fotomatte2'518 Beiträge · seit 200929. Nov. 2019 · #61
Liebe Gertraude,
der unbenamste Vogel ist ein Common Sandpiper, oder Flußuferläufer. Die Pratincole hört auf deutsch auf den Namen Rotflügel-Brachschwalbe. Und nun zum Langzehen-Strandläufer: so einen kenne ich nicht. Dein Foto zeigt links einen Regenpfeifer, der rechte, grössere ist ein Ruff, oder Kampfläufer.
Vielen Dank für deinen Bericht über eine Reise, die nicht nur schön und harmonisch war.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201129. Nov. 2019 · #62
@Mabe: Dies ist das Dankeschön für deine Anmerkung, nein, es ist noch nicht das Fazit 😄 . Das muss warten. Mal schauen, ob ich es bei einem Glas Wein 🙂 verfasse, oder nachdem ich mich wieder einmal um geschäftliche Post 🙁 gedrückt habe 😗 . Das wirkt sich mit Sicherheit auf die Kernbotschaft aus.
Wenn wir nicht mehr nach Afrika fliegen, so sind daran nicht die Maläsen während unserer Sambiareise schuld. Schon im Vorfeld haben wir uns entschieden, künftig andere Wege zu "beschreiten".
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201129. Nov. 2019 · #63
Hallo Matthias, danke für die Vogelbestimmungen. Auf dich und auch Maddy kann man sich wirklich verlassen 😘 . Bei der Beobachtung der Kronenkraniche musste ich an dich denken, schade, dass wir sie nicht besser erwischt haben.
Es gab viel mehr Schönes auf der Reise, aber die Scherereien bleiben stärker im Gedächtnis hängen.
sphinx1'624 Beiträge · seit 201529. Nov. 2019 · #64
Hallo freshy Endlich hatte ich Zeit Deinen Bericht zu lesen. (Ein einsamer Hotelabend hat doch auch etwas Gutes.) Ich bin sehr auf Dein Fazit gespannt, will mich aber schon heute fürs Schreiben bedanken. Eure Reise hat bei mir viele schöne Erinnerungen geweckt, wir hatten aber auch nicht Eure Widrigkeiten. Herzliche Grüße Elisabeth
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201101. Dez. 2019 · #65
sphinx schrieb:Hallo freshy Endlich hatte ich Zeit Deinen Bericht zu lesen. (Ein einsamer Hotelabend hat doch auch etwas Gutes.) Ich bin sehr auf Dein Fazit gespannt, will mich aber schon heute fürs Schreiben bedanken. Eure Reise hat bei mir viele schöne Erinnerungen geweckt, wir hatten aber auch nicht Eure Widrigkeiten. Herzliche Grüße Elisabeth
Hi Elisabeth, ich freue mich, dir einen einsamen Hotelabend versüßt zu haben. Am Fazit knabbere ich noch. Es gäbe so viel zu sagen, aber ich sollte mich aufs Wesentliche beschränken. Seufz! Ist nicht einfach.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201102. Dez. 2019 · #66
Matthias hat es auf den Punkt gebracht: Es war eine Reise, die nicht nur schön und harmonisch war. Betonung liegt auf nicht nur.
Positiv Wir waren zum ersten Mal in einem schwarzafrikanischen Staat! In Sambia ist das Leben ursprünglicher als bei den südlichen Nachbarn. Die Menschen sind auf natürliche Art freundlich und hilfsbereit, ohne devot zu wirken. Nie wurden wir angebettelt, obwohl Sambia zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Die Straßen sind der öffentliche Raum. Weite Strecken fuhren wir mitten durch das Alltagsleben der Menschen. Nie haben wir uns unterwegs unsicher oder gar gefährdet gefühlt, nicht auf Märkten, nicht sonst wo im Gedränge, doch ans Angestarrt werden mussten wir uns erst gewöhnen. Die Schönheit und das Interessante in Sambia tritt noch nicht demonstrativ in den Vordergrund. Z.B. liegt das Vermarkten seiner „Juwelen“ für den Tourismus mit Ausnahme der Nationalparks in den Anfängen. Vor allem der Westen ist touristisch ziemliches Neuland. Wir hätten uns dort länger aufhalten sollen. Das Personal in den Unterkünften und Gaststätten ist höflich, freundlich und auskunftsbereit. Bemerkenswert: Selten ist es unsauber, selten liegt Abfall herum. Viele defekte WCs, vermutlich weil das Geld für Instandhaltung fehlt, doch es wird Wert auf Sauberkeit gelegt. Sogar an den Tankstellen!
