Pascalinah2'772 Beiträge · seit 200620. Nov. 2017 · #61
tiggi schrieb:...so ein Mist, ich war zu schnell mit den "Danke" drücken, bei Zapea (2. Kom.) wollte ich mich nicht bedanken, kann es aber nicht rückgängig machen!
Dann füge in Gedanken ein Augenzwinkern hinzu und lass dich nicht vom Schreiben abhalten.
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201120. Nov. 2017 · #62
Nachdem sich die Aufregung ein wenig gelegt hat, beginne ich den nächsten Teil unserer Safari. Leider verlassen wir den Tarangire Park.
Unser Fazit: Absolut fantastisch, wenig Touristen, viele, viele Tiere und eine unglaublich, abwechslungsreiche Landschaft 😘 😘 😘 In nur zwei Tagen haben wir immer wieder Löwen, Geparden und Leoparden mit vielen Elefanten gesehen! Natürlich sahen wir immer wieder andere Safarifahrzeuge, aber in dem Park verteilen sich die Touristen mehr als in der Seronera Area der Serengeti. Wir kommen bestimmt irgendwann wieder ... Dieser Park hat uns super gut gefallen!
Auf dem Weg in die Serengeti Mittwoch, 4.10.17 Heute morgen erwartet uns Prosper wieder mit seinen vielfältigen Köstlichkeiten zum Frühstück um 7.00 Uhr. Unser Zelt haben wir schon abgebaut und unser Gepäck sammelt sich vor der Küche. Das sieht dann ungefähr so aus....
Samwel klärt mit Prosper, wie lange es noch dauert.
Wir helfen beim Abräumen und spazieren dann noch ein wenig über die Campsite. Ein paar Vögel erregen meine Aufmerksamkeit, aber meistens sind sie schneller weg, als ich mit dem Fotoapparat dabei oder sie sitzen zwischen den Zweigen
Plötzlich taucht eine Gnuherde auf und trabt über die Campsite. Wir stehen mitten drin, allerdings mit einem Baum im Rücken (!), die Tiere schauen einmal kurz auf, bleiben stehen und laufen weiter. So entspannte Tiere kennen wir aus dem südlichen Afrika nicht.
Irgendwann ist alles verpackt, wir starten. Kurz hinter der Campsite warten Giraffen, Zebras, Warzenschweine und Antilopen, nur wenig weiter befindet sich das Wasserloch, auch hier stehen Giraffen. Gnus und Zebras sind erstaunlich ruhig. Das muss einen Grund haben und dann sehen wir den Grund. Ums Wasserloch verteilt liegen 6 Löwinnen. Leider kommt man nicht ganz dicht heran, wir beobachten das Verhalten der Tiere so dicht wie möglich. Samwel fährt auf meinen Wunsch noch einmal hinter den Hügel. Dort liegen zwei weitere Löwinnen. Eine Löwin erhebt sich und zieht vom Loch weg. Es ist nicht zu erkennen, ob sie etwas jagen will, denn Gnus und Zebras sind hier überall und sie geht nicht zielgerichtet auf eine Tiergruppe zu. Die Zebras werden etwas unruhig und haben die Löwin aber im Blick, als sie näherkommt, stürmen sie ein bisschen weiter, bleiben aber wieder stehen. Die Löwin legt sich dann wieder nieder, die anderen Tiere dösen so vor sich hin. Es passiert nichts Spannendes an diesem Morgen an diesem Wasserloch.
Wir verlassen irgendwann den Park, um heute in die Serengeti zu fahren. Außerhalb des Parks...
Der Blick aus dem Auto..
Wieder ziehen die Massai mit ihren Rinderherden umher, kurz vor dem Abzweiger in Makuyuni, befindet sich eine Müllhalde, in die Prosper unseren Müll entsorgt. Das ist zwar einerseits gut, aber dennoch bin ich über dieses Loch entsetzt.
Bald erreichen wir auf sehr guter Straße Lake Manyara- Ort.
Begegnungen unterwegs! Diese Bilder sind alle aus dem fahrenden Auto entstanden.
Hier ist deutlich die Abbruchkante des Rifft Valley zu erkennen. Leider hat Samwel hier nicht gehalten, deshalb ist auch diese Aufnahme aus dem fahrenden Auto entstanden.
