Namibia per Anhalter bzw. zu Fuß

Reisebericht 156 Antworten · 25,7k Aufrufe · gestartet 16. März 2016 von BerLin
248 Beiträge · seit 201517. März 2016 · #81
Inzwischen ist der Thread 14 Seiten lang und der eigentliche Reisebericht voellig verloren gegangen. Ich finde das sehr schade, weil es ja eigentlich um Linas Erlebnisse in Namibia gehen sollte.
Schreib doch mal weiter, Lina 🙂
2006: Botswana und Sued Afrika 2009: Botswana und Sued Afrika 2012: Sued Afrika (KTP) 2014: Marokko 2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
Themenstarter100 Beiträge · seit 201517. März 2016 · #82
Mellie, wenn du die Sonne oben rechts des Themas anklickst, dann siehst du nur die Beiträge, die als Reisebericht markiert sind, oder wahrscheinlich unter diesem Link: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/288945-namibia-per-anhalter-bzw-zu-fuss.html?start=6&rb=1
Ich finde es aber schön, dass ich hier so viel Feedback bekomme. Es gibt nichts Schlimmeres, als eine Woche lang an einem Reisebericht zu schreiben und dann keinerlei Kommentare zu erhalten.
7'296 Beiträge · seit 200617. März 2016 · #84
Montango schrieb:
Hiermit suggeriert Lina doch wohl, dass alle Weissen in Namibia Rassisten sind. Das ist doch eine sehr einseitige Ansicht.
QPascalinah: zur Zeit sind die Norweger alle am Arlberg: billig saufen und freeriden (im Harz ist zuwenig Schnee 😄 )
... dass die Weißen in Namibia Rassisten sind, ist eine einseitige Ansicht (wobei ich das so klar nicht gelesen habe).
Die Äußerung, dass alle Norwegen zum Saufen verreisen, ist aber ok?

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'667 Beiträge · seit 201117. März 2016 · #85
BikeAfrica schrieb:
Montango schrieb:
Hiermit suggeriert Lina doch wohl, dass alle Weissen in Namibia Rassisten sind. Das ist doch eine sehr einseitige Ansicht.
QPascalinah: zur Zeit sind die Norweger alle am Arlberg: billig saufen und freeriden (im Harz ist zuwenig Schnee 😄 )
... dass die Weißen in Namibia Rassisten sind, ist eine einseitige Ansicht (wobei ich das so klar nicht gelesen habe).
Die Äußerung, dass alle Norwegen zum Saufen verreisen, ist aber ok?

Gruß
Wolfgang
nicht alle, nur die am Arlberg 😉
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
Themenstarter100 Beiträge · seit 201517. März 2016 · #86
Ein paar Tage später haben wir einen zweiten Versuch unternommen, den Pelican Point mit Seerobben zu erreichen, diesmal zu dritt. Zuerst spazierten wir gemütlich an unserer bereits heimisch gewordenen Esplanade:

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Dann haben uns wieder die Salzfabrik-Mitarbeiter mitgenommen und wir spazierten wieder an den mir und Anna bereits bekannten rosaroten Gewässern vorbei:
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Unsere nächsten Fahrer waren deutsche Rentner, die schon seit 60 Jahren in Namibia leben. Sie wollten Flamingos an den Lagunen beobachten:

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Wir mussten jedoch weiter. Der Versuch, mit jüngeren deutschen Touristen mitzufahren, schlug fehl - das Auto kam im Sand einfach nicht weiter. Also gingen wir wieder an unsere Skelettküste, ca. einen Kilometer vom befahrenen Weg zum Pelican Point.
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Schon haben wir fast die Hoffnung aufgegeben, die Seerobben zu sehen,
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als Anton plötzlich rief: "Auto!" Hände über den Kopf schwingend, lief er auf das Auto zu - es war ca. einen Kilometer von uns (später erklärte mir Anton, so funktioniere Trampen immer in der Mongolei - wenn man von A nach B will, gibt es immer ganz viele Parallelstraßen, die aus verschiedenen Dörfern nach B führen, diese liegen teilweise bis zu 2 km weit voneinander entfernt. Das Trampen bestehe darin, dass man irgendwo in der Mitte zwischen diesen Straßen steht und, sobald ein Auto zu sehen ist, Hände über dem Kopf schwingt, laut schreit und zum Auto rennt).
Es war ein Auto mit den Wochenend-Fischern. Sie haben uns mitgenommen und ca. 5 km vor Pelican Point aussteigen lassen. Sie sagten, sie würden um ca. 5 Uhr abends wieder zurückfahren und uns mitnehmen. Welch eine Freude!
:
zuletzt bearbeitet 17. März 2016
Themenstarter100 Beiträge · seit 201517. März 2016 · #87
Richtung Pelican Point liefen wir die Küste entlang. Es war deutlich optimistischer als am Anfang - ab und zu sahen wir einen Seerobben in den Wellen springen, die Seerobbenleichen wurden immer frischer
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und reichlich Erdbeergelee gab es an der Küste auch:
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Voll Energie, haben wir beschlossen, unseren kleinen Beitrag zur Sauberkeit des Strandes zu leisten:
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Nach ca. einer Stunde waren wir an unserem Ziel angelangt. Schon von weitem sahen wir die Seerobbenkolonie:

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Die Seerobben sind sehr scheu und versuchen ins Meer zu fliehen, sobald sie den Menschen sehen.
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Man muss sich also für eine Seerobbenleiche ausgeben, wenn man sie aus relativer Nähe beobachten und fotografieren will:
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Themenstarter100 Beiträge · seit 201517. März 2016 · #88
Dafür wird man aber belohnt:

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Wir schauten auf die Uhr. Es war Zeit zu gehen. Wir liefen 5 km und kamen pünktlich 5 Minuten vor 5 an unserem Treffpunkt an, da, wo wir uns von den Fischern getrennt haben. Die waren aber nicht da - und auch kein anderes Auto. Wir waren müde von unserem Spaziergang gegen den Wind; traurig aßen wir unsere Äpfel und haben uns schon darauf eingestellt, dass wir 10 km im Sand bis zur Asphaltstraße laufen müssen... als plötzlich ein weißer Punkt in der Ferne erschien. Optische Täuschung?
...in 5 Minuten sahen wir unsere Retterfischer. Ich glaube, selten habe ich mich so gefreut wie in diesem Augenblick. Die Fischer waren weniger froh - die hatten nämlich nichts gefangen, wir haben an diesem Tag viel mehr Glück gehabt - noch nie zuvor hatten wir so große Tiere in der freien Natur so nah gesehen!
Gast17. März 2016 · #90
nach so vielen OTs kommt es auf eine nicht mehr an, also:
Es gibt eine "hundelose" Alternative im Objektschutz:
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Grüße....und Atemschutzgeräte sollten vorrätig sein
Themenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #92
Nach 10 Tagen in Walvis Bay und erfolgreicher Akklimatisierung machten wir uns auf den Weg nach Otjiwarongo.
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Dort wurden wir von Couchsurferin Monique empfangen. Ihr Haus erinnert ein bisschen an ein teures Guesthouse, mit der ganzen afrikanischen Einrichtung:

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Von Couchsurfing in Namibia hatte ich manchmal den Eindruck, dass es nur in Theorie existiert: von ca. 60 Anfragen, die ich an die Nutzer in verschiedenen Orten im Norden des Landes geschickt hatte, war Monique die Einzige, die zugesagt hat. Wir waren ihre ersten Couchsurfing-Gäste, obwohl sie schon seit 4 Jahren bei Couchsurfing registriert ist; unsere Anfrage war auch die erste, die sie in dieser Zeit bekommen hat.
Themenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #93
Monique lebt seit 1992 in Namibia und kommt aus Frankreich. Sie betreibt zwei Projekte für Kinder - einen Kindergarten und eine Kinderbibliothek. Nicht selten, sagt Monique, können die Schulkinder nicht lesen, und dem Problem versucht sie mit ihrer Bibliothek entgegenzuwirken. Sie hat uns am Tag nach unserer Ankunft zu ihrem Kindergarten mitgenommen, die Kinder waren froh, uns zu sehen, waren aber sehr zurückhaltend und unaufdringlich...

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Monique mit ihren Kindern
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Im Unterschied zu anderen Hausbesitzern, hat Monique keinen Hund, dafür aber vier Katzen. Morgens hörten wir aber stets jemanden laut bellen. Anton entwickelte zwei mögliche Erklärungen für dieses Phänomen:
a) wenn sich die vier Katzen an einer Stelle versammeln, verwandeln sie sich in einen Hund entsprechender Größe, der mit entsprechender Lautstärke bellt
b) Monique selbst kann so gut bellen, dass sich kein Dieb mehr traut, einzubrechen
248 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #94
Als Katzenbesitzerin (besitzt man eine Katze oder ist das Verhaeltnis eher umgekehrt 😉 ? ) kann ich nachvollziehen warum Eure Gastgeberin nicht auch noch einen Hund hatte. Ich wuerde auch selber bellen 😗 😄
2006: Botswana und Sued Afrika 2009: Botswana und Sued Afrika 2012: Sued Afrika (KTP) 2014: Marokko 2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
3'175 Beiträge · seit 200619. März 2016 · #95
Hi Berlin!

Danke für die Fotos. Kenne Monique seit ihrer Ankunft, uijuijui, wie die Zeit vergangen ist.

