Hallo Zusammen! Nachdem ich von einigen von Euch viel Hilfe bei der Reiseplanung bekommen habe, möchte ich hier nun etwas von unserem Erlebten mit Euch Teilen! Seit 1983 in Kenya unterwegs, später auch Tanzania, nun seit 3 Jahren in Malawi. Bis Zambia hatten wir es von hier aus schon mal geschafft – nun wollten wir die Gelegenheit wahrnehmen, solange wir „hier unten“ leben, noch nach Botswana zu fahren. Uns blieben nur die Osterferien, und so waren wir leider mit der Zeit etwas begrenzt. Doch das sollte uns nicht abschrecken, und hat sich dennoch gelohnt! Am Samstag (14.04.2018) sind wir zurückgekommen, und leider hat mein ursprünglicher Plan, von unterwegs schon etwas zu schreiben, nicht funktioniert. Zum einen, weil ich einfach gar keine Zeit dafür hatte, zum anderen weil unser Internet Zugang sehr begrenzt war. So wird es also ein Rückblick auf ca. 4800 km in 2 ½ Wochen zwischen Malawi und Botswana! (Bitte habt etwas Nachsicht, falls das mit dem Bilder einfügen usw nicht auf Anhieb so wird wie ich mir das vorstelle. Ich mache das jetzt hier zum ersten Mal...)
Die Crew: Volker: „Man muss diese Autos da fahren, wo man sie wirklich braucht!“, Chirurg und Unfallchirurg, und derzeit maximal frustriert vom nicht-funktionierenden malawischen Gesundheitssystem 😵 (ein treffenderer Ausdruck wäre „Krankheitssystem“, denn in diesem Land hat „Krankheit“ System…). Ein bißchen Abwechslung kann von daher nicht schaden! Johannes: 13 Jahre, unser Mathe- UND Sprachgenie, und leidenschaftlicher Hyänenforscher. Er hat mich bereits mit 8 Jahren gelehrt, dass diese von vielen mißverstandenen Tiere hochinteressant sind und in einem komplexen Sozialsystem leben. Benjamin: 12 Jahre, Biologe und Tierliebhaber, und neuerdings auch Nachwuchsphotograph (seit August hat er seine eigene Canon mit einem kleinen Tele, und freut sich besonders auf die Gelegenheit, gute Elephantenbilder zu schießen) Joel: 10 Jahre, Erfinder, immer auf der Suche nach Action, mit gleichzeitig einem sehr sensiblen und weiten Herz für Mensch und Tier. Er ist außerdem unser „Botswana-Experte“ – denn sie mussten in ihrer Klasse zwischen Weihnachten und Ostern jeder ein „Country-Project“ erstellen – das sind ca. 35 geschriebene und nochmal so viele illustrierte DIN-A4-Seiten über ein Land, über Lage, Klima, Natur ebenso wie über Geschichte, Politik, Menschen und Kultur, Wirtschaft und ein weiteres selbst gewähltes Extra-Thema! Eine harte Nuß für 10-Jährige, wie wir finden! Joel hatte Botswana gewählt, und so haben wir beide gemeinsam gelesen, recherchiert, geschrieben und gezeichnet, bis ein erstaunliches Werk entstanden war! Nun freut er sich ganz besonders, ein winziges Etwas von diesem Land selber kennen lernen zu dürfen!. Tabea: 9 Jahre, eine Frohnatur, immer singend und tanzend! 🤪 Und eine geniale Mischung zwischen ganz Mädchen und doch Wildfang (sie klettert z.B. so sicher wie ein Affe!) Nun ja, und eben noch ich, Antje, in Ostafrika aufgewachsen, und mein Herz ist da scheinbar an irgendeinem Dornbusch in der Savanne hängen geblieben…. In meinem „früheren“ Leben war ich Ärztin, seit vielen Jahre mache ich sinnvolleres und nachhaltigeres: um einen wunderbaren Ehemann und 4 kleine Menschen herum tanzen und hoffentlich dazu beitragen, dass letztere zu einer Bereicherung für die zukünftige Gesellschaft werden. Ach ja, und dann wäre da noch Rafiki, unser Toyota Landcruiser, ohne den diese Reise nicht denkbar wäre („Rafiki“ ist Kiswahili und heißt „Freund“, und er wird wieder einmal seinem Namen alle Ehre machen!)
Rafiki war auf jeden Fall in seinem Element, und Volker und ich hatten jede Menge Fahrspaß! 🤩
Die Route: Start in Blantyre, Malawi (da wohnen wir derzeit). 1. Tag: an Lilongwe vorbei, über die Grenze nach Zambia, Übernachtung in Katete im „Tikondane“ 2. Tag: nach Lusaka, Übernachtung hinter Luska im „Eureka Camping Park“ 3. Tag: nach Livingstone, Übernachtung in der „Maramba River Lodge“ 4. Tag: über den Zambezi nach Botswana, Übernachtung im „Senyati Safari Camp“ 5. Tag: Chobe – vormittags mit dem Auto, nachmittags mit dem Boot, wieder „Senyati Safari Camp“ 6. Tag: nach Süden über Nata nach Gweta, Übernachtung im „Planet Baobab“ 7. Tag: durchs Phuduhudu Gate in den Makgadikgadi Park, mit dem Ponton über den Boteti zum „Tiaan’s“ 8. Tag: Im Tiaan’s – (hier haben wir eine kurzfristige Änderung gemacht und sind stattdessen weiter nach Maun und haben dort übernachtet, im „Maun Rest Camp“) 9. Tag: geplant war: von Tiaan’s über Maun mit Tanken und Einkaufen zum South Gate (Tanken und Einkaufen war nun schon am Tag vorher erledigt, so ging es entspannt zum „South Gate“). Abends schöner game drive zu den Black pools 10. Tag: im Moremi – über Third Bridge und Xakanaxa (dort kurze Bootstour), zurück zum „South Gate“ 11. Tag: bißchen Moremi, letztlich ein völlig verschwendeter Tag - dann zum „Mankwe“ zur Nacht 12. Tag: über Savuti nach Norden bis zum „Mwandi View“ 13. Tag: Über den Zambezi zurück nach Zambia, Livingstone, „Maramba River Lodge“ 14. Tag: Livingstone, „Maramba River Lodge“ 15. Tag: nach Lusaka, wieder “Eureka Camping Park” 16. Tag: nach Katete, wieder „Tikondane“ 17. Tag: über die Grenze nach Malawi und zurück nach Hause bis Blantyre
Die Ausrüstung: Ein wunderbarer Toyota LC mit Winde Zwei Bodenzelte. Und noch `n bisschen mehr Krams…. 🙄 😄
Mittwoch, 28.03.2018 - Letzte Vorbereitungen Die ersten logistischen Hürden eines CampingUrlaubs mit einer 6-köpfigen Familie sind gestemmt: Danke Eurer Hilfe im Forum die Route so gut es ging „perfektioniert“, die Campingplätze per email alle geklärt, Essen ist vorgekocht, an tausend und ein Dinge wurde gedacht (und an wie viele nicht? Das wird sich herausstellen…). Die Spaten und die Kisten auf dem Dach sind fest verzurrt (eine mit dem Essen, eine mit zusätzlichem Trinkwasser), und jedes Eckchen in unserem Toyota LC ist überlegt ausgenützt. Dennoch: mir schwant schon, dass bereits nach 2 Tagen Fahrt in diesem vorübergehenden zu Hause wieder das Chaos herrschen wird 😠 : „Wo ist meine Unterhose? Mama, hast Du meinen Langarm gesehen? Wo ist mein Kuscheltier? Wer findet das Rätselheft, mein Taschenmesser usw….? Ach, und ein paar verschimmelte Brötchen haben wir auch noch in einer Ecke gefunden….!“
Nun ja, Rafiki brummt nur: „Sei’s drum! Das ist nebensächlich! Damit wirst Du wohl leben müssen! Ich muss es schließlich auch!“ Und scharrt schon mit den Rädern. Er will endlich raus hier aus der Möchte-Gern-Großstadt Blantyre, und träumt, umgeben von Pothole gefüllten Teerstraßen, von anderem Gelände, für das er eigentlich geboren wurde! Aber bis dahin, mein Lieber, sind es erst mal über 1500 km Teer! Mit wie vielen Potholes werden wir sehen….
Hier gibt er sich noch in unschuldig zivilisiertem Weiß - das sollte sich später ändern... 😄
Donnerstag, 29.03.2018 - Von Blantyre über die Grenze nach Zambia bis Katete Um 6 Uhr kräht der Hahn – ach nein, der Wecker! Blantyres Hähne fingen schon um 4 Uhr an…. Die Kinder sind erstaunlich schnell aus den Federn – das klappt zu Schulzeiten sonst nicht so gut…. Vorfreude treibt an! 🤩 Einen Kaffee kochen (den brauche ich spätestens um 9, und dann nochmal um 2 oder 3 Uhr nachmittags!), Äpfel geschnitten, Karotten geschält, letzte Wasserflaschen aufgefüllt, die Kühlbox mit Gefrorenem Vorgekochten bestückt. Hunde und Katzen gefüttert, die letzten Anweisungen für die night Guards und den Gärtner gegeben, alle Türen verschlossen Um 7:20 Uhr sitzen wir tatsächlich im Auto, zunächst die bekannten 320 km gen Lilongwe vor uns. Es ist ein ganzen Stück neu geteert, das ist schön – aber man sieht jetzt bereits, dass das nicht lange halten wird: eine ultradünne Teerschicht, bereits jetzt schon mit reichlich Bodenwellen bestückt…. Die chinesischen Straßen in Afrika halten nie lange. Aber da wir im Juli Malawi verlassen werden, werden wir die baldigen neuen Potholes wohl kaum noch miterleben.
Auf dieser Strecke gibt es wenig Neues für uns– außer dass die Kinder den Papa, als er sich wieder über die malawischen Mini Busse und deren Fahrverhalten aufregt, im Chor mit einem (der Realität recht nahen) malawischen Mini-Bus-Lied beglücken: (Leider kann ich hier weder die Melodie noch den afrikanischen Akzent vermitteln. Aber vielleicht entlockt allein der Text dem einen oder anderen doch ein Schmunzeln)
„My name is Ephraim, I own this Mini bus Pay your ticket, jump aboard, there’s room for all of us! I don’t have a liscense, I don’t know how to drive. Say a little prayer and hope you survive! I just go: BIIIEP! BIIIEP! – ODI!(“…let me come in/get through”) Sindifuna ngozi! (“I don’t need a leader/boss”) I just go: BIIIEP! BIIIEP! – Odi! Sindifuna ngozi! The rules of the road don’t apply to me I am a Mini bus driver – you see! I go where I like and I stop anywhere. Azungu (white people)go mad, but I don’t care!
I just go: BIIIEP! BIIIIEP! – Odi! …..
One day I hope to have a big place me and my suped up Toyota Hilux against Michael Schuhmacher and his Ferrari racing the roads of MALAWI!
I just go: BIIIIEP! BIIIEP! – Odi! …..”
Nun ja, Volker gibt zähneknirschend zu, dass das ganze doch irgendwie lustig ist….
Um 12 Uhr erreichen wir Lilongwe, und da Freunde von uns passend an der süd-westlichen Seite der Stadt wohnen, haben wir uns bei ihnen für eine Mittags-Unterbrechung angemeldet. Es ist herrliches Wetter, die Kinder haben Spaß miteinander im Pool, und wir bekommen sogar noch einen kleinen Mittags-Imbiss! Es ist gemütlich, wir befinden uns in netter Gesellschaft, und wir wollen fast gar nicht mehr aufbrechen…. Aber wir haben noch ein paar Kilometer vor uns. Und die Grenze….. Also bleibt uns nichts anderes übrig, und später als ursprünglich geplant steigen wir gegen 14:00 wieder ins Auto – jetzt geht es für die nächsten ca. 750 km nach Westen. Heute müssen wir aber glücklicherweise nur noch ca 250 davon hinter uns bringen.
Die malawisch-zambische Grenze hier bei Mchinji/Chipata ist relativ „harmlos“. Schon vor 2 Jahren ging das innerhalb von ca. 1 ½ h recht gut (im Gegensatz zu der malawisch-tanzanischen Grenze – da braucht man insgesamt 3 bis 4 h!!! Und starke Nerven…). Heute ist einiges mehr los als vor 2 Jahren – vielleicht liegt es an der Tageszeit. Auch nerven diesmal die „Geldwäscher“ extrem! Sehr schmierige und aufdringliche Typen, die man kaum vom Hals bekommt. 😈 Die Beamten hingegen sind alle freundlich, der ATM auf der zambischen Seite funktioniert auch, so dass wir uns auf die Geldwechsler nicht einlassen müssen! Da wir wissen, dass man in Zambia 4 verschiedene Dinge fürs Auto zahlen muss (Road Tax, Carbon Tax, District officer fee und Versicherung) kommen wir ganz gut alleine klar. Die Kinder sind absolut super und machen dieses Grenz-Gedönse immer mit viel Geduld und dem nötigen Respekt den Beamten gegenüber gut mit! Es geht weiter – noch ca. 120 km bis Katete. Schon in Chipata bin ich irritiert, wie die anderen Autos fahren, und wie aus einem Traum erwachend (in Malawi scheinen alle Leute täglich Schlaftabletten zu konsumieren…) sage ich vor mich hin: „Oh stimmt ja, die haben in Zambia eher einen kenyanischen Fahrstil….“ Benjamin gibt mir eine seiner kürzlich in der Schule errungenen neuen Erkenntnisse zu denken und sagt auffordernd: „Mama, intelligence is the ability to adapt to change!“. „Jaja, schon gut! I’m working on my intelligence….“, und es fällt mir recht leicht, mich endlich wieder auf einen „wacheren“ Fahrstil umzustellen! Der Unterschied zwischen diesen beiden Ländern gleich hinter der Grenze ist für uns wieder frappierend – selten empfinden wir das an Grenzen so stark! Es tut gut, mal wieder aus Malawi raus zu sein!
Nun ist es empfindlich kalt geworden, und Zambia begrüßt uns mit einer unfreundlichen, grauen Wolkendecke. Neben der Straße steht auf beiden Seiten das Wasser bis kurz unter Straßenniveau. Hier scheint die Regenzeit noch nicht aufgehört zu haben! Bei leichtem Regen und beginnender Dunkelheit erreichen wir Katete und finden auch am Ortsausgang gleich die kleine „Tikondane Lodge“. Dies ist der einzige Ort, wo wir keine Zelte aufbauen, sondern preiswert in einfachen Zimmern schlafen können. Das hilft bei dem Regen nun enorm, und wir fallen schon früh am Abend müde in die Betten!
Teil 218. Apr. 2018
Hallo Annick! Du warst ja schnell! Ich hab eben noch dreimal was mit den Photos geändert, und hoffe, dass ich es jetzt auf Anhieb besser geregelt bekomme....