Negativ: Trotz des immensen Vorkommens an Kupfer und seltenen Erden sind die Menschen sehr arm. In Petauke trafen wir ein internationales wissenschaftliches Team, das untersuchte, inwieweit die Bevölkerung Zugang zu gesunder und ausreichender Ernährung hat. In den Landesteilen, die wir besucht haben, war es ausgesprochen trocken. Nichts blühte oder grünte. Die meisten Flüsse ausgetrocknet, ebenso Wasserlöcher und Feuchtgebiete. Das Klima hat uns während unserer Reise stark zugesetzt. Morgens war es während einer kurzen Spanne angenehm, dann Hitze zum Teil bis in den späten Abend hinein. Leider wird der sambische Wald großflächig abgebrannt und zu Holzkohle verarbeitet, was streckenweit eine trostlose Landschaft hinterlässt. Die dadurch gewonnenen Flächen werden für Ackerbau genutzt. Es besteht der begründete Verdacht, dass chinesische Firmen die Nutznießer sind. Die gesamte Einrichtung mancher Campingplätze und auch Lodges war sehr „abgewohnt“, was bedeutet, dass nach einer einmaligen Investition nie mehr in Renovierung investiert wurde. Aus meiner Sicht sind die NPs überteuert. Hinzu kommt, dass wir aufgrund der Trockenheit und Hitze weder im Kafue noch im South Luangwa auf unsere Kosten kamen. Schon am Morgen verzog sich das Wild ins Gebüsch oder war teilweise ganz abgewandert. Eine Ausnahme war Kasabushi im Kafue NP. Die Highlights im Land liegen relativ weit auseinander. Obwohl wir das wussten, haben uns einige Strecken wegen sehr schlechter Straßenverhältnisse Nerven gekostet. Der Touristenort Livingstone ist die personifizierte Abzocke, nicht nur sind die Preise für die touristischen Angebote unverschämt, außerdem werden den Touristen nur auf gezielte Nachfrage günstigere Alternativen genannt (Beispiel Taxifahrt anstatt Sightseeingfahrt). Die Zahlung mit Kwacha oder US$ führt zur permanenten Umrechnerei.
Was uns besonders geärgert hat: • Der Ansturm der Geldwechsler an den Grenzübergängen, da Kwacha nicht international gehandelt werden. • Der abwesende Service jeglicher Art im Ikithe Resort • Die allgegenwärtige Korruption, selbst erlebt am Beispiel einer Polizistin in Lusaka • Die versperrte Zufahrt zur KaingU Lodge durch brennenden Wald • Der raffiniert eingefädelte Betrug im Mosi oa Tunya NP • Das gut eingespielte Team der Grenzmafia in Kazungula.
Dies sind unsere Eindrücke und Erlebnisse. Andere Reisende werden mit anderen Eindrücken zurückkommen. Mag sein, dass gewiefte Touristen mit den grenzwertigen Situationen cleverer umgegangen wären als wir. Was ich aber nicht auf mir sitzen lasse, ist der mehrfach vorgebrachte Vorwurf hier im Forum, mit unserem Verhalten hätten wir der Korruption Vorschub geleistet. Als Touristen bzw. Gäste eines Landes haben wir nicht die Aufgabe, korrupten Vertretern dieses Landes Moral zu predigen, sie gar umzuerziehen. Es ist die Pflicht eines Staates selbst, dafür zu sorgen, dass Korruption keine Chance hat, und Einwohner wie Gäste davor zu beschützen.
