Namibia per Anhalter bzw. zu Fuß

Reisebericht 156 Antworten · 25,7k Aufrufe · gestartet 16. März 2016 von BerLin
3'175 Beiträge · seit 200622. März 2016 · #121
Hi BerLin!

ist ja echt lustig deinen Bericht zu lesen, aber vielleicht solltet ihr beim naächsten Mal mit mir rum trampen, dann würdet ihr VIEL mehr erleben und müsstet nicht so viel hypothetische Erfahrung weitergeben , die dann erst von anderen gegoogelt werden muss.

DamitDu ein bisschen was über mich weisst, hier ein paar Eckdaten zu meiner Geschichte in Namibia.

1980 bis 1989 ( vor der Unabhängigkeit) ca. 50000km in Namibia getrampt

seit 1990 permanent in Namibia, vorallem als freiberuflicher Reiseleiter. dadurch bis heute mehr als 1 Million km im Auto durch Namibia gereist. Zwischendurch ca. 300000km mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ohne Flugzeuge) durch Subsahara Afrika gereist.

Hat alles super Spass gemacht und hat mir gezeigt, dass ich bei nur einemal an einem Platz NIEMALS die Wahrheit finden konnte.

Ach ja , noch was , ich lebe seit 20 Jahren nördlich der Roten Linie.

Hatte immer meine lokalen Namen, bin dadurch etwas bekannt.
Heutzitage heisse ich Mr. Moringa und jeder grüsst mich mit diesem Namen auf der Strasse, oder im Auto oder sonst wo, sogar übers Radio!!

Macht echt Spass hier zu leben....

Hoffe Namibia hat euch so gefallen , das ihr wiederkommt.
Bei mir gibts immer irgendwas!! ausser Langweile!

Liebe Güssse vom Sambesi

Joerg

P.S. Monique und ich waren für den selben Arbeitgeber Tätig
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
zuletzt bearbeitet 22. März 2016
Gast22. März 2016 · #122
Guten Abend BerLin, danke für’s Berichten.
@ Möchtegelder: Ist das deine Wortschöpfung und wie viel haben die denn für einen lift verlangt?
@weißes Brot und pap: In Afrika war ich nur im Süden und ein grauslicheres Brot als das dortige kenne ich nicht, gute Bäckereien in den G’stopftenvierteln mal ausgenommen. Das weiße Brot ist nur wertlose, in eine Form gebrachte Stärke, etwas braune Farbe*) signalisiert wenigstens einen Restbetrag an Nährwert. Und beim mielie pap ist es genauso.
Grüße
*)PS falls nicht von Malz oder Färbemittel
zuletzt bearbeitet 23. März 2016
7'296 Beiträge · seit 200622. März 2016 · #123
leser schrieb:
@ Möchtegelder: Ist das deine Wortschöpfung und wie viel haben die denn für einen lift verlangt?

... ich bin zwar nicht direkt gefragt, habe aber in diversen afrikanischen Ländern auch meine Erfahrungen als Anhalter gesammelt. Man kann das in keinster Weise verallgemeinern, aber wichtig ist, es vorher zu klären, damit es nicht am Ende zu einem Streit oder gar Handgemenge kommt, weil eine entsprechende Kostenbeteiligung in der Region vielleicht völlig üblich ist. Mancherorts ersetzen Privatfahrzeuge die kompletten öffentlichen Verkehrsmittel und da wird genauso gezahlt wie andernorts für Minibusse und es gibt feste Tarife, die jeder Einheimische kennt und akzeptiert. Als Reisender weiß man das natürlich nicht, also muss man es unbedingt vor dem Einsteigen klären.

Anderswo erwarten die Leute einen fairen Anteil an den Spritkosten, Manche übertreiben es mit absurden Vorstellungen. Ich habe dann Leute auch weiterfahren lassen und der nächste, der anhielt, wollte gar nichts.

