EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200601. Dez. 2016 · #101
Gegen 14 Uhr wurden wir glücklich, aber müde wieder an der Pension abgeliefert. Dort machten wir eine gemütliche Mittagspause in Meikes Garten.
Dann packten wir wieder das gesamte Fotogeraffel und fuhren in den Süden von Walvis Bay zu den Flamingos. Auf dem Weg dorthin kamen uns immer wieder Polizeiautos entgegen, plötzlich sogar auf unserer Spur. Zusammen mit dem Auto vor uns blieb uns nichts anderes übrig, als sehr spontan auf den Seitenstreifen auszuweichen. Das war gar nicht so ungefährlich, da dieser sandig und unbefestigt war. Kurz darauf passierten uns mehrere Polizeiwagen, die ein paar schwarze Autos mit Flaggen am Kotflügel eskortierten. Wir hatten ja nichts dagegen, den Präsidenten oder wen auch sonst Wichtigen vorbeizulassen, aber uns einfach mit Gewalt von unserer Fahrspur zu drängen, war schon recht fragwürdig und hätte auch leicht schief gehen können. Bei den Salzfeldern standen tausende Flamingos. Einige Zeit folgten wir der Spur Richtung Pelican Point und sahen auch noch andere Wasservögel.
Zwergflamingo
Fahlregenpfeifer
Danach stellten wir das Auto bei der Pension ab und liefen zur Jetty, wo wir einen Tisch zum Sonnenuntergang reserviert hatten. Ganz außen auf dem Landungssteg ließen wir uns Sushi Oryx und Kingklip schmecken. Uwe nahm sogar noch einen total leckeren Schoko-Vulkan zum Nachtisch. Bei milden Temperaturen liefen wir zurück, duschten und gingen ins weiche Bett.
zauberhaft, die amüsante Bilder-Geschichte über „Das kleine Chamäleon Nimmersatt“. 😁
Wahrscheinlich war das Erste noch satt von gestern... sie werden ja täglich gut gefüttert. 🤪
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200902. Dez. 2016 · #105
Hallo Muckels,
gerade merke ich, daß ich schon ein paar Jährchen nicht mehr in Swakop und Walvis war, da muß ich wohl was dran ändern. Sehr gefreut habe ich mich über den Skorpion und die Hornviper. Die Chamaeleon- Fütterung erzeugt bei mir immer ambivalente Gefühle. Klar, es ist schon eindrücklich, wie schnell diese Zunge ist, aber eigentlich bin ich kein Fan solcher "Folklore- Veranstaltungen".
Goldmull795 Beiträge · seit 200702. Dez. 2016 · #106
Liebe Ruth und Uwe, einfach toll eure Bilder von der Living Desert Tour- diesmal mit einem Anbieter, den wir noch nicht kennen. Wir waren vor ein paar Wochen mit Chris unterwegs und auch zufrieden - allerdings wurde dabei die White Lady Spider aus ihrem Versteck geholt. Sehr gefallen hat mir die Chamäleon-Serie mit Dauerfeuer u. die superscharfen Nahaufnahmen in der Namib von weiteren Tieren und Pflanzen. Fazit: Da müssen wir wieder hin!
LG, Gerd
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201402. Dez. 2016 · #107
Hallo ihr Zwei,
das sind wieder super Bilder die ihr da zeigt! Da werden schöne Erinnerungen wach und ich könnte direkt nach Swakop fahren.
Vielen Dank fürs Zeigen - das ist genau das Richtige bei so trübem Wetter.
Sasa2'391 Beiträge · seit 201603. Dez. 2016 · #110
Hallo ihr beiden, es könnte sein, dass wir am selben Tag von Walvis Bay nach Swakop gefahren sind, als ihr in entgegengesetzter Richtung unterwegs wart. Wir hatten nämlich auch den langen Convoi mit dicken Staatskarossen. An der Strasse vorbei waren alle Parkplätze gesperrt, so dass wir nicht am Meer anhalten konnten und überalle waren Wachleute und Polizei. Das muß am 22.7.2016 gewesen sein. Allerdings paßt der Sonnenschein auf euren Bildern nicht zu unserem Wetter. Wir hatten dicken Nebel morgens und am nächsten Tag bei der Desert Tour war es sehr bedeckt und kalt. Stubsi erzählte auch, dass sie im Sossusvlei eine Führung hatten bei der der Guide auch keine White Lady ausgraben wollte, weil sie dann seiner Meinung nach sterben würde. Sie könnte sich in dem heissen Sand nicht wieder tief genug eingraben. Sie braucht ca. 2 Wochen für die Röhre in der sie unter dem Sand sitzt. Mir hat das sehr zu denken gegeben. Bei unserer Tour haben wir die White Lady gesehen und ich hoffe, dass sie wegen der tiefen Temperatur überlebt hat. Wenn das aber wirklich so ist, dann sollte man bitte bei zukünftigen Desert Touren die Guides darum bitten die White Lady nicht auszugraben.
