fiedlix548 Beiträge · seit 201621. Okt. 2020 · #21
Einen schönen Guten Morgen Bettina,
Island ... es fiel mir erst heute beim Scrollen auf, dass der Reisebericht von dir ist und da musste ich natürlich doch reinsehen, obwohl ich bisher mit Island nicht so wirklich viel am Hut hatte. Habe bisher nur den ersten Beitrag angesehen/gelesen und festgestellt, mit euren Fotos könntest du mir wirklich jede!! Reise verkaufen 😄 Es ist echt der Wahnsinn, die Bilder sind unglaublich schön, ich würde am liebsten hineinkriechen. Jetzt freue ich mich, dass der Bericht noch vor mir liegt und werde jeden Beitrag so richtig genießen. Danke !
viele Grüße Elke
Edit hat jetzt festgestellt, dass es auch noch nicht wirklich mehr Beiträge gibt trotz der 4 Seiten - wie hätte es bei einem RB von dir auch anders sein können (Klar, dass es viele Mitreisende gibt) 😄 😄 😄
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201621. Okt. 2020 · #22
Guten Abend ihr Lieben,
Blende18.2 schrieb:Eine Rundreise steht bei uns immer noch ganz oben auf der Liste.
Hi Robin, ja ich denke, das wäre was für euch! Da ihr ja auch bei fahrerischen Herausforderungen etwas offensiver seid als wir, wäre der eine oder andere Abstecher ins Hochland für euch bestimmt auch empfehlenswert. Wir waren mit dem Hochland-Bus unterwegs, das ging auch gut, aber allein seid ihr natürlich unabhängiger.
Blende18.2 schrieb:Die Route und deinen Bericht schaue ich mir auf jeden Fall an und steige zu.
🙂 🙂 🙂
Blende18.2 schrieb:Immerhin war euer Reisebericht aus Südafrika inkl. Krüger mit der Hauptauslöser, dass ich mir den Krüger doch mal als Ziel vorstellen konnte... und dieses Jahr auch war.
Oh! Ich hoffe sehr, es hat gefallen!
Blende18.2 schrieb:ich sollte wohl auch mal nen Reisebericht dazu starten, dann kommt auch etwas Aktuelles Afrika 2020 hier rein
Aaaaabsolut!!!! 🤪
Blende18.2 schrieb:PS. Hast du hier das erste Mal FLICKR verlinkt mit den Bildern? - zumindest war mir das vorher nie aufgefallen, Sehr schön, folge Thomas jetzt direkt mal und muss mich mal durch die vielen fantastischen Fotos durchklicken. Großes Lob.
Vielen Dank, Thomas freut sich sehr! Ja, hatte ich vorher noch nicht verlinkt. Ergab sich irgendwie nicht, diesmal bot sich das wegen der 2019-Reise an.
Clamat schrieb:Hi, Da reise ich doch gerne mit und habe auch schon mal ausreichend Mützen gerichtet, falls der isländische Wind eine wegbläst
Großes Kino, Claudia! Für mich bitte die mit Pink, wenn ich darf 😎
fiedlix schrieb:Island ... es fiel mir erst heute beim Scrollen auf, dass der Reisebericht von dir ist und da musste ich natürlich doch reinsehen, obwohl ich bisher mit Island nicht so wirklich viel am Hut hatte. Habe bisher nur den ersten Beitrag angesehen/gelesen und festgestellt, mit euren Fotos könntest du mir wirklich jede!! Reise verkaufen 😄
Ach Elke, wie schön, dass du uns gefunden hast und auch bleiben willst! Verkaufen will ich dir ja nix, nur vielleicht schmackhaft machen 😉 Danke, dass du wieder mitfährst!
Morgen geht es hier weiter. Bis dahin liebe Grüße, Betti
Sadie1'835 Beiträge · seit 201522. Okt. 2020 · #23
Liebe Berti, Danke dass du eure Ohne-Corona Reise mit uns teilen magst. Da bin ich natürlich sehr gerne dabei, vor allem wenn es noch mehr Tierbilder geben wird. Das Porträt des Arctic Fox ist ja wirklich zum Verkaufen! Und die Puffins! Meine Güte, so schön aufgenommen zusammen mit den Blümchen. Ich freue mich bekannte und unbekannte Orte durch Deine Augen zu sehen. Liebe Grüsse von Katrin aus Tennessee wo wir die letzten Tage unserer 4 Monatelangen Womo Reise durch den Westen der USA -auch Ohne -Corona- mit Herbstfarben verbringen.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201622. Okt. 2020 · #24
Sadie schrieb:Da bin ich natürlich sehr gerne dabei, vor allem wenn es noch mehr Tierbilder geben wird. Ich freue mich bekannte und unbekannte Orte durch Deine Augen zu sehen.
Hi Katrin,
ich freue mich riesig, dass du dabei bist, hast ja auch Island-Erfahrung 🙂 Mehr Tiere werden kommen, versprochen!
Ihr macht das schon richtig mit euren Womo-Touren, genießt es!
Gleich geht es hier weiter. Liebe Grüße in die Staaten, Betti
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201622. Okt. 2020 · #25
Betti auf Island
Eine meiner frühesten und schönsten Kindheitserinnerungen ist das abendliche Vorlesen meines Vaters. War mein erster Protest gegen die viel zu frühe Bett-Order verebbt, schlüpfte ich noch leise schmollend in meinen Frottee-Schlafanzug und lauschte schließlich andächtig den Abenteuern von Nonni auf Island.
