Mit Öffis durch Ostafrika u. Ost-Kongo

Reisebericht 120 Antworten · 21,9k Aufrufe · gestartet 14. Feb. 2017 von Gu-ko
719 Beiträge · seit 201105. März 2017 · #41
Hallo Guko,

nein, du langweilst überhaupt nicht.
Ich finde deinen Bericht sehr interessant und die Bilder echt klasse.
Aber wie Christa schon geschridben hat, ist Ostafrika hier im Forum nicht ganz so beliebt.
Aber ich kann das schon nachvollziehen, wenn man nicht so viele Kommentare bekommt, dass das Schreiben dann nicht so leicht fällt.

LG Uli
Big 5 Africa Tours Reiseberichte: Namibia's Süden 2017, Uganda's Norden 2016 , Uganda Juli 2015 , Namibia Mai 2013 ,Namibia Mai 2012
2'391 Beiträge · seit 201605. März 2017 · #42
Hallo Guko,
ich habe Deinen Bericht gestern Abend auf einen Schlag gelesen. Da ich das oft mit dem Tablett im Bett mache, kann ich dann auch keinen Danke Button drücken, den gibt es in der mobil Version nämlich leider nicht.
Ich schreibe gerade selber einen Reisebericht und wunder mich auch über die sehr hohen Aufrufzahlen im Gegensatz zu den sehr geringen danke Drückern oder Kommentaren. Vielleicht gefällt es den meisten ja auch nicht? Ich sehe das positiv und gehe davon aus, dass eben gerade die Mobilversionbenutzer immer mehr werden.
Ich finde Deinen Bericht auf jeden Fall sehr spannend. So reisen sicher nicht so viele Menschen in Afrika und noch weniger davon dürften einen Reisebericht schreiben. Deshalb finde ich es sehr schön, dass wir in den seltenen Genuss eines solchen kommen. Bitte schreib weiter und danke für die schönen Fotos.

Viele Grüße

Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
42 Beiträge · seit 201405. März 2017 · #43
Hallo,
auch wir finden deinen Bericht sehr interessant und lesen fleißig heimlich mit. Wir finden es sehr spannend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Afrika zu reisen und man dadurch eine andere Sichtweise sieht.
Vielen Dank...
2'397 Beiträge · seit 201105. März 2017 · #44
Hallo Gu-ko,

wie Du weißt, bin ich ein Fan Deiner RBs. Mein Verdacht für die geringe Resonanz auf Deinen ungewöhnlichen Bericht: der Titel. Es wird nicht deutlich, dass Ihr auf eine Art durch Afrika reist, die den meisten fremd ist.

LG aus Puerto de la Cruz,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
13 Beiträge · seit 201105. März 2017 · #45
Hallo,

ich kann mich Mzee nur anschließen. Interessant und lebendig , ich komme gar nicht auf die Idee, manchen Absatz nur zu überfliegen. Auch die Fotos sind eine wohltuend aussagekräftige Bereicherung deines Berichtes.
Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Gruß Ursula
zuletzt bearbeitet 05. März 2017
1'580 Beiträge · seit 201405. März 2017 · #46
Hallo Gu-ko

Tolle Aufnahmen und so lebendig geschrieben. Langeweile - sicher nicht - nur dieses Wochenende eine total langsame Netzverbindung....

Liebe Gruesse aus dem trocken heissen Kenia
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
4'129 Beiträge · seit 200805. März 2017 · #47
Hallo, Gu-ko,
wir schon wieder 🙂

Schnee am Nyiragongo!
...ist nicht grad alltäglich.
berauschende Momente zeigst du uns.
Deine Bemerkung, dass es süchtig machen kann, dort zu sitzen und hineinzusehen, können wir sehr gut nachempfinden! Da entwickelt sich ein enormer "Sog"...
Fantastisch eingefangen. magic moments.

https://dl.dropbox.com/s/r2hmnx42gqg853y/P1560386.jpg

https://dl.dropbox.com/s/r6twwrlnnnrk4m3/P1560508.jpg

Vielen Dank für deine schönen Bilder!!
Und natürlich auch nochmal für deinen superinteressanten Bericht!