Lake Manyara (Mto wa Mbu) ist ein wunderschöner Ort mit viel Grün, vielen Obstplantagen und Händlern am Straßenrand. Wir halten hier kurz, um ein paar Kartoffeln einzukaufen, dann geht es schnell weiter. Unser Weg ist noch lang.
Grüne Kochbananen und gelbe Obstbananen
Der Ort hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es ist sicherlich eine Option, bei einem weiteren Besuch hier eine Nacht zu planen. Noch wissen wir nicht, warum Samwel es so eilig hat. Der Tag verspricht noch ein paar Überraschungen. Am Eingang zum NP machen wir ein Foto, fahren aber nicht hinein. Wir folgen der Escarpmentroad über das Rifft Valley hoch. An einem Aussichtspunkt halten wir und genießen den Blick auf den See, der schon fast ausgetrocknet ist. Gerne wäre ich durch den Park gefahren, aber dazu schreibe ich am Ende noch etwas.
Lake Manyara in weiter Ferne
Wir fahren bald weiter, hinauf aufs Plateau. Später stoppt Samwel an einem typischen Touristen-Abzocke-Handcraft-Shop. Ein sehr modernes Gebäude, mit sehr modernen und sauberen Toiletten und teilweise museumsähnlichen Exponaten. Drinnen herrscht strenges Fotografierverbot. Viele der edlen Schnitzereien sind kaum zu bezahlen. Wir würden nichts kaufen, aber alle Touroperator halten hier. Das hätten wir uns schenken können, denn außer dem Toilettenbesuch lohnt sich das nicht, weil selbst eine Postkarte viel teurer ist, als im übrigen Land. Ein paar Bilder habe ich außerhalb aufgenommen....
Parkplatz vor dem Gebäude
vor dem Eingang - "Türöffner" mit modernen Schuhe!
Wer Interesse an schönen Schnitzereien und tollen Souveniren hat, sollte unbedingt hier halten. Für uns war die Toilette nett, aber dann hätten wir auch wieder fahren können. Leider war dieser Halt nicht abgesprochen und somit hätte ich die Zeit gerne woanders verbracht. Auch das ist ein Punkt, den wir beim nächsten Mal besser absprechen werden.
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201120. Nov. 2017 · #63
Liebe Biggi, "Leider verlassen wir den Tarangire Park. " Ja, ich bin auch immer traurig, wenn ich diesen Park verlassen muss. Dabei waren wir letztes Mal schon 6 Nächte im Park, 3x SCS, 3x Tarangire Safari Lodge. Aber es ist nie genug. LG aus Puerto, Karsten
Guggu2'261 Beiträge · seit 201121. Nov. 2017 · #64
Liebe Biggi,
ich war ein paar Tage hier bei dir nicht dabei und ich bin völlig überrascht von diesem Bashing auf deinen Bericht. Bettina hat es auf den Punkt gebracht, sie kann mit Wörter besser umgehen als ich. Es ist schön, dass hier wieder Normalität eingekehrt ist und ich freue mich auf eure weiteren Erlebnisse in Tansania.
Boompjes43 Beiträge · seit 201421. Nov. 2017 · #65
Biggi, bedankt voor al je mooie foto's en al de tijd en moeite die je neemt om een reisverslag te schijven op het forum. Het zijn er nooit teveel. We leren zo toch een prachtig land kennen. Wij genieten ervan, alweer veel meer foto's gezien dan bij ons thuis. groetjes uit Nederland, Danke aus die Niederlande, wir lessen dein Bericht gerne und schauen alle Bilder sehr gerne an.
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201122. Nov. 2017 · #66
Liebe Biggi, kurze Nachfrage: meinst Du mit "Lake Manyara-Ort", der Dir so gut gefallen hat, Mto Wa Mbu? LG, Karsten
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201123. Nov. 2017 · #67
@ Karsten, danke für die Benennung des Ortes! 🙂 Ich könnte natürlich auf der Tracks 4 Africa Karte nachschauen, aber so weiß wohl jeder, welchen Ort ich meine. Wenn man gefahren wird, achtet man auch nicht auf die Namen der Orte, sind wir alleine unterwegs, folgen wir dem Navi. Als Tanzaniakenner kennst du die Namen natürlich. Ich hoffe, es geht euch auf Teneriffa gut? Meine Eltern sind gerade zurück und fliegen erst wieder im Februar hinunter. Schöne Zeit auf der Insel, Biggi
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201123. Nov. 2017 · #68
Auf in die Serengeti! Über ein Hochplateau und auf wirklich sehr guter Straße erreichen wir alsbald Karatu.