Die Bücher, die mein Vater selbst schon als Junge gelesen hatte, entführten mich gedanklich in eine fremde Welt aus heißer Erde, Schnee und Eis, und ich lernte allerlei nützliche Dinge. Zum Beispiel, wie es sich zu verhalten gilt, wenn man von einer Lawine verschüttet wird (ein Wissen, das ich zum Glück nie zur Anwendung bringen musste), dass es Pferde mit einem fünften Gang gibt und Gegenden, in denen der nächste Nachbar tagelange Fußmärsche entfernt lebt - für mich als Sprössling des rummeligen Ruhrgebiets eine fast schon absurde Vorstellung. Es konnte daher in meinen kindlichen Augen nicht anders sein, als dass diese wundersame Insel mit ihren wundersamen Wesen dem Reich der Fabel entsprang, zumindest aber in unerreichbarer Ferne liegen musste. Und das machte sie umso reizvoller für mich.
Hochtemperaturgebiet Hverarönd beim Myvatn 2019
Jökulsarlon-Gletscherlagune 2019
Zu den großartigsten und gleichzeitig zweifelhaftesten Errungenschaften des Erwachsenwerdens zählen ja Erkenntnis und Kenntnis. Zum Beispiel die der Geografie. Erstaunt musste ich irgendwann feststellen, dass Island nicht nur real, sondern nach heutigen Maßstäben sogar ums Eck ist. Ich nahm mir fest vor, Nonnis Heimat eines Tages zu besuchen. Warum es dann so lange gedauert hat, kann ich noch nicht einmal sagen, doch Ende Juli vergangenen Jahres war ich dann erstmals am Ziel meiner Kindheitsträume.
Snaefellsness mit dem Snæfellsjökull 2019
Landmannalaugar 2019
Rund dreieinhalb Stunden dauert der Flug aus Deutschland nach Keflavik. Praktisch ein Katzensprung, doch bestimmte Umstände können die Verhältnismäßigkeit von Distanz auf unserer gefühlt zur Erbse geschrumpften Erde wieder zurechtrücken. Wie Corona zum Beispiel und ein damit einhergehender Lockdown des Flugverkehrs, oder ein Vulkanausbruch wie der des Eyjafjallajökull, der 2010 wochenlang für Chaos bei den Airlines führte. Das ist deshalb besonders erwähnenswert, weil auch diesmal im Vorfeld unserer Reise eine ganze Reihe von Erdbeben Island erschütterte und auf einen möglichen Ausbruch des Vulkans Grimsvötn hindeutete. Nachdem Icelandair nach der Corona-Zwangspause nun endlich wieder flog, mochten wir uns diese Ironie des Schicksals im Fall der Fälle kaum ausmalen.
Wir hatten zunächst einen SAS-Flug geblockt und dann aber rechtzeitig zurückgegeben, nachdem Icelandair wieder auf den Plan trat - wenn auch noch verhalten. Statt des eigentlich täglichen Abflugs von Hamburg gab es nur einen wöchentlichen Slot am Samstag, und weil wir auch für den Rückflug die Sicherheit einer regelmäßig beflogenen Strecke haben wollten, entschieden wir uns für Flüge ab/bis Frankfurt/Main. Auch Zubringerflüge aus Hamburg waren noch rar und hätten uns eine sechsstündige Wartezeit in der Mainmetropole beschert. Also sattelten wir auf den Zug um, und um ganz sicher zu gehen, dass das alles in Zeiten von Ausfällen und Unsicherheiten entspannt über die Bühne gehen würde, reisten wir einen Tag früher in Frankfurt an. Das hatte zudem den Charme, dass wir einen wunderbaren, lauen Sommerabend mit den Casimodos verbringen konnten, die wenige Wochen nach uns Island bereisen wollten und ähnlich enthusiastisch waren wie wir. 1.000 Dank Kerstin und Carsten für diesen tollen, stimmungsvollen Abend! Eure Zeit wird kommen! 😘
Mit freundlicher Genehmigung der Casimodos 🙂
Am 13. Juli ist es dann soweit, und wir machen uns nach einem gemütlichen Frühstück im Hotel auf den Weg zum Flughafen. Der wirkt wie leergefegt, entsprechend flott sind wir durch den Sicherheitscheck und harren der Dinge, die da kommen. Wir hatten auch deshalb von SAS auf Icelandair umgeswitcht, weil die Ankunftszeit in Island auf diese Weise deutlich vor 17 Uhr lag. Damit hatten wir dem Vernehmen nach gute Chancen, das Ergebnis des erforderlichen Tests bei der Ankunft noch am selben Abend zu erfahren. Das erschien uns nicht nur nervenschonend, sondern war auch deshalb von Bedeutung, weil erst dann die Reise ab der ersten Unterkunft fortgesetzt sowie größere Ausflüge unternommen werden durften.
Beim Boarding verhalten sich die Passagiere überraschend diszipliniert und stehen mit Abstand in Reih und Glied, im Bus ist es damit allerdings vorbei, denn der wird wie gehabt bis zum Anschlag vollgestopft. Der Flieger ist fast ausgebucht, auf die Idee, das günstige Zeitfenster zu nutzen, waren noch andere gekommen. Wir atmen etwas mühsam durch unsere FFP2-Masken, fühlen uns aber alles in allem gut.
Als wir über Island schweben, bin ich voller Vorfreude, aber auch gedanklich bei dem Test, der vor uns liegt. Was, wenn wir positiv wären? Wir müssten zwei Wochen in Quarantäne, immerhin auf Staatskosten, aber naja... Es wird schon gutgehen. Beim Aussteigen geht es brav Reihe für Reihe und nicht so hektisch zu wie sonst, das dürfte von mir aus Schule machen und auch in Zukunft immer so sein.
2.000 Passagiere dürfen zu diesem Zeitpunkt täglich ins Land, mehr gibt die Testprozedur nicht her. Nur vier Tage nach unserer Ankunft ändern sich allerdings die zulässigen Zahlen und das Verfahren, und Touristen aus vier Ländern dürfen ungetestet ein- und umherreisen - darunter Deutschland.
