Mit Öffis durch Ostafrika u. Ost-Kongo

Reisebericht 120 Antworten · 21,9k Aufrufe · gestartet 14. Feb. 2017 von Gu-ko
Themenstarter275 Beiträge · seit 201419. Mai 2017 · #81
bingobongo26 schrieb:Hallo Guko,

ich bin schwer beeindruckt von Eurer abenteuerlichen Art zu reisen. Mir wäre das alles zu unsicher und zu unkomfortabel. Umso mehr meine Hochachtung, dass Ihr so offensichtlich gelassen und genügsam seid.
Natürlich bekommt man als "normaler" Tourist vom Alltag der Bevölkerung und vom Land lange nicht soviel mit, aber ich würde mich schwertun, meine Komfortzone zu verlassen und nicht zu wissen, wie ich weiterkomme und wo ich abends landen würde.

Bin gespannt auf die Fortsetzung.

Viele Grüße
Helga


Ich weiß, es ist nicht jedermann Sache so reisen. Neben gewissen Unsicherheiten und Unbequemlichkeiten macht man jedoch viele sehr positive Erfahrungen, z.b., dass es immer irgendwie weitergeht, dass es überall Menschen gibt, die einem helfen und, dass der Weg oft das Ziel sein kann. Komfort mag ich auch, aber den habe zu Hause in Deutschland genug. 😉
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Themenstarter275 Beiträge · seit 201419. Mai 2017 · #82
FranzX schrieb:moin gu-ko, ich lese schon von anfang deinen reisebericht mit und habe mich extra angemeldet um mal kommunizieren zu können. ich finde eure tour total interessant und wie ihr reist ist auch genau meine art zu reisen. ich war 2mal in der gegend unterwegs und es weckt viele erinnerungen. ein tip wäre noch sambia, in das land habe ich mich verliebt, aber man kann nicht alles auf einer reise besuchen. übrigens tolle fotos, bist du profi?
liebe grüsse franz
Freut mich zu hören. In Sambia war ich vor drei Jahren auch mal unterwegs, allerdings nur in Mpulungu am Tanganjikasee um mit der Liemba auf Fahrt zu gehen. Die Gegend hat mir schon gut gefallen.
Ich bin kein Profi im Sinne von Berufsfotograf, aber ich arbeite im Bereich Medien und habe dadurch eine gewisse Affinität zur Fotografie.
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Themenstarter275 Beiträge · seit 201419. Mai 2017 · #83
Dillinger schrieb:Hallo Gu-ko,

ich habe eben deinen Bericht von der ersten bis zur letzten Seiten in einem Rutsch gelesen. Toll was Ihr alles erlebt. Deine Art zu reisen und Land und Leute zu erleben, beneide ich.
Danke für die tollen Eindrücke und Fotos.

Gruß Markus
Danke 🙂 Der Bericht ist länger geworden als geplant, das geht mir immer so. Ich freue mich natürlich, wenn es Spass macht zu lesen.
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4'382 Beiträge · seit 201519. Mai 2017 · #85
Hallo GuKo,
leider habe ich Deinen RB erst heute entdeckt und bin total begeistert! Meine Erinnerungen an drei Aufenthalte in den 80er Jahren auf der Plantation Bulera am Kivu-See dümpelten in meinem Kopf wieder hoch, die hölzernen Lastenräder hatte ich total vergessen, aber an die Fischerboote auf dem Kivusee und den Gesang der Fischer konnte ich mich nun wieder gut erinnern, die wunderschöne Landschaft taucht durch Deine Schilderung in meinem Kopf wieder auf, die Gerüche..... Ich erinnere mich daran, dass ich von der Terrasse des Hauses den Nyriagongo mit einem Rauchfähnchen sehen konnte - leider habe ich es damals nicht geschafft, dorthin zu kommen - und nun fühle ich mich ein wenig zu betagt für solch ein Abenteuer. Ich bin damals jeden Tag im See geschwommen und kann bis heute die Vorstellung nicht aus dem Kopf kriegen, daß einige Jahre später während des großen gegenseitigen Abschlachtens so viele Tote in diesen See geworfen wurden....
....ich freue mich auf die Fortsetzung Deines Berichts! Danke!
Gruß
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
116 Beiträge · seit 201320. Mai 2017 · #86
Hallo Guko,