Karatu befindet sich am Kraterrand des Ngorongoro. Der Ort ist geprägt durch viele kleine und große Hotels, in denen einige Gruppen übernachten. Ein sehr geschäftiger Ort!
Straßenszene; auch die Handys haben hier Einzug gehalten!
Smalltalk auf der Straße.
Trotz des braunen Staubes, leuchtet das Leben bunt! 😄
Öffentliche Verkehrsmittel: Das Tuk-Tuk! Interessant ist der Platz des Reservereifens 🤩
Hier gibt es noch echte Handarbeit!
Wir lassen den Reifendruck herab, tanken und verlassen bald den Ort. Nun wird es spannend. Wir fahren auf den Kraterrand des Ngorongoro, durchqueren die Ngorongoro Conservation Area mit äußerst abwechslungsreicher Vegetation. In Serpentinen und auf enger schlechter Piste geht es zum Gate. Die Landschaft ist hier so ganz anders. Regenwald, mit viel Feuchtigkeit haben unterschiedliche Pflanzen wild wachsen lassen.
Am Gate erledigt Samwel die Formalitäten, ein kleines Museum und ein Coffeeshop warten auf Gäste.
Schautafel im Museum. Wir schauen uns kurz um, aber Samwel drängt schnell zur Weiterfahrt. Bald erreichen wir das Grab von Michael und Bernhard Grzimek, verweilen hier einen Moment ...
...und stoppen dann am Kraterrand, an einem Aussichtspunkt. Inzwischen hat sich der Nebel und die Feuchtigkeit verzogen, so dass wir einen fabelhaften Blick in den Krater haben. Fotos werden gemacht und dann fahren wir wieder am Rand des Kraters entlang.
Die drei Bilder habe ich zu einer Panoramaaufnahme zusammengesetzt, aber leider ist die so umfangreich, dass ich sie nicht hochladen kann. Der Blick war schon wirklich beeindruckend, zumal ich bisher keine solche Vorstellung vom Krater hatte. Die Ränder des Kraterrandes sind mit immergrünen Resten der Bergwälder, Akazien oder Busch- und Heideland bewachsen. Nun folgen wir den Massai in die Serengeti und besuchen den Krater erst auf dem Rückweg. Demnächst geht es tierisch weiter... Biggi
sphinx1'624 Beiträge · seit 201523. Nov. 2017 · #69
Liebe Biggi wenn ich Deine schönen Fotos in diesem herrlichen Licht sehe, dass schmerzt fast, am liebsten würde ich sofort losfliegen. Danke fürs Teilen! Liebe Grüße aus Wien Elisabeth
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201123. Nov. 2017 · #70
Liebe Biggi, ja, es geht uns gut. Ich erhole mich hier von den Folgen eines Unfalls. Ein Autofahrer hat mich auf dem Umweg über seine Windschutzscheibe vom Fahrrad geholt und auf die Straße befördert. Das war vor 6 Wochen, eine Woche, bevor wir hergeflogen sind. Und bevor Du fragst - nein, ich hatte keinen Helm auf. Aber wozu braucht man einen Helm, wenn man einen Schutzengel hat. 🤩 Ich hatte außer Prellungen und Abschürfungen keine ernsthaften Verletzungen, nur meine rechte Schulter braucht noch Physiotherapie. Wir bleiben noch bis Mitte Januar hier, bevor wir dann für einen Monat nach HH zurückkommen. 😗 LG, Karsten
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201123. Nov. 2017 · #71
Hallo Karsten und Vero, dein Schutzengel hat wirklich gute Arbeit geleistet. Der Unfall hätte ganz anders ausgehen können! Nun erhole dich gut und genießt das herrliche Wetter auf Teneriffa, liebe Grüße Biggi
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201124. Nov. 2017 · #72
Besuch bei den Massai Samwel folgt der einzigen Ringroad am Kraterrand entlang. Bald geht es bergab, hinein in ein Tal, das ausschaut, wie die mongolische Steppe. Irgendwie wirkt alles sehr unwirklich. Die Farben beschränken sich auf die Palette der Brauntöne. Gerade eben waren wir noch von viel Grün umgeben. Jetzt fühlen wir uns, wie auf dem Mond!