Für uns gilt das noch nicht, und so werden wir über den gähnend leeren Airport zu den Teststationen geleitet. Wie die meisten haben wir den Test schon aus Deutschland bezahlt. Die Schlange, in der wir stehen, rückt erstaunlich zügig voran und ich bin einmal mehr begeistert vom Einfallsreichtum und Pragmatismus unserer Gastgeber. Nur noch eine Dame ist vor mir dran, sie stimmt ein jammervolles Wehklagen an, lange bevor der Teststab sie überhaupt erreicht hat, und versetzt die Wartenden in den hinteren Reihen damit in helle Aufruhr. Grußlos und empört stürmt sie wenige Minuten später aus der Kabine und in Richtung Gepäck. Ich trete vor und zwinkere dem vermummten Tester zu, der all das isländisch-gelassen erduldet und zum Wohle seiner Volkswirtschaft - und letztlich auch zu unserem Vergnügen - täglich stundenlang in fremden Mundhöhlen und Nasen herumprokelt. Tatsächlich finde ich die kurze Prozedur gar nicht schlimm, was vielleicht auch der bühnenreifen Vorstellung meiner Vorgängerin geschuldet ist, nach der ich aufs Schlimmste gefasst war.
2019 sind wir per Shuttle zur Autovermietung gebracht worden, das ist jetzt aber nicht möglich, und so werden wir von einem Mitarbeiter der Firma abgeholt. Über MyCar kann ich nur das Beste sagen, beim letzten Mal hatten wir bei einem großen Anbieter eine echte Gurke von PkW bekommen, diesmal wollten wir etwas mehr abseits der ausgetretenen Pfade fahren und deshalb einen SUV mit mehr Bodenfreiheit. Island ist dummerweise ein sehr hochpreisiges Reiseland und das Auto mit der größte Kostenfaktor, und ein SUV oder gar Jeep treibt die ohnehin stolzen Summen noch einmal gehörig nach oben. Wir konnten aber vorab immerhin ausdealen, einen der neuen Wagen (Toyota RAV4 GX Automatik) zum Preis der Vorsaison zu mieten. Gerade einmal 3.200 Kilometer hat das Auto bei der Übergabe auf dem Tacho, und um es vorab zu sagen, wir hatten unsere helle Freude daran.
Im Lavafeld Berserkjahraun, Snaefellsnes
Meine ersten Eindrücke im Vorjahr waren ein kleiner Schock, die schwarze Einöde der Halbinsel Reykjanes, wo sich der Flughafen befindet, erinnerte mich fatal an Abraumhalden. Das sollte also die vielgelobte Bilderbuch-Landschaft sein?
Diesmal weiß ich, was uns wo erwartet, und glücklich nehmen wir die rund 150 Kilometer bis zu unserer ersten Unterkunft unter die Räder.
Es ist schön, die fast schon vertrauten Orte wiederzuerkennen, wir fahren vorbei an Lavafeldern, blühenden Lupinen (zu denen ich allerdings ein ambivalentes Verhältnis habe, weil sie zwar hübsch sind, aber hier fehl am Platze und die einheimische Flora verdrängen), sowie den großen, für den ersten Einkauf empfehlenswerten Discountern mit dem riesigen Sparschwein auf dem Dach.
Weil auch Restaurantbesuche auf Island die Reisekasse nicht unerheblich belasten, hatten wir uns dort 2019 reichlich eingedeckt. Das geht nun ohne Testergebnis nicht, und so fahren wir auf direktem Weg zum berühmten Geysir. Der Strokkur, der in schöner Regelmäßigkeit alle paar Minuten in die Höhe schießt, ist eine der größten Attraktionen und allzu oft von drölfzighundert Touristen umlagert.
Strokkur 2019
Weil das in diesem speziellen Jahr mutmaßlich anders sein würde und wir uns auch ohne Testergebnis draußen ein wenig die Beine vertreten dürfen, haben wir uns für die erste Nacht eine Unterkunft in direkter Nachbarschaft dieses beeindruckenden Naturphänomens gesucht. Keine Reisebusse, der Parkplatz leer, der erste Eindruck unterscheidet sich erheblich vom dem des Vorjahres, doch oh Schreck, die Tür des Litli (=klein) Geysir Hotels ist verschlossen. Die Spur in Form eines schlichten Zettels führt zum größeren, fast neuen und nicht gerade günstigen Hotel Geysir ein paar Meter weiter, das seine Pforten bereits wieder geöffnet hat - ein unverhofftes und willkommenes Upgrade.
Wir essen notgedrungen auf dem Zimmer, das nicht nur für isländische Verhältnisse großzügig ausfällt, spazieren zum Geysir und genießen die Stille.
Links mit den hellen Dächern das Litli Geysir Hotel, hinter dem Strokkur das Hotel Geysir
Um 21 Uhr piept Thomas' Handy, nur zwei Minuten später meins: negativ! Ich könnte die Corona-App knutschen! Erst jetzt spüren wir am Ausmaß unserer Glückseligkeit, wie sehr uns die andere Möglichkeit belastet hat.
Schlagartig fühlen wir uns so frei, wie wir uns eben nur auf Reisen fühlen. Es kann losgehen!
