Die Eulenmuckels auf der Nordschleife

Reisebericht 365 Antworten · 72,5k Aufrufe · gestartet 03. Dez. 2018 von Eulenmuckel
2'085 Beiträge · seit 201221. Jan. 2019 · #161
WOW - das sind ja mal wirklich ganz andere und ungewöhnliche Eindrücke von Afrika! Ein toller Bericht!!!

Liebe Muckels,
nach unserem Kontrastprogramm in Costa Rica schließe ich hier auch so langsam wieder auf und freu mich total an euren Erzählungen und natürlich auch an den tollen Bildern.
Vielen Dank dafür und herzliche Grüße
Ingrid
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
106 Beiträge · seit 201321. Jan. 2019 · #162
Ruth wäre am liebsten aus dem Auto gesprungen, um das wuselige Leben aus der Nähe zu bestaunen.
Liebe Ruth, ich komm mit! 😄
Dieser Markt wäre noch ein paar Nummern größer als der in Mongu. Aber jetzt sind wir ja schon geübt.
2'779 Beiträge · seit 200725. Jan. 2019 · #163
KarinK schrieb:
Ruth wäre am liebsten aus dem Auto gesprungen, um das wuselige Leben aus der Nähe zu bestaunen.
Liebe Ruth, ich komm mit! 😄
Ich auch!!

Freue mich auf eure Erlebnisse bei Chris und Charlotte Mc Bride.
Obwohl unsere Zambia Reise bereits 14 Jahre zurück liegt ist das Mc Brides Camp, vorallem Chris immer noch frisch in allerbester Erinnerung

Danke für den tollen Bericht!
LG
Gruss Leona
2'319 Beiträge · seit 201125. Jan. 2019 · #164
Hallo Eulenmuckels,

ich bin schon gespannt auf Eure Bericht vom südlichen Kafue 🤪

Liebe Grüße vom Alm
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Jan. 2019 · #165
@Jochen: Zum Navigieren verwenden wir ein schon in die Jahre gekommenes Garmin GPSMap 60Cs. Das hat zwar ein recht kleines Display, aber die Tracks4Africa-Karten passen drauf, und man kann es auch gut zum Wandern mitnehmen.

@Ingrid: Vielen Dank!

@Karin: Wir nehmen dich beim Wort. 😉 Einen afrikanischen Markt zu besuchen, ist ein ganz besonderes Erlebnis.

@La Leona: Dich nehmen wir auch sehr gerne mit. Die nun folgende Zeit bei Chris war ganz toll.

@Alm: Nicht mehr lange . . .

Liebe Grüße
Uwe und Ruth
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Jan. 2019 · #166
Tag 18 – 31. Juli 2018 – Birders Paradise

McBride’s Camp, Nord-Kafue

Der Morgen im McBride’s Camp begann für uns sehr früh. Um zwanzig nach fünf ging der Wecker, zehn Minuten später standen wir auf. Im Dunkeln packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren in der Dämmerung die wenigen hundert Meter von der Campsite zum Camp. Chris war auch schon wach und begrüßte uns. Wir sollten es uns gemütlich machen. Da die Sitzgelegenheiten aber noch klamm und wenig einladend waren, standen wir mit heißem Tee und Kaffee am Kafue-Fluss und erwarteten nicht nur den Sonnenaufgang.

20180731-062259-5N7A9117.JPG


Während auf die Sonne Verlass war, ließen sich die Otter, von denen Chris uns erzählt hatte, nicht blicken. In den letzten Tagen waren sie immer früh morgens zu sehen gewesen, heute hatten sie aber wohl anderes geplant. Wir genossen es dennoch.

20180731-064840-McBrides-Pano-1500.jpg


Mit den ersten Sonnenstrahlen stieg etwas Nebel über dem Wasser auf und waberte über die Oberfläche. Alles war sehr verschlafen und friedlich.

20180731-064850-7D3_7369.JPG


Als ein Frankolin vorbei lief, fragte uns Chris, ob wir sein Geschlecht bestimmen könnten. Wir verneinten, und er klärte uns auf, dass es eindeutig ein Weibchen sei. Woran man das erkennen könne? Zweifelsfrei an dem intelligenten Gesichtsausdruck. Diese Erklärung sollten wir in nächster Zeit noch mehrfach hören, traf sie doch auch auf Gelbbrustbülbüls, Bartvögel und Turakos zu.

Swainsonfrankolin

20180731-064608-LV6A0209.JPG


Als es etwas heller war, gingen wir zum Boot.

von Karin
20180731-070103-176_2018_Afrika_0208.JPG


Patrick und Alex fuhren mit uns auf dem zweistöckigen Schiff den Fluss hinab. Der Kafue war recht breit, und wir schipperten langsam in der Mitte. Wir sahen ein paar Hippos und wenige Wasservögel. Uwe meinte, in einem hohen Baum ein paar Turakos ausmachen zu können.