Grüsse vom Sambesi
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
Themenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #96
Joerg: interessant, woher kennst du denn unsere Monique? 🙂

Am Nachmittag, als Monique uns verließ, gingen wir zum Friedhof und haben dort ein paar Grillen kennengelernt. Eine davon hat sich regelrecht in Anna verliebt und wollte gar nicht mehr von ihr weg:

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Auch einen Käfer haben wir gesehen:
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Am Abend machten wir einen Spaziergang entlang der Eisenbahngleise und konnten die riesigen Tausendfußer und den wunderschönen Sonnenuntergang bewundern
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Zum Abendessen machten wir russische Blinis mit einer Füllung aus Reis, Kohl und hartgekochten Eiern. Sowas hat Monique noch nie probiert (und wir übrigens auch nicht).
Themenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #97
Am nächsten morgen wollten wir zu Waterberg Plateau aufbrechen, aber als wir um 6 Uhr aufwachten, regneten es wie aus dem Eimer, und wir beschlossen, unsere Exkursion auf den nächsten Tag zu verlegen. Den freien Tag nutzten wir, um uns zu erholen, in Moniques Büchern zu stöbern, Fotos ins Internet zu stellen (keiner von uns hatte ein Notebook dabei, wir waren also auf Computer unserer Gastgeber angewiesen) und meine Kamera zu reparieren (wegen Sand funktionierte sie nicht mehr richtig). Dreimal hat Anna die Arme zerlegt und wieder zusammengebaut, und am Ende funktionierte diese:

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Monique hat eine wunderbare Auswahl von Büchern über Namibia, darunter auch diverse Field Guides (eigentlich interessieren sich alle Expats, denen wir begegnet sind, für Zoologie). Wir konnten damit einige Vögel bestimmen, die wir bis zu dem Zeitpunkt gesehen haben. Vom "Atlas of Namibia" mit allerlei Karten zu Namibias Flora, Fauna und Klima waren wir alle begeistert und würden das Buch auch gerne kaufen, aber es wird leider nicht mehr herausgegeben (und ist sowieso zu teuer, wie es sich später herausstellte).

Am gleichen Tag ist etwas Tragisches passiert: In Moniques Swimming Pool wurde ein toter Frosch aufgefunden, der ertrunken ist. Anna, die wie gesagt, einen leichten (bis schweren) Hang zur Nekrophilie hat, verliebte sich sofort in das tote Tierchen:

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"Wow, toter Frosch! Gleich werd ich ihn küssen - und er lebt sofort wieder auf!" sagt Anna auf dem Video.

Bei YouTube ansehen ↗

zuletzt bearbeitet 19. März 2016
1'942 Beiträge · seit 201119. März 2016 · #98
Hallo BerLin,
ich verfolge deine Threads schon von Anfang an, hab mich aber nie gemeldet, weil mir zu viele besserwisserische, wertende und unhöfliche Meldungen dabei waren (nicht von dir!).
Ich finde es toll, dass wir jetzt bei deiner spannenden und informativen Reisebeschreibung angekommen sind und sich die Lage anscheinend etwas beruhigt hat 🙂

Schön, dass ihr diese Reise gemacht habt und dass sie gut verlaufen ist. Diese Art des Reisens ist sicher in Namibia eine Herausforderung. Aber man lernt ein Land aus einer ganz anderen Perspektive kennen, das finde ich wunderbar. Man taucht tiefer ein glaube ich. Mir tut es ehrlich gesagt leid, dass ich mich das allein als Frau nicht traue. Würde mich auch sehr interessieren.

Ihr habt zwar nicht die "Big Five" gesehen, aber die machen das Land nicht aus. Es sind die vielen kleinen Tierchen, Pflanzen, Details und Kontakte zu dem Menschen, die es ausmachen. Und ich glaube nicht, dass ihr die Menschen mit Couchsurfing, Autostoppen und wenn ihr etwas von ihnen geschenkt bekommt, ausnutzt. Denn erstens geben all diese Menschen dies freiwillig, keiner zwingt sie dazu, und zweitens glaube ich, dass ihr diesen Menschen auch etwas zurück gebt. Auch für sie wird dieser Kontakt eine Bereicherung sein.

Ich freue mich schon auf mehr und auf eure schönen Bilder
Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter100 Beiträge · seit 201519. März 2016 · #99
Solitaire, aber du warst doch schon in Namibia alleine unterwegs? Das würde ich mich wahrscheinlich auch nicht trauen. Ich bin deswegen dankbar, dass ich so tolle Reisepartner hatte (auch wenn wir uns ab und zu stritten und sich gegenseitig ärgerten). Wir haben uns auch wirklich kein einziges Mal von etwas bedroht gefühlt (außer von eigener Dummheit).
1'942 Beiträge · seit 201119. März 2016 · #100
Ja, BerLin, war ich und ich fahr im Oktober wieder für drei Wochen alleine. Und ich freue mich riesig darauf. Aber mit eigenem Auto und gebuchten Unterkünften. Nicht per Anhalter und Couchsurfing. Das trau ich mich leider nicht.
Die Leute, mit denen ich mich so gut verstehe, dass ich sie drei Wochen aushalten würde (und sie mich 🤪 ), mögen so eine Art des Reisens nicht.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari