Topobär5'479 Beiträge · seit 200902. Feb. 2017 · #261
Wir haben uns im Moremi auch immer einen schönen Picnic-Platz zum Frühstücken gesucht. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass es im Moremi außer bei den Blackpools keine offiziellen Picnic-Plätze gibt. Solange man damit niemanden stört, sehe ich darin kein Problem. Das Sicherheitsargument spricht meiner Ansicht nach auch nicht dagegen, denn ich habe manchmal den Eindruck, dass sich auf den Campsites mehr Tiere rumtreiben als im freien Gelände.
Champagner schrieb:Ahhh, das ist jetzt interessant - ich hatte mir da nie drüber Gedanken gemacht - aber jetzt wo du es sagst, fällt es mir wieder ein: wir sind anno 2014 auf der Bushways-Tour auch irgendwo zwischen South Gate und First Bridge zum Picknick ausgestiegen.... Das schien irgendwie ganz normal zu sein, war auf einer großen, trockenen, gut einsehbaren Fläche mit ein paar Bäumen. Wir standen da auch nicht versteckt, sondern direkt an der "Straße", also für Ranger jederzeit sichtbar. 😐 🤨 😕 Ich werd da bei Gelegenheit mal nachhaken 😎 .
Wenn ich mich richtig erinnere dann gibt es für Bushways und andere Veranstalter spezielle Picknick Stellen, so wie auch die Campingplätze. Im Chobe sind wir auch zu einer speziellen Stelle gefahren und durften dort aussteigen und das war kein markierter Rastplatz. So gedacht wie der Guide gerade in Chobe war die Regeln einzuhalten weil da so viele Ranger sind, kann ich mir nicht vorstellen dass das an einer eigentlich verbotenen Stelle war. Zum Campen steigt man ja auch an Stellen aus, die man nicht als Campingplatz identifizieren würde
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2017 · #263
Hallo Bele, Topobär und Matthias,
das Thema "Aussteigen im Nationalpark" ist schwierig. Im Etosha ist es zum Beispiel explizit verboten. In Botswana haben wir es nicht bei den angeschlagenen Regeln gefunden, daher nachgefragt und die Auskunft erhalten, dass es ebenfalls nicht erlaubt ist, weder für Touroperator noch für Privatfahrer.
Wenn man dennoch den Wagen für ein Picknick verlässt, ist es natürlich gut, wenn man darauf achtet, niemanden zu stören. Aber nur, weil die Campsites nicht eingezäunt sind und dort folglich auch Tiere herumlaufen, heißt das nicht, dass automatisch der ganze Park zum Rastplatz wird. Mit dem Argument könnte man auch überall im Park übernachten. Nicht jeder hinterlässt seinen Picknickplatz so, wie er ihn vorgefunden hat oder kann einschätzen, wo man gefahrlos aussteigen kann oder wo man tatsächlich niemanden stört. Wenn man sich selbst die Freiheit nimmt, überall im Park auszusteigen, herumzulaufen und ein Picknick zu machen, muss man das allen anderen auch zugestehen. Uns würde es stören, wenn an den schönsten Plätzen Campingtische und Stühle anstelle von Tieren stünden. Wir finden es auch nicht schwer, den Gamedrive so zu gestalten, dass wir in den Camps oder an den ausgewiesenen Rastplätzen Pause machen.
Jeder muss eigenverantwortlich entscheiden, wann er sich an welche Regeln halten möchte oder nicht.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2017 · #264
Tag 28 – Donnerstag, 4. August 2016 – Richtung Khwai
Xakanaxa, Moremi – North Gate, Moremi
Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf. Ein kühler Wind wehte. Wieder hatten wir noch im Zelt Löwenbrüllen gehört.
Wir tranken Kaffee und Tee, verabredeten uns für halb zehn am Xakanaxa-Gate und fuhren getrennt von den beiden anderen noch eine letzte Runde in der Gegend der Luigis Pools.
Gelbsteißbülbül
Gelbschnabelmadenhacker
Wir sahen die gleichen Tiere wie in den vergangenen Tagen: Glanzstare, Tauben, Impalas, Giraffen, Wasserböcke, Letschwes und Tokos. Ansonsten war es recht ruhig. Als wir gerade wieder nach Norden abgebogen waren, entdeckten wir in der trockenen Lehmpfanne ein Rudel Wildhunde. Fast hätten wir sie übersehen, denn sie lagen etwas entfernt und waren mit ihrem getupften, grauen Fell mit den braun-weißen Flecken optimal getarnt.
Mit einer solchen Begegnung hatten wir gar nicht mehr gerechnet und freuten uns sehr. Weniger erfreut war da wohl das Pavianmännchen, welches auch gerade auf dem Weg zum Wasser war. Als es die Hunde erblickte, stoppte es abrupt und setzte sich genervt und sichtlich gelangweilt auf einen umgestürzten Baum. Dabei ließ es die Hunde aber nicht aus den Augen.