Gruß von den lilytrotters
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 05. März 2017
229 Beiträge · seit 201405. März 2017 · #48
Hallo Guko,

Ich habe deinen sehr interessanten Bericht heute entdeckt und in einem Rutsch gelesen.
Er vermittelt Eindrücke, die man sicher nur bei eurer Art des Reisens bekommt und deine Fotos zeigen das pralle Leben. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

VG
Helga
Reisebericht: Namibia für Anfänger - Sept. 2016
761 Beiträge · seit 201006. März 2017 · #49
Hallo, Gu-ko,

na, das nenne ich mal Abenteuerurlaub!
Sowohl Bericht als auch die Fotos sind einfach toll!

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
Themenstarter275 Beiträge · seit 201420. März 2017 · #52
Gorilla Besuch

Nächster Morgen, 5 Uhr früh. Auf eine kalte Dusche aus dem Eimer habe ich keine Lust. Also geht’s ungeduscht zum Frühstücksbüfett. An den Tischen sitzen Geschäftsleute und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen mit ihren Laptops. Wahrscheinlich wollen sie noch das WLAN des Hotels nutzen. Das Büfett ist reichhaltig, es gibt sogar Bohnenkaffe. Ich glaube das erste Mal, seit ich in Afrika bin. Sonst haben sie überall nur diese Instant-Nescafe-Brühe, selbst in Kaffeeanbauländer wie Kenia.

Während wir uns noch den Bauch vollschlagen, taucht Jean pünktlich auf. Es hat zwei weitere Leute gefunden, die ebenfalls am Gorilla-Trecking teilnehmen wollen. Beide leben und arbeiten in Goma: Ein Schweizer der für das Schweizer Militär Minen und Sprengstoff entschärft und eine Bhutanerin, die für eine Hilfsorganisation arbeitet.

Wieder fahren wir durch Goma und dann die gleiche Straße wie am Tag zuvor weiter Richtung Norden. Wir kommen am Nyiragongo Vulkan vorbei, der in der klaren Morgenluft gemütlich vor sich hin qualmt. Auf der Straße sind viele Menschen zu Fuß unterwegs und natürlich wieder gnadenlos überladene Fahrzeuge, LKW’s, Lastenroller, Motorräder und Fahrräder. Frauen balancieren Körbe und Bündel auf ihren Köpfen, manchmal auch Werkzeug und Hacken, vielleicht sind sie auf dem Weg zu den Märkten oder zu ihren Äckern.

Die Landschaft zeigt sich in ihrer ganzen Schönheit, leuchtet in unterschiedlichen Braun- und Grüntönen, die rote Erde wirkt schwer und lehmig. Eingerahmt wird das Panorama durch die steil aufragenden Virunga Vulkane. Wir kommen an Mais- und Bohnenfelder vorbei, an der Straße werden Zwiebeln, Bananen, Maniok und andere Gemüse verkauft. Sobald unser Fahrzeug hält, werden wir von Händlern umringt, die ihre Ware, meist landwirtschaftliche Erzeugnisse, ins Wageninnere halten und dabei in einer Sprache auf uns einreden, die ich nicht verstehe.

Der Minen- und Bombenentschärfer aus der Schweiz ist ein interessanter Gesprächspartner. Er lebt seit eineinhalb Jahren in Goma, hat aber auch andere Ostafrikanische Länder kennengelernt. Seine Aufgabe besteht im Auffinden und Entschärfen von Blindgängern, die es wohl noch reichlich gibt. Da der Kongo kaum über ein benutzbares Straßensystem verfügt, ist er meistens mit dem Helikopter unterwegs. An den Einsatzorten müssen sie ständig mit Überfällen rechnen, bewaffneter Begleitschutz und schusssichere Westen sind bei der Arbeit obligatorisch.

Die Sicherheitslage in Goma sei zwar besser geworden, meint er, trotzdem bewegen sie sich außerhalb der Stadt nur im Konvoi. Und wenn möglich nie nach Einbruch der Dunkelheit. In letzter Zeit sei nicht mehr viel passiert, bis auf ein Bombenattentat vor ein paar Wochen, bei dem wohl einige Inder zu Schaden kamen.

Auch wir fahren im Konvoi mit zwei weiteren PKW und werden zusätzlich von einem bewaffneten Ranger begleitet, der uns auf einem Motorrad folgt. Die Fahrt dauert etwa zweieinhalb Stunden. Dann erreichen wir die Rangerstation, die Ausgangspunkt für das Gorillatrekking ist.

