sehr, sehr schöne Fotos ... 🙂 Das mit dem Feuerholz habe ich ja noch nie gehört , denen fällt aber auch immer was neues ein 😕 Weist du noch wie hoch der Dieselpreis war?
Viele Grüße
Der Reisende
________________________
Die Welt ist ein Buch.
Wer nie reist,
sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus
Meine Reiseberichte
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200911. Juli 2016 · #82
Hallo Reisender, der Dieselpreis lag zwischen 1,05US$ und 1,10US$.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200912. Juli 2016 · #83
11.Tag (Di. 24.05.2016) Kariba – Matusadona National Park 275km
275km hören sich nicht viel an für eine Tages-Etappe. Bei dieser Strecke war es aber das Limit. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, haben keine größeren Pausen gemacht und waren trotzdem erst eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang auf der Campsite.
Wir nehmen die direkte Strecke, welche zunächst entlang des Kariba-Sees und dann durch die Hügel südlich davon führt. Überwiegend ist die Strecke eine gut zu befahrende einspurige Schotterstraße. Einzig am Pass, wo es vom See in die Hügel geht, wird die Strecke zwischenzeitlich etwas ruppiger. Die Landschaft gefällt uns sehr. Es herrscht herbstlich gefärbter Laubwald vor. Immer wieder hat man Ausblicke auf den See.
In den Hügeln kommen wir in das Siedlungsgebiet der Tonga. Eine sehr pittoreske Gegend. Überall sieht man kleine Gehöfte, welche aus mit Reet gedeckten Rundhütten bestehen. Schon bald kommen wir auf die Hauptstrecke von Karoi nach Binga, was aber nicht heißt, dass die Strecke besser zu befahren ist. Bis zur Senyati-Brücke ist sie sogar schlechter. Danach lässt sie sich bis zum Abzweig zum Nationalpark aber sehr gut fahren.
Die Zufahrt zum Nationalpark ist dann mit das Heftigste, was ich bislang in Afrika gefahren bin. Fußball großes Geröll, Felsstufen, steile Auf- und Abfahrten, extreme Schräglagen und tiefe Löcher, in die man auf keinen Fall hinein geraten durfte, machen uns zu schaffen. Dazu kommt noch, dass viele Passagen dicht mit hohem Gras zugewachsen sind, so dass man den Untergrund nicht erkennen kann. Bislang war in Afrika noch kein Nationalpark so schwierig zu erreichen. Die Zufahrt konnte es locker mit den schwierigsten Felsstrecken Namibias (van Zyls Pass + Kunene River Road) aufnehmen. Zum fotografieren hatte ich nur selten Zeit und Muße.
Hin und wieder verirrt sich auch eine Tse-Tse Fliege ins Auto.
Bei einer der vielen Furten sehen wir ein paar Klippspringer im felsigen Flussbett. Wie sie so flink von einem Felsen zum anderen Felsen springen, zeigen sie deutlich, womit sie sich Ihren Namen verdient haben.
Am Gate konnten wir dann feststellen, dass wir die ersten Besucher nach dem Ende der Regenzeit waren. Das soll auch den sehr schlechten Zustand der Zufahrt erklären. In Kürze sollen zumindest die gröbsten Folgen der letzten Regenzeit ausgebessert werden.
Im Nationalpark selbst sind die Strecken dann zumindest ein bisschen besser.
Als wir endlich die Tashinga Campsite erreichen ist diese bereits besetzt – von 5 Elefantenbullen, die sich das saftige Gras am Ufer schmecken lassen. Was für ein Empfangskomitee.
Schnell ist das Zelt aufgebaut und der Sundowner aus dem Kühlschrank geholt. Hier braucht man zum Sundowner nicht mehr weg zu fahren. Die Campsite ist einer der besten Sundownerplätze die wir kennen. Zusammen mit einer Herde Impalas und einem Schakal erleben wir den perfekten Sonnenuntergang.
Der Mond geht inzwischen erst sehr spät auf, so dass wir in den ersten Stunden der Nacht den typisch afrikanischen Sternenhimmel genießen dürfen.
Erstmals auf dieser Reise wimmelt es nachts nur so vor Insekten. Das nervt schon ein bisschen.
