, wir sitzen hier im Trockenen, kein Gin-Tonic, keine Pferde – das kann einem ja wirklich die Laune verderben. 🙁
Aber wir haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Tulivu zaubert aus seinem Buskühlschrank eine Flasche Gin, Tonicwater und für jeden einen Plastikbecher. "Machen wir die Sundowner heute hier, zurück zu die Lodge schaffen wir es nicht mehr, okee?". Okeee!! Angesichts der Alkoholika hebt sich die Stimmung ein bisschen – und plötzlich entdeckt einer am Horizont.....Pferde! Es gibt sie also tatsächlich (und ich versuche hartnäckig nicht an die Fotos zu denken, wo große Herden am Wasserloch versammelt sind und miteinander spielen) – immerhin 3 Stück sehe ich durch meinen Zoom. Die Frage ist nur: kommen sie oder gehen sie? Wer will schon aus einer Baustelle trinken? Da sie aber vermutlich keine Wahl haben (abgesehen von natürlichen Wasserstellen, die es zur Zeit fast überall in Namibia im Überangebot gibt), kommen sie zögerlich näher.
Wir werden ganz aufgeregt – es ist aber auch wirklich eine tolle Stimmung, die Sonne steht tief, das Gras hoch und die Pferde sind merklich angespannt. Sie prüfen die Umgebung und entscheiden sich tatsächlich näher zu kommen (vermutlich haben sie Achim mit seinem Tropenhelm übersehen 😄 ).
Das jüngste Exemplar galoppiert gutgelaunt durch die Gegend – yeah – action!!
Sie nehmen sogar einen kurzen Schluck aus der alten Tränke, Kameras klicken, der Gin-Tonic fließt und wir sind alle begeistert - aber natürlich ganz leise, flüsternd, denn wir wollen diese Kostbarkeiten ja nicht vertreiben!
Trotzdem - ziemlich schnell verabschieden sie sich wieder (meine Schwester mutmaßt, dass sie auf Rollen aufgeschraubt sind und der Kulissenschieber gerne Feierabend machen will), wir fotografieren noch eben den restlichen Sonnenuntergang und die beeindruckenden Wolken am Himmel.
Zum Glück wussten wir da noch nicht, dass wir denen morgen wieder begegnen werden!!😃
Dann fahren wir leicht beduselt zurück zur Lodge und zu einem erneut oberleckeren Abendessen!
Fazit: ein rundherum schöner Tag mit gutem Essen, vielen Erlebnissen, einer fast unwirklich anmutenden Stimmung bei den Wildpferden im Sonnenuntergang.
Und dann kommt leider ein völlig verpeilter Kommentar von Achim (und es sollte nicht sein letzter dieser Sorte sein) beim abendlichen Weg zurück zu unseren Doppelhäusern: "Also, ehrlich gesagt stimmt das Preis-Leistungsverhältnis bei dieser Reise nicht – die Unterkünfte sind nicht der Hit und die Ausflüge auch nicht". Da stehe ich nun und verstehe die Welt nicht mehr.....😮
Hallo Schampus, Achims Kommentar ist mir nicht ganz unbekannt 🙄 Meine erste Reise war auch geführt:( den Afrikavirus hat mich trotzdem voll erwischt 😏 Gruss Fahamu