Wir zählten 14 Wildhunde. Zunächst lagen sie faul herum, aber dann stand immer mal wieder ein Hund auf, ging ein paar Schritte und legte sich zu einem anderen. Ein paar Tieren sah man an den rot verkrusteten Gesichtern an, dass sie erst vor kurzem Beute gemacht hatten.
Wie der Affe die Hunde, so beobachteten auch die Hunde den Pavian.
Als dann auch noch seine komplette Sippschaft im Schlepp langsam nachrückte und Platz in den an die Lehmpfanne angrenzenden Bäumen nahm, waren die Hunde plötzlich auf hab Acht.
Ein besonders großes Affen-Männchen legte sich mit den Wildhunden an. Es brüllte laut und sprang auf zwei Hunde los. Die gingen zum Gegenangriff über, und im Nu war das gesamte Rudel auf den Beinen und alle Affen flüchteten in die Bäume.
Wir beobachteten das Spektakel gespannt. Die Affen führten sich auf wie toll, sprangen in den Ästen herum, wippten auf und ab und machten ein Mordsgeschrei. Den Hunden blieb nichts übrig, als schwanzwedelnd um die Bäume herumzulaufen und sich zu ärgern, dass sie die freche Bande nicht erreichen konnten.
Nun gut, sollten die Affen doch schimpfen und sich mächtig stark dort oben in den Bäumen vorkommen. Hier würden sie auf jeden Fall so schnell nichts zu trinken bekommen. Die Hunde beruhigten sich rasch und ließen sich wieder ein wenig entfernt auf dem Lehmboden nieder.
Allerdings nur so lange, bis die Paviane einen neuen Versuch startend von den Bäumen rutschten. Sofort war alles auf den Pfoten, und es ging wieder in die andere Richtung. So ging es ein paarmal hin und her, und keine der beiden Parteien wollte nachgeben.
Kappengeier
Als uns die Zeit knapp wurde, fuhren wir zum Gate, wo wir Sarah und Philipp trafen. Die beiden wollten auch gerne noch die Wildhunde sehen, und so fuhren wir noch einmal zurück. Tatsächlich war das Rudel noch da, hatte sich jedoch in der Zwischenzeit ein wenig in den Schatten zurückgezogen und war nicht mehr so leicht zu beobachten.
Von den Affen war nichts mehr zu sehen. Entweder waren sie bereits alle mit Haut und Haaren verspeist oder doch vernünftig geworden und hatten sich einen anderen Wassertümpel gesucht. Wir blieben noch eine ganze Weile bei den Hunden. Ein einzelner Impalabock kam ihnen auch ziemlich nah. Aber er war aufmerksam und sprang nach einigen kurzen Warnrufen in großen Sätzen davon.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200602. Feb. 2017 · #265
Erst am späten Vormittag machten wir uns auf. Der Fahrer eines entgegenkommenden Fahrzeuges erzählte etwas von drei Löwen am Airstrip. Es dauerte ein wenig, bis wir die schlafenden Männchen gefunden hatten. Da sie mal wieder faul in der Sonne und recht versteckt im Gras lagen, hatte es keinen Sinn, dort zu warten. Also brachen wir endgültig Richtung North Gate auf. Die Strecke war gut zu fahren. Wir wählten anstelle der Dry Route die direkte Verbindung zum Khwai. Dabei kamen wir zwar an eine Stelle, bei der der Weg im Wasser endete, es gab jedoch eine einfache Umfahrung. Ansonsten gab es keine einzige Wasserdurchquerung. Bei den Dombo Hippo Pools hielten wir an. Für uns war es der erste Besuch dort. Sobald wir den See erreichten, standen drei Elefanten in der Nähe unserer Wagen. Einer kam uns sogar recht nah, war aber sehr friedlich.
Ruth war trotzdem froh, dass Sarah und Philipp im Auto vor uns saßen.
Beim Hide stiegen wir aus und beobachteten eine Gruppe Flusspferde, die im Wasser lagen.
Auf ihren Rücken liefen ein paar Blaustirnblatthühnchen herum. Einige weitere standen am Ufer. Ansonsten waren Impalas, Letschwes und ein paar Warzenschweine anwesend. Es war sehr idyllisch.
junger Frankolin
Die restlichen Kilometer bis North Gate brachten wir schnell hinter uns, da wir Hunger hatten. Nach dem Einchecken bezogen wir unsere Campsite zwischen hohen Bäumen. Philipp machte Rührei mit Speck für alle in seinem Skottle. Wir steuerten lediglich ein paar Zutaten bei.
Als alle satt waren, spülten wir, und Uwe spannte zwischen Auto und einem Baum die Hängematte auf. Während er darin lag und etwas ausruhte, ging Ruth mit dem Fotoapparat auf Vogelpirsch. Da sie ewig verschwunden blieb, ahnte Uwe schon, dass sie etwas Besonderes entdeckt hatte. Recht versteckt in den Bäumen saßen ein paar hübsche Goldbugpapageien.