20180731-070443-5N7A9145.JPG


20180731-070839-7D3_7410.JPG


20180731-071021-5N7A9168.JPG


20180731-072235-7D3_7424.JPG


20180731-073910-5N7A9172.JPG


Am meisten beobachteten wir Schlangenhalsvögel und Kormorane. Sonst waren nicht viele Tiere unterwegs. Wenige Pukus liefen versteckt im hohen Gras. Ein Malachit-Kingfisher und ein paar entfernte Sichtungen des African Finfoot waren die Highlights. Von ihm machten wir zwar einige, aber leider nur schlechte Fotos. Wir baten Patrick, ein wenig näher am Ufer zu fahren, damit wir die Vögel besser sehen und fotografieren konnten. Prompt steuerten die beiden das Boot in zu seichtes Gewässer und setzten es fest. Ups, das hatten wir nicht gewollt! Mit vereinten Kräften schafften sie es aber, uns wieder frei zu bekommen.

Schlangenhalsvogel

20180731-074251-LV6A0244.JPG


20180731-080230-5N7A9180.JPG


20180731-081401-5N7A9201.JPG


20180731-084215-LV6A0279.JPG


Braunkopfliest

20180731-090641-LV6A0365.JPG


20180731-090937-LV6A0380.JPG


Riedscharbe

20180731-091632-LV6A0402.JPG


Hagedasch-Ibis

20180731-093344-LV6A0438.JPG


20180731-093819-LV6A0451.JPG


Wir kehrten wieder um und sahen weit entfernt noch einen Trompeter Hornbill. Zurück am Camp gab es erst mal heißen Tee oder Kaffee, und wir beobachteten die Vögel an der Futterstelle.

Gelbsteißbülbül

20180731-100754-7D3_7558.JPG


von Kamerakind 😉 Peter (Das hatten wir bisher doch glatt vergessen zu markieren.)
20180731-101710-2018_Afrika_HandyP_0101.JPG


Ruth war ganz aus dem Häuschen, als sie eine für uns neue Bartvogel-Art entdeckte, die Chris mit Obst anfütterte.

Rosenbauch-Bartvogel (Black-backed Barbet)

20180731-101953-7D3_7605.JPG


20180731-102400-LV6A0535.JPG


Chris hat eine ganz liebevolle Art, die Gefiederten zu locken, indem er in leicht singendem Tonfall immer wieder „Come along“ ruft. Ob das bei allen Vögeln funktioniert, sei mal dahin gestellt. (Ruth wurde es nicht müde, es ihm an anderer Stelle mit sehr mäßigem Erfolg nachzutun, denn sie verschreckte die Vögel eher, als sie anzulocken. Trotzdem hatte sie, als sie später durchs Camp kroch, großen Spaß beim „Come-Alongen“.) Bei seinem Lieblingsvogel Linda, einem Gelbbrustbülbül, zahlte sich sein Lockruf aber auf jeden Fall aus. Sobald Chris rief, erschien der kleine Vogel umgehend, manchmal sogar mit Mann (also dem mit dem weniger intelligenten Gesichtsausdruck) und hopste aufgeregt in den Ästen über Chris‘ Kopf herum. Dieser zückte sogleich einen Plastikbehälter mit Käse, den er immer griffbereit für seine kleinen Freunde in der Hosentasche aufbewahrt. Chris erklärte uns, dass sie ganz verrückt nach Käse seien, den sie ihm sogar aus der Hand nahmen.

20180801-070522-7D3_7892.JPG


Gaukler

20180731-102637-LV6A0546.JPG
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2019
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200627. Jan. 2019 · #167
Wir fuhren zur Campsite zurück und machten eine lange Mittagspause. Es dauerte ein wenig, bis wir ausgiebig frühstücken konnten. Da der Campingplatz etwas abschüssig und uneben war, brauchten wir ewig, bis die Tische so standen, dass sie nicht mehr wackelten. Außerdem wollten die einen im Schatten sitzen, die anderen wiederum nicht. Was hatten wir Probleme zu meistern! Peters Vorschlag, sich unter das Schattennetz zu setzen, wurde abgelehnt: Der Tisch, der dort stand, war nicht schön und nicht sauber genug, die Stühle zu wackelig, das Schattendach voller Spinnenweben … Schließlich landeten wir unmittelbar neben dem Auto. Alle waren zufrieden, nur Peter verstand die Welt nicht mehr: Unser Ernst, dass er bei diesem schönen Platz nun die ganze Zeit auf unserer Auto schauen sollte? Und dafür nun das ganze Trara bei der Platzwahl? Nun, man kann eben nicht alles haben. Schatten, Sonne, Nähe zu den Vorräten, einen geraden Stellplatz … da bleibt die Aussicht eben auf der Strecke. Als uns dämmerte, dass Peter vielleicht doch ein ganz klein wenig Recht hatte, flossen vor lauter Lachen die Tränen, und wir konnten uns gar nicht mehr einkriegen.

20180731-111526-5N7A9205.JPG


Nach dem Frühstück erledigten wir den üblichen Kram: Wäsche waschen, Geschirr spülen, Fotos sichern, Akkus aufladen. Karin machte einen Mittagsschlaf, Ruth krabbelte durch das Dickicht den Vögeln hinterher. Sie entdeckte eine für uns neue Bienenfresser-Art, den Böhm’s Bee-eater.