ich bin auf Aufholjagd und bin gerade in Kigoma angekommen.
Ihr habt meine Volle Bwunderung für Diese Art des Reisens. Dein Bericht ist super gut lesbar und Deine Bilder sehr beeindruckend..
Mit dem Finger auf der Landkarte reise ich Euch hinterher. Vom Lake Kivu habt Ihr einen Grossen Schlenker über Kigali, Rusumo nach Kigoma, ohne einen 'Sightseeing' Stop
einzulegen. Aus reiner Neugierde, warum habt Ihr Diesen Weg gewählt, und nicht vom Lake Kivu durch Burundi nach Kigoma?
LG Elsi
Themenstarter275 Beiträge · seit 201420. Mai 2017 · #87
CuF schrieb:Hallo GuKo,
[...]
Ich bin damals jeden Tag im See geschwommen und kann bis heute die Vorstellung nicht aus dem Kopf kriegen, daß einige Jahre später während des großen gegenseitigen Abschlachtens so viele Tote in diesen See geworfen wurden....
....ich freue mich auf die Fortsetzung Deines Berichts! Danke!
Gruß
Friederike
Hallo Friederike, es fällt sehr schwer, sich diesen schrecklichen Teil der Ruandischen Geschichte vorzustellen. Ich kenne Ruanda nur als friedliches Land mit freundlichen Menschen und wunderschönen Landschaften. Lediglich einzelne Mahntafeln oder Museen erinnern an den Genozid vor 22 Jahren. Manchmal ging mir aber auch durch den Kopf, dass die Menschen dort, die sagen wir mal älter als 27 Jahre alt sind, den Völkermord selbst bewusst erlebt haben, oder sogar daran beteiligt waren.
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4'129 Beiträge · seit 200820. Mai 2017 · #88
Hallo, Gu-ko,

es ist echt spannend „mit euch zu reisen“!
Aber grad im Moment auch ein wenig deprimierend.
Nach anstrengenden Tagen und nervigen Erlebnissen an einem Platz, an dem man unter „normalen“ Bedingungen nicht bleiben würde und keine Möglichkeit sich eine Alternative zu suchen: Ausgepowert in einer undichten Hütte von Nkhata Bay, am vermüllten Strand, Wetter: Scheiße.
An solchen Tagen fragt man sich mitunter, warum man sich das antut... - anstatt irgendwo anders seine Tage zu genießen (man braucht ja nur wenig dafür...) - An derartigen Reisetagen sind für uns die Grenzen erreicht. Deshalb sind wir auf Dauer lieber mit dem Auto unterwegs und seit langem nur noch selten Strecken mit Öffentlichen: Ja, das ist manchmal sehr bereichernd, manchmal einfach die passende Option und manchmal eben auch total Scheiße und nicht ungefährlich.

Als Kontrastprogramm:
Nkhata Bay, 1987, bei schönem Wetter... 🙂

NkhataBay.JPG


und ohne Müll...

Nkhata_Bay.JPG



Wir freuen uns auf eure weitere Tour.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 20. Mai 2017
Themenstarter275 Beiträge · seit 201420. Mai 2017 · #89
Elsi2013 schrieb:Hallo Guko,
[...]
Vom Lake Kivu habt Ihr einen Grossen Schlenker über Kigali, Rusumo nach Kigoma, ohne einen 'Sightseeing' Stop
einzulegen. Aus reiner Neugierde, warum habt Ihr Diesen Weg gewählt, und nicht vom Lake Kivu durch Burundi nach Kigoma?
Hallo Elsi2013, wir haben uns tatsächlich auch überlegt, über Burundi nach Kigoma zu reisen. Wir haben es nicht getan, vor allem wegen der schwer durchschaubaren Sicherheitslage in Burundi. Z.B. schreibt das Auswärtige Amt:
"Von Reisen nach Burundi wird dringend abgeraten.
Die Sicherheitslage in Burundi ist aufgrund der instabilen innenpolitischen, wirtschaftlichen und kritischen menschenrechtlichen Lage unübersichtlich und angespannt. In der Hauptstadt Bujumbura kann es jederzeit zu gewaltsamen, politisch motivierten Auseinandersetzungen kommen. Gezielte Angriffe auf Angehörige des Regimes und der Sicherheitskräfte sowie Akteure der Zivilgesellschaft mit Schusswechseln und Angriffe unter Einsatz von Kriegswaffen können ohne Vorwarnung ausbrechen. So kam es zuletzt am 17. Mai 2017 zu einem Anschlag in Bujumbura, bei dem drei regierungsnahe Personen getötet wurden.
Aufgrund der sich rasant verschlechternden wirtschaftlichen und humanitären Lage der Bevölkerung sind Akte von Gewaltkriminalität (Raubüberfälle, Plünderungen) mit entsprechenden Gegenreaktionen der Sicherheitskräfte nicht auszuschließen."

