Manaslu232 Beiträge · seit 200623. Juni 2016 · #61
Hallo Topobär
Einfach top, dein Bericht! Und die schönen Bilder erhöhen definitv meine Vorfreude auf den Gonarezhou; in 4 Wochen sind wir ja auch bereits dort. Eine Frage noch: Wieviel Trinkwasser habt ihr in den Park mitgenommen? Zusätzlich noch einen Wasserfilter? Wie war das mit Feuerholz? Kann man das bei den Rangers oder am Gate kaufen? Das waren jetzt mehr als 1 Frage 😄
Zu Great Zimbabwe: im 2014 waren wir dort mit unserem Anhang (Teenager und erwachsene Kids) und haben spontan eine Tour gebucht. Das kann ich sehr empfehlen. Der Guide gibt noch viele zusätzliche Infos und beantwortet auch sehr gerne Fragen. Eigentlich hatten wir 1 Std. gebucht, aber am Schluss waren es 2 😉
tolle Fotos, wir waren vor knapp zwei Jahren gleich früh um 06:00 Uhr in Great Zimbabwe und waren dort ganz alleine unterwegs, haben die Ruhe und Stille vor Ort sehr genossen ... Freue mich schon auf die Fortsetzung 😄
Viele Grüße
Der Reisende
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Die Welt ist ein Buch.
Wer nie reist,
sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus
Meine Reiseberichte
Giselbert699 Beiträge · seit 201024. Juni 2016 · #63
Hallo Thomas, ich möchte mich den Fomis anschließen und finde auch ein toller Bericht, ausdrucksstarke Fotos und immer sehr informativ. Den Hill-Komplex hast du gut fotografiert.
Gab es auf der Strecke von Gonarezhou bis Great Zimbabwe gute Einkaufsmöglichkeiten, größere oder kleinere Supermärkte?
Ich freue mich auch auf die Fortsetzung.
Grüße Giselbert
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200924. Juni 2016 · #64
@Manaslu: Wir hatten den 60l-Wassertank des Fahrzeugs und zusätzlich noch 40l Trinkwasser in 5l-Kanistern, da wir das Wasser aus dem Tank nur als Brauchwasser nutzen. Beim Trinkwasser hatten wir aber großzügige Reserven eingeplant. Gebraucht haben wir während unseres Aufenthalts im Park nur 10l. Auf der Rossi Pool Campsite lag Brennholz bereit, bei den anderen Campsites nicht. Man kann Brennholz an den Rangerposts kaufen. Ich bin ja bekanntermaßen kein großer Freund von Tour-Guides. Ich lese mir lieber im Vorfeld die benötigten Informationen an und gehe dann selbstständig auf Erkundungstour. So haben wir es auch in Great Zimbabwe gemacht. Außer dem Selfie-Erlebnis haben wir keine Menschenseele getroffen und hatten sowohl den Hill-Komplex als auch das Great Enclosure ganz für uns allein.
@Giselbert: Auf der Strecke Gonarezhou - Great Zimbabwe haben wir keinerlei Einkaufsmöglichkeiten gesehen. Allerdings ist es von Great Zimbabwe nicht mehr weit nach Masvingo, wo man sehr gut einkaufen kann.
@Der Reisende: Wir hatten auch das Glück, dass gesamte Gelände quasi für uns alleine zu haben. Das war ein Umstand, der das Erlebnis Great Zimbabwe noch einmal gesteigert hat.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200924. Juni 2016 · #65
6.Tag (Do. 19.05.2016) Great Zimbabwe – Lake Chivero 344km
Heute steht eine reine Überführungs-Etappe in Richtung Norden an.
Bevor es aber so richtig auf Strecke geht, fahren wir in Masvingo zum Einkaufen. Dort gibt es einen sehr gut sortierten Pick’n Pay, der sogar Kreditkarte nimmt. Zu unserer großen Freude bekommen wir hier sogar Krokodil, was ein wenig Abwechslung auf dem Grill verspricht. Ich hätte gern auch noch Ziege zum Grillen gekauft, aber Kathrin hat da Ihr striktes Veto eingelegt und der Frieden im Auto ist wichtiger als ein leckeres Ziegen-Kottelet.
