jetzt habe ich mich auch noch dazwischen gequetscht. 😄 Will ja schließlich etwas lernen, bevor es im September in den Caprivi geht. Inzwischen bin ich schwer krank, denn es ist ja nicht nur der Afrikavirus, der mich gepackt hat, sondern jetzt hat mich auch noch der Vogelbazillus fest im Griff. Bevor ich mich hier im Forum auf die Spur der Ornithologen gesetzt habe - viiiiieeeelen Dank an alle Meisterfotografen (w+m) - habe ich immer gedacht: "Nun gut, warum soll es keine Vögel geben. Sehen gut aus, können singen und manche schmecken auch ( selbstverständlich nur Hähnchen)." Und jetzt 😮 Wälze gerade meinen Vogelführer, um den Rätselvogel eindeutig zu bestimmen. Wäre meine erste Bestimmung überhaupt gewesen!!! Aber der, den ich gefunden habe, hätte sich dann entweder verflogen oder dann gerade wie du Urlaub in Namibia gemacht 🙂 . Also: es macht so viel Freude mit euch allen Vogelkundlern unterwegs zu sein und das Herz geht mir bei den tollen Aufnahmen gaaaanz weit auf.
LG Ute
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200916. Feb. 2017 · #43
Hallo,
@UDi: Hallo Ute, ist gut, dass du mich grade nicht sehen kannst, wie ich rot anlaufe. Poetisch schön formuliert. Danke. 😊 Und das beschriebene Prozedere der Bestimmungsversuche kenne ich nur zu gut. Man meint, jetzt aber, der müsste es sein, und dann passt die Verbreitung nicht, oder der Zeitpunkt, oder ein Überaugstreif, oder... Irgendwas is´immer. 😎 Aber es gibt ja ein paar angefressene Birder hier, und so macht das richtig Spass. 🙂
@Bele: danke auch dir für deine Zweifel und die Recherche. Das eigentliche Rätsel hast du ja fein erkannt. 😛
@Birgit: Hättest du mal besser doch gezweifelt an der Bestimmung 😉 🙂
@binca75: Hallo Bianca, es gibt ein für Einsteiger ganz nett aufgemachtes Büchle mit den wichtigsten Arten auf deutsch. Ich habe das seit Jahren rumliegen und würde es günstig abgeben. Solltest du Interesse haben, schreib mir eine PN.
Champagner8'681 Beiträge · seit 201017. Feb. 2017 · #44
fotomatte schrieb: @Bele: danke auch dir für deine Zweifel Matthias
Immer gerne 😄 🤪 😛 !!
Nein, mal ganz ernst - das ist doch fast spannender als z.B. eine Sichtungen eines jagenden Geparden 🙂 !
Okay, fast..... 😗 ...... aber auf jeden Fall allerfeinste Unterhaltung, zumindest für mich. Es wäre doch ziiiemlich langweilig, wenn jeder Flattermann sofort identifiziert werden könnte - und man kann ja beruhigt sein: das Forum wirds im Zweifelsfalle schon richten 😉 !
Von daher würde ich mir als netten Start ins Wochenende ein neues Kapitelchen wünschen 😘 !!!
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200921. Feb. 2017 · #45
Montag 16. Januar :
Ganz entspannt starte ich in den Tag, neben dem Frühstück her spotte ich einige Vögel, wie etwa einen vorbeifliegenden Black Cuckoo. Quietscherle ist heute nicht da.
Ich packe zusammen und fahre zum Haupthaus zurück. Hier gebe ich das Funkgerät ab. Der Versuch, eine mail nach Hause zu schicken misslingt ob einer immer wieder abbrechenden Internetverbindung. Nach etwas Unterhaltung verabschiede ich mich von Irmela und Bruno, in gut sechs Monaten bin ich wieder hier.
In Okahandja stoppe ich kurz bei Closwa Biltong und erstehe ebensolches in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Es erweist sich als sehr lekker, genauso wie das Rauchfleisch.
In Otjiwarongo stoppe ich beim Spar, ergänze die Getränke und ziehe am ATM 5000.- Dollar.
Hinter Otji halte ich an einem Rastplatz und verzehre meine Meatpies. Direkt nebenan verläuft die Eisenbahnstrecke Richtung Otavi, und tatsächlich rumpelt ein Güterzug vorbei. Schnell habe ich ihn eingeholt und ich knipse den Zug, sehr zur Freude des Personals auf der Lok. So treiben wir das Spiel noch ein paar Mal.