Es wird außerdem empfohlen, im gesamten Land Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit (18:00 Uhr) zu vermeiden.
Besonders wird davon abgeraten nach 18:00 Uhr folgende Stadtteile Bujumburas aufzusuchen: Kanyosha, Bwiza, Jabe, Buyenzi, Nyakabiga, Musaga, Kamenge, Cibitoke, Ngagara und Mutakura.

Spannungen werden auch aus anderen Landesteilen, insbesondere aus Ngozi, Kirundo, Ijenda/Mwaro und Matana gemeldet. Internet und Mobiltelefonnetz sind teilweise unterbrochen. Die Präsenz der Sicherheitskräfte im ganzen Land ist deutlich erhöht.

Vorübergehende Festnahmen von Ausländern (z.B. zur Identitätsfeststellung) kommen gelegentlich vor. Eingriffe in die Privatsphäre auch ausländischer Reisender durch teilweise milizmäßig organisierte Sicherheitskräfte sind nicht auszuschließen.

Reisen über Land
In ganz Burundi sollten Ausgänge und Überlandfahrten nur mit vertrauenswürdigen Kontaktpersonen unternommen werden. In der Dunkelheit nach 18:00 Uhr und vor 07:00 Uhr wird von solchen Fahrten allgemein abgeraten. Insbesondere in den ländlichen Gegenden werden die Straßen nach 18:00 Uhr regelmäßig nicht mehr von regulären Polizei- und Sicherheitskräften kontrolliert. Grundsätzlich sollte nur in den Provinzhauptstädten übernachtet werden.

https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/BurundiSicherheit.html
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Themenstarter275 Beiträge · seit 201420. Mai 2017 · #90
lilytrotter schrieb:Hallo, Gu-ko,

es ist echt spannend „mit euch zu reisen“!
Aber grad im Moment auch ein wenig deprimierend.
Nach anstrengenden Tagen und nervigen Erlebnissen an einem Platz, an dem man unter „normalen“ Bedingungen nicht bleiben würde und keine Möglichkeit sich eine Alternative zu suchen: Ausgepowert in einer undichten Hütte von Nkhata Bay, am vermüllten Strand, Wetter: Scheiße.
An solchen Tagen fragt man sich mitunter, warum man sich das antut... - anstatt irgendwo anders seine Tage zu genießen (man braucht ja nur wenig dafür...) - An derartigen Reisetagen sind für uns die Grenzen erreicht. Deshalb sind wir auf Dauer lieber mit dem Auto unterwegs und seit langem nur noch selten Strecken mit Öffentlichen: Ja, das ist manchmal sehr bereichernd, manchmal einfach die passende Option und manchmal eben auch total Scheiße und nicht ungefährlich.

Als Kontrastprogramm:
Nkhata Bay, 1987, bei schönem Wetter... 🙂

und ohne Müll...

Wir freuen uns auf eure weitere Tour.

Gruß lilytrotter
Hallo lilytrotter, schöne Bilder von 1987, danke fürs Mitgefühl 🙂 ein bisschen deprimierend war unsere Ankunft am Malawisee tatsächlich, aber wie die Küstenbewohner Kenias gerne sagen: "After rain comes sun", so war es auch bei uns, während der nächsten Tagen hat sich nicht nur der Regen verzogen, wir haben auch weitaus schönere Orte entdeckt.

