Lustige Anekdoten in Afrika

83 Antworten · 15,4k Aufrufe · gestartet 29. Apr. 2022 von safari njema
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2'167 Beiträge · seit 200905. Mai 2022 · #41
Anno1972:
Wir fahren bei Beitbridge ueber die Grenze von Suedafrika nach Rhodesia. Auf der Rhodesischen Seite mussten wir damals alles Bargeld in unserem Besitz vorlegen. Ich war erst kurz vorher in Suedafrika angekommen und hatte noch Schweizer Franken bei mir.
Wer von euch kann sich noch an die riesigen Schweizer Banknoten erinnern? 🤩
Ich krame also einige verschiedene Noten aus meinem Moneybelt. Der Beamte hinter der Theke bekommt grosse Augen. Sie werden immer groesser als er mir zuschaut wie ich die Noten entfalte.
"What's that?!"
"Money. Swiss Francs! You see, here it says: Swiss Francs!"
Unglaeubig nimmt er eine Note nach der anderen auf, haelt sie hoch gegen das Licht, dreht sie um, studiert die Bilder - ich glaube auf einer war unter anderem die Helvetia abgebildet - und faengt an zu lachen. Dann ruft er seine Kollegen im Buero zusammen und zeigt ihnen die Noten. Und sie lachen und lachen alle, bis ihnen die Traenen kommen...

Ich haette nie gedacht, dass Schweizer Geld fuer solche Erheiterung sorgen koennte! 😄

Viele Gruesse
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
7'296 Beiträge · seit 200605. Mai 2022 · #42
… so ein Erlebnis mit einem Flusspferd hatte ich auch mal. Das war nicht wirklich lustig. Ein anderes Mal ging ich in der letzten Dämmerung zum Zelt, um meine Taschenlampe zu holen. Als ich das Zelt wieder verschloss, stand links neben mir etwa 4 Meter entfernt ein Flusspferd. Der Shire River (Malawi) lag rechts von mir. Das Flusspferd war noch nicht ausgewachsen und schaute neugierig zu. Ein erwachsenes Tier hätte mich schon umgebracht, bevor ich es entdeckt hätte. Obacht geben, länger leben …

Das spannendste und lustigste Erlebnis mit einem Flusspferd hatte ich an einem Campingplatz bei Kisumu am Lake Victoria in Kenya. Ich war der einzige Camper, aber es gab einen Nachtwächter, der mich mitten in der Nacht weckte und sagte, ich solle aus dem Zelt kommen, da ein Flusspferd an Land kam. Er nahm mich mit in einen Bereich für Tagesgäste, wo es Tische und Stühle gab und eine Mauer drum herum. So konnten wir das Flusspferd beobachten, wie es fraß und gleichzeitig langsam umher wanderte.
Dann trat es mit dem Hinterbein auf einen Ast, der mit einem Knacken zerbrach. Von dem selbst verursachten Geräusch erschrak es derart, dass es sofort in Richtung See spurtete. Flusspferde sind dermaßen schnell und beschleunigen so rasant, dass kein (menschlicher) Sprinter der Welt mithalten könnte. Und sie wählen den kürzesten Weg zum Wasser. In diesem Fall war das Ufer praktisch komplett unbewachsen bis auf ein etwa 4 Meter breites und 3 Meter hohes Gebüsch. Dieses befand sich allerdings auf dem kürzesten Weg zum Wasser. Das Flusspferd rannte ungebremst mitten durch dieses Gebüsch. Beeindruckend …

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'296 Beiträge · seit 200607. Mai 2022 · #43
Bevor das hier verebbt, noch eine kleine Geschichte aus Ghana …

Ich fuhr irgendeine Piste entlang und wusste gar nicht, wohin sie führt. Bei Abzweigungen hielt ich mich an die Stromleitung, um in die vermutet größere Siedlung zu gelangen. An einem Nachmittag erreichte ich ein Dorf und fand eine Kneipe (dazu später noch mehr).

