H.Badger1'822 Beiträge · seit 201621. März 2023 · #61
Guten Abend Kathrin, es ist unbedingt Zeit für ein Zwischen-Dankeschön. Herzlichen Dank also dafür, dass du uns mit nach Uganda nimmst und an euren schönen Erlebnissen teilhaben lässt. Schöne (Vogel-)Sichtungen hattet ihr! Schade, dass die Campsite auf der Mweya Halbinsel so suboptimal ist. Wir waren damals in der Mweya Safari Lodge untergebracht (2010 gab es dort noch gar nicht viele Alternativen) und haben den Aufenthalt dort genossen. Der Blick auf den Kazinga-Kanal war ganz toll - viele Büffel und Elefanten inklusive. Und auch die Bootstour hat uns damals sehr gut gefallen. Mit Raubkatzen hatten wir in der Gegend kein Glück - dafür aber mit Riesenwaldschweinen - die standen auf meiner Uganda-Sichtungswunschliste ziemlich weit oben.
picco6'369 Beiträge · seit 201122. März 2023 · #62
Hoi Kathrin
Auch von mir ein 'Zwischendank' für zwischendurch!
Die Mücken waren wohl die 'Lakeflys', die jeden Abend an Land kommen und tagsüber Wolken über den Seen bilden. Kleiner Tipp fürs Nächste Mal: Ich hab die Laterne jeweils 10-20m vor dem Zelteingang in die Wiese gestellt und konnte so ohne insektische Begleitung ins Zelt rein. 😉
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202122. März 2023 · #64
@H. Badger Suboptimal ist noch nett ausgedrückt 😉 Trotzdem sind wir für eine zweite Nacht zurückgekehrt... wir lieben es einsam! 😗
@Picco Danke für den Laternentipp! 😎 Wir sind im Dunkeln herumgewandert was ja auch nicht sooo schlau ist... Nicht dass man noch über ein Hippo stolpert 😗
@Annick Schön, dass dir der Bericht gefällt. Bin immer sehr gespannt, was du an den fast "gleichen" Orten erlebt hast! spannend!
Liebe Grüße und auch ein herzliches Dankeschön an alle "Danke"-Button Drücker! Kathrin
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202122. März 2023 · #65
Baumlöwen? Lange nicht gesehen! Ich erwache von schon fast ohrenbetäubendem Summen… Die Lakeflies (Danke Picco) geben sich ein letztes Stelldichein und umschwirren in der beginnenden Morgendämmerung das Zelt. 🤨 Gut dass unser Moskitonetz dicht ist. Als das Summen verstummt und auch das Grunzen der Hippos sich entfernt hat, trauen wir uns nach draußen. 🤪 Unsere Freunde die Wasserböcke grasen entspannt in der Nähe und wir frühstücken gemütlich. Um kurz nach 8 sind wir abfahrtsbereit und starten zur nächsten Etappe. Wir wollen heute knapp 100 km nach Süden in den Ishasha-Teil des QENP, wo die legendären Baumlöwen zuhause sein sollen. Wir haben keine Eile und nehmen die Channel Track. Außer ein paar Pelikanen, die in weiter Entfernung auf dem Lake Edward dümpeln sehen wir noch einen Crested-Eagle
In Katunguru nehmen wir die Brücke und stoppen an der Tankstelle.
Wir finden noch frisches Obst und starten dann auf einer Rumpelpiste nach Süden. Akazienbäume dominieren das Landschaftsbild.
An ein paar verfallenen Baracken machen wir Kaffeepause. Jetzt ist es nicht mehr weit. An den Hippo Pools stapeln sich die Büffel…
Gegen Mittag erreichen wir die Enjojo Lodge – die letzten Meter bestehen aus grauenhaften Schlaglöchern. 😣 Wir werden freundlich begrüßt und bekommen einen frischen Saft. Hungrig wie wir sind buchen wir gierig die Vollpension und finden uns kurz darauf im herrlich luftigen Restaurant mit Blick auf einen verwaisten Teich wieder. 😗
Gemüsecurry und Reis sind in Ordnung. Der Campingplatz liegt abseits der Chalets und ist sehr nett hergerichtet, mit Lagerfeuerplatz: überdachtem Sitzplatz
Küche, sauberen WCs und Duschen.
