Guggu2'261 Beiträge · seit 201120. Dez. 2021 · #23
Liebe Betti,
wie schön, dass du ein Bericht aus Kenia einstellt. 🙂 🤪 Ich habe schon mitbekommen dass ihr in Kenia wart, aber ich habe nicht gewusst dass ihr diesmal auch im Malaika Camp wart. Schmacht. 😛 😛 Viele der Fotos habe ich schon gesehen und die sind wie immer outstanding.
Wegen Weihnachten und keine Zeit zum Lesen, da mach dir man keine Gedanken. Das zweite Coronaweihnachten steht ins Haus und wir werden wieder zu zweit die Feiertage verbringen. 🙁 Du kannst also flott weiterschreiben – möglichst viel- um mir die Weihnachtstage zu versüßen.
Euch beide wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201620. Dez. 2021 · #24
Ihr Lieben,
wow, soviel Resonanz und so viele tolle Mitfahrer, wir sind beide ganz überwältigt und freuen uns wirklich sehr! Ich wollte Thomas eigentlich einen Pulli zu Weihnachten schenken, aber jetzt muss ich ihn umtauschen, denn er passt nun leider nicht mehr rein vor lauter stolzgeschwellter Brust. 😣
Sehr interessant auch, wie viele Überschneidungen es doch gibt, teilweise standen wir ja wirklich offenbar zur selben Zeit an derselben Stelle. 😮 Birgits Leo kommt mir auch sehr bekannt vor mit seinen Spiegeleieraugen, tolle Fotos übrigens, und danke auch an Mzeekenya nicht nur für den Ritterschlag, sondern auch den kleinen süßen Löwen.
Weil die Frage aufkam: Ich weiß nicht, ob wir nicht doch im Januar noch spontan verreisen, es hängt wie immer an Corona und den damit verbundenen Maßnahmen. Quarantäne geht beruflich nicht.
Schon aus lauter Angst vor "Sklaventreiberin" 😉 Friederike, die sich ja möglicherweise sonst auch mit Simone dem Trunke ergibt, mache ich jetzt mal lieber flugs weiter und unseren Schlitten - äh, Landcruiser - flott.
marimari2'240 Beiträge · seit 201120. Dez. 2021 · #25
Hi Betti, wau, das fängt ja schon so toll an, gerne fahr ich auch noch für ein Stück mit. Werde mir dann Eure super Fotos im Januar weiter anschauen. Muss zwischendurch noch kur auf die Azoren 🙂 . Liebe Grüsse u. frohe Weihnachten, Mari
picco6'369 Beiträge · seit 201120. Dez. 2021 · #26
Hoi Betti
Nun mach mal...denn ich hab den Reisebericht schon in die Übersicht der Reiseberichte Kenyas getan...und bis jetzt ists doch noch kein Reisebericht, odrr? 😉 Also los, machs zu einem! 😎
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201620. Dez. 2021 · #27
Manmanman, was man hier schikaniert wird 🙄 Hatte ich eigentlich erwähnt, dass mein Urlaub erst am 24. nachmittags beginnt?? Mari, nimm mich mit auf die Azoren 😄 Danke fürs Hinzufügen, Picco, dein Wunsch ist mir selbstverständlich Befehl...
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201620. Dez. 2021 · #28
"Oh my Goooood" - Es geht los!
Bislang hat schon allein die Vorfreude auf unsere Reisen immer eine gewaltige Rolle für mich gespielt. Rechtzeitig die Siebensachen packen und sortieren, von Medikamenten bis hin zum Schlüpperzählen, all das befeuert bereits meine Sehnsüchte und Hoffnungen, was da wohl kommen möge.
Diesmal glaube ich erst wirklich an diese Reise, da sind wir am Hamburger Flughafen schon auf dem Weg zum Gate. Noch nie waren wir gefühlt so unvorbereitet und mich beschleicht wiederholt das Gefühl, etwas Wesentliches vergessen zu haben. Was glücklicherweise nicht der Fall ist.
Im Zentrum der Vorbereitungen steht ja neuerdings ohnehin nicht mehr die Frage, ob ausreichend Repellent an Bord ist oder auch eine Taschenlampe, sondern die nach dem Timing des Corona-Tests - und dessen Ergebnis. Das lautet zweimal negativ, und so steigen wir am 12. September guter Dinge und dauerhaft maskiert erst in den Flieger nach Frankfurt und dann nach Nairobi.