Für mich ist schon die Fahrt zum Nationalpark äußerst interessant. Vielleicht kann ich das mit ein paar Fotos besser verdeutlichen, als mit vielen Worten.

Auf der Straße Richtung Norden:



























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zuletzt bearbeitet 04. Feb. 2018
Themenstarter275 Beiträge · seit 201420. März 2017 · #53
Gorillatrekking


Briefing

In einem kurzen Briefing erhalten wir Informationen zu den Gorillafamilien und wie wir uns bei einem Besuch verhalten sollen. Verboten ist alles was die Tiere stören oder bedrohen könnte. Wir sollen ihnen nicht direkt in die Augen starren, besonders nicht den Silberrücken, da sie dies wohl als Provokation oder Bedrohung empfinden. Wir sollen uns nicht auf die Brust klopfen, auch wenn sie das gelegentlich vormachen. Wir sollen einen Mindestabstand von fünf Metern einhalten und wenn eines der Tiere auf uns zu rennen sollte, sollen wir keinesfalls weglaufen. Keine Nahrungsmittel, nicht Rauchen, kein Blitzlicht, kein Abfall hinterlassen, aber das versteht sich eigentlich von selbst. Und der letzte Tipp: Als Schutz gegen bissige Ameisen sollen wir unsere Hosenbeine in die Strümpfe stecken.

Begleitet von zwei Ranger folgen wir einem schmalen, moderat ansteigenden Pfad. Zuerst durch dichten Busch, später durch lichten Bambuswald. Abgesehen von Steinen und Wurzeln, die an unübersichtlichen Stellen zu Stolperfallen werden, ist der Weg leicht zu gehen. Trotzdem brauche ich eine ganze Weile, bis sich meine noch von der gestrigen Vulkanbesteigung verkrampften Beinmuskeln gelockert haben. Anfangs schmerzt jeder Schritt und meine Beine fühlen sich ziemlich steif an.

Natürlich habe ich heute meine kürzesten Socken an und so geht es nicht lange, bis mich die ersten Ameisen in die Waden beißen. Es ist schmerzhaft, aber nicht so schlimm wie ich befürchtet habe. Den anderen geht es auch nicht viel besser. Wir müssen immer wieder stehen bleiben um festgebissene Ameisen von Armen, Beinen, Rücken zu entfernen. Zweimal muss ich meine Schuhe ausziehen, da sich besonders aggressive Kampfameisen in den Strümpfen bis zu den Füßen vorgearbeitet haben. Wir killen die Ameisen und weiter geht’s.

Etwa zweieinhalb Stunden später verlassen wir den Pfad und es geht quer durch den Busch. Es ist wieder Bambuswald mit ziemlich dichtem Unterholz. Unsere Ranger haben einige Mühe mit ihren Macheten einen Durchgang freizuschlagen. Plötzlich bleiben sie stehen. Aus dem Gebüsch taucht ein Scout auf. Diese Scouts orten die Gorillagruppen und geben deren Position per Funk an die Ranger weiter. Da die Gorillas ganz in der Nähe sind, müssen wir ab jetzt einen Mundschutz tragen. Die Ranger stoßen seltsame Laute aus, die etwa wie „hhhrrrrmmmmm-hrrrmmmmm“ klingen. Das ist Gorillasprache, übersetzt heißt das in etwa: „No Problem“.

Plötzlich ein leises Knacken. Im Dämmerlicht des Bambuswaldes, höchstens zwei Meter entfernt, sehe ich eine dunkle, pelzige Gestalt und – ich brauche eine Sekunde um es zu realisieren - es ist ein Silberrücken. Wie ein übergroßer Buddha hockt er auf dem Boden und schaut uns an.


Begegnung im Wald

Wie war das mit den fünf Metern Sicherheitsabstand? Aber ich glaube keiner von uns denkt in diesem Moment an die Mahnungen der Ranger, wir sind alle erst mal überwältigt von der Begegnung. Eine ganze Weile schauen und staunen wir nur, während sich der Gorilla auf den Rücken wirft, hin- und her wälzt und ein paar Faxen macht. Plötzlich steht er auf und macht ein paar erstaunlich schnelle Schritte auf uns zu. Wir weichen instinktiv zurück, soweit das in dem dichten Gestrüpp überhaupt möglich ist. Die Ranger rufen: „Don‘t run, don‘t run“. Das ist leichter gesagt als getan, wenn so ein schätzungsweise 200kg Gorilla auf einen zu rennt. Doch er möchte uns nur ein bisschen beeindrucken. Nachdem ihm dies gelungen ist, verschwindet er leise grunzend im Dickicht.