tiggi1'558 Beiträge · seit 201103. Dez. 2016 · #111
Hallöchen, ein Chamälchen-Nimmersatt 🤩 , das ist klasse, sehr unterhaltsam und lässt mich vor Neid erblassen, da mir immer die Schärfe bei solchen Aufnahmen fehlt! 🙄 Bisher hörten wir immer von der Living-Deserttour oder der Sandwich Harbour Tour, nun gibt es wieder einen Grund, einen Zwischenstopp in Swakopmund einzuplanen. Eine neue Idee! Ganz lieben Dank für das Präsentieren solcher Aufnahmen!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200603. Dez. 2016 · #112
@lilytrotter und Matthias: Die Show-Fütterungen der Chamäleons sind sicherlich nicht unumstritten. Auch wir haben dabei ambivalente Gefühle. Aber in dieser Situation überwog bei uns die Lust, ein paar schöne Fotos zu machen.
@Gerd: Für uns war es die dritte Living Desert Tour bei Swakopmund, und es macht immer wieder Spaß. Alle paar Jahre kann man das wiederholen.
@Konni und Dagmar: Wir lieben Swakopmund und verstehen nicht, dass manche von einem Aufenthalt dort abraten. Aber so verschieden sind die Geschmäcker.
@Sasa: Das war nicht am selben Tag. Wir waren am 17. Juli auf der Straße zwischen Swakopmund und Walvis Bay unterwegs. Zur Dancing White Lady: Bei unseren früheren Wüstentouren wurde diese Spinne auch ausgegraben und bestaunt. Aber wir können sehr gut nachvollziehen, dass man ihr damit keinen Gefallen tut. Vielleicht verhält es sich mit dem Füttern der Chamäleons aber auch so.
@lilytrotter und Biggi: Die Idee mit dem Nimmersatt-Chamäleon kam uns erst beim Einstellen des Berichts, und wir haben die passenden Zeilen noch ergänzt. Irgendwie passte das.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200604. Dez. 2016 · #113
Tag 11 – Montag, 18. Juli 2016 – Ein Tag am Meer
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Wir schliefen aus und gingen gegen acht Uhr zum Frühstück. Im Gegensatz zu gestern schien bereits die Sonne von einem blauen Himmel. Im Namibia-Forum hatten wir gelesen, dass ab Ende der Woche eine Kaltfront mit minus 10 Grad im Süden vorhergesagt ist. Davor haben wir ein bisschen Angst, weil wir genau dann im KTP sein werden, wo es erfahrungsgemäß ohnehin immer recht kalt ist. Wir werden sehen. Nach dem Frühstück gingen wir zu Fuß in die Innenstadt und bummelten ein wenig durch die Geschäfte. Ruth fand einen weißen Hosenrock und ein graues Kleid. Beides wanderte in die Einkaufstasche. Außerdem sprachen wir ein paar Makalani-Nussschnitzer an und gaben zwei Spezialmotive in Auftrag. Ruth brauchte einen Schlüsselanhänger für ihr neues erstes Schuljahr. Diesmal handelte es sich auch um ein für Namibia einfaches Motiv – einen Elefanten. Beim letzten Mal hatte es der Schnitzer mit dem Känguru noch schwerer. Während die Schnitzaufträge in Arbeit waren, tranken wir einen Kaffee bzw. Kakao. Anschließend waren die Nüsse fertig und wirklich schön. Leider wollte der Schnitzer eine viel zu hohe Summe für seine Arbeit. Wir hatten es versäumt, den Preis vorher auszuhandeln und versuchten, ihn auf den Teppich zurückzuholen. Obwohl er die Nüsse mit der Sonderanfertigung bestimmt an niemand anderen mehr losgeworden wäre, diskutierte er immer weiter und ließ sich nicht auf unsere Preisvorschläge ein. Die Verhandlungen waren wirklich anstrengend. Schließlich dauerte es uns zu lange, und wir bezahlten etwas mehr, als wir vorgehabt hatten. Zurück an der Pension trafen wir Sönke, Sandra und Lia, die gerade von ihrer Living-Desert-Tour zurückgekommen waren. Voller Begeisterung erzählten sie von ihren Tiersichtungen. Bei einer Mittagspause pirschte Ruth wieder mal den Vögeln im Garten hinterher.