Trostlosigkeit macht sich breit, nur die Kleider der Masaai leuchten etwas.
Massai Dörfer, sogenannte Krale, liegen verteilt in der Landschaft. Das Gegenlicht erlaubt kaum Fotos, die Luft flimmert und trotzdem hat dieses Fremde etwas Anziehendes, fast Surreales an sich. Die Massai ziehen mit ihren Herden umher, wieder sind eigenartige Pflanzen an den trockenen Bäumen erkennbar. Die tägliche Feuchtigkeit dieses besonderen Klimas lässt sie wachsen. Ich bitte, kurz zu halten, weil ich das Panorama im Bild festhalten möchte. Plötzlich tauchen aus dem Nichts zwei Jungen mit Bemalung im Gesicht am Auto auf. Sie tragen die dunklen Umhänge der Maasai und bitten um Geld, doch Samwel teilt auf Swahili mit, dass sie nichts bekommen.
Es sind Maasai-Jugendliche, die drei Monate außerhalb der Familie überleben müssen, um den Übergang vom Jungen zum Mann zu erleben. Dabei müssen sie in der Wildnis alleine zurechtkommen.
Der Ngorongoro Krater ist ein Bestandteil des Nationalparks Serengeti. Als Ngorongoro Conservation Area wird er durch die Massai verwaltet, gehört aber zum Nationalpark der Serengeti. Er liegt an der Peripherie dieses gewaltigen Naturreservates und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Er liegt auf einer Höhe von rund 1.700 -2200 Metern über dem Meeresspiegel. Noch heute sind die Kraterwände deutlich sichtbar. Sie sind zwischen 400 und 600 Meter hoch. Der Krater besitzt einen Durchmesser von mehr als 20 Kilometern und umfasst verschiedene Lebensräume mit unterschiedlicher Vegetation, die hier an den Außenwänden gerade etwas trocken ausschauen (Bilder oben, trockene Dörfer). Ein Stückchen weiter zurück, in anderen Höhenlagen sah es noch so aus:
Bäume, wie aus einem Märchenwald Das Klima weist, bedingt durch die unterschiedlichen Höhenlagen, zum Teil erhebliche Schwankungen auf. Während in großer Höhe die Luft meist feucht und neblig ist, dominieren am Grund des Kraters trockene Savannenlandschaften (Bilder folgen später, wenn wir im Krater unterwegs sind!) mit deutlichen Temperaturschwankungen. Vereinzelt wachsen kleine Akazienwälder am Boden des Kraters. Die Hänge sind mit flachem Buschwerk bewachsen und teilweise existieren noch Reste von immergrünen Bergwäldern (siehe oben). Dennoch weiden in der Höhe Zebras und Giraffen neben Nutztieren, ein ungewohnter Anblick! Wir fahren immer weiter in die trockene und staubige Ebene der Serengeti hinab, viel weißer feiner Staub umhüllt unser Auto. Ich bange um meine Kameras, da der Staub durch alle Ritzen zieht. Samwel hat einen sehr scharfen Fahrstil und fliegt förmlich über alle Wellblechunebenheiten, vor einigen Tiefsandpotholes bremst er scharf ab und durchfährt diese zum Glück sehr rücksichtsvoll. Wer im Gebiet um den Ngorongoro-Krater und den Serengeti-Nationalpark unterwegs ist, dem fallen an der Straße Maasai sitzend und auf Touristen wartend, auf. Sie winken, geben Zeichen, dass sie Wasser haben möchte und machen das internationale Zeichen für Geld mit ihren Händen. Viele Touristen machen Fotos von ihnen, irgendwie ist dieses Nomadenvolk in unseren Augen immer noch sehr exotisch. Die vielen bunten Farben in dieser tristen, weißen Landschaft sehen fremdartig und schön zu gleich aus. Ihre Lebensweise ist fern der unseren, sie werden als eindeutig andere Kultur gesehen. Es gibt viele Maasai, die zu einem Foto bereit sind, aber sie sagen: „In Ordnung, aber erst bezahlen.