RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201821. Sept. 2018 · #281
Fortsetzung 09.04.2018 Savuti – Mwandi View:
Auf dieser letzten Strecke vom Gate über Kachikau bis nach Kavimba bekommen wir nun doch noch ein kleines bisschen tieferen Sand zu spüren. Nicht tief genug, um uns zum Reifendruck ablassen zu überzeugen, aber immerhin doch so tief, dass ich anfange, mir vorstellen zu können, wovon hier immer geredet wird! Dummerweise haben wir nicht noch einmal auf die Karte geschaut – ich dachte, ich hätte sie im Kopf. FAST war das auch so. Aber eben nur fast 🤨 . So biegen wir direkt hinter dem gate nach rechts, da dort „Kachikau“ ausgeschildert ist, und ich im Kopf hatte, dass es geradeaus nach Linyati geht, was ja auch richtig ist (aber wo wir nicht mehr hin wollten). Dass diese hier nach rechts aber eine kleinere Straße ist, und die etwas größere erst später nach rechts abzweigt, hatte ich also nicht auf dem Schirm. Das war nun nicht super tragisch, denn von Kilometern her sind wir damit eine kleine Abkürzung gefahren. Aber vom Straßenzustand her war es fürchterlich! Permanent ausgefahrene sandige Mini-Hubbel. Kein „Waschbrett“, sondern weitaus hubbeliger! So als würde man andauernd über Bumps fahren! Im Schleichtempo wühlt sich unser Landcruiser vorwärts….
Ich kann das nicht mehr abfedern, habe heftige Rückenschmerzen (erstmals auf dieser Fahrt), und lege mich deshalb wieder hinten auf die Matratze. Volker fährt einigermaßen fröhlich stur vor sich hin, und die Kinder – tja, ich weiß gar nicht mehr, wie die sich die Zeit vertrieben haben? Vermutlich teilweise auch mit Schlafen, teilweise mit gegenseitigem Abfragen, ob denn die Übersetzung von „Mellivora capensis“, „Loxodonta africana“, „Connochaetes taurinus“ u.a. noch präsent sind. Oder sie griffen doch mal zu weniger anspruchsvollen Lektüren und zogen die paar Asterix und Donald Ducks 😉 raus, die noch im Auto in einer Ecke hingen!
Jedenfalls: als wir dann wieder auf die Hauptstraße stoßen, wird die Fahrerei wieder deutlich angenehmer! Da erst fällt uns auf, dass wir eigentlich eine andere Straße hatte nehmen wollen… 😵 Immerhin: das Abendlicht ist wunderschön, und wir genießen diese einmalige Stimmung in golden beleuchteter Landschaft!
Irgendwann kommt auch die Passage, die hier in Berichten öfter in Bild zu sehen ist:
Das war die einzige Stelle, wo wir dann mal über den Reifendruck nachdachten, da wir zuerst den Hügel nicht hochkamen! Volker rollte dann nochmal zurück und nahm etwas mehr Anlauf, und damit war auch das für unseren genialen Rafiki kein großes Problem!
Ohne mich jetzt mit Defender-Verfechtern anlegen zu wollen (ich war lange Zeit ein Bewunderer dieser legendären Autos! Und wollte eigentlich auch einen verbeulten RICHTIGEN Landrover Defender als unser Hochzeitsauto. Doch das war in Deutschland damals in unserem Umfeld leider nicht zu finden… 🙁 ): Heutzutage wird mich vermutlich jedoch nichts mehr von meiner inzwischen leicht veränderten Meinung bekehren: Nichts geht über einen feinen und zugleich rustikalen Toyota Landcruiser (HZJ 78 – oder von mir aus auch noch 76…)!!!
(Ich betone nochmal: das ist MEINE ganz persönliche Meinung – und andere dürfen gerne anderer Meinung sein und bleiben!!! Denn wo kämen wir denn da hin, wenn alle Defender-Fans plötzlich Landcruiser fahren wollen würden??? 😗 )
Froh sind wir dann aber doch, als wir Kachikau und damit die Teerstraße erreichen – der Fahrtag war nun lange genug gewesen, und wir fühlen uns doch einigermaßen durchgeschüttelt.
Bald darauf bietet sich uns ein atemberaubendes Bild über die Linyati Flood plains neben der Straße – und Ihr alle wisst ja aus eigener Erfahrung, dass Bilder das nicht einfangen können! Hier trotzdem ein Versuch:
Die Wolken haben sich extra für uns nochmal ein wenig geöffnet!
Wenige Minuten später erreichen wir bei den letzten Sonnenstrahlen des Tages Mwandi View!
„Ohhhh – ist DAS schön hier!“ rufen wir alle wie aus einem Munde, als wir durch das Tor fahren!
Ob es nun wirklich objektiv betrachtet so außerordentlich schön dort ist, oder ob wir einfach nach diesen Tagen „Wildnis“ (und der vergangenen Nacht im „verlodderten“ Mankwe…) von dieser gepflegten Anlage, dem grünen Rasen und den einzigartigen Floodplains im Hintergrund betört sind – nochdazu in diesem Abendlicht – ich weiß es nicht. Jedenfalls ist es wie ein langes, wohltuendes Durchatmen!
Da es schon recht spät ist, habe ich Aufnahmen von der Anlage erst am nächsten Tag gemacht. Ich möchte sie dennoch hier einfügen, um ein kleines Bild davon weiter zu geben. Vielleicht steuert der eine oder andere von Euch dieses Kleinod ja demnächst auch mal an!? Wenn man durchs Tor fährt, vor einem dieser Blick auf das kleine Restaurant/Abolutions Blocks (links daneben).
Wenn man hinein geht, ein simples, aber hübsch eingerichtetes Restaurant
mit Bar
Durch das man auf eine sehr große Holzterrasse kommt. Die Floodplains liegen einem zu Füßen! Blick nach rechts:
Blick nach links mit kleinem Pool:
Wenn man links wieder am Pool runter geht, an den Abolution Blocks vorbei, (Blick zurück):
kommt man auf die Campingwiese:
Auf der Rückseite der Duschen gibt es übrigens auch große, schöne Waschbecken zum Geschirrspülen oder Wäschewaschen – ausreichend heiß Wasser und eine Wäscheleine inklusive! Wir nutzen es allerdings nur zum Abspülen – Wäschewaschen kommt erst in ein paar Tagen wieder zu Hause in Blantyre dran (falls wir da gerade mal gnädiger weise Strom für die Waschmaschine haben sollten…).
Wir bauen schnell Zelte auf (im Scheinwerferlicht), kochen noch was Schnelles und gönnen uns jeder eine ausgiebige, wunderschöne warme Dusche! Spätestens jetzt sind wir die Schmiere von der mißlungenen Mankwe-Dusche wieder los! Das fühlt sich gut an!!!