20180731-114544-7D3_7652.JPG


20180731-140721-7D3_7711.JPG


20180731-142419-7D3_7744.JPG


Guineafowl

20180731-134647-7D3_7698.JPG


Irgendwann stolperte sie beim Vogel-Gucken beinahe über ein Buschböckchen, das nur wenige Meter vor ihr plötzlich aufschreckte und sich in großen Sprüngen davon machte. Erleichtert, dass es nur ein Böckchen und nichts Gefährlicheres war, wurde Ruth bewusst, dass sie sich mittlerweile schon wieder ziemlich weit von unserem Lager entfernt hatte. Als sie auch auf ihre Uwe-Rufe keine Antwort mehr erhielt, entschloss sie sich, lieber den Rückweg anzutreten. Schließlich hatte uns Chris für den gar nicht so unwahrscheinlichen Fall, dass er die Löwen irgendwo im Camp erblicken würde, ein Funkgerät mitgegeben, um uns jederzeit herbeirufen zu können. Da war es sicherlich nicht ganz so schlau, sich zu weit vom Camp zu entfernen. Da Ruth sich komplett durch die Büsche geschlagen hatte, eben immer hinter dem Bienenfresser her, war der Rückweg auch nicht so ganz eindeutig, und obwohl sie eine ungefähre Richtung ahnte, hatte sie einen ziemlichen Bogen geschlagen und war glücklich, als sie bald darauf wieder die Stimmen ihrer Mitreisenden hörte.
Peter machte leckeren Kaffee, und wir ruhten uns im Camp aus. Die Dusche war toll – reichlich heißes Wasser unter freiem Himmel.
Nachmittags wollten wir noch einen kleinen Gamedrive machen. Doch zunächst kamen wir nicht weit. Auf dem Weg zum Camp saß ein Schopfadler im Baum, den wir auch noch nie gesehen hatten. Er thronte auf seinem Ast und ließ sich von allen Seiten bewundern.

20180731-151724-LV6A0656.JPG


20180731-151807-LV6A0660.JPG


100 Meter weiter wurde im Camp bei Chris dann erst einmal Kaffee getrunken. Ruth entdeckte noch weitere spannende Vögel, und auch Chris hatte wieder einiges zu zeigen und zu erzählen. Beim Herumlaufen trat Uwe mit Schwung in einen Dorn, der durch seinen Croc stach. Die blutende Fußsohle wurde gewaschen, desinfiziert und mit einem Pflaster beklebt.

Laubbülbül

20180731-152542-7D3_7775.JPG


Waldnektarvogel

20180731-152910-7D3_7783.JPG


Hartlaubschnäpper (Ashy Flycatcher)

20180731-153059-LV6A0678.JPG


20180731-154449-7D3_7821.JPG


Im Dickicht neben dem Camp machte das Hippo Lone Ranger einen Mittagsschlaf. Selbst die verschiedenen Schlafplätze des Flusspferdes sind nummeriert: Bedroom No 1, Bedroom No 2 und Bedroom No 3. Wir sollten stets aufpassen, wo der Koloss gerade schlief und einen großen Bogen um ihn machen. Er sei etwas cheeky.

20180731-160140-IMG_8125.JPG


Weißbrauenrötel

20180731-161059-7D3_7859.JPG


Auf diesen sind wir ganz besonders stolz: Red-throated Twinspot

20180731-161448-7D3_7865.JPG


Schalow’s Turako

20180731-162703-7D3_7875.JPG


Chris beschrieb uns den Weg nach Osten, den wir für unseren Gamedrive nehmen sollten. Zusammen mit Karin und Peter ging es durch hohes Gras, über abgebrannte Ebenen bis in einen Wald. Wir sahen Frankoline und Pukus, Löwen leider nicht. Wieder stürmten zahllose Tsetses auf unser Auto ein.

20180731-163714-5N7A9230.JPG


Swainsonfrankolin

20180731-164615-LV6A0689.JPG


20180731-170320-LV6A0713.JPG


20180731-170921-5N7A9233.JPG


Die Strecke wurde zunehmend schwieriger. Man merkte, dass sie lange Zeit nicht befahren worden war. Das Gras stand so hoch, dass man weder nach vorne, noch zu den Seiten wirklich viel sehen konnte.

20180731-171331-5N7A9240.JPG


Aber kein Problem! Die Spur war ja auf unserem Navi eingezeichnet. Ein paar Mal mussten wir wenden, da sie sich irgendwo verlief, dann nahmen wir eben den anderen Abzweig. Im Wald wurde es aber immer unübersichtlicher. Äste ragten in die Fahrspur, Büsche wuchsen auf dem Weg, und wir kamen kaum noch voran. An einem Abzweig stand ein gelber Pfeil, dem wir eigentlich nach rechts hätten folgen sollen. Wir entschieden uns zunächst trotzdem für die andere Spur, weil sie in unserem GPS verzeichnet war und in einem Bogen zurück zum Camp führte.