Auch eine Schar Brillenwürger hüpfte durch die Zweige. Einer von ihnen hatte gerade eine Raupe erbeutet.
Als Ruth gerade die Brücke über den Khwai erreicht hatte, kam ihr von der anderen Seite einer Trupp Paviane entgegen. Bestimmt 80 bis 100 Tiere enterten die Brücke und machten keine Anstalten, sich aufhalten zu lassen. Einem Auto, welches gerade die Brücke passierte, wurde geschickt ausgewichen, bevor alle zankend und kreischend ihren Weg fortsetzten. Ruth machte schleunigst kehrt. So ganz alleine war es ihr unter der Affenhorde doch nicht wohl. Sie lief flott zurück und brachte die ganze Bande mit ins Camp. Vorbei war es mit der Ruhe. Nach und nach zog ein Pavian nach dem anderen an unserem Lager vorbei. Aber wir ließen nichts herumliegen und hatten daher auch keine Verluste. Es war schon recht spät, als wir zu einem gemeinsamen Game Drive aufbrachen. Wir erkundeten das Gebiet westlich des Camps am Fluss. Dort durchstreiften wir das Gelände und sahen Impalas, Letschwes, Zebras mit Madenhackern und einige Flusspferde in den Pools am Fluss. Sie waren sehr aktiv und schnauften und prusteten.
Zurück im Camp richteten wir unsere Betten und machten Feuer. Zuerste wollte es nicht richtig brennen, weil das Holz etwas feucht war. Wir kochten Gulasch im Potije mit Nudeln. Es war viel, aber sehr lecker. Bereits während des Abendessens schauten immer mal wieder zwei Hyänen bei uns vorbei. Später kam eine einzelne, die kaum scheu immer näher lief, bis sie knapp zwei Meter neben uns stand. Irgendwann konnten wir sie vertreiben. Kurz darauf raschelte es schon wieder in den trockenen Büschen. Diesmal war es ein Honigdachs, der von einem Schakal begleitet wurde. Wir hörten Afrikanische Zwergohreulen, die Hyänen und kurz vor dem Einschlafen sogar Löwen. Ein Flughund fiepte im Baum.
jaffles1'312 Beiträge · seit 200603. Feb. 2017 · #266
Hallo Ihr 2,
so eine schöne Interaktion zwischen den Wildhunden und den Pavianen, ist schon etwas besonderes! Und überhaupt ist euer Reisebericht mit den tollen Fotos schon extrem schön 😘 .
Eulenmuckel schrieb:Hallo Bele, Topobär und Matthias,
das Thema "Aussteigen im Nationalpark" ist schwierig. Im Etosha ist es zum Beispiel explizit verboten. In Botswana haben wir es nicht bei den angeschlagenen Regeln gefunden, daher nachgefragt und die Auskunft erhalten, dass es ebenfalls nicht erlaubt ist, weder für Touroperator noch für Privatfahrer.
Wenn man dennoch den Wagen für ein Picknick verlässt, ist es natürlich gut, wenn man darauf achtet, niemanden zu stören. Aber nur, weil die Campsites nicht eingezäunt sind und dort folglich auch Tiere herumlaufen, heißt das nicht, dass automatisch der ganze Park zum Rastplatz wird. Mit dem Argument könnte man auch überall im Park übernachten.
Es gibt in Moreno, Savuti und Chobe Campsites für Veranstalter, die anders sind als die für Selbstfahrer und nur aus einer Nummer an einem Baum bestehen. Diese werden von den Veranstaltern wohl auch als Picknickplätze benutzt btw. es gibt ähnlich ausgestattete reine Picknickplätze. Das ist nicht einfach irgendwo, sondern an extra dafür gedachten Stellen. Insofern interpretiere ich die Aussagen auf deine Nachfragen so, dass es niemand erlaubt ist außerhalb der erlaubten Stellen auszusteigen, aber es gibt für Veranstalter halt andere/zusätzliche Stellen, die aber für uneingeweihte nicht leicht zu erkennen sind und aussehen wie mitten im Bush. (Wenn mans weiß findet man auch die Schilder mit der Campnr.) . Deswegen kann man ( zumindest mit Veranstalter) wohl beides, sich an der Regeln halten und trotzdem Picknick machen. Etosha ist anders, da gibt es (soweit ich weiß) keine extra Plätze für Veranstalter.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201003. Feb. 2017 · #268
_Matthias_ schrieb: Wenn ich mich richtig erinnere dann gibt es für Bushways und andere Veranstalter spezielle Picknick Stellen, so wie auch die Campingplätze.