“ Ich finde, sie akzeptieren damit, dass sie zur Ware werden. Bald hält Samwel an einem Maasai Kral, auch hier gilt: Erst zahlen! Ein Auto, dabei spielt es keine Rolle wie viele Personen darin sitzen, kostet immer 50 $. Das ist nicht wenig Geld. Wir geben uns dem Touristenspektakel hin. Einmal sollte man es gesehen haben. Inzwischen zieht ein unangenehmer Sandsturm über die Ebene unterhalb der Kraterwände und hüllt die Landschaft in weißen Puderstaub. Meine Kameras lasse ich erst im Auto, entscheide dann aber doch ein paar Fotos zu machen. Schließlich wurden wir dazu aufgefordert. Es ist befremdlich, die Menschen so nah zu fotografieren. Vor dem Kral erwarten uns eine Gruppe Männer und etwas entfernt eine Gruppe Frauen, die uns mit Tänzen begrüßen.
Bevor ich denken kann, wird mir ein Halsreif umgelegt und ich muss mit den Maasai tanzen. Typische Touri-Special-Einlage! 🤪 😊 🤩
Nach den Tänzen folgen wir den Massai in ihre Behausungen
Maasai gelten Vielerorts in Deutschland und Europa als Verkörperung des ganzen Kontinents Afrika, aber in Tansania und anderen afrikanischen Ländern, so auch in Kenia, sind sie eher Außenseiter. Wir haben auch in Arusha Maasai getroffen, sie tragen nicht mehr das traditionelle Tuch, sie leben wie wir, betreiben Mainstream-Lebensstile und führen Kleinunternehmen, häufig auch in der Tourismusbranche. Auf dem Markt in Nanja konnten wir feststellen, dass das Leben, welches wir im Kral gezeigt bekommen, längst nicht mehr für alle Maasai gilt. Auch hier ist ein großer gesellschaftlicher Wandel im Gange. Man führt uns im Kral in die "Dorfmitte" , weitere Tänze folgen. Zu unseren Füßen liegt ein abgedeckter Maasai. Ich denke erst, der ist frisch verstorben, aber nein, er lebt noch, ist aber krank. Kranke Maasai legt man einfach in den Schatten unter einen Baum und versorgt sie mit Heilmitteln der Natur. Verändert sich der Gesundheitszustand nicht zum Besseren, transportiert man die Person auf zwei Eseln zum Ngorongoro Center. Dort befindet sich eine Krankenstation.
Ein englischsprechender Massai spricht über die Lebensweise im Dorf, gibt Erklärungen zu den traditionellen Heilmitteln, der Ernährung (Blut von den Rindern trinken usw.), er stellt Alltagsaufgaben vor, die je nach Alter und Geschlecht der Personen gut verteilt sind. Dann betreten wir zum ersten Mal eine Maasaihütte.
In der Dunkelheit erkennen wir nur ein Holzgestell für ein „Elternbett“, hinter einem Vorhang verbirgt sich ein Kinderbett, die Mitte des Raumes wird durch ein Feuer, einen Topf und Eimer bestückt.
Der Guide steht vor dem Kinderzimmer
Manfred sitzt auf dem Ehebett
Alle Hütten sind bewohnt
Ich stelle viele Fragen, die alle beantwortet werden, jedoch nicht immer zu meiner Zufriedenheit. So wird uns erklärt, dass die Frauen 3 Stunden zur nächsten Wasserstelle laufen müssen und drei Stunden zurück. Im Dorf befindet sich einer der bekannten schwarzen 1000 l und mehr Fassungsvermögen, Wasserbehälter. Ich bin mir sicher, dass ein Tankwagen diesen regelmäßig auffüllt. Solche Tankwagen sind uns am Kraterrand begegnet, warum sollen sie nicht auch hierher fahren?