Der Strandabschnitt direkt beim Ort ist aktuell leider wenig einladend...

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zuletzt bearbeitet 20. Mai 2017
1'580 Beiträge · seit 201420. Mai 2017 · #91
Hallo Guko

Dein Bericht ist fantastisch! So lernt man Afrika wirklich kennen.... und ich finde es toll, dass Ihr den Mut hattet, so zu reisen.

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
4'129 Beiträge · seit 200821. Mai 2017 · #92
Hallo, Gu-ko,

der Strandabschnitt direkt beim Ort ist aktuell leider wirklich nicht mehr einladend! Schade. – Und bei Regen sind die Ansichten ja auch noch trüber... 🙁


"After rain comes sun", so war es auch bei uns,
- und so ist es ja Immer! ...im Leben 😁 😎
( - o.k.- vielleicht nicht in Norwegen...)
Oh, wir lieben diese afrikanischen Volksweisheiten!

Auch wenn wir uns sicher waren, dass ihr die harten Tage gut übersteht, mussten wir es einmal bemerken.
Ab hier wird der Transport vermutlich einfacher und die Möglichkeiten besser, die wunderbaren Plätzchen am See zu erreichen.
Wir warten gespannt auf Streetlife, Märkte, Dörfer
- und Trockenfischgestelle... 🙂

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 21. Mai 2017
Themenstarter275 Beiträge · seit 201422. Mai 2017 · #93
Bushtruckers schrieb:Hallo Guko

Dein Bericht ist fantastisch! So lernt man Afrika wirklich kennen.... und ich finde es toll, dass Ihr den Mut hattet, so zu reisen.

Liebe Gruesse
Elvira
Danke 🙂
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Themenstarter275 Beiträge · seit 201422. Mai 2017 · #94
lilytrotter schrieb:Hallo, Gu-ko,
[...]
Wir warten gespannt auf Streetlife, Märkte, Dörfer
- und Trockenfischgestelle... 🙂

Gruß lilytrotter
Trockenfischgestelle 😄
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Themenstarter275 Beiträge · seit 201424. Mai 2017 · #95
Als der Regen endlich etwas nachlässt, packen wir unsere Habseligkeiten zusammen und klettern zu den Rezeptionsgebäuden empor. Dort gibt es auch ein kleines Restaurant. Das heißt auf einer überdachten Veranda stehen ein Holztisch und ein paar wacklige Stühle drumherum. An dem Tisch sitzen die zwei weiteren Gäste des Big Blue Backpackers. Ein bisschen wirken sie wie Althippies aus den siebziger Jahren. Sie lesen konzentriert und schweigend in philosophisch Schriften. Gelegentlich lassen sie ihre Blicke gedankenvoll über den See schweifen.

Wir setzen uns dazu und bestellen das einzige was Big Blue‘s Restaurant anzubieten hat: Fried eggs, toast, coffee/tea.

Die Betreiber, bzw. Angestellten des Big-Blue sind freundliche Menschen, aber Schnelligkeit gehört nicht zu ihren Stärken. Sie brauchen gut eineinhalb Stunden um die Eier zu braten und den Kaffee, bzw. Tee zu bringen. Hätte ich nach einer Stunde nicht noch einmal nachgefragt, hätten sie es vielleicht gänzlich vergessen. Das ist nicht weiter schlimm, denn wir haben nichts Konkretes vor und solange es regnet, ist ein überdachter Platz nicht das schlechteste. Außerdem erweisen sich die Althippies, nachdem sie ihre Lesung beendet haben, als sympathische Gesprächspartner. Sie stammen aus den USA und sind schon ewig unterwegs. Da sie ein paar Tage zuvor in Monkey Bay, unserem nächsten Ziel am südlichen Ende des Sees, waren, können sie uns ein paar nützliche Tipps geben.

