Lustige Anekdoten in Afrika

83 Antworten · 15,4k Aufrufe · gestartet 29. Apr. 2022 von safari njema
Bilder klein
Antworten
Themenstarter62 Beiträge · seit 201729. Apr. 2022 · #1
Lustige Anekdoten in Afrika
Ja es gibt sie; - nachdem ich gestern Zeit hatte, konnte ich auch einige unschöne ältere Berichte durchlesen,
und dachte mir; - es gibt sicher auch viele, etwas humorvollere Stories zu berichten. Also fang ich mal an:

Situation: 2001 in Nkhata Bay / Malawi. Mein Rucksack ist bei Patrick´s `Safari Guesthouse´ (gibt’s nicht mehr)
Ich sitze um die Mittagszeit nebenan auf der Veranda des `Yellow Submarine´ (gibt’s nicht mehr) und warte auf
die Ankunft der “Songea“ (gibt’s auch nicht mehr) aus Mbamba Bay / Tanzania (das gibt’s noch.) Mit einem der
Jungs, (Nennen wir Ihn Toni) komme ich ins Gespräch und lade ihn zum Bier ein.

Toni: “Was machst du hier?“
Ich: “Ich warte darauf das die Wechselstube aufmacht.“
Toni: “Und was willst du dort?“
Ich: “Ich will TSH kaufen, (. . . weil es in Mbamba Bay keine Wechselstube gab.)
Toni: “Du brauchst aber nicht zu warten, bis die Wechselstube öffnet.“
Ich: “Wieso?“ (. . . ich glaube zu erahnen was jetzt kommt.)
Toni: “Ich habe einen Bekannten der hat genügend TSH und könnte die umtauschen.“
Ich: “Kann er hierhin kommen“
Toni: “Nein er kann dort nicht weg. Du brauchst dich aber nicht bemühen, das kann ich für dich erledigen.“
Ich: “Wenn ich dich richtig verstehe, gebe ich dir jetzt mein ganzes Geld, du tauscht es bei deinem Freund um und ich warte hier bis du wiederkommst?
Toni: “Ja; - ganz genau.“ (. . . er strahlt, und nickt heftig mit dem Kopf.)
Ich: (. . . brüllendes Gelächter) und schubse ihn am Arm an.
Toni: Versucht erfolglos sein Grinsen zu verkneifen, und ich lade ihn noch zu einem Bier ein.

Weil sein Freund jetzt doch nicht mehr da ist, zeigt er mir aber später noch den Weg zur Wechselstube.
Ich muss heute noch schmunzeln wenn ich an Toni´s verzweifelten Versuch denke, sein Lachen
zu unterdrücken. Nun ja; - Der Versuch ist nicht strafbar.
7'296 Beiträge · seit 200629. Apr. 2022 · #2
Zum Geldwechseln habe ich auch ein paar Geschichten ...
Folgendes trug sich zu in Ho oder Hohoe im Südosten Ghanas.
Meine EC-Karte funktionierte oft nicht und ich wollte Bargeld umtauschen. Ich suchte der Reihe nach alle vier Banken auf und in jeder schickte man mich zur nächsten, weil man kein Geld wechselte.
Bei der vierten Bank schickte man mich wieder zur ersten und ich meinte, dort und bei den beiden anderen Banken habe ich es schon versucht.
Da meinte einer der Bankmitarbeiter zu seinen Kollegen, er wer mal kurz draußen, um mir den Weg zu zeigen, hing sein Jackett auf und begleitete mich etwa eine halbe Stunde zu Fuß durch die Kleinstadt, während ich mein Fahrrad nebenher schob.
Irgendwann bogen wir von der Asphaltstraße ab auf eine Erdstraße, an der Holz- und Blechhütten standen. Der Bankmitarbeiter betrat eine Hütte und ich folgte ihm. Wir befanden uns in einem kleinen indischen Schneiderbetrieb.
Der Bankmitarbeiter sagte zum Schneider, dass ich Geld wechseln möchte. Der Schneider fragte, welche Währung und wieviel und ich wollte wohl so 300 Euro in ghanaische Cedis tauschen. Der Schneider sagte, das sei kein Problem und der Bankmitarbeiter verabschiedete sich und ging zurück zur Bank.
Der Schneider schob einen Kleiderständer zur Seite, hinter dem ein recht großer Safe zum Vorschein kam. Er tippte auf einem Taschenrechner den Wechselkurs ein, der exakt dem offiziellem Kurs entsprach, nur dass keine Gebühren anfielen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
208 Beiträge · seit 200729. Apr. 2022 · #3
Da fallen mir gleich zwei Anketoden ein