Ein wenig sitzen wir noch auf dem Deck und diskutieren evtl. Planänderungen:
Joel spricht aus, was ich auch denke: „Können wir nicht morgen noch hier bleiben? Es ist soooo schön hier!“
Wir haben für morgen und übermorgen 2 Nächte in Livingstone, wieder in der Maramba River Lodge eingeplant. Wollen auch nicht mehr zu den Vic Falls, denn wir sind so erfüllt und fast geplättet von dem vielen Erlebten, dass das irgendwie nicht auch noch nötig ist. Zumal wir uns ja vor ziemlich genau 2 Jahren dieses Spektakel gegönnt haben! Insofern hätten wir also tatschlich die Zeit, unsere „Doppelnacht“ zu verschieben (außerdem muss man bei Maramba nicht im Voraus zahlen!). Zunächst erscheint diese Option wirklich eine gute Lösung. Dann aber versuchen wir uns vorzustellen, was wir (aber insbesondere die Kinder) einen ganzen Tag lang hier tun werden? Hübscher Pool, große Wiese und schöne Aussicht in Ehren – aber vielleicht ist das doch kein Tag füllendes Programm?
Ich persönlich könnte jetzt wirklich mal 1 oder auch 2 Tage an einem solchen Ort hier verbringen. Mich auf diese Terrasse setzen, in die Weite blicken und glückliches Nichts-Tun genießen! Oder anfangen, Bericht zu schreiben, und das Erlebte damit nochmal verinnerlichen. Das wäre ICH. Volker könnte sich auch beschäftigen, zumal es hier kostenloses WIFI gibt. Aber in Anbetracht der Kinder entscheiden wir, dass das vielleicht doch zu lange ist. Da wir aber morgen nur über Kasane, mit der Fähre über den Zambezi und nach Livingstone wollen, ist unser Kompromiss am Ende, dass wir uns den Vormittag hier noch gemütlich Zeit nehmen, und dann je nach allgemeiner Laune den Abfahrtszeitpunkt festlegen. Damit scheinen alle zufrieden!
Die Sonne hat sich schon längst verabschiedet und der letzte Blick bei Tageslicht über den Fluß nach Namibia ist schon einige Stunden her
als wir dann endlich (dankbar für eine Waagerechte und ohne Gerüttele!) in unseren Zelten auf die Matten fallen. Ein letztes Mal botswanische Träume – für keiner weiß wie lange…..
Bin ganz Deiner Meinung: Landcruiser sind top! Gefolgt von Hilux. Und: was mich persönlich auch mal sehr beeindruckt hat: VW Multivan 4 x4. Das kam so: Wir sind mit 2 Autos (Landrover von Bekannten und mein Pajero) den Mabuasehube Trail in Botswana gefahren. Dort sind pro Tag nur mindestens 2 Autos erlaubt und auch immer nur eine Gruppe. Wir hatten uns an einer Steigung total festgefahren und mussten freischaufeln und sogar Ladung abladen. So standen wir dort, mit unseren recht martialisch aussehenden Autos, als ein Südafrikaner mit seiner Partnerin (natürlich eigentlich verboten das der da alleine unterwegs war) hinter uns anrollte. Jedenfalls kam er in dem Multivan (nur ein bisschen höhergelegt mit 4 x4) an, grüßt uns freundlich, zieht auf die Böschung hoch, überholt uns indem er direkt durch die Büsche fährt! 😄 Beeindruckend! Seitdem bin ich der Meinung, das der Multivan als Busch-Fahrzeug unterschätzt wird. Allerdings - bei Wasser Durchfahrten? Liegt halt ein bisschen tief. Wahrscheinlich bleibt es dabei: Landcruiser!
5 Jahre in Botswana, 3 Jahre in Sierra Leone, 1 Jahr in Lesotho
außerdem Reisen in Namibia, Südafrika, Mozambique, Eswatini, Tansania und Äthiopien
www.kalahari-calling.com
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201822. Sept. 2018 · #283
Vielen Dank an alle von Euch, die auf den letzten Kilometern nun nicht aussteigen! Es erscheint mir schwieriger, nach 2 Monaten Pause wieder den Einstieg zu schaffen - und außerdem stelle ich selber fest, dass es für mich persönlich nicht einfach ist, das Ganze hier von "Deutschem Boden" aus fertigzustellen. Das ist sicher unserer Situation geschuldet - und dem, wie ich persönlich gestrickt bin. Ich habe mir aber bereits überlegt, wie ich auch die letzten Reisetage vielleicht noch etwas amüsant gestalten kann. Das fühle ich mich Euch verpflichtet - denn ebenso, wie ich "meine Meute" an langen Fahrtagen versuche, fröhlich zu halten, so werde ich das auch für Euch tun. Denn jetzt sitzt IHR ja gerade bei mir im Auto! 😉
Es freut mich, dass es doch so viele gibt, mit denen ein klein wenig besondere, inspirierende Beziehung entstanden ist! Fortsetzung soll nicht lange auf sich warten lassen! Es grüßt Euch, Antje
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201424. Sept. 2018 · #284
Hallo Antje,
ich habe irgendwie gar nicht mitbekommen, dass Du nach Eurer Ankunft in Deutschland bereits einige Kapitel eingestellt hast 😮 Naja, wir waren zwischendurch auch mal kurz unterwegs und jetzt habe ich gleich die neuesten Kapitel nachgelesen. Vieles kommt mir sehr bekannt vor.
Wie ich auch an anderer Stelle gelesen habe, fällt Euch das Einleben in Deutschland nicht so ganz leicht.
Für mich ist es nach der Rückkehr von unseren Urlaubsreisen ins südliche Afrika schon recht schwierig wieder "hier" anzukommen und es befällt mich immer ein merkwürdiges Gefühl von Heimweh 😕
Wie muss es Euch dann erst ergehen?!
Auch deshalb ein ganz besonders großes Dankeschön, dass Du Euren Bericht nun weiterschreibst! Aber bekanntlich ist das Schreiben und Lesen von Berichten doch auch ein recht gutes Heilmittel gegen Heimweh nach Afrika 😘
Und ich persönlich finde, Du unterhältst uns mit Deinem authentischen Bericht allerbestens!
Mzeekenya527 Beiträge · seit 201324. Sept. 2018 · #285
Rehema schrieb:Ich melde mich zurück! Denn: „Better late than never!” Ich hoffe, dass meine Leser den Wieder-Einstieg hier finden und Ihr nochmal Freude an einer Fortsetzung habt! Also – los geht’s!
Schön Antje, dass ich im Forum wieder von dir lesen kann. War lange nicht mehr im namibia-forum.ch und habe festgestellt, dass ich kaum etwas verpasst habe. Bin gespannt, was du/ihr noch zu berichten habt... Danke schon mal. M.
