freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201117. Nov. 2019 · #1
Liebe Fomis, das Wetter ist mies, der Tag noch lang, die Reise nach Sambia noch gegenwärtig. Ich beginne deshalb den versprochenen Reisebericht. Es kann aber sein, dass Fortsetzungen lange auf sich warten lassen.
11. bis 17. September2019: Von Johannesburg bis zur Grenze in Katima Mulilo (1 550km)
Da ich mich in meinem Bericht im Wesentlichen auf Sambia konzentrieren will, fasse ich mich auf der langen Zufahrt kurz. In unserem Alter hetzt man nicht mehr dem Ziel entgegen, sondern legt Pausen ein. Wir übernachten in Bela Bela, im Marakele NP, im Khama Rhino Sanctuary, auf der Nata Lodge Campsite sowie der Island Lodge Campsite in Katima Mulilo.
Nachdem wir den Bushcamper bei Bushlore übernommen haben, tätigen wir im nächsten Supermarkt den Großeinkauf. Unsere Wohnung für die nächsten 5 Wochen
Bei der ersten Übernachtung fällt uns bzw. mir auf, dass ich zu klein bin, um ins Bett zu steigen. Als ich die Aufstiegshilfe mühsam an einem Gürtel ins Auto ziehe, um die 2. Etage zu erreichen, fährt mir eine Hexe ins Kreuz. Glücklicherweise können wir in einem Hardware Shop in Bela Bela einen weiteren 2-Stufen-Tritt kaufen. Herbert muss einen Geocache finden, während ich im Supermarkt noch ein paar Dinge z.B. eine helle Campingleuchte erstehe, die uns bisher fehlten. Trotzdem nehmen wir uns unterwegs die Zeit, in Thabazimbi eine Freiluftausstellung mit riesigen aussortierten Gerätschaften der ansässigen Mine zu besichtigen. An der Thabezimbi Mine Die Mine ist noch in Betrieb. Kamen uns bis dahin vollbeladene LKWs entgegen, so haben wir sie im weiteren Verlauf vor uns. Wir kommen so spät im Marakele NP an, dass es leider nur noch zu einem kurzen Game Drive reicht. Impalabock im Marakele NP Marakele NP
Der Limpopo kennzeichnet den Grenzverlauf zwischen Südafrika und Botswana.
Mit Beles Pula bezahlen wir am Grenzposten die Straßengebühren und befolgen brav die Maßnahmen der Disease Control. Brrr, wie ich die matschigen Matten mit Desinfektionsmittel hasse! Ärgerlich ist, dass wir wegen der Maul- und Klauenseuche auch verarbeitete Lebensmittel der Klauenträger entsorgen müssen. Produkte von Geflügel hätten wir behalten dürfen, sagt der Kontrolleur. Ich bezweifle jedoch, dass alle botswanischen Grenzer das wissen.
Im Khama Rhino Sanctuary verbringen wir zwei Nächte. Den Weg zum Bird Hide kennen wir vom letzten Mal und sind voller Erwartung, was uns vor die Linse laufen oder fliegen wird. Auf dem Weg dahin lugt so allerlei Wild aus dem Busch: Schwarzfersenimpalas, Gnus, Zebras, Warzenschweine und eine bunte Vogelschar. Am Hide beglücken uns hektische Perlhühnchenscharen, Zebras, Warzenschweine im Schlamm, ein Wasserbock, Mangusten und zu unserer Freude zwei weiße Nashörner. Der Gaukler hoch im Baum sitzt im Gegenlicht und tut uns nicht den Gefallen, sich zu bewegen. Über Mittag machen wir Siesta, setzen uns dann ins Restaurant, um unsere Mails zu checken und Bushlore zu schreiben, weil ein paar kleine Probleme aufgetreten sind. Heute ist Samstag und es wird laut auf dem Campingplatz, viel zu viele Overlander und Großfamilien fallen ein und sind bis nach Mitternacht fidel. Zebras am Bird Hide Nashörner am Bird Hide
Auf der Weiterfahrt plagen mich Rückenschmerzen, während sich bei Herbert ein Magen-Darm-Infekt entwickelt. Das Essen in der Nata Lodge lassen wir ausfallen. Ich steige früh ins Bett, denn im Liegen geht es mir am besten. Herbert legt mehrfach die Strecke zur Toilette zurück.
Trotz vieler Potholes kommen wir ab Nata gut voran. Ich versuche, meine Rückenschmerzen zu ignorieren. Am Straßenrand sehen wir Steinböckchen, Hornraben, Giraffen und hurrah! den ersten Elefanten. Bei Bushlore in Kazungula erledigen erfolgreich ein paar Probleme und fahren ins Senyati SC, wo uns am Anfang der Zufahrt eine kleine Gruppe Elefanten begrüßt. So gerne wir hier sind, diesmal gibt es Unannehmlichkeiten, denn unser Klo ist in wüstem Zustand. Die Chefin ist – wie bekannt – nicht besonders freundlich. Doch die Putzfrau, diese arme Person, erledigt ihre unerfreuliche Aufgabe bestens. Herbert geht es etwas besser, er widmet sich später den Elefantenfamilien am Wasserloch. Ich lege mich zeitig ins Bett, höre aber noch lange das tiefe Brummen und ärgerliche Trompeten der großen Grauen. Wie schön, wieder hier zu sein! Abmarsch nach erfolgreichem Schlammbad
Seit unserer Pirschfahrt 2018 durch den gesamten Chope NP vom Ngoma Gate bis nach Kasane, träumten wir von der bis Ihaha abenteuerlichen Strecke und die vielen abwechslungsreichen Tiersichtungen. Diesmal starten wir am Sedudu Gate und sind statt der geplanten 3,5 Stunden 5 unterwegs, weil sich der Zustand der Wege verschlechtert hat. Einfahrt ins Sedudu-Gate Karminspint an der Chobe Riverfront An der Chobe Riverfront 3 Giraffen an der Chobe Riverfront
Während bis Ihaha noch viele Tiere zu sehen sind, können wir uns im 2. Teil bis Ngoma nur noch auf die abenteuerliche Wegstrecke konzentrieren. Am Grenzübergang nach Namibia dauert es wie gewohnt bürokratisch lang.