«LECK IM TANK»

Vor rund 10 Jahren fuhr ich mit meinem Bushcamper von Usakos kommend auf der D1918 zur Spitzkoppe. Irgendwo im nirgendwo stand ein Toyota am Strassenrand und ein Mann daneben.

Als ich näher kam, winkte er ich solle anhalten, was ich auch gemacht habe. Ich stieg aus und fragte was los sei. Der Mann, nennen wir ihn Toni, ich glaube aber er hiess wirklich so erklärte mir was passierte:

Toni: Er für über einen spitzen Stein, welcher ihm den Tank aufschlitzte ….
Ich: wann denn? jetzt gerade eben ….
Toni: Nein bereits vor 2 Wochen … und er hatte noch keine Zeit den Tank zu schweissen
Ich: wie bist du dann hier her gekommen?
Toni: er habe eine Flasche mit Benzin im Motor, welche über einen Schlauch langsam Bezin in den Vergaser tröpfeln lässt (Toni ohne Schmunzeln)
Ich: Toni «really no shit” das will ich sehen
Toni: kein Problem (immer noch ohne Schmunzeln) und er öffnete die Abdeckhaube vom Motor

Darunter war wirklich eine 3 Liter Waschmittelflasche, welche abenteuerlich befestigt war und ein Schlauch welcher irgendwie in den Vergaser ging, eine Menge Klebeband war natürlich auch mit von der Partie …. Leider habe ich davon kein Foto gemacht.

Ich: und das funktioniert
Toni: mal besser mal schlechter (jetzt musste er schmunzeln)

Nun aber zum eigentlichen Problem, die Waschmittelflasche war natürlich auch leer, also brauchte Toni Benzin.

Toni: er könne seinen Freund anrufen, welcher ihm Benzin bringt, aber nur wenn er ihm zusichert diesen auch bezahlen zu können
Ich: alles klar Toni gut wenn man solche Freunde hat

Eigentlich wollte ich Toni ja noch bitten den Motor für mich zu starten, verkneifte es mir aber, da ich von dieser Idee, der Inszenierung so fasziniert war und ich ihn auch nicht blossstellen wollte, vor allem war sie NEU, wenigstens für mich.

Ich gab ihm N$ 100, noch eine Flasche Wasser und wünschte ihm viel Glück.

Als ich am nächsten Tag die Strecke wieder zurück führ, war Toni jedenfalls weg. Entweder war seine Geschichte wahr oder er versuchte seine Idee auf einem anderen Streckenabschnitt, ich werde es nie erfahren aber das ist auch egal.


«HAPPY BIRTHDAY»

Da ich immer beim gleichen Autovermieter meine Fahrzeuge buche und der mich am Flughafen abholt kann es auch sein, dass mich gelegentlich der gleichen Fahrer fährt. Diesmal nenne ich den Fahrer Fritz obwohl ich seinen Namen natürlich kenne.