Ich durfte davor zelten. Auf einer Seite das Haus, auf zwei Seiten Zaun, von der vierten Seite Dutzende Kinder, die drängelten und immer näher kamen. Ich hatte Bedenken, dass in dem Gedrängel ein Kind zu Fall kommen könnte und mein Zeltgestänge brechen könnte.

e08.jpg


Ich nahm einen Stein, sah die Kinder mit ernste Blick an und ritzte eine Linie auf den Boden und zeigte auf die Linie. Es funktionierte. Kein Kind trat über die Linie. Diejenigen, die vorne standen, beschwerten sich nach hinten, dass nicht so geschoben wird, weil sie sonst über die Linie treten würden.

Mein Fahrrad samt Gepäck und Flaschen stand die ganze Nacht dort, ohne abgeschlossen zu sein. Nur die Lenkertasche mit Wertsachen und Kamera hatte ich bei mir.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 07. Mai 2022
7'296 Beiträge · seit 200607. Mai 2022 · #44
Hier noch die Vorgeschichte zu meinem vorherigen Beitrag:

Als ich in das Dorf kam, stand der Kneipenbesitzer gerade vor seiner Kneipe und ich fragte ihn, ob es im Dorf eine Übernachtungsmöglichkeit oder ein Restaurant (eine Garküche am Straßenrand hätte auch gereicht) gäbe. Er verneinte beides und ich fragte, wie weit der nächste Ort entfernt sei. "Mit dem Fahrrad zu weit für heute", meinte er (und das bestätigte sich am nächsten Tag auch) und fragte, was ich essen möchte. Seine Frau würde für mich kochen. Ich meinte, es sei mir egal, so lange es ohne Fleisch, Fisch und Huhn ist (da kann man böse Überraschungen erleben, daher bin ich auf dem Land Teilzeitvegetarier). Es würde allerdings ein wenig dauern, da sie zuvor erst auf den Markt gehen müsse.

Ich fragte, ob ich im Dorf irgendwo mein Zelt aufstellen dürfe und er meinte, ich könne es direkt vor seine Kneipe stellen. Das Angebot nahm ich an und kehrte anschließend ein, Mein Fahrrad stand ja sicher hinter der mit dem Stein gezogenen Linie. 😉
Als Radreisender muss man einfach ans Gute in den Menschen glauben, denn sonst bleibt man besser zuhause.

Als ich in die Kneipe ging, hatte er mir schon einen Eimer Wasser bereitstellen lassen, damit ich mich waschen konnte. Das ging hinter dem Haus einigermaßen diskret. So war innerhalb von Minuten alles Wesentliche geklärt - Übernachten, Trinken, Essen und obendrein noch Waschen.

Dann ging ich hinein und bestellte ein Bier ... und dann noch eins und noch eins. Das Bier floss schnell, da es sehr heiß war und meine Wasservorräte am Rad waren schon lange leer.
Nach etwa zwei Stunden kam der Kneipenbesitzer dann mit Besteck und zwei Töpfen an meinen Tisch und meinte, ich solle versuchen, alles aufzuessen. In den Töpfen waren vier Kochbananen, drei hartgekochte Eier, Paprika und Bitterleaf (vergleichbar mit Rahmspinat). Es war eine große Portion und ich hatte Kohldampf, aber die letzte Kochbanane habe ich dann doch nicht mehr geschafft.

Als ich bezahlen wollte und nach dem Preis für das Essen fragte, war er fast beleidigt. Das Bier müsse ich bezahlen, denn das sei sein Geschäft. Das Essen sei Gastfreundschaft und das wäre natürlich kostenlos. Natürlich ... 😉

Gruß
Wolfgang
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7'296 Beiträge · seit 200609. Mai 2022 · #45
Zwei kleine Anektdoten aus Gambia zur Zeit des Ramadan. Gambia ist zu ca. 95% islamisch ...