Da mein Internet mich manchmal abstürzen läßt, und dann alles, was ich gerade im Forum getippt habe futsch ist, habe ich diesen bericht begonnen, im Word zu schreiben und kopiere dann immer mal rein. So koimmt hier jetzt also mal der etwas "trockenere" Teil meiner Camp Bewertungen - zu Tikondane kann ich Dir auf Deinen Thread außerdem noch ein paar Details mehr schreiben.
Aaaalso: Vielleicht schiebe ich hier mal eine-Bewertung unserer ganzen Camps ein, damit ich Euch nicht nur mit unseren ersten 3 Fahr-Tagen langweile (aber ganz raus lassen will ich es auch wieder nicht – denn es gehört schließlich zu unserer Reise mit dazu). Wen diese Camp Bewertungen interessieren, der muss sich dann nicht mühsam durch den ganzen Bericht wühlen, und wen sie nicht interessieren, der kann sie ja einfach überspringen!
Tikondane in Katete: 3 bis 4 Sterne Eine sehr preiswerte Unterkunft (Bett zwischen 6 und 20 Dollar), praktisch gelegen auf der Straße zwischen Lusaka und der malawischen Grenze, bzw. dem beliebten South Luangwa NP. Sehr freundliche Menschen. Jedoch sollte man sich darauf einstellen, dass es eher das Gefühl vermittelt, in einem afrikanischen Dorf unterzukommen. Es wirkt alles etwas schäbig, wobei das vielleicht mehr an den dunklen Räumen liegt, denn es ist alles dennoch sehr sauber, auch die Betten. Die Duschen sind allerdings nicht zu gebrauchen (da wir aber öfter mit Wasserknappheit umgehen müssen, stört uns das nicht sonderlich). Das „Rondavel“ mit 4 Betten ist extrem hübsch eingerichtet – aber normalerweise wohl teurer, als was wir am Ende zahlen müssen. Als Unterkunft auf dem Wege also – wie soll ich sagen – beschränkt empfehlenswert. Für unsere Bedürfnisse war es völlig ausreichend, man sollte nur nicht mit falschen Vorstellungen kommen. Sicherlich interessant, wenn man mal etwas anderes sehen möchte, als Touri Lodges! Hinter Tiko steckt eine ganze community Arbeit, die von einer Österreicherin seit 25 Jahren geleitet wird. Hier kann man, wenn man will, auch noch etwas mehr Einblicke in das lokale Leben und die Kultur bekommen!
Eureka Camping Park bei Lusaka: 4 Sterne Sehr schönes, weit angelegtes Campsite. Auch Chalets vorhanden. Hier laufen meist Zebras, Giraffen und Impala zwischen den Zelten hindurch! Toiletten und Duschen sauber. Manager nicht sehr zugänglich, und die kleine dunkle Bar mit Billardtisch vermittelt eher genau das: eine etwas düstere Bar-Atmosphäre – hier kommen auch Leute aus Lusaka einfach für ein Bier her. Aber man muss ich dort ja nicht aufhalten – das Gelände ist weitläufig genug. Kleiner, sauberer Pool. Wenn wir von Osten kommen, für uns sehr willkommen gelegen, denn dann ist man bereits durch den Stadtverkehrt Lusakas durch, wen man am nächsten Tag Richtung Livingstone startet! Für Zambia übliche camping Preise (10 Dollar Erw., Kinder bis 12 die Hälfte)
Maramba River Lodge in Livingstone: 5 Sterne Einer meiner Lieblingsplätze! Sehr schöne, natürlich angelegte kleine Lodge an einem Seitenfluss des Zambezi, in dem vor der RestaurantTerrasse die Hippos zu Hause sind. Mit vielen kleinen Tents/Häuschen und einem ebenso schönen, einfachen Campingplatz dabei, wobei man als Camper alle facilities mit nutzen darf. Schöner Pool und sehr gemütlich gestaltetes Umfeld an Pool, Bar und Restaurant. Free Wifi. Sehr liebevoll gestaltete, saubere Duschen und Toiletten. Preis ebenfalls 10 Dollar Erw, Kinder die Hälfte. Das einziges was nervt: der Hubschrauber- und Motor-Paraglider-Lärm….. Aber das wird an anderen Orten bei den Vic Falls nicht viel anders sein, vermute ich.
Senyati Safari Camp bei Kasane: Hm….. 4 Sterne. Aber für die unfreundlichen (und etwas abzockenden) Betreiber am liebsten noch ein Stern Abzug…. Schöner Platz, der Elefanten Bunker ist eine geniale Idee – wenn man das Glück hat, dass welche am Wasserloch sind. Was bei uns an beiden Abenden leider nicht der Fall war…. Wohl eher in der Trockenzeit. Campsites mit großzügigen eigenen Abolutions/überdachten Platz zum Kochen. Ja, empfehlenswert, aber mit ca, 22 Euro recht teuer. Außerdem hat uns sehr geärgert, dass uns zwar ein Pula-Konto genannt wurde – die eingehenden Pula dann aber intern sofort wieder in südafrikanische Rand umgerechnet wurden, und dann wieder zurück in Pula, was zu einem Wechselkursverlust führt. Das haben wir angesprochen, und die managerin konnte das natürlich nicht selber entscheiden, aber der Besitzer ist nie aufgetaucht und hat sich nur hinter dem Management versteckt. Es ist nicht in Ordnung, dass sie das Konto als Pula Konto angeben, wenn es eigentlich ein Rand-Konto ist! Dann hätten wir gleich in Rand überweisen!
Elephant Sands: Waren wir zwar nicht über Nacht, haben wir uns aber auf dem Wege angeguckt. Wäre für uns wirklich eine Option! Wir können uns vorstellen, dass es, wenn es voll wird, etwas Rummelplatz-Atmosphäre hat, aber wir fanden es nicht so übel wie nach einigen Schilderungen erwartet. Außerdem noch vergleichsweise preiswert. Planet Baobab bei Gweta: 5 Sterne Für uns ein sehr schönes Camp/Lodge! Sooo liebevoll gestaltet das ganze! Weitläufig, die hübschen Rundhütten verbreiten eine gemütliche Atmosphäre. Der Campingplatz ist auch in Ordnung. Am Anfang stört mich etwas, dass es etwas weit ist zum Wasser, aber das war später irgendwie auch nicht mehr wichtig. Sehr hübsche Abolutions, allerdings etwas spärliches Wasser in den Duschen, das ist für uns jedoch nicht sooo ausschlaggebend. Genialer, großer Pool, was natürlich für unsere Kinder nach dem vielen Im-Auto-Sitzen wunderbar ist da sie sich als begeisterte Schwimmer hier wirklich austoben können. Ich flanierte gerne auf den kleinen, verwunschenen und mit Petroleumlampen beleuchteten Wegen unter den Baobabs herum (ich liebe Baobab!). Extrem freundliches staff! Und mit ca. 8 Euro außerdem die preiswerteste unserer Botswana Unterkünfte!
Tiaan’s Camp am Boteti River: Tjaaaaa… das war unsere große Enttäuschung. Ich vergebe 3 bis 4 Sterne. (Unser Gefühl sagt: höchsten 3, aber das wäre, wenn man es sachlich betrachtet, nicht ganz fair) Hier zeigt sich weder mal, wie unterschiedlich wir Dinge empfinden, haben doch einige hier im Forum von diesem angeblich schönen Ort geschwärmt! Wir wollten hier deshalb einen Tage Pause einbauen. Und nach dem schönen Planet Baobab kommen wir hier an – und sind alle 6 super enttäuscht! Was bitteschön soll hier besonders schön sein? Außer dass die Duschen wirklich reichlich warmes Wasser ausspucken? Wir haben es versucht, mit den Augen anderer zu betrachten. Ob man zu z.B. zweit (ohne Kinder) dem ganzen mehr abgewinnen kann? Aber Volker und ich sagen beide: hier müssen wir keinen Tag verbringen! Zum nächtigen auf dem Weg ist es o.k. Aber sonst? So sehr ich mich auch bemühe, es gelingt mir (uns allen) nicht, diesem Camp irgendetwas abzugewinnen. Die Plätze fürs Zelten sind zwar großzügig und haben alle einen Baum. Blick gibt es aber von dort keinen. Nur von dem Dach über dem Restaurant aus – und auch dieser Blick ist nicht sehr hübsch: durch Baum-Grün zum großen Teil ohnehin verstellt. Der Boteti ist an dieser Stelle auch nicht besonders hübsch – es laufen Herden von Kühen da unten rum und es ist ein Zaun durchgezogen, so dass man selbst wenn wilde Tiere kämen, diese weit weg sind. Man erahnt einen ElefantenTrampelpfad fern schräg weit weg am anderen Flußufer. Das war’s dann auch schon. Das nach meinem Empfinden stillos eingerichtet Restaurant ist auf der Hinterseite des Hauses - man hat also auch von hier gar keinen sonderlichen Blick. Oben, wo die Sofas stehen, sieht es aus, als habe jemand auf dem Sperrmüll alte Möbel eingesammelt, die noch brauchbar sind – kein einheitlicher Stil. Das ganze wirkt so hilflos eingerichtet! (das einzige, was ein wenig Eigenheit erkennen läßt, sind die Duschen und Toiletten). Wellblechdach, ungemütlich, kein Ambiente. Fürs Wifi muss man außerdem pro Stunde pro Gerät bezahlen. Der Pool ist ein eiskalter überdachter (immerhin sauberer) mini Tümpel. Der manager ist auch nicht sonderlich zugänglich. Das campen ist auch nicht gerade preiswert (ca. 19 Euro ab 12 Jahren). Eigentlich wollten wir uns hier ein Essen leisten. Aber für 20 Dollar pro Person, in einem so stillosen Ort ist es uns das nicht wert, und wir erwarten auch von der Küche deshalb nichts Außergewöhnliches. Wir kochen unsere Nudeln auf unserem Gaskocher und sinieren gemeinsam darüber, was wir nun mache sollen. Wären wir doch einen Tag länger im Planet Baobab geblieben! Dann einigen wir uns darauf, am nächsten Tag bereits abzureisen (obwohl wir leider schon 2 Nächte bezahlt haben) und stattdessen uns in Maun eine Unterkunft zu suchen. Die einzig richtige Entscheidung, denn von einem Tag langweilen an einem nicht gerade schönen Ort wird das bereits ausgegebene Geld auch nicht besser….
Maun Rest Camp: 4 bis 5 Sterne Ich hatte mir glücklicherweise während meiner Reiseplanungen auch Campingplätze in Maun notiert und diesen Zettel mit, obwohl wir in Maun keine Übernachtung geplant hatten. Das Maun Rest Camp klang schön, ruhig und preiswert. Das war es auch! 8 Euro pro Erwachsener! Große Anlage, schöne Plätze unter den Bäumen oder am Thamalakane (dann etwas teurer). Kostenloses schnelles Wifi. Ordentliche Toiletten und Duschen mit reichlich warm Wasser.
South Gate: 4 bis 5 Sterne Keine Ahnung, warum viele dieses Camp nicht so mögen. Wir fanden es sehr schön unter den großen Bäumen, viel Platz, sogar Tische, sehr ordentliche, saubere Abolutions. Schöne Feuerstellen. Und: nein, uns besuchte NICHT der Honigdachs – dafür aber am ersten Abend eine Civet, und am zweiten Abend eine andere, kleine Ginsterkatze!!! Alle Camps im Moremi finden wir recht teuer – aber mit ca. 24 Euro (allerdings erst ab 18 Jahre!) noch verhältnismäßig preiswert im Vergleich mit den anderen Moremi-Campsites.
Third Bridge, Xakanaxa und North Gate haben wir uns angeschaut: Third Bridge hat etwas offenere Umgebung drum herum, die Plätze selber waren aber mehr im Gebüsch, was ich nicht so schön fand. Xakanaxa hat uns allen sehr gut gefallen, am Wasser, mit Schilf, überall der Blick auf das Okavango! Und North Gate fanden wir alle noch viel unschöner als South Gate – alle Plätze nur zwischen Dickicht! Und wenn man bedenkt, dass diese 3 Camps alle 50 Euro pro Person kosten, dann waren wir SEHR glücklich, dass wir 2 Nächte am South Gate waren! Xakanaxa wäre es mir evtl. noch für eine Nacht mal wert, denke ich – gerechtfertigt finde ich diese Preise dennoch nicht.
Mankwe Camping Platz: 3 Sterne Freshy hatte mich ja etwas vorgewarnt. Insofern haben wir nicht viel erwartet. Deshalb fanden wir es dann wohl auch ganz o.k. Wir fanden es jetzt grundsätzlich mal schön gemacht (sowohl die Lodge als auch die Campingplätze an sich – mit vielen schattigen Bäumen – ich bin erstaunt, dass Ihr dort keinen Schatten gefunden hattet?). Auch wurden wir freundlich begrüßt und bekamen gratis Feuerholz für eine Nacht. Allerdings waren die Abolutions schon eine ziemliche Zumutung: das Klo war frisch verstopft mit den Überresten unserer Vorgänger (da das Wasser so langsam nachlief, vermute ich. Ich hab dann am Wasserhahn dreimal einen Eimer gefüllt, und dann war das Problem auch behoben). Deshalb schwirrten neben dem Gestank auch Unmengen von Fliegen herum. Die selbstbefüllbare Eimerdusche fanden die Kinder zunächst mal ganz witzig – sie funktionierte am Ende aber kaum, und das Wasser war ekelig: salzig und schmierig, als habe jemand tonnenweise Salz und Seife reingekippt…. Die einzige Campsite, wo wir unsere Trinkflaschen NICHT auffüllten – das fand ich dann für MikropurTabletten eine Überforderung (und für unsere Verdauung auch….). Nachts besuchten uns Elefanten, das war schön! Und von unserer Route her war es recht sinnvoll gelegen. Dennoch denke ich, dass wir dort nicht unbedingt nochmal hin gehen würden.
Und zuletzt: Mwandi View in Kavimba, Nähe Kachikau: 5 Sterne Da kamen wir an und sagten alle wie aus einem Munde: „Ohh, ist DAS schön hier!!!!!“ Wir überlegen noch, hier einen Tag länger zu bleiben und stattdessen unsere zweite Nacht in Livingstone zu kürzen, entscheiden uns dann aber doch nur für ein gemütliches Aufstehen und noch etwas Zeit am Morgen verbringen und nach unserem Plan weiter Richtung Heimat zurück zu fahren, da wir hier, insbesondere die Kinder, vielleicht einen ganzen Tag lang dann auch nicht so recht wissen, was sie machen sollen(ich könnte dort endlos auf der Terrasse sitzen, in die Weite blicken, über das Erlebte sinieren, Reisebericht schreiben und vieles mehr….) Schöne grüne Wiesen, sehr geschmackvoll eingerichtetes kleines Restaurant mit Terrasse und Blick auf die Linyati FloodPlains, gute Abolutions, auch extra zum Geschirr spülen mit heiß Wasser, ein netter, kleiner Pool. Und: die freundlichste Besitzerin, mit der ich bereits im Vorfeld wegen unserer Chobe River Cruise extrem netten und hilfreichen Kontakt hatte. Uneingeschränkt zu empfehlen!!!!