von Karin
20180731-172405-183_2018_Afrika_0354.JPG


Es war schon fast halb sechs, und es wurde zusehends schattiger. So kurvten wir noch ein paar hundert Meter im Schritttempo um einige Bäume, bis an einem dicken, querliegenden Stamm ohne Umfahrungsmöglichkeit endgültig kein Weiterkommen war. Wir fuhren ein kurzes Stück rückwärts, ehe wir umdrehten und dann dem Pfeil folgend die andere Spur nahmen. Abgesehen davon, dass sie in die völlig falsche Richtung führte, endete auch sie nach einiger Zeit im Nichts. Davor hatten wir aber auch schon eine matschige Durchfahrt gewagt. Uns blieb nichts anderes übrig, als umzukehren und denselben Weg, den wir gekommen waren, wieder zum Camp zurück zu fahren.
Beim erneuten Wenden im Wald musste Ruth aussteigen und einweisen. Diese Chance nutzten einige Tsetse-Fliegen, die per Anhalter auf unserer Motorhaube mitreisten, um gut gelaunt das Wageninnere zu stürmen. Während Uwe die unwegsame Straße durch den Wald rumpelte, dabei aufpasste, dass wir mit dem links außen montierten Ersatzrad keinen Baum mitnahmen, erledigte Ruth mit der Fliegenklatsche mehrere Biester im Auto.

20180731-173028-5N7A9254.JPG


20180731-173029-5N7A9255.JPG


20180731-173735-5N7A9261.JPG


20180731-175312-5N7A9275.JPG


Deutlich nach Sonnenuntergang erreichten wir wieder das Camp. Als wir Chris erzählten, dass wir im Wald umdrehen mussten, fiel ihm ein, dass er uns ja gar nicht so weit hatte schicken wollen und wir keinesfalls dort hätten langfahren sollen. Dann wissen wir beim nächsten Mal ja Bescheid.
Während Karin und Peter Nudeln kochten, grillten wir die Boerewors und garten Blumenkohl und Möhren in Alufolie über dem Feuer. Dazu gab es noch zwei Folienkartoffeln. Müde nach dem langen Tag fielen wir ins Bett.

Kilometer: 21
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2019
1'737 Beiträge · seit 201027. Jan. 2019 · #168
P1010429.jpg


Oh wie schön, dass die hübschen Böhm’s Bee-eater noch immer auf der Campsite sind. Ich hatte in der Mittagspause gut eine Stunde gekämpft, sie mit meinen fotografischen Versuchen als Anfänger zu erwischen.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
4'382 Beiträge · seit 201528. Jan. 2019 · #169
Guten Abend, liebe Eulenmuckels,
wie schön, daß das 5:1 Euch wieder Energie gegeben hat, um weiter zu reisen, äh: zu berichten. Um Casimodo zu zitieren: EinVF=Vogelfeuerwerk habt Ihr da abgeschossen, um das man Euch beneiden kann. TOLL!
Viele Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
1'068 Beiträge · seit 201301. Feb. 2019 · #170
Moment mal, hier stimmt doch irgendwas nicht....der Bericht ist erst auf Seite 5 zu finden...???

Ja und damit oute ich mich als stille Mitleserin, schließlich geht´s bei uns im Herbst/Winter auch noch nach Sambia 🙂

Wann geht es denn hier weiter? - drängel-

Salü
Mabe
8'682 Beiträge · seit 201001. Feb. 2019 · #171
Mabe schrieb:
Wann geht es denn hier weiter? - drängel-
Mabe
Ich sag nur "Karneval" 🙄 . Muss wohl mal schnell in den Schuppen rüber, Zaunpföschdle holen 😗 .

Wartende Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
4'382 Beiträge · seit 201501. Feb. 2019 · #172
Muss wohl mal schnell in den Schuppen rüber, Zaunpföschdle holen 😗 .
Ja, Bele, mach mal Druck! 😎
Gruß
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
1'068 Beiträge · seit 201302. Feb. 2019 · #173
Bele schrieb:
Ich sag nur "Karneval" 🙄 .
Nee, nee, das kann ich so nicht gelten lassen.
Einzelne Tage seit dem 11.11. sind entschuldbar, aber die "ich-muss-jetzt-fünf-Tage-am-Stück-feiern" - Ausrede zieht jetzt noch nicht.
Als assimilierte Rheinländerin weiß ich ziemlich gut 🙂
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2019 · #174
@Christa: Wir mögen eigentlich alle Bienenfresser, aber über eine für uns neue Art freuen wir uns natürlich besonders. Und diese kam völlig unerwartet. Überhaupt waren wir im McBride's Camp in keinster Weise auf dieses Vogelfeuerwerk vorbereitet gewesen.
Dein "Anfänger"-Foto finde ich ziemlich gut. Nur der Schwanz ist leider abgeschnitten. 😉

@Friederike: Ja, das 5:1 hat großen Spaß gemacht.

@Mabe, Bele und Friederike: Danke fürs Drängeln. Ihr habt völlig Recht. Hier muss mal wieder etwas passieren. Heute oder spätestens morgen geht es weiter im Kafue.