Zu Beginn der Reise wollte ich von Banjul mit der Fähre über den Gambia River. Der ist an der Mündung übrigens so breit, dass man von der Flussmitte keines der beiden Ufer mehr sehen kann, also wirklich sehr breit.
Ich ging zur Fährstation und wollte mich in die Schlange stellen, um ein Ticket für die Fähre zu kaufen. Es gab keine Schlange. Es gab eine drängelnde Menschenmasse und da gab es keine Chance, mit dem Fahrrad nach vorne zu kommen. In der Nähe stand ein Polizist und eine Polizistin. Ich drückte ihnen mein Fahrrad in die Hand und bat sie, darauf aufzupassen. Dann gings ab ins Getümmel. Langsam schob ich mich wie alle anderen nach vorne und der Schalter selbst war wie eine Schießscharte, so ca. 20 cm hoch und vielleicht 70 cm breit. Links und rechts streckten sich die Arme mit Geldscheinen an mir vorbei und nahmen ein Ticket entgegen. Meine Fragen nach dem Preis für mich und ein Fahrrad wurden ignoriert.
"Ok", dachte ich mir, "jetzt sind andere Maßnahmen nötig". Ich klemmte meine Arme in die "Schießscharte, verkeilte links und rechts die Ellbogen darin und drehte die Unterarme etwas nach oben. Jetzt kam kein anderer Arm mehr an mir vorbei und ich lernte gleich erste Schimpfwörter auf Wolof und Mandinka kennen. Der Verkäufer konnte mich nun aber nicht mehr ignorieren, da er ja nun von anderen Kunden abgeblockt war.
Da die Menschen in Gambia meist relativ klein sind und ich 'nen halben Kopf größer war als der Durchschnitt, konnte ich das auch mal riskieren, ohne dass jemand mich persönlich anging. So kam dann auch ich zu meinem Ticket für die Fähre. Manchmal muss man sich den Gegebenheiten einfach anpassen ...

Tage später traf ich einen jungen Mann, der mich zum Sonnenuntergang mit zu seiner Mutter nahm. Es gab schwarzen Tee mit Milch und reichlich Zucker (damit wird der Tee schon gekocht und daran kommt man nicht vorbei). Das Getränk quietschte fast schon beim Trinken, so süß war das Zeug. Mein neuer Bekannter verzog das Gesicht. Dann haute er sich noch drei gehäufte Esslöffel (!) Zucker in die Tasse, rührte um und war beim nächsten Schluck zufrieden.

Gruß
Wolfgang
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7'296 Beiträge · seit 200609. Mai 2022 · #46
... und weil ich gedanklich gerade in Gambia bin, noch kleine Anekdote aus der Region. Mein Ziel lag zwar insgesamt im Süden, aber ich startete erst einmal auf der nördlichen Seite des Gambia Rivers und machte einen kleinen Abstecher nach Norden in den Senegal und fuhr querfeldeinschrägwärts auf kleinen Pisten durch die Dörfer. Irgendwo traf ich auf einen Dorflehrer, der Englisch sprach und ich fragte ihn, wie ich denn wieder zurück nach Gambia käme. Er begleitete mich zum Rand des Dorfes, zeigte mir einen Trampelpfad und meinte, ich solle diesem folgen und dann käme ich wieder nach Gambia.

Ich radelte los und kam durch einige kleine Dörfer. Ich wusste nie, ob ich noch im Senegal oder bereits in Gambia war. Irgendwann kam gar nichts mehr. Zwei Stunden war ich nun seit dem letzten Dorf unterwegs, ohne einen Menschen zu sehen, als ich das Gefühl verspürte, mal aus der Hose zu müssen. Ich entfernte mich einige Meter vom Trampelpfad und begann mit der Wurstproduktion. Mitten im Herstellungsprozess erklangen plötzlich Glocken, und das Geräusch kam näher. Ich beeilte mich und kurz später kam ein Rinderhirte mit seiner Herde direkt bei mir vorbei. Ich war gerade noch fertig geworden und wieder bekleidet.

Da sieht man stundenlang keinen Menschen und genau dann, wenn man es nicht brauchen kann, kommt einer angelatscht.

Irgendwann kam ich dann wieder nach Gambia. Ich hatte einen Einreisestempel nach Gambia, einen Ausreisestempel aus Gambia, einen Einreisestempel in den Senegal und jetzt war ich wieder über Trampelpfade wieder aus dem Senegal ausgereist und in Gambia angekommen. Am nächsten Tag war da auch noch was zu klären, vermutete ich ...