In Otavi tanke ich voll, dann geht es weiter über Tsumeb bis kurz vor das Von- Lindequist- Gate vom Etosha- Nationalpark. Auf der Fahrt komme ich in einige kleinere Regenschauer, aber man kann sehen, dass es die Tage zuvor heftiger geregnet haben muss. Das Gras ist am wachsen, die Bäume sind grün.
Ich steuere die Tamboti Campsite vom Onguma Camp an und checke für zwei Nächte ein. Hier hat man ein eigenes Küchen- und Ablutionhäusle, es gibt Strom für den Fridge, alles sehr sauber und gepflegt. Aussicht aber gibt es keine, die Plätze sind ziemlich zugewachsen. Dafür ist man für sich, von den Nachbarn bekommt man nicht viel mit.
Nach dem Abendessen nehme ich ein Absacker- Savanna, und nach einer erholsamen Dusche gehe ich bald ins Condorbett. Die Fahrerei hat doch angestrengt.
Kosten: Campsite Onguma 220.- Nam$
Dienstag, 17. Januar :
Zum Morgengrauen stehe ich auf, und der Wettercheck ergibt, dass es ziemlich stark bewölkt ist. Deshalb frühstücke ich gemütlich, und gegen 7.30 Uhr fahre ich das kurze Stück bis zum Von- Lindequist- Gate, wo man sich registrieren lassen muss. Die fällige Gebühr aber kann man nur in Namutoni bezahlen, also fahre ich dort als Erstes hin. Langsam lösen sich die Wolken auf, es wird sonnig. Zunächst steuere ich den Dik- dik- Drive an. Beim Wasserloch Klein- Namutoni kommen zwei Hyänen angerannt und halten direkt auf mich zu.
auch die Allerweltsvögel wie diese Gabelracke lasse ich nicht undokumentiert in der schönen Morgensonne.
Rätselvogel 😗 Nachtrag: White- browed Scrub- Robin
Warzenkeiler
Bronzeflecktaube
Der Dik- dik- Drive hält nicht, was er verspricht, denn ich finde kein Blauböckchen. Ich fahre an Namutoni vorbei und schlage die Richtung Andoni ein, in der Hoffnung, dort Paradieskraniche zu finden. Über Okevi und Tsumcor fahre ich nach Stinkwater. Hier gibt es einige Elefanten zu sehen.
Dieser Bulle vergnügt sich ausgiebig mit dem Matschloch, während im Hintergrund zahlreiche Flamingos zu ahnen sind.
der Oryxbulle steht in der vor Hitze flirrenden Luft,
während dieser Giraffenbulle Wasserspiele veranstaltet.
der Grassveld Pipit, oder Spornpieper, bevorzugt ein erfrischendes Bad im Strassengraben.
Weissflügeltrappen gackeln überall in der offenen Grassteppe um Andoni.
am Wasserloch von Andoni hat es nichts Besonderes, bis auf diesen merkwürdig daliegenden Blue crane, oder Paradieskranich. Zuerst denke ich, der Vogel ist tot, denn er liegt langgestreckt auf dem Boden. Später hebt er wenigstens den Kopf und hechelt mit offenem Schnabel, bewegt sich aber nicht weiter. Und das in der prallen Mittagssonne. Komisch. Erst zuhause kann ich das Rätsel um dieses Verhalten auflösen. Der Vogel ist keineswegs tot, oder auch nur "gestört". Er sitzt auf seinen Eiern und brütet und kann deshalb seinen Platz nicht verlassen.
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200921. Feb. 2017 · #46
Über die Andonivlakte fahre ich langsam zurück. Ausser ein paar Gnus und Springböcken ist wenig Wild auszumachen, aber Vögel gehn ja immer.
