Lustige Anekdoten in Afrika

83 Antworten · 15,4k Aufrufe · gestartet 29. Apr. 2022 von safari njema
Antworten
7'296 Beiträge · seit 200618. Mai 2022 · #61
Hallo zusammen,

mir fallen von Zeit zu Zeit noch einige Anekdoten ein. Damit müsst ihr euch jetzt arrangieren, nachdem der Thread gestartet wurde. 😉


Ich wurde vor etlichen Jahren in Lusaka/Zambia mal für Chuck Norris gehalten. Da lief ich über einen Markt, von dessen Besuch man mir abriet (ich hatte mich vorher in Lusaka mit zwei Mitarbeitern der Deutschen Botschaft getroffen), und hörte das Getuschel. Da habe ich an einigen Ständen bewusst langsam gemacht, um das Gerede mitzukriegen. Manche hielten mich für Chuck Norris, andere widersprachen, aber sicher waren sie sich auch nicht. Das Getuschel hat sich dann entlang meines Weges von Stand zu Stand fortgesetzt.

Falls der Name nichts sagt ... Chuck Norris war ein Kampfsportler, der in verschiedenen Kampfsportarten sehr erfolgreich (u.a. Weltmeister in Karate) war und zudem in vielen Filmen mitspielte und dadurch bekannt wurde. Diese Filme sind in einigen afrikanischen Ländern sehr populär, u.a. damals in Zambia.

Chuck Norris war so populär, dass es auch jede Menge Witze über ihn gibt, z.B:
"Chuck Norris hat keine Angst vor dem Tod. Der Tod hat Angst vor Chuck Norris". Da wird man im WWW ausgiebig fündig.

Man ist auch auf sehr dubiosen Märkten sehr entspannt unterwegs, wenn man für für Chuck Norris gehalten wird.

Falls jemand von euch z.B. Bruce Lee oder Jean Claude van Damme ähnelt, könnt ihr ähnlich entspannt unterwegs sein. Die kennt man dort auch ... 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
6'369 Beiträge · seit 201118. Mai 2022 · #62
Hoi Wolfgang
BikeAfrica schrieb:Ich wurde vor etlichen Jahren in Lusaka/Zambia mal für Chuck Norris gehalten.
Nicht nur in Lusaka/Zambia...auch in Kronau war ich mir nicht sicher ob Du nicht Chuck bist...weniger vom Aussehen her sondern wie Du Dich zum Büffet vorgekämpft hast! 😉 🤩 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
49 Beiträge · seit 202218. Mai 2022 · #63
picco schrieb:Hoi Wolfgang
BikeAfrica schrieb:Ich wurde vor etlichen Jahren in Lusaka/Zambia mal für Chuck Norris gehalten.
Nicht nur in Lusaka/Zambia...auch in Kronau war ich mir nicht sicher ob Du nicht Chuck bist...weniger vom Aussehen her sondern wie Du Dich zum Büffet vorgekämpft hast! 😉 🤩 😎
Wenn BikeAfrica Chuck Norris wäre, hätte sich dann nicht das Buffet zu ihm vorgekämpft? 😗

Leider OT, da nicht Afrika sondern Asien:

Wir waren gerade aus Laos nach Kambodscha eingereist und Guide & Fahrer nahmen uns in Empfang. Beim Fahrer bin ich mir immer noch sicher, das der ein staatlicher Hühnerzähler war. Der Guide ein Jungspund mit zweifelhaftem Humor und leidlichem Deutsch, aber stehts bemüht. 😉
Irgendwie kamen wir auf das Thema Autos zu sprechen. Ja nun, euröpäische Marken sind in Kambodscha icht so verbreitet, außer BMW, da gäbe es viele, behauptete unser Guide.
Hä?
Jaja, wir müssten nur schauen. Da einer und da und da.
Mein Mann und ich sahen allerlei fahrendes irgendwas Marke Eigenbau, asiatische Fabrikate, von Fußgänger über Zweiräder, Autos, Transporter. Aber ein BMW war, sehr zum Vergüngen unseres Guides, nicht zu entdecken.
Irgendwann erlöste uns der junge Mann. Da steht gerade einer.
Wir schauten in die Augen eines Wasserbüffels.
Unter schallendem Gelächter erklärte unser Guide: BMW = Bauer mit Wasserbüffel. 😛
Und der war jetzt harmlos. 😗
441 Beiträge · seit 201418. Mai 2022 · #64
Shyc auf Chuck Norris. Spongebob grillt unter Wasser