Löwen in der Mara
Wegweiser in Buffalo Springs
Der Flug bleibt ohne weiteren Befund, was gut ist, auf dem Rückweg werden wir ganz andere Erfahrungen machen. Am Abend landen wir erschöpft, aber glücklich, werden am Flughafen abgeholt und zu unserem Hotel gebracht, das anders als beim letzten Mal direkt um die Ecke liegt. Eine Wohltat nach dem langen und ermüdenden Sitzen. Auch das Zimmer gefällt uns richtig gut, wir schlafen wie die Babys und sind am nächsten Morgen erstaunlich fit und voller Tatendrang.
Es ist noch früh, als wir unseren Driver-Guide auf dem Parkplatz vor dem Hotel treffen. Ein wichtiger Moment, hängt von dieser Personalie doch ein Großteil des Safarie-Erfolgs und Wohlbefindens ab. Wir haben schon beinahe die gesamte Klaviatur der Erfahrungen durch, beim letzten Mal waren wir mittelmäßig zufrieden und hatten das auch so bei der Agentur hinterlegt.
Wir hatten mehrere Varianten dieser Reise gedanklich durchgespielt. Die Strecken fliegen und jeweils einen Guide vor Ort nehmen oder doch lieber ein Driver-Guide, der uns von A bis Z begleitet? Wir entschieden uns für Letzteres, wohl wissend, dass dies ein gewisses Risiko birgt. Läuft es mit dem Guide nicht ideal, können 14 Tage verflixt lang werden. Passt es jedoch, können die Erlebnisse perfekt aufeinander aufbauen und eine Safari unvergesslich werden lassen. Diese Erfahrung hatten wir unter anderem Jahre zuvor in Tansania gemacht, damals mit dem überragenden Abraham.
Livingstone, der eigentlich vorne anders heißt, aber nicht zuletzt der Einfachheit halber so genannt werden will, ist uns sehr sympathisch und bleibt es auch, als wir auf dem langen Weg nach Samburu die erste Gelegenheit haben, uns ausgiebig zu beschnuppern. Er ist freundlich, offen, selbstbewusst und seit vielen Jahren im Job. Dass dies keinerlei Abnutzungserscheinungen mit sich gebracht hat, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ist aber ein großes Glück. Zu seinen Eigenarten zählt, dass er ziemlich häufig "My Goodness" sagt; wahlweise "Oh my God". Je nachdem, wie beeindruckt er von etwas ist, zieht er das "o" lang, und ein "Oh my Gooooood" aus seinem Mund reicht später vollkommen aus, um all unsere Antennen blitzartig auszufahren.
Picknick mit Livingstone in Buffalo Springs
Hinter Nairobi lichtet sich der Verkehr und nimmt zusehends ab, je weiter wir nach Norden kommen. Die Fahrt ist mit über sechs Stunden lang, aber auf makellosen Straßen nicht unangenehm. Ohnehin sind wir viel zu glücklich darüber, nun auch tatsächlich hier zu sein, um ein Haar in der Suppe zu finden. Wir umrunden den gewaltigen Mount Kenya, der seinen schneebedeckten Gipfel zeigt, seine grünen Hänge wechseln zusehends über in eine staubige, ausgedörrte gelb-rote Landschaft.
Diese wüstenartige Gegend hat immer mit Wassermangel zu kämpfen, in dieser Jahreszeit und in diesem Jahr aber besonders. Seit Februar hat es nicht mehr geregnet, mit katastrophalen Folgen für die Einheimischen und ihr Vieh. Vor allem weiter nördlich sind die Probleme immens.
Die Wildtiere im Buffalo Springs Reservat, das wir gegen Mittag erreichen, stehen allerdings noch gut im Saft.
Netzgiraffen in Buffalo Springs
Was vor allem an den vielen Quellen und Wasserlöchern liegt, die dem Nationalreservat seinen Namen geben, sowie am Ewaso Ngiro River, der immer Wasser führt und manchmal sogar zuviel. Wie im vergangenen Winter, als sich Kenia vor Regen kaum retten konnte, der Fluss zum reißenden Strom wurde und unter anderem die Brücke zerstörte, die Buffalo Springs und Samburu sehr praktisch miteinander verbunden hatte. Auch das Ashnil Camp, idyllisch an seinem Ufer gelegen, wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen, einige der zeltartigen Unterkünfte sind noch nicht wieder aufgebaut und werden es wohl auch nicht mehr.