Wir gehen weiter bis zu einer kleinen Waldlichtung., wo sich der Rest der Gorillagruppe aufhält. Insgesamt sind es neun Tiere. Drei Silberrücken, ihre Weibchen und mehrere Jungen. Eines der Weibchen trägt ein Baby auf dem Rücken. Sie sitzen da und fressen ununterbrochen. Dabei vertilgen sie Unmengen an Blätter, Stengel und anderen Pflanzenteilen, die sie aus den umliegenden Büschen herausbrechen.

Die jungen Äffchen tollen herum und starren uns neugierig an, während uns die älteren kaum beachten. Lediglich der Silberrücken macht sich einen Spaß daraus, ab und zu auf uns zuzurennen um dann kurz vor den Rangern, die sich schützend vor uns stellen und ihr „hhhrrrrmmmmm-hrrrmmmmm“ von sich geben, abzudrehen und im Dickicht zu verschwinden. Durch die Enge der Lichtung beträgt der Abstand zwischen uns und den Gorillas die meiste Zeit nur zwei bis drei Meter.


Begegnung im Wald














Wieder zurück

Nach genau einer Stunde ist unsere Besuchszeit um und wir müssen uns zurückziehen. Am frühen Nachmittag sind wir wieder an der Rangerstation. Dort müssen wir eine Stunde warten, denn es fehlt noch eine Gruppe und die Rückfahrt soll wieder im Konvoi stattfinden.

Als wir in Goma ankommen wird es schon dunkel. Wir verabschieden unsere zwei Trekking-Gefährten, die wieder in ihren durch Panzerdraht und Wachposten geschützten Wohnanlagen verschwinden. Dann müssen wir uns etwas beeilen, die Grenze schließt um 20 Uhr und wir wollen nicht unbedingt eine weitere Nacht in Goma bleiben. Jean bringt uns bis zum Blessing Motel, wo wir einen Teil unseres Gepäcks deponiert haben. Wir verabschieden uns und danken ihm für seinen guten und zuverlässigen Service.

Der Motel-Manger ist hocherfreut uns wiederzusehen, bloß hat er vergessen, dass wir ein Zimmer reserviert haben. Er schaut uns ganz unglücklich an, aber dann, kein Problem, er canceled einfach eine andere Reservierung und gibt uns das freigewordene Zimmer.
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zuletzt bearbeitet 04. Feb. 2018
6'369 Beiträge · seit 201120. März 2017 · #54
Hoi GuKo

Super dass Du weiterschreibst! 😁
Das klingt schon ganz anders als bei uns, wo die Gorillas sehr nah am Rangerposten direkt am Waldrand waren. Aber es war wohl derselbe Silberrücken, zumindest hat 'Eurer' dieselben leicht rötlichen Haare an der Stirn wie 'unserer' hatte! 😎
Was war der Grund für den Konvoi?
Wir sind noch alleine hin und auch zurück gefahren, obwohl oben mehrere Touristenautos waren.
Waren das schon erste Anzeichen der Schiessereien im Januar?
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
4 Beiträge · seit 201621. März 2017 · #55
Schön Guten Morgen, vielen Dank, dass du uns an deiner Reise teilnehmen lässt - ist für mich der spannendste Reisebericht, den ich bisher hier gelesen habe.
Und super Strassen-Fotografie!
VG aus Berlin
Qayse
Themenstarter275 Beiträge · seit 201424. März 2017 · #56
picco schrieb:Hoi GuKo