Viel Platz für unser Auto:
Weg zum Campingplatz
Termitennest an einem Baum
Da M. mal nicht selber fahren will und uns noch die Leier meiner Schwester – die Guides wissen wo die Tiere sind… da sieht man viel mehr… in den Ohren klingt haben wir einen ziemlich überteuerten Gamedrive samt Fahrer für 15 Uhr vereinbart. So bleibt uns nicht viel Zeit zum Rasten, bevor wir starten. Ein paar Blüten müssen noch schnell fotografiert werden...
Es geht pünktlich los. Wir genießen zur Abwechslung mal die erhöhte Sitzposition und da das Wetter wunderbar ist genießen wir den Gamedrive in vollen Zügen. Die Landschaft gefällt uns sehr: hier mit Eli
Wir freuen uns über viele Tiere: Uganda Kobs
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202122. März 2023 · #66
Die Topis sind für uns eine Erstsichtung und wir freuen uns sehr!
Überall entdecken wir Jungtiere – einfach nur niedlich!
Auch Büffel gibt es sehr viele:
Unser Guide gibt sich zwar Mühe, gehört aber nicht zu den besten seiner Zunft. Mehrfach sehen wir Vögel vor ihm 😗 … auch bei deren Namen scheint er nicht hundertprozentig sicher zu sein. Dafür erzählt er uns viel über den Park, die Büffel und Topis. Leider finden wir die Baumlöwen nicht – jeder einzelne Guide oder Ranger denen wir begegnen wir befragt, die Reaktion ist immer dieselbe – Achselzucken und Kopfschütteln… Die Feigenbäume sind verwaist:
Es gibt richtig große Warzenschweine 🙂
Ein Wasserbock posiert für uns 😗
Wir machen noch einen Abstecher an den Ishasha River, der die Grenze zum Kongo bildet. Hier sind ein paar Hippos im Wasser.
Auf dem Rückweg sehen wir noch einen großen Sumpf.
Hier rastet der erste und einzige Klaffschnabel des Urlaubs:
Im feuchten Schwemmland grasen zahlreiche Tiere 🙂
Auch eine Trappe lässt sich noch sehen
Die Bestimmung von Greifvögeln fällt uns immer schwer... sehen alle irgendwie ähnlich aus 😐
Insgesamt ist der Drive sehr abwechslungsreich und wir sind auch ohne Löwen glücklich und zufrieden. 😎 Leider scheint der Lodge-Manager fast beleidigt , als wir einen weiteren Gamedrive für den nächsten Tag ablehnen und seine Freundlichkeit kühlt merklich ab… 😕 Ist uns egal – das ist 150US$ sind für 2 Leute einfach zu teuer… Wir gönnen uns eine Dusche und ratschen am Lagerfeuer mit einer holländischen Familie die auf Weltreise sind, später gehen wir ins Restaurant, wo wir uns Chicken Curry und Banana Fritters schmecken lassen.
Fortsetzung folgt…
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201623. März 2023 · #67
Hallo,
habt Ihr keinen Ranger am Eingang des NP mitgenommen? Wir waren 2021 als Selbstfahrer in Uganda unterwegs (allerdings in Lodge) und haben z.B. in Ishasha eine Rangerin vom NP mitgenommen. Ich meine das hat 10 $ gekostet (plus Tipp). Mit ihr haben wir die Baumlöwen gefunden. Wir waren damals in der Topi Lodge und der Campmanager hat das für uns organisiert.
Ansonsten bin ich gespannt, was Euch sonst noch so alles erwartet.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
picco6'369 Beiträge · seit 201123. März 2023 · #68
Hoi zämä
Gabi-Muc schrieb:...in Ishasha eine Rangerin vom NP mitgenommen. Ich meine das hat 10 $ gekostet (plus Tipp).
Haben wir 2012 in Ishasha auch so gemacht, aber trotzdem keine Baumlöwen gefunden. Dafür eine ganze Löwenfamilie, die prächtige Unterhaltung bot! Die Baumlöwen haben wir erst einen Tag danach von der Verbindungsstrasse her gesehen.
