Wie es „DAZU“ kam…
Einen kurzen Schlenk über die A3 später stehen wir am Gate zum Makgadikgadi Park.
(dieser Name… wer hat sich denn bloß sowas ausgedacht, den kann sich doch keiner merken oder fehlerfrei über die Zungenspitze laufen lassen!!!) 🤪
Ich habe, nach vielen Beschreibungen und Berichten hier im Forum, Mara schon vorsorglich auf die kommenden 2 Stunden vorbereitet. Langweilige Tiefsandpiste, quer durch die Büsche. Die einzige Hoffnung ist, dass sich der Boteti dafür lohnt.
Am Gate treffen wir ein junges Paar aus Australien. Die beiden sind seit 2 Monaten im südlichen Afrika unterwegs und wir tauschen uns sehr nett aus, wollen die beiden zu den Baines, wie passend, da kommen wir ja gerade her. Und wir wollen zum Boteti, wie passend, da kommen die beiden ja gerade her. Irrer Zufall, gibt es hier doch genau eine Strecke. 😁
Auf jeden Fall erzählen uns die beiden von einem nicht ausgeschilderten Wasserloch mitten im Busch. Von der Hauptpad aus soll man ein Solar-Panel erkennen, dass gute 150m entfernt der PAD steht. Ein kleiner Pfad führt dort von der PAD in das Hinterland und nach wenigen hundert Metern kommt das Wasserloch. Dort haben Sie einen Elefantenbullen gesehen, so vor gut einer Stunde. Mal ehrlich, wir glauben nicht den Bullen dort noch zu sehen, aber für die Chance auf den ersten Elefanten versuchen wir das natürlich. 🙂
Es folgt eine wirklich sehr tiefsandige Strecke, hier hat gerade mal ein Auto Platz und genau in diesem Abschnitt haben wir Gegenverkehr, mit Anhänger! – wir bugsieren unseren treuen Hilux die Böschung hoch, mitten in Dornen und mitten in den weichen Sand. Quittiert wird unser bemühen von einem griesgrämigen Opa am Steuer, der nur böse zu uns rüberfunkelt, weil er abbremsen musste und seiner überschwänglich netten Frau die uns dankend anstrahlt und freundlich zu uns rüberwinkt. Die zwei sind sicher ne‘ Show zusammen. 😄
Kurze Zeit später sehen wir das beschriebene Solar-Panel, links der PAD und den dazu gehörigen Pfad in den Busch. Wir hopsen die hier flache Böschung hoch und folgen dem Pfad. TATSÄCHLICH, da steht er. 😎 Ein einzelner Bulle, einsam und allein im Wasserloch. Er genießt das kühle Nass und da ist es wieder, das Glücksgefühl, wenn man einen dieser Dickhäuter in freier Wildbahn sieht.

Wir positionieren uns mit gutem Blick zum Wasserloch, so dass einer auf die Rückbank klettern kann und packen vorbereitete Snacks aus. So steht die Fahrerseite zum Wasser und auf der anderen Seite ist ein kleiner Busch. Motor aus, Marmeladen-Toast und Fenster runter für die Frischluft-Kühlung. Perfekt. 🙂
Unser dickhäutiger Freund tut es uns gleich.

Während wir da so stehen, sehen wir eine Bewegung links im Busch. Es ist früher Mittag und es scheint, dass da noch jemand durstig ist. Ein etwas gemütlicher Bulle schiebt sich Richtung Wasserloch.


Kaum haben sich die beiden am Wasserloch
(das übrigens recht groß ist) friedlich arrangiert, da sehen wir gerade voraus den nächsten grauen Brocken auf uns zu kommen. Wieder ein staatlicher Bulle, dieser hier ist aber bei weitem nicht so träge und winkt uns einmal auf elefantisch mit den Ohren zu, bevor er sich in die „Fluten“ stürzt.


Rechts vom Wasserloch knackt es. Eine kleinere Gruppe Elefanten stapft durch den Sand, schnurstracks Richtung Wasser. Dort angekommen wird sich begrüßt und verbrüdert. Was ist denn bitte hier los? 🤩


Und es hört einfach nicht auf. Links, rechts, direkt von vorne, aus drei Richtungen kommen nach und nach, mehr und mehr Elefanten zum Wasserloch. Wir stehen dort, müssen uns zwischendurch immer mal wieder zwicken und wundern uns, wie viel Glück wir haben müssen, genau jetzt, hier zu sein.
Es gibt auch eine kleine Herde Zaungäste, die sich ganz am linken Rand ans Wasser ranpirschen um auch ein paar Züge kühles Nass zu erhaschen.



Man beachte das Eine in der Mitte… 😛 
Während mehr und mehr Elis auftauchen kommt es bei jedem Neu-Ankömmling auch immer wieder mal zu Unruhe im Wasser. Die „Neuen“ müssen sich ihren Platz erarbeiten und werden gerne mal verscheucht. Meistens wird das mit einem herausfordernden Blick in die Runde begleitet, der auch öfter dem weißen Elefant, der etwas Abseits bei einem Busch steht, entgegengeworfen wird. 😠 😐 - Aber kein Problem, wir haben den Wagen zwischenzeitlich so umrangiert, dass wir direkt auf dem kleinen Pfad wegfahren könnten, wenn uns einer zu nah kommt.
Guter Plan! – DENKSTE! –
PUSTEKUCHEN!Ein Blick nach hinten verrät, dass es auch in Afrika vier Himmelrichtungen gibt. Eine weitere, kleine Herde taucht hinter uns auf und
#1 kommt direkt auf uns zu
#2 und blockiert den einzigen „Fluchtweg“
Schönes Gefühl. Man versteht gleich viel besser, warum man Tiere nicht in die Ecke treiben und ihnen immer eine Fluchtroute lassen sollte, um sie nicht zu stressen. Wieder was dazu gelernt.
Ey, das ist UNSERE Pad
Was stehst du auf meinem Weg?
Glück gehabt du Vogel, ich will keinen Stress, ich will nur in Ruhe was trinken!
Aber ich behalt dich im Auge, Freundchen!

Die Herde zieht vorbei und wir nutzen die Zeit für ein paar Charakter-Aufnahmen der anwesenden Elefanten. Je mehr Elis hier eintreffen, desto unruhiger wird es am Wasserloch und immer noch kommen weitere Einzelgänger oder kleine Gruppen hier an. Hinter uns taucht die nächste Gruppe in den Büschen auf und läuft dann direkt neben unserem Wagen über die PAD an uns vorbei.


Die nächste Herde ist im Anmarsch




Es wird Zeit Lebewohl zu sagen. Es tut sich eine kleine Lücke auf und für ein paar Minuten kommen keine neuen Elefanten mehr zum Wasser. Diesen Moment nutzen wir aus und machen uns, nach einem letzten Blick zurück zum Wasserloch, auf den Weg zur Haupt-PAD und dem Boteti gen Süden entgegen. 🙂


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Und das ist die Geschichte, wie es „DAZU“ kam.Das zählen der Crossings mag der ein oder andere schon als absonderlich abtun. Wir sind aber einen ganzen Schritt weiter gegangen. Nach dem Erlebnis hier am Wasserloch kam uns die glorreiche Idee, dass wir jeden Elefanten den wir sehen, dokumentieren. Das heißt
# Erst einmal Zählen.
# Die Anzahl ins Tagebuch schreiben…
# …und festhalten, wo man sie gesehen hat.
Dazu gab es ein paar sehr einfache und effektive Regeln. Im Zweifel werden die Zahlen nach unten korrigiert. Sind wir uns nicht 100% sicher, dass es sich um einen neuen Elefanten dieser Sichtung handelt, dann wird er nicht gezählt. Bei unterschiedlichen Zählergebnissen zählt das Niedrigere. Jede in sich geschlossene Sichtung zählt neu.
(Beispiel: Sehe ich eine Herde aus 5 Elefanten am Wasserloch, fahre dort 30min. später wieder her und da stehen noch 3, dann zählen sie nicht. Das ist klar zuzuordnen, die selbe Sichtung. // Übernachte ich aber z.B. 2 Nächte in Senyati, dann zählen die Elefanten beider Abende mit, weil dies dann 2 unabhängige Sichtungen sind)Das war es auch schon und beginnend mit dieser ersten Sichtung haben wir 4 Seiten im Tagebuch vollgekritzelt. Das muss ich euch bei Zeiten mal abfotografieren… aber das würde ja auch vielem jetzt vorgreifen. 😉
Für das Wasserloch im Makgadikgadi heißt das also… ach, fühlt euch einfach Willkommen zur
1. (in)offiziellen Elefanten-Zählung Botswanas:

Zurück auf der PAD folgt die zunächst erwartete Route. Büsche und Tiefsand und irgendwelche, mittelgroßen, grauen Katzen, mit langem Schwanz, die über die PAD flitzen. Wir rumpeln also durch die Landschaft und uns fällt schon bald auf, dass neben uns im Busch ganze Zebraherden es uns gleich tun und dem Fluss entgegen streben. Es ist so undurchsichtiges Buschwerk hier, dass wir zwar quasi ständig die gestreiften Felle sehen, aber sich nur selten eine Lücke auftut um die Zebras auf die Speicherkarte zu bannen.


Natürlich sind Zebras ganz nett, besonders wenn sie neben der PAD herziehen und nicht wie im Etosha als Perlenkette quer drüber marschieren, aber besser als Fotos von Zebras im Busch sind…
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… äh warte mal Moment! ---
… und irgendwelche, mittelgroßen, grauen Katzen, mit langem Schwanz, die über die PAD flitzen… ??? 🤨
Was war das denn? – Wir strecken und recken unsere Hälse, suchen die Büsche ab, aber können keine genaue Sichtung mehr bestimmen. Später im Camp beschreiben wir unsere Sichtung und zusammen mit den Angestellten und Rangern einigen wir uns darauf, dass die wahrscheinlichste Option ein
„African Civet“ oder
„Genet“ ist. Wenn ich mir so im Nachhinein Bilder und Verbreitungsgebiet anschaue, dann glaube ich eher, dass wir einen
„Small-spotted Genet“ aufgeschreckt haben??!
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… Fotos mit Zebras im Busch und einem Elefanten im Hintergrund. 🤪


Da wir schon kurz vor’m Abzweig zum Fluss sind, zählt der hier schon zum Boteti-Gebiet mit. Ein paar mehr Zebras hat es natürlich auch, mitten im Busch und wie man schön auf den Fotos erkennen kann, modeln die Zebras hier viel lieber als Steinböckchen und gucken alle in die Kamera und posieren für Porträts. 🙄


Und da es so schön war im Makgadikgadi und ich den Teil zum Boteti noch nicht fertig habe… und da ich ja fairerweise gewarnt habe, dass hier keiner lesen sollte, der Elefantenbilder nicht mag, na deswegen kommt zum Abschluss des Parts hier noch eine kleine Detail-Collage der Wasserloch Elis. 😗
Fortsetzung folgt… Gruß,
Robin