Info: Nach unserem Gefühl ist das Preisniveau in Zimbabwe etwas höher als in Südafrika, was wahrscheinlich daran liegt, dass die meisten Artikel von dort importiert werden müssen. Spar scheint sich aus Zimbabwe zurückgezogen zu haben. Alle Sparmärkte, die wir sehen, sind geschlossen. Pick’n Pay sowie deren Tochter-Unternehmen TM scheinen dagegen zu expandieren.
Dann geht’s los in Richtung Harare. Entlang der Hauptstraßen liegt sehr viel Müll. Vor allem auf den Parkplätzen. Es handelt sich durch die Bank um „Wohlstandsmüll“. In erster Linie Verpackungsmüll aus den Supermärkten. Das kenne ich aus den ärmeren afrikanischen Ländern ansonsten nicht, da dort diese Rohstoffe viel zu kostbar zum Wegwerfen sind und deshalb recycelt werden.
Die meiste Zeit ist es stark bewölkt, was für die Fahrt ganz angenehm ist.
In Harare brauchen wir nicht durch die Innenstad fahren, sondern werden von unserem Navi durch die Randbezirke gelotst. Die Gegend ist größtenteils sehr ärmlich, aber es herrscht ein Gewusel, wie in einem Bienenstock. Jeder versucht irgendwie seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Müßiggang ist hier nirgends zu sehen. Als Außenstehender auf der Durchreise sehr interessant, Leben möchte man unter solchen Umständen aber auf keinen Fall.
Zur Übernachtung haben wir uns heute die Campsite des Kuimba Shiri Bird Gardens direkt am Ufer des Lake Chivero ausgesucht. Eine Gute Wahl. Wir stehen allein auf einer großen, von Bäumen beschatteten Wiese mit Blick auf den See.
Nachmittags schauen wir uns den netten Vogelpark an. Garry, der british stämmige Besitzer des Vogelparks, ist der einzige Falkner südlich der Sahara und zeigt vor dem Restaurant täglich eine Flugshow. Dabei geht es darum, den Besuchern die natürlichen Verhaltensweisen der Raubvögel näher zu bringen.
Interessant ist dieser African Harrier-Hawk (Danke Bele). Er plündert in erster Linie Webervogelnester. Um das zu zeigen wurden extra künstliche Webervogelnester an die Bäume gehängt und mit Ködern bestückt.
Darüber hinaus können wir noch Habichte, Falken und Seeadler bei der Jagd sehen. Beim Seeadler hat leider der Autofocus nicht mitgespielt. Sehr schade.
Den kleinen Oscar durften wir dann auch mal selbst auf der Hand halten. Niedliches Kerlchen.
Oscar
Zum Dinner landete mal wieder eine Boerewoorst auf dem Grill. Dazu gab es Gemüsereis.
Champagner8'672 Beiträge · seit 201024. Juni 2016 · #66
Topobär schrieb: Interessant ist dieser Raubvogel, dessen Namen ich vergessen habe (wer kann mir helfen?). Er plündert in erster Linie Webervogelnester. Um das zu zeigen wurden extra künstliche Webervogelnester an die Bäume gehängt und mit Ködern bestückt.
Hallo Thomas,
das sieht nach einer Höhlenweihe (African Harrier-Hawk) aus. Übrigens lese ich schon die ganze Zeit hier mit, habe aber bisher versäumt, mich zu "registrieren" 😄 ! Herzlichen Dank für die interessanten Einblicke und tollen Anblicke!