SCNR 😄
Danke und Gruß Matze
7'296 Beiträge · seit 200618. Mai 2022 · #65
picco schrieb:Hoi Wolfgang
BikeAfrica schrieb:Ich wurde vor etlichen Jahren in Lusaka/Zambia mal für Chuck Norris gehalten.
Nicht nur in Lusaka/Zambia...auch in Kronau war ich mir nicht sicher ob Du nicht Chuck bist...weniger vom Aussehen her sondern wie Du Dich zum Büffet vorgekämpft hast! 😉 🤩 😎

… da hatte ich versucht, ob ich nicht auch als Takeru Kobayashi durchgehen könnte. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'779 Beiträge · seit 200718. Mai 2022 · #66
Die Zuckergeschichte von Wolfgang zündete eine kleine Erinnerung meinerseits. Mitte 80er Jahre lebte ich ein paar Jahre in Kenia. Es war damals üblich, dass Männer als Hausangestellte arbeiteten. Meiner hieß Mwingi. Er bereitete mir morgens das Frühstück, während ich noch schlief, denn er kam mit dem Fahrrad sehr früh zur Arbeit um die Wohnung in ein paar Stunden zu reinigen und meine Wäsche (von Hand) zu waschen und zu bügeln während ich auf der Arbeit war. Damals wie auch heute trank ich Tee und Kaffee ungesüßt. Knapp werdende Putzartikel und Lebensmittel notierte Mwingi in sehr schöner Schrift auf einem kleinen Zettel, damit ich sie beim nächsten Einkauf nicht vergesse. Jede Woche war „sugar“ auf dieser Liste. Selbstverständlich verkniff ich mir jeglichen Kommentar und kaufte so an die 10kg Zucker pro Monat.
Gruss Leona
1'425 Beiträge · seit 201318. Mai 2022 · #67
Hi,
Wenn ich jetzt gerade den Bericht von Peter (Luigi15) zur Vingerklip-Lodge lese, fällt mir folgende Anekdote ein:
Natürlich muss man bei einem Aufenthalt dort ein Dinner im Eagels Nest genießen. Es war wunderschön. Zuerst ein Sundowner, dann das leckere Essen und zum Abschluss einen Amarula mit einem fantastischen Sternenhimmel. Am Tisch neben uns sitzt ein Paar aus Rottweil und starrt genauso fasziniert wie wir nach oben.
Sie: Guck!!!! Hesch die Sternschnupp gsehne?
Er: Jo
Sie: Hesch dir ebbis gwunsche (etwas gewünscht)?
Er: Jo, ä Lottogwinn
Sie: (aus tiefstem Herzen) Du Depp Du!!!!! es derf ma nit verode (verraten) , dann geht's nie in Erfüllung
Seither ist es bei uns ein running gag, wenn einer eine Sternschnuppe sieht, sagt der andere "Du Depp du!!!!" und wir sind ganz kurz in Gedanken in Vingerklip
LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
7'296 Beiträge · seit 200619. Mai 2022 · #68
Clamat schrieb:
Sie: Hesch dir ebbis gwunsche (etwas gewünscht)?

Bist Du aus der Pfalz oder Baden?
Hier heißt das "ebbes".
Kein Wunder, dass Du der Meinung warst, das übersetzen zu müssen. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'425 Beiträge · seit 201319. Mai 2022 · #69
Hi Wolfgang,
Ich komme aus der "Keimzelle der Badischen Revolution" 😄
LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
7'296 Beiträge · seit 200602. Juni 2022 · #70
Guten Abend,

ich krame diesen Thread noch mal nach vorne, weil mir vorhin plötzlich noch eine kuriose Begebenheit einfiel. Sie trug sich damals in der Küstenstadt Tanga in Tanzania zu. Ich war mit einer Reisepartnerin unterwegs und wir erreichten die Stadt am Nachmittag und fanden eine Unterkunft. Dort stellten wir die Fahrräder ins Zimmer und gingen zu Fuß in die Stadt. Ein einheimischer Radfahrer kam uns entgegen und grüßte. Meine Reisepartnerin antwortete, der Afrikaner machte 'ne Vollbremsung und stürzte dabei beinahe noch.