Ich: «Small Talk» über Regen, Tiere, Touristen, etc. während der Fahrt nach Windhoek
Fritz: «Small Talk» über Regen, wie oft wir schon hier waren, etc.
Ich: was er denn heute noch so vor habe
Fritz: heute habe seine Tochter Geburtstag und er wolle noch ein Geschenk kaufen
Ich: wie viele Kinder er den habe
Fritz: zwei Jungs und ein Tochter
Ich: Fritz letztes Jahr war ich zwei Wochen früher hier und auch da hatte deine Tochter Geburtstag
Fritz: schweigt
Ich: «Small Talk»
Fritz: «Small Talk»

Als wir beim Autovermieter angekommen sind gab es trotzdem wie immer das üblich kleine Trinkgeld und etwas für die Tochter. Fritz lächelte … und ich auch.

Happy Weekend Flipper
15 x Namibia / 3 x Südafrika / 2 x Botswana / 2 x Zimbabwe
1'425 Beiträge · seit 201329. Apr. 2022 · #4
An der Tankstelle irgendwo im Nirgendwo in Namibia:
Der freundliche Tankwart, nennen wir ihn David:
D: Full?
M: yes, full please
D: (hält den Tankrüssel sehr sorgsam in den Einfüllstutzen) Where you come from?
M: Germany
D: oh, nice, I love Germany
Einige Minuten Smalltalk folgen, plötzlich wird D. ziemlich nervös. Die Tankuhr zeigt 90l an. D. stoppt den Tankvorgang, schaut ungläubig mit großen Augen auf die Tankuhr, klopft auf die Zapfsäule und legt sich unter das Auto.
M: something wrong?
D: (ziemlich verzweifelt) 90l, it must be full, is there anything wrong? Is there a hole in the fuel tank?
M: No, we need more
D: (sehr ungläubig) more?
M: yes, more please
D: but now you have 90l in your tank
M: yes, but we need more
D: are you sure?
M: Yes, I'm sure
D: (rollt mit den Augen und lässt seht zögerlich weiteres Benzin, seeeeeehr langsam, in den Tank laufen) Are you really sure?
M:, Yes, I'm really sure
D: (schaut ungläubig noch mal unter das Auto)
M: (laut lachend) there is nothing wrong, we have a long range tank and we need nearly 150l
D: oh, a long range tank. I never had.
Unter lautem Gelächter tankte David unser Auto voll
LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
zuletzt bearbeitet 29. Apr. 2022
2'396 Beiträge · seit 201129. Apr. 2022 · #5
Hallo,
von mir kommt jetzt keine "lustige" Anekdote (derer ich auch einige erzählen könnte), sondern die Frage, ob ihr Betrugsversuche wirklich durch das Adjektiv "lustig" adeln wollt?
(Die Beiträge von Wolfgang und Claudia nehme ich aus.)
Stirnrunzelnde Grüße aus HH,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
192 Beiträge · seit 200829. Apr. 2022 · #6
Von mir auch noch einen... Naja, vielleicht nicht gerade lustig, sondern eher surreal. Barbusige Himbafrauen in taditioneller Kleidung zwischen Touristen im Supermarkt mit Handy und Geld-/ Kreditkarte in der Hand?
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit - aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Einstein)
zuletzt bearbeitet 29. Apr. 2022
192 Beiträge · seit 200829. Apr. 2022 · #7
...und da war noch irgendwann die Empfehlung für das Moorcroft Manor in den Drakensbergen. Da hieß es, da müsst ihr hingehen, da kann man gut essen. Haben wir gemacht und bald gemerkt, daß wir da irgendwie falsch waren. Schicki-Micki vom Feinsten...

Ich kann mich nicht an alle Details erinnern aber an eines... Der dunkelhäutige (oder wie ist das jetzt politisch korrekt?) Kellner kam und drapierte kunstvoll aus seiner Schüssel voller grüner Erbsen einen(!) Esslöffel davon auf den Teller meiner Partnerin, als ob grüne Erbsen eine Art Trüffel wären. Wendete sich dann mir zu und tat das Gleiche. Ich sah ihn an, er sah mich an. Irgendwas in meinem Blick muss ihn wohl zu der Frage motiviert haben..."more?". Ich sagte "all the rest of it". Er grinste irgendwie verständnisvoll und tat mir dann eine relativ akzeptable Portion auf. Wir grinsten uns dann beide dann nochmal an...er irgendwie nach dem Motto, wir sind hier beide falsch...
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit - aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Einstein)
zuletzt bearbeitet 30. Apr. 2022
Themenstarter62 Beiträge · seit 201730. Apr. 2022 · #8
KarstenB schrieb:Hallo,
von mir kommt jetzt keine "lustige" Anekdote (derer ich auch einige erzählen könnte), sondern die Frage, ob ihr Betrugsversuche wirklich durch das Adjektiv "lustig" adeln wollt? . . . Karsten
Hi Karsten,