Nach dem Abendessen gibt es wieder Bush-TV. Zwischendurch entdecken wir zwei afrikanische Wildkatzen und über dem See geht die beeindruckendste Sternschnuppe nieder, die ich je gesehen habe. Zum Schluss zerbricht sie sogar in mehrere Teile bevor sie verglüht. Aufgrund schlechter Erfahrungen wünsche ich mir ganz ausdrücklich nichts.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200918. Juli 2016 · #84
12.Tag (Mi. 25.05.2016) Matusadona National Park 52km
Sonnenaufgang as it’s best. Wir starten dann auch zeitig unseren Gamedrive.
Unser erstes Ziel ist der Elefant Point. Hier gefällt es uns dann so gut, dass wir nicht nur unser Frühstück hier einnehmen, sondern fast den gesamten Tag hier verbringen. Im Campingstuhl sitzen, lesen und dabei die Tiere beobachten, die hier zahlreich auf Nahrungssuche sind. Wir können vor allem jede Menge Elefanten beobachten, aber auch Impalas, Paviane und Hippos. Dazu noch die ertrunkenen Wälder, die das gesamte Ufer säumen. Ein surrealer Anblick.
Unsere ursprüngliche Planung war noch weiter nach Osten zu fahren. Der wird aber auf einen anderen Besuch in diesem Nationalpark verschoben, wenn wir auch die Zeit haben, dort zu übernachten. Das Hinterland, durch das der Weg führt ist nämlich nicht sehr attraktiv. Der Weg führt die ganze Zeit durch dichten Busch und so hat man sehr schlechte Karten, wenn es darum geht, Tiere zu entdecken. Auf dem Uferstreifen ist das dagegen überhaupt kein Problem. Hier tummeln sich aufgrund des nahrhaften Grases zahlreiche Tiere und sind schon von weitem zu entdecken.
Man fragt sich schon, weshalb die Wege so unattraktiv durch den Busch gelegt werden, anstatt entlang des Ufers. Die Topografie des Geländes würde das fast überall zulassen. Hier ist auf jeden Fall noch Verbesserungspotential bei der touristischen Infrastruktur. Die Halbinsel Elephant Point bietet als einziger Bereich solch einen Uferweg.
Der Uferweg führt dann allerdings mitten durch eine Lodge und wir sind uns gar nicht sicher, ob es hier weiter geht. Da kommt auch schon Peter, der Manager auf uns zu und lädt uns zu einem Drink ein. Sehr nett, und genauso nett fragt er zwischendurch, ob wir denn an der Abzweigung vom Hauptweg gar nicht das Schild gesehen hätten. Ich frage „welches Schild?“ und er sagt, dort sollte eigentlich ein Schild stehen, dass Elephant Point eine Private Concession ist und Zutritt nur für Gäste der Lodge erlaubt ist. Solch ein Schild hatten wir in der Tat nicht gesehen und Peter nimmt das zum Glück auch sehr locker. Stolz zeigt er uns nach dem Drink die Rhino Lodge. Hier könnten wir uns auch sehr gut vorstellen ein paar Tage zu verbringen. Der Stil der Lodge gefällt uns sehr gut. Alles ist so gut wie möglich in die Natur integriert und sehr einfach gehalten, ohne dass man irgendetwas vermissen würde. Überflüssigen Schnickschnack sucht man allerdings vergeblich. Besonders gut gefällt uns, dass man nicht in geschlossenen Zelten oder Chalets schläft, sondern in offenen Unterständen unter Moskitonetzen. Näher kann man der Natur nicht sein. Neben Game- und Bird-Walks sowie Gamedrives werden viele Aktivitäten auf dem Wasser angeboten. Es werden vor allem Bootsausflüge entlang des Ufers durchgeführt, da man hier wie gesagt, die meisten Tiere sieht und es keine Wege gibt. Mittels Boot wird man als Gast auch von Kariba zur Lodge gebracht. So spart man sich die anstrengende Anreise, denn über das Wasser sind es lediglich 60km von Kariba und so dauert die Überfahrt gerade mal etwas über eine Stunde.
Wir wollen die Lodge bei Gelegenheit auf jeden Fall mal für ein paar Tage besuchen.