Frauen, die ein wenig beschäftigt sind
Ein bisschen verzweifelt wartet diese Frau auf Hilfe für den Hausbau oder sie wohnt schon zur Probe! 🤩
selbstbewusster Junge 😉
Zahnärzte und Kieferorthopäden kommen nur selten vorbei 😏 🤪
Auf dem Weg zur "Schule" Das Dorf hat 160 Einwohner und besitzt 70 Rinder sowie eine Schule für 3-6 Jährige. Diese Schule besuchen wir später und erfahren, dass die Kinder täglich am Nachmittag 3 Stunden Unterricht erhalten: Eine Stunde Mathematik, eine Stunde Swahili und eine Stunde Englisch. Ältere Kinder besuchen das Internat im Ngorongoro Center auf dem Krater oder in Karatu. Hierfür wird viel Geld benötigt. Eine Spendenbox befindet sich passend dazu an dieser Stelle. Die Kinder singen Lieder für uns und stellen schüchtern ein paar Fragen.
Die Tafel wurde schon vorbereitet
Nach diesem Besuch wird uns die tolle Auswahl an „selbsthergestelltem“ Schmuck gezeigt. Wir sollen herumgehen und uns was aussuchen, den Preis sagt man uns später. Ich entscheide mich für eine Dose, die weitere drei kleine Dosen beinhaltet und einen Massai-Halsring. Unser Begleiter rückt allerdings nicht mit dem Preis heraus, er ermuntert uns weiter zu schauen. Ich mache ihm klar, dass ich nichts weiter haben möchte und würde jetzt gerne den Preis erfahren. Dann ist es soweit, er dreht den Reifen und schaut noch einmal in die Dosen, eine ältere Frau wird befragt und dann sagt er, dass der Halsreifen 45 $ kostet und die Dosen 40 $. Ich verfalle in eine Art Schnappatmung und mache ihm klar, dass das viel zu viel ist. Nun erzählt er, dass die Perlen aus dem Fluss stammen und beschreibt mir den Produktionsprozess. Wüsste ich nicht, dass die sogenannten „Indianerperlen“ alle aus China stammen, hätte ich das vielleicht noch geglaubt, außerdem sieht keine der Frauen aus, als würden sie tagelang daran arbeiten. Eine Frau im Dorf hatte eine Kette zum Aufziehen von Perlen in der Hand, alle anderen wirken träge und faul. Diesem Tourinepp wollten wir uns nicht unterwerfen und so verlassen wir das Dorf, mit vielen bunten Fotos, aber ohne materielle Erinnerung. Auf den Märkten oder in den Handcraft-Centern kann man diese Dinge deutlich günstiger erwerben.
Unser Fazit zu dem Besuch: Um schöne farbenfrohe Fotos zu erstellen ja, sonst eher nein!
picco6'369 Beiträge · seit 201124. Nov. 2017 · #73
Hoi Biggi
tiggi schrieb:NOCH IN ARBEIT
Logisch, wenn ich reinschaue muss das wohl so sein... 🤪 😄 🤩
tiggi schrieb:Der Ngorongoro Krater ist ein Bestandteil des Nationalparks Serengeti.
Das stimmt so nicht! Der Ngorongoro ist zwar Teil des Mara-Serengeti-Ökosystems, aber nicht des Serengeti Nationalparks. Die Region um den Ngorongoro nennt sich 'Ngorongoro Conservation Area' und wird soweit ich weiss von den Massai verwaltet.
Und zwischendurch mal wieder ein DANKE für den schönen Bericht! 🙂
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201124. Nov. 2017 · #74
Hey Picco, danke für den Hinweis zum Nationalpark. Ich habe noch einmal nachgelesen, es heißt wörtlich: Die Ngorongoro Conservation Area ist Bestandteil des Nationalparks Serengeti. Verwaltet wird das Gebiet durch die Massai. Damit hast du recht, aber der NK ist auch Teil des Serengeti NP. Ich habe meinen Text noch ergänzt.