vielleicht hätte ich “lustig“ durch “humorvoll“ ersetzen sollen. Sicher war es rechtlich ein sogenannter
Betrugsversuch, (derer ich auch einige erzählen könnte), aber davon gibt es ja auch genügend Beiträge.

Da du kein Anfänger zu sein scheinst, und auch schon lustige und weniger lustige Erfahrungen hinter dir hast,
habe ich den Eindruck, dass dich die positiven mehr beeindruckt haben als die negativen. Sonst würdest du,
als objektiver und reflektierender Europäer es `nicht immer wieder tun´, sondern zuhause bleiben.

Afrika liebt man, oder man hasst es; - manchmal auch beides, aber solange ein Vorgang nicht außer Kontrolle
gerät und ich nachträglich noch schmunzeln kann, finde ich es `recht erträglich´.

Gruß Holger
2'396 Beiträge · seit 201130. Apr. 2022 · #9
Hallo Holger,
Du hast natürlich völlig recht, die nächste Reise steht ja auch schon wieder an. Und natürlich hat man hinterher was zu erzählen, und umso netter, wenn es gut ausgegangen ist. Ich frage mich nur, ob man es genauso witzig finden würde, wäre es einem zu hause passiert?
LG aus HH,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
7'296 Beiträge · seit 200630. Apr. 2022 · #10
Hier noch eine lustige Begebenheit einer Radtour durch Gambia, Senegal und Guinea-Bissau. Da damals in der Casamance (südl. Senegal) die Rebellengruppe MFDC zeitweise für Unruhen sorgte und sich die Lage hin und wieder änderte, wusste ich vor der Reise nicht, ob ich überhaupt in die Casamance würde reisen können und damit war es auch hinfällig, mich vorher um ein Visum für Guinea-Bissau zu kümmern.
Ich wusste aber, dass es in Ziguinchor (der Hauptstadt der Casamance, 200.000 Einwohner) ein Generalkonsulat von Guinea-Bissau gibt. Was dann folgte, war wieder eine Verkettung glücklicher Zufälle.
Ich fragte in meiner Unterkunft, ob sie wüssten, wo das Konsulat von Guinea-Bissau liegt. Sie meinten, "Du gehst zur Tür raus, 20 Meter nach rechts und dann die Treppe hoch". Die Wegbeschreibung hätte schon mal komplizierter ausfallen können in einer Stadt mit 200.000 Einwohnern.

Hier meine Unterkunft (mit der Jalousie) und direkt daneben das Konsulat mit der Flagge im ersten Stock.
image041.jpg


Ich bin direkt zum Konsulat und eigentlich wäre heute geschlossen gewesen. Am nächsten Tag begann das Fest zum Ende des Ramadan und es folgte ein Wochenende. Ich hätte tagelang festgesessen.
Ein Einheimischer meinte, ich solle es trotzdem mal probieren und hochgehen. Er habe vorhin jemanden kommen sehen.

Ich bin also die Treppe hoch und es war tatsächlich offen. Der Konsul war kurz ins Büro gekommen, weil er dort etwas vergessen hatte und er stellte mir das Visum aus, obwohl eigentlich geschlossen war. Es war etwa Mitte November und ich bekam Visum Nr. 25 des laufenden Jahres. Was ich nicht bemerkte, war, dass das Visum erst ab dem Folgetag galt.