Nach dem Frühstück sagen wir Big Blue Backpackers Lebewohl. Wir wollen Nkhata-Bay noch eine zweite Chance geben. Aus dem Malawi-Reiseführer haben wir die Butterfly Space Lodge herausgesucht. Sie liegt etwas außerhalb am südlichen Ende von Nkatha Bay. Wir laufen entlang der Landstraße ins Zentrum und nehmen von dort ein Taxi zur Lodge (ca. 1.5 km).

Die Butterfly Lodge ist uns sofort sympathisch. Die Bungalows liegen in einem schönen, schattigen Gelände. Die Anlage wirkt gepflegt, es gibt eine kleine Bar, Restaurant und Wifi. Natürlich ist alles recht einfach und ohne Luxus, aber Luxus suchen auch nicht. Wir suchen einen Platz um ein paar Tage zu relaxen und den finden wir hier. Wir mieten einen Bungalow ganz am Ende des Geländes an einem felsigen Uferabschnitt. Das Rundhaus ist geräumig und hat eine Veranda zum See. Direkt daneben steht ein mächtiger Mangobaum, der uns während der folgenden Tage mit seinen süßen Früchten verwöhnt.

Inzwischen haben sich die Regenwolken verzogen und der Malawisee, dessen Wasseroberfläche heute morgen nur aus Grauschattierungen bestand, leuchtet in frischen Blau- und Türkistönen. Später, als die Sonne untergeht, mischen sich Orange- und Gelbtöne dazu. Davor die bizarren Silhouetten der Felsen, dazu ein Sundowner in der Bar…Perfekt!


Lake Malawi Nähe Butterfly - Nkhata Bay


Lake Malawi


Lake Malawi

Nachts stellen wir fest, dass wir nicht die einzigen Bewohner unseres Bungalows sind. Zahlreiche Spinnen und einige davon recht groß, sitzen an den Wänden oder huschen aus dem Schränkchen hervor. Auch ein paar stattliche Kakerlaken fliehen in dunkle Ritzen, wenn ich ihnen zu nahe komme. Tausende kleine Ameisen marschieren auf Nahrungssuche quer durchs Zimmer. Sobald ich mich irgendwo hinsetze, krabbelt es. Dann gibt es noch etwas, was wohl im Dach lebt und von dort herunter kackt. Ich habe nicht herausgefunden, was es ist. Die Exkremente sind charakteristisch, sie haben ein weißes Ende (oder Anfang). Vielleicht eine Art Gecko? Bei dieser Insekten-Vielfalt kapitulieren wir. Wir beschließen sie einfach zu ignorieren und sie taten das selbe mit uns.

So plätschern drei Tage ohne Stress dahin. Wir relaxen auf unserer Terrasse, spazieren durch die Umgebung, unterhalten uns mit anderen Reisenden oder besuchen Nkhata Bay, den Markt und das eine oder andere Restaurant.


Nkhata Bay Markt

Nkhata Bay Markt

Nkhata Bay Markt

Nach zwei Tagen ist unser Kwacha-Vorrat fast erschöpft. Wir wollen bald Richtung Cape McClear/Monkey Bay weiterfahren und so brauchen wir dringend einen Geldautomaten für Nachschub. In Nkhata Bay gibt es (meines Wissens) drei Geldautomaten. Einen in Zentrum und zwei weitere etwas außerhalb an der Straße Richtung Mzuzu.

Der Automat im Town-Center will keine VISA-Karte, also gehen wir zu den beiden anderen. Der erste ATM scheint zu funktionieren, jedenfalls leuchtet ein hoffnungsvolles „Welcome“ auf dem Bildschirm. Ich schiebe meine VISA-Karte rein und beginne mit dem Eintippen der verlangten Daten. Plötzlich wird der Bildschirm dunkel, das System fährt herunter. Zum Glück spuckt er meine Karte aus, bevor er sich abschaltet. Ich starre eine Weile verblüfft auf den dunklen Monitor. Plötzlich kommt Leben in den ATM zurück, er versucht einen Neustart, schafft diesen aber nicht und bleibt hilflos blinkend hängen. Da es nicht aussieht, als würde er sich in absehbarer Zeit reaktivieren, gehen wir zum zweiten ATM, der an einem anderen Gebäude, nur ein paar Meter entfernt hängt. Aber der sieht so dunkel und tot aus, dass wir es erst gar nicht versuchen. Zum Glück haben wir noch einen 50 Euro-Schein, eiserne Notreserve, den wir in der kleinen Bank wechseln können.