Mzeekenya527 Beiträge · seit 201324. Sept. 2018 · #286
Hallo Antje, ich gehe davon aus, dass ihr die gezeigten Wasserdurchfahrten der Fotos wegen so dramatisch gemacht habt. Ich traue euch als alte Afrikaner zu, dass ihr weniger wild durch Wasser und Matsch brettert, sondern vorsichtig und eher langsam... Aber die Bilder sind gut geworden. Grüsse Mzeekenya
Mzeekenya527 Beiträge · seit 201324. Sept. 2018 · #287
Rehema schrieb:
📎 Mankwe-Impala1.jpg
Ein absolut geniales Bild!. Das habe ich in mehr als 50 Jahren nicht geschafft.
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201826. Sept. 2018 · #288
Danke, Willi! ich staune immer noch, wie wir uns über ein ordentliches "disagreement" in einem therad hier über Kenya gefunden haben. Und dabei manche Seelenverwandtschaft entdeckt haben.... Du bist Gold wert!!!
Ich wollte das Lob über das ImpalaBild schon an Benni weiter geben - aber der wehrte gleich ab: "Nein, das ist Papas! Meine bei den springenden Impalas an dem Tag waren an epic failure!"
Er hat Recht - diese Anerkennung geht an meinen Mann! Das war ja aus dem Majete in Malawi - das war irre, und ich muss wohl doch noch ein wenig aus Malawi ausgraben und berichten, wenn ich hier fertig bin mit diesem Bericht! Eine nicht enden wollende Herde sprang über diverse Büsche, ganz viele Babies dabei, wir sagten: das ist ein Kindergartenausflug!!! Wir hatten also ziemlich viele Versuch frei mit den Fotos.... Aber wie Du sagst: sie gelingen einem dennoch selten so wie dieses eine hier! Und zu unserem Matsch-Fahrstil sag ich gleich in der Fortsetzung noch was.... (du hast ja Recht: so macht man das eigentlich nicht! 😗 )
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201826. Sept. 2018 · #289
Dienstag, 10.04.2018: Mwandi View (Kavimba/Botswana) – Maramba River Lodge (Livingstone/Zambia):
Als ich sehr erholt aus meinem Zelt krieche, bergrüßt mich wieder strahlend blauer Himmel! Aber die Sonne steht schon hoch – die „Morgendstund“ mit „Gold im Mund“, die hab ich heute wohl verschlafen!? 😮 Tatsächlich, es ist schon nach 8 Uhr! Das gab’s ja auf der ganzen Reise noch nicht! Aber heute, da durfte es sein, und ich habe auch nichts verpasst!
Denn der Blick über die Linyati Floodplains vom Restaurantdeck ist auch zu dieser Stunde noch atemberaubend schön! Mein Versuch, es im Panoramabild ein wenig einzufangen:
Ich finde den Rest meiner Familie irgendwo verteilt: Volker auf der Terrasse, Johannes ebenso (mit Buch in der Hand), Joel und Tabea auf den Wiesen in irgendwelche selbstausgedachten Spiele versunken, und Benni noch im Nachbarzelt (ich war also doch nicht die Letzte!) 😎
So langsam haben wir die schönen Tiere nun wohl hinter uns gelassen, und begnügen uns mit der „fake version“ (deshalb haben wir ja vorsorglich auf solchen Fahrten immer ein paar Wildtiere mit an Bord – Leoparden, Affen und Giraffen MÜSSEN sein!). Und heute durften auch DIE mal in die Freiheit:
Erinnert sich noch einer an unseren aller ersten Fahrtag in Malawi? Wie wir uns die Fahrt mit allerlei alten Kinderliedern schmackhaft gemacht haben?
„Es schaukelt die Giraffe, am Baum so wie ein Affe……“ „….der Affe lacht sie aus: da wird nie was draus! Das wird NIE was draus! NIE WAS DRAUS!“ 😛
Joel und Tabea lachen sich schlapp über ihre Idee, die Giraffe wirklich mal am Baum baumeln zu lassen, und Joel bettelt um mein Smart Phone, um das Ganze fest zu halten. Warum er es allerdings nicht hingekriegt hat, diese hübschen Szene im Baum so zu arrangieren, dass man immerhin die Gesichter auf den Bildern sieht, bleibt mir ein Rästel….. Entweder, er muss mal bei seinem Bruder Benni Nachhilfe in Fotografie nehmen – oder er denkt sich vielleicht: so halb versteckt ist‘s authentischer? 😛
Dabei fällt mir übrigens auf: ich habe Euch gestern schon wieder Tabeas Statistik unterschlagen! Im Gegensatz zu ihrer Akribie, das jeden Tag ordentlich aufzuzeichnen, scheine ich gegen Ende meines Berichtes diesbezüglich etwas nachlässig zu werden...…
Dann wollen wir doch mal sehen, ob das Gefühl einen manchmal täuscht, oder ob wir an dem „Savuti-Tag“ wirklich so viel mehr gesehen haben als am Tag zuvor: Elefanten: 42 – hm, nicht schlecht, würde ich sagen….. Speck’s Hingeback Tortoise (Huch??? Das war wohl die Stigmochelys pardalis?): 1 Hornbill: 62 – Hut ab, wer da noch mitgezählt hat! Eagle: 12 (soll ich das glauben, oder war sie besoffen? Naja, ich hab ja teilweise auf der Matratze geschlafen. Hab wohl doch was verpasst…) Wild Dogs: 7 – Jaaaa, die hab auch ICH mitbekommen! Male Impala: 15 Zebra: 5 – n bisschen mager, würd ich sagen…. Roller: 7 Ibis: 2 Comb Ducks: 66 Egyptian Geese: 30 – ich glaub, das ist grob überschlagen Stork: 3 Guinea Fowl (was? Ich dachte, die zählst du nicht?): 25 Buffalo: 2 Kudu: 5 Wildebeast: 46 – oh wow! Das war in Botswana der mit Abstand Wildebeast-reichste Tag! Ja, und die Giraffen????? Hab ich die nur geträumt? Aber ich hab Euch doch Fotos gezeigt, und die waren NICHT rein geschummelt!
Nun ist’s aber endlich Zeit für ein Frühstück! Als ich auf das Dach zu meiner Essenskiste klettere, sehe ich, dass am gestrigen Tag der Matsch es sogar geschafft hat, das gesamte Dach von oben inklusive aller Seiten der Kisten einzusauen! 😵 Das nenne ich erfolgreiches Rough-Road-Fahren! 😗 Und Ja, Willi, normalerweise fahren wir anders durch Matschlöcher – v.a. wenn sie uns unbekannt sind. Und Bilder von unseren Matschdurchfahrten, wie das von Dir zitierte, haben wir dann nochmal „extra“ produziert, nachdem wir das Loch kannten…… Nur die „Savuti-Wellen-Wasserpiste“ sind wir, wie schon erwähnt, nach anfänglicher „Testphase“ dann in anderem Tempo gefahren – und ich glaube auch, dass unser Auto noch nie so weit hoch mit so viel Matschwasser bespritzt gewesen ist, wie ich es jetzt bei meiner Frühstücksvorbereitung entdecken konnte!
