BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201620. März 2022 · #201
Hallo ihr Lieben,
Sadie schrieb:Danke dir für die Freude die du verbreitest in dieser strengen und emotionalen Zeit.
Danke dir, Katrin, die Seele ist ein wenig schwer derzeit, das geht mir auch so...
tina76 schrieb:Die kleinen Servale mit den tiefblauen Augen sind meine absoluten Lieblinge bei Deinen Sichtungen.
Gute Wahl, Tina 🙂. Die Servale waren sicherlich in der Nachbetrachtung (unter vielen Höhepunkten) das zentrale Erlebnis dieser Safari.
rik m. schrieb:Wie faszinierend muss erst das Erlebnis selbst gewesen sein!
Ja, s.o., wir haben viel Zeit bei den Kleinen verbracht, nicht zuletzt, weil uns klar war, dass man so eine Sichtung absolut nicht planen kann. (Wie letztlich natürlich keine; aber manche Wünsche sind eben doch deutlich leichter zu erfüllen, wenn man bestimmte Gegebenheiten berücksichtigt). Aber die Wahrscheinlichkeit auf Serval-Sichtungen ist in der Mara generell schon sehr hoch. Die Serengeti ist ebenfalls ein guter Platz dafür.
Ich wünsche euch einen schönen, sonnigen Sonntag. Morgen geht es dann hier weiter.
Auch bin in diese kleinen Servale verliebt. Sie sind zu süss. Schön, dass ihr sie so lange beobachten durftet! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201621. März 2022 · #203
25. September, Teil II: Ein Löwenbaby verschwindet
Als sich die zankenden Zebras zusehends entfernen, fahren wir weiter. Mittlerweile steht die Sonne hoch am Himmel und sorgt erneut für einen warmen Tag.
Viele Tiere tun das, was sie eben in der Hitze zu tun pflegen: Sie suchen sich ein schattiges Plätzchen und schlafen sich die Sorgen weg. Wie diese beiden faulenzenden Löwinnen, für die ich meinen Wunsch-Joker vom Vortag ("More lions") glücklicherweise nicht ziehen muss. Darüber sind wir uns schnell einig. Ein bisschen mehr Action sollte es schon sein.
Es wird eine bittere Lektion: Mit seinen Wünschen sollte man vorsichtig sein. Denn an diesem Vormittag bekommen wir noch viel mehr Action als uns lieb ist...
Weil Livingstone gerade wieder ohne Funk fährt, ist es purer Zufall, dass wir in der Ebene unter uns eine Blechansammlung erspähen, wie wir sie bei diesem Aufenthalt (zum Glück) noch gar nicht hatten. Das muss etwas sehr Spektakuläres sein. Vielleicht die Geparden-Brüder, oder - so tippt Livingstone - eben Löwen.
Was nun? Nichts wie weg, lautet der erste Impuls. Aber was wird da Tolles sein? Fragt die Neugier. Auch das Fernglas bringt kein Licht ins Dunkel, als wir hügelabwärts rollen. Zu viele Autos umkurven - naja was auch immer.
Schließlich entdecken wir in der Ferne eine Löwin - mitsamt ihrer beiden Babys, die hinter ihr herpurzeln. Der Adrenalinpegel steigt schlagartig, doch es bleiben Zweifel. Wollen wir wirklich den großen Bogen fahren, der nötig wäre, um auf die andere Seite des Grabens zu kommen, der uns von den Löwen und dem ganzen Getümmel trennt? Uns da reinstürzen? Den Tieren zusätzlichen Druck machen?
Die Antwort lautet Nein, und Livingstone hat die zündende Idee: Wir lassen das Schicksal entscheiden. Auf unserer Seite der Senke ganz allein, bringt er uns in eine möglicherweise aussichtsreiche Position. Wechselt die Löwin die Seite, sind wir bereit, ohne sie weiter behelligen zu müssen. Bleibt sie drüben, haben wir Pech; aber auch die Massen gemieden. Also Motor aus und abwarten.
Viel können wir nicht von dem erkennen, was sich jenseits des Grabens abspielt. Nur wildes Rangieren und viel Staub. Und dann passiert tatsächlich das Wunder. Läuft die Löwin auf den Erdspalt zu, taucht darin ab - und schließlich auf unserer Seite wieder auf.
Wir sind im Himmel. Keine Chance für die Karawane, zeitnah auf unsere Seite zu wechseln, und für einen Moment ist es so still und idyllisch, wie es wohl auch sein sollte.
Wir lassen die Katzen auf uns zulaufen.
Als die Mutter eins der Kleinen noch im Maul trägt, ist unser Glück perfekt.
Es könnte der ideale Abschluss eines grandiosen Vormittags sein und auch dieses Kapitels. Doch der Faktor Mensch funkt dazwischen, wie leider so oft.
Ein Massai, ohnehin offroad unterwegs, hat sich nun offenbar in den Kopf gesetzt, das Unmögliche möglich zu machen und versucht, durch eine scheinbar nicht ganz so steile Passage des Grabens zu uns zu gelangen. Das kann sichtbar nichts werden, und so kommt es, wie es kommen muss. Er bleibt stecken. Aussteigen in Gegenwart der Löwin können er und seine Gäste nicht. Und so rangiert er links hinter uns, dass der Motor dröhnt und die Steinchen fliegen.
Der Lärm ist penetrant und unerträglich. Finden nicht nur wir, sondern findet offenbar auch das Löwenbaby, das nicht getragen wird und die Nachhut bildet. Als es in unserem Rücken in die Nähe des röhrenden Ungetüms kommt, nimmt es Reißaus, flitzt an uns vorbei über die Ebene und dann hinunter in den Graben, wo die Familie zuvor herausgeklettert war.
Einmal sehen wir es noch weit entfernt auf der anderen Seite, dann rennt es wieder hinab, kommt aber nicht wieder rauf. Wo ist es hin? Wir sind erschrocken.
Vielleicht, so denke ich mir, rennt es durch den Graben und dann zur Mutter. Die hat von all dem nichts mitbekommen und ihre erste Fracht in einem Gebüsch weit hinter uns abgeladen. Livingstone teilt diese Hoffnung, die sich jedoch zerschlägt: Nach zehn Minuten bangen Wartens taucht die Mutter auf. Allein.
Sie sucht das Gelände ab und ruft, allerdings ohne Erfolg; wohl auch, weil der Guide noch immer feststeckt und weiter ein Heidengetöse veranstaltet.
Ich bin am Boden zerstört. Zumal der Graben etwas Wasser führt und die Mutter unverrichteter Dinge zum anderen Baby zurückkehrt. Beide bleiben verborgen im Busch. Ist das schon das traurige Ende dieses Dramas? Ich mag kaum daran denken, und tue es doch.
Livingstone klärt mich auf, versucht zu trösten. In 80 Prozent der Fälle fänden die Tiere ihren verlorenen Nachwuchs wieder. Doch er wirkt mitgenommen und ist es wohl auch. Und so beobachte ich weiter mit bangen Blicken den Graben, ob das Wunder nicht doch noch passiert. Das Kätzchen nicht plötzlich wieder auftaucht.
Die Ranger rücken an. Machen dem steckengebliebenen Guide Beine. Lesen ihm erst die Leviten und schubsen ihn dann mit der Stoßstange raus aus dem Schlamassel. Er macht sich aus dem Staub. Sprichwörtlich. Nur zwei Autos sind geblieben, eins davon sind wir, ich kann jetzt nicht weg. Muss wissen, ob das gut ausgeht.
Ein Ranger klettert in den Graben - die anderen halten Wache - und taucht wieder auf. Mit leeren Händen. Mein Herz hatte vor Hoffnung höher geschlagen und rutscht nun wieder in die Hose. Mit einem lauten Plumps, der mich erschüttert. So ein Elend. 🙁
Alles verbuscht und dornig, erfahren wir später, als die Ranger zu uns stoßen. Sie werden die Situation weiter im Blick behalten. Lassen der Natur erst einmal ihren Lauf, bevor sie nach einiger Zeit eine intensivere Rettungsaktion starten. Auch in der Mara ist ein Löwe ein kostbares Gut.
Wir fahren zurück zum Camp. Bedrückt und traurig. Mittag ist längst vorbei, doch wir bekommen noch was. Und ich kaum etwas runter.
Die Erlösung folgt am Nachmittag. John, Guide und Mitinhaber des Malaika Camps, ist der Überbringer der Freudenbotschaft. Er hatte Kontakt mit den Rangern. Die Mutter hat das Baby gefunden, die Familie ist wieder vereint. Ich falle ihm fast um den Hals. Und könnte heulen vor Glück.
Der Nachmittagsdrive geht fast an mir vorbei, ich bleibe in Gedanken. Denke an das Glück, den kostbaren, stillen Moment mit den Löwen. Und an das Chaos, die Wut und Angst danach.
Neuankömmling bei den Topis
Zum Abschluss noch zwei Leoparden im selben Baum. Das Licht ist schon schlecht, der Himmel bewölkt, und so setzen wir auf den nächsten Tag; unseren letzten vollen in der Maasai Mara, die einmal mehr ihre beiden Gesichter so extrem gezeigt hat: das schöne wie auch das hässliche.
Ein Massai, ohnehin offroad unterwegs, hat sich nun offenbar in den Kopf gesetzt, das Unmögliche möglich zu machen und versucht, durch eine scheinbar nicht ganz so steile Passage des Grabens zu uns zu gelangen. Das kann sichtbar nichts werden, und so kommt es, wie es kommen muss. Er bleibt stecken. Aussteigen in Gegenwart der Löwin können er und seine Gäste nicht. Und so rangiert er links hinter uns, dass der Motor dröhnt und die Steinchen fliegen.
Liebe Berti-Betti, schon beim Lesen wurde ich wütend! Übrigens habe ich auch schon hier im Forum in Berichten Sätze wie „Wir sind offroad und müssen schnell weg, weil die Ranger kommen. Die Guides warnen sich untereinander.“ gelesen. Da gehen mir mehrere Messer in den Taschen auf! Schöne Grüße Friederike
Das war ja eine richtige Achterbahn der Gefühle! Wie kann auch so rücksichtslos sein und was ist das für ein Guide? Das macht mich sprachlos…
2016: Südafrika mit Gardenroute
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2022: Namibia
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2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201621. März 2022 · #208
Hallo Bettina,
was für süße Löwen-Babys. Und schön, dass die Familie wieder vereint ist.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Sadie1'835 Beiträge · seit 201521. März 2022 · #209
Ach wie blöde sind die Menschen…da ging es dem Masai sicher um ein höheres Trinkgeld. Ich dachte schon da gibt es kein happy ending und siehe da, es gab es doch! Wie alle hier habe ich auch mit dir durchgeglitten! Eurer Livingstone ist ein solider Typ und war sicher Gold wert in vielen Situationen, wie hier auch. Danke fürs Zeigen und ich bin seelenfroh dass die Löwenfamilie wieder vereint ist. Liebe Grüsse von Katrin P.S. Im Moremi passierte uns mal fast das Gegenteil. Löwenmütter und Kinder haben ein schlafendes Kleines verlassen und es schlief mutterseelenallein in einem Graben weiter. Da machten wir ein wenig Lärm mit unserm Motor um es zu wecken da die Mütter noch sichtbar waren. Das Löwenbaby erwachte vom Motor Lärm und miaute, und glücklicherweise hat es seine Mutter gehört. Die beiden rannten aufeinander zu und es gab zu unserer Freude doch noch ein happy ending.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201624. März 2022 · #210
Guten Abend ihr Lieben,
BMW schrieb:.......dem ist gar nichts hinzuzufügen...........habe mit Deinen Emotionen mitgelitten......
Dem auch nicht. 🙂 Außer: Vielen Dank!
CuF schrieb:Übrigens habe ich auch schon hier im Forum in Berichten Sätze wie „Wir sind offroad und müssen schnell weg, weil die Ranger kommen. Die Guides warnen sich untereinander.“ gelesen. Da gehen mir mehrere Messer in den Taschen auf!
Mir auch.
franzicke schrieb:Da ist mir jetzt aber auch ein Felsbrocken vom Herz geplumpst.
Du meinst vom Löwenherz geplumpst... 😘
franzicke schrieb:Und danke, dass du daraus keinen Cliffhanger gemacht hast.
Oha, schon der Gedanke...
Enilorac65 schrieb:Das war ja eine richtige Achterbahn der Gefühle!
Du sagst es. Und nicht von Ungefähr lautet der Titel meines ersten Reiseberichts aus der Mara genau so.
Enilorac65 schrieb:Wie kann auch so rücksichtslos sein und was ist das für ein Guide? Das macht mich sprachlos…
Diese Guides, die wohl eigentlich keine sind, sind leider keine Einzelfälle. Jeder darf sich Guide nennen. Führerschein und los geht's. Mangelnde Qualifikation ist sicher ein großer Teil des Problems.
Gabi-Muc schrieb:was für süße Löwen-Babys. Und schön, dass die Familie wieder vereint ist.
Zweimal Zustimmung, Gabi. 🙂
Sadie schrieb:Ach wie blöde sind die Menschen…da ging es dem Masai sicher um ein höheres Trinkgeld.
Gut möglich. Vielleicht hat ihm seine Kundschaft sogar Druck gemacht. Alles denkbar.
Sadie schrieb:Eurer Livingstone ist ein solider Typ und war sicher Gold wert in vielen Situationen, wie hier auch.
Absolut. Vor allem hat er jederzeit den Überblick und zieht auch die Bremse, selbst wenn uns mal die Pferde durchgehen. Undenkbar, dass er sich von seinen Kunden zu etwas drängen lassen würde. Das musst du als Guide erstmal aushalten. Es gibt bestimmt einige Gäste, die zwingend werden oder vielleicht auch einfach zuviel erwarten. Dann kann es für den Guide sicher schwierig werden. Es geht einfach nichts über einen Profi, auch im Sinne der Tiere.
Da ich tatsächlich ein arbeitsfreies Wochenende vor mir habe (:) 🙂 B)), brechen wir morgen Mittag in Richtung weiter nordwärts auf. Es geht daher erst am Dienstag oder Mittwoch weiter. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Die Maasai Geschichte zeigt leider wie es auf der Mara Ostseite ist. Maasai kamen zu Geld, kaufen Landcruiser oder Landrover und geben sich als Guides aus. Viele sind es nicht und haben vor allem keine Lizenzen. Sagen lassen sie sich schon gar nichts. Da die Ranger auch meist Maasai sind, passiert nicht viel ausser einem Rueffel. Tragisch wie sie ihre eigenen Resourcen zerstoeren.
Aber es liegt auch an Touristen, viele wissen nicht, was der Guide vor hat, haben keine Ahnung und vertrauem dem Guide. Erst wenn es dann gefaehrlich wird, meckern sie. Andere "zwingen" Fahrer auf Biegen und Brechen Tieren hinterher zu fahren. Fuer diejenigen, die nicht im Auto sitzen, ist es dann schwer zu urteilen, woher kommt das unprofessionelle Verhalten. Ein guter Guide wird seinen Gaesten erklaeren, warum man was NICHT macht.
Vielleicht werden sie es lernen der Natur Sorge zu tragen, bevor es zu spaet ist. Drum bin ich lieber im Mara Triangle, da sieht man das Ergebnis eines guten Managements.
Liebe Gruesse aus dem heissen Kenia Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
fiedlix548 Beiträge · seit 201626. März 2022 · #212
Ein Massai, ohnehin offroad unterwegs, hat sich nun offenbar in den Kopf gesetzt, das Unmögliche möglich zu machen und versucht, durch eine scheinbar nicht ganz so steile Passage des Grabens zu uns zu gelangen. Das kann sichtbar nichts werden, und so kommt es, wie es kommen muss. Er bleibt stecken. Aussteigen in Gegenwart der Löwin können er und seine Gäste nicht. Und so rangiert er links hinter uns, dass der Motor dröhnt und die Steinchen fliegen.
Puuuh, selbst als nicht Dabeigewesene fahren da die Emotionen Achterbahn. Dieserart Situationen machen mich extrem wütend. Hier kommt dann noch die Hilflosigkeit obendrauf, die Angst um das kleine Löwchen und das Mitgefühl mit der Löwenmama. Das hat glücklicherweise ein gutes Ende gefunden, aber die Gedanken dazu bleiben bestehen.
Schönes Wochenende Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201601. Apr. 2022 · #213
Jambo ihr Lieben,
Bushtruckers schrieb:Da die Ranger auch meist Maasai sind, passiert nicht viel ausser einem Rueffel. Tragisch wie sie ihre eigenen Resourcen zerstoeren. Aber es liegt auch an Touristen, viele wissen nicht, was der Guide vor hat, haben keine Ahnung und vertrauem dem Guide. Erst wenn es dann gefaehrlich wird, meckern sie. Andere "zwingen" Fahrer auf Biegen und Brechen Tieren hinterher zu fahren. Ein guter Guide wird seinen Gaesten erklaeren, warum man was NICHT macht. Vielleicht werden sie es lernen der Natur Sorge zu tragen, bevor es zu spaet ist. Drum bin ich lieber im Mara Triangle, da sieht man das Ergebnis eines guten Managements.
Vielen Dank für deine Erläuterungen, die all dem entsprechen, was wir selbst auch beobachtet bzw. erfahren haben. Ich werde das im Fazit noch einmal aufgreifen, denn ich persönlich finde wichtig, dass die Zusammenhänge erkannt werden; nicht zuletzt von potenziellen neuen Gästen, um sich a) darauf einstellen zu können, b) es im Rahmen der Möglichkeiten vielleicht besser zu machen und c) trotz grandioser Tiererlebnisse und rosaroter Brille auch um die fraglos vorhandenen Probleme zu wissen. P.S.: Wir haben während unserer Januar-Reise Amboseli/Taita/Tsavos ein bulgarisches Birder-Fotografen-Paar kennengelernt, das mit deinem Unternehmen unterwegs war und sie waren sehr happy. Wir haben noch lose Kontakt. 🙂
fiedlix schrieb:Das hat glücklicherweise ein gutes Ende gefunden, aber die Gedanken dazu bleiben bestehen.
Das stimmt leider. Und natürlich hätte es leicht auch anders ausgehen können. Ich mag mir das gar nicht ausmalen...
Spätestens Sonntag geht es hier weiter und dann auch heiter (oops, das reimt sich unabsichtlich...), also ohne weiteres Drama.
Blende18.21'166 Beiträge · seit 201701. Apr. 2022 · #214
Freud und Leid... die Bilder der kleinen Servale sind ersteres in Reinform. Soooooooooo SCHÖN!!! 🤩
Die Geschichte mit den Löwen ist das, was uns immer etwas abschreckt. So ganz verstanden habe ich die Massai Mara noch nicht. Liegt das Malaika Camp eher in dem sehr zugänglichen, sehr viel mehr befahrernen Nord-Teil?
Insgesamt hatte ich eher den Eindruck, dass ihr in ruhigeren Gefilden dort unterwegs seid.
Auch die Unterscheidung zum Triangle und welche Unterkünfte dort liegen, erschließt sich mir noch nicht.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201502. Apr. 2022 · #215
Darf ich, Betti? @Robin, da wir im September zum ersten Mal in der Mara waren, kenne ich mich dort ein klein wenig besser aus. Zum Mara Triangle: das Gebiet westlich der Mara, wird von der Mara Conservancy überwacht/geleitet und das ganz toll. Nichts zu meckern dort. Unterkünfte gibt es nur zwei inside the Mara Triangle: Little Governor’s Camp(sehr teuer) Mara Serena Lodge( erschwinglich) und über den Crossing Points gelegen. Dann gibt es im Triangle die einzigen Möglichkeiten der ganzen Mara für Selbstfahrer zu campen. Es gibt drei Public Campsites, braucht man nicht zu buchen! $30 pppn. Toiletten d.h. Ein Loch! Gibt es in Oloololo und in Iseiya. Auf Eluai musst du selber ein Loch graben! Kalte Duschen nur in Oloololo. Dann gibt es 5 Private Campsites, alle am Fluss Mara gelegen wie du auf der Karte siehst. Die Kosten mehr und es gibt auch eine booking fee und obligatorisch musst du 2 Askari (Wächter) anstellen und das kostest $40 pro Nacht, aber, diese Plätze sind exklusiv nur für dich. Leider nicht ausprobiert, aber meine Kanadische Freundin schwärmt davon. Siehe mal in meinem RB Link unter Kenya. Wir haben den Dirisha Camping Platz zum lunch besucht und der war schon toll.
Das Mara National Reserve, or kurz, Reserve, ist östlich des Mara Flusses und dort gibt es haufenweise camps, aber du darfst dort nicht (mehr) ein Zelt aufschlagen. Wir haben im Aruba Mara Camp übernachtet das nur 5 min. Vom Talek Gate Weg ist, gerade außerhalb des Reserves. Wenn man inside the Reserve schläft, kostet der Eintritt $70 und wenn man außerhalb schläft dann $80 wenn ich mich richtig erinnere. X marks the spot, etwa dort ist das Malaika Camp. Wenn du nich spezielle Fragen hast, kannst du gerne fragen. Liebe Grüsse and back to you, Betti!
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201602. Apr. 2022 · #216
Good morning,
Blende18.2 schrieb:Die Geschichte mit den Löwen ist das, was uns immer etwas abschreckt. So ganz verstanden habe ich die Massai Mara noch nicht.
Verstehe. 😉 Letztlich ist es im Grundsatz ein steter Wechsel zwischen grandiosen Naturerlebnissen, aber auch immer wieder Menschen, die genau das durch mangelnde Rücksichtnahme und manchmal auch schiere Masse zerstören. Leider sind die Maasai selbst alles andere als unschuldig daran, ebenso natürlich die Touristen, s. Eintrag von Elvira weiter oben auf der Seite.
Blende18.2 schrieb:Liegt das Malaika Camp eher in dem sehr zugänglichen, sehr viel mehr befahrernen Nord-Teil?
Das Camp liegt "Mitte Mitte", s. Eintrag von Sadie und auch Seite 19 im RB. Dort im Westen sind zum Beispiel keine Minibusse unterwegs, auch bei den Löwen nicht, und dennoch waren so viele Autos dort. Es sind einfach deshalb sehr viele, weil sie sich bei besonderen Sichtungen regelrecht aus allen Richtungen zusammenziehen, und das vor allem durch Funkkontakt in Windeseile.
Blende18.2 schrieb:Insgesamt hatte ich eher den Eindruck, dass ihr in ruhigeren Gefilden dort unterwegs seid.
Das stimmt auch. Eben vor allem in der Gegend, wo Minibusse (geländebedingt) nicht hinkommen. Auch ist es eine Frage des Timings. Guides, die sich auf ihre eigenen Skills verlassen oder nach Tipps von Kollegen unterwegs sind (abends wird sich meist ausgetauscht), werden versuchen, die Tiere an den genannten Orten oder in ihren Revieren dann zu finden, wenn noch nicht viele andere (oder am späten Nachmittag nicht mehr) unterwegs sind. Eine gute Lage des Camps ist deshalb nicht unwichtig. Beispiel ist die Leopardin mit ihrem Sohn, die wir an einem frühen Morgen eine Stunde lang ganz für uns hatten. Eine Idylle, die aber schon eine weitere Stunde später zerstört war, weil scharenweise andere Autos angerückt waren. Hätten wir die Löwenmutter mit ihren Babys früh morgens entdeckt, wäre es sicher ein anderes Erlebnis geworden. Die Frage des Timings ändert aber natürlich nichts am grundsätzlichen Problem, man umschifft es dann eben nur. Außerdem sorgt es leider häufiger auch zu einer weiteren Regelverletzung: dass nämlich bei etwas längeren Anreisen von außerhalb die Öffnungszeiten des (nicht eingezäunten) Reservats ignoriert werden.
Guides wie Livingstone wissen natürlich ganz genau, wie die Dinge laufen und versuchen also, bestimmte Sichtungen in die Randzeiten zu verlegen und einen danach möglichst gut aus dem Schlamassel herauszuhalten. Das ist ihm fast immer hervorragend gelungen. Bei den Crossing ist das natürlich schwierig, denn da ist kein "Timing" möglich. Ansonsten kann man durchaus stundenlang durch die Mara fahren, ohne kaum einmal Menschen zu begegnen, aber fast immer vielen Tieren (wie zum Beispiel den Gnus, die zum Sand River zogen, das war reiner Zufall). Funk aus und los. 🙂
Blende18.2 schrieb:Auch die Unterscheidung zum Triangle und welche Unterkünfte dort liegen, erschließt sich mir noch nicht.
Das hat Kathrin ja schon ganz toll beantwortet, vielen Dank dafür! Und Elvira schrieb weiter oben: Drum bin ich lieber im Mara Triangle, da sieht man das Ergebnis eines guten Managements.
Wir waren nur einmal (bei unserer ersten Reise in die Mara) im Triangle, und es ist wirklich anders. Auch wir überlegen, irgendwann noch einmal dorthin zu reisen. Es ist anders gewartet, die Wege sind viel besser in Schuss und vor allem auch als solche erkennbar. Es geht nicht kreuz und quer. Offroad-Fahren ist weitgehend verboten (s. Korrektur unten) und wird im Unterschied zur Narok-Seite auch konsequent geahndet. Wir haben ein Crossing dort erlebt, da wurde den Fahrern die Hölle heiß gemacht, weil sie zu nah an der Stelle standen, wo die Tiere hochkommen würden. Öffnungszeiten sind verbindlich. Die Ranger stehen oben auf dem Hügel und beobachten alles ganz genau. Mogeln ausgeschlossen.
Wichtige Ergänzung von Elvira (vielen Dank!): Es gibt Gebiete, wo man bei Katzensichtungen vom Weg weg darf. Nicht um sie zu suchen! sondern nur, um sie zu sehen. Minimalabstand 15 oder 20 m und Autoanzahl ist auf ein paar limitiert und somit auch die Zeit, die man da verweilen darf.
Sadie schrieb:Darf ich, Betti?
Unbedingt! 🙂 Zumal ich das nicht ansatzweise so gut hätte beantworten können und nun auch selbst für uns notiert habe. 😘
Liebe Grüße, gleich geht es hier im RB weiter, Betti
Betti schrieb: Offroad-Fahren ist verboten und wird im Unterschied zur Narok-Seite auch konsequent geahndet. Stimmt nur teilweise. Es gibt Gebiete, wo man bei Katzensichtungen vom Weg weg darf. Nicht um sie zu suchen! sondern nur, um sie zu sehen. Minimalabstand 15 oder 20 m und Autoanzahl ist auf ein paar limitiert und somit auch die Zeit, die man da verweilen darf.
Ich bin nicht generell gegen die Narok Mara, da man da echt gut Katzen finden kann und auch die Crossingstellen interessant sind. Aber man muss mit Stress durch undisziplinierte Fahrer (die darf man nie Guides nennen!) rechnen. Es gibt abscheuliche Bilder..... doch ein bisschen muss man auch die Touristen an der Nase nehmen. Sie wollen im Nu alles sehen, sie wollen mit dem Handy ein bildfuellendes Portrait etc. Viele wissen einfach nicht, was es heisst, der Natur und seinen Bewohnern Sorge zu tragen. Einige Fotografen kennen auch nichts, das Bild zaehlt, aber nicht was vernuenftig und sicher ist. Sie denjenigen, der im offenen Auto liegend vorne die Leopardenmutter fotografierte, waehrend das Junge mit seinen Fuessen spielt, was ihm offensichtlich Spass machte. Er wurde aus der Mara gejagt, Fahrer, Fahrzeug und Camp gebannt. Aber am Auto nimmt man einfach den Kleber ab und faehrt 2 Tage spaeter wieder rum.... das Camp ist auch offen, da es zur Maasai Clique gehoert...
Mit diesen Fahreren reden bringt gar nicht. Der einzige Weg ist, sie beim Chief Ranger zu rapportieren. Zumindest gibt es dann einen Rueffel und ein paar Muenzen werden wohl auch den Besitzer wechseln.
Liebe Gruesse aus dem etwas regnerischen (zum Glueck) Kenia Elvira
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Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201602. Apr. 2022 · #220
Bushtruckers schrieb:Betti schrieb: Offroad-Fahren ist verboten und wird im Unterschied zur Narok-Seite auch konsequent geahndet. Stimmt nur teilweise. Es gibt Gebiete, wo man bei Katzensichtungen vom Weg weg darf. Nicht um sie zu suchen! sondern nur, um sie zu sehen. Minimalabstand 15 oder 20 m und Autoanzahl ist auf ein paar limitiert und somit auch die Zeit, die man da verweilen darf.
Ah, sehr gut, vielen Dank, ich werde es eine Seite vorher ergänzen. Das ist eine gute Regel, finde ich, im Großen und Ganzen ist auch Livingstone so verfahren (auf der Narok-Seite). In Teilen der Ndutu-Region in Tansania wird das auch so gehandhabt, bei sehr besonderen Sichtungen (nicht schlafende Löwen, aber zum Beispiel ein Kill) darf der Weg für 15 Minuten bei ausreichend Abstand verlassen werden.
Bushtruckers schrieb:Ich bin nicht generell gegen die Narok Mara, da man da echt gut Katzen finden kann und auch die Crossingstellen interessant sind. Aber man muss mit Stress durch undisziplinierte Fahrer (die darf man nie Guides nennen!) rechnen. Es gibt abscheuliche Bilder..... doch ein bisschen muss man auch die Touristen an der Nase nehmen.
Zustimmung! Eine Kombi aus beidem fänden wir für uns interessant.