Super dass Du weiterschreibst! 😁
Das klingt schon ganz anders als bei uns, wo die Gorillas sehr nah am Rangerposten direkt am Waldrand waren. Aber es war wohl derselbe Silberrücken, zumindest hat 'Eurer' dieselben leicht rötlichen Haare an der Stirn wie 'unserer' hatte! 😎
Was war der Grund für den Konvoi?
Wir sind noch alleine hin und auch zurück gefahren, obwohl oben mehrere Touristenautos waren.
Waren das schon erste Anzeichen der Schiessereien im Januar?
So richtig abschätzen kann ich das mit der Sicherheit auch nicht, vielleicht ändert sich die Lage immer wieder. Es war jedenfalls so, als wir zurückfahren wollten, kam der Ranger ans Auto und bat uns auf die letzte Gruppe zu warten, da es nicht empfehlenswert sei mit einem einzelnen Fahrzeug nach Goma zurückzufahren. Und das deckt sich auch mit den Erzählungen des Schweizer Minenräumers, der meinte, dass sie Goma nur im Konvoi verlassen dürfen.
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Themenstarter275 Beiträge · seit 201424. März 2017 · #57
Qayse schrieb:Schön Guten Morgen, vielen Dank, dass du uns an deiner Reise teilnehmen lässt - ist für mich der spannendste Reisebericht, den ich bisher hier gelesen habe.
Und super Strassen-Fotografie!
VG aus Berlin
Qayse
Danke 🙂
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Themenstarter275 Beiträge · seit 201424. März 2017 · #58
Teil 3

Von Ruanda nach Malawi


Nachdem wir den Kongo hinter uns gelassen haben, zieht es uns langsam aber sicher Richtung Malawi. Wir planen von Gisenyi über Kibuye nach Kigali zu fahren und von dort weiter Richtung Kigoma in Tansania. Kigoma besitzt einen Bahnhof und ist Endhaltestelle der Tanganjikabahn, die Kigoma mit Daressalam verbindet. Die Tanganjikabahn wurde 1904 von der Kolonie Deutsch-Ostafrika erbaut. Die Strecke ist insgesamt 1250 km lang.

Mit diesem Zug wollen wir von Kigoma bis Dodoma, der Hauptstadt Tansanias, fahren und von dort überland weiter Richtung Malawi bzw. Malawisee. Offen ist noch die Frage, wie von Kigali nach Kigoma kommen. Es gibt keine direkte Busverbindung und die Straße auf tansanischer Seite führt durch eine dünnbesiedelte und ziemlich unwegsame Gegend. Aber zuerst relaxen wir noch ein paar Tage am Kivusee.



Zwei oder dreimal pro Woche fährt morgens um 7 Uhr ein Schiff(chen) von Gisenyi nach Kibuye. Alternativ kann man auch den Bus nehmen, der täglich auf einer Erdstraße die Strecke in ca. 6 Stunden zurücklegt. Im Jahre 2013 fuhren wir mit diesem Bus durch eine der schönsten Landschaften Ruandas. Die Straße ist auch Teil des Congo Nile Trails, einer 227 km langen Trekkingstrecke.

Diesmal jedoch nehmen wir das Schiff. Die Abfahrtsstelle liegt etwas außerhalb des Zentrums, sodass wir ein Taxi brauchen um dort hinzukommen. Als wir gegen 6 Uhr 30 über einen wackligen Steg an Bord klettern, sind schon alle Sitzplätze von mit orangenen Rettungswesten bekleideten Ruandern belegt. Das Schiff ist nicht besonders groß und es herrscht ein ordentliches Gedränge. Während ich so herumstehe und überlege, wo wir es uns halbwegs bequem machen könnten, spricht mich ein Schiffsangestellter an. Er sagt, es gäbe einen VIP-Raum im hinteren Teil des Bootes. Weil die Passage im VIP-Raum 4000 RWF statt der 2500 RWF Normalpreis kostet, sind dort noch freie Plätze. Der Aufpreis lohnt sich, man sitzt in bequemen Clubsesseln in einem Extraraum.


Lake-Kivu Ferry


Lake-Kivu Ferry


Nyiragongo

Als wir die Bucht von Gisenyi verlassen, zeigt sich der Nyiragongo ein letztes Mal im Morgendunst. Eine dünne Rauchfahne steigt aus seinem Krater, dunkle Wolken sammeln sich um seinen Gipfel. Falls heute wieder eine Gruppe hochsteigt, müssen sie mit einem ordentlichen Unwetter rechnen. Glücklicherweise bleiben die dunklen Wolken im Kongo, sodass wir die warmen Strahlen der ruandischen Morgensonne genießen können.