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202123. März 2023 · #69
@Gabi-Muc Wir hatten vorab auch gelesen, dass man Ranger "mitnehmen" kann... Hätte aber in dem Fall denke ich nichts geholfen - wir waren noch am nächsten und übernächsten Tag unterwegs. Die Ranger an den Gates waren total freundlich haben aber alle gemeint, die Löwen seien wohl gerade im Kongo - auch die GPS-Halsbänder waren nicht zu orten - seit 5 Tagen hatte sie niemand mehr gesehen. Auch die anderen Touris die wir getroffen haben hatten kein Glück! Kann man nichts machen - wir haben Uganda auch ohne Baumlöwen geliebt! Es wird noch Schönes zu berichten geben! Liebe Grüße, Kathrin
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202126. März 2023 · #70
Safaritag im QENP Nach einer ruhigen Nacht stehen wir in der Morgendämmerung auf und lassen uns im Restaurant ein leckeres Frühstück mit Obst, Eiern und Brot schmecken. Einzig die Marmelade verdient diesen Namen nicht – das ist der reine Zucker! 😣 Das Dachzelt ist blitzschnell zusammengeklappt und bewaffnet mit einem „Packed Lunch“ starten wir in Richtung South Gate. Unterwegs sehen wir entlang der Straße bereits wunderschöne Fig Trees. 🙂
Am Gate bezahlen wir beim langsamsten Ranger aller Zeiten. 😗 Äußerst akribisch füllt er unser Permit aus… wir üben uns in Geduld und ich befrage in der Zwischenzeit einen anderen Ranger zu eventuellen Löwensichtungen. Leider wurden die Löwen seit 5 Tagen von niemandem gesichtet. Macht nichts. Wir freuen uns über jedes Tier – und davon gibt es wirklich viele. 😎 Wir entdecken einen Elefanten
einen Mausvogel
Büffel
einen Madagaskar Spint
zur Abwechslung diese schöne Blüte 😉
und Uganda Kobs.
Auch die Landschaft gefällt uns sehr gut.
Paviane mit Baby bieten Abwechslung
Ebenso dieser schöne Schmetterling
Ein Hippo tarnt sich im Sumpf 😄
Auch am Ufer sind Hippos
Wir sehen wieder einen Klaffschnabel und einige White-faced Whistling ducks
Wir halten unter einem Fig-Tree, die auch ohne Löwen wunderschön sind und trinken einen Vormittagskaffee. Es sind nur wenige Fahrzeuge unterwegs und wir genießen die Ruhe. 🙂 Gegen Mittag steuern wir den Campingplatz am Ishasha River an.
Wir setzen uns in den Pavillion und lassen uns Pfannkuchen mit Gemüse, gekochtes Eie und gebratene Hühnchenteile schmecken. Als Nachtisch gibt es Kekse und Melone. 😛
Ein „Aufpasser“ kommt vorbei – die Ugander fürchten wohl Übergriffe aus dem Kongo und wollen kein Risiko eingehen. 🙁 Zweimal kommen Safarifahrzeuge um hier Picknick zu machen. Wir haben nette Gespräche mit den anderen Touris – auch von ihnen hat keiner die Löwen gesehen. Am schönsten ist jedoch das Hippo-Kino. Mehrere sind im Fluss und legen sich schließlich auf einer Sandbank zur Ruhe, wobei eine Hippomama ihr Kleines fast unter ihrem dicken Hinterteil begräbt. 😄
Nachdem wir auch noch Kaffee getrunken haben reißen wir uns schließlich los und fahren nach Norden. Wir freuen uns über diesen netten kleinen Wasserbock 😘
und über das ebenso niedliche Topi 😘
Lange verweilen wir bei White-throated Bee-eaters
Besonders beeindruckend sind auch die Feuchtwiesen, wo es nur so von Büffeln, Kobs, Wasserböcken, Warzenschweinen, Reihern und anderen Wasservögeln wimmelt.
Sogar zwei Kronenkraniche entdecken wir – die freuen uns besonders, auch wenn sie für ein anständiges Foto zu weit weg sind.
Bei der Rückfahrt sehen wir noch dieses Perlhuhn:
Einen Sooty Chat
Und diesen Grey-backed Fiscal
Zurück auf dem Campingplatz lassen wir uns den Sundowner in Form eines kühlen Nile-Biers schmecken und ratschen wieder mit den Holländern.