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201626. Okt. 2020 · #28
Im Land der Wasserfälle
Wasser in flüssiger und fester Form, manchmal kochend heiß und oft zu Eis gefroren, ist auf Island alles andere als eine Rarität. Häufig kommt es von oben, und damit sind nicht zwingend die leider ebenfalls nicht seltenen Regen-, sondern vielmehr die zahllosen Wasserfälle gemeint. Wer sich dafür begeistert, wird auf der Insel nicht lange suchen müssen, sie sind allgegenwärtig und in den verschiedensten Variationen zu haben. Gemein ist ihnen fast immer die Endung -foss (oder auch im Plural -fossar), die auf mich eine erheiternde Wirkung hat, ohne dass ich eigentlich genau sagen könnte, warum.
An unserem ersten Morgen fällt das Wasser allerdings zunächst einmal nicht nach unten, sondern schießt in die Höhe, denn noch vor dem Frühstück statten wir den heißen Quellen einen weiteren Besuch ab. So zeitig am Morgen sind wir die einzigen Besucher, die Stille ist fantastisch und wird nur hin und wieder vom Strokkur unterbrochen, der brav seiner Bestimmung folgt und alle paar Minuten eine turmhohe Wassersäule zischend in die Luft spuckt.
Einige Meter weiter in einem zweiten Becken deuten zwar winzige Bläschen an, dass sich unter der stillen Wasseroberfläche etwas regt. Doch der Große Geysir, Namensgeber aller Geysire weltweit, hat sich zumindest vorübergehend zur Ruhe gesetzt. Tektonische Verschiebungen sollen verantwortlich dafür sein, dass seine Aktivität immer wieder sogar für Jahrzehnte zum Erliegen kommt. 2019 haben wir ganze Menschentrauben gesehen, die - vergebens - auf einen Ausbruch warteten, und manch einer war dankbar für den Hinweis, dass es der etwas kleinere, aber entgegenkommendere Nachbar ist, den es zu belauern gilt. Die Unsitte, die Fontäne mithilfe von Schmierseife herauszukitzeln, hat sich glücklicherweise in den 1980er-Jahren auf Druck der Umweltschutzverbände erledigt. Und so blubbert und dampft der Geysir friedlich vor sich und gibt vor, ein Dorfteich zu sein - wenn auch ein sehr warmer.
Still ruht der Geysir (Foto von 2019)
Beim Frühstück gibt's eine große Auswahl, klassische Musik und den Blick auf den weiterhin stoisch seinen Dienst verrichtenden Strokkur. Er weiß wohl nicht, wie beeindruckend er ist. Mich jedenfalls lenkt er, obwohl wir ihn nun schon so oft ausführlich bewundert haben, mit jeder seiner Showeinlagen wieder aufs Neue von meinem Rührei ab; was kein Unglück ist, stammt es doch ganz offensichtlich nicht von glücklichen Hühnern, sondern aus der Tüte.
Unsere Siebensachen sind schnell gepackt, wir klemmen uns den kleinen Ausflug zum nur wenige Kilometer entfernten Gullfoss. Der "goldene Wasserfall" ist einer der beliebtesten Islands und fraglos imposant, präsentierte sich ein Jahr zuvor allerdings bei Traumwetter von seiner besten Seite. Das ist an diesem Tag nicht zu toppen, und so fahren wir in die entgegengesetzte Richtung zum ebenfalls in der Nähe liegenden Bruarfoss, denn wir haben uns fest vorgenommen, auch viele neue Plätze für uns zu entdecken.
Gullfoss 2019
Dieser Wasserfall galt lange als Geheimtipp und als sich seine Schönheit schließlich herumgesprochen hatte, fielen die Touristen wie die Heuschrecken über eine benachbarte Ferienhaussiedlung her, bahnten sich den Weg durch die dieselbe und auch querfeldein durch die Natur. Die litt ebenso wie die urlaubenden Hausbesitzer, und so gibt es mittlerweile einen kleinen Parkplatz an der Straße 37 östlich von Laugarvatn, von dem aus ein rund drei Kilometer langer Pfad zum Ziel führt.
Das Wetter ist brauchbar, zwar bewölkt, aber trocken und kein Wind, Vögel und zu Beginn auch Islandpferde begleiten uns auf dem herrlichen Weg entlang des Flusses Bruara (Brückenfluss), der zusehends schmaler und verwunschener wird.
Ufer!Schnepfe (Danke, Matthias)
Vorbei geht es an Stromschnellen und weiteren Wasserfällen, eine tolle Strecke.
Aus der Ferne sehen wir die Holzbrücke, die über den Fluss führt und einen wunderbaren Blick auf den Bruarfoss ermöglicht, und nach 40 Minuten stehen wir schließlich dort. Nur fünf Meter fällt der Bruarfoss in die Tiefe, doch sein ungewöhnlich babyblaues Wasser fließt strahlenförmig in die Flussspalte - er ist wunderschön.
Eine Familie kommt und geht, dann ein junges Paar, doch die meiste Zeit sind wir allein; klettern herum, genießen den Anblick und das Rauschen des außergewöhnlichen Wasserfalls.
Nach fast drei Stunden sind wir zurück am Auto, oha, irgendwie brauchen wir immer sehr lang, dann fahren wir erst nach Süden und schließlich auf die 32 ins Landesinnere. Die Gegend ist überwältigend und einsam, beim nächsten Mal müssen wir hier unbedingt mehr Zeit verbringen und einen Übernachtungsstopp einplanen, das nehmen wir uns fest vor.
Kurz bevor die Straße in eine F-Hochlandpiste übergeht, biegen wir ab auf eine sehr rumpelige Strecke, von der aus auch das wunderhübsche Tal Gjain mit seinen vielen kleinen Wasserfällen erreichbar ist. Wir lassen es links liegen, auch das steht auf der Agenda fürs nächste Mal, dann idealerweise bei etwas wolkenloserem Himmel.