Elefanten gegenüber von unserem Zelt...
...und wer da sonst noch so lebt.
Aus reiner Besuchersicht ist die Lage des Camps eine Wucht, der Style etwas überholt, unser Zelt großzügig und ausreichend in Schuss. Alles in allem können wir es hier gut aushalten. Den Pool hätte ich schon aus ökologischen Gründen nicht gebraucht, ebenso wie den Zaun um die Anlage herum, den ich zuerst schlichtweg nicht schön finde und später sogar unerträglich. Dazu in einem anderen Kapitel mehr. Ein Traum ist allerdings der Garten mit Palmen, alten hohen Bäumen, in denen die Affen toben, und einer Vielzahl von Vögeln.
Unser Camp vom anderen Ufer aus, ganz rechts eins der noch immer vom Wasser zerstörten Zelte
Um 16 Uhr brennt die Sonne nicht mehr ganz so gnadenlos vom Himmel und Livingstone startet einen ersten Gamedrive. Schon auf dem Weg hierher hat er uns erklärt, dass er Dinge häufig anders angeht als seine Kollegen, und damit en passant um Vertrauen geworben. Noch wissen wir nicht genau, was er damit meint. Nun aber fragt er uns, was wir uns wünschen, was wir erwarten. Wir überlegen kurz. "Nothing is more boring than sleeping cats", antworte ich. Damit ist alles gesagt. Es dreht sich nicht alles um Katzen, und schon gar nicht um jeden Preis. Der Handlungsspielraum, der sich für ihn dadurch ergibt, gefällt ihm sichtlich.
Familie Kappengeier,...
...wie immer akkurat gekleidet mit richterlicher Perücke.
Wir bleiben in Buffalo Springs und fahren am Fluss entlang, der diesen Teil des Reservats von Samburu auf der gegenüberliegenden, nördlichen Seite trennt. Eine wunderschöne Landschaft mit roter Erde, gelbem Savannengras, Doumpalmen und vielen Tieren. Es ist herrlich! Begeistert stehe ich im schaukelnden Auto, gucke oben aus dem Dach und ich lasse mir die heiße Luft genüsslich um die Nase wehen.
Die Autos, denen wir an diesem Nachmittag begegnen, können wir an einer Hand abzählen. Die Flut und vor allem Corona haben Spuren hinterlassen, nur wenige Camps sind überhaupt geöffnet und wenige Touristen kommen. Gut für uns, in vielerlei Hinsicht schlecht für die Region, ich werde noch näher darauf eingehen.
Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt, die für Samburu typischen Tiere zu finden. Doch sie fallen uns vor die Füße. Livingstone freut sich besonders über die Vielzahl der gefährdeten Grevyzebras, die größer sind als ihre Artgenossen und mit ihrer Testbild-Optik wunderschön.
Eselsohr
Bläulich gefärbte, prächtige Somalistrauße,
... und bläulich-bizarre Geierperlhühner.
Ein echtes Highlight sind die Gerenuks, die sich sogar auf die Hinterbeine stellen, um an das weiter oben wachsende Grün heranzureichen. Die muskelbepackten Hinterbeine wollen so gar nicht zu dem kleinen Kopf passen, der auf einem langen, schlanken Giraffenhals sitzt.
Zur guten Nacht gibt's brüllende Hitze im Zelt, Löwengebrüll vom gegenüberliegenden Flussufer und gackernde Hyänen. Afrika, was bist du schön!
Wie freue ich mich über diese Ansicht, liebe Berti-Betti! Nothing is more boring than sleeping cats", antworte ich. Damit ist alles gesagt. Es dreht sich nicht alles um Katzen, und schon gar nicht um jeden Preis. Ganz unsere Meinung ! Danke, dass Du Dich drängeln lässt! Sklaventreiberin Friederike
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201621. Dez. 2021 · #30
Hallo Friederike,
CuF schrieb:Wie freue ich mich über diese Ansicht, liebe Berti-Betti! Ganz unsere Meinung!