Wir fahren nach Katima M., kaufen ein, tanken und suchen unseren Campingplatz Namwi Island auf. Der Platz unter unserem Baum ist frei, und wir stellen uns in seinen tiefen Schatten. Erstmals gelingt es uns, den Trompeter Hornvogel zu fotografieren, der hier seit langem seine Wohnung hat. Wir freuen uns, auch wenn es nur für ein Beweisfoto reicht. Der Trompeter Hornvogel mag sich nicht fotografieren lassen
was gibt es bei dem trüben und nasskalten Wetter schöneres, als ein neuer Reisebericht über Sambia 🤩
Da bin ich mal auf die Fortsetzung gespannt wie ein Flitzebogen und freu mich auf Deine Schilderungen und die tollen Fotos.
Liebe Grüße und bis bald Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201418. Nov. 2019 · #3
Liebe Freshy,
klar bin ich bei Eurem Bericht dabei!
Um ein Haar wären wir just in diesen Tagen in Sambia unterwegs gewesen - aber wir mussten unsere Prioritäten dann doch etwas anders setzen - obgleich das Angebot schon sehr verlockend war.
Jetzt bin ich gespannt, ob ich mich ärgern muss, dass wir uns dagegen entschieden haben 😗
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201118. Nov. 2019 · #5
Wir sind in Sambia angekommen und müssen uns eingewöhnen. Zum ersten Mal lernen wir ein schwarzafrikanisches Land mit seinen Vor- und Nachteilen kennen. Noch leicht befangen wagen wir aus dem Auto heraus die eine oder andere Straßenszene zu fotografieren.
18. bis 20. September: Vom Grenzübergang Katima Mulilo bis zur Ikithe „Luxury“ Lodge
Erlebnisse an der Grenze nach Sambia
Die Ausreise von Namibia nach Sambia dauert nur dreißig Minuten, dann geht es los. Kaum sind wir in Sambia, werden wir von Geldwechslern umlagert. Es gibt kein Entkommen, bis wir Kwachas eingewechselt haben. Die Meute der Geldwechsler umlagert unser Auto Merke: Erst die Kwachas entgegennehmen und zählen, danach die US$ hinausreichen. Die jungen Männer im Pulk sind gewieft und aufdringlich, der Umrechnungskurs entspricht ungefähr den Berichten anderer Fomis. Die Situation nervt uns gewaltig. Es soll einen ATM gleich hinter der Grenze geben, doch wir wissen nicht wo. Ich empfehle jedem, der auf dem Landweg nach Sambia will, sich von Freunden oder Bekannten Kwachas mitbringen zu lassen.
Wir verstehen die Reihenfolge nicht, wonach wir die Grenzdienste in Anspruch nehmen müssen. Haben im Hinterkopf pausenlos die Sorge, dass Bushlore uns die erforderlichen Unterlagen nicht komplett und korrekt übergeben haben könnte. Doch die Sorge ist unbegründet. Verwirrend ist, dass mal mit der Landeswährung Kwacha, mal mit US$ gezahlt werden muss. Wir werden ohne Methode durch die Schalter geschickt: Customs, Immigration, Insurance, Interpol, Roadtax. An jedem Schalter frage ich zu Beginn: „Was brauchen Sie von mir?“ Und wenn ich fertig bin: „Wohin muss ich als nächstes?“ Positiv ist zu vermerken, dass die „Beamten“ freundlich sind, und niemand uns zu betrügen versucht. Nach zweieinhalb Stunden haben wir die Prozedur hinter uns und sind total fertig. Als wir schon glauben, dass wir alles erledigt haben, müssen wir an einem vergitterten Kabäuschen auf dem Parkplatz 50 Kwacha Council District Fee entrichten. ....Auf dem Parkplatz schwerbeladene LKWs. Was sie wohl transporteren?
Auf dem Weg nach Sioma werden wir erneut angehalten, um „Levy“ zu bezahlen, jedoch dafür zum District Council im Ort fahren und dann mit der Quittung als Beweis zurückkommen sollen. Das gibt’s doch gar nicht!!! Der Beauftragte stottert ein unverständliches Englisch und gibt nicht nach. Wir auch nicht. Wir streiten so lange, bis sein uniformierter Chef aus seiner Bude kommt und wir die 50 Kwacha gegen Quittung an Ort und Stelle bezahlen „dürfen“. Merke: Im Hupe steht, dass diese Gebühr nur für Lebensmittelhändler bestimmt ist. Einzelheiten s. Erfahrungsbericht.