Das Abendessen – Beef Stroganoff und Kartoffelbrei – ist in Ordnung. Eine richtig große Fledermaus kreist im Restaurant auf Beutejagd über unseren Köpfen – faszinierend! 🤩 Auf dem Campingplatz sitzen wir noch ein wenig am Feuer und beobachten bei der Sitzecke eine große Spinne und einen Frosch. Außer den Holländern und uns übernachten hier alle Guides in den festen Safarizelten, so dass der Parkplatz richtig voll ist. Fortsetzung folgt…
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202128. März 2023 · #71
Schlechter Kaffee und eine schöne Lodge Wieder stehen wir im Morgengrauen auf. Das Frühstück besteht aus Ei, Toast, Würstchen, Tomaten und Früchten. Gut gestärkt brechen wir auf und sind um 8 Uhr am Katookye Gate. Wir haben eine Fahrstrecke (mit kurzem Gamedrive) von 156 km vor uns. Da wir den ganzen Tag Zeit haben wollen wir unser Glück noch einmal mit den Baumlöwen versuchen. Unser Permit ist noch gültig, so dass wir nur 8 US$ für das Auto bezahlen. Die letzte Fahrt durch den QENP bringt uns keine neuen Tiere – die Löwen sind immer noch nicht zurück (das hatten uns schon die Ranger gesagt). Insgesamt ist nicht viel los. Wir sehen aber immerhin ein paar Topis, Büffel, Warzenschweine und Kobs. 🙂 Ein Black Crake kraxelt auf einem Busch herum...
Ein Hagedasch-Ibis sucht nach Futter...
Eine Glanzente rastet auf einem Baum...
Ein Buschbock versteckt sich im "Gebüsch" 😗
Die Fireball-Lilies können nicht weglaufen... 😉
Noch ein letzter Blick auf die morgendliche Umgebung...
... und auf einen löwenlosen "Löwenbaum"!
Nach zwei Stunden verlassen wir den Park durch das South Gate und starten in Richtung Bwindi Impenetrable Forest. Obwohl wir keine Gorilla-Permit haben, wollen wir dem Nationalpark einen Besuch abstatten. Da wir beide Wälder in jeder Form lieben ist der Regenwald ein Muss für uns. Wir haben zwei Nächte in der Eco Hills Gorilla Lodge gebucht und wollen einen Forest Walk machen. Wir halten an einem Straßenstand um Obst und Gemüse zu kaufen. Wir fragen nach Kaffee – unserer ist aus und werden hilfsbereit zu einem kleinen Laden begleitet, wo wir 12 Portionspäckchen Kaffee erstehen. 🙂 Die Straße wird zunehmend schlechter.
Es rumpelt, es ist eng, Schlagloch reiht sich an Schlagloch und in den unzähligen Dörfern ist wie immer in Uganda viel Betrieb. Uns fällt auf, dass die Kinder hier sehr aufdringlich sind… Sie laufen hinter unserem Auto her, halten die Hand auf und schreien lauthals „Give me money!!!“ 🙁 🙁 In einem Waldstück machen wir ein Picknick bestehend aus dem letzten Käse und bröseligen Semmelresten der Marke „Safari-Buns“. Das Zeug ist ewig haltbar, schmeckt aber eher zum Abgewöhnen… 😣 Anschließend folgt das ultimative Kaffee-Erlebnis. Jeder öffnet ein Päckchen ugandischen Kaffee und wir kippen heißes Wasser aus der Thermoskanne darüber. Heraus kommt ein schwärzliches Gebräu, das nicht mal ansatzweise nach Kaffee schmeckt… zudem schwimmen die Kaffeeteilchen drin setzen sich auch nicht ab. Ich versuche das Zeug durch die Zähne zu schlürfen, damit möglichst viel Kaffeesatz in der Tasse bleibt… brrrr… 😣 klappt nur mäßig und ich beschließe mich lieber fortan in Kaffee-Abstinenz zu üben! 😮 Die Berge hier sind bis zum letzten bewirtschaftet...
Wir kommen an Teeplantagen...
... und Kohle-Meilern vorbei
Nach rund 7 Stunden!!! Erreichen wir ziemlich platt die Lodge.
Alles ist dunkel, kein Auto weit und breit. 😮 Zum Glück täuscht der erste Eindruck und wir werden sogleich freundlich von Kefa, dem guten Geist der Lodge begrüßt. 🙂 Wir bekommen heiße Handtücher und – Kaffee!! Besser als unsere Plörre schmeckt der allemal! 😛 Wir bekommen eine wunderbare Kabin mit Blick auf den Bwindi Forest, großer Terrasse, heißem Wasser, einer Toilette mit Panoramafenster und einem wunderbar großen Bett! Nach zahlreichen Erklärungen fallen wir ermattet in die Korbsessel und genießen erstmal die wunderbare Umgebung.