Jetzt kommt der ungewöhnliche Teil ...
Der Afrikaner grüßte auf Polnisch und meine Reisepartnerin hatte mal eine Saison als Erntehelferin gearbeitet unter lauter polnischen Arbeitskräften und dabei ein paar Brocken Polnisch gelernt. So konnte sie auf Polnisch antworten.

Wir kamen mit dem jungen Mann ins Gespräch und er erzählte uns, er habe in Polen studiert und könne eigentlich besser Polnisch als Swahili. Er vermisse Polen und immer, wenn er ihm unbekannte Weiße träfe, würde er auf Polnisch grüßen und hoffen, es wäre mal ein Pole dabei. Er freute sich aber schon sehr, dass er eine polnische Antwort bekam. Es sei das erste Mal gewesen.
Wir unterhielten uns mit ihm und er lud uns ein, ihn am nächsten Tag zu besuchen. Er zeichnete eine kleine Wegskizze auf ein Blatt Papier und wir besuchten ihn am nächsten Tag.
Er wartete bei einem Freund gegenüber und als wir vor dem Haus standen und rätselten, ob es das richtige sei, kam er zu uns und meinte, er habe nicht damit gerechnet, dass wir tatsächlich kommen. Er hätte schon öfter Leute eingeladen, die einen Besuch versprachen, aber nie sei jemand gekommen.
Er lud uns zu einfachem Essen mit Tee, Toast und Marmelade ein und zeigte und anschließend noch seine Bienenvölker. Das Wissen darüber hatte er sich angelesen. Da er sehr nett und bescheiden und irgendwie sehr sympathisch war, luden wir ihn für den Abend zum Essen ein. Unweit unserer Unterkunft, wo wir uns ungefähr erstmals trafen, befand sich eine Pizzeria und fragten ihn, ob er am Abend mitkommen wolle. Jetzt waren wir umgekehrt gespannt, ob auch er auftauchen würde, aber er kam ebenfalls. Wir hatten allerdings beide das Gefühl, dass es ihm irgendwie unangenehm war, nun von uns eingeladen zu werden, aber gefreut hat er sich natürlich trotzdem.

Er fragte uns, wohin wir weiterreisen wollten und meinte dann, er warte am nächsten Morgen vor unserer Unterkunft, um uns den richtigen Weg aus der Stadt zu zeigen (was auch sehr hilfreich war). Er begleitete uns dann noch so 20 km mit dem Rad und meinte dann, er müsse jetzt zurück. Er sei noch nie so weit mit dem Fahrrad gefahren und würde jetzt auf ein Auto warten, welches ihn wieder mit nach Tanga mitnehmen. Den Rückweg würde er mit dem Rad nicht mehr schaffen. Dass wir jetzt noch 60-80 km weiterradeln würden, war für ihn unvorstellbar.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'166 Beiträge · seit 201702. Juni 2022 · #71
Danke für's nach vorne kramen Wolfgang.

Den habe ich verpasst, aber konnte mich gar nicht davon losreißen. Alle 12 Seiten durchgelesen und nur geschmunzelt. Tolles Thema und irgendwann hast du mal geschrieben, ob es nur ernst auf den meisten Reisen zuginge, weil so wenig zusammen kommt. Mitnichten, kleine Anekdoten hat man doch irgendwie immer.

Nein, das ist kein Hund.
Wir übernachten auf der Northgate Campsite und haben von diversen Reisebekanntschaften in den letzten Wochen gehört, dass es vermehrt zu Baboon Übergriffen gekommen ist (Spalt am Fenster auf und zack war die Scheibe gebrochen, weil ein Affe sie versuchte aufzuzerren) und das es viele Hyänen hat, die völlig die Scheu verloren haben, weil sie angefüttert wurden.