Wir werden nicht mehr nach Sambia reisen, doch die teilweise widrigen Vorkommnisse sind nicht schuld daran. Schon heute packt mich Wehmut, wenn ich die Fotos unserer Reise betrachte. Einen Einblick in eine fremde Kultur zu erhalten, hat einen besonderen Reiz und war auf keiner Reise so präsent wie in Sambia. Es hätte sich gelohnt, mehr von den Menschen und ihrem Leben zu erfahren. Wir werden die farbenprächtigen Sonnenuntergänge ebenso vermissen wie die flackernden Lagerfeuer in einsamen Camps. Wir hätten uns mehr Tiersichtungen gewünscht, doch dafür hat uns der Bootsausflug auf dem Chobe entschädigt.
Liebe Freshy, danke für Deinen ehrlichen, nichts beschönigenden Bericht. Dennoch hat das Schöne überwogen, was man an Deiner "Wehmuts"-Aussage spürt. Viele Grüße Friederike
Old Women1'543 Beiträge · seit 201304. Dez. 2019 · #68
Andere Reisende werden mit anderen Eindrücken zurückkommen. Mag sein, dass gewiefte Touristen mit den grenzwertigen Situationen cleverer umgegangen wären als wir. Was ich aber nicht auf mir sitzen lasse, ist der mehrfach vorgebrachte Vorwurf hier im Forum, mit unserem Verhalten hätten wir der Korruption Vorschub geleistet. Als Touristen bzw. Gäste eines Landes haben wir nicht die Aufgabe, korrupten Vertretern dieses Landes Moral zu predigen, sie gar umzuerziehen. Es ist die Pflicht eines Staates selbst, dafür zu sorgen, dass Korruption keine Chance hat, und Einwohner wie Gäste davor zu beschützen.
Hallo Freshy, mit deinem Statement sprichst du mir aus der Seele. Es wird immer Menschen geben, die glauben, es besser zu wissen, aber weißt du was, du hattest dich diesem Problem zu stellen, hattest keine Zeit, dich damit lange auseinander zu setzen, Pro und Kontra gegeneinander abzuwägen. Wir hätten es genauso gemacht, denn zum Märtyrer bin ich nicht geboren, dann bin ich lieber ein wenig "feige" 😐 und wähle den gefahrloseren Weg. (du verstehst, wie ich den Begriff "feige" gemeint habe) Uns wird es ja im Januar/Februar 2020 nach Chile/Argentinien verschlagen. Durch die sozialen Unruhen, die noch immer nicht komplett abgeebbt sind, wird auch die Carretera Austral durch Straßenblockaden eingeschränkt befahrbar sein, an einsamen Grenzübergängen wie dem Paso Roballos von Chile nach Argentinien soll auch die Korruption sehr stark zugenommen haben. Argentinien ist total pleite, die Inflation extrem hoch, da zockt man dann die Touris ab. Wir werden sehen, ob mögliche Straßenblockaden durch ein bisschen Bakschisch weggeräumt werden können und ob sie uns an der Grenze abzocken. Dass ich fließend spanisch spreche werde ich auf keinen Fall sofort raushängen lassen, obwohl dies einem sonst sofort Tür und Tor bei der einheimischen Bevölkerung öffnet. Reisen ist immer wieder ein Abenteuer, und wenn ich deine Reiseberichte so Revue passieren lasse, dann kann ich schon sehr gut verstehen, dass ihr ein wenig enttäuscht wart. Mensch, was habt ihr für Sichtungen gehabt, konntet meist aus dem Vollen schöpfen. Da war Sambia durch die Dürre nicht sehr ergiebig. Vielen Dank noch einmal für deinen sehr ehrlichen Bericht. Ich wünsche euch für die nächsten Jahre erst einmal weiterhin viel Freude bei euren Reisen, wo auch immer sie euch hin verschlagen werden. Ich hoffe, du berichtest, damit ich dann, wenn ich dein Alter erreicht habe, aus einem großen Fundus schöpfen kann.