Lodge-Managerin Anett kommt vorbei um unsere Bestellung fürs Abendessen aufzunehmen. Den restlichen Nachmittag verbringen wir lesend. Später trinken wir einen Sundowner und genießen den Blick auf den Regenwald. Bevor wir Essen nehmen wir mal wieder Verbindung mit zuhause auf – im Restaurantbereich gibt es Wlan, dann setzen wir uns zum Essen. Wir sind die einzigen Gäste und werden mit einem wunderbaren Menue verwöhnt. Zwiebelsuppe, Fisch und Pfannkuchen-Nachspeise gehören zu den kulinarischen Highlights der Reise. 😛 😛 😛 Kefa macht extra ein Feuer im Kamin auf der Terrasse und wir sitzen noch ein wenig davor. Als wir die richtige Bettschwere haben lassen wir uns glücklich in unser Kingsize-Bett fallen. Nach den Tagen im Dachzelt ist das purer Luxus! 🙂 Fortsetzung folgt…
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202129. März 2023 · #72
Bwindi ohne Gorillas = Nature Walk und fauler Nachmittag Heute Morgen ist es besonders hart, das kuschelig warme Bett zu verlassen. Durch die Morgendämmerung schleppen wir uns zum Frühstück. Es gibt Tee und frische Früchte, außerdem haben wir Avocado-Toast bestellt. Das sind pro Person zwei riesige Scheiben, dick mir Avocado bestrichen, obendrauf noch ein Ei, dazu Tomaten und Bacon…. 🤩 Unmöglich kann ich das alles essen! Das tut mir total leid und ich bitte sie den Toast für später aufzuheben – ich glaube sie haben ihn dann selber gegessen – mittags war er auf alle Fälle unauffindbar! 😗 Anschließend fahren wir nach Rushaga, wo Anett einen Forest-Walk für uns vereinbart hat. Sie besteht darauf, dass Kefa uns begleitet. O.K. Wir haben also ein Kindermädchen… 😗 In Rushaga geraten wir mitten ins Gorilla-Briefing. Oh Mann… so viele Leute!!! 😣 Die Ranger sind total im Stress und wissen im Moment nichts mit uns anzufangen. Kein Problem. Wir setzen uns erstmal zu den Gorilla-Treckern und lauschen den interessanten und sehr ausführlichen Erklärungen. (Im Mgahinga dauert es nicht annähernd so lange!) Irgendwann ziehen die Gruppen los und es wird angenehm ruhig. Wir bekommen Richard als Guide zugeteilt und nach der etwas komplizierten Zahlung von 70 US$ pro Person geht es los. Richard ist O.K. – mehr aber auch nicht. Wir können die Dauer des Walks wählen und entscheiden uns für 3-4 Stunden, damit auch genug Zeit für Fotos und Staunen bleibt! Gleich zu Beginn begrüßt uns dieses Baumhörnchen
M. und ich sind wirkliche Wald- und Pflanzenfans und wir freuen uns unglaublich auf den Vormittag im Bwindi, von dem wir schon so viel gehört haben. Wir werden nicht enttäuscht. Die Wanderung durch den mit Flechten-, Farn- und Moos behangenen Wald ist wunderschön! Die Flora ist unglaublich vielfältig.
Wir stoßen auf Waldelefanten-Spuren und sehen Colobus-Affen. Da wir nur das kleine Objektiv dabei haben gibt es von den Vögeln keine Bilder – wir beschränken uns aufs Genießen, sehen aber Ross´s Turaco, Rwenzori-Turaco, Great Blue Turako und einen Trogon. Für uns am schönsten sind die vielen vielen Baumfarne – wir wandeln durch einen Märchenwald.
Da wir keine Gorillas verfolgen können wir uns in unserem Tempo treiben lassen. Es geht steil bergauf, steil bergab und schließlich erreichen wir einen wunderschönen Wasserfall.
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202129. März 2023 · #73
Auch der Rückweg wird nicht langweilig... Es gibt weiterhin viel zu entdecken! Eine schöne Blüte (die laufen oder fliegen wenigstens nicht weg 🤪 )
einen Schmetterling
beeindruckende Urwaldriesen
interessanten roten Laubaustrieb
und diesen Golden-breasted Bunting (Danke Sue!), der sich wahrscheinlich auf seine Tarnung verlassen hat 😄
Die Zeit vergeht wie im Flug und gegen eins erreichen wir das Headquarter, wo uns Kefa bereits erwartet. Vor dem Gate beginnt sofort das Dorf mit zahlreichen Craftshops. Die Männer lassen mich aussteigen und ich unterhalte mich prächtig mit den Einheimischen und zahle für schöne Stoffe und ein paar Mitbringsel völlig überteuerte Preise… 😉
Zurück in der Lodge ordern wir einen späten Lunch, den wir nach einer angenehmen – seit langem wieder einmal heißen Dusche auf der Terrasse genießen. Der Blick auf den Regenwald ist einfach wunderschön!