Hallo Matthias,
ich kenne die HATAP-Campsites (zumindest einige davon) - aber ich glaube nicht, dass man auf denen eben mal so unterwegs Picknick macht (zumindest hab ich es noch nicht erlebt) und ich glaube noch weniger, dass es für die Veranstalter vor Ort spezielle Picknick-Sites gibt. Eher glaube ich da an ungeschriebene Gesetze 😉 (aber ich mag mich täuschen 😕 ). Auf jeden Fall werde ich wie gesagt demnächst vor Ort mal nachhaken....
Ingesamt mag ich weder die (manchmal etwas selbstherrliche) Art der Tourguides nach dem Motto "Uns gehört der Park" und "Selbstfahrer sind ein NO-GO", noch mag ich eben diese Selberfahrer, die meinen sie könnte machen was sie wollen im Park. Die Gefahr wird immer größer je mehr und "besser" die Parks besucht werden. Die Möglichkeit, sich Unarten von anderen abzuschauen (und eventuell tatsächlich zu glauben, es sei erlaubt) wächst dadurch zunehmend.
@ Eulenmuckels: auch wenn Wildhunde nicht zu meinen Lieblingstieren gehören (wobei ich sie natürlich höchst interessant finde, aber alleine ihre Art zu töten finde ich recht gruselig und optischen erfüllen sie auch nicht meinen "Niedlich"-Anspruch 😉 ): diese Aktion hätte ich schon seeehr gerne miterlebt!!!
Dass Ihr noch nie am Dombo Hippo Pool wart erstaunt mich jetzt schon - ist das nicht sogar die einzige Stelle im Moremi mit Hide und damit die einzig offiziell erlaubte Stelle um auszusteigen? Oder irre ich mich?
Schön auch die Entdeckung der neuen Vogelart Hippotrotter :
So, jetzt freue ich mich einfach auf weitere schöne Fotos - das Tatsache dass das Wochenende vor der Türe steht lässt Hoffnung aufkeimen 😗
BerndW487 Beiträge · seit 201203. Feb. 2017 · #269
Im Chobe (Riverfront) gibt es mindestens einen Strechout - Platz. Irgendwo lag da sogar ein Schild. In Savuti bin ich mir nicht sicher aber ich habe öfter Gruppen an dem selben Baum picknicken sehen. Es sind immer recht offene weite Plätze mit niedrigem Gras gewesen. In der Khwai Region gibt es mehrere Plätze und Moremi kenne ich keinen offiziellen. Bei einer kleinen Mittagsrast (open space) sehe ich wegen der Tiere weniger Problem, da ruhen (fast) alle. Aber überall Picknicktische wäre ein Graus. Ich werde demnächst mal genau nachfragen. Über das Ministerium kann man auch Genehmigungen für die HATAPs bekommen, man muss sich Gründe (Wildlife- Study...) und Nachweise haben.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Feb. 2017 · #270
@Matthias, Bele und Bernd: Ihr habt Recht. Wir kennen diese speziellen Campsites für Veranstalter und auch die Stretchpoints an der Chobe River Front. Beim Aussteigen geht es uns auch weniger um die Sicherheit als um die einfache Frage, ob es grundsätzlich erlaubt oder verboten ist. Daher interessiert uns, was ihr noch herausfinden könnt.
Ein herzliches Dankeschön auch an alle Mitreisenden und Danke-Button-Drücker. Wir sind im Moment recht eingebunden und kommen mit dem Bericht nur unregelmäßig voran. Schön, dass ihr immer noch dabei seid.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Feb. 2017 · #271
Tag 29 – Freitag, 5. August 2016 – Gehen wir heut‘ auf Löwenjagd?
North Gate, Moremi
Der Morgen war frisch, aber mit fünf Grad kein Vergleich zur Kalahari. Wir standen früh auf, packten zusammen und fuhren nach Osten, um das Gebiet am Khwai zu erkunden. Sarah und Philipp wollten sich nach dem Frühstück nach Xakanaxa aufmachen, um nach ihrer Wildkamera zu schauen, die sie dort vergessen hatten. Zunächst fuhren wir ein ganzes Stück durch Mopanegebüsch und Wald, bis wir dann ein paar Kilometer östlich des Gates an den Flutebenen des Khwai-Flusses herauskamen. Sofort sahen wir viele Letschwe-Antilopen und Wasservögel auf der Ebene. Bald entdeckten wir einen einzelnen Hornraben, der gemächlich durchs Gras schritt und nach Beute suchte. Dabei blähte er seinen roten Kehlsack auf und erzeugte einen tiefen, dumpfen Ton. Ab und zu schnappte er etwas zu Fressen auf und warf es in einem Schwung in seinen Rachen.
Nachdem wir über eine Viertelstunde vor und zurück gefahren waren, um den Vogel auch einmal im Profil und nicht immer nur im Weglaufen von schräg hinten zu erwischen, fuhren wir schließlich ein paar hundert Meter weiter um eine kleine Wasserstelle herum und blieben bei einer Herde Letschwes stehen.