🙂 Euch geht es da wahrscheinlich wie uns. Wir wehren uns natürlich nicht gegen Katzen, vor allem nicht, wenn sie aktiv sind. Aber die vielen Kleinigkeiten, die Afrika ausmachen, bleiben in unseren Augen auf der Strecke, wenn man sich zu sehr auf sie fokussiert. Wir haben schon mehrfach erlebt, dass Guides vollkommen überrascht und begeistert waren, wenn man sich auch für Vögel und "Kleinvieh" interessiert. Die Mischung macht's. Und die Art der Aktivitäten bzw. Interaktionen der Tiere, welcher auch immer.
CuF schrieb:Danke, dass Du Dich drängeln lässt! Sklaventreiberin Friederike
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201621. Dez. 2021 · #31
14. September: Über Stock und Stein in Buffalo Springs
Gegen Fünf klingelt der Wecker. Puh! Die Nacht war extrem heiß. Besonders, als gegen 22.30 Uhr der Strom ausgeschaltet und damit der Ventilator arbeitslos wurde. Zu allem Überfluss schwirrten zwei Moskitos um meinen Kopf herum, das nervtötende "Dzzzzzzzzzzz" am Ohr konnte ich noch nie vertragen. In meiner Not wusste ich mir nicht anders zu helfen, als vollständig im Backofen unter dem Bettlaken zu verschwinden. Ich war also noch nie so richtig gut, aber bestimmt schon mal viel besser drauf beim frühen Aufstehen.
Thomas erlegt im Schein des nunmehr wieder aktivierten elektrischen Lichts den einen Plagegeist, ich den anderen. Bei diesen beiden Vertretern ihrer Gattung bleibt es auch in den nächsten Tagen, doch weil ich das noch nicht weiß, trauere ich einem für meinen Geschmack fehlenden Moskitonetz über dem Bett missmutig hinterher.
Katzenwäsche, Klamotten an und raus aus dem Haus. Auf unserem Weg quer durch den Garten steigt das Stimmungsbarometer beträchtlich. Ein lauer Morgen, das erste Licht des Tages und die lang vermissten Geräusche der Natur zeigen Wirkung: Es kann losgehen!
Schnell noch ein Kaffee für Thomas und ein Tee für mich, dann klettern wir in den Wagen, wo Livingstone schon alles für den Tag vorbereitet hat.
Als erstes Auto fahren wir raus. So wird es während der gesamten Reise sein. Morgenstund hat Gold im Mund, Livingstone hat es wohl erfunden. Vor allem aber - das wird uns zusehends klar - will er die Dinge selbst entdecken. Nicht im Sog anderer sein. Er zieht mich mit und muss das auch, bin ich doch eher eine Eule. Anders als die Büffel, denen wir auf Anhieb begegnen - sehr zur Begeisterung unseres Guides.
Vor nicht allzu langer Zeit hat es eine Seuche gegeben im Park, die den Bestand ziemlich hat schrumpfen lassen. Nun scheint es wieder bergauf zu gehen.
Auch die Netzgiraffen sind früh dran - und bildhübsch mit ihrem gleichmäßigen Fellmuster und den kräftigen Farben.
Beim Fluss hat eine Löwin ihr Frühstück gerade beendet. Wir hatten sie schon am Vorabend entdeckt, was nicht allzu schwierig war, weil sich die wenigen Gäste des Reserves allesamt in ihrer Nähe eingefunden hatten und starrten. Wenn auch ohne befriedigendes Ergebnis: Sie hatte sich mit einem Riss ins Unterholz zurückgezogen und es lugte gerade einmal eine Pfote heraus.
Es riecht hier nicht gerade nach Rosen, sondern intensiv nach Gammelfleisch. Doch weil sie sich so schön herausputzt und wir mit ihr alleine sind, bleiben wir anders als am Vortag ein wenig stehen.
Trotz der Dürre sehen wir viele Antilopenkinder. Wahrscheinlich, weil sich der Zeitpunkt nähert, an dem es regnet - oder zumindest regnen sollte. Sie purzeln über Nacht heraus und stehen dann morgens mit staksigen Beinen und großen Augen unverhofft da.
Auch diese beiden sind noch so klein, dass sie bei drohender Gefahr nicht fliehen, sondern sich geduckt hinter Zweigen oder im Gras verstecken. So ganz geheuer sind wir ihnen nicht. Sie tauchen lieber ab - und bleiben allein, denn die erwachsenen Tieren ziehen davon, um die Aufmerksamkeit auf sich und von den Kleinen abzulenken.