fiedlix549 Beiträge · seit 201605. Dez. 2019 · #69
Liebe Gertraude,
hab vielen Dank für deinen sehr kurzweiligen Reisebericht, der sehr interessante Einblicke zeigte. Trotz der Widrigkeiten konnte man deinem Fazit entnehmen, dass es doch eine schöne Reise war. Diese TseTse Fliegen allerdings schrecken mich -zumindest in der Theorie- mehr ab als manch andere Situation. Noch kann ich es mir gar nicht vorstellen, dass dies euer letzter Afrika Aufenthalt gewesen sein soll, aber ihr habt ja so viel schöne Erinnerungen, da kann man lange davon zehren und wer weiß ...
liebe Grüße Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
mika1606663 Beiträge · seit 201605. Dez. 2019 · #70
Hallo Freshy,
Frisch zurück von einer beeindruckenden Selbstfahrer Rundreise durch den Oman (es gibt auch interessante Reiseziele ausserhalb des afrikanischen Kontinents 😎 ) habe ich heute Morgen Deinen RB in einem Rutsch sehr aufmerksam gelesen. Denn auch wir beschäftigen uns "mittelfristig"" mit dem Land als Reiseziel.
Hab ganz herzlichen Dank für Deinen interessanten, kurzweiligen und insbesondere ehrlichen RB, der sehr interessante Einblicke aufzeigt. Trotz der Widrigkeiten konnte man Deinem Fazit entnehmen, dass es doch auch eine schöne Reise war. 😉
Für Eure zukünftigen Reiseplanungen wünsche ich Euch beiden alles Gute & immer eine glückliche Hand bei der Auswahl. Vielleicht lässt Du uns übers Forum daran ein wenig teilhaben.
Schöne Grüsse Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
nun hat mich mein schlechtes tanzanisches Internet tatsächlich durch den ganze Bericht geschaukelt - leider bekam ich mich erst jetzt angemeldet, und konnte deshalb beim Lesen den DANKE button nicht drücken. Nimm das hier statt dessen als DICKES DANKE!
Ich habe mich sehr gefreut, dass Eure "schwarzafrikanischen Eindrücke" trotz mancher Tiefschläge positive waren, dass Faszination und Freude an den Menschen durchklangen! Du hast sehr schöne Photos ausgewählt - hab Dank dafür!
Und zu den schwierigen Teilen dieser Reise: ich finde, ihr könnt stolz auf Euch sein! 🙂 Ihr habt die verschiedenen Situationen sehr gut gemeistert! Dass man hinterher vielleicht nicht immer zufrieden ist mit seinen eigenen Reaktionen, oder ob man (wenn man dann Zeit zum reflektieren hat - die man IN der Situation NICHT hat!!!!) es anders machen würde und sich ggf. ärgert, das bleibt bestehen. Wie im wahren Leben eben 😉
Eure schlechten Erlebnisse mit Korruption und Abzocke: Wir haben den Vorteil, dass wir das alles schon aus vielen anderen Erfahrungen in anderen Ländern kennen. Dafür, dass Ihr zum ersten Mal mit so etwas konfrontiert wart: Hut ab! Ihr braucht Euch nicht verstecken, Ihr habt es gut gelöst (und es gibt meiner Ansicht nach in solchen Situationen nie nur eine "richtige" Lösung!!!!)
Die genannte Grenze haben wir ähnlich unangenehm erlebt (uns zwar auf die Schleuser nicht eingelassen, sondern alles selber gemacht, aber angenehmer war das Drum herum deshalb nicht unbedingt 😎 Unsere Abocke bestand in schlechtem Wechselkurs, da wir Pula brauchten, und es in Kazungula ja keinen ATM gibt!!!). Wie von Topobär erwähnt: als besonders "schlimm" hätte ich die von Euch geschilderten Vorkommnisse für mich auch nicht eingestuft, aber "Spaß" ist definitiv etwas anderes - und jeder empfindet Dinge unterschiedlich. Und, ja, ich sage es noch einmal: Ihr habt es gut gemeistert, und wenn es für Euch persönlich einfach ein Stück zu hart war, dann ist das so, und nur Ihr könnt entscheiden, was für Euch weiterhin geht, und was nicht!