Wellenastrilde
Maskenweber alias BVB-Weber 😉
Gemeinsam mit unseren Freunden liefen wir nochmal in die Stadt und setzten uns vor ein Café. Wir aßen Burger, Bagel, Omelett und Kuchen. Danach trennten wir uns wieder. Wir gingen zum Strand und liefen zum ersten Mal bis zur Tiger Reef Bar. Die hatte zwar heute geschlossen, aber eigentlich ging es uns um die kleine Lagune zwischen der Bar und der Swakopmündung, wo viele Wasservögel zu finden waren. Wir konnten sie zwar aus der Ferne sehen, wollten aber auch gerne Fotos machen. Daher liefen wir schnell zurück zur Pension und holten das Auto und die Kameras. Damit konnten wir dann einige Wasservögel erwischen.
Hier brauchen wir Hilfe bei der Bestimmung. Sieht aus wie eine junge Möwe.
Dreibandregenpfeifer
Weißbrustkormoran
Graureiher
Um die Vögel nicht zu verscheuchen, pirschten wir sehr langsam und vorsichtig an sie heran. Nach jedem Schritt blieben wir stehen und versanken dabei zunehmend in einem Salz-Matsch-Gemisch, je näher wir dem Wasser kamen. Unsere Schuhe waren dick verklebt und rochen nicht besonders angenehm. Rosapelikan
Teichhuhn
Kapstelze
Säbelschnäbler
Eilseeschwalbe
Seidenreiher
Hirtenregenpfeifer
Zum Sonnenuntergang liefen wir nochmal zur Jetty.
Danach fuhren wir zurück in die Pension, duschten und machten uns fertig. Erneut ging es, diesmal zu Fuß, hinunter zum Meer. Es war kurz nach Sonnenuntergang, und wir erlebten einen Himmel in Dunkelorange.
Unser Tisch im Tug wartete auf uns, und ein junger Kellnerlehrling freute sich, mit uns seine ersten Erfahrungen zu sammeln. Er war sehr bemüht, sein Timing jedoch nicht immer ganz passend. Wir ließen es uns gutgehen. Nach der Bruschetta-Vorspeise, die wir uns teilten, aßen wir scharfen Blackened Fish und ein Oryx-Steak. Es gab reichliche Beilagen und Rotwein. Nach dem Essen bekam Uwe eine tolle Nachspeise (ähnlich der von gestern mit flüssigem Schokoladenkern), und Ruth bestellte einen Cocktail.
und zu den "Show-Fütterungen" der Chamäleons - wir wissen garnicht, dass die umstritten sind und wir haben da auch keinerlei ambivalente Gefühle. Im Gegenteil, wir finden, dass es eine gute Idee ist, diese Touren ins Leben gerufen zu haben und einen neuen Blick auf die "Kleinen" zu erhalten, denn die meisten Menschen hätten sonst nie die Chance diese Tiere jemals zu sehn und ein Gefühl dafür zu erhaschen, dass es in der Sandwüste Leben gibt. Es gab einfach nur schon soviele lustige Gespräche über diese Touren, bei denen bei km 6 im Dollarbusch das dicke Chamäleon wartet und bei km 13 die faule gedopte Hornviper (nein, wir unterstellen da nix, es sind nur die lustigen Gespräche am Lagerfeuer...) und bei km 15 immer die gleiche weiße Spinne täglich neu entdeckt und ausgegraben wird, mittlerweile wohlmöglich traumarisiert... 😉 😄 und welche Hautcreme der kleinen Echse wohl am besten schmeckt, die den Touristen regelmäßig ans Ohr gehängt wird und was die wohl dabei denken würde, wenn sie denken könnte... 😎 ...usw. 😄 🤪 - wir finden das alles o.K.. und wir hätten so eine Tour auch schon gemacht, wenns zeitlich gepasst hätte.