Zusehends steiler windet sich die 7,5 Kilometer lange steinige Piste nach oben, die nur mit einem geländegängigen Auto befahren werden darf. Unser SUV macht einen tollen Job und ich finde die Rüttelstraße in angemessenem Tempo gut machbar. Vom Parkplatz aus ist es nicht mehr weit zu unserem Ziel, dem Haifoss (=hoher Wasserfall), der aus 122 Metern geteilt über eine steile Stufe hinabstürzt.
Es ist ziemlich frisch hier oben, die Landschaft schroff und spektakulär, und es liegen noch Reste von Schnee. Es soll einen Abstieg geben hinunter ins Tal, doch uns fehlen Muße und Zeit, dann eben - na logo - beim nächsten Mal. 🙂
Dieser Wasserfall, der dritthöchste des Landes, ist bei den Isländern besonders beliebt. Nicht nur, weil er schön ist, sondern vor allem schön abgelegen, fernab der Ringstraße und nur mit etwas Aufwand erreichbar. Reisegruppen und Touristenmassen verirren sich nicht hierher. Unter diesen besonderen Umständen schon gar nicht, wir treffen kaum Menschen.
Zurück auf der Ringstraße passieren wir Hella, kein attraktiver Ort, aber für uns einer mit Geschichte: An dem riesigen Parkplatz nahmen wir im vergangenen Jahr den (vorgebuchten) Hochlandbus nach Landmannalaugar - es war ein unvergesslicher Tag.
Landmannalaugar 2019
Diesmal geht es direkt weiter zum Seljalandsfoss, der vor allem deshalb geschätzt wird, weil man hinter seinen Wasservorhang gehen kann. Es ist beileibe nicht so voll wie im Vorjahr, aber auch alles andere als leer, der Wasserfall steht im Ruf eines Topmodels und ist nicht nur entsprechend begehrt, sondern liegt eben auch praktischerweise direkt an der Ringstraße.
Seine zweifellos vorhandenen Reize prallen diesmal ziemlich an uns ab, denn wir wollen zum Gljufrabui, der nur wenige 100 Meter entfernt verborgen in einer Schlucht liegt.
Ein paar Schritte durch den Bach und ein bisschen nasse Füße, schon stehen wir inmitten der beeindruckenden Kulisse - die unverhofft zum Schauplatz einer Tragödie wird: Thomas' Superweitwinkel gibt just hier an Tag eins den Geist auf und lässt sich fortan kaum, später dann praktisch gar nicht mehr einsetzen. Das ist nur wirklich blöd gelaufen! 🙁 (P.S.: Ein neues Objektiv ist mittlerweile angeschafft und Thomas' Seelenfrieden wiederhergestellt 😉 ).
Nur noch wenig Energie haben wir nun aus diversen Gründen für den majestätischen Skogafoss übrig. Der letzte Wasserfall an diesem Tag, ebenfalls an der Ringstraße gelegen und stets gut besucht, nicht zuletzt, weil direkt zu seinen Füßen ein großer Campingplatz liegt.
Uns fehlt die Motivation, noch die lange steile Treppe zu erklimmen, an deren Ende sich ein grandioser Blick auf die Fallkante sowie schöne Wanderwege mit weiteren "Fossar" bieten, und kehren stattdessen im zum Campingplatz gehörenden Restaurant ein. Hungrig fallen wir über Fish and Chips und (Veggie-)Burger her, typisch isländisches Essen, kein Scherz, die Isländer lieben Fast Food.
Skogafoss 2019, rechts vom Wasserfall die Treppe
Dann nehmen wir die letzten Kilometer unter die Räder, es war ein langer Tag, am Horizont liegen die Westmännerinseln in schönem Licht.
Noch so ein Ziel fürs nächste Mal, doch jetzt freuen wir uns erst einmal auf Vik, das uns im Vorjahr so gut gefallen hat und wo wir drei Tage verbringen werden. Mit putzigen Gesellen, aber auch manchmal mehr Wasser, als uns lieb sein kann...
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201727. Okt. 2020 · #29
Tolle Bilder mal wieder und schön, dass du auch 2019 immer mal mit einsträust. So kann ich mir da eine schöne Route raus bauen, wenn es mal wieder so weit ist. 😎
Wir waren ja nur wenige Tage mal vor Ort, aber die nassen Füße haben wir uns damals auch geholt und ich habe genauso auf dem Felsen gestanden...
Allerdings noch bevor ich mich mit der Fotografie beschäftigt habe, also nur ein echtes Urlaubs-Billig-Knipse Bild. An Smartphones der heutigen Qualität war da auch nicht zu denken, ich glaube ich hatte ein I-Phone2 damals.
Auch ich verfolge deinem Reisebericht mit den herrlichen Fotos. Wir waren von Anfang Juli bis Anfang August 2020 erstmals mit dem Reisemobil auf Island. Eine schöne und interessante Insel, wie die Bretagne hätte man sie überdachen sollen....
Mit freundlichen Grüßen Rolf
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201627. Okt. 2020 · #32
Guten Abend ihr Lieben,
Blende18.2 schrieb:Tolle Bilder mal wieder und schön, dass du auch 2019 immer mal mit einsträust. So kann ich mir da eine schöne Route raus bauen, wenn es mal wieder so weit ist.
Hi Robin, vielen Dank für das Lob! So ist tatsächlich der Gedanke, ich kriege nicht alle Stationen von 2019 unter, aber da wo es sich anbietet, werde ich es einflechten, und so ergibt sich für potenzielle Island-Reisende eventuell ein ganz schlüssiges Gesamtbild. Allerdings sind wir kaum ins Hochland vorgedrungen, und schon gar nicht als Selbstfahrer. Das könnte ich mir bei euch wunderbar vorstellen, denn ihr fahrt ja auch in Afrika Furten, Tiefsand etc. Ich kann rumpelig und auch ein bisschen Sand sehr gut ab, dann ist aber sprichwörtlich Ende im Gelände 🙂 .
franzicke schrieb:es ist wohl so, genug ist nie genug!