Gruß
Wolfgang
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274 Beiträge · seit 201709. Mai 2022 · #47
Moin,
2020 sind wir als Motorradgruppe (10 Stück) am Oranjemund von Namibia nach SA gefahren. Die Motoräder mussten wir genau nach Vorgabe abstellen. Wer nicht genau geparkt hatte, konnt sein Krad dann an die richtige Stelle schieben. Die Grenzer waren nicht wirklich unfreundlich, aber zeigten schon, dass siie das Sagen hatten. Wir mussten dann insgesamt an 4 Schaltern vorstellig werden, teilweise auch mal warten, weil der Beamte eben noch den Kollegen am anderen Schalter bedienen musste.
Als wir dann fertig waren, und durchfahren wollten (das Begleitfahrzeug mit Anhänger war auch inspiziert worden) versperrte uns ein Beamter den Weg. Was nun????
Dann kamen auf einmal alle Beamten und Beamtinnen, und fragten, ob sie nicht ein Gruppenfoto mit uns allen machen könnten.
Ich hatte dann plötzlich sogar eine Dienstmütze auf. Danach wurde noch ein wenig erzählt, dann sind wir weitergefahren.
7'296 Beiträge · seit 200610. Mai 2022 · #48
Hallo zusammen,

hier gibts so viele Mitglieder mit so vielen Erfahrungen. Ich kann kaum glauben, dass so wenige auf ihren Reisen lustige Erfahrungen hatten.
Sind eure Reisen immer total ernst? 😉
Das gibts doch fast gar nicht ...

Hier mal ein kleines Erlebnis aus Malawi. Mein Reisepartner und ich zelteten auf dem Gelände eines Waisenhauses und gingen auf die andere Straßenseite in eine kleine Kaschemme, um etwas zu essen und zu trinken. Als Europäer fielen wir natürlich sofort auf und es ergab sich ein Sprachtandem. Zwei Leute konnten Englisch, aber ansonsten lief es halt durch Zeichensprache ab.

Sie nannten etwas auf Englisch oder zeigten auf einen Gegenstand und wollte wissen, wie es auf Deutsch heißt. Dann sagten sie, wie es auf Chichewa heißt. Wir versuchten es nachzusprechen, genau wie die Malawier unsere Worte nachzusprechen versuchten. Großer Spaß auf beiden Seiten ...
Das Wort "Hose" gab es auf Chichewa auch, bedeutet aber offenbar etwas nicht ganz Spruchreifes, denn es sorgte für schallendes Gelächter in der Hütte, als jemand auf meine Hose zeigte und wissen wollte, wie es heißt und ich antwortete.

Etwa zwei Stunden später verließen wir die Kneipe wieder. Ich fragte Thomas, ob er sich noch an ein Wort auf Chichewa erinnern könne.
Nun ... ich auch nicht ...

Gruß
Wolfgang
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6'369 Beiträge · seit 201111. Mai 2022 · #49
Hoi zämä

Wir waren im Herbst 2011 als Gruppe mir vorher nur per eMail bekannter Menschen in Südtansania unterwegs. Auf dem Weg vom Ruaha NP ins Selous Game Reserve haben wir in Mikumi übernachtet.
Dabei sind wir nach dem Abendessen noch bis spät in die Nacht auf der Restaurantterasse am Essenstisch sitzen geblieben und haben noch dies und das getrunken und immer mal wieder die Sitzplätze gewechselt um die Anderen besser kennen zu lernen. Es war eine herrliche Nacht mit tollen Leuten!
Als es weit nach Mitternacht ans bezahlen ging haben wir aber sehr gestaunt!
Der Kellner zählte nicht die Anzahl Biere auf sondern wo wir wann gesessen haben, bei welchem Bier ein Lastwagen vorbeifuhr, welches Tier bei welcher Bestellung zu hören war usw!
Aber er wusste nicht wer wie viel getrunken hatte!
Schlussendlich mussten wir ihm sagen was wir hörten oder was geschah als wir bestellten und schon klappte es mit dem Bezahlen obwohl er nicht wusste wer wie viel getrunken hatte und mit der reinen Zahl nichts anfangen konnte/wollte!
Pro Person dauerte das sicher mindestens 5 Minuten, war aber auch sehr lustig!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
7'296 Beiträge · seit 200611. Mai 2022 · #50
Nochmal Gambia …

Ich traf einen Einheimischen in einer Kleinstadt und kam mit ihm ins Gespräch. Er sprach relativ gut Deutsch und erzählte mir, dass er in Karlsruhe studiert hatte. Als er nach Deutschland kam, dachte er beim Landeanflug, dass da unten schöner weißer Sand wäre.
Überall.
Als er dann ausstieg, erkannte er, dass es Schnee war. Das kannte er natürlich bislang gar nicht.
Er hat ziemlich lachen müssen, als er von dieser Erfahrung erzählte …