Beim Check-In fragen wir, ob wir die Campsite tauschen können, da wir dann zwei Tage dieselbe haben. Sie prüft das Ganze und wir fangen etwas SmallTalk an, während wir warten. Sie ist, sagen wir mal stämmig, hat ein rundes Gesicht, lachende Augen und spricht überraschend gutes Englisch und lässt auch die oft typische Mürrigkeit vermissen.

Wir fragen sie irgendwann direkt nach den Hyänenproblemen.

Sie: Ja die sind ein Problem... Camper haben sie angefüttert.

Wir: Kann das gefährlich werden.

Sie: Nein, einfach ignorieren, dann gehen sie wieder.

Wir: Aber wurde nicht letzte Woche jemand gebissen?

Sie: Tatsächlich, ein Südafrikaner. Er hat versucht eine Hyäne aus der Hand zu füttern, da hat sie ihm in den Unterarm gebissen.

Wir schauen ungläubig ob der Dummheit mancher Menschen und auch sie schüttelt nur den Kopf.

Es geht etwas hin und her und dann sagt sie uns, dass wir die Campsite tauschen können heute Abend und verabschiedet uns mit den Worten: "Und passt auf die Hunde auf abends."

Wir: Kommen auch Wildhunde ins Camp?

Sie: Nein, die Hyänen.

Ich: Klar machen wir, aber Hyänen sind Katzen... und drehen uns um, um zu gehen.

Sie: Das kann nicht sein. Hyänen sind Hunde, da irrst du dich.

Nun habe ich ja 2018 mit Fußbruch ca. 150 Stunden Safari-Live gesehen und da gab es gerade junge Hyänen in Kenia und die wohl Hyänen vernarrteste Guide überhaupt.

Ich: Nein ganz bestimmt nicht, Hyänen zählen zu Unterordnung der katzenartigen Raubtiere.

Mara verdreht mittlerweile die Augen... 😏

Sie: Ich lebe hier, aber das habe ich noch nie gehört.

Ich: Ich würd's ja googeln. 😉

>> hier sei erwähnt, dass wir in einer sehr heiteren Stimmung waren und das ganze Gespräch ein sehr freundschaftlicher und lustiger Schlagabtausch war <<

Sie: Aber ICH kann es googeln. Ihr wartet solange hier.

Sie holt ihr Handy raus, und sucht ein paar Minuten im Netz, schaut uns an: "Das gibt es doch nicht!!!" 🤩 😄

Wir lachen herzlich, sie kann kaum glauben, dass da einer aus Europa kommt und ihr was erzählen kann über den Busch, was sie nicht weiß und fängt an zu tippen: "Das muss ich meinen Freundinnen erzählen."


Gruß,
Robin
Unsere Reisen: Uganda 2026 | Im grünen Herzen Afrikas ||| NAMIBIA 2024 | Wolkenlos Glücklich im Kaokoveld ||| KTP & MOREMI 2022 | Erstmal sitzen! ||| BOTSWANA 2021 | Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! ||| KRÜGER 2020 | Im hohen Gras, gibt's keine Katzen?! ||| BOTSWANA 2018 | ABER, irgendwas ist ja immer! ||| NAMIBIA 2017 | Been there. Done it! Got it?
6'369 Beiträge · seit 201102. Juni 2022 · #72
Hoi zämä

Wir waren 2011 auf der Wanderung vom Ngorongoro zum Lake Natron und haben natürlich in kleinen Igluzelten übernachtet.
Die Tragesel fürs Gepäck waren natürlich nicht wir sondern vierbeinige Gesellen.
So kamen wir gegen Abend beim Akaziencamp hinter Naiobi (TZ) an.
In der Nacht hab ich etwas unruhig geschlafen und war schon um vier hellwach...
Ich lag so da und lauschte dem ewigen Stampfen des einen Esels bis dieses plötzlich verstummte...
Darauf legte sich ein Tier 'neben' mein Zelt..
Und zwar so nah, dass es den Zeltstoff runterdrückte und teilweise auf meiner Schulter zu liegen kahm!
Ich dachte 'Du dämlicher Esel' und versetzte ihm einen Schlag mit dem Ellenbogen in die Rippen (vermute
ich mal), das Vieh rutschte etwas rüber und gut wars...
Beim Frühstück erzählte ich die Geschichte von dem anhänglichen Esel und sah am Schluss in erstaunte Gesichter...
Als Uschi mich darauf hinwies dass sämtliche Esel in einem aus Dornenbüschen zusammengeschusterten Kral standen...
...inklusive unseres Stampfers...war es dann ich, der ein erstauntes Gesicht machte!
Wahrscheinlich werd ich nie erfahren welches Vieh da kuscheln wollte und dafür einen Ellenbogen in die Rippen bekam...
Spuren konnten auf dem harten Boden leider keine gefunden werden, so vermuteten wir und die Massai dass es eine Hyäne gewesen sein müsste, denn das würde das nervöse Stampfen des einen Esels erklären...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
7'296 Beiträge · seit 200602. Juni 2022 · #73
T-Shirt-Tausch in Henties Bay