Nach meinen Erfahrungen klappt das Fahren per Anhalter am besten mit den großen Trucks, deren Fahrer meist durch mehrere Länder für eine Fracht fahren. Denen ist oft langweilig, wenn die am Tag so 1.200 km mit 'nem Sattelschlepper abreißen und freuen sich über einen Gesprächspartner. Die haben bisher auch immer von selbst angehalten und gefragt, ob ich mitfahren möchte. Ich habe nie einen Truck aktiv angehalten. Da hatte ich auch mal jemanden, der nicht nur kein Geld wollte, sondern mich am Abend noch zum Essen und 'nem Bier eingeladen hat und anschließend fragte, ob ich eine Unterkunft hätte oder in seiner Fernfahrerkabine im freien Etagenbett pennen wollte. Und da ich zuvor noch nie in 'nem Bett mit 540 PS geschlafen hatte, hatte ich das Angebot angenommen. Und von den Truckern bekommt man eine Menge vom Leben im Land mit.

@weißes Brot und pap: In Afrika war ich nur im Süden und ein grauslicheres Brot als das dortige kenne ich nicht, gute Bäckereien in den G’stopftenvierteln mal ausgenommen. Das weiße Brot ist nur wertlose, in eine Form gebrachte Stärke, etwas braune Farbe signalisiert wenigstens einen Restbetrag an Nährwert. Und beim pap ist es genauso.

... diesen Maisbrei (manchmal auch aus Yam oder Cassava gibt es ja in fast ganz Afrika und ich habe es vielerorts gegessen. Ich war danach immer "pappsatt". Und Nährwert muss das Zeug recht ordentlich haben. Die Einheimischen auf dem Land essen kaum etwas Anderes, arbeiten den ganzen Tag körperlich hart und sehen oft aus wie Bodybuilder.
Bei dem Brot gebe ich Dir Recht. Das kann man auf ein Drittel seiner Größe zusammendrücken und ein Brot in der Größe eines Toastbrots auf einmal aufessen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'155 Beiträge · seit 200623. März 2016 · #124
BerLin schrieb:

Manchmal traf uns während unserer Erkundungstour ein richtiger kultureller Schock. In den Bildbändern haben wir zwar schon öfter Töchter afrikanischer Stämme mit nackter Brust und wundersamen Schmuck gesehen, aber Szenen wie diese, wo Tradition und westlich geprägte Realität so tief ineinandergreifen, findet man wohl in keinem Bildband.

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….die meisten Bildbände sind immer etwas verlogen…man packt alle positiven und schönen Dinge rein und lässt den Rest einfach weg…. Schade... 😣

Das Bild ist voll gut, ein Volltreffer,... 😎 ...trifft den Zeitgeist und zeigt den tiefen Graben, Moderne und „Tradition“, die eigentlich gar nicht mehr in diese Welt zu passen scheint. Die Bierkisten sind ein guter Hintergrund… viele Himbas haben ein Alkoholproblem...lg tom
zuletzt bearbeitet 23. März 2016
Themenstarter100 Beiträge · seit 201523. März 2016 · #125
Joerg, klar, wir nehmen dich nächstes Mal gerne mit! Wir sind alle inzwischen zu Hause angekommen und uns allen ist klar: Es war für einige das erste, aber für keinen das letzte Mal in Afrika.
Tomcat, danke, ich habe deine Worte an Anton ausgerichtet, er ist nämlich Autor des Fotos. Von uns allen konnte er wohl am besten beobachten und dokumentieren 🙂
Klar, Möchtegeld ist meine Wortschöpfung und die Übersetzung des russischen Wortes "dengopros" aus der Tramperterminologie. Das Wort bezeichnet die Fahrer, die beim Trampen anhalten, aber Geld wollen.
Da wir von vornherein sagten, dass wir für die Lifts nicht zahlen, gab es keine Missverständnisse und wir bekamen die Preise nur ein bis zweimal zu hören - einmal wollte jemand 100 für uns alle vom Norden bis nach Windhoek, ein anderes mal wollten die Fahrer 20 N$ p. P. von Aus nach Rosh Pinah. Da diese Autos alles andere als komfortabel waren, haben wir da nicht mitgemacht und nach einiger Zeit Warten kostenlos weitergekommen.
Wegen Trucks: von einigen haben wir gehört, dass LKW-Fahrer keine Fahrgäste mitnehmen dürfen. Uns hatten aber ein paar davon mitgenommen, der eine war hungrig und sehr glücklich darüber, dass wir eine Tüte selbstgemachten Popcorn dabeihatten.
7'296 Beiträge · seit 200623. März 2016 · #126
BerLin schrieb:
Wegen Trucks: von einigen haben wir gehört, dass LKW-Fahrer keine Fahrgäste mitnehmen dürfen. Uns hatten aber ein paar davon mitgenommen, der eine war hungrig und sehr glücklich darüber, dass wir eine Tüte selbstgemachten Popcorn dabeihatten.