Hallo Biggi, vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Bilder. Ich les noch immer aufgeregt mit und bin gespannt was ihr noch alles erlebt. Ihr hattet ja im Tarangire schon grandiose Sichtungen. Der Tarangire ist einfach toll. Als ich das erste Mal am Kraterrand stand wa da noch ein provisorisches Holzgerüst... sehr abenteuerlich 🙂
picco6'369 Beiträge · seit 201125. Nov. 2017 · #76
Hoi Biggi
tiggi schrieb:Ich habe noch einmal nachgelesen, es heißt wörtlich: Die Ngorongoro Conservation Area ist Bestandteil des Nationalparks Serengeti.
Das ist ja speziell...das hab ich so noch nie gelesen, woher hast Du das denn? Ich weiss dass die Serengeti wegen der Untersuchungen von Bernhard Grzimek vergrössert wurde, vor allem zur Mara hin, und dass die Ngorongoro Conservation Area auch aufgrund seiner Studien entstand. Aber in meinen Unterlagen wird die NCA nie als Teil des Serengeti NP's sondern immer eigenständig beschrieben. Würd mich echt interessieren!
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201126. Nov. 2017 · #77
Moin Picco, das Folgende habe ich für dich von Wikipedia kopiert "Seit 1951 ist der Krater Teil des Nationalpark Serengeti. 1959 wurde außerhalb des Kraters ein besonderes Schutzgebiet (Ngorongoro Conservation Area) eingerichtet, in dem den Massai Ansiedlung und Weidewirtschaft erlaubt ist. 1975 wurde Landwirtschaft im Krater endgültig verboten. 1979 wurde er auf die UNESCO-Liste des Weltnaturerbe aufgenommen und 1981 als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Zusätzlich wurde der Krater 2010 zum Weltkulturerbe erhoben." Liebe Grüße Biggi
tiggiThemenstarter1'558 Beiträge · seit 201126. Nov. 2017 · #78
Endlich geht es in die Serengeti Wir erreichen das Nabi Eingangstor zur Serengeti und bleiben für ein Foto stehen. Auch hier sehen wir Jungen, die alleine ihren Weg zum Mann gehen müssen. Sie betteln aber nicht.
Kurz hinter dem Gate befindet sich ein Picknickplatz mit einem Office, an dem man seine Permits überprüfen lässt, ein Aussichtspunkt, ein Shop und Toiletten. Samwel möchte hier eine Lunchpause machen: Wir bekommen große Lunchboxen von Prosper, gut gefüllt mit Hähnchenfleisch, Sandwich, Kuchen, Apfel und Apfelsine, einer Tüte Chips und Schokolade und einem Saft. Besonders nett hat er eine Serviette gefaltet, in der ein Zahnstocher steckt. Er denkt aber auch an alles!
(Nur interessant für all diejenigen, die auch einmal mit Prosper unterwegs sind. 😘 ) Wir sitzen auf einer Mauer, umgeben von vielen Vögeln und Mäusen. Ein Marabu nähert sich ganz frech und entspannt. Die Tiere sind hier so zahm.
Später erklimmen wir den Aussichtspunkt. Auf den Granitfelsen thronen rotblaue Agamen in der Sonne.
Red-Headed Agame
Ein paar aloe-ähnliche Pflanzen und Sträucher umgeben den Felsen und nur wenige Meter entfernt, wandert der Blick in die endlose Ebene der Serengeti. Der Blick verliert sich in der Hitze.
Die Serengeti ist eine flache Grassavanne, vereinzelnd stehen riesige Schirmakazien oder mächtige (Würge)-Feigen in der Landschaft, die Kopjes, eine kleine Felsengruppe oder grüne Palmen an Flussläufen lockern die Landschaft auf. Unser heutiges Camp befindet sich in der touristisch sehr attraktiven Seronera-Area. Bevor wir unser Zelt aufstellen, folgt aber noch ein sehr erfolgreicher Gamedrive. Schon auf dem Weg ins Zentrum der Seronera Area entdecken wir einen Serval, der hungrig durchs Gras läuft. Leider gelingt es ihm nicht einmal, eine Maus zu fangen. Aus weiter Ferne nähert er sich unserem Fahrzeug.
Wir erblicken viele Gazellen. Am häufigsten kommt hier die kleine Thomson`s Gazelle vor. In ihrer Nähe befinden sich einzelne Grant`s Gazellen. Die Thomson`s Gazelle hat viel Ähnlichkeit mit den Springböcken, so dass wir die Unterschiede erst beim genauen Hinsehen erkennen.