Danach lassen wir uns alle noch gemütlich Zeit. Die Kinder nutzen den schönen Pool aus, Volker freut sich, dank „free WIFI“ mal wieder Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen (weil er innerlich ja die ganze Zeit eigentlich viel mehr in Tanzania und unserer fraglichen Zukunft dort ist…), und ich gehe endlich mal Amelia du Plessis, die Besitzerin aufsuchen.
Sie und ihr Mann haben ihr privates Haus direkt mit Blick auf die Campingwiese, und ich habe sie vorhin dort werkeln sehen. Zum einen müssen wir noch die Chobe-River-Cruise abrechnen, und zum anderen möchte ich mich bei ihr bedanken für ihre Hilfe, diese Tour vom Senyati aus noch klar zu kriegen, und ferner muss ich ihr unbedingt sagen, wie genial wir den guide BG fanden!
Amelia und ihr Mann sind sehr herzliche Leute, ich habe mich also nicht getäuscht! Sie freut sich mit uns, dass das mit der Bootstour noch geklappt hat, und dass wir über BG ebenso erfreut sind, wie anscheinend viele andere. Sie würden noch nicht lange mit ihm zusammenarbeiten – er arbeite für „Moonlight Safaris“, welche sie seit einiger Zeit für Touren mit engagieren. Gestern habe er von Mwandi View aus eine Gruppe Touristen in den Chobe gefahren, und sie hätten „Mating Leopards“ gesehen! „And I’m SO jealous!!!”, platzt sie in einer Mischung aus Neid und Lachen dazu heraus! Wie oft wäre sie schon im Chobe gewesen, aber SO was habe sie noch nie gesehen!
Tja, - safari is like a gamble…. You win, you lose….
Und wenn ich hier parallel Deinen Bericht lese, Bele, und Eure wahnsinnigen Sichtungen, dann - ja was dann? Das frage ich mich gerade. Bin ich neidisch? Zwischendurch dachte ich das mal. Aber ich muss ehrlich sagen: nein, ich bin es glaube ich, nicht. Denn unsere Reise war zwar so ganz anders als Eure, aber wir haben Wunderbares gemeinsam erlebt. Und: es war UNSERE Reise. Und eine solche Reise besteht ja nicht NUR aus Sichtungen, sondern aus so viel mehr!
Neben dem, dass ich mir dachte, dass ich in meinen Bericht dieser letzten etwas „langweiligeren“ und „tierärmeren“ Fahrtage bis zurück nach Blantyre immer mal ein paar meiner Lieblingsfotos dieser Fahrt rein nehme – und dabei feststellen musss: es sind sooooooo viele! Ich kann ja nur einzelne Highlights zeigen! Z.B. diese hier:
Und: was ist eigentlich „win“ – und was ist „lose“? Das gibt es möglicherweise objektiv überhaupt nicht. Das kann vielleicht nur jeder für sich selbst beantworten.
Und auch wenn wir jetzt gleich Botswana verlassen: wir sind ja noch nicht am Ende! Also bitte: noch nicht aussteigen – denn es geht gleich nochmal flink durch den Chobe (Brav im Wagen bleiben! Wir wissen ja jetzt, dass es dort WIRKLICH Elefanten gibt!!! 😄 ), dann wieder über den Zambezi (da macht sich aussteigen auch nicht so gut – flußabwärts warten die Victoria Fälle…. Autsch! 😣 ), bevor wir an einem meiner Lieblingsplätze, der Maramba River Lodge, nochmal unser müdes Haupt hinlegen dürfen!
Mzeekenya527 Beiträge · seit 201326. Sept. 2018 · #290
Rehema schrieb:Danke, Willi! ich staune immer noch, wie wir uns über ein ordentliches "disagreement" in einem therad hier über Kenya gefunden haben. Und dabei manche Seelenverwandtschaft entdeckt haben.... Du bist Gold wert!!!
Ja, das war eher unerwartet, wie wir uns in Forum begenet sind. Aber ich glaube ja nicht an Zufälle oder, wenn schon, in der Bedeutung von zu-gefallen. Und über Kenia "ticken" wir in vielen Dingen gleich. Ich kann mich leider nur zu selten mit Leuten unterhalten, die auch eine Ahnung von dem Land, den Leuten, der Natur haben und ihr Wissen nicht aus einer 3-tägigen Safari und einem 8-tägigen Strandaufenthalt schöpfen 😄 Das mit dem Gold scheint mir aber doch ein bisschen übertrieben...
Champagner8'681 Beiträge · seit 201029. Sept. 2018 · #291
Rehema schrieb: Tja, - safari is like a gamble…. You win, you lose….
Und wenn ich hier parallel Deinen Bericht lese, Bele, und Eure wahnsinnigen Sichtungen, dann - ja was dann? Das frage ich mich gerade. Bin ich neidisch? Zwischendurch dachte ich das mal. Aber ich muss ehrlich sagen: nein, ich bin es glaube ich, nicht. Denn unsere Reise war zwar so ganz anders als Eure, aber wir haben Wunderbares gemeinsam erlebt. Und: es war UNSERE Reise. Und eine solche Reise besteht ja nicht NUR aus Sichtungen, sondern aus so viel mehr!
Hallo Antje,
das sehe ich genau so! Natürlich schreibe ich im Bericht vor allem von den Sichtungen, denn dazu gibt es auch Fotos. Meine Erwartungen an die Reise waren aber ganz andere. Ich wollte endlich wieder in "meinem" Zelt, von dem ich ja wusste, dass es sehr gemütlich ist, liegen, die Geräusche der Nacht hören. Ich wollte endlich wieder in dem offenen Landcruiser sitzen und ordentlich Staub schlucken, endlich wieder den Busch riechen, endlich wieder mitten in der Wildnis meinen Kaffee trinken, so richtig staubig und dreckig sein, ohne dass es jemanden stört (ja, ich glaube, das kommen alte Kindheitserinnerungen hoch) , ich wollte ins Campfire schauen und in den Sternenhimmel - und klar, ich wollte auch Tiere sehen. Aber eigentlich war mir völlig egal, was und wie viele. Dieses Mal habe ich mich auch - wie April 2017 - total darauf und darüber gefreut, mit Botswana-Neulingen (und dann auch noch mit meinen Kindern 2017) unterwegs zu sein - es wird einem dann erst wieder so richtig bewusst, was für ein Privileg es ist, ein Impala oder gar einen Elefanten in freier Wildbahn zu sehen.