Wir verabschieden und dann von Peter und setzen den Weg entlang des Ufers fort. Dabei sehen wir auch dieses arg ramponierte Hippo. Das arme Tier scheint bei einem Rivalen ganz schön unter die Räder gekommen zu sein.
Am Nachmittag sind wir zurück auf unserer Campsite. Für Unterhaltung sorgen zwei Schirrantilopen, welche sich nur wenige Meter entfernt im dichten Gebüsch aufhalten.
Ich nutze die Zeit und mache die beiden auf dem Dach befindlichen Reservekanister leer. So kommt der Schwerpunkt um einiges nach unten, was bei den starken Schräglagen auf der Strecke das Fahren um einiges angenehmer macht.
Der Sonnenuntergang beschert uns einen ganz anderen Anblick als gestern. Herrlich wie abwechslungsreich hier selbst die Sonnenuntergänge sind.
Zum Abendessen gibt es Boereworst mit Rosmarin-Kartoffeln.
Leider hat es dann wieder sehr viele Insekten. Die nerven besonders beim Lesen mit einem E-Reader extrem, da sie ständig die Seiten umblättern.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200920. Juli 2016 · #85
13.Tag (Do. 26.05.2016) Matusadona National Park – Binga 261km
Gleich nach dem Frühstück haben wir uns auf den Rückweg in die Zivilisation gemacht. Wir wollen die schwierige Strecke in aller Ruhe und ohne Zeitdruck über die Bühne bringen. Jetzt, mit dem niedrigeren Schwerpunkt und dem Wissen, was uns erwartet, fand ich die Strecke schon wesentlich entspannter zu fahren.
Zurück auf der Hauptpiste von Karoi nach Binga, lassen sich die ersten 40km sehr gut fahren. Dann wird die Piste recht unschön. Viele plötzlich auftauchende Löcher und Auswaschungen. Insgesamt sehr holperig.
Das Gebiet ist landwirtschaftlich geprägt. Man sieht aber auch, wie groß hier für die Bauern das Risiko von Wildschäden ist. Überall stehen zwischen den Feldern Wachtürme und darüber hinaus sind viele Felder von einem dichten Wall aus Dornenbüschen umgeben.
Zwischendurch werden wir von unserem Navi einmal kräftig in die Irre geleitet. Wo die Hauptpiste einen Bogen macht, zeigt das Navi eine Abkürzung. Diese Abkürzung findet sich auch in der Karte; dort sind beide Pisten sogar gleichrangig eingezeichnet. Wir machen den Fehler und lassen uns darauf ein. In der Praxis sieht es dann so aus, dass sich die anfänglich vorhandene Piste immer mehr auffächert. Die Wege werden immer schmaler und bald schon ist es nur noch ein besserer Fußweg, der sich von Gehöft zu Gehöft schlängelt. Hier ist ganz sicher schon lange kein Auto mehr gefahren. Irgendwann verlieren sich dann auch die letzten Spuren im Busch und wir müssen umkehren. Naja, immerhin hat uns dieser Ausflug einen kleinen Einblick in die Welt abseits der Hauptpiste beschert.
In Binga übernachten wir auf der Campsite der Masumu River Lodge. Hier finden wir die besten Sanitäreinrichtungen unserer Reise durch Zimbabwe. Auch ansonsten gefällt es uns sehr gut. Man steht auf einer schönen grünen Wiese unter großen Bäumen und wenn man zum Rand des Grundstücks geht, hat man einen tollen Blick über den Karibasee.
Klasse sind auch die Haustiere. Die beiden Jack-Russel und die schwarze Katze können gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen. Dabei ist die Katze ganz klar der Boss.
Wir nutzen das Restaurant mal wieder zur Unterbrechung unserer Fleischdiät und essen sehr leckeren Fisch. Dabei fällt der Blick in der Dunkelheit auf den von den Lampen der vielen Karpentafischer beleuchteten See.
Carinha448 Beiträge · seit 201420. Juli 2016 · #86
Hallo Topobär
Ich oute mich als einfache "Danke-Button-Drückerin" 😄 und bedanke mich erstmal für deinen Reisebericht!