Blauracke
Rätselvogel 😎 ich habe nur einen Verdacht, aber ob´s stimmt? Nachtrag: Rattling Cisticola, oder Rotscheitelzistensänger
Grey- backed Finchlark, oder Nonnenlerche
Zurück bei Stinkwater hat sich ein anderer Bulle eingefunden, um sich selbst eine Unterbodenwäsche plus Versiegelung zu verpassen.
die sind sehr zahlreich vertreten: Red- billed Quelea, oder Blutschnabelweber
balzender Rotschopftrappenhahn
Singhabicht im Sandsturm bei Aroe
Mittlerweile hat es komplett zugezogen, und von Osten bläst ein gewaltiger Sturm über die offene Prairie. Ich fahre um die Fisher´s Pan, muss aber immer das windzugewandte Fenster schliessen, sonst sandet mir alles ein.
Sattelstorch
auf dem Damm oberhalb von Twee Palms finde ich ein Paar Chestnut- banded Plover, die ein kleines Küken dabei haben. Sie verstehen es aber sehr geschickt, den kleinen Federball immer versteckt zu halten, oder er rennt, deutlich zu schnell für mich, einem rufenden Elternvogel hinterher. In der Fisher Pan steht, leider viel zu weit entfernt, ein weiteres Paar Blue Cranes.
Den Abend will ich wiederum auf dem Dik- dik- Drive geniessen. So fahre ich erneut zum Wasserloch Klein Namutoni.
Zunächst kann ich nichts Besonderes entdecken, es sitzen ein paar Waffenkiebitze rum, und einige Bruchwasserläufer und zwei, drei Grünschenkel stochern im Matsch. Dann sehe ich aber direkt vor mir zwischen den Steinen zwei Schwarzflügel- Brachschwalben, von denen eine kurz auffliegt und ich sie somit zweifelsfrei identifizieren kann. Nachdem ich sie eine Weile beobachtet habe, fahre ich nochmals den Dik- dik- Drive, und heute Abend wird der kleine Rundkurs seinem Namen gerecht.
Damara Dik- Dik, oder Blauböckchen
Schwarznasen- Impalas gibt es auch zu sehen.
Hühner scharren und picken für ihr Leben gern, und er hier gehört ganz sicher in die Hühnerschar. Swainson´s Spurfowl.
an ihr wäre ich fast vorbei gefahren, der übergrossen STEIFF- Giraffe. Jedenfalls sieht sie so aus, als wäre sie aus Plüsch.
Ich beende den Tag wie ich begonnen habe: mit Hyänen. Da, wo am Morgen die beiden Alttiere verschwunden sind, kommen nun ein ganzes Rudel nebst mindestens vier Jungtieren zum Vorschein. Bald geht die Sonne unter, und so mache ich mich auf den Weg zum Gate. Dort werde ich ( und ein folgendes Auto ) nicht gerade begeistert empfangen. " You are late," heisst es . Da sowohl meine Uhr auf dem Telefon wie die Borduhr noch fünf Minuten Luft zeigen, wage ich zu widersprechen. Nicht gut, wenn man die Kompetenz anzweifelt. Der Veterinärbeamte filzt nun mein Auto und will das Gepäck sehen. Von mir aus, hat er halt noch später Feierabend. Ich werde dann entlassen und fahre das kurze Stück bis ins Camp, wo ich den Abend gemütlich ausklingen lasse. Bald gehe ich ins Bett, denn am nächsten Morgen will ich früh raus, um dann bis nach Halali zu fahren.
Kosten: 80.- pro Person plus 10.- Nam$ NP- Eintritt
Champagner8'681 Beiträge · seit 201021. Feb. 2017 · #47
fotomatte schrieb: am Wasserloch von Andoni hat es nichts Besonderes, bis auf diesen merkwürdig daliegenden Blue crane, oder Paradieskranich. Zuerst denke ich, der Vogel ist tot, denn er liegt langgestreckt auf dem Boden. Später hebt er wenigstens den Kopf und hechelt mit offenem Schnabel, bewegt sich aber nicht weiter. Und das in der prallen Mittagssonne. Komisch. Erst zuhause kann ich das Rätsel um dieses Verhalten. auflösen. Der Vogel ist keineswegs tot, oder auch nur "gestört". Er sitzt auf seinen Eiern und brütet und kann deshalb seinen Platz nicht verlassen.
🤩 Wie hast du das jetzt rausgefunden? Ich bin noch auf dem Stand "gestört" 😵 ......