Ich übernachtete zu Beginn der Tour in Serrekunda auf einem Campingplatz, der von ausgewanderten Deutschen betrieben wurde. Sie erzählten, dass die ersten Ampeln des Landes in Banjul und Serrekunda erst vor wenigen Jahren eingeführt wurden. Damals wurden vor den Kreuzungen große Plakate aufgestellt, auf denen die Funktion der Ampeln erklärt wurde und wie man sich zu verhalten habe. War ja völlig unbekannt für die Menschen dort …

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter62 Beiträge · seit 201711. Mai 2022 · #51
Libyen 2008 – Anlegen von Sicherheitsgurten – aber wie?

Die folgenden Fotos könnten eigentlich auch ohne weitere Kommentare erfolgen; – hier trotzdem:
Baustelle `Ain Zara´ nahe Tarabulus (Tripoli); – es gibt eine neue Bestimmung für das Anlegen von
Sicherheitsgurten – aber wie? (Generell sollten, sogenannte Absturzsicherungen installiert werden.)

1.JPG


2.JPG


3.JPG


Bei den letzten beiden Fotos frage ich mich, wie wohl das `worst case´ Scenario ausgesehen hätte? ( 😕 )
(Es kam aber glücklicherweise nie dazu!)

4.JPG


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zuletzt bearbeitet 11. Mai 2022
7'296 Beiträge · seit 200613. Mai 2022 · #52
Gerüst in Freetown, Sierra Leone …


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Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 13. Mai 2022
4'382 Beiträge · seit 201513. Mai 2022 · #53
Gefühlt 100 Jahre her, aber dennoch erstaunlich, dass „erst“ 35 Jahre seither vergangen sind...
…da besuchte ich Verwandtschaft in der „Demokratische Republik Kongo“, damals noch „Zaire“ geheißen, die für eine pharmazeutische Firma arbeitete und am Kivu-See zwischen Bukavu und Goma lebte. In Vorbereitung auf diesen mehrwöchigen Aufenthalt hatte ich versucht, privatim Suaheli zu lernen und einen VHS-Kurs Französisch besucht. Ausgestattet mit diesen - wie sich herausstellen sollte- sehr kariösen Kenntnissen parlierte ich mich durch die Gegend. Speziell ein Hausangestellter namens Bonum, der meine Klamotten mit einem Holzkohlebügeleisen so perfekt bügelte, wie ich es selbst nie hingekriegt hätte, wurde ein Opfer meiner eingebildeten Sprachkenntnisse. Zu den Wochenenden hin verabschiedete ich mich immer mit Worten von ihm, an die ich mich jetzt glücklicherweise nicht mehr erinnere, die aber seine Augen aufleuchten ließen…dabei wollte ich mich doch nur für seine tolle Arbeit bedanken . Der Tag des Abschieds nahte, shakehands und Geldscheinverteilung …. aber Bonum sah mit Verzweiflung auf die zairischen Scheine, die trotz makellosem Erscheinungsbild nicht seinen Erwartungen entsprachen. Wortwechsel zwischen meinen Gastgebern und ihm - es stellte sich heraus, dass ich ihm immer bei jeder Verabschiedung zum Wochenende eine Ziege zum Abschied versprochen hatte.
Das habe ich dann aber wieder gut machen können…
Schöne Grüße
Friederike
PS Die Erinnerungen an diese Aufenthalte haben mich wachgehalten und mich zum Nachblättern gebracht: In Richard Kandts „Caput Nili - eine empfindsame Reise zu den Quellen des Nils“ hatte ich noch einen makellosen 10-Zaire-Schein aufbewahrt, den ich Euch nicht vorenthalten will.