Wir beobachten White-tailed Blue-flycatcher
Astrilde
und eine Eidechse:
Am gegenüberliegenden Hang klettern einige Blue Monkeys herum. (Schlechtes Beweisfoto...)
Wir genießen die Ruhe und die Atmosphäre und trinken auch noch Kaffee. Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit lesen, faulenzen, Vögel beobachten, Ananas essen und die Umgebung erkunden
– wir sind immer noch die einzigen Gäste. An der Qualität der Lodge kann das aber nicht liegen – wahrscheinlich gibt es einfach zu viele Lodges… Den Sundowner genießen wir auf der Terrasse:
Abends übertrifft sich der Koch wiedermal selbst: es gibt Karottensuppe mit frisch gebackenen Brötchen, als Hauptspeise hauchdünnes, lecker mariniertes Beef mit Kartoffeln, Gemüse und Pfeffersauce und als Nachspeise gebratene Ananas in cremiger Sauce mit Schokostreuseln. 😛 😛 😛 Der Koch schaut vorbei und wir machen ihm für seine Kreationen ein riesen Kompliment, was ihn sichtlich freut! 🙂 Wir lassen den gelungenen Tag bei einem Bierchen am Kaminfeuer ausklingen, bevor wir uns in unser gemütliches Bett zurückziehen!
Die Gastfreundschaft hier in der Gorilla Hills Eco Lodge fanden wir außergewöhnlich, das Essen und auch die Cabins großartig. Für 100US$ pro Nacht ein echtes Schnäppchen! Fortsetzung folgt…
Liebe Kathrin, jetzt habe ich mal die letzten Tage aus Deinem Bericht aufgeholt. Vielen Dank für die tollen Bilder und vor allem für den interessanten Einblick in den Südwesten von Uganda (den ich selbst nicht kenne). Besonders die Fotos vom Bwindi Forest mit seiner urwüchsigen Vegetation und dem hohen Wasserfall haben mich fasziniert. Wie war es denn da von den Temperaturen eigentlich? Es sieht etwas kühler aus oder täuscht das? Liebe Grüße und ich bin gespannt wie es weitergeht. Tina
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202131. März 2023 · #75
tina76 schrieb:Liebe Kathrin, jetzt habe ich mal die letzten Tage aus Deinem Bericht aufgeholt. Vielen Dank für die tollen Bilder und vor allem für den interessanten Einblick in den Südwesten von Uganda (den ich selbst nicht kenne). Besonders die Fotos vom Bwindi Forest mit seiner urwüchsigen Vegetation und dem hohen Wasserfall haben mich fasziniert. Wie war es denn da von den Temperaturen eigentlich? Es sieht etwas kühler aus oder täuscht das? Liebe Grüße und ich bin gespannt wie es weitergeht. Tina
Liebe Tina! Danke für das Kompliment! Es war vor allem nachts deutlich kühler als weiter nördlich! Tagsüber war es total angenehm und in der Lodge bzw. am offenen Kamin konnte man es mit Jacke auch abends gut aushalten! Den Bwindi möchte ich auf alle Fälle wieder besuchen - habe auf einer Karte die wir uns gekauft haben gesehen, dass es von Norden her mehrere Forest-Walk Möglichkeiten gibt - das ist bestimmt toll! Richard war leider nicht so der Mega-Gate. Ich warte immer noch auf ein Chamäleon 😐 Naja - ein Grund wieder zu kommen! Schönen Abend! Morgen geht es weiter mit dem Mgahinga! LG Kathrin
Der Vogel oben ist m.E. eine Ammer, eine Gelbbauchammer (Golden-breasted-Bunting). Wenn ich daneben liege, wird es sicher jemand korrigieren. Danke für deinen tollen Bericht, den du mit uns teilst! Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202131. März 2023 · #77
Sue.ch schrieb:Liebe Kathrin
Der Vogel oben ist m.E. eine Ammer, eine Gelbbauchammer (Golden-breasted-Bunting). Wenn ich daneben liege, wird es sicher jemand korrigieren. Danke für deinen tollen Bericht, den du mit uns teilst! Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Herzliche Grüße und gute Zeit, Sue
Liebe Sue! Vielen Dank!!! Hab mir zwar den Birds of East Africa gekauft aber bei manchen Vögel finde ich es echt schwierig... 😕 Schön, dass du noch dabei bist! Viele Grüße und schönen Abend! Kathrin
picco6'369 Beiträge · seit 201101. Apr. 2023 · #78
Hoi Tina
tina76 schrieb:Wie war es denn da von den Temperaturen eigentlich? Es sieht etwas kühler aus oder täuscht das?