Auf Gerenuks hatte ich mich besonders gefreut und sie enttäuschen mich nicht. Sie sind wahre Artisten, wie sie da balancierend auf den Hinterbeinen stehen und sogar gehen. Dazu die spitzen Gesichter und die riesigen Ohren - zum Knutschen.
Nun fahren wir weg vom Fluss und hügelaufwärts. Die Löwin reckt sich zufrieden und wird wohl bald zum Verdauungsschläfchen übergehen.
Livingstone kennt sich gut aus im Revier, war aber (wegen Corona) monatelang nicht hier. Wir rumpeln über Stock und Stein, nur schemenhaft sind Pfade erkennbar; manchmal auch gar nicht mehr.
Oryx, anders als in Namibia in Kenia eine Seltenheit
Wir fühlen uns wie auf einer Expedition, also ziemlich gut. Einige Wege sind so zugewachsen oder sogar kollabiert und in der Versenkung verschwunden, dass wir umdrehen und eine neue Fährte finden müssen. "The road disappeared", konstatiert Livingstone: "My goodness."
Same same but different
Unter einem schütteren Busch überschlagen sich die Ereignisse. Ein Habicht flattert aufgeregt umher, etwas Langes flitzt zur Seite, eine Schlange! Der Vogel aber greift sich nicht das Reptil, sondern einen Frankolin - und fliegt davon.
Zurück bleiben verdatterte Touristen und eine sichtlich bis ins Mark erschütterte Schlange. Sie hockt jedenfalls noch minutenlang reglos in einem Loch und streckt gerade einmal den Kopf heraus. Ich brauche ewig, bis ich sie trotz geduldiger Beschreibungen von Livingstone und Thomas entdecke. Ihre Tarnung ist perfekt.
Die Sonne steht schon hoch am Himmel. Doch es ist noch früh und wir rumpeln weiter bergauf.
Schließlich frühstücken wir auf einem Plateau. Gefühlt auf einem anderen Planeten. Was für ein Ort! Weit und breit kein Mensch, nur Vögel und Elefanten, die in unserem Rücken auf leisen Sohlen zum Fluss hinunterlaufen. Ich hätte sie fast nicht bemerkt. Der weite Blick, es ist ein Traum. Und die Weihnachtskugeln hat auch schon jemand aufgehängt...
casimodo4'528 Beiträge · seit 200722. Dez. 2021 · #32
Hey Beatnicks !
Jetzt will ich mich auf jeden Fall in die Reihe der Dankesager einreihen ! DIe Erwartungen sind bei Euren Berichten ja besonders hoch. Wortgewandtheit gepaart mit Bebilderung der Spitzenklasse! Aber sie werden stets erfüllt !
Ich freue mich auf die Fortsetzung und viellllllleieeeicht kommen wir im nächsten Jahr auch mal nach Kenia. 😗 Aber wenn nur spontan!
Sadie1'835 Beiträge · seit 201522. Dez. 2021 · #33
Hallo liebe Berti und Thomas, Sooooo schön dass es wieder mal einen Reisebericht von euch gibt, wie immer Spitzenklasse in Wort und Bild. Echte Profis, Oh my goodness and oh my goooooood! Als ihr in Nairobi am 13.September angekommen seit, waren wir auf der berüchtigten Nairobi- Mombasa Road auf dem Weg vom Tsavo West zum Tsavo East. Wir freuten uns auch sehr ob den neuen Arten und ich hatte es mir schwieriger vorgestellt diese zu entdecken. Denkste. Gerenukis in allen Ecken! Und die schön/hässlichen Hühner auch. Leider habe ich sehr wenig Zeit um meinen RB auf Deutsch zu übersetzen da wir ein paar Meilen nach Norden umgezogen sind. Mensch gibt das Arbeit! Hast du den Link zu meinem RB gesehen? Ich habe auch sehr zwei-spältige (?) Gefühle über die Mara… Liebste Grüsse mit vielem Dank nach Hamburg von dem sehr warmen Florida von Katrin
Dandelion547 Beiträge · seit 201722. Dez. 2021 · #34
Guten Morgen Ihr Lieben,
ich habe euren Bericht erst heute entdeckt und bin noch schnell aufgesprungen 😉
Das geht ja richtig gut los bei euch, da bleibe ich gerne dabei und genieße die gewohnt tollen Fotos und den typisch-witzigen Berti-Betti Schreibstil 🙂
Bei der Black Mamba musste ich auch erstmal meine Brille rauskramen und genau hinschauen 😗
Liebe Grüße Kordula
fotomatte2'512 Beiträge · seit 200922. Dez. 2021 · #35
Hallo Betti,
ich freue mich natürlich auch über einen Bericht von euch.