crockydile172 Beiträge · seit 200724. Juni 2016 · #67
Herzlichen Dank für den detaillierten und sehr gut illustrierten Reisebericht. Wir waren Ende 2014 ganz ähnlich unterwegs und haben viele Eurer Erfahrungen ganz ähnlich gemacht. Die Schönheit des Gonarezhou NP, aber auch die rel. grosse Scheu der Tiere dort. Wir haben dann vor lauter Begeisterung das Land weiter erkundet und sind nach Norden bis zu den Vic Falls getourt. Leider gab es anscheinend die "Order" internationale Touristen nicht über Gebühr auszunehmen damals noch nicht. Ich glaube wir wurden auf den 400km von Bulawayo nach VF 14x von der Polizei gestoppt und meisst auch zur Kasse gebeten. u.a. wegen Überfahren einer durchgezogenen Mittellinie beim Umfahren eines umgestürzten auf der Strasse liegenden Baumes. Das ging so weit, dass wir zuletzt bei jeder am Strassenrand auftauchenden menschlichen Silhoutte zusammen gezuckt sind. Ich habe damals beschlossen, das Land - trotz aller Schönheit - nicht mehr individuell zu bereisen, solange sich diese Umstände nicht bessern. Insofern freue ich mich aus Euren Erfahrungen ca. 18 Monate später eine mögliche Besserung abzulesen. Vielleicht hatten wir aber einfach nur ungleich verteiltes "Glück". Andererseits habe ich gehört, dass die Finanzbehörden des Landes wohl festgestellt hätten, dass man den US-Dollar nicht so einfach nachdrucken könne, wie das mit dem Zimbabwe $ ging 😉 Vielleicht wirklich ein Umdenken ??? Steht jedenfalls für jeden Liebhaber afrikanischer Flora und Fauna zu hoffen. Freue mich auf Eure Fortsezung...
(PS: wir hatten übrigens noch mehr Regen als Ihr...)
Beste Gruesse
Piet
"Alles ist gut! Solange du wild bist!"
fotomatte2'513 Beiträge · seit 200924. Juni 2016 · #68
Hey Topobär,
der von Bele richtig erkannte Vogel hört auch auf den Namen Gymnogene. Tolle Bilder aus einem mir völlig unbekannten Land. Eine Anmerkung: deine Bilder würden besser wirken, wenn du jeweils etwas Luft dazwischen spendierst, sodass sie sich nicht berühren.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200927. Juni 2016 · #69
Hallo Fotomatte,
jetzt, wo Du es geschrieben hast, erinnere ich mich, dass Garry den Vogel auch als Gymnogene bezeichnet hat. Hatte ich aber nicht gleich aufgeschrieben und so war mir die Bezeichnung entfallen.
Bei mir ist zwischen den Fotos immer ein weißer Streifen zu sehen. Scheint somit ein Problem mit der Auflösung oder dem Browser auf Deinem Rechner zu sein.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200928. Juni 2016 · #70
7.Tag (Fr. 20.05.2016) Lake Chivero – Mana Pools National Park 390km
Wie immer sind wir noch vor Sonnenaufgang auf den Beinen. Hier auf über 1.400m Höhe ist es eiskalt. Beim Zeltabbau spüre ich kaum noch meine Finger. Vom See steigt dichter Nebel auf.
Sowie die Sonne rauskommt wird es aber rasch wärmer uns so müssen wir auch heute nicht beim Frühstück frieren.
Dann geht’s los. Unser Navi will uns hartnäckig über Harare führen, was völliger Blödsinn ist. Ich verbiete im den Mund und wir fahren auf feinstem Asphalt via Murombedzi direkt nach Chinhoyi. Unterwegs kaufen wir am Straßenrand noch frisches Gemüse.
In Chinhoyi unterbrechen wir die Fahrt, um uns die gleichnamigen Höhlen anzusehen. Bei den Chinhoyi Caves handelt es sich um mehrere, durch Höhlengänge miteinander verbundene, Dolinen. Von oben fällt Tageslicht hinein, es wachsen Bäume und auf dem Grund befindet sich ein tiefblauer über 100m tiefer Teich. Leider fällt zu dieser Jahreszeit nur für wenige Minuten am Tag das Sonnenlicht bis auf den Boden der Höhle und bringt den Teich zum leuchten. Diesen Moment haben wir leider verpasst.
Sehr schön ist, dass man die Caves auf eigene Faust erkunden kann.
Auf der A1 in Richtung sambischer Grenze herrscht dann dichter LKW-Verkehr.
Wir erreichen das Zambesi-Escarpment und halten an um den Blick über das weite Tal des Zambesi schweifen zu lassen. Den Fluss selbst können wir von hier oben noch gar nicht erkennen.
Gleich nach Erreichen des Talgrunds zweigt die Zufahrt zum Mana Pools National Park ab. Jetzt geht es 80km auf sehr ruppiger, meist einspuriger Piste, mit vielen Löchern und starkem Wellblech bis zur Campsite am Ufer des Zambesi.
10km vor unserem Ziel verstecken sich Elefanten im dichten Mopanebusch entlang der Piste und reagieren recht ungehalten als wir passieren wollen. Mal wieder eine Schrecksekunde. Mein Verhältnis zu den Dickhäutern bleibt zwiespältig.
Beim Headquarter angekommen checken wir als erstes auf der Campsite ein. Wir bekommen den Platz Nr.9 zugewiesen, welcher sehr schön direkt am Flussufer liegt, gleichzeitig aber auch in der Nähe der Abloutions. Den Nationalpark-Eintritt können wir hier mit Visa zahlen. Feuerholz gibt es hier ebenfalls zu kaufen.
Wir richten uns kurz ein und machen dann noch eine kurze Pirschfahrt zum Mana Mouth, wo wir den Sonnenuntergang erleben wollen. Dieser ist heute dann eher unspektakulär, da keinerlei Wolken am Himmel sind und der Feuerball sang- und klanglos hinter den Bergen am gegenüber liegenden Ufer verschwindet.
Kaum ist die Sonne weg, verlassen schon die ersten Hippos das Wasser.
Zurück auf der Campsite entfachen wir dann als erstes unser Campfire, damit wir später ausreichen Glut für den Braai haben. Als Vorspeise grillen wir das Krokodil. Es ist das erste Mal, dass ich dieses Fleisch selbst grille und ich bin froh, dass ich anscheinend die richtige Zeit über der Glut treffe und es hervorragend schmeckt. Dass Lamm, welches wir dann als Hauptgang auf den Grill schmeißen muss allerdings an Altersschwäche gestorben sein. So etwas Zähes hatten wir schon lange nicht mehr. Zum Glück gelingt das Ratatouille dazu sehr gut. Am Ende sind wir wie immer pappsatt und glücklich.
Wir sitzen dann noch einige Zeit am Campfire und hören dabei immer wieder Elefanten tröten. Im Licht der Taschenlampen sehen wir in einiger Entfernung eine große Herde Impalas. Insgesamt war die Tierausbeute aber noch nicht so berauschend.
Hey Topobär, habt ihr evtl die Campsite bei Chinhoyi gesehen? Gibt es die noch? Der Zustand würde mich interessieren....
Musstet ihr euch auf dem Weg nach Mana Pools in Marongora anmelden? Oder hast du das in deinem Bericht nur nicht erwähnt? Ist ja auch eigentlich unwichtig...ich hatte das jetzt irgendwo mal so gehört/gelesen...
Danke fürs Weiterschreiben
Gruß Mabe
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200929. Juni 2016 · #72
Hallo Mabe, zum Chinhoyi Caves National Park gehört auch ein Campingplatz. Es handelt sich dabei um eine mit Bäumen bestandene Wiese. Wir haben die Toiletten genutzt und die machten einen guten Eindruck. Insgesamt ganz nett, allerdings sehr nah an der A1.
Im Office in Marongora muss man noch immer vorstellig werden, um das Permit für die Mana Pools zu bekommen. Ist aber ein rein formaler Akt. Kosten fallen nicht an.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. Juli 2016 · #73
8.Tag (Sa. 21.05.2016) Mana Pools National Park 78km
Auf unserer Fotofalle können wir sehen, dass nachts eine Hyäne unser Camp besucht hat. Davon haben wir im Zelt nichts mitbekommen. Dafür sind wir aber öfters aufgewacht, weil die Hippos und Impalas einen Heidenlärm gemacht haben. Vor allem Impalas haben wir noch nie so lautstark erlebt, wie hier im Mana Pools National Park.
Der Sonnenaufgang ist wie aus dem Bilderbuch.
Leider zieht dann mit Beginn des Morgen-Gamedrives eine dünne Schichtbewölkung auf. Diese schafft ein sehr diffuses Licht, so dass alle Konturen und Kontraste verblassen. Da wir bei der Runde auch keine spektakulären Sichtungen haben, drücke ich auf dem gesamten Gamedrive genau einmal auf den Auslöser meiner Kamera.
Kaum sind wir zurück im Camp, setzt sich die Sonne durch. 😵
Wenn man in Reiseberichten und in Reiseführern über die Mana Pools liest, bekommt man immer den Eindruck, man müsse für Tiersichtungen die Campsite überhaupt nicht verlassen. Wir sehen den ganzen Tag über genau ein Tier. Eine diebische Meerkatze, die versucht uns beim Brunch zu bestehlen, was wir aber erfolgreich verhindern können.
Wir verbringen den Tag lesend am Flußufer. Entspannung pur.
Um 15:00Uhr starten wir zum nachmittäglichen Gamedrive. Von anderen Campern, die die letzte Nacht auf der BBC-Campsite verbracht haben, wissen wir, dass sie dort Löwenbesuch hatten. Somit ist die BBC-Campsite unser erstes Ziel. Wir werden auch fündig. Unter einem Baum mit tief hängenden Ästen und im hohen Gras darum liegt ein großes Rudel. Allerdings alles ziemlich magere Tierchen. Die Futtersituation scheint derzeit nicht die Beste zu sein.
Allzu groß ist der Aktionsradius für Gamedrives im Mana Pools National Park nicht. Wenn man alle Möglichkeiten nutzt kommt man auf eine Runde von nicht ganz 40km. Heute morgen sind wir die Runde im Uhrzeigersinn gefahren. Jetzt fahren wir sie gegen den Uhrzeigersinn.
Es gibt hier im Nationalpark mehrere Teiche, die komplett mit Wasserhyazinthen zugewachsen sind. Im ersten Moment meint man vor einer großen saftigen Wiese zu stehen. Allerdings nur so lange, bis sich irgendwo der Kopf eines Hippos durch das Grün erhebt.
Der Gamedrive endet dann wieder am Mana Mouth, der unserer Ansicht nach schönste Sundownerplatz im Nationalpark. Durch die Wolken am Himmel ist er auch gleich viel schöner als am Vortag. Auf einer vorgelagerten Insel im Zambesi stehen 3 Elefanten. Passt in jedes Afrika-Klischee.
Als wir nach dem Abendessen am Lagerfeuer sitzen, knackt es plötzlich laut hinter dem Wagen. Im Licht der Taschenlampe sehen wir dort einen Elefanten stehen, der genüsslich Äste von den Bäumen rupft. Genauso lautlos wie er erschienen ist, verschwindet er wieder.
Giselbert699 Beiträge · seit 201002. Juli 2016 · #76
Hallo Thomas, Tolle Fotos. Der Sonnenaufgang herrlich! Der Löwe sieht wirklich sehr mager aus.
Freue mich auf die Fortsetzung. Dein Reisebericht ist ein guter Vorgeschmack auf unsere Reise nach Simbabwe im Oktober. Grüße Giselbert
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200906. Juli 2016 · #77
9. Tag (So. 22.05.2016) Mana Pools National Park 78km
Wie am Vortag haben wir wieder einen traumhaften Sonnenaufgang. Der Wasserstand des Zambesi ist über Nacht deutlich gesunken, so dass jetzt mitten im Fluss Vögel stehen. Wahrscheinlich haben Sie aufgrund des geringeren Stromverbrauchs am Wochenende den Kariba-Damm gedrosselt.
Beim Morgen-Gamedrive entdecken wir im dichten Galeriewald des Mana-Rivers einen einzelnen Löwen auf der Wanderschaft. Er würdigt uns keines Blickes und geht zügigen Schrittes seinen Weg, der zu unserem Glück eine ganze Zeit parallel zu unserer Fahrspur verläuft. Da er nicht ein einziges Mal anhält, sind leider nur Fotos aus dem fahrenden Auto möglich. Aber wir sind froh, überhaupt einen Löwen gesehen zu haben (und dann auch noch einen so aktiven), zumal es in der dichten Vegetation sowieso sehr schwer ist, Tiere zu entdecken.
Das Frühstück nach dem Gamedrive gestaltet sich sehr schwierig, da ein starker und kühler Wind aufkommt. Unsere Gaskocher haben keinen Windschutz und so dauert es sehr lange, bis Heißgetränke und Omelett auf dem Tisch stehen. Aber wir haben ja Zeit. In Sachen Tiere ist auch heute wieder tote Hose auf der Campsite. Einzig die diebische Meerkatze kommt wieder vorbei. Heute ist sie erfolgreich und entkommt mit einer gestohlenen Zwiebel.
Beim Gamedrive am Nachmittag sehen wir ungewöhnlich viele Mangusten. Zwergmangusten und Zebramangusten. Leider wuseln die Tierchen im dichten Unterholz so sehr herum, dass kein einziges Foto gelingt.