Unser Ziel, die Lodge Whispering Sands beim Nationalpark Ngonye Falls ist eine erfreuliche Überraschung. Die Lodge mit Campsite liegt wunderschön zwischen kleinen Seen und blonden Dünen, die sich malerisch gegen schwarze Steinhügel abheben. Blick aus dem Restaurant über den Pool
....Traumhafte Landschaft
Die Wirtsleute sind nett, das Dinner, ein riesiger Fisch namens Breem(?) Bream = Brasse (danke Friederike), schmeckt ausgezeichnet. Die Wirtin zeigt uns stolz Fotos von Festen, die sie ausgerichtet hat. Im Umkreis von 300km würde es kein so gutes Restaurant wie das ihre geben, sagt sie. Da wir die einzigen Gäste sind, dürfen wir ohne zeitliche Begrenzung das Internet nutzen. Herbert versucht vergeblich, den Blog zu aktivieren – keine Chance, Strato blockt Sambia! Wir geben auf, diesmal gibt es nur Mails an Interessierte daheim. Nachzutragen ist, dass Herbert immer noch Durchfall hat.
Atemberaubende Ngonye Falls
....Einer der Wasserfälle Nur wenige Kilometer von der Campsite entfernt fahren wir in den Nationalpark der Ngonye Falls ein, zahlen im Visiters Center 150 Kwacha (Beleg sei nicht nötig, so so!) und wandern zu den Wasserfällen. Die Landschaft ist atemberaubend, erinnert ein wenig an die Plitvitzer Seen ohne Heerscharen von Japanern und anderen Touristen. Die Wasserfälle stürzen von verschiedenen Stellen aus in den Sambesi, nach jedem Schritt ändert sich der Ausblick. Bald schon wird es heiß, und wir kehren um. Am Visiters Center erkundigt sich Herbert nach der Zufahrt zu den Wasserfällen auf der Ostseite der Brücke. Was zur Folge hat, dass schnell ein Beleg ausgestellt wird, weil dieser auch für den Teil des NPs auf der anderen Flussseite gilt. Merke: Mit kleinen Betrügereien ist hin und wieder zu rechnen. Die Zufahrt auf der Ostseite finden wir leider aufgrund fehlender Hinweisschilder nicht. Wir fragen mehrere Passanten, ernten erstaunte Blicke, erhalten jedoch keinen Hinweis. Wessen Englisch ist hier so schlecht, dass die Gegenseite nichts versteht? Also zurück ins Camp, denn es ist inzwischen viel zu heiß, um wandern zu wollen.
Gemütlicher Stellplatz Wir relaxen auf der Campsite. Im Restaurant der Lodge verbringen vier ungehobelte Mitarbeiter von KAZA (Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area) eine Pause, nehmen das Restaurant in Beschlag, als wäre es ihr Zuhause. Sie schauen fern und reden so laut, dass ich mich wieder auf unseren Stellplatz verkrümele. Als sie nicht zahlen wollen, berichtet Herbert später, protestieren die Mitarbeiterinnen der Lodge energisch so lange, bis sie das Geld herausrücken. Mutige Frauen!
Weiterfahrt über Mongu zum Ikithe „Luxury“ Ressort
....Straße nach Mongu ....Lastenfahrrad mit lebendem Huhn und stabilem Fahrradständer Die Straße bis Mongu ist in einem guten Zustand. Bevorzugtes Fahrzeug ist das Fahrrad als erstaunlich tragfähiges Transportmittel. Wir füllen in Mongu unsere Vorräte auf, ziehen am ATM 4000 Kwacha (= 260 Euro), tanken und geben unser 24 km entferntes Tagesziel im Navi ein. .... Kupfer aus den Minen des Copper Belts
Der Weg hat mehr Potholes als Teer, dazwischen Tiefsand, die Straße ist voller Menschen. Vor uns quält sich ein vollbeladener Pkw ohne Allrad durch den Sand, bis er stecken bleibt. Wir fragen uns, ob wir ihn auf der Rückfahrt noch vorfinden werden. Nach zwei Stunden stehen wir vor dem Ressort. .... Umfangreiche Hausordnung 🙁 Ein riesiges Schild macht Gäste darauf aufmerksam, was sie alles nicht dürfen, z.B. kein Essen und Trinken mitbringen, angemessene Kleidung beim Schwimmen tragen und nicht unerlaubt fotografieren. Was davon gilt auch für Camper? Wir müssen einen schweren Felsen zur Seite schieben, um das Tor zu öffnen. Die Rezeption des Resorts ist großkotzig, ein Angestellter zeigt uns den Weg zur Campsite. Hier ist der Sand so tief, dass man bis zu den Knöcheln einsinkt. Der Stellplatz liegt wunderschön an einem idyllischen Badesee mit weißem Sandstrand. Doch Wasser, Strom, Klopapier und Mülleimer müssen wir anfordern. So großzügig und luxuriös die Ablutions gestaltet sind, der Service ist mangelhaft. Es kommt noch schlimmer. Wir sind die einzigen Gäste und nicht wert, dass man sich kümmert. Beim Dinner fällt endgültig der Strom aus und damit auch das Wasser. Kerzen oder andere Leuchtmittel sind an uns offensichtlich nur Verschwendung. Aufs Essen warten wir in tiefer Finsternis. Okay, der Koch versteht sein Geschäft und bringt sogar seine Lampe mit, doch wir sind sauer. „Luxury“ scheint hier eine bizarre Bedeutung zu haben. Merke: Sambia ist für viele Überraschungen gut!