Das nur mal so als Ergänzung zu den Fütterungen und den Little Five, die vor einigen Jahren in den einschlägigen Zeitschriften zur Sensation hochgespielt wurden. Wir können da für uns nix Ambivalentes dran entdecken.
Grüßles von lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Dez. 2016 · #115
Hallo lilytrotter,
wir finden die Touren auch klasse und fahren gerne mit. Wir sind uns nur nicht sicher, ob man den Chamäleons einen Gefallen tut, wenn man sie mit einem Mehlwurm nach dem anderen füttert. Junge Kelp Gull (Dominikanermöwe) tippen wir auch. Dankeschön.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Dez. 2016 · #116
Tag 12 – Dienstag, 19. Juli 2016 – Einkauf und Dünenspaziergang
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Wir konnten uns wieder Zeit lassen mit dem Aufstehen und Frühstücken. Wir genießen diesen „Urlaub vom Urlaub“ sehr, bevor wir wieder auf Camping wechseln. Nach dem Frühstück saßen wir noch einige Zeit mit Klaus und Meike zusammen und erzählten. Da der Fensterheber an Uwes Autotür ein komisches Geräusch von sich gab, wollten wir uns heute noch darum kümmern. Nicht, dass wir in zwei Wochen plötzlich die Scheibe nicht mehr bewegen können. So rief Uwe bei Savanna an und wurde zu Toyota geschickt. Dort konnte man auf die Schnelle nichts finden. Man müsse die Türinnenverkleidung entfernen, und dazu habe man erst heute Nachmittag Zeit. Bis dahin erledigten wir den Lebensmitteleinkauf für die kommende Woche. Bei Fruit and Veg fanden wir fast alles, insbesondere leckeres Müsli, Wildfleisch und Gemüse. Ruth bekam am Sushi-Stand ganz große Augen. Aber auch ein paar Süßigkeiten wanderten in den Einkaufswagen.
Den Rest kauften wir im großen Spar. Nutella fanden wir leider ausschließlich in kleinen Gläschen. Zurück in der Pension verstauten wir alles ordentlich im Wagen und füllten den Kühlschrank bis oben. Ruth wischte den Staub aus dem Innenraum. Kurz vor zwei fuhr Uwe wieder zu Toyota und schaute zu, wie der Mechaniker versuchte, das seltsame Knacken im Fensterheber zu lokalisieren. Dies war gar nicht so leicht. Nach einer halben Stunde und der Demontage der halben Tür war die Ursache gefunden: Das Halteband der Tür hatte, nur wenn diese geschlossen war, minimalen Kontakt zur herunterfahrenden Scheibe. Nachdem das Metallteil ein wenig bearbeitet war, schloss das Fenster wieder ohne Knacken. Uwe war froh und bedankte sich für den Einsatz. Ruth hatte in der Zwischenzeit das Geschirr von unserem letzten Picknick am Messum-Krater gespült und mit Meike gemütlich zusammen im Garten gesessen.
Zu dritt fuhren wir mit Hund Emmi an den Stadtrand und liefen eine Runde durch die Dünen. Wir dehnten unseren Spaziergang aus, sahen dutzende Bülbüls und liefen zum Sonnenuntergang auf eine hohe Sanddüne. Von dort sahen wir sowohl die rote Sonne im Atlantik versinken, als auch gegenüber den Vollmond aufgehen. Es war herrlich warm, wir genossen das Licht und die Stimmung. Wir fühlen uns in Swakopmund und insbesondere bei Meike und Klaus so wohl, dass wir hier problemlos Wochen verbringen könnten. Leider müssen wir morgen bereits wieder aufbrechen.
Zurück in der Pension hatte Ruth gerade noch Zeit zu duschen, bevor wir mit Sönke, Sandra und Lia zum Abendessen im Ocean Cellar verabredet waren. Dies ist eines von mehreren Restaurants im neuen Strandhotel und auf Fisch spezialisiert. Es gab Sushi und Hake-Stücke im Bierteig mit Remouladensoße und als Hauptspeise Kingklip mit superscharfer Peri-Peri-Soße. Den Ocean Cellar haben wir sicher nicht das letzte Mal besucht, denn alles schmeckte ganz hervorragend.