... wie habt ihr denn zu dritt da reingepasst. Die großen Trucks haben doch auf der Beifahrerseite auch oft nur Einzelsitze. Hattet ihr welche mit Sitzbank erwischt?

Ein toller Reisebericht übrigens, der sich mal wohltuend vom "Üblichen" abhebt wie auch die Berichte von Bloke und Equilibre.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter100 Beiträge · seit 201523. März 2016 · #127
Klar, wir saßen auch auf dieser Sitzbank - wenn du denn damit den langen Sizt hinter dem Fahrer meinst. Eigentlich dachte ich fast, es wäre eine Norm - fast alle LKW-Fahrer, die mich jemals mitgenommen hatten, hatten diese Sitzbank in ihrem LKW. In der Ukraine traf ich sogar einen, der diese Sitzbank als Bett für seine 9-jährige Tochter verwendete, die mit ihm mitreiste.
Themenstarter100 Beiträge · seit 201523. März 2016 · #128
Am ersten Tag machten wir auch einen Ausflug auf "wildes Feld", wo die Himba-Leute leben (ich hoffe, Joerg wird jetzt nicht widersprechen, dass dort durchaus auch Weiße anzutreffen sind?). Ihre Häuser lassen sich von Zelt bis Palast in vier Hauptkategorien einteilen:

1)Zelt. Zu unterscheiden zwischen 1a) mit improvisiertem Gerüst aus Ästen, umwickelt mit Lappen oder Polyethylen und 1 b) handelsüblicher Zelt
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2) Quaderförmiges Haus mit Gerüst aus Ästen, zusammengehalten mit Polyethylen bzw. verleimt.
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3) Rechteckiges Haus aus Blech
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4) Rechteckiges Haus aus Beton oder Ziegel (Palast)
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Alle genannten Bauwerke sind selten länger als 7 Meter, in der Regel kürzer.
Auch alternative Bauformen sind auf dem "wilden Feld" durchaus anzutreffen:
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Sowie Andeutungen auf Landwirtschaft:
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zuletzt bearbeitet 24. März 2016
7'296 Beiträge · seit 200624. März 2016 · #129
BerLin schrieb:Klar, wir saßen auch auf dieser Sitzbank - wenn du denn damit den langen Sizt hinter dem Fahrer meinst. Eigentlich dachte ich fast, es wäre eine Norm - fast alle LKW-Fahrer, die mich jemals mitgenommen hatten, hatten diese Sitzbank in ihrem LKW. In der Ukraine traf ich sogar einen, der diese Sitzbank als Bett für seine 9-jährige Tochter verwendete, die mit ihm mitreiste.
... ich meinte den Sitz neben dem Fahrer. Das war früher oft ein breiter Sitz für zwei Personen und hätte mit Zusammenrücken oft auch für drei Personen gereicht. Bei den neueren Lkw ist das Armaturenbrett manchmal so in Richtung Mittelkonsole gebaut, dass nur noch ein Sitz für einen Beifahrer verbleibt.

Die "Sitzbank" hinter dem Fahrer ist die Schlafkabine der Fernverkehr-Lkws. Manchmal ist das auch ein Etagenbett. Wenn zwei Fahrer an Bord sind, kann einer fahren und der andere schlafen und jeder hat sein eigenes Bett. Der Bereich lässt sich normalerweise auch mit einem Vorhang abtrennen. Das gilt jetzt alles nur für zweitürige Zugfahrzeuge ...

