Vielfalt am Boteti River. - Teil 2Die nächste Abfahrt die wir finden, ist die Auffahrt die wir uns nicht zugetraut haben. Na gut, dann sind wir hier noch falsch, aber nur ein kleines Stück über die Böschung entlang finden wir den nächsten Weg runter zum Ufer.
Eine Herde Gnus erwartet uns schon, natürlich gemischt mit den obligatorischen Zebras. Auch Tokos, Perlhühner, Reiher und natürlich ein Elefant tummeln sich auf diesem Abschnitt.
Blue Wildebeest – Streifengnu
Was dem Gnu entweicht, ist dann wiederum ganz zur Freude des nächsten. Der Kreislauf des Lebens mal anders erklärt… 😵
Red-billed Hornbill – Rotschnabeltoko
Helmeted Guineafowl – Helmperlhuhn
Blue Wildebeest – Streifengnu

Der sehnsüchtige Blick zum anderen Ufer… was der sich wohl gedacht hat?
Swallow-tailed Bee-eater – Schwalbenschwanzspint
Einer unserer Lieblinge hier unten am Fluss ist der, das mag jetzt etwas profane klingen, da man die ja auch hier sieht, Graureiher. Gar nicht wegen dem Reiher an sich, sondern wegen seiner zwei Gesichter. Ist schon mal jemandem aufgefallen, wie extrem sich dieser Reiher unterscheidet, je nachdem ob man ihn von vorne, oder im Profil betrachtet. 🙄
Vielleicht zeigt auch einfach nie jemand Fotos von vorne, weil die einfach auch nicht sonderlich fotogen sind…
Grey Heron – Graureiher
… und im Profil, verrückt.
Auch einen Geier, schön drapiert auf einem Ast sehen wir hier nochmal. Und dann fallen mir 4-5 Vögel auf, die kurz auf einem umgestürzten Baum sitzenbleiben, aber sofort wieder starten, noch bevor ich ein Foto machen kann. Im Baum fällt mir eine minimale Bewegung auf. Da könnte etwas im Schatten sitzen, aber erkennen kann ich nichts. Ich packe mein langes Tele drauf und tatsächlich, da sitzt eine kleine Eule. Es reicht für 3 Fotos und dann ist sie auch schon wieder weg.
Jetzt muss dazu gesagt sein, dass wir gerne Eulen sehen wollten, weil wir hier im Grind fast wöchentlich nach den Steinkäuzen schauen ohne Erfolg. Entsprechend angesickt war Mara, dass ich erst Fotos mache, anstelle ihr Bescheid zu sagen. Schande über mein Haupt, aber so ganz Unrecht hatte sie ja nicht. Da hilft es auch nicht, wenigstens ein Foto zu haben. Also Zeit für eine neue Regel:
„Erst zeigen, dann fotografieren!“… daraus könnte man sogar wieder einen Zettel machen.
„Leider fällt uns dazu gerade rein gar nichts ein,
habt ihr eine Idee, nehmen wir gerne euren Reim!“White-backed Vulture – Weißrueckengeier
Pearl-spotted Owlet -- Perl-Sperlingskauz
Hinter der nächsten Biegung stehen drei Autos unter einer Baumgruppe ca. auf mittlerer Höhe der Böschung. Die Kofferraum-Klappen sind runtergeklappt. Drauf sitzen sechs vergnügliche Südafrikaner, bewaffnet mit Wein und Snacks und genießen ihren Schattenplatz mit Ausblick. 🤨 😗
Wir lassen unseren Wagen auf der PAD und schlendern mal rüber. Die Truppe ist schon ein paar Tage hier, campt auf dieser Seite des Flusses und verbringt die Sundowner eigentlich immer hier. Sie sind auch nicht das erste Jahr hier, lieben den Boteti aber sehr und so kommen sie immer mal wieder über die Jahre.
Der Weg teilt sich hier. Links geht es sanft die Böschung hoch, da wo die Südafrikaner stehen, rechts geht es direkt ans Ufer und somit durch ihren Blick auf eine Eli-Herde am Wasser. Wir haben etwas die Befürchtung die Elefanten zu vertreiben, wenn wir dort her fahren und fragen, welchen Weg sie vorschlagen würden. >> „Auf jeden Fall am Wasser entlang. Ihr könnt dem Fluss noch ein gutes Stück folgen bis zum Bootssteg. Dort geht es zurück auf die Böschung.“ 😎
Sie empfehlen uns noch, einfach hier zu bleiben und die Campsite auf dieser Seite zu nutzen, dann kann man bis zum letzten Sonnenschein den Boteti genießen. Bei einem nächsten Besuch ganz bestimmt, der Ort hier ist nahezu perfekt, friedlich und ein wunderschöner Ausblick. Wir aber haben mit dem Boteti River Camp und einem Abendessen vor Ort heute geplant.
Dennoch lassen wir es uns nicht nehmen die Zeit, die wir noch aus dem Safari-Tag rausquetschen können, hier zu verbringen. Wir fahren zum Ufer, biegen aber vor den Elefanten nach links ab und setzen den Wagen in den Schatten zweier Bäume mit bestem Blick in erster Reihe.


Uns ist erst gestern aufgefallen, was für riesige Hauer der eine Elefant hatte! 😮
Knochen liegen rund um unseren Picknickplatz verteilt.
Und einen Zaungast auf der Böschung hat es auch.