Wir sitzen also in unseren VIP-Clubsesseln während das Schiff, nie allzu weit vom ruandischen Ufer entfernt, gemächlich Richtung Süden tuckert. Das kongolesische Ufer auf der anderen Seeseite versteckt sich derweilen im Dunst. Tiefeingeschnittenen Buchten, grüne Inseln und kleinen Siedlungen ziehen vorbei. Einmal legen wir kurz an, um Passagiere ein- bzw. aussteigen zu lassen.

Vielerorts sind die ruandischen Fischerboote mit ihren ewig langen Holzstangen unterwegs. Diese Holzstangen bewegen sich beim Fischen langsam auf und ab, erinnern dadurch an die Antennen riesiger Langusten.


Fischerboote auf dem Kivu-See


Fischerboote auf dem Kivu-See


Fischerboote auf dem Kivu-See


Fischerboote auf dem Kivu-See


Fischerboote auf dem Kivu-See


Kivu-See






Ankunft in Kibuye


Ankunft in Kibuye

In Kibuye verlassen wir das Schiff. Zwei Motorradtaxis bringen uns zum Home St. Jean. Das Home liegt etwas außerhalb auf einem Hügel und man hat von dort einen wunderbaren Blick auf den Kivusee. Wir haben vor drei Jahren schon einmal hier gewohnt. Leider haben die Preise deutlich angezogen, teilweise verdoppelt. Ein DZ kostet jetzt knapp 50 USD. Das ist reichlich für die kleinen, spartanisch eingerichteten Zimmer und vielleicht sind deshalb kaum Gäste da. Aber was soll‘s, man kommt wegen der Lage her, der Landschaft, dem Panorama. Und das Panorama ist immer noch grandios.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, gehen wir erst mal ins Town-Center. Das ist zu Fuß in ca. 10 Minuten zu erreichen. Kibuye-Town besteht mehr oder weniger aus einem Straßenzug, in dem sich einige Geschäfte, Restaurants, eine Tankstelle und mehrere Banken befinden. Auch die Busse Richtung Kigali fahren direkt im Town-Center ab.

Da wir seit unserer Abfahrt in Gisenyi nichts mehr gegessen haben, suchen wir ein Restaurant auf. Die Restaurants haben in der Regel eine Art Büfett aufgebaut. In Metallbehältern, die von unten beheizt werden, befinden sich verschiedene Speisen. Man bekommt einen Teller in die Hand gedrückt, auf den man sich schöpft, was der Teller fassen kann.

Meistens gibt es Reis, Nudeln, Süßkartoffeln, gekochte Bananen, Bohnen, gekochten Mais, Kasawa, ein grünes, bitteres spinatähnliches, Gemüse und im letzten Topf das Fleisch. Ohne Fleisch kostet so ein Teller 1000 RWF, also etwa 1 Euro. Will man Fleisch, kostet jedes Fleischstück 300 Centimes extra. Das Fleisch kann man sich allerdings meistens sparen, da es meistens zäh wie Hosenleder ist. Man braucht wirklich viel Kaukraft um das zu essen. Entweder sind ruandische Rinder von Natur zäh, oder sie werden erst geschlachtet, wenn sie längst im Rentenalter sind.


Lake Kivu vom Home Saint Jean


Lake Kivu – Die Bucht von Kibuye

Wir bleiben drei Tage in Kibuye. Wir lümmeln ein wenig am Beach herum oder spazieren durch die Gegend. Der schmale Strand gibt, außer um mal ein kaltes Bier in Wassernähe zu trinken, nicht allzu viel her. Sonntags verwandelt er sich in eine Freiluftdisco mit überlauter Musikbeschallung und betrunkenen Ruandern.

Wir werden mehrmals angesprochen. Am Beach, auf der Straße, man will uns Bootsfahrten zu nahegelegenen Inseln verkaufen. Den Beschreibungen nach, gibt es drei Inseln, die man unbedingt besuchen sollte: Bat Island, Monkey Island und Peace Island.

Wir verabreden für den nächsten Tag eine Inseltour. In einem geräumigen Holzboot mit Außenbordmotor fahren uns zwei Guides zu den nahegelegenen Inseln.

Auf Bat-Island leben große Flughund Kolonien. Tagsüber hängen sie in den Ästen der Bäume. Die Guides klatschen laut in die Hände, worauf sie sich in kreischenden Schwärmen aus den Bäumen erheben. Es ist ein interessantes Schauspiel, wenn hunderte oder sogar tausende Flughunde über der Insel kreisen, aber ich frage mich, in wie weit wir den Tierchen durch unseren Besuch nicht schaden.