Am nächsten Tag versuchen wir erneut an Geld zu kommen. Doch der Bildschirm des ersten Automaten meldet nur ein „Out of Service“. Ich frage in der Bank nach, was mit dem ATM los ist. Eine Angestellte meint, der ATM werde gerade frisch befüllt und würde in etwa einer Stunde wieder funktionieren.

Wir gehen zum zweiten ATM. Auch der wird gerade befüllt. Wir warten neben dem ATM, bis dieser wieder betriebsbereit ist. Plötzlich bringt ein Bankangestellter einen Stuhl, den er mir anbietet. Wohlgemerkt mir, nicht meiner Frau und auch nicht den zwei älteren einheimischen Damen, die ihn sicher nötiger gehabt hätten.

Endlich funktioniert der Automat. Allerdings kann man immer nur 5000 Kwacha aufs Mal abheben, also etwa 6 Euro. Und das Beste, das Geld kommt in 200 Kwacha-Scheinen. Ich ziehe also ca. 10x 5000 Kwacha in 200er aus dem Automat. Das fette Geldbündel passt in keinen Geldbeutel, deshalb stopfe ich es direkt in den Rucksack.

Nach 50000 Kwacha ist der Automat leer. Er verabschiedet sich mit der Meldung: „Keine weiteren Transaktionen möglich“

Hinter uns hat sich inzwischen eine lange Schlange gebildet. Als die Leute sehen, dass der Automat leer ist, beginnen einige zu schimpfen und ich glaube dabei das Wort "Mzungu" zu hören. Vielleicht beschweren sie sich, dass der Mzungu alles Geld aus dem ATM gezogen hat und sie umsonst anstehen mussten. Was ja auch stimmt, aber irgendwie nicht meine Schuld ist.

Da 50000 Kwacha noch nicht genug sind, gehen wir wieder zum ersten ATM zurück. Und tatsächlich gelingt es dort weitere 40000 Kwacha zu ziehen, ohne dass der Automat schlapp macht. Das dürfte reichen um die Lodge-Rechnung und den Bus nach Monkey Bay zu bezahlen.

Von Nkhata Bay fährt morgens gegen halb sechs Uhr ein Bus nach Salima. Salima liegt schon ziemlich weit südlich und es ist nicht mehr weit bis Cape McLear bzw. Monkey Bay, unserem nächsten und letzten Reiseziel. Morgen fahren wir weiter.
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zuletzt bearbeitet 04. Feb. 2018
4'382 Beiträge · seit 201524. Mai 2017 · #96
😉 😉 😉 seufz.....

Seufz.jpg



Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
2'396 Beiträge · seit 201124. Mai 2017 · #97
😉 😉 😉 seufz.....
und lach 😄
Danke und lG aus dem sonnigen Puerto de la Cruz,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
8 Beiträge · seit 201726. Mai 2017 · #98
coole Fotos, da muss ich auch mal hin 😎
lg Franz
8'054 Beiträge · seit 200826. Mai 2017 · #99
Hallo Gu-Ko,

Wir haben Lake Malawi von der Mosambik-Seite kennengelernt und waren echt begeistert! 🙂

Deine Bilder geben noch mehr Lust den See von der anderen Seite aus zu besuchen.

Mensch ich bin glatt wieder Urlaubsreif....... 😄

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter275 Beiträge · seit 201426. Mai 2017 · #100
ANNICK schrieb:Hallo Gu-Ko,

Deine Bilder geben noch mehr Lust den See von der anderen Seite aus zu besuchen.

Es grüsst
Annick
Hallo Annik, ich werde den See bestimmt auch noch einmal besuchen. Diesmal hatten wir nicht viel Zeit, da unser Rückflug schon bedenklich nahe war, aber es gibt noch soviel dort zu sehen. Ich möchte auch unbedingt einmal mit der "Ilala" über den Malawisee fahren.
lg
Gu-Ko
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