Teil 319. Apr. 2018
Danke Euch allen für Eure ermutigenden Rückmeldungen! Da macht es gleich noch mehr Spaß weiter zu schreiben! 😉 Ich muss die Vormittage ausnutzen, und anderes muss jetzt eben mal liegen bleiben. Wäsche kann ich eh nicht waschen, da wir seit Montag ein Major-Strom Problem haben. Aber ins Namibia Forum komme ich - das ist doch eine praktische Ausrede gegen langweiligere Alltags-Arbeit 😄 😄
Freshy, kurz zu Deiner Frage unseres zukünftigen Domizils: Das fängt so langsam an, Volker und mich doch zu stressen. Wir haben ja eine konkrete Sache in Tanzania, wo man Volker zum Aufbau eines zu einer privaten Medizinischen Uni gehörenden Krankenhauses haben will. Das macht, nach allem, was wir nach mehrfachen Besuchen dort im letzten Jahr beurteilen könne, wirklich Sinn und scheint sehr auf uns zugeschnitten zu sein (wir sprechen auch beide Kiswahili, und haben einen inneren Zugang zu Tanzanias Menschen) - aber vergeblich suchen wir seit 9 Monaten nach einem funding dafür. Ich lasse mich jetzt nicht aus über Sinn und Unsinn diverser Projekte auf diesem Kontinent, und wieviele Gelder wem in die Rachen geschüttet wird, und dass so viele Gelder ungenutzt rum liegen - aber wenn man mal was Sinnvolles tun will, dann sagen alle nur "Tolle Sache, da müsste sich doch jemand finden lassen....." - aber keiner fühlt sich dazu berufen, derjenige zu sein. Schon gar nicht die "Großen", die eigentlich gar nicht wissen, was sie mit (unseren Steuer-) Geldern machen sollen.... Eigentlich wäre es perfekt für eine CIM-Stelle über die deutsche Entwicklungshilfe - aber die scheinen derzeit in TZ nicht innovativ und sind daran nicht interessiert. Seit März gibt es endlich EINE Stiftung, die dem ganzen Chancen gibt, und Volker schriebt seit kurz vor unserer Botswana Reise an dem Antrag. Aber hier stößt er auch oft genug an Grenzen, und es ist unklar, ob das was werden wird. Die letzte Alternative heißt, zurück nach Deutschland, was uns nicht sehr entsprechen würde, und wo wir auch unsere Gaben als ungenützt herumliegen sehen würden. Also, sollte jemand hier im Forum jemanden kennen (oder Kontakte zu Firmen, die sowas mal ein paar Jahre als Anschub finanzieren würden), der Geld hat und es in medizinische (Ausbildungs-)Aufgaben in Tanzania einbringen würde, der kann sich gerne mit einer PN an uns wenden! Das ist der Stand dazu in Kürze, freshy!
Nun werde ich mal die nächste Etappe zusammenstückeln und mich ein wenig den vielen Photos widmen. Auf unserer Kamera waren "nur" ca. 1300 - und auf Bennis 1931..... Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von den Bildern - wir haben aus den letzten 30 Jahren sehr viel wundervollere Tierphotos. Ein wenig lag das sicher an der Jahreszeit - wir waren auch insgesamt eher etwas enttäuscht und haben sehr viel weniger gesehen als erhofft, Zum anderen haben wir auch die Kinder immer mal ran gelassen, und obwohl Benni eigentlich mit manchen basics inzwischen vertraut ist und teilweise auch echt gute Bilder hin kriegt, haben z.B. gaaaaanz viele Landschafts-oder Straßenbilder einen schiefen Horizont! Und sind damit kaum verwertbar... Auch ist es aus unserem LC heraus nur auf dem Beifahrer- oder Fahrersitz einfach, gute Perspektiven zu kriegen - seitlich aus den kleinen Schiebefenstern heraus ist man doch recht eingeschränkt. Und immer heraus lehnen (dafür wurden wir im Chobe prompt von einem SafariFahrer gerügt) oder anhalten und aussteigen will man auch nicht dauernd.... Ich hoffe, dass ich Euch den Bericht dennoch mit einigen schönen Bilder erfrischend gestalten kann! Auf bald!
Teil 419. Apr. 2018
So, genug dazwischen gefaselt! Jetzt soll es weiter gehen:
Freitag, 30.03.2018 – von Katete nach Lusaka Wir wachen ausgeschlafen aus und es begrüßt uns blauer Himmel! Das tut gut! Heute geht’s nach Lusaka – durch „Tikondane“ haben wir diesmal diese Etappe um einige Stunden kürzen können. Letztes Mal hatten wir in Namitete noch vor der Grenze übernachtet, und dann war das inklusive Grenzübergang ein 12-h Tag gewesen (da wir dann auch noch 2 h in Lusaka im Verkehr gehangen haben). So sind wir entspannt und frühstücken noch im kleinen Tiko Restaurant.
Etwa so, wie ich es erwartet habe: recht „afrikanisch“, mit Tee und InstantKaffee, mit Toast, und Peanut butter und Marmelade (beides eigene Herstellung). Dann fährt der unscheinbare, freundliche Koch (der völlig überfordert scheint, es uns aber wohl unbedingt recht machen möchte!) immer noch mehr auf: Omlette, und Würste (die schmecken genauso wie die Farmers Choice Würste in Nairobi in den 80er Jahren – mehr nach Sägemehl als nach Wurst… Meine Familie kriegt sie nicht runter 🤢 , nur ich lasse mir einige Bissen schmecken und schwelge dabei in Erinnerungen…. 😗 Manchmal ist es seltsam, wie sogar schlechter Geschmack oder üble Gerüche positive Gefühle hervorzaubern können!). Zuletzt bringt der Koch noch gebratenen Speck – und der schmeckt nun wirklich richtig gut! Da ist mein Hannes, der Fleischesser, selig, und für ihn ist der Tag nun bereits gerettet! 🙂
Wir treffen noch Elke, die Österreicherin, die das ganze seit 25 Jahren leitet, und tauschen uns ein wenig aus. Das ist sehr interessant, und es ist schade, dass wir nicht mehr Zeit dazu haben! Sie scheint eine der treuen, hingegebenen Menschen zu sein, die FÜR die MENSCHEN leben und allen Rückschlägen zum Trotz Freude und Lebensmut versprühen!
Zamiba wünscht uns gute Fahrt (hier habe ich etwas gemogelt, denn wie man an dem grauen Himmel und der nassen Straße sehen kann, stammt dieses Bild vom Vortag...)
(warum eigentlich auf französisch, frage ich mich? Die Franzosen waren doch gar nicht hier!?), und die haben wir dann auch! Die Straße ist neu gemacht, - eine wahre Autobahn! Und hier darf man sogar 120 fahren! (in Malawi ist offiziell bei 100 Schluß). Und nicht nur das – man KANN sogar 120 fahren und merkt es nicht einmal! WOW! Vor 2 Jahren sind wir hier teilweise noch über Baustellenumgehungen gehoppelt. Diese Straße ist anders gebaut als die zwischen Blantyre und Lilongwe. Und eigentlich möchte ich ja nicht parteiisch sein – aber in diesem Falle wurde sie mit Unterstützung der europäischen Union gebaut, und nicht von den Chinesen…. Man hat jedenfalls den Eindruck, das könnte eine Weile halten!
Uns beeindrucken die Solar-Straßenlampen – warum kriegt Malawi sowas nicht hin???
Da leiden wir jedes Jahr an immer mehr Stromausfall (im vergangenen halben Jahr waren 24 h OHNE, dann wieder 4 bis 8 h MIT Strom die Regel), und nun hat man überall Straßenbeleuchtungen gebaut (Blantyre, Zomba usw…), die teilweise sogar tagsüber brennen 🙄 , während zu Hause unsere Gefrierschränke vor sich hin tauen, und unzählige offices und andere Arbeiten lahm liegen….
Eine willkommene Unterbrechung ist die Luangwa-Bridge. Hannes mit seinem wachen Auge rügt den Fahrradfahrer, der vor uns über die Brücke fährt, während noch ein Laster darauf unterwegs ist – denn es steht ja dran: "On Bridge only one vehicle at a time" 😏
Hiernach kommen immer wieder ein paar üble Schlaglöcher, aber insgesamt bleibt die Straße doch wie eine Autobahn bis Lusaka! Ein angenehmes Fahren für so eine lange Strecke. Wie unsere Kinder diese viele Fahrerei immer mitmachen, werden wir oft gefragt. Irgendwie ist das selten ein Problem: Manchmal wird gequatscht und geblödelt, manchmal ist Schweigen, und jeder saugt den Blick um uns herum in sich hinein. Mal schlafen einige, mal lesen auch welche (so lange bis sie jammern: „Mir ist schlecht!“ Aber es gilt noch immer der alte Spruch: wer nicht hören will muß fühlen!). Mal machen wir „Wolkenspiele“ und erzählen, uns, was jeder in den Wolken sieht. Manchmal hören wir Musik – heute eine Mischung aus Pop, Klassik, und Kinderliedern, die so langsam eigentlich auch für unsere Kinder nicht mehr interessant sind, aber uns dennoch ein bisschen bei Stimmung halten („Der bunte Papagei legt ein HÜHNER-Ei ! Da sagt das Huhn: was soll ich dann tun???..... Es schaukelt die Giraffe, am Baum so wie ein Affe – der Affe lacht sie aus: da wird nie was draus! Da wird NIE was draus! NIE WAS DRAUS!“), und die Kinder üben, Takte zu erkennen und zu dirigieren. Immer wieder fällt insbesondere die Unterscheidung zwischen 2/2 und 4/4 schwer – aber am Ende der Fahrt haben sie auch das raus!
Kurz vor Lusaka liegt linker Hand das bei vielen bekannte „Pioneer’s Camp“. Ich fragte mich, ob es uns für die Rückfahrt helfen würde, dort zu übernachten, da es immer nicht schön ist, morgens als erstes durch dichten Stadtverkehr fahren zu müssen, und so machen wir den „kleinen“ Abstecher, um es uns anzuschauen. Aus den angeblichen 2 km werden 4, und es ist eine fürchterliche Rough Road. Da manche sie anscheinend noch nicht schlimm genug finden, hat man an den wenigen Stellen, wo man mal FAHREN könnte, dicke fiese Bumps eingebaut…. Das, was wir dann hinter einem Zaun im Gestrüpp eingepfercht sehen, läßt uns schnell entscheiden: Nein, hier werden wir auf der Rückfahrt nicht hin gehen. Jedenfalls nicht, nachdem wir das Eureka hinter Lusaka bereits kennen. Der „kurze Abstecher“ hat uns leider eine halbe h gekostet… 😠 Durch Lusaka geht es heute erstaunlich flüssig – wir sind nach 45 min durch und gegen 4 im Eureka Camp. Da freuen wir uns schon auf die Giraffen und Zebras, die meistens durchs Camp streifen – und während wir noch am gate stehen und Volker sich ins Buch einträgt, kommen doch tatsächlich direkt vor uns 2 Giraffen aus dem Gebüsch – und hinterher ein Zebra marschiert! Damit hatten wir gar nicht gerechnet, und bis ich den Photo gezückt habe, sind sie auch schon fast wieder weg! Uuuups! Wie kriege ich denn Hochkant-Bilder hier auch hochkant in den Bericht hinein? Vielleicht kann mir einer helfen...?
So ein freundlicher Empfang! Während wir Zelte aufbauen, grasen mehrere Zebras um uns herum – das ist aber nett von Euch!
Leider kommt auch hier Nieselregen auf, und es ist schön, dass hier immerhin kleine Hütten stehen, unter deren Dach wir mein vorgekochtes Gulasch essen können.
Die Kinder spielen noch etwas Billiard an der Bar, aber ansonsten ist bei dem kühlen Nieselregen bei Dunkelheit auch nichts geboten, so dass wir früh in die Zelte kriechen. Wir hoffen, dass wir ohne Regen aufwachen, denn nasse Zelte einpacken ist immer nicht so schön….
Teil 519. Apr. 2018
Schön, Mzeekenya und Doro, dass Ihr mit dabei seid! Ja, MK, Deine Beobachtung mit dem Straßenbau teile ich. Auch z.B. in Tanzania ist ja in den letzten Jahren da sehr viel geschehen. Die Straße im abgelegenen Süden zwischen Songea/Lake Malawi und Mtwara/Indischer Ozean - was haben wir gestaunt, dass wir die auf tollstem Teer durchfahren konnten, statt wie früher mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 40 km/h zu hoppeln! Nach der Regenzeit immer besonders schlimm, IN der Regenzeit manchmal gar nicht passierbar! Ebenso die Straße zwischen Dodoma und Iringa - und zwischen Arusha und Dodoma müssten sie auch bald fertig sein? So ein bisschen nimmt es einem ja auch ein bestimmtes Gefühl, was einem solche Reisen sonst vermittelt haben, und man könnte vielleicht auch kurzfristig in etwas Wehmut darüber verfallen. Aber nicht nur für Reisende wie uns ist es angenehmer- für die vielen Menschen dort bedeutet diese infrastrukturelle Anbindung ja ungeheuer viel! Aber ob das wirklich einen generellen Aufschwung mit sich bringen wird - mal sehen.... Die Bevölkerung muß halt auch was draus machen, und sich nicht nur von Donors bedienen lassen (wie es z.B. in Malawi der Fall ist)
Doro, ja, das Bridge Camp ist immernoch dort, bei der Luangwa Brücke (zwischen Lusaka und Chipata). Auf der Rückfahrt haben wir hier eine kurze Pause eingelegt. Der Niederländer Besitzer ist immer noch da, freundlich, aber Alkoholiker, soweit sich das beurteilen läßt, aber das Camp läuft. Es machte nur für uns von den Etappen her keinen Sinn diesmal als Übernachtung.
Nun kommt nochmal ein Tag Berichten von einer weiteren langen Fahrstrecke, und ich hoffe, dass ich Euch damit nicht zu sehr langweile! Und dann geht's über den Zambezi nach Botswana!