Ich war auf einer Radtour und übernachtete sonntags -von Norden kommend- in Henties Bay. Abends ging ich in eine Kneipe/Pub mit Billardtischen und trank ein Bier, als eine Gruppe junger Männer reinkam. Einer war weiß, die anderen alles Schwarze. Diese setzten sich alle an einen Tisch, während der Weiße an die Bar ging, um die Bestellung aufzugeben.

Er trug ein schwarzes T-Shirt mit einem weißen Totenkopf, Taucherbrille und Schnorchel und der Aufschrift "Skeleton Coast Scuba Club".
Ich ging zu ihm und fragte neugierig, wo man ein solches T-Shirt kaufen könne und er meinte, es wäre von einem Verein und sie hätten sich diese extra bedrucken lassen. Ich habe wohl etwas enttäuscht aus der Wäsche geschaut und er fragte, ob ich gerne eines hätte.
Ich meinte, "ja, klar" und er sagte, "gib mir deines" und begann, sein T-Shirt auszuziehen.
Ich bremste ihn kurz und sagte, ich sei auf Radtour und habe es bereits das ganze Wochenende getragen und entsprechend dreckig sei und verschwitzt rieche es auch.
Er sagte: "Wir sind hier nicht so kompliziert in Namibia. Ich habe meines auch bereits das ganze Wochenende getragen. Wir waren angeln und haben Fische geräuchert. Das stinkt auch".

Nachdem wir uns gerade drei Minuten kannten, haben wir dann mitten in der Kneipe unsere miefenden T-Shirts getauscht und dann an der Bar noch das ein oder andere Bier zusammen getrunken. Er sprach übrigens fließend Deutsch, obwohl er selbst nie in Deutschland war, aber sein Opa oder Uropa stammte von dort und die Sprache wurde in der Familie weiter gepflegt.

Irgendwann musste ich mal auf Toilette und als ich zurückkam, meinte er, sie müssten nun fahren und er verabschiedete sich. Als ich kurz später meine Rechnung bezahlen wollte, meinte der Barkeeper, die hätte meine Zufallsbekanntschaft bereits beglichen. So habe ich mich für die Einladung nicht einmal bedanken können, aber immerhin noch für das T-Shirt … 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 02. Juni 2022
1'166 Beiträge · seit 201703. Juni 2022 · #74
Wieder eine herrliche Anekdote Wolfgang... aber ist dir mal aufgefallen wie viele deiner Geschichten irgendwie mit einer Kneipe zusammenhängen. 😉 😄

Gruß,
Robin
Unsere Reisen: Uganda 2026 | Im grünen Herzen Afrikas ||| NAMIBIA 2024 | Wolkenlos Glücklich im Kaokoveld ||| KTP & MOREMI 2022 | Erstmal sitzen! ||| BOTSWANA 2021 | Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! ||| KRÜGER 2020 | Im hohen Gras, gibt's keine Katzen?! ||| BOTSWANA 2018 | ABER, irgendwas ist ja immer! ||| NAMIBIA 2017 | Been there. Done it! Got it?
7'296 Beiträge · seit 200603. Juni 2022 · #75
Blende18.2 schrieb:Wieder eine herrliche Anekdote Wolfgang... aber ist dir mal aufgefallen wie viele deiner Geschichten irgendwie mit einer Kneipe zusammenhängen. 😉 😄

… das ist mir bewusst und sogar Absicht.
Kennst Du die Aussage Erich Kästners?
"Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen."