Ein weiterer Grund, mir auch in Zukunft ein "richtiges" Buch in die Ferien mitzunehmen: Die Seiten können nicht von Insekten umgeblättert werden! 🤩 😄 😄
kannst du noch was zu den Fahrtzeiten sagen? Tashinga liegt ja kilometermäßig fast genau zwischen Kariba und Binga. Tashinga hatten wir auch eigentlich auf dem Plan. Angesichts der doch sehr anspruchsvollen Piste bin ich noch etwas unentschlossen. Vielleicht wäre Gacha Gacha doch eine Alternative... Achja, und die von dir beschriebene "Abkürzung"...könntest du das auch noch irgendwie präzisieren?
Vielen Dank fürs Weiterschreiben und die schönen Bilder
bisher war ich als stille Mitleserin dabei, heute wollte ich Dir aber doch mal sagen: ganz toller Bericht und wunderschoene Fotos! Vielen Dank dafuer!
Bei dem Abhang am Flusslauf ist mir doch mal kurz der Atem weggeblieben 😮 .
LG, Elsa
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Juli 2016 · #89
@Karin: Ich habe mich auch sehr lange gegen die Anschaffung eines E-Readers gesperrt. Heute bin ich aber begeistert von dem Gerät. Es hat einfach so viele Vorteile. Das Teil wiegt keine 200g - früher hatte ich immer 2-3kg Bücher dabei. Wenn einem der Lesestoff ausgeht kann man an einem beliebigen WLAN Nachschub erwerben. Man kann auch im dunkeln lesen - das war früher nur mit Stirnlampe möglich. Dann sind einem die Insekten immer um den Kopf geschwirrt. Da lasse ich sie doch lieber hin und wieder mal umblättern. Ist ja auch nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.
@Mabe: Für die Strecke von der Hauptpiste Karoi-Binga bis nach Tashinga solltest Du mit einer Fahrzeit von 4-5h rechnen. Eine ausführliche Beschreibung der Abkürzung von Kariba zur Piste Karoi-Binga findest Du im Hupe-Reiseführer. Ist dort eine halbe Seite eng bedruckt, weshalb ich um Verständnis bitte, dass ich das hier nicht abschreibe.
@Elsa: Nach dem Motto "runter kommen sie immer" war die Abfahrt noch ganz ok. Auf der Hinfahrt mussten wir den Abhang aber hoch fahren. Das war noch deutlich spannender.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch bei allen anderen Kommentatoren, den Danke-Button Drückern und den stillen Mitlesern bedanken. Mit Euch macht es Spaß, Reiseberichte zu schreiben.
Danke für die Antwort. Den Hupe hab ich auch und auch die beschriebene Abkürzung (zwischen Kariba und der Hauptpiste Binga-Karoi, von Osten kommend also vor dem Matusadona turn off) gefunden. Ich meinte allerdings die Abkürzung, die du als Irrweg beschrieben hast. Das war doch dann auf dem Abschnitt von Tahinga kommend in Richtung Binga....?.. Gruss Mabe
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Juli 2016 · #91
Das war dort, wo die Piste Binga-Karoi die Asphaltstraße nach Gokwe kreuzt. Dort die Ashaltstraße nur überqueren und nicht ein kurzes Stück darauf fahren.
Was ich ja noch fragen wollte: Auf eurem Weg von Kariba nach Matusadona, habt ihr an der Sanyati-Brücke gesehen, ob es das Camp dort noch gibt bzw. ob es "in Betrieb" ist?
Wann geht´s denn endlich weiter 😎 ? (drängel)
Salü Mabe
PApaulinchen475 Beiträge · seit 201227. Juli 2016 · #93
hi topobär.
gestern bin ich endlich dazu gekommen, deinen Reisebericht bisher komplett zu lesen...hat mich die halbe Nacht gekostet... 🙂 ...toller Bericht und tolle Fotos, und dann noch ein Land, über das wir für nächsten November grob nachdenken... 😎
dein Fahrzeug ist ja schon voll, deshalb habe ich einen geländegängigen Anhänger drangehängt, so kann ich deinem restlichen Reisebericht doch noch folgen... 😉
wenn ich hier vielleicht was zur Abkürzung schreiben darf - es gibt eine "Trockenzeitzufahrt" und eine "GehtImmmerZufahrt". Die Trockenzeitzufahrt kreuzt den River Ume - die Brücke an dieser Stelle ist aber schon lange "den Bach runtergegangen". Darum fährt man durch den Fluss. Das sollte man nur bei Niedrigwasser und auch dann ggf. nur mit Schnorchel machen... Die Allwetterzufahrt zweigt in Richtung Karoi ca. 30km später ab von der Hauptverbindung Binga-Karoi. Ich würde schätzen dass die Trockenzeitstrecke mind. 50km kürzer ist als die andere Strecke in/aus den Matusadona NP. Die ca. 5h Fahrzeit bleiben aber... Noch ein Hinweis - wer anschliessend in Richtung Kariba weiterfahren möchte, kann u.U. von Tashinga eine kleine, unregelmäßig fahrende Fähre nach Kariba nutzen. Das spart Nerven, Zeit und vor allem Treibstoff! Die Ranger im Park vermitteln gerne einen Platz! Überfahrt nach Kariba ca. 5h. Die Fähre ist nicht vorab buchbar, pendelt aber ca. 2-3x die Woche! Das Camp bei der Sanyati Bridge ist verlassen, aber es existiert noch und man kann dort auch noch gegen einen kleinen Obolus übernachten - sollte man auch wenn die Zeit nicht mehr reicht bis Binga oder Karoi. An der Strecke gibt's sonst kaum eine Gelegenheit zur Übernachtung. Es gibt zahlreiche Dörfer an der Strecke... Grüßle Frank
immer wieder gern im südlichen Afrika unterwegs...
SISIRI-0110 Beiträge · seit 201629. Juli 2016 · #95
Hallo zusammen,
wir werden im September nach Zimbabwe für 3 Wochen fahren. Bislang haben wir noch keine Campsites reserviert. Aus eurer Erfahrung heraus, sollten wir noch Reservierungen vornehmen?
Vielen Dank auch für den tollen Bericht. Das hat unsere Vorfreude nochmal angeregt.
Viele Grüße Si-Ri
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200902. Aug. 2016 · #96
Hallo,
bin gerade zurück aus einem Kurzurlaub in den Alpen. So bald wie möglich kommen die restlichen Kapitel.
@SIRI-01 Ich würde nur noch buchen, wenn ich ganz sicher gehen will, dass ich ein ganz bestimmtes Camp bekomme. Grundsätzlich ist in den Nationalparks eigentlich immer eine Campsite frei.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200905. Aug. 2016 · #97
14.Tag (Fr. 27.05.2016) Binga – Hwange National Park 357km
Nach dem Frühstück machten wir uns sogleich auf den Weg. Über Asphalt wechselnder Qualität ging es von Binga dem Hwange National Park entgegen. Die Strecke war landschaftlich ansprechend und von kleinbäuerlichen Strukturen geprägt.
Mittags erreichten wir dann das Main Camp des Nationalparks, welches nur wenige Kilometer hinter dem Gate liegt. Das Camp macht einen sehr guten Eindruck. Alles sehr gepflegt. Auch das Restaurant hat geöffnet. Allerdings ist das Camp auch sehr groß, weshalb wir lieber versuchen, einen Übernachtungsplatz auf einer der Picknicksites der Region zu bekommen. Die Jambile Picknicksite ist für die kommende Nacht noch frei und so steht unser nächster Übernachtungsplatz fest.
Da noch reichlich Zeit ist, nehmen wir die längere Strecke via Kennedy Pan und Ngleshwa Pan. Bei der Kennedy 1 Pan können wir über lange Zeit eine Herde Elefanten beobachten, zu der auch ein erst wenige Tage altes Elefantenbaby gehört. Leider wird das Kleine von der ganzen Herde so abgeschirmt, dass mir kein einziges Foto von ihm gelingt.
Auf der Picknicksite an der Ngleshwa Pan machen wir Mittag. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Pfanne. Hier möchten wir irgendwann auch einmal übernachten. Wir sehen viele Tiere. Unter anderem auch Kronenkraniche, von denen ich bislang gar nicht wusste, dass sie auch im südlichen Afrika vorkommen. Ich kenne diese schönen Vögel bislang nur aus Ostafrika.