Auch wenn ich nicht Katrin bin ( 😎 ) hab ich da eine kleine Info aus dem Bwindi-Gebiet in Bildform vom 10.10.2013: ...und das Feuerchen war nötig!!! 😣
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202101. Apr. 2023 · #79
Hi Picco! Das "Feuerchen" verdient seinen Namen nicht wirklich 😉 Wenn ich recht überlege hatte n wir Nachts unsere Schlafsack-Inlets aus Vlies in Gebrauch... und natürlich die Woolpower Skiunterwäsche 😗 😗 LG Kathrin
Katma1722Themenstarter560 Beiträge · seit 202101. Apr. 2023 · #80
Auf der Straße des Grauens… … dieser Titel trifft unser heutiges Gefühl ziemlich gut! 😮 Morgens ist noch alles entspannt. Wir frühstücken gemütlich in der Lodge – wie schon die Tage zuvor bestens umsorgt von Kefa. Als wir unser Gepäck holen sehen wir im Tal noch diesen Buschbock:
Manchmal, so behauptet zumindest Kefa, kommen sogar Elefanten vorbei. Gegen 9 Uhr sind wir unterwegs in Richtung Kisoro. Die Straße ist genauso grottig wie auf der Herfahrt. 😣 Mengen an Menschen sind unterwegs. Die steilsten Hänge sind urbar gemacht. Total verrückt. Uganda ist hier im Südwesten wirklich extrem dicht besiedelt – die Hütten sind überall verteilt, als hätte jemand Getreidekörner breitwürfig auf ein Feld geworfen. Kisoro entpuppt sich als recht groß und erstaunlich aufgeräumt. Wir füllen den Tank auf und statten dem UWA-Office einen Besuch ab. Der sehr freundliche Angestellte prüft unsere Gorilla Permits – eins wurde erst verspätet ausgestellt – und versichert uns, dass alles in Ordnung ist. 😎 In einem kleinen Laden stocken wir unsere Vorräte auf – es gibt sogar Instant-Nescafé… 😛 😛 Wir finden ein nettes kleines Café – das erste seit Entebbe… Da müssen wir natürlich rein. Es riecht lecker nach frisch gemahlenen Bohnen – wir bestellen jeder einen Milchkaffee. Der ist mehr weiß als schwarz – dafür bekommt jeder einen halben Liter für schlappe 10.000 Shilling, das sind ca. 2,50 Euro.
Kaum haben wir Kisoro verlassen beginnt die Straße des Grauens. 😮 Wir schaffen es wieder einmal, vom Hauptweg abzukommen… Hier bestimmt Vulkangestein den Untergrund. Hier sieht es noch gut aus!!