Als wir zurückblickten, sahen wir genau an der Stelle, bei der wir den Hornraben beobachtet hatten, eine Herde Büffel aus dem Gebüsch marschieren. Sie liefen zum Wasser und tranken.
Da waren wir wohl ein wenig voreilig gewesen und wären besser noch etwas beim Hornraben stehen geblieben. Diese Ahnung verstärkte sich, als die Büffel plötzlich begannen, aufgeregt hin und her zu laufen. Mit dem Fernglas sahen wir im Gras einen männlichen Löwen, der sich ihnen zielstrebig näherte. Zunächst bewegte sich die Herde von dem Löwen weg, dann kehrten plötzlich alle Büffel um, stellten sich dem Verfolger entgegen und liefen los, worauf dieser abdrehte und die Flucht ergriff.
Auch wir wendeten unser Auto, weil wir näher am Geschehen sein wollten und fuhren schnell um den Teich herum zurück. Auf der anderen Seite erblickten wir noch einen zweiten Mähnenlöwen. Die beiden legten sich ein wenig abseits ins Gras und beobachteten die Büffelherde.
Inzwischen waren auch andere Fahrzeuge vor Ort und postierten sich. Uns war klar, dass früher oder später etwas passieren würde. Die Büffel waren unschlüssig, was zu tun sei, denn sobald sie den beiden Löwen ihre Hinterteile zuwandten, hefteten diese sich wieder an ihre Fersen. Blieben sie stehen und reckten ihnen ihre Köpfe mit den massiven Hörnern entgegen, hielten auch die Löwen respektvoll Abstand.
Zunächst standen wir sehr nah bei den Löwen, die sich abwartend im Gras niedergelassen hatten. Sie hatten keine Eile. Die Büffel marschierten wieder zum Wasser, aber es dauerte nicht lange, bis sie ihren Durst gestillt hatten und unruhig wurden. Sie liefen ein wenig hin und her und erregten so wieder die Aufmerksamkeit der Löwen, die sie nicht aus den Augen ließen.
Wir konnten die gesamte Szene nur gegen die Sonne beobachten und parkten unser Auto daher noch einmal um, so dass wir näher bei den Büffeln standen. Auf einmal liefen die Tiere los, und das genügte dem ersten Löwen um anzugreifen.
Er sprintete über die Ebene, und die Büffel preschten an uns vorbei dem nächsten Dickicht entgegen. Der Löwe beschleunigte und verschwand hinter der Herde im Gebüsch. Das ganze dauerte nur wenige Sekunden und passierte so nah an unserem Auto, dass wir mit den großen Objektiven etwas überfordert waren.
Nachdem keines der Tiere mehr zu sehen war, fuhren wir in einem großen Bogen auf einen Parallelweg. Doch auch dort war keine Spur mehr zu entdecken, geschweige denn ein Tier.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200606. Feb. 2017 · #272
Zurück in der Ebene sahen wir noch einige Vögel.
Helmperlhuhn
Langzehenkiebitz
Klunkerkranich
weibliches Schwarzkehlchen
Auf der Strecke zurück zum Camp kamen wir an einigen Hippos vorbei, die an Land standen. Der Weg führte unmittelbar neben der Gruppe entlang. Sie waren aber ganz friedlich und schauten nur, als wir sie passierten.
Bei einer Elefantenherde trauten wir und nicht vorbeizufahren. Sie stand nur fünf Meter von der Piste entfernt und hatte Jungtiere dabei. Daher wendeten wir und umfuhren sie weiträumig. Zurück im Camp machten wir eine lange Pause.
Wir füllten unseren Wassertank auf und frühstückten. Uwe aß Müsli, Ruth machte sich die restlichen Nudeln warm. Wir spülten, duschten und beobachteten ein paar Elefanten, die über die Nachbarcampsite spazierten.
Am Nachmittag kamen Sarah und Philipp zurück. Ihre Wildkamera hatte tatsächlich immer noch am Baum gehangen. Während die beiden sich ausruhten, drehten wir eine kurze Runde in östlicher Richtung. Dabei entdeckten wir gegen Ende fünf Büffel auf einer Ebene und eine kleine Herde Pferdeantilopen, die jedoch sehr versteckt im Gebüsch stand.
Nachtflughuhn
Bronzeflecktaube
Zusammen mit den beiden anderen fuhren wir über die Brücke nach Khwai Village und pirschten auf einer Strecke am nördlichen Flussufer.
Von dort hatten wir gutes Licht und sahen wieder viele Hippos, diesmal hauptsächlich im Wasser.
Auf der Ebene standen zwei schöne Sattelstörche, und es saßen vereinzelt Pratinkolen am Ufer. Diese Vögel hatten wir noch nie aus der Nähe gesehen.