Aber auch ansonsten sehen wir einiges an Tieren, wenn auch nichts Spektakuläres.
Natürlich sehen wir auch wieder viele Elefanten. Was uns auf dieser Reise auffällt ist, dass wir bislang noch nicht ein einziges Mal das typische Kollern der grauen Riesen gehört haben, dafür aber sehr häufig das aufgeregte Trompeten.
Zum Sundowner fahren wir wieder zum Mana Mouth, da dies der einzige Zugang zum Sambesi außerhalb der Campsite ist und die Sonne hinter den sich am gegenüber liegenden Ufer befindlichen Bergen untergeht.
Die Dämmerung ist gerade vorbei, wir sitzen am Lagerfeuer und sind am Grillen und Kochen, da steigt ganz in der Nähe von uns ein Hippo aus dem Fluss und marschiert nur wenige Meter von uns entfernt zu seinen Weidegründen im Hinterland. Gleichzeitig fangen auch die Löwen an zu brüllen. Heute scheinen sie ganz in der Nähe zu sein.
Allein solche Abende wären für mich schon Grund genug um immer wieder nach Afrika zu reisen. Was gibt es schöneres als mit einem GinTonic in der Hand am Lagerfeuer zu sitzen und den Geräuschen der afrikanischen Nacht zu lauschen.
Giselbert699 Beiträge · seit 201007. Juli 2016 · #78
Hallo Thomas, mal wieder tolle Bilder, besonders der Sonnenuntergang. Die afrikanischen Nächte bzw. Abende mag ich auch besonders gerne, die Stimmung, die Laute der Tiere und einfach am Feuer sitzen. Grüße Giselbert
kOa_Master391 Beiträge · seit 201507. Juli 2016 · #79
Hach wie schön, diese Bilder!
Und vielen vielen lieben Dank für die Fotos und Beschreibung von den Chinhoyi Caves - ich habe vor kurzem Bilder aus den 90er-Jahren durchgeschaut und teilweise eingescannt, aber an diesen Ort konnte sich einfach niemand mehr genau erinnern. Weder wo noch was. Muss später mal nach einem Vergleichsbild schauen.
Toller Bericht, weiter so! 😎 😄
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Juli 2016 · #80
10.Tag (Mo. 23.05.2016) Mana Pools National Park – Kariba 228km
Heute werden wir die Mana Pools wieder verlassen. Vorher begeben wir uns aber noch ein letztes Mal auf die übliche Gamedrive-Runde. Es ist wieder mal bedeckt, aber in Sachen Tieren sind wir ganz zufrieden.
In der Richtung, wo wir die letzte Nacht die Löwen brüllen hörten werden wir auch recht bald fündig. Als erstes entdecken wir zwei spielende Cups. Die Mutter liegt unter einem Baum und scheint ganz zufrieden damit, dass sich die Kids allein beschäftigen. Nur ein paar hundert Meter weiter liegt ein weiterer Löwe. Erst als ich mir die Fotos zu Hause auf einem größeren Bildschirm ansehe, bemerke ich, dass der ärmste kurz vorher ordentlich was auf die Nase bekommen hat. Er blutet noch aus mehreren Wunden.
Auf dem restlichen Gamedrive sehen wir zwar noch einiges an Tieren, aber nichts Spektakuläres. Das meist schlechte Licht lässt auch keinen Spaß am fotografieren aufkommen.
Bevor wir uns auf den Weg machten, genossen wir noch einen letzten Brunch am Fluss.