Ich packte meine Sachen und radelte direkt zur Grenze, die so 20-30 km entfernt war. Dort musste ich in vier Baracken zu Zoll, Militär, Polizei und Geheimdienst. Überall studierte man aufmerksam und neugierig den Pass und die ganzen Stempel anderer Länder, nur das eigene Visum schaute man nicht so genau an. Erst nach Rückkehr von der Reise fiel mir auf, dass ich vier Einreisestempel im Pass hatte mit einem Datum, dass vor Gültigkeit des Visums lag. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'610 Beiträge · seit 200730. Apr. 2022 · #11
Hallo zusammen,
dann möchte ich auch etwas lustiges hinzufügen:

Campingplatz in Ghanzi. Unser Hilux macht Schwierigkeiten, springt schlecht an. Da wir in die Centralkalahari wollen telefonieren wir mit unserem Autovermieter und der schickt uns einen Mechaniker zur Überprüfung. Der Mechaniker erscheint zu Fuß mit seiner Verlobten. Sein eigenes Fahrzeug ist mit einem Plattfuß ca. 1 KM vor dem Camp liegengeblieben. Er schaut nach unserem Hilux und als Dank (Vermieter zahlt für Reparatur) fährt mein Mann ihn zum Fahrzeug und anschließend in den Ort einen neuen (alten) Reifen kaufen. Währenddessen bleibe ich mit der Verlobten im Camp. Sie ist recht neugierig und lässt sich genauestens erklären, wie und was wir hier in Botswana so machen. Nur eines ist für sie nicht so richtig zu verstehen. Sie fragt, ob ich nicht Angst vor wilden Tieren habe, wenn ich nachts oben im Dachzelt schlafe. Ich antworte ihr: hast du schon davon gehört, dass ein Löwe eine Touristin im Dachzelt gefressen hat? Sie: Nein! Ich: siehst du, wenn ein Löwe kommt, zücke ich meinen Pass, zeige ihn und sage ich bin eine Touristin, du darfst mich nicht fressen. Ganz kurz nur stutzte sie und dann haben wir gemeinsam laut gelacht und hatten auch so noch viel Spaß.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
1'415 Beiträge · seit 201430. Apr. 2022 · #12
Da hätte ich auch noch eine Geschichte mit dem Thema
"Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später.“ (Wilhelm Busch)",
Leider etwas textlastig, also etwas für Geduldige.
Es ereignete sich 2015 in Outjo und wir waren auf der Durchfahrt nach Düsternbrook:
dort holten wir unser aufgeschobenes Frühstück in aller Gemütlichkeit im "Farmhouse Café" nach.
Anschliessend füllten wir Gemsbok an der nächst gelegenen Tankstelle auf, hatten aber nicht bemerkt, dass diese kein Plastikgeld nahmen. Bares hatten wir auch nicht mehr. Die nette gutgläubige Tankwartin erlaubte uns aber zur nächsten Bank zu fahren um das benötigte zu holen. Als "Sicherheit" notierte sie sich unsere Autonummer!
Auf der Standard Bank waren wir natürlich nicht die Einzigen. Wir stellten uns in die Reihe der Geduldigen.
Das dauerte.
Ernst in seiner pflichtbewussten und rechtschaffenen Art produzierte langsam Angstschweiss und sah uns schon als Zechpreller abgeführt.
Als wir dann endlich zum Schalter gerufen wurden, war bereits mehr als eine halbe Stunde vergangen und wir wussten aus einschlägigen Bankerfahrungen, es wird weiter dauern.