....Der Sandstrand im Ikithe Resort .... Auch im Sonnenuntergang schön
Meine liebe freshy - und natürlich auch an Herbert! Na das ist ja ein Zufall! Da gucke ich, ich glaube nach 3 Monaten, zum ersten Mal wieder hier ins Forum, und finde gerade den Anfang Deines Zambia Berichtes! Wie schön!!! Schau, und Ihr habt es gemeistert! Und ich bin sehr gespannt auf Eure weiteren Eindrücke, Erlebnisse und Schlussfolgerungen!
So sitze ich also - endlich wieder auf diesem wunderbaren und zugleich verflixt dysfunktionalen Kontinent! Nun im Norden Tanzanias, nach wie vor mit gehörigen Anfangs-"HicUps" kämpfend - und reise zur Zerstreuung in Gedanken nun mit Euch ein bisschen durch Zambia!
Und ich sage Euch: nachdem Ihr nun Zambia gemeistert habt, kommt Ihr um Tanzania nicht mehr herum 😉
ist eine Brasse/Brachse = bream, hat leider fürchterlich viele Gräten! Ich freue mich wie der berühmt- berüchtigte Bolle über Deinen Bericht, obwohl er noch ein bißchen knörrig klingt 😎 .... Liebe Grüße Friederike
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201118. Nov. 2019 · #9
Liebe Fomis, herzlichen Dank allen, die sich für einen Reisebericht über Sambia interessieren. Ich bemühe mich, euch nicht zu lange auf die Fortsetzungen warten zu lassen. Entschuldigt bitte, wenn meine Antworten auf eure Kommentare, über die ich mich selbstverständlich freue, deshalb nur im Einzelfall ausführlich ausfallen. Entweder beeile ich mich oder plausche nett mit euch 🙂 .
21.09. bis 23.09.: Vom Ikithe Resort zur Kasabushi Lodge
Das Leben spielt sich in Sambia auf den Straßen ab Kein Wasser morgens in den Ablutions des „Luxury“ Resorts, wir behelfen uns mit Wasser aus dem eigenen Tank und machen, dass wir wegkommen. Auf dem Weg zurück bis Mongu stellen wir mit Erstaunen fest, dass das liegengebliebene Fahrzeug weg ist. Ist der Asphalt löchrig, ist Sand die bessere Alternative.
Ab mittags tragen die Menschen heute sonntägliche Kleidung, schließlich ist der Samstag ein Ausgehtag. Müssen wir an einer Kontrollstelle anhalten, kommen Händler ans Auto und reichen uns Bastmatten, Gemüse oder lebende Hühner herein. Nie werde ich die erwartungsvollen Augen des Hühnerhändlers vergessen, der nicht versteht, wieso wir ihm kein Huhn abkaufen – hier stoßen Welten aufeinander. Bisher ist uns im südlichen Afrika nicht aufgefallen, dass sich das pralle Leben an den Straßen abspielt. Wir fahren mitten hindurch. Sobald sich eine Möglichkeit bietet, fotografieren wir aus dem Auto heraus. Wir lächeln und zeigen auf den Fotoapparat. Meist lächeln die Menschen zurück und winken, manche schauen misstrauisch, doch nicht alle sind einverstanden. Hier wird der abgebrannte Wald verkauft
Die Straße bis zum Kafuefluss ist miserabel, auch die M9 wird nicht besser. Die Humps sind so gestaltet, als ob möglichst viele Autos Schaden nehmen sollten, und machen ein Viertel der Strecke aus. Wir überqueren den Kafue wegen Bauarbeiten auf einer Behelfsbrücke und steuern Roy’s Camp an. Kurz vor der Einfahrt überholt uns ein Hippo, das ins Wasser will. Uuups! Das Camp liegt fast schattenlos am Ufer des Flusses, die Einrichtungen sind zwar spartanisch einfach aber funktional – beinahe luxuriös. Wir duschen erst einmal ausgiebig! Später hören wir den Unterhaltungen der Hippos zu und gehen früh zu Bett. Der einzige Schattenplatz bei Roy
Der Donkey wird zuverlässig beheizt
Tolle Aussicht aus der Tür des "Örtchens" auf den Kafue Händewaschen nicht vergessen! Merke: Echter Luxus ist, wenn alles funktioniert!
Wir entern den Kafue Nationalpark Kurz vor dem Gate Verfahren können wir uns nicht
Die Einfahrt zum Nationalpark liegt einige Kilometer zurück auf der westlichen Seite des Kafue. Das Schild „Spinal Road“ und der Hinweis auf unsere nächste Unterkunft „Kasabushi Camp“ sind nicht zu übersehen. Wir blasen am Gate die Backen auf, weil wir für die 5 Tage NP incl. Fahrzeug 320 US$ bezahlen müssen. Die Spinal Road ist gut befahrbar, der Busch jedoch ist verdorrt, an vielen Stellen verbrannt. Alle Wasserdurchfahrten und Swamps sind ausgetrocknet, hinter uns her weht eine riesige Staubwolke. Wild sehen wir nur gelegentlich. Das wunderschöne Kasabushi Camp liegt direkt am Fluss, aus dem uns eine Hippogang lautstark begrüßt. Die Ablutions sind liebevoll designet, gleichzeitig architektonisch durchdacht und funktionieren einwandfrei. Sie sind ein Werk der Besitzer Andy und Lib Wilson.