Teil 620. Apr. 2018
Guten Morgen Doro! Ja, die Strecke bis Mfuwe ist wohl noch nicht so lange geteert - wir hatten das Glück aber schon! Wir sind damals (vor 2 Jahren) erst zu den Vic Falls, und dann auf dem Rückweg in den South Luangwa. Da sind wir dann kurzentschlossen von Livingstone bis zum Bridge camp durch gefahren - ein langer Tag! - und von dort bis zum SL. Volker wollte eigentlich unbedingt die im HUPE Reiseführer beschriebene OffRoad Strecke von Petauke aus fahren. Ich hab ja auch nichts gegen "OffRoad" (der Begriff ist eigentlich Blödsinn - das sind ja alles STRASSEN), im Gegenteil. Aber das erschien mir dann doch ein bisschen ZU lang - und dann Anfang April??? ich war froh als uns damals der Besitzer vom Bridge Camp EINDEUTIG sagte, dass wir das nicht versuchen sollen - am Ende der Regenzeit, und mit nur einem Auto. Das wäre völliger Blödsinn! Volle Flüsse, nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Krokodilen usw! (nachdem wir dann im SL endlos Krokodile gesehen haben, kann ich mir das gut vorstellen...) So wurde es dann die "langweilige" Teerstrasse.
Naja, und eben mit deshalb war ich Volker ja quasi noch ein bisschen Rough Road "schuldig" - und so wurde nun Botswana draus! Ich war ja hier anfangs recht unsicher, da ich diese Strecken so gar nicht einschätzen konnte. Mancher im Forum hat sich da vielleicht über meine Skepsis gewundert, da es ja "Standard Routen" sind (Moremi, und über Savuti hoch). Doch mir schwang einfach noch der Rat vom Bridge Camp im Ohr: "Never - don't do it, not with only ONE car!". Aber das bezog sich ja auf die Old Petauke Road in Zambia.... Botswana jetzt war vom Fahren her prima - sehr viel weniger brenzlig als ich dachte (wobei wir Glück hatten - eine Woche vorher muss es mit schlimmen Regenfällen noch eine ganz andere Matschtour gewesen sein, als es ohnehin bei uns schon war!), es war so, dass es viel Spaß gemacht hat (ich fahre auch gerne Auto), ja, und stecken geblieben sind wir auch einmal ordentlich - und rausgezogen haben wir auch mal jemanden, und von dem vielen Tiefsand auf der Sand Ridge Road haben wir nichts gesehen.... 🤨 Ich muss da nochmal in der Trockenzeit hin.... Jetzt aber dann doch der Reihe nach! 🤪
Teil 720. Apr. 2018
Samstag, 31.03.2018 – von Lusaka nach Livingstone: In der Nacht grollte öfter schlimmes Gewitter und Blitze zuckten, aber es ging größtenteils um uns herum und wir blieben vor dem meisten verschont. Dennoch müssen wir die Zelte heute recht naß einpacken, denn wir haben nicht die Zeit, sie zum Trocknen noch etwas stehen zu lassen. Das wieder Abbauen und alles im Auto verstauen und Sortieren gestaltet sich noch etwas holprig – wir müssen uns als „Camping-Team“ erst wieder einspielen. Und: es ist genauso wie ich erwartet habe: Das Innere dieses Autos sieht bereits jetzt aus, als habe ein Büffel eine Break-Dance-Session gehalten 😈 – dabei sind wir bisher noch gar keinem Büffel begegnet!?
Es ist eine eigene Philosophie, dieses Auto zu sechst mit CampingAusrüstung sinnvoll einzurichten (und auch so zu erhalten….). Wir haben die Version mit einer 3-er Mittelbank (bei dem 79er Modell ja ohne Seitentüren, also immer von vorne Sitze umklappen und sich "reinkrampfen"), und ganz hinten zwei kürzere seitliche Bänke. Zwischen diese Bänke passt immer einer unserer Koffer genau von der Höhe – drum herum und unter den Sitzbänken hinten wird mit anderem aufgefüllt (Isomatten, Abschleppseile, Schlafsäcke, Kühlbox, Gasflasche, Tüte mit Schuhen, und eine andere mit Schwimmsachen usw…) Dann kommt auf das ganze eine 140 breite, dünne Matratze(nauflage) – von „IdiotenKaufenEinfachAlles“ (IKEA) - die biegt sich an den Seiten hoch. Auf der schlafen Volker und ich im Zelt, da ich ziemliche Rückenprobleme habe. So dauert es schon immer seine Zeit, bis alles der richtigen Reihenfolge nach wieder „einsortiert“ ist für den neuen Tag! Später in Botswana beneide ich manchmal die anderen mit ihren voll ausgerüsteten Bushcamper-Mietwagen, wo alles seine schönen zugänglichen Fächer auf Augenhöhe an der Seite des Wagens hat… Unter die Mittelbank stapele ich meine Tupperdosen mit der „Tages-Überlebens-Ration“ und manchen Leckereien (noch zu Hause gebackenen Schokokuchen, Biltong, Kekse, Nüsse, Äpfel… gekocht wir ja immer erst abends), um möglichen aufkommenden schlechten Launen entgegen zu wirken! Da sind sie gut erreichbar! Vorne haben wir noch 1 ½ Plätze neben dem Fahrer, und der Platz auf der Mittelbank hinter dem Fahrer wird mit einem weiteren kleinen Koffer und mit dem Zeugs, was wir erreichbar brauchen (Geld, Pässe, Autopapiere, Kameras usw.) belegt. So darf also immer mindestens einer ins „Schlafabteil“. (Ich habe leider keine Bilder von unserem unaufgeräumten Inneren des Autos… Da müßt Ihr jetzt Eure Phantasie walten lassen!)
Aber irgendwann ist auch dieser Teil geschafft, der in den kommenden Tagen zur flotteren Routine wird, und wir winken den Zebras und den Impala noch einmal zu. Eine Giraffe läßt sich noch in weiter Ferne blicken, und los geht’s in die letzte Etappe unserer langen Botswana-Anfahrt! (die 70 km morgen bis zur Grenze vernachlässigen wir hier mal). Es sind ca. 470 km – größtenteils gute Straße, nur am Anfang, bis Mazumbuka, gibt es ein Stück von 70 km, die so richtig übel sind! Das war schon vor 2 Jahren so, und daran hat sich nichts geändert. Das kostet eine zusätzliche Stunde. Also, Chinesen, wäre das nichts für Euch??? Oder lieber doch die EU? 😄 In der Mazumbuka Ortseinfahrt bewahrt uns ein langsam vor uns fahrender Bus davor, in die Polizei-Radar-Falle zu brausen! Und im Ort machen wir den selben Fehler wie letztes Mal: da zweigt die Straße auf, mit Schildern: „Light vehicles“ to the right und „Heavy vehicles“ to the left. Wir entscheiden uns, ein „Light vehicle“ zu sein – und finden uns auf einem üblen Pothole-Stück wieder, das uns auch sehr bekannt vorkommt…
Naja, es macht zeitlich keinen so großen Unterschied, doch wir merken uns für die Rückfahrt: Den anderen Weg nehmen!!!
Die ganze Strecke über ist es ziemlich grau bewölkt, ab und zu lässt sich in der Ferne blauer Himmel erahnen, aber irgendwie nimmt die Straße dann doch immer wieder die Richtung in die dunkler werdenden Wolken. Volker und ich beobachten den Himmel kritisch, mit der leisen Hoffnung, dass wir doch in Livingstone nicht im Regen Zelte aufbauen müssen! Darauf haben wir irgendwie gar keinen Bock, und so langsam finden wir, könnte die Regenzeit sich auch mal als beendet erklären! Zumindest da, wo wir unterwegs sind….? Und was wir kaum zu hoffen wagten, wird dann wirklich wahr: Kurz vor Livingstone – wirklich quasi auf den letzten Kilometern, lichtet sich der Himmel, recht uns links und hinter uns ist es grau, und vor uns über Livingstone und den zu erahnenden Vic Falls breitet sich blauer Himmel mit hübschen Schäfchenwolken aus! Wir sind wirklich sehr erleichtert und glücklich darüber!!!
In der Ferne über den Bäumen kann man schemenhaft die Gischt der Vic Falls sehen. Dieses Bild bietet sich nur an einer Stelle in Livingstone, und es ist immer schön, wenn man hier durch die Stadt fährt und das vor sich sieht: Endlich DA!
Und nun müsst Ihr durch einen kleinen "Gasflaschen-Exkurs" durch - wir mussten es schließlich auch, und Ihr reist ja mit, oder? Da wir das Problem haben, dass unsere Gasflaschenfüllung sich dem Ende neigt, hoffen wir, sie hier in Livingstone noch zu befüllen. Diese Gasflasche hat nämlich eine etwas komplizierte Geschichte, und ich konnte sie deshalb in Malawi nicht auffüllen lassen: Als wir vor 2 Jahren in Zambia waren (entschuldigt, dass ich immer wieder davon rede..), hatten wir auch eine leere Gasflasche, bevor wir in den SL wollten. Also haben wir uns in Chipata damals umgeschaut. Unsere damals aus Blantyre befüllen ging nicht (Laden, der befüllt, was geschlossen, ich glaub, es war ein Sonntag), aber an der Kobil in Chipata gab es welche mit Kochaufsatz zu kaufen, und so haben wir das getan. Damals noch nichtsahnend, dass es zig verschiedene Sorten Gasflaschen mit verschiedenen Gewinden in Afrika gibt! Einige Monate später, als wir durch TZ nach Kenya hoch fahren, will ich eben diese in TZ auffüllen lassen. In Mbeya stehen Gasfalschen ohne Ende am Straßenrand. Überall! Aber keiner kann sie mir auffüllen - bis mir einer erklärt: "Die kann dir in ganz TZ keiner auffüllen! Diese Sorte wird hier nicht gehandelt!" Na toll! (In TZ gibt es ORYX - ich vermute, dass die mit AFROX kompatibel sind!?) In Nairobi, der Weltstadt, dann das Wunder: sogar an einer kleinen Station am Dagoretti Corner gibt es alle möglichen Sorten von Gasflaschen, und wir bekommen unsere problemlos gegen eine neue der gleichen Art getauscht. Das einzige, was anders ist: sie ist gelb statt khakigrün. Fröhlich ziehen wir von dannen und haben diese Flasche bis vor kurzem genutzt! In Blantyre auffüllen geht nicht - hier wird nur AFROX vertrieben, und als er mal alle seine Adapter durchprobiert, und ich immer irritiert gucke, wieso der falsch herum zu schrauben versucht, wird mir klar: das Gewinde ist tatsächlich anders herum geschnitten als bei AFROX Flaschen! Ja gibt's denn so was? Es geht also gar nicht nur um die GewindeGröße, sondern die Gewinde sind einfach in gegensätzliche Richtung geschnitten! Also: keine Chance zum Befüllen! Nun, haben wir uns gedacht, fahren wir nochmal nach Zambia, wo wir das Ding ja gekauft haben, und hoffen, sie wieder los zu werden - oder wenigstens befüllt zu kriegen. Wir fahren in Livingstone diverse Tankstellen an, die auch hin und wieder Gasflaschen ausgestellt haben. Nix zu machen. Volker erinnert sich, dass wir sie an einer Kobil gekauft haben, und als wir eine solche finden, und dort auch Gasflaschen stehen, freuen wir uns schon! Es ist wirklich sogar die richtige Sorte!!!! (nur eben khakigrün, und nicht gelb....Das wird später noch eine Relevanz bekommen). Doch auch das wird eine Pleite. Ihre Gasflaschen sind leer, so dass sie unsere nicht tausche können...... Man sagt uns noch, dass es in Livingstone EINEN Laden gibt, der Gasflaschen befüllt. Er heißt "Ankufa" und ist in einer kleinen Seitenstraße, und wir finden ihn auf Anhieb! Doch: der ist geschlossen. Es ist Samstag nachmittag, etwa15:30..... Volker klappert dennoch mal an dem Tor, und da kommt der Wächter, und wir meinen zu träumen, als er uns sagt, dass der Laden morgen (OsterSonntag!) für EINE Stunde geöffnet hat - zwischen 9 und 10 Uhr vormittags! Also, die Hoffnung stirbt zuletzt! Und noch ist sie nicht tot!!!
Nun fahren wir erst noch an der Lodge vorbei zu dem Punkt, wo man am Zambezi oberhalb der Vic Falls die Gischt „von hinten“ sehen kann – hier ist auch mein Anfangsbild entstanden. Ich könnte hier ewig stehen, dieser starken Strömung zuschauen, und dem Tanz der Gischt hinter der Abbruchkante, die man von hier aus ja nur erahnen kann!
Allerdings mögen auch andere diesen Platz, und es kommen ständig neue Leute, die sich für Selfies positionieren. Uns sind diesmal keine recht Sympathischen dabei, und so fragen wir erst auf der Rückfahrt zwei britische Fahrradfahrer, ob sie ein Familienbild von uns machen (mein erstes Bild ist damit also eigentlich eines der letzten).
Dann rollen wir gegen 4 Uhr nachmittags in die Maramba River Lodge ein – ein Ort, der mir schon vor 2 Jahren so gut gefallen hat, dass ich so gerne nochmal her kommen wollte! Ich liebe natürlich angelegte Compounds, und Lodges, die rustikal und vom Stil in die Natur eingebettet sind. Deshalb müsst Ihr Euch das jetzt ein bisschen anschauen. Vielleicht mag der eine oder andere es sich ja für Zambia/Vic Falls auf seiner Liste notieren!
Reception
Restaurant
Pool, Bar, Lounge
Teil 820. Apr. 2018
Da mein Internet immer nur etwa ca. 5 bis 6 Bilder auf einmal bewältigt, und ich jedes mal zittere, ob meine Bemühungen gleich futsch sind, muß ich hier etappenweise meine Bilder einfügen. Deshalb ändere ich einen Beitrag hin und wieder mal, wenn ich noch passende Bilder dazu finde, bzw. es einfach zu viele sind. Eigentlich wollte ich immer einen Tag in einem Beitrag schreiben, - aber das muss vielleicht nicht sein, und wir ändern das eben mal? Ich hoffe, Ihr arbeitet auch an Eurer Intelligenz! (Remember: intelligence is the ability to adapt to change!)
Also mache hier mal mit der Maramba River Lodge weiter:
Für die Nicht-Zelter gibt es auch Häuschen oder Tents:
Im Maramba River, der direkt vor der Lodge verläuft und später in den Zambezi mündet, hört man zur Begrüßung schon die Hippos.
Aber sie haben sich diesmal etwas in einer Ecke versteckt und lassen sich nicht wirklich blicken.
Wir bauen Zelte auf, erfrischen uns im Pool und essen dann mein ebenfalls noch vorgekochtes ChickenCurry mit Basmati Reis – lecker! Es hilft, dass wir nun doch schon deutlich westlicher sind, denn es wird fast 1 h später dunkel als in Blantyre. So haben wir bis etwa 7 Uhr noch Tageslicht.