Hohe Erwartungen, Gedanken an Gewinnen und Verlieren, Neid auf Sichtungen anderer sind schlechte Begleiter einer Afrikareise - erwartungsvoll geschärfte Sinne und das Glücksgefühl, endlich wieder dort zu sein, wo man am liebsten immer wäre, passen da viel besser! Und dann einfach genießen und dankbar sein..... 😎
LG Bele
P.S. Ich freue mich schon auf eure Erlebnisse in der Maramba River Lodge - wir waren Ende August wieder dort und es hat mir wie letztes Jahr sehr gut gefallen!
freshy3'883 Beiträge · seit 201103. Okt. 2018 · #292
Hallo Antje, seit gestern sind wir körperlich aus Nam und BOT zurück. Prallvoll mit Erlebnissen jeglicher Art. Ich habe nur kurz in deinen und Beles Post hineingeschnuppert. Ja, Sichtungen sind uns wichtig, gehören zu unseren Reisen dazu. Aber: Wir laufen bzw. fahren ihnen nicht (mehr?) gierig hinterher, genießen sie, wenn sie sich ergeben. Uns fehlen z. B. immer noch Wildhunde, Leoparden (in freier Wildbahn). Ergo: Wir müssen wieder hin 🙂 . Sobald ich wieder einen klaren Kopf habe, werde ich eure RBe durchstöbern. Ach ja, Tabeas Statistik, die hätte ich vermisst 😄 . Auf eure Tochter kann man sich verlassen! Bis bald Gertraude
Gegen 11:00 sind die Zelte abgebaut und alles wieder im oder auf dem Wagen verstaut. Auch Giraffe und Affe sind glücklicherweise nicht im Baum hängen geblieben, sondern wieder mit an Bord! 😎 Ein letztes Mal springen wir alle kurz in den Pool und blicken über diese gewaltige Wasserebene Richtung Namibia. Dann geht es wieder los – zum Ngoma Gate Richtung Kasane. Kurz davor beschließen wir, einen Blick auf die Ngoma Bridge Richtung Namibia zu werfen. Vor der Brücke halten wir an und blicken über den Zambezi – schön! Wer weiß, ob wir hier in ferner Zukunft mal weiter fahren werden? Ein Traum von mir ist es schon lange, eine noch größere Runde durch noch mehr Länder, darunter Namibia, zu drehen. Allerdings dann mit viiiiiel Zeit! Wann das sein wird, weiß ich noch nicht. Für heute aber sind wir dankbar, dass wir es diesmal immerhin schon bis Botswana schaffen durften!
Am Parkeingang sind die Formalitäten schnell erledigt. Der Officer, bei dem ich uns ins Buch eintragen muss, ist freundlich und, als er unser Nummernschild sieht, zu einem kleinen Schwätzchen über Malawi aufgelegt. Das ist auch mal ganz nett!
Und, was hat der Chobe heute zu bieten? Auch auf diesem kleinen Stückchen Teerstraße sind die Elefanten ja öfters unterwegs!? Ob sich noch ein letztes Mal welche blicken lassen?
Ein einzelner Säbelantilopen-Bock huscht irgendwo schnell ins Gebüsch. Ein paar Meerkatzen turnen in den Bäumen, und einige Warzenschweine sind auch so freundlich, uns zum Abschied noch zu winken (mit ihren „Antennen“). Aber die botswanischen Elefanten haben beschlossen, dass der nördliche Chobe für uns ein Elefanten-leeres Erlebnis bleiben soll. 😵 Nun ja, so bleiben uns die beide Löwinnen von der Bootstour am Anfang um so besonderer im Gedächtnis!
Während wir so über die Teerstraße huschen, ziehen in uns Bilder von unseren ersten Tagen hier in Botswana durch den Kopf:
Ob Chobe mit dem Auto oder mit dem Boot – auch diese ersten Erlebnisse waren trotz Elefantenlosigkeit schön gewesen!
Schnell sind wir in Kasane, wo wir noch unsere letzten Pula ausgeben wollen. D.h. Volker möchte eigentlich mit keinen Pula zurück nach Malawi. Wir müssen aber als letztes noch die Kazungula Ferry bezahlen. Leider wissen wir nicht, wieviel sie von botswanischer Seite aus kostet. Bevor wir also im Shoprite noch einmal einkaufen, versuchen wir, und über den Fähren-Preis kundig zu machen: Wir beobachten alle Autos, die so auf den Parkplatz kommen und fangen diverse Leute ab: Fahrer von Touristen-Unternehmen. Polizisten. Einheimisch. Expats. Wir fragen so ziemlich jeden, der uns so aussieht, als könnte er das wissen – aber vergeblich. Keiner weiß, wieviel diese Fähre kostet! Ja ist das denn möglich? Nein, wir selber fahren dort nie rüber, sagen sie alle.
Tja, was tun? Wenn wir uns zu viel Geld aufheben, liegt es bei uns in Malawi unnütz herum. Wenn wir uns zu wenig aufheben, dürfen wir von der Grenze aus wieder zurück nach Kasane fahren, um Geld abzuheben. Dummerweise ist es ja sogar so, dass man ERST den botswanischen Grenzposten passieren und DANN die Fähre bezahlen muss. Also geht es eigentlich gar nicht, dann nochmal zum ATM nach Kasane zurück zu fahren…. Letzteres wäre also ZIEMLICH blöd! Wir spekulieren also: Von Zambia aus waren es 150 zambische Kwacha gewesen. In Botswana sind diese Dinge meist etwas teurer – aber sooo viel mehr kann es doch auch nicht sein. Also vielleicht 200 Pula? (Bei einem Kurs von ca. 1:0,9).