Abends unternehmen wir mit Andy eine Flussfahrt. Er berichtet, dass sein Boot aus Maun stammt und aus dickerer Haut als üblich hergestellt wurde, da der Kafue mit Felsen durchsetzt, nicht mit dem Okavangodelta zu vergleichen ist. Langsam gleiten wir dahin, zwängen uns durch Stromschnellen, kratzen an Felsen entlang, beobachten Vögel und winken den Hippos zu, die uns beobachten.
Gut, dass ich vor der Tour die Linsensuppe vorgekocht habe, so muss ich sie nur noch aufwärmen. Sobald wir in der Dunkelheit Licht brauchen, werden wir von Insekten umschwirrt. Eine Tsetsefliege beißt mich schmerzhaft in die Schulter. Während Herbert im Schlaf dicke Bäume zersägt, werde ich vor Mitternacht wach, weil in nächster Nähe ein Elefant am Buschwerk knackt und frisst. Eine lichtstarke Lampe irrlichtert durchs Gebüsch. Ich wage mich nicht zur Toilette! Als ich Herbert morgens bitte, mir Fenistil auf den juckenden Fliegenbiss zu schmieren, findet er den Stachel, den eine Biene dort hinterlassen hat. Von wegen Tsetsefliege! Andy fragt uns beim Abschied, ob wir die Elefanten nachts gehört hätten. Sein Wächter hätte sie verjagt.
Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200618. Nov. 2019 · #10
Hallo ihr zwei,
wir verfolgen eure Reise durch Sambia ebenfalls. Vielen Dank schon mal bis hierhin für die schönen Erinnerungen. Wir hoffen, dass es euch ebenso gut gefallen hat wie uns. Das Essen bei Whispering Sands fanden wir auch ausgezeichnet, auch wenn wir keinen Fisch hatten. Schade, dass die Campsite bei Ikithe nicht wirklich in Betrieb war. Aber in Mongu kenne ich zurzeit keine wirkliche Alternative. Freuen uns auf die weiteren Etappen.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201219. Nov. 2019 · #11
Guten Morgen freshy, jetzt bin ich aber froh, dass ich nicht Sissy heiße - und springe sehr gerne bei euch auf! Im Moment ist Sambia bei uns zwar nicht in der Planung, aber im Hinterkopf hab ich das Land für die Zeit, wenn mal mehr Zeit ist, schon lange. Ich bin wirklich sehr gespannt auf eure Erlebnisse! Danke fürs Berichten und viele Grüße Ingrid
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201119. Nov. 2019 · #12
Liebe Fomis, ab heute fasse ich mich kürzer und lade weniger Fotos hoch. Gestern habe ich die riesige Menge mehrfach durcheinander gebracht. @CuF: Guck mal, ich habe den "Bream" korrigiert 🙂 . @Eulenmuckels: Ja, Ikithe hätte schön sein können, wenn das Fachpersonal anwesend gewesen wäre 🙁 . @Franzicke: Sambia ist eine andere Welt als die südlichen Länder. Es hat eine Weile gedauert, bis wir mental angekommen sind. Ich bin froh, dass wir diese Reise unternommen haben.
23. 09.: Durch den Kafue Nationalpark zur New Kalala Lodge mit Campsite
Traurig, wie ausgetrocknet der Busch auf unserem weiteren Weg nach New Kalala ist. Dazwischen immer wieder verbrannte Flächen. In Sambia wird anscheinend der gesamte Wald zu Holzkohle verarbeitet. Teils ist der Weg gut befahrbar, dann wieder rattern wir über Wellblech, knallen durch tiefe Senken und schwanken durch betonierte Flussdurchfahrten, von denen keine Wasser führt. Trockenflussüberquerung und abgebranntes Waldstück
Selten lugt ein Kudu, eine Antilope oder ein Warzenschwein aus dem Gebüsch und hetzt von dannen. Ergebnis der ruppigen Piste: Chaos im Kühlschrank, 3 kaputte Eier, ausgelaufener O-Saft, eine zerbrochene Halterung für Besteck. Nach knapp drei Stunden erreichen wir den Itezhi Tezhi Stausee, aus dem ein Wald toter Baumgerippe herausragt. Drunten liegt wohl Old Kalala
Das Bild erinnert mich ans Dead Vlei
Ansprechende Einfahrt zur Lodge
Die New Kalala Lodge und Campsite liegt romantisch am Berg, aber die gesamte Einrichtung ist in die Jahre gekommen. Es dauert, bis wir das Auto waagerecht und gleichzeitig schattig gestellt haben, denn wir wollen zwei Nächte bleiben. Auch hier sind wir die einzigen Gäste. Vom überdachten Sitzplatz aus habe ich beim Schreiben einen herrlichen Blick über den See und auf die Staumauer. Unser Premium-Stellplatz
Den Abend beschließen wir an einem kleinen Lagerfeuer. ---
Gestern Abend in der aufkommenden Dunkelheit haben wir zugeschaut, wie sich die Lichter der vielen Fischerboote über den See bewegten. Sie fischen Sardellen, sagt man uns. Es sieht aus wie ein wandernder Sternenhimmel im See. Außer den Sternen über uns, dem Ort Itezhi Tezhi auf der anderen Seite des Sees und unserem Lagerfeuer sind sie die einzigen Lichter. Vom Hügel hinter uns hören wir rhythmisches Trommeln und Gesänge. Wir fühlen uns wie in einer anderen Welt. --- Fischerboote wie wandernde Sterne