So isses, mein Ingrid 😎
franzicke schrieb:ganz besonders freu ich mich über den da
Das ist schön, denn dann habe ich noch einiges in der Pipeline für dich...
Cheldon schrieb:Auch ich verfolge deinem Reisebericht mit den herrlichen Fotos. Wir waren von Anfang Juli bis Anfang August 2020 erstmals mit dem Reisemobil auf Island. Eine schöne und interessante Insel, wie die Bretagne hätte man sie überdachen sollen....
😄 😄 😄 Dann waren wir ja streckenweise zeitgleich da! Ihr wart aber offenbar so richtig im Hochland, toll! Oben links, wo ist das denn? Übrigens: Selber herrliche Fotos! 🙂
Wir sind auf dem Rückweg vom Landmannalaugar zu diesem Kratersee gefahren. Hier im Hochland hatten wir ein paar der wenigen sonnigen und trockenen Tage.
Mit freundlichen Grüßen Rolf
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201628. Okt. 2020 · #34
Cheldon schrieb:Wir sind auf dem Rückweg vom Landmannalaugar zu diesem Kratersee gefahren.
Ah, in der Ecke war das also, wunderschön, ich fand es landschaftlich unglaublich dort! Danke!
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201631. Okt. 2020 · #35
Gemischte Gefühle in Vik
An Vik hatten wir gute Erinnerungen. Das Kap Dyrhólaey mit seinem Leuchtturm, den viel gelobten Sonnenuntergängen und seiner Puffin-Kolonie, der berühmte schwarze Strand von Reynisfjara, 1991 als einer der zehn schönsten nicht-tropischen Strände der Welt eingestuft, die Felsnadeln Reynisdrangar und grandiose Ausflugsmöglichkeiten drumherum - die Gegend hat richtig viel zu bieten.
Vik 2019
Durch unseren langen Tagesausflug nach Landmannalaugar hatten wir dort 2019 nur eine Nacht verbringen können, was eindeutig zu wenig war, und so hatte ich diesmal gleich drei Übernachtungen in dem beliebten Örtchen eingeplant.
Im Jahr zuvor hatten wir eine "Gästefarm" kurz vor Vik gewählt, das war nicht schlecht, aber Gemeinschaftsbad und Winzigkammer - die B&B-Zimmer sind häufig sehr klein - waren für drei Nächte keine Option. Hinzu kam, dass das Angebot ohnehin erheblich eingeschränkt war; nicht zuletzt deshalb, weil es an Personal, das oft fürs Saisongeschäft aus dem Ausland anreist, diesmal aus triftigem Grund mangelte. Die Hotels behalfen sich mit studentischen Hilfskräften, so auch das Hotel Kria direkt im Ort und an der Ringstraße.
Günstige Lage und skandinavisch-modern, das gefiel uns schon im Vorjahr beim Vorbeifahren gut und wie bei fast allen Unterkünften kam uns diesmal zugute, dass die Preise häufig nicht auf Hochsaison-Niveau angehoben worden waren. Man wusste wohl einfach nicht, wie es laufen würde, und das zahlte sich für uns sprichwörtlich aus, denn die Hotelpreise ziehen im Sommer normalerweise in schwindelerregende Höhen an.
Versteinerte Trolle in Vik (2019)
Bei unsere Ankunft in Vik wird indes auch klar, dass es mit der Einsamkeit nicht ganz so weit her ist wie ursprünglich gedacht. Hotel wie auch Campingplatz direkt hinterm Haus sind rappelvoll, die Isländer haben Ferien und ihre Insel anders als sonst wegen Corona nicht verlassen. Die Grundstimmung ist dennoch eine andere, so ohne Reisegruppen und Gäste aus Übersee, und wir fühlen uns eigentlich ziemlich wohl inmitten der isländischen Familien, die in diesem speziellen Jahr über 80 Prozent der Hotelbelegungen ausmachen und nicht nur 5 wie sonst üblich in dieser Jahreszeit.
Das Wetter ist schlecht bei unserer Ankunft, wir überqueren die Hügelkette vor dem Ort und fahren hinunter ins Dunkle, das sich dort anscheinend festgesetzt hat. Auch am nächsten Morgen regnet es und wir schlafen erst einmal aus, danach checke ich zum ersten - aber beileibe nicht letzten Mal - die hervorragende isländische Wetterseite, die bei etwas intensiverem Studium stundengenau und erstaunlich treffsicher alle möglichen Informationen ausspuckt.
Was im Vorjahr inmitten eines sensationellen Hochs mit wolkenlosem Himmel nicht nötig war, wird diesmal zur Routine: In welcher Richtung ist das Wetter wie, was macht der Wind, wo ist vielleicht Sonne, wie bewegen sich die oberen, mittleren und unteren Wolkenschichten? Ich entwickle ungeahnte Qualitäten als Wetterfrosch, nicht gerade meine Passion, aber eine lohnenswerte Mühe, denn grundsätzlich ist das Wetter auf Island nicht nur überaus launisch, sondern auch sehr lokal. Eine Bucht weiter kann die Welt schon ganz anders aussehen.
Für diesen Tag sieht es nicht gut aus, für Dyrhólaey noch am besten. Das kommt uns gelegen, denn wir hoffen auf Puffins. Bei der Einfahrt ins Naturschutzgebiet regnet es noch,...
...doch an der Küste ist es tatsächlich trocken, wenn auch ziemlich windig und dadurch frisch. Wir fahren zunächst bis ans Ende der Straße zum Parkplatz, wie ein Magnet zieht es mich zu den grasbewachsenen Felsen linkerhand, denn dort sind die Papageitaucher zuhause.