Am letzten Morgen in Swakop ließen wir uns Kaffee, Tee, Brötchen mit leckerer, selbstgemachter Guaven- und Orangenmarmelade, Wurst, Schinken, Käse, Toast und Müsli noch einmal besonders schmecken. Wir konnten uns gar nicht losreißen. Leider nahm auch dieses Frühstück ein Ende, und wir packten die restlichen Sachen nach und nach ins Auto. Der Kühlschrank war bis zum Rand gefüllt. Wir verabschiedeten uns herzlich von Klaus und Meike, was uns wieder nicht leicht fiel. Ruth hatte wie immer einen Kloß im Hals, als wir vom Hof fuhren. So schnell wie möglich erledigten wir noch letzte Kleinigkeiten: Bei Cymot kaufte Uwe einen Luftdruckmesser für die Autoreifen. Beim Spar kauften wir Brot und holten Geld. Gegenüber beim Metzger bekamen wir noch ein schönes Stück Oryx-Rauchfleisch. Nachdem wir auch das noch in den Kühlschrank gezirkelt hatten, verabschiedeten wir uns von Sönke, Sandra und Lia. Auf dem Parkplatz vor dem Spar wünschten wir uns eine gute Weiterreise. Endlich brachen wir auf. Inzwischen war es auch schon halb elf. Auf der Teerstraße fuhren wir Richtung Usakos. Immer wieder mussten wir Lastwagen überholen. Dann ging es über Okahandja Richtung Windhoek. Auf diesem Stück kamen wir nur langsam voran, weil die Großbaustelle noch immer mit Geschwindigkeitsbegrenzungen gespickt ist und weil der Verkehr das Überholen von langsamen Lastwagen fast unmöglich macht.
Auf dem Western Bypass umrundeten wir Windhoek und bogen auf die B1 nach Rehoboth.
Während der Fahrt aßen wir Biltong und Kekse. Heute gönnten wir uns keine Picknickpause am Straßenrand. Wir hörten Musik, oder Ruth las aus einem Buch vor. Die Sonne zauberte das schönste Nachmittagslicht über die ersten Ausläufer der Kalahari. Um halb fünf bogen wir kurz vor Mariental auf die C20 nach Osten ab. Uwe entdeckte im Feld neben der Straße ein Steinböckchen. Im ersten Augenblick hielt er es für ein Dikdik, aber als wir umdrehten und nochmal genauer schauten, erkannten wir die kleine Antilope. Am neuen Tor der Anib-Lodge war unsere Campsite-Reservierung vermerkt, und wir fuhren die wenigen Kilometer zur Lodge. Weit kamen wir nicht, denn plötzlich rief Ruth: „Anhalten!“ In ca. 50 Metern Entfernung bewegte sich neben der Straße ein Tier. Zuerst waren wir uns nicht sicher, ob es sich um einen Schakal oder eine Wildkatze handelte, aber dann waren wir uns sicher: ein Erdwolf. Was für ein Glück! Wir konnten auf die Schnelle und die Entfernung ein paar Schnappschüsse machen, bevor das scheue Tier von uns weglief.
Total euphorisch fuhren wir langsam vor und zurück, konnten den Erdwolf aber nicht mehr sehen. Weiter ging es. Nach nur ca. einem Kilometer passierte dasselbe auf der anderen Seite. Wieder ein Erdwolf. Wir waren uns relativ sicher, dass es nicht dasselbe Tier sein konnte, weil es in die entgegengesetzte Richtung davongelaufen war und uns außerdem in einem Bogen hätte überholen müssen. Was war denn hier los?