Das Foto "same,same, but different" ist der Oberknaller.
Aber beim nächsten pic und der Beschreibung dazu habe ich doch einige Zweifel. Weder zeigt das Bild eine Black Mamba, und selbst wenn es eine wäre, so hätte sie natürlich als Wirbeltier auch Mark (nur eben keine Beine). Für mich sieht das nach einer Peitschenschlange aus, welche Spezies es dort gibt, weiss ich nicht. Ist man ja gewohnt, alles, was sich schnell bewegt und keine Füsse hat, ist eine Black Mamba. Habe ich auch schon öfters erlebt. Echte Mambas dagegen habe ich erst vier Mal gesehen, drei davon als Strassenopfer, eine wurde aus einem Baum auf einer Farm heraus geschossen. Jedenfalls sahen die Tiere deutlich anders aus (Kopfform sargähnlich, die Farbe dunkelgrau-oliv, aber nicht weiss und auf jeden Fall ohne diesen hier deutlich sichtbaren Überaugstreif ).
Errinnerungen an Samburu werden wieder wach durch Deine Bilder......man konnte zu Fuss den breiten Fluss queren....
maximale Tiefe vielleicht 20 cm mit Sandinseln....crocs schon von weeeeeitem sichtbar..... 😄 😄 😄
Die Schlange ist keine Mamba (da liegt Matthias
richtig)........sind Peitschenschlangen nicht eher down under?
wäre eine Boomslang möglich ????
LG................................BMW
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201622. Dez. 2021 · #37
Hallo ihr lieben Spinnen- und Schlangenbeschwörer,
casimodo schrieb:Jetzt will ich mich auf jeden Fall in die Reihe der Dankesager einreihen!
Für euch ist natürlich immer ein (Ehren-)Plätzchen frei - vorausgesetzt, ihr habt nicht euren neuen achtbeinigen Untermieter (Brrrrrr...) im Schlepptau. 😵 😉
casimodo schrieb:und viellllllleieeeicht kommen wir im nächsten Jahr auch mal nach Kenia. Aber wenn nur spontan!
Yo, wir machen auch nur noch spontan...
Sadie schrieb:Echte Profis, Oh my goodness and oh my goooooood!
😄 😄 😉
Sadie schrieb:Hast du den Link zu meinem RB gesehen? Ich habe auch sehr zwei-spältige (?) Gefühle über die Mara…
Yep, habe ich gelesen (Thanx!) und auch mit sehr großem Interesse registriert, wie ihr die Situation in der Mara wahrgenommen habt.
Sadie schrieb:von dem sehr warmen Florida
Seufz...
Dandelion schrieb:ich habe euren Bericht erst heute entdeckt und bin noch schnell aufgesprungen
Sehr gut! 🙂 Welcome on board!
Dandelion schrieb:und den typisch-witzigen Berti-Betti Schreibstil
Da muss eine Verwechslung vorliegen...
@Matthias: Ich hab der Schlange im Text mal schnell Knochen wachsen lassen, merci 🙂
@Matthias und BMW: Keine Ahnung, was das für eine Schlange ist, ich bin vor allem bei Reptilien (und Insekten, aber da schau ich eh - außer bei Casimodo - nicht so ganz genau hin) voll und ganz auf die Auskunft der Guides angewiesen.
Im Netz findet sich u.a. dieser Vertreter einer Black Mamba:
Allerdings haben wir mal eine Black Mamba in Botswana gesehen am Khwai, und die war dunkler und auch viel größer.
Boomslang könnte sein, vielleicht die hier?
Vielleicht sollten wir uns auf Schlange einigen. 😄 So mache ich es jetzt mal im Text.
1000 Dank für euer Interesse und liebe Grüße, Betti
Enilorac65768 Beiträge · seit 201722. Dez. 2021 · #38
Hallo Bettina, auf keinen Fall möchte ich deinen Bericht verpassen. Ich bin nun schnell hinterhergereist und freue mich über die tollen Fotos! Bei dieser Gelegenheit wünsche ich schon mal allen ein schönes Weihnachtsfest! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201622. Dez. 2021 · #39
Enilorac65 schrieb:Hallo Bettina, auf keinen Fall möchte ich deinen Bericht verpassen. Ich bin nun schnell hinterhergereist und freue mich über die tollen Fotos! Bei dieser Gelegenheit wünsche ich schon mal allen ein schönes Weihnachtsfest!