Viele Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
4'528 Beiträge · seit 200702. Feb. 2019 · #175
Liebe Eulenmuckels,

ich will, nein MUSS mich hier auch mal wieder melden. Dabei bin ich ja die ganze Zeit. Ich will aber nicht andauernd "Oh, phantastische Fotos!" schreiben. Aber jetzt muss ich es doch mal wieder tun. Denn die letzten zwei Teile finde ich unglaublich stimmungsvoll, Vogel-voll und tolltolltoll 😎 😎

Die Bilder von den Wurzeln, und überhaupt die Landschaftsaufnahmen und überhaupt das McBride's Camp. Ganz großes Kino.

Liebe Grüße
Carsten ( in einer kurzen Bildbearbeitungspause) 😐
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
1'166 Beiträge · seit 201702. Feb. 2019 · #176
Mensch, mensch. Ihr habt ja in einem Camp gefühlt mehr Vögel ausmachen können, als wir auf der ganzen, letzten Reise. 😮

Die Beschreibung des McBrides Camp ist wirklich toll und Chris anscheinend ein perfekter Gastgeber. Mein Lieblingsfoto ist aber ganz klar das hier: 😄 😛




Gruß,
Robin
Unsere Reisen: Uganda 2026 | Im grünen Herzen Afrikas ||| NAMIBIA 2024 | Wolkenlos Glücklich im Kaokoveld ||| KTP & MOREMI 2022 | Erstmal sitzen! ||| BOTSWANA 2021 | Wo ein Wille ist, ist oft KEIN Weg! ||| KRÜGER 2020 | Im hohen Gras, gibt's keine Katzen?! ||| BOTSWANA 2018 | ABER, irgendwas ist ja immer! ||| NAMIBIA 2017 | Been there. Done it! Got it?
3'883 Beiträge · seit 201102. Feb. 2019 · #177
Mabe schrieb:
Ja und damit oute ich mich als stille Mitleserin, schließlich geht´s bei uns im Herbst/Winter auch noch nach Sambia 🙂

Wann geht es denn hier weiter? - drängel-

Salü
Mabe
So geht es uns auch, Mabe! Ich bin sehr gespannt auf die Erlebnisse der Eulenmuckels in Sambia, denn wir werden noch in diesem Jahr dort aufschlagen.
Es muss mal genug sein mit dem Freudentaumel wegen des BVBs auf der Erfolgsspur!!! Beles Zaunpföschtle scheint nicht groß genug zu sein, damit Uwe und Ruth sie winken sehen.

Leicht hippelig, freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2019 · #178
@Carsten: Es freut uns, dass du dir Zeit für unseren Reisebericht nimmst, obwohl ihr ja sowohl mit eurem eigenen Bericht als auch mit dem Packen für die nächste Afrika-Reise beschäftigt seid. Vielen Dank.

@Robin: Dieses Bild gefällt uns auch gut. Wir hatten ganz vergessen zu markieren, dass Peter es gemacht hat – obwohl das ja ganz offensichtlich ist. Als Nicht-Birder kann man da wohl nur den Kopf schütteln.

@Bele, Mabe und freshy: Falsch, falsch, falsch. Ruth schreibt Zeugnisse, und zwar die fiesen im dritten Schuljahr. Mit Note UND Kommentar. Es liegt also weder am Karneval noch am Fußball, dass es hier stockt. Aber wir haben den Pfosten gesehen. 🙂

Liebe Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2019 · #179
Tag 19 – 1. August 2018 – Abschied vom McBride’s Camp

McBride’s Camp, Nord-Kafue – KaingU-Lodge, Süd-Kafue

Wieder standen wir um halb fünf auf und erledigten die eingespielten Handgriffe. In der Nacht hatte eine Hyäne gerufen, und ein Flughund fiepte im Baum über uns. Innerhalb einer halben Stunde waren wir startklar und zirkelten das Auto zum letzten Mal aus dem Stellplatz und fuhren zum Camp. Chris war auch schon wach, und zusammen setzten wir uns auf die Terrasse und schauten hinunter zum Kafue. Patrick machte ein kleines Feuer und brachte heißes Wasser, mit dem wir uns Kaffee und Tee brühten.

20180801-063931-5N7A9285.JPG


20180801-073300-7D3_7923.JPG


Chris zeigte uns eines seiner Bücher über seine Jahre der Löwenforschung in Savuti. Er hat unglaublich viel erlebt und kann entsprechend viel und spannend erzählen. Leider waren die Otter auch heute aus. Stattdessen kamen wieder viele Vögel. Ruth schlich hinter diversen Arten her und steckte auch Karin an. Peter und Uwe unterhielten sich derweil mit Chris über Gott und die Welt. In Bedroom No 3 lag Lone Ranger und schlief. Daher mieden wir diese Seite des Camps.