Auf Monkey Island gibt es tatsächlich nur einen einzigen einsamen Affen, der sich vermutlich zu Tode langweilt. Als wir anlegen, stürmt er auf unser Boot, stibitzt eine Banane und verschwindet wieder.

Peace-Island, das wir zuletzt besuchen, ist eine hübsche Insel mit Sandstrand und knorrigen Bäumen. Hier soll man Frieden finden können, leider haben wir nicht mehr genug Zeit dazu, denn die Bootstour geht dem Ende zu und wir müssen zurück.


Auf Bat-Island


Auf Bat-Island

Nach drei Tagen Fun and Sun in Kibuye wird es ernst. Wir müssen aufbrechen. Vor uns liegt eine ziemlich lange Strecke bis Malawi und wir können noch nicht abschätzen wieviel Zeit uns das kosten wird. Wir kaufen also ein Busticket und fahren nach Kigali. Dort mieten wir uns im Isimbi-Hotel ein. Das liegt sehr zentral und ist auch sonst ok. DZ 40 USD.

Später am Busbahnhof. Ich möchte herausfinden, was es für Verbindungen Richtung Tansania gibt. Wir fragen in mehreren Büros und sprechen mit den Ticket-Vermittlern, die man immer auf Busbahnhöfen antrifft. Alle sagen das Gleiche, es gibt nur einen Direktbus nach Daressalam, aber nichts nach Kigoma. Bleibt also nichts anderes übrig, als einen Bus zur Grenze zu nehmen und dort nach weiteren Transportmöglichkeiten zu suchen.

Am nächsten Morgen lassen wir uns von zwei Motorradtaxis vom Hotel zum Busbahnhof bringen. Mit dem Gepäck und je zwei Personen sind die Motorräder gut beladen. Die Strecke ist abschnittsweise ziemlich abschüssig. Mein Fahrer nimmt das sportlich und ich habe manchmal Mühe, mich auf dem Sitz zu halten. Plötzlich schießt ein PKW mit hoher Geschwindigkeit aus einer Seitenstraße, kreuzt unsere Fahrbahn und verfehlt uns nur um wenige Zentimeter. Einen Moment glaube ich, mein letztes Stündchen habe geschlagen. Selbst mein sportlicher Fahrer wird blass und das will bei einem Afrikaner einiges heißen.

Am Busbahnhof angekommen finden wir schnell den Bus zur Grenze. Wir müssen noch eine halbe Stunde warten, während sich das Fahrzeug mit Menschen und Gepäck füllt. Während wir sitzen und warten, klopfen ständig Bettler gegen die Scheiben, zeigen verstümmelte Gliedmaßen, in schmutzige Tücher gewickelte Babys, oder strecken die Hand ins Innere. Wir verteilen unser letztes ruandisches Kleingeld und ich bin froh, als es gegen 8 Uhr endlich losgeht.
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zuletzt bearbeitet 04. Feb. 2018
Gast25. März 2017 · #59
Danke Gu-ko für den spannenden und informativen Bericht
Gu-ko schrieb:Liebes Forum, langweile ich euch eigentlich? 😕
daher eindeutig nein, das ist bester Lesestoff,
Danke und Grüße vom leser
PS: In der Ausstellung 100% Afrika im Guggenheim/Bilbao in 2006 waren einige Holzroller, Fahrräder udgl. Objekte ausgestellt ....und ich dachte immer, dass das originelle Artefakte sind............das gibt's wirklich 🙂 shame on me 😮
zuletzt bearbeitet 25. März 2017
Themenstarter275 Beiträge · seit 201428. März 2017 · #60
leser schrieb:Danke Gu-ko für den spannenden und informativen Bericht
Gu-ko schrieb:Liebes Forum, langweile ich euch eigentlich? 😕
daher eindeutig nein, das ist bester Lesestoff,
Danke und Grüße vom leser
PS: In der Ausstellung 100% Afrika im Guggenheim/Bilbao in 2006 waren einige Holzroller, Fahrräder udgl. Objekte ausgestellt ....und ich dachte immer, dass das originelle Artefakte sind............das gibt's wirklich 🙂 shame on me 😮
danke fürs feedback 🙂
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zuletzt bearbeitet 28. März 2017