Bruchwasserläufer
Sattelstorch
männlich
weiblich
Brachschwalbe
Auf dem Rückweg beeilten wir uns, um noch vor Schließung wieder in den Park zu kommen. Rechtzeitig fuhren wir wieder auf unsere Campsite. In der Zwischenzeit war offensichtlich eine Horde Paviane zu Besuch gewesen. Unsere Solar Jar lag ein wenig abseits, und die Affen hatten sie geöffnet, um ihren Inhalt auf Geschmack zu testen. Einige Schoten und Baumfrüchte lagen verstreut oder waren verschwunden. Wir sammelten die Perlhuhnfeder und die Stachelschweinborsten wieder ein, mussten aber leider auf den roten Sand aus der Kalahari verzichten. Zum Abendessen machten wir Rosmarinkartoffeln im Potije, grillten Fleisch, und dazu gab es einen gemischten Salat. Mit den Kartoffeln klappte es heute nicht so gut, weil wir die Hitze schlecht verteilten. Am Ende schmeckte es aber doch, und es blieb nichts übrig. Wieder besuchte uns ein Honigdachs, und eine Hyäne spazierte vorbei. Diesmal war sie aber nicht so neugierig. Im Zelt hörten wir sie heulen, Löwen brüllten in der Ferne, im Fluss raschelten Elefanten, und der Flughund fiepte.
toll, toll, toll. Ihr seit echt zu beneiden 😁 Ich hoffe, dass wir dieses Jahr im Moremi mehr Glück haben werden als beim ersten Mal. Ich freu mich schon so...bin auch gespannt auf den LC...wir werden dasselbe Modell testen 🙂 Schreibt schnell weiter....
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200909. Feb. 2017 · #274
Hallo, ihr Muckels,
habe gerade euren Bericht aufgearbeitet und mich an den Fotos gelabt. Das ? halte ich für einen weiblichen Stonechat, habe aber gerade meinen Führer nicht zur Hand, der ist noch nicht ausgepackt. Aber die Braunkehlchen sollten zu der Zeit in Europa sein.
Freue mich schon auf die Fortsetzung, ganz liebe Grüsse, Matthias
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Feb. 2017 · #275
@Fleur: Wir drücken euch die Daumen für viele schöne Tiersichtungen im Moremi. Und das Auto ist eh toll.
@Matthias: Da warst du aber flott. Kaum zurück und schon wieder im Forum aktiv. Danke für die Idee mit dem Schwarzkehlchen. Ganz sicher sind wir uns damit aber nicht. Unser Vogel wirkt etwas dunkler.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200610. Feb. 2017 · #276
Tag 30 – Samstag, 6. August 2016 – Abschied vom Moremi
North Gate, Moremi – Baines Baobabs, Nxai Pans
Unser letzter Morgen im Moremi brach an. Auch vor dem Aufstehen hörten wir noch den Flughund und die Hyänen. Dann sangen die Coucals, die Frankoline schnatterten, und die Tauben stimmten ihr Lied an. Wir standen auf und packten zusammen. Bei der Nachbarcampsite sahen wir, wie ein großer Pavian etwas aus dem offenen Auto stahl, während die Bewohner einige Meter entfernt den Sonnenaufgang beobachteten. Während Sarah und Philipp noch Kaffee tranken, fuhren wir eine kleine Runde um die Pfanne hinter dem Khwai Camp. Dann brachen wir zusammen auf Richtung South Gate. Die direkte Verbindung war wie immer gut zu fahren, und wir brauchten eine knappe Stunde. Ruth war ein wenig enttäuscht, dass wir keinen Game Drive am Khwai mehr machen konnten, da sie gehofft hatte, noch einmal die Löwen zu sehen.
Am South Gate verließen wir endgültig den Moremi und begaben uns auf die schreckliche Piste nach Maun. Auch eine Woche später fühlte sie sich immer noch fürchterlich an. Aber auch diese Etappe ging vorbei. Vor Shorobe hielten wir, um Luft in die Reifen zu füllen und Brennholz zu kaufen.
In Maun trafen wir uns bei Hilary’s zum späten Frühstück, das gleichzeitig unser Abschiedsessen war. Sarah und Philipp hatten spontan noch ein paar Nächte in Savuti buchen können. Nach leckeren Sandwiches und Kaffee verabschiedeten wir uns von unseren Reisepartnern, mit denen wir ein paar sehr schöne Tage verbracht hatten. Dann ging es zum Einkauf in den Supermarkt. Wir kauften Lebensmittel für die nächsten Tage. Mit frischen Vorräten verließen wir die Stadt nach Südosten. Die Straße Richtung Nata zog sich dahin, und nur am Vet-Fence hielten wir kurz an, um unsere Schuhe auf einer feuchten Matte gegen die Übertragung von Maul- und Klauenseuche zu desinfizieren. Am Gate des Nxai-Pans Nationalparks bezahlten wir den Parkeintritt. Parallel zu der bisherigen Pad nach Norden war ein bisschen weiter westlich eine neue, angeblich bessere Spur erstellt worden. Wir ließen wieder Luft aus den Reifen, und während wir die neue Straße fuhren, fragten wir uns, wie die bisherige sich in noch schlechterem Zustand befinden sollte. Grobes Wellblech und tiefe Bodenwellen schüttelten den Wagen und uns durch. Nach einigen Kilometern und unerwartetem Gegenverkehr von ca. fünf Wagen bogen wir nach Osten zu den Baines Baobabs ab. Der Weg führte durch weite Grasebenen, und wir sahen viele Termitenschmätzer und Steinböckchen.