Ich gehe mit Absicht immer in solche Kaschemmen, in denen nur Einheimische verkehren, wann immer sich die Gelegenheit ergibt. Man lernt dort die Menschen aus der einfachen Bevölkerung kennen und nicht nur die besser gestellten, die im Tourismussektor arbeiten.
Und von den Menschen dort lernt man, wie es der Bevölkerung tatsächlich geht und wie deren Lebensumstände aussehen. Da sind übrigens auch Kneipen in islamischen Regionen dabei, wo es nur Chai (Tee) gibt und dort gehe ich auch hin.
Und in diesen Kaschemmen ereignen sich fast immer lustige Dinge. Ich habe da sogar schon einen Cousin des damaligen Präsidenten Sam Nujoma kennengelernt.

Ich könnte auch Geschichten von ehemaligen Kindersoldaten, mit 10-12 Jahren über Landesgrenzen geflohenen Kindern, die zusehen mussten, wie ihre Eltern erschossen wurden, Übernachtungen auf Polizeistationen und Zuständen in afrikanischen Krankenhäusern berichten, aber diese Geschichten würden die Bezeichnung "lustig" nicht mehr verdienen.

Die nächsten kleinen Erlebnisse werden aber einen T-Shirt-Tausch im Kaokoveld und eine kuriose Übernachtung in Gambia beschreiben (oder gleich 2-3) und in diesem islamischen Land wirken die dann auch nicht so alkoholträchtig … 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 03. Juni 2022
7'296 Beiträge · seit 200603. Juni 2022 · #76
T-Shirt-Tausch an den Epupa Falls

Es gibt ein weiteres Erlebnis eines T-Shirt-Tauschs an den Epupa Falls aus dem Jahr 2002. Ich kam gerade vom Baden an den Wasserfällen zurück (zwischen oberhalb und unterhalb gibt es ja Stellen, wo man sich prima ins Wasser setzen kann, ohne dass dort Krokodile am Start sind.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz kam ein Himba auf mich zu, der genauso wenig Englisch konnte wie ich Otjiherero.
Er zeigte auf mein T-Shirt und hielt mir zwei eiserne Armreifen als Tauschangebot entgegen.
Ich zog mein T-Shirt aus und überreichte es ihm und beide Handelspartner gingen glücklich ihrer Wege ...

Nun lief halt ich mit freiem Oberkörper rum und der Himba trug stolz ein T-Shirt. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'166 Beiträge · seit 201703. Juni 2022 · #77
BikeAfrica schrieb:
… das ist mir bewusst und sogar Absicht.
Kennst Du die Aussage Erich Kästners?
"Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen."

Die nächsten kleinen Erlebnisse werden aber einen T-Shirt-Tausch im Kaokoveld und eine kuriose Übernachtung in Gambia beschreiben (oder gleich 2-3) und in diesem islamischen Land wirken die dann auch nicht so alkoholträchtig … 😉

Gruß
Wolfgang
Bloß nicht abschweifen von dem eingeschlagenen Pfad. Gerade diese kleinen Geschichten sind kuriose Highlights. Deine Art unterwegs zu sein ist viel mehr reisen, statt verreisen. Immer wieder faszinierend. 😎

In Afrika sind wir durch die Art des Urlaubs nunmal Abends eher alleine unterwegs. Aber anderswo, ziehe ich auch jeden Pub einem schicken Restaurant vor... optimal ist es, man wohnt direkt über einem. (aber das ist eine andere Geschichte) 😉


Gruß,
Robin
Unsere Reisen: Uganda 2026 | Im grünen Herzen Afrikas ||| NAMIBIA 2024 | Wolkenlos Glücklich im Kaokoveld ||| KTP & MOREMI 2022 | Erstmal sitzen! ||| BOTSWANA 2021 | Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! ||| KRÜGER 2020 | Im hohen Gras, gibt's keine Katzen?! ||| BOTSWANA 2018 | ABER, irgendwas ist ja immer! ||| NAMIBIA 2017 | Been there. Done it! Got it?
zuletzt bearbeitet 03. Juni 2022
67 Beiträge · seit 202231. Aug. 2022 · #78
Im Jahr 2003 haben wir unsere Flitterwochen in Kenia verbracht. Auf der Safari haben wir in einem Massai-Dorf gestoppt und konnten mit den Einwohnern in Kontakt treten. Der Häuptling sprach hervorragend Englisch und erzählte mir, er hätte einige Jahre in England gelebt. Als meine Frau dazu kam, zwinkerte er mir zu und meinte:
"Three goats for your wife".
"Three? You must be joking...I want ten"
So ging das eine Weile hin und her, und wir mussten beide aufpassen, dass wir vor Lachen nicht in Tränen ausbrechen. Meine Frau fand das weniger lustig, aber irgendwann haben wir die Sache zu ihrer Beruhigung aufgeklärt.
796 Beiträge · seit 201505. Jan. 2023 · #79
Wodka und der "Gemeine Nagekäfer"