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https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
zuletzt bearbeitet 14. Mai 2022
7'296 Beiträge · seit 200614. Mai 2022 · #54
Hallo zusammen,

vor ca. 10 Jahren war ich mal in Sierra Leone. Ich habe in vier Wochen zwei weiße Touristen gesehen und ich wurde öfter von Einheimischen gefragt, woher ich denn käme, so auch in einer Kneipe.
Ich habe ein Bier bestellt und man fragte mich, welche Sorte ich denn haben möchte. Meist gab es Heineken und Cody's. Das zweite sagte mir gar nichts, was wiederum den Barkeeper erstaunte. "Warum kennst Du das nicht? Das ist doch aus Deutschland."
Da steht man da als Deutscher und Vertreter einer Biernation und kennt Cody's nicht, ein deutsches Bier, das in Sierra Leone zu den populärsten Biersorten gehört. Etwas unwissend fühlt man sich da plötzlich schon ... 😉

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Gruß
Wolfgang
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7'296 Beiträge · seit 200614. Mai 2022 · #55
CuF schrieb:
PS Die Erinnerungen an diese Aufenthalte haben mich wachgehalten und mich zum Nachblättern gebracht: In Richard Kandts „Caput Nili - eine empfindsame Reise zu den Quellen des Nils“ hatte ich noch einen makellosen 10-Zaire-Schein aufbewahrt, den ich Euch nicht vorenthalten will.

Hast Du zufällig noch einen weiteren Schein aus der Zeit (kann auch ein schlechterer Zustand sein)?
Bei mir fing es auch so an, dass ich Geldscheine als Lesezeichen verwendete. Im Laufe der Jahre ist daraus eine kleine Sammlung entstanden.

Gruß
Wolfgang
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4'382 Beiträge · seit 201515. Mai 2022 · #56
@BikeAfrika
Guten Morgen, Wolfgang,
hab Dir eine PN geschrieben.
Gruß
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
29 Beiträge · seit 201915. Mai 2022 · #57
Was für ein schöner Ordner im Forum. Ich habe die Geschichten sehr gerne gelesen. Hier eine meiner kleichen Afrikageschichten:
Mein Mann und ich waren 2016 ein paar Tage im Augrabies National Park. Folgendes hat sich an unserem ersten Tag zugetragen:
Auszug aus meinem Reisetagebuch:
… Zurück im Bungalow habe ich das Picknick vorbereitet, Nudelsalat gemacht (Nudeln von gestern, Rest Chakalaka, Essig, Zucker, mit Salz, Pfeffer abgeschmeckt, lecker), viel Brot getoastet, soll ja Sandwiche geben. Die Thermobecher gefüllt, dann noch in Ruhe etwas aufräumen und spülen. Von draußen kommt Vogelgezwitscher, das Wetter ist prächtig. Alles so schön, ich schnurre förmlich.
Ich fühle es eher als das ich es sehe, eine Bewegung hinter mir. Ich drehe mich um und bin nicht mehr alleine in der Küche. Eine grüne Meerkatze sitzt auf dem Tisch, je eine Scheibe Toast in den Pfoten und sieht mich an. Wir checken beide die Lage ab, keiner fürchtet sich vor dem anderen. Ich sage energisch: Gehst du weg!, sie sagt nix, bleibt aber wo sie ist. Ich glaube sie überlegt wie sie den Salat noch greifen kann der vor ihr auf dem Tisch liegt. Ich sage energischer: Gehst du weg! Na schön, sie springt hinaus, setzt sich auf der Terrasse hin und beginnt ihre Beute zu verputzen. Mach einige Bilder mit dem Handy. Es kommen noch mehrere Verwandte der Meerkatze aber sie gibt nichts ab, ich habe die Tür zugemacht. Nichts mehr zu holen.
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zuletzt bearbeitet 15. Mai 2022
148 Beiträge · seit 201816. Mai 2022 · #58
Hallo zusammen,
allen Schreibern in diesem Thread ein Dankeschön, ist amüsant zu lesen.
Im Februar 1992 habe ich erstmals afrikanischen Boden betreten. Geplant waren, nach 2 Jahren Firmenaufbau ohne Pause, gut 2 Wochen Relaxen/ Nichtstun in Hurghada am Roten Meer. Nach 2 Tagen pendeln zwischen Pool, Strand, Bar und Buffet wurde uns schon langweilig. Wir beschlossen ein Fahrzeug zu mieten und ins Niltal zu fahren. Das einzig auftreibbare war ein Fiat 124 in eigentlich „verwertungsreifem“ Zustand. Dazu zu einem Preis, der in Deutschland zum Kauf gereicht hätte.
Zuerst ging es am nächsten Tag durch die Wüste nach Luxor und dann in Etappen nach Süden Richtung Assuan. Nach 3 Tagen in Assuan gingen wir nach dem Check-Out mit einem Hotelangestellten zum vor dem Hotel geparkten Fahrzeug. Mit Erschrecken stellten wir fest, dieses war an der Beifahrertür aufgebrochen (war ganz einfach) und der Einbrecher, ein arg zerlumpter und nicht gerade angenehm riechender „Eingeborener“ mittleren Alters hatte es sich auf der Rückbank gemütlich gemacht und schlief. Wir weckten ihn und er schälte sich von hinten durch die Beifahrertür wieder aus dem Auto. Vom Hotelangestellten wurde er verbal zusammengefaltet. Ich konnte den „Anschiss“ auf Arabisch nicht verstehen, aber seine Wortwahl war an der Mimik, Gestik und Körperhaltung des Einbrechers abzulesen. Anstelle den Ort des Geschehens zu verlassen, straffte sich der Mann plötzlich und wandte sich mir zu. Mit vorgehaltener offener Hand sprach er mich an. Der Hotelangestellte übersetzte wie folgt: „Für seine Dienstleistung, das Fahrzeug über Nacht zu bewachen, hätte er jetzt gern ein Entgelt.“ Zuerst waren wir aufgebracht auf Grund seiner obskuren dreisten Forderung, aber nur einige Augenblicke später mussten wir lachen. Einfach eine rundherum gelungene Geschäftsidee. Ich gab ihm unter dem Protest des Hotelmitarbeiters ein Paar kleine Scheine für ein Frühstück und er trollte sich.