Einer der Elefanten aus der kleinen Herde am Ufer löst sich und wandert Richtung Böschung. Was der wohl vorhat? – na seht selbst…
Erst mal wird gefressen, mhhh lecker!
Aber was reinkommt, muss auch wieder raus. Elefanten können also Multitasking, soso. 😄 🤪
Moment Mal… steht ihr etwa die ganze Zeit schon da???
Auweia… ist das PEINLICH! 😄

Nach diesem kleinen Biologieexkurs klingelt die Schulglocke und die Stunde ist aus. Es wird wohl Zeit für uns zu gehen. Wir wissen nicht so genau, wann die Fähre eigentlich geht und wie lange genau wir dorthin noch brauchen. Und wir sind nicht die einzigen, die langsam die Szenerie verlassen. Mit uns zusammen verlassen ganze Herden von Zebras den Boteti. Sie ziehen wieder die Böschung hoch, nicht ohne auf den Fluss oder vielleicht eher auf das weiße Ungetüm mit den 4 Rädern, einen letzten Blick zu werfen.
Oben auf der Böschung sehen wir noch ein paar Kudus, ein Steinböckchen und eine weitere Gabelracke zeigt sich im schönsten Licht. Es gibt dann auch noch einen Viewpoint, kurz bevor man zur dies-flussseitigen Campsite gelangt. Und siehe da, mit den Elefanten waren wir wohl immer noch nicht ganz durch für diesen Tag. 🙂

Ein letzter Blick zurück und Zeit für uns zu gehen…
Kududame mit Halbstarkem
Steinböckchen
Lilac-breasted Roller – Gabelracke
Ein letzter Schöner Blick auf den Fluss
Hier steht zwar noch Tiaans, aber wir wissen dennoch, bald geschafft. Ist nur noch der Fluss dazwischen…
Dann kommt die Fähre in den Blick, da haben wir uns schon drauf gefreut und es ist auch abenteuerlich. Der Fährmann erspäht uns und fängt an überzusetzen. Das zieht sich etwas hin, wir warten auf ihn… was soll man auch anderes machen. 😉
Die Überfahrt hat ein genaues Prozedere, ich versuche von ihm schon im Voraus etwas davon in Erfahrung zu bringen und rufe zu ihm rüber:
„Any advice?“ – „Just GO!“#1 Also „just go“ und rauf auf die Fähre…
#2 … bis nach vorne durchfahren, damit sich die Fähre am Ufer hebt.
#3 Der Fährmann bugsiert die Fähre ein Stück auf den Fluss…
#4 … dann wieder ein Stück zurückfahren, damit die Fähre vorne höher liegt.
#5 Hinten angekommen wird abkassiert…
(gute 10€, SEHR TEUER!)#6 … und dann gibt es eine ganz grobe Flughafen-Einweiser Einlage und schwupps ist man auf der anderen Seite. 😎

Es hat auf jeder Seite ein Fahrerhäuschen und Motor
Geschafft, nur noch zum Ufer fahren.
Im Boteti River Camp angekommen werden wir sehr herzlich von Emilia empfangen und erst einmal mit einem Kaltgetränk in der Bar empfangen. Es gibt einen kurzen Schwatz, wir bestätigen noch einmal, dass wir heute Abend essen wollen und ich kläre mit Emilia ab, dass meine Eispacks für den Fuß hier in die Eistruhe können. Eine für heute Abend nach dem Essen, eine für morgen früh. Das ist natürlich optimal. 🙂
Wir richten uns auf unserer Campsite #2 ein. Die liegt gleich vorne, ich würde sagen von der Lage nicht sooo schön, aber da die direkten Nachbarsites nicht belegt sind, passt das schon sehr gut. Der Platz ist sehr gepflegt, es hat hier auch Strom und einen Toko der uns spätabendlichen Unruhestifter kritisch beäugt. Fotos mache ich heute nicht mehr viele vom Camp. Wir bauen auf, stecken die Technik an den Strom und gehen duschen, damit wir alles noch vor’m Essen geregelt kriegen.
Platz inkl. Strom sehen wir nicht oft.
Red-billed Hornbill – Rotschnabeltoko
Das Abendessen findet auf der Terasse statt. Es ist alles nett, die Bedienung sehr freundlich und man fühlt sich gut umsorgt. Das Essen wahrlich, das scheint auf den deutschen Gaumen perfekt abgestimmt zu sein. Das Menü hätte es nicht nur… genau diese Abfolge hat es bei mir zu Hause früher oft gegeben. 🤨 😁
# eine kleine pürierte Erbsensuppe als Vorspeise
# Gulasch mit Kartoffeln als Hauptspeise
# und den Zitronenpudding aus der Dr. Oetker Tüte angerührt
Satt, glücklich und sehr müde gehen wir direkt ins Zelt und träumen von unserem…
FAZIT: Boteti RiverWas soll man dazu sagen. Das war schon ein ziemlich perfekter Tag ohne den Boteti, mit ihm war es einfach fantastisch. Wir haben an dem einen Tag hier fast mehr gesehen als im letzten Namibia-Urlaub zusammen. 😎
Man darf das Gebiet nicht überschätzen von der Größe her. Die eigentliche Riverfront ist sehr überschaubar, aber dafür umso schöner. Das man so direkt am Ufer entlang fahren kann, es so leer ist und man somit den Fluss und die Tiere quasi für sich alleine hat macht den Ort für uns sehr speziell. Ein mehr als perfekter Start in unser Abenteuer Safari in Botswana.
Der Boteti bekommt uneingeschränkte
5/5 Sternen.
Makgadikgadi: 35 | Boteti: 16Gruß,
Robin