"Organisierte Kleinkrimminalität": ja, das kann man ruhig so benennen. Damit lebt man in diesen Ländern. MUSS damit leben. Und ich halte es da mit Mzeekenya, Cruiser und anderen: man sollte zwar weiter seine Ideale hochhalten, aber man muss in Ländern, wo dies Alltag ist, mit alle dem einfach auch "jonglieren" und situationsgemäß abwägen. Und: es gibt gewiss sogar Situationen, die ich an unterschiedlichen Tagen in unterschiedlicher Verfassung unterschiedlich lösen würde!!!! Das ist doch keinesfalls verwerflich, sondern einfach nur normal!
Dass der South Luangwa Euch so im Stich gelassen hat, tut mir sehr leid für Euch - wir haben viele Tiere gesehen, auch Leoparden und Wildhunde, waren aber damals im April, also Ende Regenzeit dort.
Ich lese heraus, dass es einfach eine sehr andere als Eure "üblichen" AfrikaReisen war - weniger Wildtiersichtungen, dafür andere afrikanische Eindrücke: etwas mehr von der Härte und dem Zweispalt dieser Länder - aber eben AUCH viel Positives!!! Es freut mich dass Du diese anderen Dinge so wahrnehmen kannst, dass Du dennoch sagst: eigentlich reizt dich dieses Land nach wie vor. Es muss ja deshalb nicht zwingend in eine erneute solche Reise münden! Nun müsst Ihr alles erst mal setzten lassen - und falls dann doch irgendwann mal wieder die Neugierde in Euch kitzelt 😏 , dann lade ich Euch ein, eine kleine "betreute Selbstfahrer-Reise" in Tanzania zu machen - wir könnten ja zusammen ein paar kleinere Touren machen, bei denen Eure Autonomie bestehen bleibt, Ihr aber in solchen "grenz-wertigen" Situation nicht ganz auf Euch gestellt wärt, weil wir gemeinsam mit zwei Fahrzeugen unterwegs wären...…? Ach ja, ich träume schon wieder..... dabei leben wir immer noch im Chaos - seit nunmehr 4 Monaten immer noch nur von unseren 6 Plastik-Campingtellern und -bechern (um nur ein kleines Beispiel zu nennen), da unsere Sachen immer noch nicht ins Land kommen.... Manchmal ist die Geduld überstrapaziert, und dann muss man sich wieder die schönen Seiten dieser Länder hochhalten, und eben auch ein bisschen träumen..... 😉 😎
Ich grüße Euch ganz herzlich, alle Beide! Immer wieder schaue ich die Bilder an, die wir gemeinsam mit Euch in Waldenbuch gemacht haben, wie wir alle aus dem Bilderrahmen springen! 😄 Schön war das - und schön, nun beim Lesen Deiner Berichten "echte" Menschen dabei vor Augen zu haben!!!
Hallo freshy, ich bedanke mich auch für deinen Bericht. Herzlichen Dank und Grüße, Werner
@ das Nachgeben gegenüber Angeboten, die man kaum Ausschlagen kann, hat mE viele Spielarten. Was freshy geschildert hat, regt leicht auf, weil eine Amtsperson ihr Macht- und Handlungsmonopol zur persönlichen Bereicherung missbraucht hat…und weil es in Afrika passiert ist, regt es manche noch mehr auf, weil eh schon wissen….TIA eben. Es gibt nichts Schöneres als bestätigte Vorurteile, auch wenn sie im Einzelfall sowieso begründet waren. Was freshy erlebt hat fällt mE erstens nicht nur unter „Korruption“ sondern auch unter Erpressung, Nötigung, die (straf)rechtlichen Aspekte sind aber etwas für Juristen. Zweitens sollte man, neben aller Empörung über den Vorfall, auch Revue passieren lassen, wie alltäglich das Alles daheim in unserem Alltag ist, wie wir dabei mitmachen, gezwungenermaßen aber auch mit Begeisterung. Korruption, im Sinne von Vorteilsnahme/gewährung gegen Entschädigung, hat viele Spielarten, die nicht alle so krude und offensichtlich wie der Anlassfall sind. Das „Erkaufen“ von Vorteilen gegenüber anderen ist in unserer Gesellschaft auch weitverbreitet und wir/manche machen oft dabei mit, manchmal gezwungenermaßen, manchmal aber auch mit Begeisterung (bei Erfolg). Denn nicht mit zu machen, würde Verzicht auf Objekte unserer Begierde bedeuten. Der Bogen dabei ist weit gespannt: Von der „Kulanz“ bei der Bauverhandlung des Eigenheims, dem Vergabe- und Beschaffungswesen im öffentlichen Bereich und privater Wirtschaft …. bis zur Anstellung im öffentlichen Dienst oder Erlangung einer kommunalen Wohnung (wofür Parteimitgliedschaften bei gleich MEHREREN staatstragenden Parteien nützlich sein sollen 😉 😗 ) …das „networking“ in Politik, Behörden und im Beruf durch Bevorzugung der zugehörigen Personen, die gleichzeitig eine Benachteiligung gleich oder sogar mehr berechtigter Personen bedeutet ...bis Privathonorare für sofortige Termine für medizinische Untersuchungen, OPs ... oder aber auch bis zum Bezahlen von Phantasiepreisen an Monopolisten für Konzert-, Theater,- Matchkarten ...bis auch durch nichts zu rechtfertigende Unterkunftspreise am Platz unserer Begierde.
Nicht immer fließt Cash dabei, sondern es wird mit Gegenleistung bezahlt, eine Hand wäscht (schmiert) die andere….usw., usw. Das alles machen Manche (Viele?) täglich mit, ohne sich aufzuregen, weil eben „part of the game“. Man muss dabei nicht mitmachen und kann sich dem entziehen, es bedeutet aber immer den Verzicht auf das, was man wollte oder angestrebt hat, weil man „Monopolisten“ im weitesten Sinn ausgeliefert ist. Wenn man aber selber ein Macht- oder Marktmonopol in einem bestimmten Bereich hat, kann man dies aber auch dafür einsetzen, sauber zu bleiben. Wenn jemand (m)eine Fachmeinung kaufen will, kann ich ihm sagen, dass ich ihm als Kunde sperren lasse, wenn er sowas noch ein Mal versucht; man muss sich das aber auch leisten können. Wenn man andererseits in einem östlichen Staat einen weit über Marktniveau liegenden Provisionswunsch zurückweist und gesagt bekommt, dass die Straßen am Balkan sehr gefährlich sind, wird es schwer, sich der Forderung zu entziehen. …..und kann man unendlich fortsetzen, im Vergleich zu unserem Alltag ist das „Vergehen“ der freshys ein Lercherlschas. Daheim spielen wir mit aber bei afrikanischen Polizisten sind wir päpstlicher als der Papst. Bei der Einordnung solcher Ereignisse macht anscheinend eines DEN großen Unterschied. Wenn man dazu gezwungen wird, ärgert man sich, wenn man es freiwillig macht freut man sich, dass man gekriegt hat, was man wollte. Aber „astrein“ war beides nicht.
PS 2: Eine Möglichkeit, unter der Erwartung gebliebene oder unschöne Reiseerlebnisse die Reise nicht vermiesen zu lassen, ist diese als Wissens- und Erfahrungszuwachs zu verbuchen. Beim nächsten Mal weiß man es dann besser und/oder ist besser vorbereitet. Das sollten manche besonders Erfahrene bei der Zensurerteilung an weniger Erfahrene vielleicht bedenken. Sie können aber auch als Augenöffner wirken und den durch Idealisierung verschleierten Blick wieder klar machen, man sieht dann, was wirklich ist und nicht was man sehen wollte.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201106. Dez. 2019 · #73
@Liebe Beate, nach unserer Wanderung heute auf der Schwäbischen Alb bin ich noch so fit, dass ich mich für die Kommentare auf mein Fazit bedenken will. Ich bin richtig überwältigt von der Diskussion, die mein Statement ausgelöst hat. Euch wünsche ich eine erlebnisreiche und nicht zu abenteuerliche Reise durch das labile Südamerika. Das war auch mal ein Wunschtraum, aber wir können kein Wort Spanisch, deshalb haben wir uns nie getraut. Ich hoffe, wir erfahren im Forum oder in Büsnau wie es euch ergangen ist.