junger Marico-Flycatcher
Termitenschmätzer
Kurz vor unserem Ziel überquerten wir eine Salzpfanne.
Die Insel mit den eindrucksvollen Baobabs lag wunderschön im Abendlicht, und wir hatten den einmaligen Ort für uns alleine. Wir spazierten ein wenig um die Bäume herum und freuten uns über die Ruhe. Bei unserem letzten Besuch waren hier mehrere Autos gewesen, und eine große Kinderschar hatte für richtig Remmi-Demmi gesorgt. Nachvollziehbar, da es wirklich Spaß macht, die Bäume zu erklimmen und endlich einmal nicht im Auto sitzen zu müssen. So einsam war es uns trotzdem lieber.
Dann überquerten wir die Pfanne zu unserem Campingplatz gegenüber der Baines. Auch dieser Ort gehört zu unseren Lieblingsplätzen. In absoluter Stille errichteten wir unser Lager, machten Feuer und genossen den Abend.
Auch wenn wir einerseits ein wenig traurig waren, uns von Sarah und Philipp getrennt zu haben, war es andererseits auch schön, dort ganz alleine zu stehen. Wir grillten Boerewors, legten Kartoffeln in die Glut und machten Salat. Mäuse raschelten im Gras, und eine Schleiereule schrie durch die Dunkelheit. Nach dem Spülen wurde es etwas kühler, und so blieben wir nicht mehr lange am Feuer. Als wir die Kamera für eine Zeitraffer-Aufnahme starteten, brüllte in großer Entfernung ein Löwe.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201213. Feb. 2017 · #277
Liebe Muckels, bei euch bin ich ja irgendwie schon in der Weihnachtspause aus der Kurve geflogen - aber natürlich nicht auf Dauer 😉 Inzwischen hab ich die Zeit im Moremi und am Khwai mit euch sehr genossen! Ich liebe diese Ecke einfach sehr!!! Wir waren ja im wirklichen Leben ein paar Wochen/Monate nach euch dort und nach der extremen Trockenheit in Savuti hatte ich immer das Gefühl, wenn es das Paradies doch noch gibt, dann liegt es wohl am Khwai. Danke auch für die himmlischen Bilder 😘 und viele Grüße Ingrid
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Feb. 2017 · #278
Liebe Ingrid,
uns gefällt der Moremi am Khwai auch besonders gut. Seit ein paar Jahren fahren wir öfters dorthin, und ja, das Gebiet kommt dem Paradies schon recht nah. 😉
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Feb. 2017 · #279
Tag 31 – Sonntag, 7. August 2016 – Nxai Pans
Baines Baobabs, Nxai Pans – South Camp, Nxai Pans
Bei den Baines Baobabs waren wir alleine auf der Welt. Die Sonne ging auf, es war kein fremdes Geräusch zu hören.
Wir genossen die Stille und packten unsere Sachen zusammen.
Heute nahmen wir den nördlichen Weg zur Verbindungsstraße und entschieden uns dann für die alte Straße Richtung Norden, entgegen der Empfehlung der Rangerin. Anfangs sah der Weg wirklich sehr gut aus, entwickelte sich dann aber zu einer tiefsandigen Piste der übelsten Sorte. Wir hielten tapfer durch und schwammen auf verschiedenen Spuren durch das Sandmeer. Das Auto hatte keine Schwierigkeiten mit dem Sand. Bei sehr tiefen Bodenwellen schaukelten wir aber sehr. Als wir beim South Camp ankamen, zeigten wir unser Permit vor und entdeckten einen kleinen Shop, den es vor zwei Jahren noch nicht gegeben hatte. Dieser war sehr gut sortiert, fast wie ein kleiner Supermarkt. Wir kauften Feuerholz und etwas zu trinken. Die Rangerin im Office hatte uns etwas von Löwen erzählt, die heute Morgen beim Camp gewesen seien. Möglicherweise könnten wir sie nun in der Nähe des Wasserloches finden. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und fuhren die drei Kilometer zur künstlichen Wasserstelle. Dies ist das einzige Wasserloch in den Nxai Pans. Dort tummelten sich viele Springböcke, ein paar Kudus und Schakale. Die Löwen waren allerdings weit und breit nicht zu sehen.
