Endlich spricht einmal jemand diese wirren Grenzwerte an, die aufgrund nicht validierter Prozesse und Datenerhebung entstehen, aber für die Politik überlebenswichtig sind, irgendwelche Massnahmen und Quarantäne Listen zu begründen.
Letzen Sommer war dieser Inzidenzwert mit 50 festgelegt. Jetzt, wo etwa 6-8 mal mehr getestet wird, bei 35! Das soll jemand verstehen? Dass erhöhtest breites Testen einiges mehr "positive" Fälle generiert, hauptsächlich asymptomatische, ist irgendwie logisch. Es wäre also zwingend erforderlich, dass die Anzahl Tests als Faktor in diesem Inzidenzwert berücksichtig würde um das Resultat halbwegs glaubwürdig und vergleichbar zu machen.
Dann das ganze noch mit einem nicht standardisierten Testverfahren, dass in jedem Land anders angewendet wird. Nehmen wir den Standard PCR Test mit dem immer noch die meissten Tests durchgeführt werden.
Am 20. Januar, lies die WHO in einem Statement verlauten, dass ein positives Testresultat alleine, ohne klinische Befund und ohne Berücksichtigung des CT Wertes (Anzahl Testzyklen) eher nichtssagend ist, oder keine Aussage erlaubt, ob eine Person infektiös ist. In den Publikationen von Prof. Drosten oder in den Publikationen des RKI wird der CT-Wert schon lange als Zusatzinformation zur Einschätzung der Infektiosität genutzt, von der Politik offensichtlich nicht.
Die Anzahl Testzyklen haben einen grossen Einfluss auf die Virenlast einer positiven Person und vor allem auch auf die Fallzahlen. Dies wurde schon in vielen Publikationen diskutiert u.a. im Oktober im deutschen Ärzteblatt.
https://www.aerzteblatt.de/studieren/forum/138260In Asien wird mit relativ tiefer Zyklenzahl (25-30) getestet, um hauptsächlich diejenigen Positiven zu finden, die jemanden anstecken können. Das sind dann massiv weniger Fälle als bei hoher Zyklenzahl (35-40). Dies erleichtert das Tracing dann enorm, dass zudem als "backwards tracing" ,also rückwärts betrieben wird, um schnell die grossen Cluster zu finden in denen sich viele anstecken. Diese Leute, die sich im Cluster aufgehalten haben, gilt es dann schnell zu isolieren. Japan fährt diese Strategie, hatte nie einen Lockdown und bei 126 Mio Einwohner im 2020 "nur" 4500 Corona Toten zu beklagen. Natürlich auch ein Vorteil, dass Japan eine Insel ist und die Einreise restriktiv ist. Aber hauptsächlich ist das effektive Tracing und dass praktisch allen den Tracing App für den Erfolg verantwortlich.
Statt endlich einmal die Teststrategie zu hinterfragen und effizienter zu machen, brillieren unsere Politiker lieber mit einem Regel-Wirr-Warr das kein Mensch mehr durchschaut und dass alles stilllegt. Aber wie auch immer, eine Impfung wäre gefunden und es ginge jetzt darum so schnell wie möglich diese 15-20% der Risikogruppe zu impfen, damit die grosse Masse, für die das Virus eher kein grossen Problem ist , wieder ein halbwegs normales Leben führen könnte. Aber wenn es darum geht schnell Lösungen umzusetzen, jedes Leben zählt ja bekanntlich, scheint die Politik eher überfordert...
lg Maputo