Die Kinder philosophieren darüber, ob Mama auch diesmal eine Osterüberraschung mit hat – aber da lasse ich nichts raus. Der Osterhase wird erst aktiv, als alle 4 schon in ihren Zelten liegen! An unserem ersten Ostern in Malawi konnte ich sie noch mit deutschen Ostereiern, die ich aus dem Container wohl behütet aufbewahrt hatte, überraschen! Letztes Jahr waren wir zu Ostern in Südtanzania unterwegs, die Menschen in dem kleinen Dorf besuchen, unter denen wir mal 2 Jahre gelebt hatten. Da hatte ich außer ein paar Gummibärchen nichts mit gehabt – aber es ist so schön, dass sich unsere Kinder selbst darüber so herrlich freuen und dankbar sind! Und dann gab es sogar noch eine echte Überraschung, da wir uns noch in Matema, am nördlichen Zipfel des Lake Malawi, mit Freunden getroffen hatten: Eine Ledige Deutsche, die tanzanische Vierlinge adoptiert hat (die sind in passendem Alter zu unseren Kindern) hatte Besuch von einer Familie aus Deutschland, und die hatten Ostereier mitgebracht und dort auch für unsere Kinder versteckt! War das eine Freude gewesen! In Deutschland kann man sich oft nicht vorstellen, wie solche Dinge hier so viel Dankbarkeit und Freude auslösen können. Tja, also, und dieses Jahr dachte ich, muss ich es wieder mit ein paar Gummibärchen belassen. Denn im Shoprite in Blantyre sah ich erst nur Lindt-Osterhasen – 150 g für umgerechnet 10 Euro! Nee, die gibt es nicht! Aber dann…, tja, dann hat der Osterhase eben DOCH noch was gefunden.
Teil 920. Apr. 2018
Sonntag, 01.04.2018 – Von Livingstone über den Zambezi nach Botswana ins Senyati: Es ist zwar 1. April, aber dieser Tag wird KEIN April-Scherz, sondern Wirklichkeit: heute setzten wir endlich Fuß auf Botswana!
Nachdem mein Wecker klingelt (in der Regel zwischen 5:30 und 6) husche ich schnell raus und setze meine 4 Schokoladenhasen noch unter die Vorzelte (Tabea schläft bei uns, die Jungs im anderen Zelt). Da es hier freche Meerkatzen gibt, war mir das nämlich die Nacht über nicht geheuer, diese hilflosen Schoko- Tierchen so unbeschützt zu lassen, und so durften sie ein letztes Mal in der Kühlbox schlafen! (Ja, ich habe am Ende doch noch im Shoprite in Blantyre ganz preiswerte Schokohasen gefunden! Und sie haben die Fahrt bis hier hin sogar ohne Dellen überstanden!)
Komisch, das ist wie an Nikolaus: da schaffen es die Kinder auch immer sehr schnell aus den Betten! Die Freude ist natürlich groß, und das meiste ist verzehrt, bis die morgendliche Routine von „Alles wieder im Auto verstauen“ dran ist.
Irgendwie drehen alle nochmal richtig auf - die Vorfreude auf Botswana nach diesen langen Fahrtagen bricht sich Bahn und es wird reichlich geblödelt!
Doch dann müssen wir uns losreißen, denn um kurz vor 9 wollen wir bei „Ankufa“ sein wegen der Gasflasche. Das klappt auch, und tatsächlich haben die geöffnet! Ein netter Inder sagt uns, dass diese Flasche von einer kenyanischen Firma ist, und dass er keine passenden Adapter hat, um sie aufzufüllen…... KOBIL-Tankstellen wären die einzigen, die diese Sorte in Zambia vertreiben. Wir sagen ihm, da hätten wir es schon versucht, aber die hätten keine vollen da. Da schüttelt er nur verständnislos den Kopf und meint: „Die sind doch dumm! Man weiß doch, dass hier in Livingstone am Wochenende Kunden kommen werden, da muss man doch rechtzeitig für Nachschub sorgen!“ Wir überlegen hin und her – wir können doch nicht NOCH eine solche Gasflasche kaufen! Aber kochen müssen wir doch die nächsten 2 Wochen irgendwie! Volker einigt sich dann mit ihm, dass wir eine neue Flasche von ihm „geliehen“ bekommen (sie ist von AFROX), wir den Neupreis zahlen, und wenn wir auf dem Rückweg wieder vorbei kommen und die Flasche in ordentlichem Zustand ist, er sie uns wieder abnimmt und 80 % des Geldes zurückerstattet. Unsere fast leere Flasche dürfen wir so lange bei ihm stehen lassen. Wir sind ganz glücklich, dass sich das jetzt, am Ostersonntag (!), noch so schnell und gut lösen ließ, und diese neue AFROX-Gasflasche tut uns in den nächsten 2 Wochen unendlich gute Dienste!
Nun lassen wir Livingstone hinter uns, und da wir für die Rückfahrt 2 Nächte hier eingeplant haben, tut es nicht so weh, jetzt nicht mehr Zeit an diesem schönen Ort zu haben.
Und tatsächlich: das Wetter ist uns nun freundlich gesinnt, und ich verrate schon mal: es wird auch so für den Rest der Reise bleiben!
Nach einer knappen Stunde Fahrt nähern wir uns der Grenze: ewig lange Warteschlangen von Lastern (an denen wir glücklicherweise vorbei fahren dürfen)! Es wird wohl doch Zeit, dass diese Brücke fertig gestellt wird!?
Teil 1021. Apr. 2018
Heute gibt's leider keine Fortsetzung - es gibt zu viel zu tun: die "Botswana-Nachwehen" bearbeiten. Von daher hier mal aktuelle Bilder aus Blantyre von heute:
Die Kinder wollten, dass das Auto noch eine Weile ungewaschen bleibt, weil es "so viel cooler aussieht"! 😄 Aber irgendwann muß es eben doch sein, und so geht das letzte bisschen Botswana mit dem Waschwasser dahin.... 🙁
Und da es heute auch mal wieder vernünftigen Strom gibt, will auch die Waschmaschine wieder bedient werden.... Fortsetzung folgt so bald als möglich!
Teil 1122. Apr. 2018
Fortsetzung Sonntag 01.04. über die Grenze nach Botswana:
Lorries, lorries. lorries….Mindestens 50 bis zur Grenze vorne, eher mehr. Da gehen wir mit unseren Landcruiser fast unter! Ziemlich guten Mutes gehen wir die Grenze an – sie wird dann aber doch etwas nerviger als gedacht. Immerhin hat man zwischen den beiden Länder-Abfertigungen die Fahrt mit der Fähre, was für etwas Aufmunterung sorgt!
Extrem auf den Keks gehen einem auch hier wieder die Geldwechsler und solche, die sich einem förmlich aufdrängen, die Abfertigung für einen zu erledigen. Dann würden wir “in 10 minutes through“ sein, statt den halben Tag warten zu müssen…. Blablabla…. Wir machen mehrfach klar, dass wir das gerne ohne Hilfe alleine machen würden, aber die Dreistigkeit dieser Jungs hier ist schon unübertrefflich! Im zambischen Office, wo die Beamten sehr freundlich sind, hängen Zettel „Do not engage third parties…“. Also war es, wie meist, richtig, sich nicht darauf einzulassen. Manchmal weiß man allerdings nicht, ob das eine oder andere, was die Kerle sagen, nicht doch was Wahres dran hat – v.a. wenn man die Grenze und ihre Gepflogenheiten eben nicht kennt. Als ich mit dem Auto zur Fähre rolle (Volker und die Kinder laufen), wechselt Volker doch noch bei einem dieser schmierigen Kerle Geld, da alle behaupten, dass es auf der anderen Seite keine ATM gäbe.
Wir wissen es ja nicht, wissen aber, dass wir ziemlich sicher Pula für das Auto brauche, und deshalb lassen wir uns auf diesen sehr unwirtschaftlichen Deal ein. Volker ärgert sich noch Stunden später über den schlechten Wechselkurs, aber: es war dennoch richtig gewesen, denn auf der botswanischen Seite gibt es wirklich keinen ATM – erst in Kasane, aber da kommt man ja erst hin, wenn man durch die Grenzabfertigung durch ist….
Dann, nach insgesamt ca 45 min. Papierkram klären, befinden wir uns auf dem Zambezi, und am anderen Ufer wartet Botswana! Das hebt unsere Stimmung!
Die Fähren sind viel kleiner, als ich erwartet hatte – ich hatte gedacht, dass sie mindestens die Ausmaße der Mombasa-Fähren haben würden (drei Spuren). Aber es ist eine Spur, und demnach passen meist ein LKW und 1 oder 2 andere Autos drauf. Noch heute wundere ich darüber, wieso diese beiden Länder das nicht schon längst mal geändert haben??? Es scheinen noch die selben Fähren zu sein, die vor mehreren Jahrzenten von der südrhodesische Armee angegriffen und von denen auch eine versenkt wurde.
Für uns ist es aber eine willkommene Abwechslung, die Spaß macht, und die Kinder sind so glücklich! V.a. Joel ist ganz begeistert, auch den Brückenbau nun mit eigenen Augen sehen zu können, über den er doch ausführlich in seiner Arbeit geschrieben hat, und bittet mich unablässig, Fotos davon zu schießen!
Der „African Quadripoint“ – der einzige Ort auf der Welt, wo sich 4 Länder treffen. Besser gesagt: nachdem der Jahrzehnte lange Streit über die Grenzverhältnisse hier im Zambezi dann endlich 2014 so geregelt wurde, dass Botswana und Zambia eine gemeinsame Grenze von ca. 250 m zugestanden wurde, durch die sie ihre gemeinsame Brücke bauen könne, ist es ja streng genommen nun kein Quadripoint mehr, sondern es sind zwei getrennte „TriPoints“.
Und nun steht sie neben uns, die zukünftige Rail-and-Road bridge, ein 300 Mio-Dollar-Projekt! Ich verstehe ja einfach zu wenig von Politik, und so begreife ich auch immer noch nicht, warum Zimbabwe nicht einen kleinen Teil seines Hoheitsgebietes im Wasser an Botswana abtreten kann – dann hätte man die Brücke auch gerade bauen können. So aber führt sie in umständlichem Bogen – denn da, wo die Fähren verkehren, ist strenggenommen eigentlich Zimbabwe, und deshalb darf die Brücke dort nicht verlaufen!
Auf botswanischem Boden angekommen, müssen wir auch hier wieder durch die Grenzformalitäten. Und sie machen einfach keinen Spaß! „Botswana – an African Success story!“ hat Joel seine Arbeit überschrieben. Und das scheint es ja auch – mit seiner unblutigen Geschichte, ohne brutaler Despoten, und dem außergewöhnlich stabilen wirtschaftlichen Aufschwung seit der Unabhängigkeit. Botswanans per capita BSP liegt inzwischen bei über 19.000 Dollar – zum Vergleich: Südafrika kommt gerade mal auf ca.13.000, Kenya und TZ ca. 3500, Malawi bietet müde1200. Deutschland liegt bei 52.000, und die Schweiz und USA bei 62.000. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 113.000. Gleichzeitig ist das ein vergleichsweise „dünner“ Wert, der meiner Ansicht nach am Ende ja doch wenig Aussage hat über das Leben vieler Menschen in dem Land. Was also ist das für ein Land? Mit diesen Fragen treten wir von der Fähre, gleichzeitig wissend, dass unsere kurzen und „selektiven“ 2 Wochen hierauf sicherlich keine Antwort geben werden.
Der erste Eindruck ist sehr ernüchternd: die Grenzbeamten sind äußerst unfreundlich und haben eher ein malawisches Tempo und auch eine malawische Art an sich. Ich halte alle 6 Pässe hin, und brauche eine Weile bis ich kapiere, dass sie mich fragt „Birth certificates?“. Jetzt rutscht mir kurzfristig das Herz in die Hose, denn die liegen gut verwahrt in Blantyre in einer Schublade! 😮 Die brauchen wir nämlich nie, in all den Ländern, in denen wir sonst so unterwegs sind (Malawi, Zambia, Tanzania, Kenya). Ich habe sie nur, weil wir sie für einen Flug über Johannesburg mal brauchten. Und so ganz blass im letzten Kämmerchen meiner Erinnerung meldet sich irgendetwas, dass ich gelesen hatte, dass wir sie für Botswana dabei haben sollten, und ich das eigentlich vor gehabt hatte! Mist! Über Schokokuchen backen, ChickenCurry kochen und Auto packen völlig ausgeblendet! Ich sehe uns schon zurück auf die Fähre laufen, und den ganzen Traum von Botswana mit den Wassern des Zambezi davon schwimmen…. 😣 Volker überbrückt diese Zeit mit Gefasel wie „But they all have their own passports“, was natürlich null Argument ist, und sie sagt nur emotionslos: „But it is a requirement!“. Da bin ich wieder ganz bei mir, und setzte meine afrikanisch dumme Unschuldsmiene auf, immer mit der nötigen Dosis bedauernder Unterwürfigkeit: „Oh, I’m so sorry! They are in Blantyre”. Sie erneut ohne sonderliche Regung: „But it is a requirement…“ Ich nochmal, äußerlich völlig gelassen und ohne meine Angst zu zeigen 😗 😎 😊 : “I got all the information I could, and we didn’t know about this. I’m very sorry. But I will for sure remember for next time!! I will NOT forget them next time!” Und während ich noch rede, stempelt sie schon wortlos einen Pass nach dem anderen ab…... Gerettet! 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩
Teil 1222. Apr. 2018
Jetzt brauch ich aber doch mal Hilfe: wie krieg ich denn meine Hochkant-Bilder hier im Bericht auch hochkant gestellt??? Ich habe schon überall gesucht... Kann mir mal einer auf die Sprünge helfen bitte?
Teil 1323. Apr. 2018
Guten Morgen zusammen, und herzlichen Dank für alle Eure Beiträge! Ich möchte immer gerne auf alles eingehen, aber das schaffe ich nicht, und dieser (mein) Anspruch ist da wohl auch zu hoch.
In Kürze:
@Heike: Über Deine Bemerkung stutze ich erst mal, weil ich die Folgerungen, die dahinter stecken, nicht nachvollziehen kann. Unserer Ansicht nach ist es weder in Afrika noch in der westlichen Welt leicht, Kindern durchgängige Werte zu vermitteln. Aber ob ich mich hier nochmal mehr hineinvertiefe mit Beiträgen in diesem Forum, oder ob wir uns hier auf zu dünnes Eis begeben, darüber muß ich erst noch eine Weile nachdenken.