Volker beschließt, zur Sicherheit 250 Pula zu behalten. Den Rest setzten wir nun noch in Lebensmittel im Shoprite um. Neben einem Mittagssnack für jeden kaufen wir noch etwas Müsli und Milch, zwei Packungen Nudeln und Konserven für ein weiteres einfaches Gaskocher-Essen. Mein Kaffee ist auch quasi leer – und da es noch 3 Tage bis Blantyre sind, muss also auch noch ein Päckchen Kaffee dazu. Darüber hinaus geht das Geld für so gaaaanz wichtige Dinge wie Schokocreme drauf. Ja, Ihr habt keine Ahnung wie kostbar das in Malawi ist! Da gibt es nämlich immer nur so ca. alle 3 Monate mal in den Regalen einen Schwung Schoko-Brotaufstrich, der dann in Kürze leergekauft ist! Und: ich traue meinen Augen kaum: die Schokocreme ist gerade drastisch reduziert und das Glas kostet nur die Hälfte von dem, was ich in Blantyre sonst bezahle – also müssen davon noch 4 Gläser für die nächsten Monate mit! Außerdem sind die Ostereier und Schokohasen im Abverkauf und damit preiswerter als eine normale Tafel Schokolade – da läßt sich der sonst vom schwäbischen Spargeist getriebene Papa erweichen und packt noch etwas Schokoproviant für die letzte Reiseetappe in den Wagen! 🤩
Danach fahren wir an der Lasterschlange botswanischerseits vorbei bis zum Grenzposten. Bei der Ausreise geht ja alles immer etwas schneller, und ich muss mich nicht mehr vor fehlenden Dokumenten fürchten. Dennoch bleibt unser Fazit zu den botswanischen Beamten leider: freundlich geht anders!!!! 😈
Dann die Mischung aus Hoffnung und Schlottern, ob wir mit unserem Fähr-Preis richtig spekuliert haben? Volker kommt grinsend aus dem Häuschen zurück: es kostet 250 Pula! Puuuh! Schwein gehabt! Aber ehrlich: Abzockerei ist das trotzdem, finde ich…. Nun stehen wir wieder am Zambezi-Ufer, und während wir auf die Fähre warten, betrachten wir das Mega-Brücken-Projekt von der anderen Seite:
Uuuups – Rafiki! Als wir hier vor 10 Tagen von der Fähre runter fuhren, hattest Du irgendwie eine andere Farbe! 😄
Liebe Antje, wie habe ich mich eben gefreut, als ich Deine Fortsetzung sah! Schön, dass Du uns wieder an dieser Reise teilhaben lässt. Die klugen und richtigen Worte von Bele hätte ich ohne Dein Weiterschreiben auch verpasst und das meine ich ausnahmsweise mal nicht ironisch. 🙂 Wenn man zu einem RB einen Kommentar schreibt, in dem das Wort "Neid" vorkommt, ist es ja mehr als Anerkennung gemeint 😉 😉 😉 😉 😉 😉 😉 😛 Viele Grüße Friederike
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201806. Nov. 2018 · #295
Fortsetzung Dienstag, 10.04.2018: Noch einmal über den Zambezi Einschub: Kazungula Ferry und das derzeitige MonsterBrückenProjekt
Bald stehen wir wieder auf der Fähre und Joel bettelt auch diesmal um gaaaanz viele Bilder von diesem Brückenbau! Ja, eindrücklich ist sie allemal! Auch beim zweiten Anblick auf der Rückreise!
Da Mugabe verweigerte, sie durch zimabwisches Hoheitsgebiet verlaufen zu lassen, mussten Botswana und Zambia Namibia als Partner gewinnen, welche ihnen dann nach langen Verhandlungen die Erlaubnis gab, die Brücke in einem großen Bogen auf im Prinzip namibischer Seite verlaufen zu lassen. (was ja inzwischen als schmaler Grenzstreifen zwischen Botswana und Zambia anerkannt wurde, womit der afrikanische „QuadriPoint“ verschwand bzw. In einen doppelten „TriPoint“ umgewandelt wurde). Das verlängerte das Bauwerk um 323m auf eine Gesamtlänge von 923m! Und steigerte gewiss auch die Kostens immens…. Vielen Dank, Herr Mugabe!
Da in einem anderen thread neulich nochmal über die Brücke kurz berichtet wurde, dass Zimbabwe sich nun in das Projekt mit eingereiht habe, habe ich nochmal etwas recherchiert. Leider fand ich nicht ganz so viele Infos wie erwartet. Eine kurze Zusammenfassung einige meiner Ansicht nach interessanten Aspekte gebe ich hier gerne weiter:
Im “Daily news Zimbabwe 17. März 2018” heißt es, Zimbabwe fürchte inzwischen, dass durch diese Brücke die bisherige Haupttransitroute „Beitbridge-Chirundu“ untergraben würde. Diese jedoch stelle für Zimbabwe eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle dar. “…the project sounds a death knell for the country…” und weiter: “….Zimbabwe benefittet from cargo duty and toll fees…”. Ebenso sei der touristischen Sektor durch den Brückenbau gefährdet, da Routen/Unterkünfte dann weniger in Zimbabwe angestrebt würden. Demnach habe wohl Mnangagwa nun versucht, die alten Feindseligkeiten zwischen Mugabe und Khama zu begraben, und die neuen Regierungen versuchen einander anzunähern. Möglicherweise hat sich Zimbabwe nun tatsächlich darum bemüht, noch ein Stück vom Kuchen dieser Brücke (wirtschaftliche Erfolge?) mit ab zu bekommen.
In anderen Nachrichten findet man jedoch auch kritische Stimmen, die behaupten, die Investitionen würden die Partner niemals – in jedem Falle jedoch nicht schnell – wieder einnehmen, da als Transit-Route BeitBridge-Chirundu am Kariba Stausee immer noch kürzer sei, und Mnangagwa plane, diese auszubauen/zu verbessern um konkurrenzfähig zu bleiben. Ferner müßten die Grenzen (gemeint sind wohl ALLE SADC-Grenzen) wie geplant endlich in One-Stop-Borders umgewandelt werden, die die Abfertigung erleichtern. Diesen Punkt kann man nur unterstreichen, wenn man die Warteschlangen der Laster auf beiden Seiten des Zambezi sieht….
Auch müssten Botswana und Namibia die Umgebenden Strecken ausbauen – mit einer Brücke alleine wäre dies nicht getan. Ein weiteres Problem sei, dass derzeit keine Toll-Gebühren erhoben würden und die hohen Kosten für das Projekt lediglich durch die Road Tax viel zu langsam wieder eingenommen würden.
Also: bleibt abzuwarten, was sich die Führer der beteiligten Staaten in Zukunft hier noch einfallen lassen!
Und wie steht es nun mit dem absehbaren Ende bezüglich des Bauprojektes – was ja die Touris und damit sicherlich einige meiner Leser betrifft? Hier konnte ich lediglich aus Nachrichten Ende September entnehmen, dass die neue „deadline“ März 2019 wäre. Was auch immer das zu bedeuten hat, denn eine „deadline“ sagt ja noch nichts über eine tatsächliche Fertigstellung aus….
Falls jemand besser informiert ist, bin ich dankbar für alle Kommentare/Ergänzungen! Denn wir werden dieses Projekt weiterhin interessiert verfolgen, auch wenn wir wohl kaum so schnell wieder dort vorbei fahren können werden.
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201806. Nov. 2018 · #296
Fortsetzung Dienstag, 10.04.2018: Mwandi View (Kavimba/Botswana) – Maramba River Lodge (Livingstone/Zambia): Grenze - Kazungula Ferry
Neben der „Brücke im Bau“ freuen wir uns beim Übersetzen an dem herrlichen Wetter, dem Wind, der uns durch die Haare bläst und dem Blick über die weiten Wassermassen, die nicht fern von hier ihre 100m in die Tiefe stürzen. Ein erstes Mal Botswana lassen wir hiermit hinter uns – und nehmen neben vielfältigen und besonderen Erlebnissen und ihren Erinnerungen noch einen Haufen Botswana-Dreck mit! 😉 Hier Bilder von der Rückfahrt
Und zum Vergleich eines von der Hinfahrt:
Die Meinung in unserer Crew ist eindeutig: Unser Cruiser sieht jetzt viel besser aus als am Anfang der Reise! 😄
Eigentlich ist die Überfahrt viel zu kurz, und ehe wir uns versehen, landen wir schon wieder auf zambischem Boden!
Nun heißt: es noch einmal tapfer sein und durch die ganze Einreiseprozedur zu gehen. 😵
Wieder müssen wir uns lästige und schmierige Typen vom Leib halten. Ein double entry Visum hatten wir für uns alle – aber das Auto muss nochmal komplett neu abgefertigt werden. Wieder tausend Papiere – und auch erneut Road Tax und Carbon Tax.
Während Volker sich um den Papierkrams kümmert, gehe ich zurück zum Auto. Mir ist es hier nicht ganz wohl zumute, und ich möchte das Auto mit Dachkisten nicht unbeaufsichtigt lassen. So sitze ich mit zwei unserer Kinder drinne. Angenehm ist auch das nicht – immer wieder kommen diese Typen und labern mich aufdringlich an. Ich möchte so gerne ein wenig unseren Erlebnissen nachhängen und die vielen schönen Bilder in mir vorbei ziehen lassen!
Doch weit komme ich mit meiner Botswana-UrlaubsIdylle nicht. Einer dieser Typen beginnt gar das Auto zu putzen, und ich muß fast handgreiflich werden, um ihn los zu werden!
Dann kommt ein anderer junger Kerl angeschaukelt – er ist zerlumpt, hat glasige Augen, und ich bekomme ein ungutes Gefühl. Doch er ist schneller neben meinem Fenster, als ich es hochkurbeln kann. Er riecht nach Alkohol, und seinem ganzen Gehabe und Blick nach zu urteilen hat er vermutlich auch noch anderes intus. Auch er möchte mein Auto waschen. Ich muss sehr darum kämpfen, dass er das nicht tut! Als ich mich vehement wehre, wird er aggressiv, und ich fürchte, ob ich mich und die Kinder hier in dem Auto wirklich schützen kann. Auch die weiteren herumstehenden Konsorten sehen nicht gerade so aus, als würden sie für uns in die Bresche springen! Dann meinte er sehr fordernd, ich solle ihm wenigstens Geld geben! Als ich das mehrfach freundlich aber stur verneine, kommt dann ein vorwurfsvolles: "So you don't have a giving heart, ey? You Don't have? No, you Don't have such a heart..."
Danke! Neben dem, was wir alles regelmäßig (und überlegt) spenden, haben wir immer wieder einiges aufgegeben, um UNTER den Menschen zu leben, und solche Äußerungen rufen dann schon diverse Gefühle hervor.... 🙄 😊 😈
Ich will hier nur noch weg! Wann kommt Volker endlich aus dem Häuschen geschlappt?
Einerseits will ich weg, andererseits verkrümmt es mir mein Herz im Inneren, wie so oft auf diesem Kontinent – und auch im Alltag früher in Nairobi oder heutzutage in Blantyre, und mein Innerstes diskutiert mit sich selbst:
Aber nein, ich kann doch nicht immer diese Not leidenden Menschen nur so ablehnen! Aber er wird mit dem Geld nichts Sinnvolles anfangen! Dann gibt ihm etwas vom dem Brot, was noch unter der Sitzbank liegt! Nein, ich geben NICHTS! Nicht auf diese fordernde Art, und sowieso nicht, weil es diese Situationen für alle meine (weißen) Nachfolger nur noch schwerer machen wird. Der Anspruch wird steigen, der Alkohol- und Drogenkonsum wird deshalb NICHT abnehmen, und ich werde nichts damit verändern! Wirklich nicht? Vielleicht doch – nur für diesen einen Menschen vielleicht doch? Schau dir doch an, was daraus geworden ist in den letzten 30 bis 40 Jahren – die Kriminalität steigt, Ausländer (insbesondere Weiße) werden mehr denn je als eine Melkkühe betrachtet - seien sie Touristen oder Mitarbeiter von NGOs oder staatliche Organisation. Es ist überall das Selbe. Und dass die Eigenverantwortung sinkt und sich damit die Abwärtsspirale eines Landes weiter dreht, und die Forderungen an die westlichen Staaten steigen, dafür ist Malawi eines der besten Beispiele! …..Und der Grund, warum wir es Ende des Schuljahres wieder verlassen werden, auch wenn das Leben dort für uns als Familie stimmig wäre……
Autsch! 😣 🙁 Jetzt tut es schon weh beim Schreiben, während ich inzwischen hier in Deutschland sitze und mich selbst und unsere Kinder durch diverse und immer wieder nicht vorhersehbare Heimwehanfälle schaukele….
So oder ähnlich jedenfalls saß ich dort innerlich zerrissen im Auto, und atmete tief aus, als der Kerl sich endlich vor sich hin schimpfend langsam von unserem Auto enfernte….
Volker kommt immer noch nicht. Er war nun schon seit bald einer Stunde dort drinne. Wir dachten mal, die Rück-Einreise würde schneller gehen…. Fehlanzeige…. 🙁 😠
Zwischenzeitlich habe ich wieder das Fenster hoch gekurbelt, doch das war vor Hitze nicht auszuhalten gewesen, weshalb es nun wieder offen steht, als ein weiterer Mann zielstrebig auf mein Fenster zusteuert. Dieser sieht allerdings sehr freundlich aus und lächelt! Was nun wohl als nächstes kommt? Er grüßt mich auf Chichewa – „Muli bwanji?“, ich grüße zurück: „Ndili bwino! Kaya inu?“ – „Inenso ndili bwino! Zikomo!“ Er lacht freudig, und nun geht das ganze Ritual noch mit Tabea und Benni weiter! Er freut sich so sehr darüber, dass sich die Eisenschlinge um mein Herz langsam wieder löst! Er habe unser malawisches Nummernschild gesehen! Er käme aus Malawi und man träfe hier so selten Leute aus seiner Heimat! Das ist das erste Mal in 3 Jahren, dass ein Malawier mich als „einen aus seiner Heimat“ tituliert und auch ebenso herzlich behandelt!!! Träume ich? Tja, in der Fremde vereint einen das dann doch immer wieder. Hier ist auch er ein Fremdling…. Da genügt ein malawisches Nummernschild! Das tut gut!
Dann unterhalten wir uns sehr ausführlich und herzlich. Er ist Lastwagenfahrer, und kennt alle Staaten hier im südlichen Afrika. Er lamentiert über die Korruption an den Grenzen und unter der Polizei in den diversen Ländern. Die DR Kongo wäre am schlimmsten – da sei man auf Gedeih und Verderb der Willkür der Beamten ausgeliefert. Mehrere hundert Dollar seien keine Seltenheit, um voranzukommen…. Doch der Druck der Firmen im Nacken sei große – es gäbe keine andere Wahl.
Wie lange er denn mit seinem Laster an dieser Grenze vor der Fähre wartet, frage ich ihn? Um die 6 Tage in der Regel. Das ist also die Antwort auf unsere innere Frage, die wir schon seit der Hinfahrt mit uns mitschleppen!
Nein, es wäre nicht die Fähre – die könnte mehrere Laster pro Tag hin und her bringen. Es läge an der trägen Abfertigung! Na, Brückenprojekt, du läßt grüßen! Ob sich an diesen Schlangen nach der Eröffnung der Brücke dann etwas ändern wird???
Kurz nachdem sich mein malawischer Freund von uns verabschiedet hat kommt tatsächlich Volker mit den anderen beiden Jungs! Ich glaube, es waren ca. 1 ¼ h – und Volker ist GAR nicht gut drauf! O oh…. Das war wohl ziemlich lästig!
Ab ins Auto, ein letztes Mal vorbei an endlosen Warteschlangen, einmal tiiiief durchatmen und auf zum „Paradies“ – der Maramba River Lodge in Livingstone!
Guten Abend, liebe Antje, Du beschreibst das Auf und Ab der Gefühle bei der Szene mit dem bettelndn Junkie so beklemmend nachvollziehbar, daß ich schon beim Lesen Schweißausbrüche kriege..... 🙁 Viele Grüße Friederike
freshy3'883 Beiträge · seit 201106. Nov. 2018 · #298
O je Antje, so ein bisschen liebäugeln wir für 2019 mit Sambia. Aber derartigen "Überfällen" an der Grenze fühle ich mich nicht gewachsen. Du und zwei Kinder im Auto und nirgendwo jemand, der euch beistehen würde, wenn es gefährlich würde - ich habe mit dir gebibbert. Der Lkw-Fahrer kommt mir in dieser Szene vor wie Medizin gegen den Frust.
Natürlich verstehe ich, dass die Menschen in Afrika alle Europäer für vermögend halten, glauben, dass wir Schuld an ihrer Armut sind und gerne ein Bröckchen vom Kuchen abbekommen würden. Doch sie suchen die Schuldigen an falscher Stelle, denn es sind die eigenen Regierungen, die die Menschen im Elend lassen. Ich weiß, ich verallgemeinere, sorry! Die Gründe sind so vielschichtig, dass ich jetzt lieber schweige. Ich glaube, dass wir Sambia aus der Wunschliste streichen.
Ich freue mich auf die nächste Seite in eurem Tagebuch, lG freshy
RehemaThemenstarter546 Beiträge · seit 201806. Nov. 2018 · #299
Liebe Friederike und freshy, danke für Eure treue Begleitung auch auf den letzten Etappen! Ich habe in Deinen Reisebricht, freshy, hineingelinst, möchte mir aber noch etwas Zeit nehmen, um ihn richtig zu lesen! Nur Herbert kannst Du schon mal ausrichten, dass ich das mit der "sonoren Stimme" in Euren Video ebenfalls so empfinde! 😉 Man hört ihm gerne zu!
Aber: nein, freshy, nur wegen meiner geschilderten "Grenz-Erfahrung" solltet Ihr Zambia definitiv NICHT streichen! An den Grenzen lungert oft solches Volk. Nicht nur in Zambia. Das ist in Namanga (Kenya/Tanzania) nicht viel anders. Lasst Euch davon nicht einschüchtern! Das ist nicht beispielhaft für das gesamte Land und seine Menschen!!!! Hier war es insofern etwas unangenehm, da es nur Parkplätze irgendwo zwischen den Lastern gab. Damit war unser Auto nicht sehr gut einsehbar. Das fand ich etwas "gruselig" - sowohl, um es alleine stehen zu lassen, als auch, um darin alleine sitzen zu bleiben. Möglicherweise aber bin ich da auch etwas zu sehr sensibilisiert - Du weißt, ich bin in "Nairobbery" aufgewachsen, und manche Vorsicht und manches Gefühl kriegt man da nicht mehr ganz aus seinem Blut! Manchmal wünsche ich mir etwas mehr Naivität....
Ich glaube, Zambia wäre wirklich noch ein Abenteuer für Euch wert - vermutlich ist es an den Grenzen am Ende sicherer als ich das empfinde. Ich selber bin einfach hyper sensibel bei solchen Typen!
Ich sage Dir jedenfalls eines: sollten unsere Träume wahr werden, und wir doch bald nochmal nach Tanzania oder ein Land dort in der Nähe umziehen dürfen, dann werden wir DEFINITIV mal eine längere Reise nach Zambia planen! Wenn's hilft, können wir einander auch in Lusaka oder sonst wo treffen und ein Stück weit gemeinsam unterwegs sein! 😉 😎 😄 ? Ach, was träume ich schon wieder! Im Moment sitze ich hier in Koblenz und muss mich dringend darum kümmern, dass meine Kinder anständige Winterjacken bekommen 😣 - das kennen sie nicht mehr.... Aber selbst unser eigenwilliger Joel hat vor einiger Zeit das Barfußgehen aufgegeben.... 😛
Liebe Grüße in die Schokoladenstadt! Wir haben tatsächlich erst vor kurzem die letzten Reste unserer Einkäufe bei Euch vertilgt! 😄
freshy3'883 Beiträge · seit 201107. Nov. 2018 · #300
Hallo Antje, Herbert bedankt sich 🙂 . Eure Zukunft ist also immer noch nicht in trockenen Tüchern 😕 . Das tut uns sehr leid. Was Sambia anbetrifft, habe ich impulsiv reagiert, weil ich in solchen Situationen sehr hilflos bin. Ich fürchte, auch wenn irgendwann die Brücke fertig ist, wird sich die Grenzsituation nicht ändern. Übrigens danke für deine Beschreibung der gegenwärtigen Situation. Wir sind an den langen Lkw-Schlangen in Kazungula vorbeigefahren und hatten tiefes Mitleid mit den Fahrern.
Wir grübeln zurzeit, was wir im nächsten Jahr unternehmen. Die Lebensuhr tickt und wir hoffen, es klappt noch einmal. Jedenfalls werde ich mir einen Reiseführer Sambia zu Weihnachten wünschen, egal, ob ich ihn brauche oder nicht. Wir dürfen alle träumen. Ob wir je die Gelegenheit bekommen, während einer Reise nach Sambia einen Teil der Strecke miteinander zu verbringen, das steht in den Sternen. Vielleicht stehen sie für euch insbesondere und für uns günstig.
Herzliche Grüße an euch alle von freshy
P.S.: Joel trägt inzwischen Schuhe? Kaum zu glauben! Ich hoffe, du konntest eurer Brut warme Jacken besorgen, die nicht so teuer sind. Vielleicht werden sie nach dem Winter nie mehr gebraucht 🙂 .