@Liebe Elke, danke für dein Mitgefühl! Ja, die Tsetsefliegen sind ein Horror. Es hat mich auch nicht beruhigt, dass Andy von der Kasabushi Lodge glaubhaft versicherte, dass seit 15 Jahren niemand mehr an der Schlafkrankheit gestorben ist. Zur Zeit bin ich mit der Fotoausbeute beschäftigt, um sie für die Fotobücher und unsere Benefizveranstaltung vorzubereiten. Da sie im Wesentlichen die glücklichen Momente wiedergeben, erlebe ich die Reise jetzt als schöne Erinnerung.
@Hallo Gerhard, ich hoffe , dass mein RB und das Fazit euch nicht von einer Sambiareise abhalten. Das wäre schade. Ich bin trotzdem froh, dass wir einen kleinen Einblick bekommen haben. Den Oman stelle ich mir auch sehr interessant vor, aber er steht nicht auf unserer Agenda. Ich brauche jetzt erst einmal kühlere Destinationen 😄 .
Für heute ist's genug, der Bettzipfel winkt. Um Antje und Werner werde ich mich morgen kümmern. Versprochen!
Liebe Grüße in die Runde Gertraude
P.S. Als Betthupferl hänge ich ein Foto an, das wir heute machen konnten. Von einem Aussichtsturm auf der Schw. Alb konnten wir aufgrund der besonderen Wetterlage die Alpen sehen. Mit Schnee!
jetzt hätte ich doch fast euer Fazit verpasst. Danke für euren ehrlichen Bericht und wie du selber sagst (bei der Gestaltung der Fotobücher) bleibt der positive Eindruck dominierend.
Euch weiterhin alles Gute und tolle Reisen auch auf anderen Kontinenten.
Meine Bilder habe ich jetzt durch und vielleicht kann ich mich doch noch zu einem Kurzbericht aufraffen 🙂
Viele Grüße Mabe
"Das Runde muss jetzt ins Eckige", mit anderen Worten "ich geh jetzt auch ins Bett"
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201106. Dez. 2019 · #75
Hallo liebe Antje, für deinen langen Kommentar herzlichen Dank! Du kannst dich gut in andere Menschen einfühlen. Das Buttondrücken ist zwar ein nettes Feature, aber nicht das Wichtigste im Forum. (Manchmal hätte ich gerne so einen Knopffür Daumen nach unten 😉 😄 ). Ich hätte nicht gedacht, dass ihr immer noch ohne euren Haushalt leben müsst. Manno, ihr müsst die personifizierte Geduld sein. Wer sitzt denn auf so lange auf euren Stühlen bzw. liegt in euren Betten rum? Spätestens Weihnachten will man es doch heimelig haben! Ich wage es, mit euch auf ein Wunder zu hoffen. Uns geht es wie euch, wir denken immer noch gerne an euren Besuch und unseren Spaziergang zum Waldenbuchrahmen. Wir fanden das so toll, dass wir jetzt jeden Besuch, der länger bei uns ist, dorthin schleppen. Aber so lustig wie mit euch war es noch nicht wieder 😄 . Hast du eine E-mailadresse? Ich nehme an, die Telekomadresse gibt es nicht mehr. Bitte schreib mir eine PM, denn ein paar Dinge will ich nicht ins Forum tragen. Dir und deiner Familie wünsche ich weiterhin Nerven wie breite Bandnudeln und aktuell ein harmonisches Wochenende! Herzliche Grüße auch von Herbert Gertraude
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201106. Dez. 2019 · #76
loser schrieb: PS 2: Eine Möglichkeit, unter der Erwartung gebliebene oder unschöne Reiseerlebnisse die Reise nicht vermiesen zu lassen, ist diese als Wissens- und Erfahrungszuwachs zu verbuchen. Beim nächsten Mal weiß man es dann besser und/oder ist besser vorbereitet. Das sollten manche besonders Erfahrene bei der Zensurerteilung an weniger Erfahrene vielleicht bedenken. Sie können aber auch als Augenöffner wirken und den durch Idealisierung verschleierten Blick wieder klar machen, man sieht dann, was wirklich ist und nicht was man sehen wollte.