Ihr kennt ja sicher das afrikanische Bankschalterprozetere. Ich erkläre es mal schnell für diejenigen, welche noch unwissend sind.
Nach dem gegenseitigen versichern, dass mit der Gesundheit alles bestens ist und ihrer Frage, ob sie etwas für uns tun könnte, trugen wir unser Anliegen, für 200 US$ Namibiadollar kaufen zu wollen, vor.
Sie fragte nach unserer staatsbürgerlichen Zugehörigkeit, bat um einen Reisepass und verschwand damit in die hinteren Räumlichkeiten.
Und das dauerte.
Freundlich lächelnd kam sie zurück und beschäftigte sich mit ihrem Computer, d.h. sie starrte angestrengt auf dessen Bildschirm, drückte hin und wieder eine Taste und blickte uns zwischendurch freundlich lächelnd an.
Und das dauerte.
Dann endlich wandte sie sich dem Drucker zu. Nach einer ergebnislosen Wartezeit entschuldigte sie sich und verschwand wieder nach hinten.
Und das dauerte.
Sie kam mit einem Stapel Kopierpapier zurück. Der Drucker spuckte dann zwei Seiten aus und wir freuten uns.
Sie schob diese zu uns durch, mit der Bitte diese zu prüfen und zu unterschreiben. Es war die Bestätigung des Tagesnotenkurses. Mit unserer Bestätigung verschwand sie wieder in die hinteren Räume.
Und das dauerte.
Ernst schaute verstohlen auf die Uhr und wir wechselten das Standbein.
Zurückgekehrt hypnotisierte sie wieder den PC, druckte wieder Papiere aus und reichte sie uns zur Prüfung und Unterschrift.
Und -heureka! Es waren die Umtauschquittungen. Wir unterschrieben, sie stempelte noch unser Exemplar, fragte nach der gewünschten Anzahl und Grösse der Scheine und wandte sich der Geldschublade zu.
Und das dauerte.
Schliesslich zählte sie uns die 2643.12 NA$ (wir hatten relativ kleine Noten gewünscht) akribisch umständlich vor und schob uns das Geld mit der Quittung und dem Reisepass durch, wünschte uns freundlich lächelnd noch einen schönen Tag und gute Reise.
Aber das müssen wir sagen, so lange freundlich und zuvorkommend sind wir noch nie an einem Schweizer Schalter bedient worden.
Wir hetzten mit schlechtem Gewissen zur Tankstelle zurück. Dort trafen wir auf einen etwas gelangweilt herumstehenden jungen Mann, welcher von unserer Sache nichts wusste. Er ging auf Suche nach der freundlichen Tankwartin.
Und das dauerte.
Diese musste dann erst einmal nach der Quittung suchen, fand sie aber nicht. Wir wussten aber wie viel wir schuldig waren und gaben ihr das Geld nebst einem "Verzugszins" und sie strahlte voller Zufriedenheit.
Danach fuhren wir weiter.
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
7'296 Beiträge · seit 200630. Apr. 2022 · #13
Eine lustige Tierbegegnung habe ich auch noch und die kann jedem passieren, der draußen am Grill sitzt.
Ich war mit einer Reisepartnerin unterwegs und wir lernten im Sossusvlei zwei Österreicher und ein britisches Pärchen kennen und nahmen sie auch mit zurück nach Sesriem. Nach der Rückkehr klärten wir am Campingplatz, dass die vier mit auf unserem Stellplatz bleiben dürfen und begannen zu grillen. Inzwischen wurde es langsam dunkel.