Die Anib-Lodge ist vor etwa einem halben Jahr neu aufgebaut worden. Die Rezeption mit integriertem Souvenirshop gleicht einer Empfangshalle. Alles sieht sehr schick und edel aus. Wir wurden nett empfangen und meldeten uns für das Abendessen an, das nicht wie früher als Menü, sondern als Büffet gestaltet ist. Wir bezogen unsere Campsite Nummer 1 und klappten das Zelt auf. Die Sonne war gerade untergegangen, als wir uns lange Hosen und Jacken anzogen. Sofort ging der rote Vollmond auf. Während wir noch versuchten, den riesigen Mond mit Hilfe des Stativs zu fotografieren, raschelte es neben der Campsite, und etwas kam zielstrebig auf uns zu marschiert. Wir wagten nicht, uns zu rühren, um das Stachelschwein, welches sich so leise genähert hatte, nicht zu verscheuchen. Es umrundete die Campsite und nahm leider schnell im hohen Gras der Kalahari Reißaus. Auch als wir mit der Taschenlampe hinter ihm her leuchteten, konnten wir es bald nicht mehr erkennen. Dann wurden unsere Blicke zum Himmel gelenkt, wo eine Sternschnuppe oder ein Komet schräg und hell über den Nachthimmel schoss und nach ein paar Sekunden verglühte. Nach der langen, anstrengenden Fahrt waren wir völlig überwältigt von den Ereignissen des Abends. Was hatten wir schon für Night-Drives Zeit und Geld investiert, um dann enttäuscht kaum etwas gesehen zu haben. Und hier gab es, obwohl wir eigentlich nichts Außergewöhnliches erwartet hatten, gleich zwei Erdwölfe und ein Stachelschwein kurz hintereinander. Das Abendessen fand in einem großen Saal statt. Das Büffet war sensationell. Wir probierten alles, was wir konnten und aßen Gemüsesuppe mit Croutons und Brötchen, Tomaten-, Gurken-, Kartoffel-, Nudel-, Möhren-, Schichtsalat, grünen Salat mit Feta und Oliven, Springbock-Schinken mit Senfsoße, Oryxfilet, Hecht, Pap, Reis und rote Beete und grüne Bohnen sowie verschiedene Soßen. Nachtisch waren Malvapudding und Schokoladeneis. Alles schmeckte hervorragend. Die Kellnerinnen waren sehr aufmerksam und sangen und tanzten zwischendurch. Wie wir es danach noch bis zum Auto zurück schafften, ist uns ein Rätsel.
Gromi1'415 Beiträge · seit 201411. Dez. 2016 · #118
😮 meine Güte 😮 was ihr so alles verdrücken könnt 🤢 neidvoll grüsst die (auf Vorweihnachtsdiät gesetzte) Gromi
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Champagner8'681 Beiträge · seit 201012. Dez. 2016 · #119
Eulenmuckel schrieb:
Hi Ihr Zwei,
sicher ahnt Ihr nicht zu welch großer Erheiterung eure Erdwolf-Sichtungen gestern noch beigetragen haben 😄 😄 😄 Erstaunlich welche Abgründe sich da bei einem neiderfüllten Fomi auftun können (den genauen Wortlaut werde ich hier nicht zitieren, liefere ich aber bei Gelegenheit nach 😉 ) - alleine für diese neuen Erkenntnisse herzlichen Dank, ich habe mich bestens amüsiert 🤪 .
Herzlichen Glückwunsch auf jeden Fall von meiner (! 😉 ) Seite aus zu den Sichtungen - und ich bin mir fast sicher, dass da noch so einiges dazu kommen wird, wenn Ihr mal den KTP erreicht habt. Wenn.....ja....wenn..... es geht hier doch recht schleppend voran, findet Ihr nicht auch?? 😗 😎 Ich fürchte das üppige Essen macht euch träge..... 😛
Schönen Abend anyway - und a liabs Grüßle von Bele
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200612. Dez. 2016 · #120
@Gromi: Das waren nur ganz kleine Portionen, und außerdem waren wir ja zu zweit. 😉
@Bele: Ja, ja, ja! Wir wissen, dass es gerade nicht besonders schnell vorwärts geht. Aber extra für dich haben wir nun noch eine Abendschicht eingelegt. Soso, ein neiderfülltes Fomi. Aber man muss auch jönne könne. Zur Info: Das Erdwolf-Niveau werden wir nicht halten können. Während unseres Aufenthalts im KTP waren wir uns mal wieder sicher, dass wir außerordentliches Pech haben und NICHTS entdecken – typische Selbstmitleidphase während tagelanger Gamedrives ohne spektakuläre Sichtungen.