Gelbsteißbülbül

20180801-073852-7D3_7963.JPG


Weißbrauenrötel

20180801-073954-7D3_7978.JPG


Gelbstirn-Bartvogel (Yellow-fronted Tinkerbird)

20180801-074325-7D3_7995.JPG


20180801-074356-7D3_8017.JPG


Gelbbrustbülbül (für Bele ;))

20180801-074817-7D3_8041.JPG


Angola-Schmetterlingsfink

20180801-081524-7D3_8139.JPG


Rosenbauch-Bartvogel (Black-backed Barbet)

20180801-081206-7D3_8132.JPG


Inzwischen stand die Sonne so hoch, dass sie uns wärmte. Wir erwähnten Chris gegenüber, dass wir nun bald aufbrechen wollten, und er ging mit uns zu seinem Büro. Auf dem Weg dorthin hielt er noch mindestens fünfmal an und zeigte uns interessante Pflanzen oder Dinge im Camp. Man hatte öfter den Eindruck, dass er ein wenig zerstreut war. Wir bezahlten die Nationalpark-Gebühren: 20 Dollar Parkeintritt pro Person und Nacht, 5 Dollar Campinggebühr pro Person und Nacht und 15 Dollar pro Fahrzeug pro Nacht.
Die Abfahrt zog sich ziemlich in die Länge. Zuerst fotografierte Ruth ein paar Vögel, dann gingen alle nochmal zur Toilette, Chris erzählte ein wenig, und schließlich gab es wieder etwas zu fotografieren. Chris sagte, wir seien – wie alle Birder – wohl ein wenig verrückt. Schließlich seien die meisten seiner Gäste erpicht darauf, Löwen zu sehen. Nun ja, Bartholomew, den großen Mähnenlöwen, hätten wir schon gerne noch mitgenommen. Aber man wird mit den Urlauben ein wenig gelassener, was bestimmte Sichtungen angeht. Außerdem, fuhr Chris fort, hätten wir am Morgen bei dem riesigen Krokodil, das auf dem Kafue vorbeischwamm, nur mal kurz ohne allzu großes Interesse geschaut, um dann gleich weiter hinter irgendwelchen Vögeln herzukrabbeln. Und so drehten wir uns im Kreis und konnten uns nicht losreißen: Unterhalten, Richtung Auto zum Aufbruch drängen, Vögel verfolgen, wieder im Wohnzimmer landen, Chris‘ Geschichten lauschen …

20180801-083739-5N7A9316.JPG


Dummerweise weiß man bei der Planung im Voraus ja nicht so genau, wo es uns gut gefällt. Hier hätten wir auf jeden Fall mehr Zeit verbringen wollen und werden bestimmt noch einmal wiederkommen.

von Peter:
20180801-085409-5N7A9321.JPG


Wir verabschiedeten uns mehrfach und schafften es nach allem möglichen Hin und Her endlich gegen 9.00 Uhr aufzubrechen.

Ruth auf Tsetse-Jagd

20180801-091335-IMG_8136.JPG


Es sieht schon ein wenig bescheuert aus, mit dem großen „Tennisschläger“ im Auto herumzufuchteln, aber der Tipp von Frank aus dem Forum war wirklich Gold wert. Manchmal war es uns unbegreiflich, wo die Fliegen herkamen, wenn wir schon seit Ewigkeiten kein Fenster mehr geöffnet hatten. Wahrscheinlich lauerten sie geduldig und gut versteckt, um mit ihrem Stechrüssel in einem günstigen Moment anzugreifen, wenn man am wenigsten damit rechnete. Der Elektroschläger erzeugte bei jedem Treffer einen Funken und ein knallendes Geräusch, danach stürzte die so getroffene Fliege ab. Da sie sich aber nach kurzer Zeit wieder berappelte, um den nächsten Angriff zu starten, taten wir gut daran, das abgestürzte Zombieinsekt aufzuspüren und ihm endgültig den Garaus zu machen. So war Uwe mit Fahren und Ruth zunächst mit den Fliegen beschäftigt. Die Strecke durch den Wald und weiter bis Mumbwa zog sich wieder hin, war aber sehr abwechslungsreich.

20180801-092121-5N7A9327.JPG


20180801-095353-5N7A9349.JPG


Buckelige Rinder mit riesigen Hörnern und teils sehr kleinen Kälbchen kreuzten in einer langen Schlange die Straße.