Hi Caroline, schön, dass du dabei bist! Dir auch ein schönes Fest! 🙂
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201622. Dez. 2021 · #40
Immer noch 14. September: Ein Suppenkasper in Samburu
Nach dem Frühstück verlassen wir den herrlichen Aussichtspunkt. Rollen hügelabwärts, alles retour. Die Luft flirrt vor Hitze.
Was einige Netzgiraffen nicht davon abhält, sich unentwegt zu zanken. Wahrscheinlich ist es nur Training. Jungs, die sich beweisen müssen. Man kennt das. Doch wenn die Hörner aufeinandertreffen, oder - fast noch schlimmer - ein Luftloch schlagen, stockt mir der Atem.
Es sieht gefährlich aus, wie die langen Hälse mit viel Schwung ins Leere pendeln. Immer im Kreis. Als könnten sie abbrechen.
In einem weiten Bogen landen wir wieder am Fluss. Ein ausgesprochener Lieblingsplatz. Hier ist immer was los.
Die Krokodile verziehen sich ins Wasser. Die heiße Luft steht, am liebsten möchte ich hinterher. Obwohl - vielleicht lieber doch nicht...
Mittags sind wir zurück im Camp. Machen uns frisch, gehen zum Lunch. Und geraten in eine blöde Zwickmühle. Das Personal ist herzlich, will uns jeden Wunsch von den Augen ablesen. Allein, das Essen schmeckt uns nicht besonders, und ist dazu noch viel zu viel.
Ich habe fast genau so viel Mühe, mir auch nur die Hälfte der Portionen einzuverleiben, wie damit, die andere Hälfte zurückgehen zu lassen. Es fühlt sich alles falsch an, denn der Teller ist dann noch immer voll, und der Blick unseres hingebungsvollen Kellners aufrichtig betrübt. Er ist ein harter Brocken. Zwei Tage lang wird hart verhandelt ("You must eat!" "No, I can't, it's just too much!"), und auch von Livingstone ist kein Verständnis zu erwarten. Ist er doch der festen Überzeugung, die Reise wäre nur dann ein nennenswerter Erfolg, wenn wir beide mindestens zwei Kilo zulegen. "Oh my goodness", denke ich, von all der Zuwendung ganz erschlagen.
Nach und nach werden die Portionen kleiner. Gibt es ein Einsehen. Und schließlich den Durchbruch. Die Frage nach einem speziellen Wunsch (weil wir einige Tage länger da sind als der Normalbesucher, beginnen sich die Speisen auf der täglichen Karte langsam zu wiederholen) beantworten wir mit der Bitte nach landestypischem Essen. Erstaunen. Und Begeisterung. Erst recht, als ich meinen Teller am nächsten Abend ratzeputz leerfege. Maisbrei und Spinat statt Burger und Pommes treiben mir den Suppenkasper aus.
Davon abgesehen liebe ich die Mittagspausen im Camp. Es ist ruhig und friedlich unter den hohen, schattigen Bäumen und die Vögel leisten uns Gesellschaft.
Um 16 Uhr geht's weiter, wieder am Fluss entlang, diesmal in die andere Richtung. Mehr Weite und weniger Bäume, aber wieder eine tolle Landschaft.
White-throated bee-eater, für uns etwas Neues
In diese Richtung liegt das Elephant Bedroom Camp jenseits des Flusses. Es kommt ohne Zaun aus und wirkt hochattraktiv. Es ist ganz sicher die bessere Variante im Vergleich zum Ashnil Camp, allerdings auch die kostspieligere.
Die weiten Ebenen sind zerklüftet, alte Wege zerstört und Monate zuvor in den Fluten versunken. Livingstone findet immer eine Möglichkeit, beweist viel Geduld und Geschick, und führt uns in ein Sumpfgebiet.
Eine kleine, grüne Oase inmitten der Hitze und Trockenheit, wir sind perplex, dass es hier so etwas gibt.
Blinder Passagier
Gerenuks...
...und Grevys verabschieden uns in die Nacht. Erst die zweite an diesem schönen Fleckchen Erde. Wir haben noch viel Zeit, und das fühlt sich richtig gut an.