@Bele: also den Traum von derBrückein diesem August kannst Du getrost aufgeben. Es sieht zwar wirklich nach was Gutem aus, aber Joels Recherchen nach ist die derzeitige Angabe, dass sie im Dezember 2019 fertigsein soll. Allerdings bezweifeln wir selbst das.... Ich fand diese alten kleinen Kähne auch "brenzliger" als den kleinen Ponton auf dem Boteti - denn im Boteti kann man nicht untergehen, aber wenn die Kazungula Fähre ihren Geist aufgiebt, treibt man schnell in Richtung VIc Falls 😵 Ich wünsche Dir jedenfalls nochmal eine gute Fährfahrt!
@Dank auch Euch, Matthias, Doro, freshy, Mabe, Karsten, kitty, ....
Jetzt will ich Euch erst mal wieder mehr Lesestoff bieten, auch wenn ich Euch zunächst noch nicht mit allzu tollen Tierfotos beglücken kann.... Da müßt Ihr noch eine Weile Geduld haben - die brauchten wir auf dieser Fahrt leider auch..... Siehe Fortsetzung:
Teil 1423. Apr. 2018
Fortsetzung 01.04. Endlich in Botswana!
Insgesamt hat uns diese Grenze ca. 1h 45 min, gekostet – also sachlich betrachtet kann man sich eigentlich nicht beklagen! Über Botswana ist strahlend blauer Himmel, das hebt unsere Gemüter wieder!
Wir staunen noch ein bißchen über den Wahnsinn dieses Brückenbaus, und fahren dann wieder an endlosen Lasterschlangen vorbei. Es will gar nicht mehr aufhören! Auch hinter dem Abzweig nach Kasane geht es noch weiter! Am nächste Tag fahren wir hier ja noch ein paarmal lang (vom Senyati in den Chobe und wieder zurück und wieder hin…), und wir zählen, dass es über 100 sind! Volker meint: „Die stehen hier doch mindestens 2 Tage, bis sie durch die Grenze dürfen!?“ Auf unserer Rückfahrt erhalten wir darauf eine Antwort: zurück auf zamibischer Seite werde ich von einem malawischen Lastwagenfahrer freundlich angesprochen (er freute sich einfach aufgrund unseres Nummernschildes, jemanden aus Malawi zu treffen!), und er sagt uns, dass er an dieser Grenze in der Regel 5 bis 6 Tage in seinem Lastwagen verbringt, bevor er an der Reihe ist!!! Es würde mich wirklich sehr interessieren, in ein paar Jahren zu sehen, ob die fertige Brücke das Problem behoben hat, oder ob es auch ein Abfertigungsproblem der Grenzen ist!?
Dann lassen wir die Grenze mit ihren Problemen hinter uns, und machen erst noch einen Abstecher nach Kasane. Wir brauchen einen ATM für botswanisches Geld und müssen unser Essen ein klein wenig auffüllen – wobei ja nicht zu sehr, denn vor Nata erwartet uns ja dann in ein paar Tagen noch die Veterinärs-Kontrolle! Beides ist schnell erledigt, und vor dem SPAR sehen wir sogar noch einen KFC, der uns vielleicht morgen unser „Essensproblem“ beheben könnte: denn wir wollen vormittags mit dem Auto in den Chobe, und nachmittags eine Bootstour machen (Danke, freshy, für diesen wirklich sinnvollen Vorschlag, die Zeit in und um Senyati so zu gestalten!). Da werden wir aber abends erst spät zurück ins Camp kommen, so dass wir vielleicht etwas „halbwegs Vernünftiges“ mittags in Kasane essen könnten? Volker und ich schlendern ein wenig durch die paar Läden um den Spar herum (die Kinder wollten einfach im Auto sitzen bleiben), und fühlen uns beide seltsam fremd. Komisch, das ging uns in Zambia (das uns ja auch nicht wirklich vertraut ist) nicht so, Ob es nun einfach doch in bisschen zu viel war die letzten Tage, oder ob Botswana doch nochmal etwas ganz anderes ist, was wir noch nicht recht greifen können, ist uns noch nicht klar. Es ist einfach mal so eine Wahrnehmung, mit der es uns beiden ähnlich geht. Jetzt brauchen wir noch eine botswanische SIM-Card, was sich etwas schwieriger gestaltet als gedacht, aber nach einer gefühlten Ewigkeit scheint auch diese aktiviert, und wir machen uns mit viel Vorfreude auf den Weg in das schon vielfältig gelobte Senyati Safari Camp! Endlich Schluß mit nur Fahren, fahren, fahren – nun soll es schöne Tier-Erlebnisse geben!
Das Senyati gefällt uns auch auf Anhieb wirklich gut! Wir bekommen einen Platz am letzten hinteren Eck zugewiesen (Nr. 19), da das Camp ziemlich voll ist.
Das enttäuscht uns zunächst etwas, da wir damit so weit weg sind von dem Wasserloch und dem wirklich sehr schön gestalteten „Bar-/Restaurant-und BeobachtungsHäuschen“ (weiß nicht recht, wie man das nennen soll, aber wer dort war, weiß ja, wovon ich rede).
Aber am Ende ist das doch zweitrangig, und man ist ja auch mal schnell quer durch das Camp gelaufen. Außerdem – und hier kommt dann in diesen Tagen unsere erste größere Enttäuschung – sind sowieso zu unserer Zeit nie Tiere (außer diverser Vögel) am Wasserloch, und auch der Chobe möchte uns am nächsten Tag partout keine Elefanten vorstellen.
Botswana, das Land mit der höchsten Elefantendichte der Welt! Ca. 130.000 leben dort – Tanzania hat noch ca. 55.000 zu bieten, Kenyas Elefanten sind leider schon auf ca. 25.000 dezimiert, und Südafrika beherbergt wohl noch um die 18.000. Namibia, Zambia, Zimbabwe und Malawi haben dann auch noch ein paar an Bord. In den letzten 10 Jahren wurden ca. 144.000 Elefanten gewildert! Das sind schon erschreckende Zahlen! Aber: in Botswana soll es ja noch davon wimmeln! 50.000 alleine im Chobe (in der Trockenzeit…..!), und wir bekommen in den nächsten Tagen bis kurz vor Nata nicht einen einzigen zu Gesicht!!!! Das müssen wir alle erst einmal schlucken!
Aber noch wissen wir nichts von der Enttäuschung der nächsten 2 Tage, und freuen uns über diesen schönen Ort! Obwohl das Camp sehr voll ist, finden wir alle Leute äußerst angenehm. Es gibt nirgends Gegröle, und v.a. vor dem Wasserloch wird immer nur geflüstert. Die Kinder sind total begeistert von dem Bunker, und Benni probiert schon aus, seine Kamera dort richtig zu positionieren. Immerhin – in der Ferne laufen 2 Giraffen vorbei, und ihnen folgen später noch ein paar Zebras. Alles aber viel zu weit weg für Fotos. (ich füge jetzt hier auf Bitten von Matthias mehr Fotos ein, als ich wollte - ich fand sie nicht so schön, aber vielleicht vermitteln sie dennoch, was wir sahen - und eben auch nicht sahen...)
Nun, dann beschäftigen wir uns eben mit den diversen VogelViechern, die es hier so gibt: neben vielen ägyptischen Gänsen (die dem Joel besonders gut gefallen) tummeln sich insbesondere noch viele der großen Gänse („Spur winged goose“),
weiterhin diverse Tauben, deren Gefieder im Flug plötzlich hübsch und farbig aussieht,
immer wieder auch einer der wunderschönen Roller,
und dann auch mehrere red beaked Hornbills. Ich kenne von Kenya her nur die yellow beaked, und finde das von daher eine schöne Abwechslung!
Ganz besonders freut mich, wie sehr Joel sich an den verschiedenen Vögeln freut und immer wieder ruft: „OH, schau mal da, Mama! Der da ist auch schön!“. Er ist sonst derjeinge, der immer am meisten Action „fordert“, und dass er trotz anderer Erwartungen so dankbar ist, tut mir gut!
Benni ist ziemlich enttäuscht – er hat sich besonders auf Elefanten gefreut, und auf diesen besonderen „Foto-Bunker“ Doch Joel sagt mehrfach. „Ich finde es richtig schön hier! Und diese ganzen Vögel finde ich auch sehr schön!“. Benni erlaubt ihm, auch mal eine Weile mit seiner Kamera unterwegs zu sein, und zwei Hornbills lassen Joel erstaunlich nahe heran, was wir ganz besonders finden. Da wissen wir noch nicht, dass Hornbills (neben Impalas und Frankolin) in den nächsten 10 Tagen zu unserer treuen Begleitern werden!
Ein kleines „Problem“ habe ich jedoch noch zu lösen: Ich habe über Mwandi View in Kavimba eine Chobe River Cruise für morgen nachmittag gebucht. Mwandi View hat mir dafür am Ende einen unschlagbaren Preis geboten, so dass wir das reserviert haben. Amelia du Plessis (v. Mwandi View) hatte mir zuletzt per email geschrieben: „You will have your own boat for your family and your own guide, His name is BG; and you will meet him at Kasane Spar. Please phone him in the morning of that day to arrange the exact time”. Ich hatte also BGs Nummer. Aber: als wir im Senyati sind, funktioniert die neue botswanische SIM Card nicht. Inzwischen freuen wir uns wirklich sehr auf diese Bootstour, und nun – nachdem es schon am Senyati quasi nix zu sehen gibt – bangen wir drum, ob uns nun auch noch die Bootstour durch die Lappen gehen wird! Wir wußten nicht welche SIM card wir kaufen sollen, und ließen uns dann einfach eine empfehlen – so landeten wir am Ende bei Mascom. Vermutlich hätten wir Orange nehmen sollen. Laut anderer wäre dieses Netz sehr viel verbreiteter. Keine Ahnung – vielleicht können die Botswana-Erfahrenen dazu etwas sagen? Ich raufe mir jedenfalls innerlich die Haare, wie wir denn nun mit BG noch rechtzeitig in Kontakt kommen können – und da rettet mich am Ende, dass Senyati zwischen 5 und 9 Uhr abends WIFI für alle hat. Über mein smart phone schicke ich Amelia du Plessis sowohl eine email als auch eine Whatsapp – sehe aber, dass sie heute vormittag das letzte mal online war. Also schwindet meine Hoffnung, ob sie meine Nachricht heute noch rechtzeitig lesen wird? Lange bekomme ich keine Antwort, und ich bin innerlich schon ganz traurig, dass nun wohl auch noch unsere Bootstour flach fallen wird. Und dann, um kurz vor 9, bekomme ich von Ihr Nachricht, dass wir um 14:30 am Shoprite sein sollen. BG würde morgen früh eine Reisegruppe in den Chobe nehmen, und da würde sie ihm das weitergeben. Ich solle keine Sorge haben, das würde klar gehen! Kaum gelesen und bestätigt, verabschiedet sich das WIFI – es ist Punkt 9 Uhr….. Ich bin so glücklich darüber, dass ich später wirklich schnell und fröhlich einschlafe, und am nächsten morgen ebenso schnell auch um 5:30 wieder aus dem Zelt krieche! Als wir dann auf der Rückfahrt, also 9 Tage später, erst in Mwandi View sind, sagt Amelia mir, dass es „Zufall“ war, dass sie an jedem Abend meine Nachricht gelesen habe: sie hätte an dem Abend viele Gäste gehabt und wäre lange in der Restaurant Küche gestanden, und wollte dann vor Müdigkeit eine kurze Unterbrechung haben. Da sei sie in ihr Haus gegangen, und habe kurz mal in ihr email geguckt und so meine Nachricht gelesen! Sie schien selber sehr glücklich darüber, dass das alles noch so gut geklappt hatte! Manchmal staune ich also auch wieder, wie inmitten mancher Enttäuschungen dann doch an so vielen Stellen Dinge auch wieder so gut gelaufen sind, dass wir viel Freude haben durften!
Abends, als es dunkel geworden ist, gehen wir alle nochmal nach vorne zu dem Wasserloch, sitzen dort und genießen die Stille der afrikanischen Nacht. Aber wir sind auch alle enttäuscht, denn es kommen keine Elefanten, und auch keine Büffel. Es bleibt bei den paar ägyptischen Gänsen und Konsorten. Ein besonderes Geschenk ist von daher, dass gegen 19.40, also eine knappe Stunde nach Sonnenuntergang, direkt über dem Wasserloch zwischen den beiden Bäumen, der Mond auf geht! Er ist heute sogar voll, und es entspannt sich eine magische Stimmung!
Die genießen wir einfach, und schauen dem Mond bei seiner Wanderung zu! Dann kommt noch eine große Eule und setzt sich passend auf einen Aststumpf. Leider sind Bennis erste Versuche, bei Nacht zu fotografieren, alle nix geworden – so gibt es nur einige unscharfe „Beweisbilder“.
Ein bisschen „versöhnt“ durch dieses ungewöhnlich schöne und passend abgestimmte Naturschauspiel gehen wir alle schlafen – morgen wollen wir früh aus den Federn, um möglichst bald am Gate des Chobe NP zu sein!
Teil 1523. Apr. 2018
Danke Topbär! Aber genau das irritiert mich ja, bzw. macht mich hilflos - denn alle Fotos sind auf dem Rechner richtig: Waagerechte sind waagerecht, und hochkant sind hochkant. Und wenn ich hochkant Bilder dann in meinen Bericht einfüge, "legen sie sich hin". UAf dem Forum habe ich schon gesucht nach Einstellungen dazu, oder ob ich ein Bild dann nochmal anklicken und in irgendeiner Form bearbeiten kann. NIchts. Also müssen wir wohl nochmal bei den Einstellungen unserer Bilder auf dem Rechner gucken, ob es da noch was verstecktes gibt, das das Bild mir zwar richtig anzeigt, aber dennoch irgendwo nicht als Hochkant abgespeichert ist? 🙄 Macht zwar für mich alles keinen Sinn, aber das hat man ja mit Computern manchmal 🤪....
Teil 1623. Apr. 2018
Jetzt wage ich doch eine Äußerung zu Deinem Beitrag, Heike (und der sich daran anschließenden kleinen Diskussion), auch wenn ich denke, dass dieses sehr komplexe Thema hier nur angerissen werden kann. Sollte ich den Eindruck bekommen, es „läuft in eine falsche Richtung“ (Menschen fühlen sich angegriffen etc., weil in dem Schriftverkehr eines Forums, wo man sich in der Regel nicht kennt, zu viele Zwischentöne fehlen), werde ich es einfach nicht mehr weiter „bedienen“. Das heißt dann nicht, dass ich mich dem entziehen möchte, sondern dass ich eine unkonstruktive Schlammschlacht vermeiden will.
Vorneweg: Leute, die meinen, dass das hier „weder ein „Polit- noch Literatur- oder Ethikforum“ ist, mögen das ganze bitte erst gar nicht lesen. Ich habe das hier extra farblich anders gekennzeichnet, um den Reisebericht in sich übersichtlich zu halten.