20180801-110800-5N7A9366.JPG


Blitzlichter:
Verkaufsstände, die aus kleinen Baumstämmen und Ästen krumm und schief zusammengebunden sind, sausen vorüber. Auf ihnen werden Tomaten, Eier und andere Lebensmittel angeboten. Ziegen und Zicklein mit wackelnden Schlenkerohren überqueren unseren Weg. Kohlesäcke, deren Inhalt mit einem Plastikgeflecht gehalten und so um 1/3 vergrößert wird, stehen am Rand. Ein Junge mit einem knallgrünen Shirt sitzt auf einem Stein und kaut Zuckerrohr. Wieder brennen Feuer auf den Feldern. Etwas weiter ist die Erde schwarz verkohlt, aber erstes Grün sprießt, und zarte, kleine Hälmchen wachsen bereits. Ein Geruch nach Qualm hängt in der Luft, ein dickerer Baumstamm schwelt noch, und eine letzte dünne Rauchsäule steigt kräuselnd empor.
Zwei Frauen mit buntgemusterten orange und lilafarbenen Röcken tragen Schüsseln mit Stoffen oder Wäsche auf dem Kopf und ein Baby in einem Tuch auf dem Rücken. Neben ihnen hüpfen je zwei Kleinkinder an der Hand. Schmetterlinge mit weißen, gelben, blauen, braunen, orangen oder türkisfarbenen Flügeln schaukeln über die Straße, halten niemals still und flattern im Wind scheinbar ziellos umher. Ein paar Fußgänger mit blütenweißem Hemd haben sich ihren Pullover oder ein Tuch als Schutz gegen die Sonne und den Staub über den Kopf gelegt.
Ein alter Mann mit Baseballkappe, leuchtend blauem Shirt, kurzer Hose und Gummistiefeln transportiert einen riesigen Stapel Holz auf dem Gepäckträger seines Fahrrads und kommt uns in ausladender Schlangenlinie entgegenmäandert. Als wir passieren, winkt er uns freundlich zu. Lila Blumen schimmern blass unter einer dicken Staubschicht am Straßenrand, ziemlich kleine Kinder balancieren ziemlich schwere Säcke auf ihren Köpfen.
Eine junge Mutter zerrt ein plärrendes, kleines Mädchen mit einer Tausend-Zöpchen-Frisur im neonpink, grell leuchtenden Tutu an der Hand hinter sich her.
Je näher wir der Stadt kommen, umso bunter und geschäftiger wird das Treiben. Verschiedene Waren und Dienstleistungen werden in kleinen, bunten Häusern mit auffallenden Schriftzügen unmittelbar neben der Straße angeboten. Es gibt Friseure, Reifen- und Fahrradwerkstätten, Tischler, Schweißer und Shops für Kleidung, Tücher, Taschen, Schuhe und Lebensmittel. Dazwischen stehen winzige Büdchen zum Aufladen des Telefonguthabens in allen möglichen Signalfarben, Hauptsache aufdringlich markiert, um sich vom ein Meter entfernt stehenden nächsten Stand abzuheben. Kinder, Hühner, Hunde und Schweine wuseln herum. Auf zusammengezimmerte Verkaufsstände mit säuberlich zu Pyramiden gestapelten Zwiebeln, Kartoffeln und Tomaten werden außerdem Popcorn, Nüsse, Süßigkeiten in bunten Plastikverpackungen, ölige Krapfen und Zuckerrohr angeboten.
Kleinbusse mit 30 Personen oder normale PKWs mit 8 Personen über und untereinander sind keine Seltenheit. An der Tankstelle lassen sich das geordnete oder ungeordnete Warten und das Beladen der Autos bestaunen. Verkäufer bieten auch hier Popcorn und Orangen an, aber auch Jeans oder Säcke mit Kohle lassen sich zwischen den Autos erstehen. Vorbei an Lastwagen, PKWs und Tankstellenangestellten bahnen sich staubige Motorräder ihren Weg zur nächsten Zapfsäule. Das Spiel „Wer war zuerst, wer darf als nächster?“ wird nach unbekannten Regeln mit afrikanischer Gelassenheit ausgetragen. Uns stört es nur mäßig, dass wir die Regeln nicht verstehen und uns wohl auch nicht allzu geschickt dabei anstellen. Es gibt einfach zu viel zu entdecken. Auch hier werden riesige LKWs mit Baumwollballen, Kohlesäcken oder anderen Waren beladen. Nicht selten krabbeln danach Personen auf die Last, um auf diese Weise mitgenommen zu werden.
Weiter geht es auf der Teerstraße nach Westen Richtung Mongu. Kinder teilen sich zu dritt ein Fahrrad. Ein Businessman in einem feinen, schwarzen Anzug mit Krawatte und frisch geputzten, glänzenden Schuhen spaziert mit Handy am Ohr durch die staubigen Verkaufsgassen. Kleine Jungen dreschen mit langen Stecken auf ein paar Rinder ein, um sie vom Straßenrand zu vertreiben, Kinder aller Altersstufen wandern in Schuluniformen in lila Röcken/ Hosen und hellblauen Blusen, in weißen Blusen und grau-schwarz karierten Röcken, alternativ in jeder beliebigen anderen Kombi, die die Zugehörigkeit zur jeweiligen Schule erkennen lässt, lautstark miteinander plaudernd vorüber.
Ein kleiner Junge mit Sonnenhütchen liegt bäuchlings auf einem gefüllten Sack und schiebt ein selbstgebasteltes Spielzeug im Sand vor sich auf und ab. Trommeln, Wannen und Bottiche werden neben Hühnern in Käfigen, Tierhälften und Fleischstücken, die zum Abhängen an Ästen im Wind baumeln, zum Verkauf angeboten. Junge Männer messen vor Bars mit kreativen Namen ihr Geschick im Billardspiel. Es ist ganz erstaunlich, vor wie vielen dieser winzigen Pubs ein Billardtisch im Staub steht.
20180801-114911-5N7A9379.JPG


20180801-115100-5N7A9382.JPG


20180801-120520-5N7A9427.JPG


20180801-120521-5N7A9428.JPG


20180801-120554-5N7A9431.JPG


20180801-123440-5N7A9449.JPG


Im Unterschied zu Namibia ist es besonders dieses bunte Leben am Straßenrand, welches für uns den Reiz Sambias ausmacht. Völlig unzusammenhängend und ungeordnet prasselten in kurzer Abfolge die Eindrücke auf uns ein, die sich nicht einmal ansatzweise in Fotos festhalten ließen.
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2019
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2019 · #180
Ca. 60 Kilometer hinter der Stadt bogen wir nach Süden Richtung Itezi-Thezi ab. Da wir nicht wussten, welche Straße uns erwarten würde, waren wir überrascht, als wir eine breite, hervorragend beschaffene Teerstraße vorfanden. Dumm nur, dass sie noch nicht freigegeben war und wir daneben auf Sand fahren mussten. Doch auch hier kamen wir gut voran, zumindest so lange wir keinen Gegenverkehr durchlassen mussten.