Hallo Werner, du hast dir tiefsinnige Gedanken zum Thema "Korruption hie oder da" gemacht. In Vielem hast du recht. Leider ist es nicht jedem gegeben, beim nächsten Mal besser aufzupassen bzw. besser vorbereitet zu sein, weil es womöglich kein nächstes Mal geben wird. Mit den Regularien, nach denen die Korruption bei uns abläuft, sind wir vertraut, mit den Vorkommnissen in fremden Machtgefügen nicht, das verunsichert. Wir haben die Reise trotz der negativen Erlebnisse weiterhin genießen können, doch ein wenig Enttäuschung bleibt zurück. Enttäuschung auch darüber, dass wir in dem Moment, als es darauf ankam, nicht souverän reagiert haben.
freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201106. Dez. 2019 · #77
Mabe schrieb: Meine Bilder habe ich jetzt durch und vielleicht kann ich mich doch noch zu einem Kurzbericht aufraffen 🙂
Viele Grüße Mabe
"Das Runde muss jetzt ins Eckige", mit anderen Worten "ich geh jetzt auch ins Bett"
In diesem Zusammenhang gefällt mir der Ausspruch viel besser. 😄 😄 😄 Ich würde mich über einen Bericht von eurer Reise freuen und manche Fomis vermutlich mit mir. Also, mach hinne 😉, kneifen gilt nicht!
Martina56573 Beiträge · seit 201406. Dez. 2019 · #78
Liebe Freshy,
Vielen Dank für Deinen überaus interessanten und auch kritischen Reisebericht. An vielen Stellen konnte ich Deine/Eure geschilderten Gefühle sehr gut nachvollziehen. Alles Gute, bleibt gesund und eine wunderschöne Vorweihnachtszeit
fussohle381 Beiträge · seit 200907. Dez. 2019 · #79
Liebe Freshy,
es stimmt mich ein wenig traurig, dass Ihr beschlossen habt, Zambia nicht mehr zu bereisen. Euch hat es doch ganz gut gefallen. Ich kann sehr gut nachempfinden, was die Hitze zu der Jahreszeit angeht, da sieht mich Zambia leider aus gesundheitlichen Gründen auch nicht, denn an Schlafen ist für mich bei den Temperaturen nicht zu denken. Vielleicht fahrt ihr ja mal nach Zambia wenn alles wunderschön grün ist, dann sind die Tiersichtungen zwar nicht im Vordergrund aber die Landschaft ist ein Traum. Die wundervollen, warmherzigen, freundlichen, unaufdringlichen Menschen sowieso.
Das die Victoria Fälle gerade so aussehen erfüllt mich mit Traurigkeit. Es muss endlich vernünftig regnen. Die ganze Ernte geht kaputt und die Menschen, die mühevoll ihre Felder bestellt haben, werden um Ihre Nahrung gebracht. Umso wichtiger ist es, dass es regnet bzw. das sie Wasservorräte haben.
Auch habe nicht nur schöne Erinnerungen an Zambia, aber die positiven Erlebnisse überwiegen eindeutig. Zambia braucht mehr Touristen und nicht Menschen, die sagen dass sie Gutes tun, aber nur die Bodenschätze abbauen o.ä. Zambia ist dabei, sich selbst zu verkaufen...aus vielen Gründen, die ich leider nicht aufhalten kann. Aber wir alle können etwas für die Menschen vor Ort tun. Bitte, bitte fahrt nochmal hin. Das die Camps abgewohnt sind hat manchmal auch etwas damit zu tun, dass tatsächlich manchmal das Geld fehlt. oder das gerade das Ende der Saison ist und erst nach der Regenzeit die Camps wieder saniert werden. Liebe Grüße Petra Kurth
Ja, ich wär gerne in Büsenau mit dabei gewesen, aber da ich nicht regelmäßig im Forum unterwegs bin, hab ich es leider verpasst.
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fussohle381 Beiträge · seit 200907. Dez. 2019 · #80