Bei deinen Rätselvögeln mach ich nicht mit - ich sitz gerade frustriert mit meinen diversen Büchern auf der Couch und habe das Gefühl, das ALLE Vögel irgendwie gleich aussehen... vermutlich fehlt mir heute einfach die Geduld, die wurde tagsüber aufgefressen 😈
Ich lehn mich jetzt einfach entspannt zurück und schau mal, was die anderen meinen 😗
Achso - fast vergessen: nice pics mal wieder, vorallem die Hyäne, und der Elefant, und die Vögel, und........ - wobei ich mich immer mehr frage, ob mir das südliche Afrika in GRÜN gefallen wird...irgendwie verdammt gewöhnungsbedürftig, diese Farben! Nicht dass ich den Regen nicht gut fände!!! 😕 aber da kann ich ja gleich daheim bleiben.... 🙄 .
Ha, Bele und Matthias, Ihr glaubt doch wohl nicht, dass sich hier jemand traut, den Rätselvogel des Supervogelexperten zu identifizieren und sich womöglich zu blamieren........ Viele Grüße CuFs
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200921. Feb. 2017 · #49
Hi,
leider ist mir gerade der letzte Teil des Tages abgeschmiert, und ich habe grad keine Lust mehr, alles nochmal neu zu schreiben. Ich ärgere mich schon die ganze Zeit mit ewig langen Ladezeiten rum. Muss mal schaun, ob ich die Bilder deutlich verkleinert bring. So macht das keinen Spaß.
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201121. Feb. 2017 · #50
Hallo Matthias, Du schreibst: „So macht das keinen Spaß.“ Ich glaube, Du befindest Dich hier in einem fundamentalen Irrtum: Das RB-Schreiben soll nicht dem Schreiber, sondern dem Leser Spaß machen – und das macht Dein RB! Also schnell weiterschreiben, und zwar dalli, dalli! 😉 (Liebe Bele, ich nehme an, dass dies auch in Deinem Sinne ist! 😗 )
Guggu2'261 Beiträge · seit 201121. Feb. 2017 · #51
Hallo Mathias, sehr schön, dass es hier endlich weiter geht. 😛 😎 Für Mithilfe beim bestimmen der Rätselvögel bin ich die Falsche, aber ich genieße deine Pics, auch von den 4-Beinern. Sehr, sehr schön. Ich habe meine Reiseberichtstexte alle im Word geschrieben und dann hineinkopiert. Zum Fotos verkleinern habe ich eine Freeware von Traumflieger heruntergeladen. Ganz easy und schnell. Und ein bisschen zügiger könntest du schon schreiben ......... 😗 😣
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200921. Feb. 2017 · #52
Sodele,
ich habe nochmal neu geschrieben, und nach langer Ladezeit hat es jetzt den letzten Teil im Bericht.
@ Bele: Etwas Geduld bitte, zu den Blue Cranes ( weil die mir besonders am Herzen liegen) wird es noch ein eigenes Kapitel geben. Und wenn dir das viele Grün nicht gefällt und du überlegst, über Ostern lieber hier zu bleiben, lass es mich wissen. Ich fahr auch dreimal nach Afrika. 🤪
@Cufs: Friederike ( nehm ich mal an), ich habe ja selbst schon des Öfteren daneben gehauen, also Blamieren gibt´s nicht. Und den Supervogelexperten kannst du ganz schnell vergessen. Im Zeugnis würde stehen: er hat sich stets bemüht. 😊
@KarstenB : das mit dem "fundamentalen Irrtum" kann ich verschmerzen, dem unterliege ich öfter. ( siehe CuF )
@Guggu : Könnte, hätte, sollte. Oder: Hätte, hätte, Fahrradkette. So ist das mit dem Konjunktiv. 🤪 Ich freu mich, wenn´s gefällt.
Champagner8'681 Beiträge · seit 201022. Feb. 2017 · #55
fotomatte schrieb:
@ Bele: Etwas Geduld bitte, zu den Blue Cranes ( weil die mir besonders am Herzen liegen) wird es noch ein eigenes Kapitel geben.