Im Hupe Reiseführer steht, dass im Hwange National Park eine Überbevölkerung an Elefanten herrscht. Das kann ich auf jeden Fall bestätigen. Wir kommen kaum voran. Ständig treffen wir auf Elefantenherden. Fast ausnahmslos sind die Dickhäuter friedlich, aber man kann sich sicher sein, dass jede Herde Ihren „Arschloch-Elefanten“ hat. Meist handelt es sich um einen Halbwüchsigen. Während der Rest der Herde friedlich dahin zieht, stellt sich der „Arschloch-Elefant“ mitten auf den Weg, macht einen auf dicke Hose und droht sowie sich das Auto nur ein paar Zentimeter bewegt. Danach frisst er direkt am Wegrand und macht sofort Alarm, wenn man versucht vorbei zu fahren.
Ein weiteres Paradoxum bei den Elefanten ist, dass man die Tiere entweder schon auf hunderte Meter Entfernung sieht, oder erst wenn man fast in sie hinein fährt. Dazwischen gibt es eigentlich nichts.
Aus genannten Gründen läuft uns zum Ende des Tages die Zeit davon und der Sundowner findet ohne uns statt. Die vielen Elefantenherden machen das Vorankommen unberechenbar. Unser Camp erreichen wir erst in der Dämmerung.
Wir werden herzlich von Vincent begrüßt, der für die Picknicksite verantwortlich ist. Er teilt uns mit, dass die Nacht sehr kalt werden wird und entfacht sogleich ein Feuer für uns. Brennholz steht auch reichlich zur Verfügung. Mit seiner Einschätzung der Temperaturen hat Vincent genau ins Schwarze getroffen. Je länger der Abend dauert, umso näher rücken wir an das Feuer.
Die Campsite ist sehr gepflegt. Allerdings gibt es nur eine kalte Dusche, auf die ich wegen der niedrigen Temperaturen verzichte.
Heute kommt unser letztes Rinderfilet auf den Grill. Damit ist auch insgesamt die Grillsaison für diese Reise beendet. Ab morgen muss ich dann anfangen richtig zu kochen.
Im Dunkeln hören wir die Elefanten im nahe gelegenen Wasserloch planschen.
Mogambo566 Beiträge · seit 201306. Aug. 2016 · #98
Hallo Topobär,
wir waren 4 Tage vor Euch im Hwange. Auf meine Frage im Main-Camp wie es denn mit den private picknic-sites aussieht kam vom Büro-Chef die klare Aussage "nur noch übers main-office in Harare, wir können leider nichts machen!" Auf meinen Hinweis dass das wohl für walk-in-clients irgendwie neu zu sein scheint, erneut seine klare Aussage "ja, korrekt, ist eine ganz neue Regelung, man könne vor Ort im Main-camp aus halt nichts machen..." 😮 🤨
Skandal! 😠 😄 😄
Leider finden das die einzelnen Camp-Wardens auch nicht so lustig. Im Masuma Dam erzählte uns der Aufseher eher traurig und resigniert, dass er aus dem Main-Camp ständig hört, wie ausgebucht alles sei und er dann teilweise tagelang wartet, bis überhaupt mal jemand vorbei kommt.
Naja, is schon nicht so einfach dort, aber großartiger Park und ausgesprochen nettes Personal. Es ist zum heulen, wie verlassen alles wirkt.... 🙁
Jambile erschien mir ein wenig versteckt und abseits. Wir hatten unser Nachmittagspicknick dort dann abgebrochen, nachdem wir von ganzen Fliegen-Garnisonen überfallen worden sind. Erstaunlich fand ich die Arbeiten mit schwerem Gerät an der vorgelagerten Wasserstelle. Es tut sich was im Park, soweit die Möglichkeiten eben reichen, was die ganze Situation irgendwie noch trauriger macht...
LG Mogambo 🙂
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Aug. 2016 · #99
Hallo Mogambo,
wie so häufig in Afrika, hängt alles von den jeweils handelnden Personen ab. Sind die engagiert, geht fast alles, sind sie desinteressiert, läuft gar nichts. Wir hatten anscheinend Glück mit unserer Ansprechpartnerin im Main Camp.
Da wir erst nach Sonnenuntergang in Jambile angekommen sind und dann schon wieder vor Sonnenaufgang losgefahren sind, war die versteckte Lage für uns kein Problem. Das Camp war sauber & ordentlich, der Warden hilfsbereit und wir waren allein. Was will man mehr?