Gruß Till
Themenstarter62 Beiträge · seit 201716. Mai 2022 · #59
Letzter Ausweg; - bei: “Whats your name?

Manche von Euch kennen es bestimmt; - man ist gerade dabei sein Zelt aufzubauen, man steht in der
Schlange an, für ein Busticket oder am Marktstand für eine `Zwischendurch-Mahlzeit´, oder Ähnliches.

Plötzlich umringt einen eine, nicht unerhebliche, sich ständig vergrößernde Kinderschar, mit der, in
einer Endlosschleife vorgetragenen Frage: “Whats your name; - whats your name; - whats your name?

Nun greife ich in solchen Ausnahmesituation auf Erfahrungswerte zurück; - in dem Wissen, das der Buch-
Stabe “O“, besonders in der Konstellation “Holger“ sehr schwer auszusprechen ist.

Sollte man also `mal wirklich keine Lust oder Zeit´ haben, so hat sich folgendes Zauberwort sehr bewährt:
My name is Kokolores“ Augenblicklich kehrt nachdenklich Stille in der Kinderschar ein. Einige versuchen
es noch mit einem: “Ko . . . Kokou . . . what?“ geben es dann aber auch schnell auf und denken vielleicht:
``was haben sich die Eltern nur bei so einem Namen gedacht´´, (ohne zu wissen was sich für ein Blödsin
dahinter wirklich verbirgt.)

Probiert es mal aus . . . 😗 - Natürlich nur in absoluten Ausnahmesituationen!
Mit sonnigen Grüßen aus Dar es Salaam, Gruß Holger
7'296 Beiträge · seit 200616. Mai 2022 · #60
safari njema schrieb:
Nun greife ich in solchen Ausnahmesituation auf Erfahrungswerte zurück; - in dem Wissen, das der Buch-
Stabe “O“, besonders in der Konstellation “Holger“ sehr schwer auszusprechen ist.

Ich nenne dann immer meinen richtigen Namen. Die Buchstabenkombination "olfg" bekommen 80-90% der Leute auch nicht hin. Ich muss es oft noch zweimal langsam wiederholen, bevor sie überhaupt probieren, es auszusprechen und in der Regel klappt es nicht. Manche haben wiederum überhaupt kein Problem damit.

In manchen Ländern wurde ich aber nur selten gefragt. Wegen meiner relativ langen lockigen Haare und des Dreitagebartes (der während der Reise allerdings etwas länger wurde), hat man mich in Zambia meist mit Jesus angesprochen und in Malawi und Ghana mit Rasta, in Ghana auch oft mit Oboronyi. Das bedeutet übersetzt etwa "der von jenseits des Horizonts kommt" oder umgangssprachlich "Weißer".

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...