Da bin ich schon sehr gespannt drauf! Echt jetzt.....! Wann kommt das Kapitel???? *quengel" *nerv* 🤪
Womit wir beim Thema wären: KarstenB schrieb:
Also schnell weiterschreiben, und zwar dalli, dalli! 😉 (Liebe Bele, ich nehme an, dass dies auch in Deinem Sinne ist! 😗
Aber sicher doch, liebster Karsten 😘 ! Nur wage ich so einen Ton schon lange nicht mehr - ich werde nämlich immer öfter hier gemobbt und als Dränglerin hingestellt.... 🙄 😵 😮 😗 😗 😗 😗
fotomatte schrieb:
Und wenn dir das viele Grün nicht gefällt und du überlegst, über Ostern lieber hier zu bleiben, lass es mich wissen. Ich fahr auch dreimal nach Afrika. 🤪
😄 - Hast du vergessen, wer da noch alles mit unterwegs sein wird? Du kennst die drei - und ich glaube nicht, dass sie unbedingt deinen harten Auswahl-Kriterien für Reisebegleiter entsprechen würden 😛
Ansonsten: ich wäre bereit fürs nächste Kapitelchen.... 😗 😎 !
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200923. Feb. 2017 · #57
Hallo,
schön, daß sich doch noch jemand für die zugegeben schwierigen Rätselvögel interessiert, aber ich habe die ja eingestellt, weil ich mir selbst nicht sicher bin. Wenn man alles weiss, isses doch langweilig....
@ CuF : Friederike, die Richtung Warblers stimmt schon, musst noch etwas weiter nach hinten gehen im Buch.
@ Daxiang : Konni, hundert Punkte. Den hatte ich auch in Verdacht. Theoretisch käme auch die "Tinkling Cisticola" in Frage, die sollte aber einen deutlicheren Überaugstreif haben.
@ Bele : Äähm, bevor du quengelst, da ist noch ein Rätsel offen... 😗 Und was bitteschön soll "meine harten Auswahl- Kriterien für Reisebegleiter" heissen? 😵 Schön, daß du fürs nächste Kapitelchen bereit bist, die Bilder sind rausgesucht und verkleinert, mal schaun, ob´s funzt.
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201623. Feb. 2017 · #58
Hallo Matthias,
habe deinen Bericht gerade erst bemerkt und begleite dich gern auf deiner Spontantour. Unserer gefiederten Freunde interessieren mich zunehmend, daher freue ich mich darauf, was "Just birds" für uns bereit hält.
fotomatteThemenstarter2'516 Beiträge · seit 200923. Feb. 2017 · #59
Mittwoch, 18. Januar :
Das Wetter schaut gut aus, und so bin ich früh auf den Läufen, um möglichst kurz nach Toröffnung am Eingang zu sein. Vor mir steht schon ein Tourfahrzeug, also muss ich warten. Als ich dran komme, telefoniert die Offizielle erst mal lang und breit privat, und bequatscht dann das Ergebnis ihres Gesprächs mit anderen Anwesenden. Es zieht sich, bis sie überhaupt Notiz von mir nimmt. Den Servicegedanken jedenfalls hat diese Dame des MET noch nicht verinnerlicht. Ich wünsche den Eintritt für fünf Tage, vielleicht möchte ich vor Ort erhöhen auf sechs Tage. Das wäre kein Problem, sagt sie. Als ich das ausgedruckte Permit in die Hand bekomme, lautet es auf vier Tage. Nichts wie weg hier.
Wieder muss ich zunächst nach Namutoni, um hier den Eintritt zu bezahlen. Dann fahre ich über Chudop, wo ausser ein paar heftig streitender Zebrahengste nichts los ist, weiter Richtung Westen. Bald passiere ich eine Gruppe Arbeiter, die mit ihren Gradern etwas abseits stehen. Alle Mann stehen sie auf den Dächern, komisch. Ich denke mir nichts weiter dabei, später erfahre ich, dass es sich ein Rudel Löwen im Schatten der Grader bequem gemacht hat.
Vor mir liegt eine Schlange auf der Pad, die sich aber bei langsamer Annäherung schnell verdrückt. Ich versuch, sie zu fotografieren, sie ist aber zu schnell. Aber plötzlich habe ich dafür ein anderes Reptil im Sucher.
eine Agame, die ich ohne die Whip Snake sicher nicht entdeckt hätte. Neben mir hält ein Tourauto, und ich weise auf die Schlange hin, die eine Gästin laut quietschend dann auch sieht.
Weiter fahre ich abseits der Hauptpad über Okerfontein.
Red-breasted Swallow
Monotonous Lark, oder Sperlingslerche
Ein Hilux hält neben mir und man fragt, was es denn zu sehen gibt. Ich weise auf den Vogel hin, und wortlos fahren die Safaristas weiter.
sollte wieder eine Sabota- Lerche sein, oder?