Hallo,

um einen trüben Tag ein wenig zu erhellen, möchte ich euch von einer Begebenheit berichten.

Von unserer letzten Reise haben wir aus dem Caprivi ein ca. 40cm langes, sehr hübsch geschnitztes Mokoro mitgebracht. Dieses kleine Andenken steht auf unserem Holztisch und ist eine wunderbare Dekoration.
Wir sind bereits 4 Monate aus Namibia zurück und so lange schmückt das kleine Kanu unseren Tisch. Meine Frau Silke hat sich bereits mehrfach über kleine knabbernde Geräusche gewundert. Mein Gehör ist mittlerweile nicht mehr das Beste, so konnte ich Ihre merkwürdige Wahrnehmung nicht bestätigen. Vorgestern jedoch zeigte Sie mir einen kleinen Mehlhaufen in unserem Boot. Sofort viel mein Verdacht auf einen Holzwurm. Unverzüglich eingeleitete Untersuchungen, zeigten eine etwas 2mm großes Loch im oberen Bereich unseres Mokoros. Da sich dieses direkt über dem Holzmehlhaufen befand, lag die Vermutung nahe, den Wohnort des vermeintlichen Holzwurmes gefunden zu haben. Mein Jagd Trieb wurde geweckt. Eins meiner Gewehre zu nehmen und dem Holz Dieb aufzulauern erschien mir als nicht zielführend. Auch der Aufforderung meiner Frau, eine Lösung zu googeln, wollte ich nicht nachkommen und meine Ehrgeiz machte es erforderlich, eine eigene Lösung zu finden.
Nach kurzer taktischer Überlegung, kam ich zu dem Entschluss, eine ökologische Lösung zu finden und auf den Einsatz einer Chemie Keule zu verzichten.
So wurde eine wenig in der Holz-Dieb-Behausung mit einer Nadel herumgepopelt und der Eingang erweitert. Eine ordentlich Menge Holzmehl konnten wir aus der erweiterten Öffnung herausklopfen und so den Holzwurmtunnel freilegen. Meine Idee, den kleinen Eindringling zu ertränken, wurde als zu schrecklich abgetan. Also schnappte ich mit die erst beste Flasche Alkohol, es war ein Wodka, und füllte einige Tropfen in einen kleine Spritze. Damit wurde das Holzwurmdomizil geflutet und wir warteten gespannt, was passieren würde. Nach kurzer Zeit erschien tatsächlich etwas Kleines am Eingang. Schnell nahm ich eine Pinzette und schnappt mir das kleine Ding. Vorsichtig konnte ich es aus dem Loch ziehen. Zum Vorschein kam kein Wurm sondern eine kleiner schwarzer Käfer. Der machte jedoch keinen Mucks mehr. Entweder war er total betrunken, oder er ist an einer Alkoholvergiftung verstorben. Da ich Ihn nicht zum Magen auspumpen in das nahe gelegene Krankenhaus gebracht habe sondern Ihn zum Ausnüchtern in den Garten verbracht habe, wird sich diese Frage nie klären. Unser Gast war nicht wie vermutet ein Holzwurm sondern der "Gemeine Nagekäfer". Ob er ein Namibier war oder doch ein Hesse, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Was aber sicher ist, Wodka ist ein hervorragendes Mittel gegen Holzschädlinge.

Liebe Grüße
Markus
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 05. Jan. 2023
4'382 Beiträge · seit 201505. Jan. 2023 · #80
😄 😄 😄 😄 😄
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html