Heute machen wir es uns gemütlich. fotografieren ein bisschen die Gegend und verschiedene tierische Bewohner. Graufischer auf Beobachtungsposten
Kormoran beim Trockenfönen
Überall wuseln Dassies durchs Gelände
Herbert nutzt den Pool, wir ordern ein Dinner im Restaurant der Lodge, deren Lage über dem See beneidenswert ist. Doch Gebäude und Interieur sind in einem Zustand, der aus unserer Sicht als Sperrmüll bezeichnet werden muss. Aber diese Klobeleuchtung funktioniert (im Gegensatz zum pompösen Ikithe)
Offensichtlich wurde hier vor Jahren ein einziges Mal investiert und nie wieder etwas erneuert oder restauriert. Doch alles ist sauber und gut organisiert. Dass der Strom zeitweise ausfällt, ist der wirtschaftlichen Situation Sambias geschuldet. Das Personal ist sehr freundlich, es gibt Internet, wir genießen das Dinner und den Wein. Ohne Sonnenuntergänge und Lagerfeuer sind die Abende in Afrika nur halb so schön 🙂
take-off1'674 Beiträge · seit 201219. Nov. 2019 · #13
Liebe freshy's, da schließe ich doch gerne auf und begleite euch. Sambia stand eigentlich auch auf meiner Agenda für dieses Jahr. Dann wurde es eine andere Reise.
Daher bin ich sehr an euren Erfahrungen interessiert. Liebe Grüße Dagmar
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201120. Nov. 2019 · #14
25. 09.: Eine abenteuerliche Fahrt durch den Busch
Wir brechen früh auf, hoffen, über den Staudamm fahren zu können und wollen in ItezhiTezhi ein paar Dinge besorgen.
Hier werden die Sardellen verkauft und verladen
In der Ferne die Zufahrt zu einer Mine
Weder dürfen wir über den Staudamm fahren, noch ist dort Fotografieren erlaubt. Keine Ahnung, was am Damm so besonders ist. Die Einkäufe beschränken sich auf Brot, H-Milch, Klo- und Küchenrollen, unsere weiteren Bedürfnisse decken sich nicht mit denen der Einwohner. Die Grocerie ist nicht für unsere Bedürfnisse bestückt
Die Straße hat uns wieder: Potholes, Humps der grausamsten Sorte, laaange Umleitungen durch Staub, Sand oder über getrocknete Lehmwege sowie verschiedene Kontrollen sorgen für Kurzweil. Ein Polizist will uns weismachen, wir bräuchten einen sambischen Führerschein. Wir vermuten, dass es der erste Internationale Führerschein in seinem Leben war und er nicht wusste, was „international“ bedeutet. An der Straße spielt das Leben: Stände mit Gemüse, Obst, Backsteinen, Mengen an Holzkohle in Kiepen. Ob das Heizmaterial in großen Mengen zum Heizen gebraucht wird, ob die Wälder für mehr Ackerland zerstört werden oder um die Tstsefliegen auszurotten, ist ungewiss. Nicht auszuschließen ist, dass die Chinesen ihren gierigen Blick auf die fruchtbaren freiwerdenden Flächen werfen. Wir fahren an einer Stelle vorbei, wo Kinder und junge Menschen ohne Schutzvorrichtungen große Steinbrocken zu Kies unterschiedlicher Größe zerklopfen, wagen aber nicht anzuhalten, um zu fotografieren. Für jedes Dorf eine eigene Schule und eine eigene Religionsgemeinschaft
Technik für das Mobilfunknetz
Endlich erreichen wir die 34 km lange Zufahrt zur KaingU Lodge, wo wir zwei Nächte bleiben wollen. Hier biegen wir Richtung KaingU Lodge ab
Auf einem einspurigen Fahrweg durch verkohlten, teils verschonten, teils brennenden Wald geht es zur Lodge. Auf den Fenstergummis und den Scheibenwischern sitzen Hunderte Tsetsefliegen neben- und übereinander. Ganze Schwärme umschwirren das Auto. Wir fühlen uns unwohl. Einmal kommt uns ein Expeditionsfahrzeug entgegen, sonst sind wir allein. Wir diskutieren, ob wir statt zwei Nächten nur eine bleiben wollen. Kurz darauf wird uns die Entscheidung abgenommen: Quer über dem Weg liegt eine riesige Baumkrone, abgebrannt am Fuß des Stammes, der noch glimmt und raucht. Ein Umfahren ist nicht möglich, zu dicht stehen die Stubben. Wir erwägen auszusteigen, nach dem Beil zu suchen, das Abschleppseil zu aktivieren, die Lodge per SAT Phon zu informieren, doch die Tsetsefliegen hindern uns daran, die Türen oder nur ein Fenster zu öffnen. Das SAT Phon sucht und sucht ohne Erfolg einen Satelliten. Wir müssen KaingU streichen. Nach einer längeren Strecke Rückwärtsfahren finden wir ein Fleckchen, um vorsichtig zu wenden. Furchterregender Stachel
Brennender Wald auf beiden Seiten des Wegs
Hier ist Schluss!