Wer den Campingplatz kennt, weiß, dass die einzelnen Stellplätze meist mit einer Steinmauer eingerahmt sind und sich direkt an der Mauer jeweils ein Grill befindet.
Während sich die anderen fünf ein paar Meter entfernt unterhielten, saß ich hinter dem Grill, während sich im Schutz der Mauer unbemerkt ein Schakal näherte. Weil ich keine Lampe hatte, beugte ich mich nach vorne und hob mit der Grillzange ein Stück Fleisch an, um im Schein der Glut zu erkennen, ob es bereits fertig sei.

Im gleichen Moment stemmte der Schakal von der anderen Seite seine Vorderbeine auf die Mauer, um ein Stück Fleisch zu klauen. Nun schauten wir uns aus 30-40 cm Entfernung direkt ins Gesicht. Der Schakal hatte vor Schreck plötzlich Augen so groß wie Golfbälle (ich womöglich auch aber das sah ja niemand). Nach einer Schrecksekunde machte der Schakal kehrt und rannte davon. Nach einer weiteren Sekunde bekam ich einen Lachanfall und die anderen fünf hatten keinen Schimmer, was da am Grill plötzlich so lustig war … 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
661 Beiträge · seit 201530. Apr. 2022 · #14
Hallöchen

Bei unserem letzten Aufenthalt im KNP machten wir eine Pause bei Tshokwane.

An unserem Nebentisch liess sich eine junge Familie nieder, packte ihren Picknick Korb aus und unterhielten sich über irgendetwas. Die aufmerksamen Meerkatzen beobachteten diesen Auftritt mit viel List und schwuppdiwupp holten sie sich zielsicher die bereitgestellten Trauben. 😮 Erschrocken und überrascht mussten die armen Leute zusehen wie die Affen ihre Beute schnell an einen sichereren Ort retteten.
Für uns eine Lachnummer 😄 …..für sie eine Lehre 😕
Grüessli
Malbec
zuletzt bearbeitet 30. Apr. 2022
16,9k Beiträge · seit 201230. Apr. 2022 · #15
Da wolltest Du uns jetzt aber mal auf die Probe stellen - oder? 🤩
Malbec schrieb:... Bei unserem letzten Aufenthalt im KTP machten wir eine Pause bei Tshokwane. ...
schmunzelnde Grüße
Logi
661 Beiträge · seit 201530. Apr. 2022 · #16
Danke Logi....natürlich Kruger NP!! 😄
Themenstarter62 Beiträge · seit 201701. Mai 2022 · #17
Verwirrung in Mombasa Downtown

Ich sitze gegenüber des `Fort Jesus Park´ und trinke mein Castle milk Stout. (maji dawa jangu)
Ein älteres afroamerikanisches Ehepaar setzt sich neben mich und wir kommen ins Gespräch.
Sie erklären, dass die Großeltern im 20. Jahrhundert nach Amerika auswanderten und nun beide
auf familiärer Spurensuche, erstmalig wieder Afrika besuchen, Kisuaheli hätten sie aber nie gelernt.

Natürlich wollten beide auch, dass schräg gegenüberliegende `Fort Jesus´ besuchen und fragen mich
ob ich dort schon mal war und dies auch einen Besuch wert wäre. Natürlich; - auf jeden Fall; - ich könnte
ihnen auch zeigen wo sich genau der Eingang befindet. Wir machen uns also gemeinsam auf den Weg.

Auf dem Weg zum Haupteingang des Fort´s beobachten drei einheimische Fremdenführer `das seltsame
Gespann´ (uns) mit etwas misstrauischen Blicken. “Ein Weißer erklärt zwei Einheimischen Irgendetwas?“

Beim Näherkommen fragen die drei Fremdenführer ihre, vermeintlichen Landsleute auf Kisuaheli was
den der `msungu´ von Ihnen wolle. Es kommt aufgrund sprachlicher Differenzen kein Gespräch in Gang; -
Kisuaheli geht gar nicht und Grammatik und Aussprache zwischen kenianischem und amerikanischem
Englisch unterscheidet sich doch sehr.

Ich sehe nur `Fragezeichen´ in allen Gesichtern und mische mich ein. Mit halbwegs verständlichem Kisuaheli
erkläre ich der einheimischen `Konkurrenz´ woher `meine kleine Reisegruppe´ kommt und ich ihnen nicht den
Job wegschnappen will. Augenblicklich erhellen sich die drei Gesichter und nicken zufrieden.

Ich bin stolz und zufrieden mit mir, hier beim `interkulturellen Dialog über die Kontinente hinweg vermittelt´
zu haben, und überlassen die beiden afroamerikanischen Touristen ihren einheimischen Landsleuten.