Links in und oben auf diesen Felsen finden sich ungefähr zwischen Mai und Mitte August Puffins (Bild von 2019)
Schon von Weitem sehen wir sie emsig hin- und herfliegen, und ich bin glücklich. Die Kolonie ist nicht sehr groß, doch unsere Geduld zahlt sich aus: Einige der drolligen Vögel landen direkt vor unserer Nase.
Schon zuvor waren uns am Parkplatz die vielen Küstenseeschwalben aufgefallen, jenseits eines hüfthohen Erdwalls sind Aktivität und Geräuschpegel besonders hoch. Wir nähern uns vorsichtig, denn mit Krias, im Charakter Honeybadgern nicht unähnlich, ist nicht zu spaßen. Besonders in der Brutzeit sind sie aggressiv und stets im Angriffsmodus, weshalb die Isländer bei Spaziergängen für gewöhnlich einen Stock tragen, den sie bei Bedarf in die Luft strecken. Nicht etwa, um damit nach den zänkischen Vögeln zu schlagen, sondern weil diese immer den höchsten Punkt attackieren und der Kopf auf diese Weise geschützt ist.
Wir sind leider nur unzulänglich präpariert und halten unsere Kameras hoch, ein ganzer Pulk steht über uns und zetert, ich denke an Hollywood und Tippi Hedren. Schließlich finden wir einen Platz, an dem uns die Tiere zu akzeptieren scheinen.
Unzählige Küken und Jungvögel sitzen im Gras, kugelrund und niedlich, aber auch gnadenlos. Nähern sich die Eltern mit Fisch, meldet erst einmal die gesamte Bodencrew Ansprüche an. Hat der Lieferservice schließlich das richtige Kinderzimmer gefunden, geht es ganz schnell, und schon ist die nächste Bestellung unterwegs. Ein herrliches und vor allem geräuschvolles Spektakel.
Flugübungen
Nur schwer reißen wir uns los, doch der dunkle Himmel rückt bedrohlich näher. Unser nächstes Ziel ist der Leuchtturm oben auf den Klippen, also schnell ein Stück die Straße zurück und dann links die kurze, aber steile unbefestigte Piste hoch. Im vergangenen Jahr sind wir dort auch mit einem normalen PkW ziemlich problemlos hinaufgekommen, was allerdings verboten ist, wie wir erst in diesem Jahr verstanden haben. Diesmal bin ich froh über die Bodenfreiheit, denn einige Kehren sich arg ausgewaschen.
Es ist herrlich hier oben, eine tolle Aussicht über die Südküste und in den Klippen rechts vom Leuchtturm brüten die Papageitaucher.
Als der Regen kommt, fahren wir ins Hotel. Und bleiben dort, denn es schüttet; heftig und ohne Pause an diesem und auch dem ganzen nächsten Tag. Mein wiederholtes Studium der Wetterseite liefert nur eine einzige ernüchternde Erkenntnis: Es gibt kein Entrinnen. In keine Richtung, auf der ganzen Insel nicht. Das ist traurig, aber nun mal nicht zu ändern, wir sind faul, lesen, schlafen, machen Urlaub, doch wir hoffen natürlich, dass das kein Dauerzustand wird. Nur ein einziges Mal gehen wir etwas widerwillig raus, um im urigen Restaurant Sudur Vik, das ich uneingeschränkt empfehlen kann, inmitten isländischer Großfamilien zu essen. Es ist voll und gemütlich, und das erste - aber nicht letzte Mal - wird mir bewusst, wie weit Corona hier gefühlt weg ist. So schnell hätte ich das nicht erwartet, und es macht mir Mut für eine Rückkehr zur Normalität nach der Pandemie - irgendwann.
Am nächsten Tag sieht es endlich freundlicher aus, wir packen zusammen und fahren nach unserem letzten Frühstück in Vik zeitig ans Kap. Noch ist es diesig, doch es soll besser werden.
Die Papageitaucher sind so umtriebig, wie wir es noch nie beobachtet haben, was sich wohl dadurch erklärt, dass sie den Regentag ebenso wie wir in ihrer Behausung verbracht haben.
Der darin gut verborgene Nachwuchs - jedes Elternpaar zieht einen einzelnen Puffling groß - hat nun Nachholbedarf, und so verschwinden ganze Ladungen von Fisch in den kleinen Höhlen unterhalb der Grasnarbe.
Wir sind begeistert, erst recht, als sich schließlich sogar die Sonne zeigt. Die Temperatur steigt und auch die Stimmung.
Schließlich rollen wir die steile Abfahrt hinunter,...
...legen noch einen kleinen Stopp im Auenland ein...
...und verlassen schließlich die Halbinsel.
Wir haben noch viel vor und entscheiden uns gegen einen Besuch des schwarzen Strandes Reynisfjara, an dem wir bereits 2019 Zeit verbracht haben. Wir fahren auf der Ringstraße ein Stück zurück in Richtung Skogafoss, der nicht unser eigentliches Ziel ist, sondern der benachbarte und viel unbekanntere Kvernufoss.
Obwohl von der Hauptstraße aus sogar zu sehen, wird dieser Wasserfall meist kaum beachtet. Wir parken am Skogar Museum und laufen dann 20 Minuten an einem Fluss entlang.
Die Landschaft ist schön und der Kvernufoss schon deshalb besonders, weil man hinter die fallenden Wassermassen gehen kann - allerdings ohne die Massen von Menschen wie beim Seljalandsfoss.
Hier gefällt es uns richtig gut und weil es so schön ist, gehen wir beide noch ein zweites Mal hinter den Wasserfall, wo es überraschenderweise vollkommen trocken ist.