Der Baum hätte uns erschlagen können
Nachmittags landen wir wieder in Roy’s Camp, nehmen unseren Schlafbaum ein und begrüßen Marc, Roy’s Assistenten, sowie die Hippos im Kafue. Wenige Meter entfernt von der Dusche legt ein Elefant eine Pause ein, hinterlässt ein paar saftige Bollen und zieht weiter. Zum Essen gibt es Schweinegulasch mit Kidneybohnen und ein Gläschen Wein bzw. Bier im Licht der untergehenden Sonne. Wir sind enttäuscht, dass wir KaingU nicht erreichen konnten, es hätte ein Höhepunkt der Reise sein sollen. Besuch im Camp
Momente, die wir vermissen werden
26. 09.: In Lusaka werden wir abgezockt
Eigentlich wollten wir in Lusaka nur einkaufen und eine Nacht im Pioneer’s Camp verbringen, bevor wir ins South Luangwa Tal weiterfahren. Weil wir einen Tag KaingU übrig haben, bleiben uns zwei Nächte im Pioneer‘s Camp. Aber noch sind wir nicht da. Die M 9 bis Lusaka ist gut zu fahren. Je näher wir der Hauptstadt kommen, desto stärker wird der Verkehr, verdichtet sich immer mehr, bis wir uns in einem Verkehrsknäuel aus Fahrzeugen, Fußgängern, aufdringlichen Straßenhändlern, Lastenkarren und Gegenverkehr wiederfinden. Mir ist unbegreiflich, dass wir ohne Blessuren hindurchgekommen sind. Der Tankwart berichtet, die Technik für die Koordination der Ampeln sei ausgefallen. Es dauert, bis wir eine Lücke finden, um uns erneut ins Verkehrsgewühl einzufädeln. Kaum haben wir es geschafft, winkt uns eine Polizistin zur Seite, dirigiert uns in eine Nebenstraße, behauptet, unser Navi sei eine Kamera, das sei verboten. Der Versuch ging daneben. Dann: Wir seien bei Rot über die Ampel gefahren – doch die stand hinter unserer Fahrtrichtung. Großes Palaver, bis ich sie von einer Bankeinzahlung auf ihr Konto über 750 Kwacha auf 300 Kwacha in bar herunterhandeln kann. Quittung? Nix da. Erst jetzt erhält Herbert seinen Führerschein zurück. Korruptes Aas! Die beobachtende Kollegin bekommt einen Wink, wir sind entlassen.
Kurz vor unserer Erfahrung mit der Lusakaer Polizei
Als wir die Mandu Hill Mall erreichen, wissen wir, dass wir das Schlimmste überstanden haben, wir befinden uns auf der anderen Seite der City. Shoprite hat alles, was es bei uns auch gibt. Der Grund ist das internationale Publikum der ausländischen Vertretungen und Firmen. Dorf in "moderner" anstatt traditioneller Architektur
Wir packen das Auto voll und fahren zu unserem Ziel Pioneer’s Camp, wo wir einen wunderschönen Stellplatz in einem Bambushain belegen. Den Abend verbringen wir in geselliger Runde mit einer sympathischen Frau aus Hannover, die seit Jahren ihre Urlaube allein in Afrika verbringt.
Sanne2'462 Beiträge · seit 200621. Nov. 2019 · #15
Guten Morgen und danke für den Bericht. Wir wollen nächstes Jahr ja auch Sambia machen. Einen Teil Eurer Strecke haben wir auch vor, ich kenne Sambia ein wenig, für Freunde ist es Neuland. Ich wünschte nur, Ihr hättet bei Korruptionsversuchen nicht gezahlt. Jeder neuer Touri ist dann wieder mit eine Erwartungshaltung konfrontiert. Warum macht Ihr das? Ihr wart doch oft genug in diesen Ländern? Das muss man aussitzen, auf Quittungen warten, ggf. den Obermuckel verlangen.