Deine Äußerung fragt ja nach „Werten“. Werte vermitteln, Werte (vor-)leben, und „verlangt“ berechtigter maßen ein konsequentes Vorgehen darin. Indirekt höre ich heraus, dass Deiner Ansicht nach in Afrika Werte wie Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sehr viel weniger vorkommen und viel mehr betrogen und gelogen wird, als in der westlichen Welt. Ferner „unterstellt“ es ein Stück weit, dass wir Werte wie „Ehrlichkeit“ und „Regeln einhalten“ an der botswanischen Grenze nicht konsequent gelebt haben.
Zu Ersterem: In der westlichen Welt wird zwar sicher weniger auf Behörden, aber doch im täglichen Leben, in Beziehungen und so ziemlich überall auch kräftig gelogen, betrogen und der eigene Vorteil gesucht – und auch auf Kosten anderer durchgesetzt. Das zieht sich unserer Erfahrung nach durch Schule und Arbeitsstellen wie auch „Privat-bzw. Freizeitleben“. Wenn ich ehrlich und authentisch leben möchte, fordert mich dieser Spagat in Deutschland ebenso – auch in der Kindererziehung. Ein Beispiel: eine Lehrerin macht unseren Kindern klar (und das wird nicht mal als persönliche Meinung vermittelt, sondern: „so ist es“), dass es in vielen Situationen besser wäre „weiße Lügen“ zu erzählen, als die Wahrheit. Ihr Beispiel dafür: Jemand fragt: „Steht mir mein neues Kleid nicht wunderbar?“ und ihr Rat lautet: da sollte man antworten: „ja, du siehst wundervoll aus!“, auch wenn man findet, es sei häßlich. Wir finden so etwas weit aus bedenklicher, als mit manchem freundlichen Palver hier in Afrika zu versuchen, eine Situation zu lösen. (es gäbe für die genannte Kleid-Situation verschiedene gute Möglichkeiten, ehrlich, authentisch und dennoch nicht verletzend zu reagieren – abhängig davon, wie meine Beziehung zu dieser Person ist)
Zu unserem Vorgehen an der botswanischen Grenze: Ich habe den Eindruck, dass Du sehr stark aus dem „Regel-Hintergrund“ kommst. Der alleine macht jedoch keine authentischen, ehrlichen und für andere verläßliche Persönlichkeiten aus uns. Einer von Volkers Chefs in Deutschland sagte mal, es gäbe in Europa keinen Staat, der so viele Regeln aufgestellt hat, um das persönliche Leben vorzugeben, wie Deutschland. (Ich glaube, es war im Zusammenhang, als damals die U-Untersuchungen für Kinder mit Nachweispflicht eingeführt wurden, und wenn man sein Kind nicht rechtzeitig zu dieser Untersuchung zum Kinderarzt bringt, flattert danach ein Brief vom Jugendamt ins Haus mit einer Mahnung, und wenn man der nicht in Kürze nachkommt, steht das Jugendamt vor der Haustür. Wir waren damals als Eltern von Kleinkindern und gleichzeitig als Ärzte davon unmittelbar betroffen)
Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass „Regeln dazu da sind, um gebrochen zu werden“. Aber wir erleben in Deutschland ein oftmals „starres Regelwerk“, das das Leben auch wieder sehr einengen kann. Manchmal steht auch „Regeln einhalten“ über allem anderen. Dann stimmt irgendwas nicht mehr: Regeln sollen dazu da sein, das gemeinsame Leben auf gute Weise zu beeinflussen. Sie sollen eine Hilfe sein. Sie können aber ebenso benutzt werden, um zu schickanieren (auch das funktioniert in Afrika wunderbar!). Und aus meiner Sicht ist das Leben einfach zu komplex, um alles mit „Schwarz oder Weiß“ lösen zu können. Auch die Pharisäer haben versucht, Jesus in eine Falle zu locken, mit „Regeln“. Äußerlich waren sie Leute, die immer sorgsam auf alle REGELN bedacht waren (und sich damit selbst gerecht sprechen wollten). Innerlich waren sie unehrliche Typen, die ihr Eigenes suchten. Und Jesus macht deutlich: „Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden – und nicht der Mensch um des Sabbats willen“. Und wenn es darum geht, einem Menschen in Not Gutes zu tun, dann steht das sicherlich über dem Gebot „Du sollst am Sabbat ruhen“.
Durch “staatliche“ Regeln, die in der westlichen Welt stärker befolgt und bei nicht Befolgung (so man erwischt wird...) geahndet werden, wird bei uns Betrug und Unehrlichkeit sicherlich entgegen gewirkt – und das ist GUT so! Und es ist furchtbar, was in afrikanischen Staaten läuft, weil hier ein wildes Durcheinander herrscht! Allerdings habe ich hier schon auch die Frage an uns in des westlichen Welt, ob man manchmal „nicht stiehlt“, „nicht den Versuch macht, Steuern zu hinterziehen“ und und und, weil man nicht im Kittchen landen möchte (das wäre dann nämlich persönlich nachteilig), oder wirklich weil es Werte sind, für die ICH mich entschieden habe, zu leben und einzustehen – auch wenn es mir evtl. keinen Vorteil oder sogar einen Nachteil einbringt!?
Letzteres ist doch die große Herausforderung an uns – und die begegnet mir überall auf der Welt! Bin ich bereit, etwas zu tun (oder auch nicht zu tun), auch wenn es mir u.U. sehr weh tun wird, weil ich authentisch leben möchte? Darum gehen unsere Diskussionen in der Familie, und dafür haben wir genügend „Lehrstoff“, egal in welchem Staat oder unter welcher Kultur wir gerade leben. Des Menschen Herz ist überall gleich egoistisch. Und unser Bedürfnis, ehrliche, authentische Menschen vor uns zu haben, ist ebenfalls überall gleich. Interessanterweise haben wir noch in keiner Kultur Menschen erlebt, die es toll fanden, von ihrem Gegenüber betrogen zu werden!?
Nun noch kurz zu der auslösenden Situation an der botswanische Grenze und unseren nicht vorhandenen Geburtsurkunden: Du interpretierst das so: Geburtsurkunden vorlegen ist dort eine Regel, gegen die haben wir verstoßen, damit sind wir nicht konsequent in unserem Werten (Du gehst davon aus, dass wir ehrlich sein wollen, danke) und in unserem Leben. Was machen Kinder dann aus solch „widersprüchlichen“ Handlungsweisen? Möglich dass der ein oder andere Leser nun denken mag, ich winde mich hier, aber unsere Interpretation ist folgende: Erstens: wir hätten der Beamtin auch ein „Geschenk“ anbieten können. Das wäre der gängige Weg in Afrika!!! Das haben wir nicht getan, und das hätten wir nicht getan! Hier sind wir konsequent. Wäre das am Ende die „einzige Lösung“ gewesen, wären wir tatsächlich zurück auf die Fähre gegangen. Auch wenn uns das sehr (und ich betone SEHR!!!) weh getan hätte. (emotional UND finanziell, denn ein mögliches „Backschisch“ wäre wesentlich geringer gewesen, als alles, was wir bereits für die Camps in Botswana überwiesen hatten). Ich habe das vielleicht etwas humorvoll geschrieben – aber in jenem Augenblick war das tatsächlich meine realistische Befürchtung!!! Zweitens: wir haben nicht gelogen, oder wilde Geschichten erzählt (was hier an der Tagesordnung ist. Von meinem Gärtner muß ich mir zur Zeit fast täglich solche Dinger anhören, weil er nicht zu dem stehen will, was er falsch gemacht hat…). Ich habe nicht gesagt: „Oh, I had them with me, but on the ferry the wind ripped them out of my hands and blew them into the Zambezi River! Please, go and look for them with a boat! Quickly, before they vanish into Vic Falls!” Ihr meint jetzt vielleicht, ich übertreibe – aber es ist wirklich so: Geschichten in ähnlich unsinnigem Ausmaß müssen wir uns hier in Malawi ständig anhören – und bei meinem Mann im Krankenhaus geht es dann oft darum, dass ein Patient tot ist, weil einer einfach keine Lust hatte, ihn nachts zu operieren…. Aber Geschichten hat man erstaunliche parat! Ich habe gesagt, wo die Geburtsurkunden sind. Ich habe mein Versäumnis eingestanden. Ich habe zwar gesagt, dass ich das nicht wußte (und ich wußte es wirklich nicht sicher – aber ich hätte sie ja mal sicherheitshalber mit haben können). Und habe um ein bißchen Nachsicht und Gnade gerungen.
Letzteres würde unser Leben auch in Deutschland meiner Ansicht nach oft angenehmer machen, ohne dass wir dabei unsere Ehrlichkeit oder Authentizität aufgeben müssen – beides Dinge, die in unserer Familie einen hohen Stellenwert haben, weshalb wir hier reichlich Diskussionsstoff haben…. Weil sich diese Eigenschaften eben nicht alleine mit “Regeln befolgen“ abhaken lassen…. Auch diverse Expats lösen „Konflikte“/“Probleme“ hier sehr unterschiedlich… und verschiedene Leute in Deutschland lösen solche „ethischen“ oder „inneren“ Konflikte sehr unterschiedlich. Wie wollen wir, wie will ICH es lösen? Dieser Frage bin ich ausgesetzt, egal wo ich lebe. Und ich habe nicht immer leichte Antworten darauf.
Nun habe ich mich weit aus dem Fenster gelehnt und damit auch sehr angreifbar gemacht…. Nachdenkliche Grüße, Antje
Teil 1724. Apr. 2018
Hallo Ihr Lieben,
nein, es geht leider noch nicht weiter - auch wenn die nächste Etappe in meinem word schon geschrieben ist - jetzt muß ich noch ein bisschen an den Fotos "spielen", bevor ich das ganze zusammen bastele. Hat es sich ja doch gelohnt, dass ich in einem extra thread heute mal experimentiert habe - und einige was dazu gesagt haben! Dann kommen künftig die hochkant Bilder nicht mehr "schlafend"! 😏
@Heike: danke für deine lieben "erklärenden" Worte! Dann hatte ich Dich also doch ein wenig mißverstanden, und der Austausch hat sich gelohnt! Schön, dass es uns gelungen ist, einander zu verstehen, und nicht anzuschwärzen - wie das eben hin und wieder mal dann in Foren leider endet...
@Die "nicht perfekten Bilder": danke für Euer Verständnis und die Ermutigungen! Man sieht hier im Forum halt zu viele schöne, gute Bilder - und der eigene Anspruch, den gibt es ja auch noch... Ich werde das nun etwas entspannter nehmen! 😉
@freshy und Mattias: ja, wir hatten später noch mehr Glück mit den Tiersichtungen! Zwar auch im Moremi insgesamt weniger als erhofft, und immer in diesem dichten "Gestrüpp" - es war halt Ende Regenzeit! Aber auch wenn ich jetzt die vielen Fotos durchgehe, dann muß man doch festhalten: wir haben gaaaanz viel Schönes gesehen und erlebt! Elefanten: auch von denen haben wir noch reichlich gesehen - ab kurz hinter Elephant Sands. Dann wunderschön viele am Boteti, und auch eigentlich immer wieder im Moremi. Und dann besonders viele noch auf der Strecke zwischen Mababe-Gate und Savuti! Aber noch mehr wird jetzt nicht verraten! 😕
Teil 1824. Apr. 2018
Hallo Doro, ja, dass die Elefanten in der Regenzeit auch woanders glücklich sind, hat uns ja auch eingeleuchtet... aber dass es gar keine gab - und auch am Senyati nicht (die beiden Abende bevor wir kamen, wären welche noch am Wasserloch gewesen, sagten mir unsere CampNachbarn...), das war halt schade. Aber so ist Natur: unberechenbar, und nicht von uns "zu bändigen", und das ist auch gut so!
Malaria: wir nehmen nix als Prophylaxe ein! Früher in Kenya, da haben wir in Nairobi gelebt, wo es ja keine gab - da haben wir Paludrine genommen, wenn wir mal an die Küste sind (allerdings zunehmend weniger regelmäßig über die Jahre, und irgendwann auch keine mehr, egal wo wir waren). Ich hab damals ein einziges Mal eine Malaria gehabt, als ich in Lokichoggio (an der sudanesischen Grenze) jemanden besucht habe, Als Volker und ich mit unseren 4 kleinen Kindern im Dorf in Süd-TZ gelebt haben, haben wir auch nix genommen. Dort gibt es viel Malaria, und wir waren alle mal dran... Hier in Malawi nehmen wir auch nichts. Wir haben aber immer ein paar Packungen Therapie zu Hause (Mischung von Lumefantrin und Artemeter -gängiges Mittel, das es in TZ und hier zu kaufen gibt). Das hat bei uns bisher immer gewirkt (einmal mussten wir in TZ einem unserer Kinder Chinin i.v. geben, da er die Tabletten nicht runter bekam und langsam ernsthaft delirant wurde). Hier in Malawi kamen wir bisher gut weg, obwohl es auch in Blantyre viel Malaria gibt. Aber die Mücken können ja nicht so weit fliegen, und die Theorie ist, dass wir da, wo wir wohnen, wohl wenig Austausch mit Malaria haben - ich habe mir die Mücken auch mal genauer angeschaut und noch nie eine Anopheles Mücke in unserem Haus entdeckt! Vor 2 Jahren habe ich mir eine ordentliche Malaria aus Zambia mitgebracht - vermutlich Luangwa-Tal. Bin ich aber auch mit Artemeter-Lumefantrin los geworden. Erst heute dachte ich darüber nach, dass wenn wir nun noch paar Tage gesund bleiben, wir uns von dieser Fahrt wohl nix mitgebracht haben! Da hab ich nix dagegen! 😄
Wir haben außerdem inzwischen auch immer Schnelltests zu Hause und unterwegs mit. Das sind Antigen-Tests, die eine sehr hohe Verläßlichkeit haben! Kann jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch selber machen - ist unsere Empfehlung immer dabei zu haben, und selber zu testen!
Zu Malaria und Prophylaxe usw. gäbe es noch viel zu sagen, und man kann es unterschiedlich handhaben.... Wir gehen damit eher relaxed um! Allerdings ist es schon immer blöd, wenn ein Kind hohes Fieber hat und mies dran ist (Im Dezember gab es hier mal diverse Virus Wellen, da hab ich ständig Malaria Tests gemacht...), da im Hinterkopf schon auch mitschwingt, dass man nicht zu spät handeln sollte - dann kann es schnell ganz blöd ausgehen... Von daher haben wir unseren Kindern sicher öfter mal zu viel mit AntiMalariaMitteln therapiert (auch negative Blutausstriche sind ja nicht verläßlich) - wenn es ihnen richtig dreckig geht, und der Verdacht einfach im Raume steht, dann kriegen sie Tabletten! Ist unserer Meinung nach immer noch besser, als diese viele Prophylaxe, die außerdem nur neue Resistenzen bewirkt!