Schließlich verabschieden wir uns, wir haben für diesen Tag noch einige Pläne. Bis jetzt ist er komplett gelungen und er kann fast nur noch besser werden, denn auf unseren nächsten Stopp freue ich mich ganz besonders. Er hält allerdings auch unerwünschte Aufregungen für uns bereit, an denen ich leider selbst alles andere als unschuldig bin...
Hallo Betti-Bertie, herrliche Bilder, vor allem die der Küstenseeschwalben und natürlich Puffins haben es mir angetan - seufz! Letztere möchte ich auch gerne einmal in Natura sehen... Ich freue mich auf mehr......... 😗 😗 ..und ich hasse cliffhanger 😠 😠 Beste Grüße Friederike
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201731. Okt. 2020 · #37
CuF schrieb:H und natürlich Puffins haben es mir angetan - seufz! Letztere möchte ich auch gerne einmal in Natura sehen...
Dem schließe ich mich an, aber ich glaube jetzt weiß ich wenigstens wann und wo! 😎 In Irland gab es ein paar Stellen, aber wir waren wohl noch knapp vor den Puffins unterwegs.
Die Bilder sind mal wieder ein Knaller und der Kvernufoss ist notiert.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201601. Nov. 2020 · #38
Hallo ihr Lieben,
CuF schrieb:herrliche Bilder, vor allem die der Küstenseeschwalben und natürlich Puffins haben es mir angetan - seufz! Letztere möchte ich auch gerne einmal in Natura sehen...
Vielen Dank, Friederike, nix wie hin (ähm, wenn es wieder möglich ist)! Auf Island haben wir diesmal wirklich einige Plätze dabei gehabt, wo es sozusagen eine Garantie gibt und man den Puffins auch sehr nahe kommt. In Vik wussten wir noch nicht, was in dieser Hinsicht alles noch kommen würde.
CuF schrieb:Ich freue mich auf mehr......... 😗 😗 ..und ich hasse cliffhanger 😠 😠
Das weiß ich doch, meine Liebe 😉 Und schon allein deshalb bemühe ich mich, immer möglichst schnell weiterzuschreiben. Ich hoffe, das söhnt dich aus... Ich freue mich sehr, dass du so verlässlich dabei bist!
Blende18.2 schrieb:Dem schließe ich mich an, aber ich glaube jetzt weiß ich wenigstens wann und wo! 😎 In Irland gab es ein paar Stellen, aber wir waren wohl noch knapp vor den Puffins unterwegs.
Wir hatten zuvor schon einmal welche in Schottland gesehen, aber nie so viele und so nah. Es kommt noch so einiges zu Puffins, und wenn ihr sie sehen wollt, werdet ihr das auf Island zur richtigen Zeit an den richtigen Stellen auf jeden Fall. Wir konnten uns am Ende kaum mehr retten und sind in Fotos ertrunken. Was ja letztlich wirklich ein Luxusproblem ist. 🙂
Blende18.2 schrieb:Die Bilder sind mal wieder ein Knaller und der Kvernufoss ist notiert.
Vielen Dank, das freut uns sehr! Wenn du jetzt oder irgendwann einmal Fragen zur Route o.ä. hast, beantworte ich sie so gut ich kann sehr gern! Mit Vik haben wir wetterbedingt immer noch ein paar Rechnungen offen, es gibt eine Wanderung hoch auf den "Hausberg"/Vogelfelsen Reynisfjall mit Blick hinunter auf die Steinformationen im Meer, ich habe gerade noch einmal nachträglich in den Reisebericht ein Foto vom Felsenbogen eingefügt, mit dem wir aber eigentlich nicht sehr zufrieden sind, hier ist noch einmal eins, damit du weißt, dass es ihn gibt. Irgendwie hatten wir nie das rechte Licht:
Ich würde das alles gerne mal bei Sonnenuntergang sehen oder noch besser bei Mitternachtssonne, der Blick oben von der Kirche in Vik, und und und.... Du siehst, wir müssen nochmal hin. Und wahrscheinlich nochmal und nochmal. 😉
Ich denke, schon morgen geht es weiter, sonst schimpft Friederike mit mir... 😎
fotomatte2'511 Beiträge · seit 200901. Nov. 2020 · #39
Hallo Betti,
dass du bei der vogellastigen Bilderflut bei mir offene Türen einrennst, dürfte klar sein. Aber auch das Bild mit der Kuckuckslichtnelkenwiese gefällt mir gut. Leider ist der Titel "Schnepfe" ziemliches Understatement, denn (ich bin sicher) ihr wisst ja wohl, dass das eine Uferschnepfe ist und mithin keine "gewöhnliche" Schnepfe, sondern schon was ganz Besonderes.
Ich freue mich über jeden weiteren Puffin, die ich aus Alaska und Nordengland kenne.
Clamat1'425 Beiträge · seit 201301. Nov. 2020 · #40
Blende18.2 schrieb:
CuF schrieb:H und natürlich Puffins haben es mir angetan - seufz! Letztere möchte ich auch gerne einmal in Natura sehen...
Dem schließe ich mich an, aber ich glaube jetzt weiß ich wenigstens wann und wo! 😎 In Irland gab es ein paar Stellen, aber wir waren wohl noch knapp vor den Puffins unterwegs.
Die Bilder sind mal wieder ein Knaller und der Kvernufoss ist notiert.
Gruß, Robin
Hi Robin, In Island gibt es nicht nur die sehr verlässlichen Wetter-, Straßenzustands- und Auroravorhersagen, sondern auch Karten mit Hotpots und........ Puffinkolonien 🙂
@ Betti, Das sind wieder traumhafte Bilder, ich würde am liebsten gleich losziehen 😕