Unter den Springböcken gab es Unstimmigkeiten. Sie wirbelten immer wieder mächtig Staub auf, wenn sie mit gesenkten Köpfen aufeinander lospreschten und ihre Hörner ineinander verhakten.
Erdschmätzer
Später kamen noch Impalas dazu. Auch einzelne Gnus standen herum. Insgesamt war schon ziemlich viel Betrieb. Wir blieben jedoch nicht allzu lange, sondern fuhren zu unserer Campsite, um endlich Pause zu machen. Bei einem späten Frühstück aßen wir Brötchen mit Nutella, Marmelade, Wurst und Käse. Dazu gab es Tee und Kaffee. Anschließend ruhten wir uns ein wenig aus. Ruth las in der Sonne, während Uwe im Schatten Fotos sicherte. Anschließend gingen wir zur elefantensicheren Dusche, die super sauber war.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200616. Feb. 2017 · #280
Gegen zwei Uhr am Nachmittag brachen wir wieder auf. Beim Wasserloch waren einige Geier verschiedener Arten versammelt.
Ohrengeier
Sekretär
Sie blieben jedoch nicht lange, und auch wir drehten eine größere Runde durch die Pfanne bzw. an deren Rand entlang. Auffällig waren die teilweise sehr tief ausgefahrenen Wege. Während der Regenzeit muss hier die Hölle los gewesen sein. Wir kämpften uns durch oder neben den tiefen Spuren entlang und kratzten einige Male mit der Fahrzeugflanke an eng stehenden Büschen vorbei. Wir sahen ein paar Giraffen, Steinböckchen, Strauße und andere Vögel. Sehr viele Tiere waren aber nicht unterwegs.
Rotscheitellerche (Red-capped Lark)
Doppelbandrennvogel mit Küken
Gabelracke
Unsere Runde führte auch wieder an der Campsite vorbei, wo wir eine kurze Toilettenpause einlegten. Dann fuhren wir zum Wasserloch, um dort den Sonnenuntergang zu sehen. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir vier riesige Elefanten, die offensichtlich Richtung Wasser liefen. Also fuhren wir vor, um sie dort zu erwarten.
Maricoschnäpper
Waffenkiebitz
Am Wasserloch standen bereits vier andere Autos. Die Insassen von drei Fahrzeugen waren ausgestiegen, liefen umher und unterhielten sich miteinander. Begeistert wurde Selfie um Selfie mit der Wasserstelle im Hintergrund geschossen. Die Springböcke hielten respektvoll Abstand, und wir waren begeistert. Wenn man schon unbedingt im Nationalpark aussteigen muss, dann braucht man das ja nicht ausgerechnet dort zu machen, wo andere Leute auf Tiere warten. Aber dieses Thema haben wir ja bereits diskutiert. Als endlich alle wieder den Weg in ihre Autos gefunden hatten, näherte sich sehr langsam eine einzelne Giraffe, die aus dem Trinken eine große Sache machte und viele Anläufe benötigte. Irgendwann erreichten auch die Elefanten das Wasser.
Sie tranken und plantschten. Man konnte ihnen den Spaß direkt ansehen, und wir freuten uns mit ihnen. Mit ihren dicken Beinen schlugen sie ordentlich Wellen und spritzten sich von oben bis unten nass, so dass die Pampe nur so durch die Luft flog.
Als die Sonne unterging, fuhren wir zurück ins Camp. Dabei liefen uns noch zwei Löffelhunde über den Weg. Da wir dieses Jahr noch keines dieser netten Kerlchen gesehen hatten, freuten wir uns besonders darüber.
Es war schon fast dunkel, als wir unseren Stellplatz erreichten. Wir machten Feuer und mussten uns ein wenig gedulden, da es ziemlich lange dauerte, bis das Holz brannte. Dann mussten wir noch unsere Vorratskiste auswischen, weil ein wenig Savanna ausgelaufen war. Uwe machte Teig, und Ruth schnippelte die Zutaten für die Pizza. Noch bevor wir aßen, hörten wir plötzlich das vertraute, tiefe Grollen eines Elefanten. Da wir dachten, dass er noch recht weit weg wäre, hatten wir keine Eile. Falsch gedacht! Als wir aufsahen, tauchte das riesige Tier plötzlich nur wenige Meter neben uns aus der Dunkelheit auf. Wegpacken konnten wir nichts mehr, sondern nur unverzüglich im Auto verschwinden. Zum Glück stand unser Abendessen offensichtlich nicht auf der Speisekarte des Dickhäuters, oder dieser hatte noch ein anderes Rendezvous. So schnell, wie er gekommen war, entfernte er sich wieder, und wir krabbelten aus dem Auto. Mit viel Glut backten wir zwei Pizzen und aßen dazu fertigen Rote-Beete-Salat.