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
marimari2'240 Beiträge · seit 201121. Nov. 2019 · #16
Sanne schrieb: Ich wünschte nur, Ihr hättet bei Korruptionsversuchen nicht gezahlt. Jeder neuer Touri ist dann wieder mit eine Erwartungshaltung konfrontiert. Warum macht Ihr das? Ihr wart doch oft genug in diesen Ländern? Das muss man aussitzen, auf Quittungen warten, ggf. den Obermuckel verlangen. Viele Grüße Sanne
Guten Morgen, auch von mir danke für den Bericht - lese hier auch mit. Sambia ist mein Lieblingsland im südlichen Afrika 😉 . Wir waren schon öfters da. Zahlen könnte man an vielen Orten. Da sollte man hartnäckig bleiben - gerade in Lusaka muss man sich bei Abzocke nicht abspeisen lassen, da hätte ich gefragt, mit an die nächste Polizeistation zu "dürfen". Wer Sambia als Selbstfahrer bereist hat (und denkt, das Land ist sehr leicht selber zu bereisen / mit Auto), ist dann ready für eine Selbstfahrerreise Tanzania / Kenya... 😄 - da kann man dann (falls man will und viel Zeit hat) stundenlang mit den Behörden diskutieren 🤩 . Liebe Grüsse Mari
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201121. Nov. 2019 · #17
Sanne schrieb: Ich wünschte nur, Ihr hättet bei Korruptionsversuchen nicht gezahlt. Jeder neuer Touri ist dann wieder mit eine Erwartungshaltung konfrontiert. Warum macht Ihr das? Ihr wart doch oft genug in diesen Ländern? Das muss man aussitzen, auf Quittungen warten, ggf. den Obermuckel verlangen. Viele Grüße Sanne
Guten Morgen Sanne und Mari, es war nur ein gelungener Fall, in den beiden anderen Fällen bekamen wir letztlich korrekte Belege für die Zahlungen. Ihr hättet sicherlich cleverer agiert, herzlichen Glückwunsch, aber nicht umsonst heißt der Titel "Sambia ist nichts für Sissys". Ich schreibe diesen Bericht auch deshalb, damit spätere Reisende gewarnt werden. Bei keiner der bisherigen Reisen hatten wir Probleme mit Abzockerei bzw. konnten wir sie abwenden. Doch Lusaka (und später die Grenze bei Kazungula) hat uns überfordert, u.a. deshalb haben wir uns inzwischen entschlossen, nicht mehr nach Afrika zu reisen. Wir sind jetzt in einem Alter (75+), in dem andere Gruppenreisen incl. ärztliche Betreuung unternehmen 🙂 oder gleich Kurlaub machen. Was hätte der Aufwand gebracht, in die nächste Polizeidienststelle zu fahren? Die Polizistinnen waren zu zweit und dann hätte Aussage gegen Aussage gestanden.
Sanne2'462 Beiträge · seit 200621. Nov. 2019 · #18
Guten Abend freshy, es tut mir leid, wenn Du Dich angegriffen fühlst, das war nicht meine Absicht. Ich habe nur gefragt, warum Ihr das nicht ausgesessen habt oder eben verlangt habt, dass Ihr eine Quittung bekommt. Hätte ja auch sein können, dass Ihr Euch bedroht gefühlt habt und dann würde ich im Ernstfall immer zahlen, auch wenn ich sonst auf Zeit spiele. Die Fahrt zu einer Polizeidienststelle hat den Vorteil, dass in der Regel denen der Aufwand zu hoch ist und sie dann ablassen. Aber selbst wenn Du zur Polizei fährst und Aussage gegen Aussage steht, gibt es eine Quittung. Meiner Erfahrung nach ist es das beste zu zeigen, dass man alle Zeit der Welt hat und auf keinen Fall ohne Quittung weiterfahren wird. Dann kommen die alle 10 Minuten, um zu prüfen, ob Du Deine Meinung geändert hast. Das längste, das wir mal aussitzen mussten, waren knapp 1,5 Stunden. Da hatten wir aber schon die Stühle rausgeholt und am Straßenrand eine Cola getrunken.,
Also, nochmal, es war nicht als Angriff gedacht, Nichts für ungut.
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Old Women1'543 Beiträge · seit 201322. Nov. 2019 · #19
Hallo Freshy, für heute hatte ich mir vorgenommen, dir endlich ein paar Zeilen zu deinem aktuellen Reisebericht zu schreiben, denn egal, wo es bei euch hingeht, ich lese immer sehr gerne mit, und nun erfahre ich, dass es nicht nur dein aktueller, sondern auch wohl dein letzter Reisebericht aus dem südlichen Afrika sein wird 🙁 . Schade, obwohl mich der gewählte Titel schon ein wenig darauf vorbereitet hat, was euch widerfahren ist und wie ihr dieses für mich noch unbekannte Land wahrgenommen habt. Gut, dass auch einmal von Widrigkeiten berichtet wird, denn das hilft enorm, ist sehr wichtig für Personengruppen, die als Neulinge diese Gegenden als Selbstfahrer bereisen wollen. Vorbereiten muss man sich, und zwar nicht zu knapp, das steht deutlich zwischen deinen Zeilen. Gruppenreisen ins südliche Afrika sind bestimmt keine Alternative, denn ihr seid es ja gewohnt, immer alles allein zu managen, also frei bei der Tagesplanung zu sein, und dann sind diese Gruppenreisen auch immer so voll gestopft, dass man am Ende des Tages bestimmt völlig erschlagen ist 😮 , so stelle ich es mir zumindest vor, wenn ich so einige Reisepläne lese. Hab vielen Dank, dass du berichtest, ich werde deinen Bericht wie immer aufmerksam verfolgen, auch gerade weil es einmal ein Bericht von einer Reise ist, auf der wohl nicht immer alles glatt lief. Vielleicht klappt es dieses Mal, dass wir uns ein wenig in Büsnau austauschen können. Beim letzten Mal hatten uns Gudrun und Albert mit ihrem Fotobuch über Kenia so eingeheizt, dass in der Tat nicht Gespräche mit allen Fomis möglich waren. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung eurer Erlebnisse in Sambia.