Häherkuckuck, den ich recht lange beobachten kann, wie er einen Busch nach dem anderen genau inspiziert. Erneut hält ein Auto und ich werde gefragt, was es denn so gibt. Der Hinweis auf den Great Spotted Cuckoo erntet diese Mal immerhin ein gedehntes "Aaah".
hier gibt es aber auch immer wieder Springbockgeissen mit ihren puscheligen, frisch gesetzten Kitzen.
Hinter Springbokfontein halte ich bei der ausgewiesenen Toilet und Picnic- Site, um mir die Beine etwas zu vertreten. Richtig vertrauenserweckend ist das ganze nicht, denn der Schutzzaun ist an mehreren Stellen desolat und liegt auf dem Boden.
Auf der Hauptstrasse entdecke ich wieder eine Schlange, leider ist sie überfahren worden.
Ich fahre weiter über die Nebenstrasse über Goas und Noniams recht ereignislos durch ziemlich dichten Mopanebusch und erreiche gegen Mittag Halali. Hier checke ich für zwei Nächte ein und suche mir einen Stellplatz ganz hinten direkt am Zaun. Ich stelle schon mal das Zelt auf, richte Tisch und Stuhl und esse eine Kleinigkeit. Jetzt in der Mittagshitze lohnt es sich nicht, rauszufahren, deshalb statte ich dem Pool einen Besuch ab, und döse dann auf einem Liegestuhl unter der Schattengaze ein. Als ich wieder erwache, habe ich mir einen Sonnenbrand eingefangen.
So gegen halbvier Uhr starte ich wieder, das Licht wird langsam akzeptabel.
ich brauche eine ganze Weile, bis ich diesen Quäker bestimmt habe, es ist ein junger Wattled Starling, der laut nach Futter begehrt. Wieder hält ein Auto, wieder wird gefragt, was ich denn so sehe mit meinem Fernglas. Dieses Mal gibt es ein deutsches "Ach so" zur Antwort. In mir keimt ein Gedanke, was ich die nächsten Male sagen werde, und nebenbei ist der Titel meines zu schreibenden Reiseberichts geboren. "Just birds" halt. 😎
S.C., oder Perlhuhn
Red-capped Lark. Sie ist das Highlight auf der Fahrt zum Etosha Lookout. Ansonsten: nichts, nur flirrende, tote Salzpfanne.
Auf dem Rückweg entdecke ich ein Rhino, das aus den Büschen kommend äsend direkt auf mich zu hält.
der Bulle hält weiter frontal auf mich zu, und sicherheitshalber bringe ich wieder etwas Distanz zwischen uns.
genau da, wo ich gerade eben noch gestanden habe, kreuzt das Black Rhino die Pad und trottet weiter über die offene Pläne.
Bei Nuamses geht ein Schwarm Schmarotzermilane runter, sicher mehr als fünfhundert Vögel. Inmitten des Schwarms kann ich einen Zwergadler ausmachen, dieser zieht aber hoch weiter.
jüngerer Schmarotzermilan
und ein adulter Vogel
ein Trupp Streifenmangusten marodiert durch die Gegend
und direkt am Strassenrand finde ich ein Paar Nachtflughühner. Die findet man eher selten bei Tageslicht.
beim Wasserloch Goas verkürzt mir diese junge Hyäne meine Wartezeit, und gegen Sonnenuntergang fahre ich zurück ins Camp.
Nachdem ich mein Abendessen hinter mich gebracht habe, statte ich gegen halbzehn Uhr dem beleuchteten Wasserloch einen Besuch ab. Neben zwei Schleiereulen, die versuchen, ein paar Motten zu fangen, aber direkt von den hier residierenden und zwei noch kleinen Küken führenden Waffenkiebitzen heftig attackiert werden, und ein paar Night Jars, die ebenso von den ums Licht schwirrenden Insekten etwas abhaben wollen, schauen ein ganzes Rudel Hyänen vorbei. Sie trauen sich aber erst ans Wasser, als ein hier trinkendes Black Rhino seinen Durst gestillt hat und wieder im Dunkel der Nacht verschwunden ist.
Gegen halbzwölf Uhr habe ich genug, und gehe ins Bett.