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200912. Aug. 2016 · #100
15.Tag (Sa. 28.05.2016) Hwange National Park 152km
Das war die bislang kälteste Nacht dieser Reise. Obwohl wir bereits mit Einsetzen der Dämmerung aufstehen, brennt schon ein wärmendes Feuer neben unserem Camper. Das nenne ich mal einen aufmerksamen Service. Das gilt im Übrigen für alle exklusiven Campsites im Hwange, die wir bislang kennengelernt haben.
Aufgrund der Kälte brechen wir ohne Frühstück auf. Das wollen wir in der Sonne nachholen. Bis die Sonne klar am Himmel steht dauert es aber noch eine ganze Weile, da zunächst dichter Nebel über dem Park liegt.
Dem Nebel ist es auch geschuldet, dass wir auf der Strecke bis zum Main Camp so gut wie keine Tiere sehen. Die Tankstelle im Main Camp ist geöffnet und wir nutzen die Gelegenheit, den Tank noch einmal voll zu machen.
An der Nyamandhlovo Platform machen wir in Beisein von Gnus und Giraffen eine ausgiebige Frühstückspause. Auf den Tisch müssen wir dabei leider verzichten, denn den müssen wir als Windschutz zweckentfremden, da ein kräftiger kalter Wind weht.
Nach der Frühstückspause geht es weiter Richtung Westen. Wir nehmen den Loop über die Pans nördlich der Hauptstrecke. Landschaftlich sehr schön, aber bezüglich Tieren wie leer gefegt.
Zurück auf der Hauptpiste geht es dann durch dichten Mopanebusch bis zu den Shumba Pans. Das Gebüsch ist hier so dicht, dass Tiere schon mitten auf der Straße stehen müssen, damit man sie entdeckt. Am besten sieht man noch Vögel.
Am Masuma Dam tobt dann das Leben. Hier gibt es jede Menge Tiere. Impalas, Kudus, Wasserböcke, Warzenschweine, Hippos, Kokodile und vor allem jede Menge Elefanten bevölkern den kleinen See und seine Ufer. Letztere liefern uns über eine Stunde lang eine tolle Show. Mehrere Elefanten sind im Wasser am toben und versuchen sich gegenseitig unterzugluckern. Das erinnert einen an ausgelassen spielende Kinder im Freibad. Hat einer der Elefanten im Wasser genug, wird er sofort von einem der Dickhäuter am Ufer ersetzt.
Wir können uns lange nicht von diesem schönen Ort losreißen. Dann treffen wir auch noch Godfrey wieder, der auch schon bei unserem Besuch vor 2 Jahren als Ranger am Masuma Dam stationiert war. So ist es dann bereits 16:00Uhr als wir in Sinamatella ankommen. Die Campsite ist komplett leer und so können wir uns den schönsten Platz am Abbruch des Tafelberges aussuchen. Wir sind schon den ganzen Tag unterwegs und so können wir uns nicht mehr zu einem abendlichen Gamedrive aufraffen. Da genießen wir lieber die grandiose Aussicht auf die unter uns liegende Ebene. Von hier oben aus der Vogelperspektive sind die Ausmaße einer riesigen Büffelherde gut auszumachen, während sie auf der Ebene unter uns grast. Auch mehrere Elefantenherden und einige Giraffen können wir beobachten.
Zwischendurch huschen wir kurz unter die warme Dusche, denn der Donkey wurde sofort nach unserer Ankunft eingeheizt.
Zum Abendessen gibt es Labskaus mit Spiegelei, ein traditionelles hanseatisches Seemannsgericht. Was bei langen Fahrten auf See gut ist, eignet sich auch perfekt für lange Fahrten durch Afrika. Die Zutaten bekommt man alle vor Ort und sie sind auch ungekühlt lange haltbar.
Heute war ein Stokeltag. Kathrin schafft es, das Display Ihrer Kamera in mehrere kleine Displays zu zerlegen und ich reiße mir beim Holz abladen großflächig die Hand auf. Bislang dachte ich immer Betaisodona brennt nicht – ein Irrtum. Ich sollte vielleicht Arbeitshandschuh in unserer Packliste aufnehmen.