Von der Hauptroute biegen wir nach links (südwest) ab, stehen an einem Flusslauf ...
... viele Hippos dösen im schlammigen Wasser und dann sind wir bereits von Zebras umgeben. Kurz darauf ziehen 3 Löwinnen hinter dem Wagen entlang. Sie sind ganz offensichtlich auf der Jagd. Wir beobachten sie, bis sie in einem Flussbett nicht mehr zu sehen sind. An dieser Stelle stehen Zebras und ein Wasserbüffel liegt gut sichtbar am Fluss. Die Löwinnen beachten diesen aber nicht, sondern wandern in eine andere Richtung zu einer großen Zebraherde. Einzelne Tiere zu jagen wäre in unseren Augen deutlich einfacher, als sich auf eine Herde zu stürzen. Wir fahren ein bisschen vor und stehen direkt bei der Zebraherde, die Löwinnen folgen uns aber nicht. Sie sind zum Wasser abgebogen und damit aus unserem Sichtfeld verschwunden. Der Fluss ist an dieser Stelle nur noch ein schlammigeres Rinnsal. Wir sehen ein Zebra, das den Anschluss an seine Gruppe verloren hat und verzweifelt mit dem Schlamm kämpft, in dem es immer wieder stecken bleibt und somit dieses Rinnsal nicht überqueren kann. Ich befürchte schon das Schlimmste. Am liebsten würde ich aussteigen und dem Tier aus dem Matsch helfen, aber da schafft es das doch noch selber aus eigener und letzter Kraft. Wären die Löwen hier gewesen, hätte es keine Chance gehabt.
Hinter unserem Wagen schleichen drei Löwinnen entlang...
die Sonne senkt sich langsam, aber irgendwie sehen die Löwen vor den Palmen gut aus
... und dann sind sie irgendwie außer Sichtweite, wir stehen beim armen Zebra...
" und wie komme ich da hinüber?"
Das Zebra ist wenigstens für heute gerettet. Es beginnt zu dämmern und wir müssen uns zur Campsite aufmachen. Von den Löwinnen sehen wir nichts mehr,
Wow, mit dem Serval habt ihr ja echt Glück gehabt... super!
Ich musste echt grade lachen... Bei dem Bild:
Das T-Shirt, das Prosper da an hat ist von unserer Tour im letzten Jahr. Das hab ich designed 🙂 Freut mich, dass er es immer noch anzieht!!!!
VG Andy
picco6'369 Beiträge · seit 201127. Nov. 2017 · #80
Hoi Biggi
tiggi schrieb:"Seit 1951 ist der Krater Teil des Nationalpark Serengeti. 1959 wurde außerhalb des Kraters ein besonderes Schutzgebiet (Ngorongoro Conservation Area) eingerichtet, in dem den Massai Ansiedlung und Weidewirtschaft erlaubt ist."
Ja, habs soeben auf Wiki auch gelesen...aber das was ich bisher gelesen habe ist dass 1959 nicht nur die NCA gegründet wurde sondern diese auch vom Serengeti NP abgespaltet wurde. Ich meine ich habe das mal in einem alten 'Habari' von den 'Freunden der Serengeti Schweiz' (klick mich) gelesen. Für mich eine etwas zuverlässigere Quelle als Wiki, aber ich kanns nur aus der Erinnerung sagen, das Heft hab ich sicher nicht mehr. Auch auch auf www.serengeti.org (klick mich) steht (Zitat) 'Zu dieser Zeit lebten zahlreiche Maasai innerhalb der Parkgrenzen. Er war schnell offensichtlich, dass dies über kurz oder lang zu einem Interessenskonflikt führen mußte. Deshalb wurde 1959 die Gegend um den Ngorongoro-Krater aus dem Park herausgenommen und die Maasai dort angesiedelt. Unter der Verwaltung der Ngorongoro Conservation Area Authority entstand ein Gebiet, indem die Interessen von Mensch und Natur bei der Planung gleichermassen berücksichtigt wurden. Wiki widerspricht dem ja nicht, meiner Meinung nach ist es dort nur nicht klar geschrieben.