20180801-125858-5N7A9458.JPG


20180801-130305-5N7A9465.JPG


20180801-130454-5N7A9475.JPG


An einem Kontrollposten hielten wir an einer Schranke. Der Ranger, der unser Kennzeichen notierte, strahlte über das ganze Gesicht, fragte uns nach unserer Reise und wünschte uns einen wunderschönen Aufenthalt in Sambia. Er verbreitete so gute Laune, dass wir noch Kilometer später grinsen mussten.
Zur KaingU-Lodge bogen wir nach Westen ab und fuhren auf einer schmalen, aber sehr schönen Straße durch Wald.

20180801-135211-5N7A9486.JPG


20180801-135443-5N7A9491.JPG


Der Weg war gut, die Bäume gaben Schatten, und wir näherten uns dem Tagesziel. Lediglich ein Haufen Tsetses begleitete uns. Kurz vor der Lodge stand ein Schild, das uns aufforderte anzuhalten und fünf Minuten zu warten. Die Fliegen seien dann verschwunden. Wir waren skeptisch, befolgten aber die Anweisung. Und tatsächlich entfernten sich die meisten Tsetses, nachdem wir uns nicht mehr bewegten.

von Karin:
20180801-150706-188_2018_Afrika_0436.JPG


Mit Insekten-Gift präparierte Falle für Tsetse-Fliegen, die von blau und schwarz angezogen werden.

20180801-144904-5N7A9504.JPG


Die KaingU-Lodge liegt direkt am Fluss. Wir checkten ein und tranken etwas. Im Souvenirshop erstanden wir ein schönes T-Shirt für unseren Neffen. Die Campsite liegt ebenfalls sehr schön grün am Fluss, und jeder Stellplatz besitzt eine eigene Freiluft-Dusche. Wir klappten das Zelt auf einer Wiese auf, lüfteten die Schlafsäcke und aßen ein paar Leberwurstbrote. Aus dem Wasserhahn purzelte ein winziger Frosch, als Ruth den Hahn aufdrehte.

20180801-160424-5N7A9511.JPG


Hartlaubschnäpper (Ashy Flycatcher)

20180801-152623-7D3_8238.JPG


20180801-162937-IMG_8143.JPG


20180801-165601-5N7A9519.JPG


Nach unserer späten Brotzeit wanderten wir ein kleines Stück zu den flussabwärts gelegenen Stromschnellen, während sich Karin und Peter ein wenig ausruhten. Dabei nahmen wir uns entsprechend gewarnt vor wilden Tieren in Acht.

20180801-170059-5N7A9523.JPG


Tatsächlich begegneten uns wilde Klippschliefer, wilde Kakteen, eine wilde Herde Buschböcke und wilde Warzenschweine. Letzteres schaute tatsächlich ziemlich grimmig und war bereits kampferprobt, wie man bei genauerem Hinsehen erkennen konnte.

20180801-170333-7D3_8263.JPG


20180801-170513-7D3_8267.JPG


20180801-170918-7D3_8272.JPG


20180801-171623-7D3_8299.JPG


Daher kamen wir ihm lieber nicht zu nahe und folgten weiter den aufgemalten Pfeilen zu den kleinen Fällen. An einer Stelle verliefen wir uns und mussten ein kleines Stück zurück. Wir sahen ein paar Brillenvögel, die jedoch so weit weg und hoch in den Zweigen turnten, dass wir sie nicht ordentlich erwischen konnten. Am Ende des Weges mussten wir über große Felsen klettern. Welch ein Glück, dass Ruth ihr Kletter-Crocs anhatte! Gerade rechtzeitig kamen wir zum Sonnenuntergang. Das Wasser rauschte und war ganz klar.

20180801-173806-7D3_8314.JPG


20180801-173850-KaingU-Pano-1-1500.jpg


20180801-174307-5N7A9599.JPG


Wir blieben nur eine Weile und machten uns dann auf den Rückweg, weil wir nicht in die Dunkelheit kommen wollten.
Zurück an der Campsite duschten wir und liefen dann zur Lodge. Wir waren die einzigen Gäste und setzten uns auf das Holzdeck am Fluss, tranken etwas und nutzten das WLAN. Im Dunkeln kehrten wir zu den Autos zurück und machten Feuer, was mit dem noch etwas feuchten Holz nicht so einfach war. Es qualmte fürchterlich. Als es jedoch brannte, war es sehr heiß und wärmte uns. Hunger hatten wir eigentlich keinen mehr, und so aßen wir nur noch ein paar Kekse. Als wir im Zelt lagen, brüllte mehrfach ein Löwe von Osten her.

20180801-200024-5N7A9619.JPG


Kilometer: 263
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 03. Feb. 2019