Gruss Holger
40 Beiträge · seit 202101. Mai 2022 · #18
Auch eine lustige Anekdote:
Vor ein paar Tage her an der grenze, Manuno - Buitenpos Border Checkpoint, fahren wir nach die erste Kontrolle und parken unser LC. Gerrie geht nach dem Schalter und ich warte beim Auto und gucke ein bisschen herum und sehe ein man in uniform (glaub Militär) mit einer frau (M & F). Wen Gerrie zurück kommt, kommen beide zu uns:
M & F: Hello, how are you?
W: we are fine, thank you, how are You?
M & F: I am fine, thank you
M: könnt ich die seitenklappen öffnen?
W: natürlich kein Problem, und Lächeln (die sind ja nur Neugierig)
M & F: gucken in die kleine Küche, sehen den küchenkram und 2 lehre Flaschen Gin
M: die sind ja lehr
W: Ja, die Ferien sind zu ende
F: Oh, das ist ja eine komplette Küche!
W: ja und ganz praktisch
M & F: und jetzt die andere Seitenklappe bitte öffnen
M: da sieht der M die Füllung für den Wassertank und fragt, was ist das?
W: da kann man den Wassertank füllen
M: Wasser?
W: Ja, da ist auch ne kleine dusche, und zeigen ihm den dusch Kopf
M: aber dann sehen euch Leute?
W: wir sind im Busch, wehr soll uns sehen?
M: Löwen?
W: Wen ein Löwe uns nackt seht, wird er lachen wie ein Hyena und rennt davon
M & F: fangen richtig an zu lachen und wir dürfen weiter nach der nächsten Kontrolle

😄 😄 😄
LG J&G aus Holland
4'528 Beiträge · seit 200701. Mai 2022 · #19
cooler thread 😎

Es begab sich 2013 in Namibia. Wir waren mit unserem Bushcamper nach einem ungeplanten Krankenhausbesuch in Windhoek wieder auf dem Weg nach Etosha West.

In Outjo tanken wir an einer etwas heruntergekommenen Tankstelle noch einmal voll. Bei ca 420 Nam$ springt der Zähler auf Null zurück und dann ist bei 35 Nam $ Schluss.

Ich frage den zahnlückigen Tankwart „what happened ? It cant'be just 35 Nam $ ?“.

Zahnlücke antwortet stolz und selbstbewusst „the tank is fuuuuuul !!! You have tooo paay 35 Doooolaaar!! !

Ich: „that can't be true ! It must be more „

Zahnlücke : „ The tank is fuuuuuul misteeer !“

Kerstin gibt ihm einen Hunderter und wir schauen uns schulterzuckend an. Hier in Namibia soll man ja immer sooo aufpassen, dass man an der Tanke nicht beschissen wird 😉

Wir fragen ihn nochmal, ob er keine Probleme bekäme ? Er reagiert nicht ! Dann gibt ihm Kerstin "aus Versehen" 50 Trinkgeld ! Er schaut den Schein an, als ob ihm Satan persönlich erschienen wäre: „Noonooo, thaats toooo muuuuch“. Über die 10 freut er sich sehr und lacht sich über den Irrtum tot ! „50 ? Noonooo...“. Kopfschüttelnd verlassen wir die Tanke mit ca 50 Liter Sprit für 35 Nam$“.
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
2'610 Beiträge · seit 200701. Mai 2022 · #20
Hallo zusammen,

da fällt mir glatt noch etwas lustiges ein:

Irgendwann im Mamili N.P. Wir verbrachten ein paar tolle Tage mit Betty und Gino aus Österreich in dem tollen Park. Morgens ganz früh wurde es Zeit für ein größeres "Geschäft". Bewaffnet mit Hacke und Toilettenpapier machte ich mich auf um dieses abseits, hinter einem dichten Gebüsch zu verrichten. Ich hörte Geräusche und war der Meinung, es sei mein Mann, der ebenfalls "beschäftigt" sei. Ich unterhielt mich sogar mit ihm, eigentlich sprach ja nur ich 😄 , denn als ich später hinter den Busch sah, war da nicht mein Mann, sondern ein großer Elefant der genüsslich Blätter rupfte.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)