Fazit Mana Pools: Nach den vielen Berichten, die ich von diesem Nationalpark gehört und gelesen habe, war die Erwartungshaltung natürlich sehr hoch. Erfüllt wurde sie leider nicht. Von den so viel beschriebenen Tiermassen auf der Campsite war nichts zu sehen. Es war dort sogar ausgesprochen tierarm. Die Möglichkeiten zum Gamedrive sind sehr eingeschränkt. Wenn man das gesamte Wegenetz in Anspruch nimmt, kommt man auf eine Runde von 40km. Die sind wir jeden Tag 2x gefahren. Einmal im Uhrzeigersinn und einmal gegen den Uhrzeigersinn. Ist mit der Zeit auch ziemlich eintönig. Die Tierdichte hielt sich auch auf den Gamedrives in Grenzen. Den Zambesi kann man außer auf der Campsite nur am Mana Mouth erreichen. Alle weiteren Zufahrten zum Ufer führen zu Camps und Lodges und sind nur für deren Gäste erlaubt. Dann hatten wir auch noch großes Pech mit dem Wetter. Da fühlten wir uns schon ziemlich verarscht. Jeden Tag lief es nach dem gleichen Schema ab. Nach einem spektakulären Sonnenaufgang zog schnell Schichtbewölkung auf, so dass sehr schlechtes Fotolicht herrschte. Von 10:00Uhr bis 15:00Uhr (also die Zeit, die man im Camp verbringt) waren die Wolken dann verschwunden und es kam starker Wind auf. Pünktlich zum nachmittäglichen Gamedrive zog es dann wieder zu und erst zum Sundowner verschwanden die Wolken wieder. Sicherlich werden wir den Mana Pools eine zweite Chance geben, auf der Liste meiner Reiseziele in Afrika ist dieser Nationalpark aber erst einmal ziemlich weit nach hinten gerutscht. Dies auch vor dem Hintergrund, dass er einer der teuersten Nationalparks ist.
Den krönenden Abschluss hatten wir dann bei der Ausfahrt am Gate. Wir hatten nicht unser gesamtes im Nationalpark gekauftes Holz verbraucht und somit ein Bündel auf dem Dach. Der Ranger behauptete steif und fest, es sei nicht erlaubt Feuerholz aus dem Park mitzunehmen. Unsere Quittungen für das Holz interessierten ihn nicht. Auch konnte er uns nirgends zeigen, wo eine solche Regel festgeschrieben sein soll. Er weigerte sich stumpf die Schranke zu öffnen, wenn wir das Holz nicht abladen. Er drohte uns sogar mit Strafen, sollten wir weiter diskutieren. Feuerholz für 5$ war das nicht wert und so ließen wir das Feuerholz am Gate. Zu dieser Situation kamen mir gleich wieder die Worte des Kängurus in den Sinn: „Ein Idiot in Uniform ist immer noch ein Idiot.“ 😠 Wir haben später in anderen Nationalparks die Ranger vorsichtshalber wegen einer solchen Regelung nachgefragt. Niemand kannte eine solche Regelung. Glücklicherweise war das aber unser einziges Problem mit einem Uniformträger auf dieser Reise. Alle Anderen waren sehr nett, höflich und korrekt. War also nur ein individuelles und kein systemisches Problem.
Die Strecke nach Kariba führt durch nettes Hügelland. Der Busch ist herbstlich gefärbt.
In Kariba machen wir im TM-Supermarkt unseren letzten Großeinkauf dieser Reise. Der Supermarkt ist sehr gut sortiert und nimmt auch Kreditkarte. Wir bekommen alles, was wir benötigen.
Dann noch kurz den Observation Point besucht, um einen Blich auf die Staumauer zu werfen.
Die von uns als erste angesteuerte Kashinga Lodge ist geschlossen. Uns wurde gesagt, wegen Renovierung. Niemand konnte uns sagen, wie lange die Schließung andauern soll. Als Ausweichziel fuhren wir dann nach Lomagundi.
Hier trafen wir dann die Montangos. Wir hatten uns schon im Voraus im Forum locker verabredet, aber ob solch eine Verabredung beim Reisen in Afrika auch klappt, ist dann doch immer einer gewissen Unsicherheit unterworfen.
Wir verabredeten uns dann für später, da die beiden kochen wollten und wir mal eine Abwechslung zu unserer Fleischdiät brauchten und deshalb das Restaurant des Platzes aufsuchten, um mal wieder Fisch zu essen. Das bietet sich hier direkt am Kariba-See an. Durch den niedrigen Wasserstand des Sees liegt das Restaurant allerdings nicht mehr direkt am Ufer, sondern einige hundert Meter davon entfernt.
Nach dem Essen verbringen wir einen netten Klönabend mit Marianne und Frank. Es gibt viele Informationen auszutauschen und von Erlebnissen auf den Reisen zu berichten. Wir kommen so erst spät ins Bett. Da sind wir dann so müde, dass uns auch die laute Musik, die aus der nahe liegenden Ortschaft herüber schallt, nicht davon abhalten kann, tief und fest zu schlafen.