Aber wenn man "nur" ein paar Wochen reist, sieht es wiederum anders aus. Wichtig ist einfach unserer Meinung nach, dass man NACH dem Urlaub daran denkt, dass es Malaria sein kann, und in Europa das auch seinem Arzt sagt!!! Man kann diese Schnelltests sich hier billig kaufen (ca. 1 Euro) und mitnehmen! Würde ich immer tun! (Mehrere! Und wenn negativ, dann ggf. am nächsten Tag wieder testen, wenn es einem nicht besser geht). Wir hatten in Stuttgart mal das Problem, dass eines unserer Kinder möglicherweise Malaria hatte - und selbst im Olgahospital (Kinder-KH) schien es ultra kompliziert und keiner konnte damit umgehen! Da sind wir wieder gegangen und haben ihm Tabletten eingeworfen... damals hatten wir die Schnelltests noch nicht. Nun sind wir beide immerhin Ärzte - ich würde Nicht-medizinern schon empfehlen, einen Arzt aufzusuchen.
Äääh, und jetzt hör ich auf..... ist eh schon zu lang geworden. Hoffe, es beantwortet Deine Frage in bisschen!? Antje
Teil 1925. Apr. 2018
Nun hatten wir genug Ausflüge in andere Themen - so will ich mal wieder nach Botswana zurück kehren!
Montag, 02.04.2018 – zweimal Chobe NP, mit Auto und zu Wasser: Da wir ja zwei Nächte im Senyati verbringen, gibt es heute kein Zelte ab- und aufbauen- wie fein! Die Frühstücksbrötchen habe ich am Vorabend schon geschmiert, so dass wir eigentlich nur aus den Zelten kriechen, die Schlafanzüge gegen mainierlichere Kleidung austauschen und uns ins Auto schmeißen müssen! Um 5:40 klingelt der Wecker, und trotzdem sitzen wir erst um 6:20 im Auto. Nanu, was ist hier schief gelaufen? Wissen wir auch nicht so recht. Jeder wollte nochmal „schnell“ ans Wasserloch laufen, mit der leisen Hoffnung, doch noch einen Elefanten oder irgendetwas Interessantes zu erspähen. Fehlanzeige….
Egal - mit recht viel Vorfreude fahren wir Richtung Kasane und direkt neben der Teerstraße steht im Morgenlicht plötzlich ein wunderschöner Kudu-Herr mit seinen Korkenzieherhörnern! Ich finde diese Tiere sooo schön! Aber leider mag er sich nicht sehr lange anschauen lassen, und bevor unsere Kameras schußbereit sind, ist er im Gebüsch verschwunden. Kurz danach fahren wir, gegen 7 Uhr, durchs Chobe gate! „Chobe Riverfront“, davon haben alle so geschwärmt! Wir träumen von Elefanten, die im Wasser plantschen, und von manchem mehr…. Es sollte beim Traum bleiben. Wir fahren durch ziemlich enges Dickicht, grünes „Gestrüpp“, das jegliche Aussicht und Weitsicht versperrt. „Gestrüpp“ – dieses Wort werdet Ihr in den nächsten Tagen noch öfter von mir hören…. Dann bietet sich bald ein fast atemberaubendes Bild auf den in der Morgensonne glitzernden Chobe River, der hier (im Moment? Nach der Regenzeit? Wie sieht er hier in der Trockenzeit aus? Auch so breit?) eher einem Stausee gleicht! Schöööön!
(klassischer Fall von: Fotos können die Wirklichkeit nicht einfangen!)
(Sedudu Island mit der botswanischen Flagge darauf)
Hier überfahren wir bereits erste Elefantenböller – sie sind sogar relativ frisch! Damit steigt die Hoffnung! Unten dann an der Riverfront unsere ersten Chobe-Tiere: zahlreiche Impalas in der Morgensonne:
Tabea beginnt nun, Buch zu führen. Allerdings: nicht alles wird gezählt – bei Impalas entscheidet sie sich gleich, dass nicht die Damen, sondern nur die Herren gezählt werden („That’s sexist!“, schreit einer der Jungs gleich! Wo bleibt hier die Gleichberechtigung?). Nach den ersten Junggesellenherden bekommt sie dann allerdings auch mit der Herren-Impala-Zählung etwas Probleme… Dennoch: sie und Joel bleiben bis zum Ende unsere Tour hartnäckig im Zählen diverser Spezies! Ich bin beeindruckt – dachte ich doch, das wäre anfangs nur so ein „Anflug“ gewesen…. Wir schlängeln uns weiter nahe am Wasser entlang – der unmittelbare Uferweg ist überschwemmt, aber der zweite, nahe parallel verlaufende, ist gut befahrbar. Hier wimmelt es von Impalas – und von Frankolins und Hornbills! Da sehen wir auch imitten einer Impalaherde andere Gazellen, die wir noch nicht kennen – ich vermute, dass es Lechwe sind (Uuups – oder zählen die zu den Antilopen?), was mir von meinen „Biologen“ bestätigt wird. V.a. Hannes und Benni zücken jetzt doch das „Mammals“-Bestimmungsbuch (dann haben wir noch den „field guide“ zu „Southern Africa“, in dem auch Pflanzen und Nicht-Säugetiere enthalten sind) und vertreiben sich die etwas langweiligeren Zeiten damit, sich hier mehr Wissen anzueignen. In den nächsten Tagen bekommen wir des öfteren kleine Vorlesungen über neue Erkenntnisse gehalten!
Frankolins hier, Hornbills da, ab und an ein paar Perlhühner, und auch die Roller lassen sich häufig blicken. Als für mich neue Vogelart identifiziere ich die „Carmine Bee Eater“, denn diese rötliche Sorte gibt es in Ost-Afrika nicht.
Dann wieder Impalas. BG; unser guide auf dem Boot am Nachmittag, meint: „They are like Cockroaches!“, was wir nun doch einen etwas unwürdigen Vergleich finden! Auch wenn wir schon sooo viele dieser braunen Gazellen in unserem Leben gesehen haben: immer wieder neu freuen wir uns an ihren grazilen Körpern, dem warmen glänzenden Braun in der Sonne und an ihren fantastischen Sprüngen!
Hin und wieder mengen sich zur Abwechslung ein paar Zebras darunter, und ab und zu auch einige Lechwe. Ein einsamer Wasserbock weckt unsere etwas zum Einschlafen neigenden Gemüter, während wir sehnsüchtig auf die fortwährend über die Straßen verteilten Elefantenhinterlassenschaften starren….
Es ist zwar landschaftlich schön, in Flußnähe zu fahren, aber da sich da nun schon seit ca. 2 Stunden immer wieder die gleichen Tiere bieten, machen wir zur Abwechslung mal einen Schlenker in die andere Richtung. Ich sag nur: Gestrüpp! Das mag ich einfach nicht! Dann aber erfreut uns hier unter den Bäumen (und ja, im Gestrüpp!) ein sehr großer Pavian-Clan – und die sind so witzig, wie ich selten Paviane erlebt habe!
Zu beiden Seiten unseres Autos und über uns turnen uns streiten sie in den Bäumen! Dann gucken einige uns immer wieder an, schubsen oder schütteln sich gegenseitig von Ästen, als wäre ihnen bewußt, dass sie Zuschauer haben!
Das ist besser als die Schimpansen in der Wilhelma in Stuttgart! Und die sind schon manchmal außergewöhnlich lustig! (wobei es sehr laaaange her ist, dass ich das letzte Mal in der Wilhelma war…). Da bleiben wir wirklich lange stehen, und immer, wenn wir uns losreißen wollen, gibt irgendeiner wieder eine besonders lustige Vorstellung!
Wir fahren und fahren und fahren (wollten wir nicht endlich mal was anders machen? Da war wohl doch ein Fehler in der Planung….), und erst kurz vor Ihaha Camp lassen sich zur Abwechslung auch mal Giraffen blicken. Immerhin ganz nah an der Straße – und das dann in der nächsten halben Stunde zum wiederholten Male! Das ist schön, denn Giraffen lieben Tabea und ich besonders!
Und dann - zur Abwechslung - mal wieder Impalas! 😐 🤨
Was es übrigens reichlich gibt, sind Touristen!
Eigentlich bin ich diese AutoDichte sonst nur von Löwenbetrachtungen in der Maasai Mara gewöhnt…. Dass man sich auch um Impalas so scharen kann, ist mir neu. Aber bitte – die anderen sind ja genauso enttäuscht wie wir (stellen wir bei einem kurzen Austausch mit einigen auf einem Picknickplatz fest).
Fortsetzung im nächsten Beitrag - es waren jetzt einfach zu viele Bilder auf einmal.
Teil 2025. Apr. 2018
Fortsetzung - Chobe mit dem Auto: Die Stimmung in unserem Wagen ist jetzt nicht sonderlich schlecht, aber eben auch nicht mehr euphorisch. Jeder versucht, damit auf seine Weise umzugehen. Ich gehöre ohnehin zu den Menschen, die immer versuchen, sich an dem Guten zu freuen (damit lebt man übrigens glücklicher!), muß aber ehrlich zugeben, dass ich heute auch ziemlich traurig bin, dass die Elefantis sich so gar nicht blicken lassen. Tabea ist mit Hornbills und Impalas zählen beschäftigt (und erstaunlich zufrieden damit!), Volker ist innerlich ohnehin eigentlich in Tanzania und würde viel lieber den Stiftungsantrag fertig schreiben, statt Elefantenböller zu zählen. 😠 Benni ist für seine sonst sehr resiliente Natur extrem schlecht drauf (er hatte sich so sehr auf Elefanten gefreut!!! Endlich mit seiner eigenen Canon!), und Joel ist auf dieser Fahrt weiterhin auf der „Dankbarkeits-Tour“ (was ich wunderbar finde) und freut sich an jedem Ding, das kreucht und fleucht - oder eben auch nicht mehr kreucht, wie z.B. ebenso an einer in den letzten Zuckungen liegenden Fledermaus vor der Picknicktoilette: 🤩
Jetzt sagt bloß nicht, das Bild sei ekelig!? Ich fand das Viech schon in Natura ekelig! Aber als ich zu Hause dieser Tage mal wieder auf meinem SmartPhone einige Bilder suchte, mußte ich erschreckt feststellen, dass „jemand“ (ich habe da auch gar niemanden im Verdacht…) offenbar Gefallen an dieser Leiche gefunden hatte, und mein SmartPhone mit unzähligen Bildern davon zugemüllt hatte…. Da kann ich Euch doch wenigstens EINES zumuten, oder?
Und Hannes, nun ja, der schmökert immer noch in „Mammals of Africa“ und eignet sich derweil eine weitere Sprache an: er lernt fleißig die lateinischen Namen diverser Säugetiere. Das wird übrigens in den folgenden Tagen eine beliebte Beschäftigung zwischen Hannes und Benni: „Was ist Loxodonta Africana?“ und „Wer verbirgt sich hinter Connochaetes taurinus?“ (Glaubt bloß nicht, dass ich Euch das verrate! Da müsst ihr schon selber nachschauen, wenn ihr wie ich nicht so tapfer gelernt habt wie Hannes!) Es ist unglaublich, was der Kerl sich merkt! Noch heute kann man ihn abfragen, und das meiste weiß er noch!!!! Kennt Ihr z.B. „Mellivora capensis“? Na, jedenfalls haben wir zweie davon später im Moremi gesehen! 😉
Er könnte eigentlich einen neuen Rätsel-thread aufmachen, und da raten wir dann nicht Orte oder Tiere auf Bildausschnitten o.ä., sondern Tiere, die hinter lateinischen Namen stecken! 🤪
Bei der nächsten Giraffengruppe fällt uns allerdings etwas auf: eine hat irgendwie ein seltsames Gesicht. Und als wir näher hinschauen, sehen wir, dass Ihr Kiefer völlig entstellt ist!
Kein schöner Anblick, aber sie scheint beim Fressen davon nicht beeinträchtigt zu sein, denn sie sieht völlig normal ernährt aus und ist groß gewachsen. Ob das eine angeborene Fehlbildung ist, oder ob sie mal einen Hufschlag ins Gesicht abbekommen hat???
Auch Vögel gibt es reichlich – aber die waren den Fotografen heute irgendwie nicht so im Visier.
Ein Greifvogel fliegt in der Luft, und Volker versemmelt sein Foto. Enttäuscht sagte er: „Na, nicht gerade ein Star-Foto…“. Daraufhin Hannes: “Ist doch klar, Papa! War ja auch ein Bussard, und kein Star!!!“ 😄
Nach diesen zwei weniger hübschen Bildern brauche ich noch einen schönen Abschluß. Ihr sicher auch?
(Wie Ihr seht, hatte Joel mit seinem Blick für auch kleine DInge neben der toten Fledermaus aber noch was anderes Hübsches entdeckt!)
Nach ca. 4h sind wir alle doch ziemlich ermüdet, und unsere Hoffnung, dass wir noch etwas anderes sehen, ist größtenteils dahin. So beschließen wir, die Teerstraße aufzusuchen und zügig zum Gate zurück zu fahren. Auf der Teerstraße – wie könnte es anders sein – taufrische Elefantenböller en masse! Hier stelle ich endgültig meine Theorie auf, dass in Botswana Ranger angestellt sind, deren Aufgabe es ist, regelmäßig aus Lastwagen oder Pick-Up Elefantenböller zu verteilen, um die Touristen glauben zu machen, in Botswana gäbe es viele Elefanten!!! (Meine schlauen Kinder bemängeln an dieser Theorie, dass die Ranger dann die Elefantenböller auch irgendwoher haben müßten – ob es dafür vielleicht eine Fabrik gäbe?) Naja, diese Theorie hält sich immerhin noch bis weit in den nächsten Tag hinein….. Bis – ja, bis? Das dauert noch ein Weilchen….
Wir sind gegen 12 Uhr aus dem Sedudu-Gate raus, und wollen eigentlich keine 2 ½ h in Kasane rumhängen. Dank Mamas guter Versorgung von Brötchen, Schokokuchen und anderer Leckereien hat auch noch keiner Hunger. So entscheiden wir einstimmig, nun doch nochmal ins Senyati zurück zu fahren, dort eine Stunde Pause einzulegen, und dann so wieder nach Kasane rein zu fahren, dass wir vor der Bootstour noch im KFC etwas essen können.
Es sind zwar auch jedes Mal ca 20 min. ins Senyati, und ebenso wieder zurück, aber es tut uns allen gut, dort etwas abzuhängen. Sich im Pool zu erfrischen, vom Restaurant aus auf das unverändert unbelebte Wasserloch zu blicken oder einfach die Augen zu schließen und den einen oder anderen schönen Augenblick noch etwas tiefer ins Gedächtnis einzugraben. Denn: Es war es ja trotz Elefanten– und Raubkatzenlosigkeit schön gewesen!!!