Aber es wird schlimmer... die Lust zu fotografieren vergeht mir! Teilweise geht der Weg über die reinsten Geröllfelder – Vulkangestein kann ziemlich scharfkantig sein und wir fürchten um unsere Reifen. 😕 Es wird noch schlimmer und wir fahren über Felsen!!! 😮 Zum Umkehren ist es längst zu spät. Alles ist unglaublich eng, links und rechts ist der Weg von Steinmauern gesäumt. Dass es teilweise extrem steil bergauf geht macht die Sache nicht besser. Ich zittere, M. flucht leise vor sich hin und wir beschwören den braven Toyota. Mehr als einmal laufen Kinder hinter uns her – kein Wunder – wir können nur Schritttempo fahren. Alles ist sehr ärmlich und in der Nähe der kleinen Dörfer leider auch sehr vermüllt. Abgesehen davon wäre die Landschaft vermutlich sehr schön: kleine Felder begrenzt von Lavasteinmauern, grüne Wiesen, Schafe, Ziegen und Kühe. Die drei Vulkane sind leider wolkenverhangen und zu allem Überfluss fängt es auch noch an zu regnen. Irgendwann ist der Weg so schmal, dass wir Angst haben stecken zu bleiben. Nach einer Kuppe – es geht wieder über Felsbrocken – steht ein Touri-Jeep. Uns fällt ein Stein vom Herzen. Wenn der das geschafft hat – packen wir das auch. Total erschöpft und fertig mit den Nerven erreichen wir um kurz nach eins die „Hauptstraße“ – die nur in wenig besserem Zustand ist – und kurz darauf das Gate zum Mgahinga Nationalpark. Hier geht es nicht mehr weiter. Wir sind nur 38km gefahren und trotzdem total bratfertig. 😣 Wir werden freundlich begrüßt und dürfen einfahren um auf dem Parkplatz Picknick zu machen. Nach dem Stress haben wir Hunger. Wir atmen erstmal tief durch und machen uns dann über unseren Packed-Lunch her, der aus Samosas, Eiern, Cookies, Obst und Nüssen besteht. 😛 Leider regnet es ziemlich heftig, so dass wir im Auto bleiben. Anschließend sind wir gestärkt und machen uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Vorher fragen wir bei dem Ranger am Tor nach einer Vulkan-Besteigung für den nächsten Tag. Er meint wir sollen einfach um 7.30 Uhr da sein. Das Ntebeko Homestay finden wir problemlos – es liegt rund 3km weiter rechterhand der Straße.
Wir werden von einem jungen Mann erwartet, der sich als Emma vorstellt und der sich zu unserem Kindermädchen für die nächsten Tage erklärt. 😕 Emma zeigt uns alles – wir haben das ganze Haus für uns, da wir die einzigen Gäste sind. Es gibt einen gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereich mit Sitzecke und Esstisch. Wir dürfen die Küche benutzen, die über eine Spüle und eine Gasflasche mit Kochaufsatz verfügt. Unser Zimmer hat den Charme einer Gefängniszelle – mit Bett und 1 Stuhl. 😄
Im Bad gibt es einen Mini-Boiler für die Dusche und ein kleines Waschbecken + WC. Frühstück ist inklusive und das Ganze kostet für 3 Nächte 54US$. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben machen wir mit Emma einen Village-Walk. Es geht über steinige Wiesen:
Hier grasen Kühe:
Die Berge am Horizont liegen bereits in der Demokratischen Republik Kongo:
Der höchste Vulkan, der Mt. Muhavura - das heißt soviel wie "Der Wächter" zeigt sich hinter den Regenwolken!
Unser Ziel ist ein kleinen Vulkankrater.
Von dort können wir den Lake Mutanda und die Berge an der Grenze zum Kongo sehen.
Blumen fotografiere ich immer gerne 😗
Der Krater hat zwei Calderas in denen Ackerbau betrieben wird.
Die Gegend ist das Hauptanbaugebiet für Irish Potatoes, die so heißen, damit man sie von der weit verbreiteten Süßkartoffel unterscheiden kann.
Emma ist sehr nett und gesprächig. Er erzählt uns, dass er erst seit kurzem Guide ist, dass er aus einem kleinen Dorf in der Nähe stammt, das seine Eltern sehr arm sind, er aber einen deutsche Paten hatte, der seine Schulbildung finanziert hat und, und, und… Obwohl es wieder angefangen hat leicht zu regnen genießen wir die frische Luft und die Bewegung. 🙂 Diese Schafe finden den Regen wohl nicht so toll! 😗
Die drei Vulkane: Mt. Muhavura (4127m), Mt Gahinga (3475m) und Mt. Sabinyo (3645m) sind leider weiterhin wolkenverhangen. Sie gehören zum Virungamassiv und markieren die Grenze zu Ruanda und zum Kongo. Im Umfeld der Vulkane erstreckt sich auch der Mgahinga Gorilla Nationalpark, der kleinste Nationalpark Ugandas. Er wurde 1991 gegründet und 1992 auf 33,7 qkm erweitert.
Gegen halb sechs sind wir zurück. Wir kochen uns einen Tee, spielen Clever und machen uns dann für das Abendessen einen Salat aus Avocado, Kraut, Tomate und Thunfisch. Bei Emma bestellen wir für den nächsten Tag Frühstück und einen Packed Lunch. Wir quatschen noch ein bisschen, dann ziehen wir uns in unser Zimmer zurück.