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter100 Beiträge · seit 201524. März 2016 · #130
Auch die Suche nach Wohnraum für uns selbst, genauer genommen, für Anton, hat uns an diesem Tag beschäftigt, denn er hatte erstmal genug von Couchsurfing und wollte für ein paar Tage eine Auszeit nehmen. Unsere erste Anlaufstelle war Abba Guesthouse (330 N$ /DZ), dieses befand sich aber in einem Schulhof, das war Anton zu laut. Dann waren wir in römisch-katholischer Kirche, die Zimmer für 200 N$/DZ vermieten (allerdings mit Dusche und Toilette im Gang) und anschließend in Oreness Rest Camp (240 p. P/EZ, 330N$/DZ), wo Anton anschließend auch blieb. Dieses Guesthouse befand sich auch fast unmittelbar am "wilden Feld", was ungehinderte Beobachtung von Himbas ermöglichte. Im Preis enthalten war außerdem auch diese nette Agama:
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Am nächsten Tag fanden Anna und ich noch ein Guesthouse, etwas weiter weg von der Stadtmitte (alle günstigen Unterkünfte liegen in Opuwo entlang der Hauptstraße). Die Preisgestaltung dort fanden wir etwas diskriminierend: pro Doppelzimmer wollten die 250 N$, wenn sich ein Junge und ein Mädchen das Zimmer teilen, und 300 N$ für den Fall, dass sich zwei Mädels (wie ich und Anna) das Zimmer teilen. Was passieren würde, wenn sich zwei Jungs ein Zimmer teilen, blieb uns jedoch ein Rätsel, da wir die entsprechende Kombination nicht vorweisen konnten.
Wir kletterten auf eine Hügel, von dort aus kann man auch den Blick auf "wildes Feld" genießen:
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Unterwegs zu Supermarkt, begegneten wir Kühen sowie Kindern, die uns umarmen wollten (und überhaupt nichts mehr):
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Auf dem Rückweg nach Hause trafen wir Nick und noch zwei deutsche Volonteure, die bei Rotem Kreuz arbeiten und an Himbas Essen verteilen (Suppenküche). Als sie hörten, dass wir die Himbas u. a. gerne fotografieren würden, haben sie uns für den nächsten Tag eingeladen, beim Roten Kreuz bei Mittagessen zu fotografieren.
Und Nick brachte nach Hause Makrelen, die wir gemeinsam zubereiteten.
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Für uns alle war das die erste Erfahrung mit Fischselberkochen. Das Abendessen war etwas gefährlich (Fischknochen waren überall, selbst im Reis!), aber doch genießbar.
Am nächsten Tag folgten wir alle der Einladung von Julia und Raphael, den Volonteuren vom Roten Kreuz. Wi-Fi beim Roten Kreuz funktionierte übrigens auch sehr gut, was in Opuwo selten ist (selbst mein MTC-Internet ging in Opuwo so gut wie nie).
71 Beiträge · seit 200924. März 2016 · #131
Die Begründung mit den Zimmerpreisen würde mich auch mal interessieren! Wenn es denn überhaupt eine gibt 😄
Sehr merkwürdig!
7'296 Beiträge · seit 200624. März 2016 · #132
Equilibre schrieb:Die Begründung mit den Zimmerpreisen würde mich auch mal interessieren! Wenn es denn überhaupt eine gibt 😄
Sehr merkwürdig!
... mal abgesehen davon, dass es vielleicht wirklich keinen Grund gibt, könnte es aber auch ein Relikt aus der Zeit sein, als Homosexualität in Namibia verboten war. Vielleicht diente der Aufschlag dazu, bei Kontrollen die Polizisten mit diesem Betrag dazu zu bewegen, es zu "übersehen". Nur mal eine Vermutung ...

Jedenfalls ist es bis heute in einigen afrikanischen Ländern noch so, dass es strafbar ist, wenn sich zwei Erwachsene gleichen Geschlechts ein Zimmer teilen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter100 Beiträge · seit 201525. März 2016 · #133
Hmm, na ja, wahrscheinlich haben die Inhaber des Guesthouses den Artikel in Wiki nicht gelesen:
"In Namibia wird die sexuelle Orientierung von Menschen in Beruf und Beschäftigung rechtlich durch ein allgemeines Verbot von Diskriminierung laut der namibischen Verfassung geschützt.[1]
Homosexuelle Handlungen werden in Namibia strafrechtlich nicht mehr verfolgt, sofern sie in privatem Umfeld stattfinden."
https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Namibia
Die Frage nach dem Grund für diesen Preisunterschied konnte die Inhaberin des Guesthouses nicht beantworten.
zuletzt bearbeitet 25. März 2016
Themenstarter100 Beiträge · seit 201525. März 2016 · #134
Das sind Bilder, die wir dann am nächsten Tag beim Roten Kreuz gemacht hatten:

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2'346 Beiträge · seit 200625. März 2016 · #135
Hallo Lina,

als jemand, der dieses Forum (und das Vorgänger-Forum) von den ersten Tagen an kennt, möchte ich dir an dieser Stelle mal ein riesiges Kompliment machen. Dafür, dass du dich nicht von den zahlreichen kritischen Beiträgen während der Planungsphase eurer ungewöhnlichen Reise - und auch jetzt beim Rückblick - hast abschrecken lassen und uns nun einen überaus interessanten Reisebericht schreibst. Ich muss zugeben, auch ich war anfangs sehr skeptisch, ob euer Vorhaben gelingen würde, aber vielleicht auch nur, weil man selbst längst in "eingefahrenen Bahnen" im südlichen Afrika unterwegs ist - egal, ob man sich von Lodge zu Lodge bewegt (wie wir) oder es sich Abend für Abend im Dach- oder Bodenzelt gemütlich macht.

Eure Reise - und der Bericht darüber - rückt Namibia in einen Blickwinkel, der für mich/uns völlig ungewöhnlich und neu ist. Kein Bericht über Probleme mit dem Leihwagen. Keine Geschichten über das Festfahren im Tiefsand mit anschließendem Ausgraben. Kein Abenteuer beim Bezwingen des Van-Zyl-Passes. Keine Kritik am unzumutbaren Abendessen in Okaukuejo. Kein Bericht über die hundertste Elefanten-Begegnung usw. usw.

Bitte schreib weiter und eröffne mir/uns auch weiterhin eine andere Sicht auf unser Lieblings-Reiseland! Manch Anderer hätte an deiner Stelle längst das Handtuch hingeworfen und sich beleidigt in die Schmoll-Ecke zurückgezogen. Es spricht für dich, dass du über den Dingen stehst und uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Danke und weiter so!

Viele Grüße und frohe Ostern
Armin


P. S.: Das soll übrigens keine Kritik an den "normalen" Reiseberichten sein, die ich natürlich auch immer sehr, sehr gerne lese. Könnte ja selbst keinen anderen schreiben.
5'538 Beiträge · seit 200825. März 2016 · #136
Hallo und guten Morgen, Zusammen,

@ Armin: Danke - das hast Du sehr gut gesagt und ich kann mich Deinen Worten nur anschließen.

@Lina - schade, dass Du nicht in die NPs konntest. Denn das hätte ich Dir schon gewünscht. Ansonsten ist das ein der wenigen Reiseberichte, die ich bisher immer vollständig gelesen habe.

@ all: Im Gegensatz zu Armin lese ich nicht mehr alle Reiseberichte, denn ich habe jede Ecke meines Traumlandes mehrfach selbst gesehen und Vieles, was Ihr dann schreibt, auch selbst erlebt. Deshalb gebe ich dann lieber den Neuen ausführlichere Ratschläge.

Liebe Grüße
Gerd
Themenstarter100 Beiträge · seit 201526. März 2016 · #137
Danke, Armin und Gerd!
In der Planungsphase unserer Reise sind wir ja davon ausgegangen, dass wir ein paar Tage am Kunene-Fluss entlang wandern. Auf diesen Plan haben wir dann aber wegen hoher Temperaturen in der Region verzichtet. Anna wollte aber unbedingt den Ruacana-Wasserfall (den 14-größten auf der Welt) sehen, der ja in der Nähe liegt, und hat auch Anton und mich
dazu verführt. Wir starteten also am Freitagnachmittag und nahmen unsere Zelte mit, in der Absicht, am Kunene eine Nacht zu verbringen, uns in der Früh den Wasserfall und ggfs. Krokodile anzuschauen und dann gegen Abend des nächsten Tages nach Opuwo zurückzukehren.
Die T-Kreuzung, von der eine Straße nach Ruacana führt, erreichten wir problemlos, und kamen auch ein paar Kilometer weiter in unsere Richtung, ab dann wurde es aber ein wenig problematisch.

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Wir warteten ca. 20 Minuten - und es fuhren keine Autos. Wir genossen aber den Nachmittag und den Blick auf Esel in unserer Nähe:

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So sind wir auch einen Teil des Wegs gefahren:

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An einer anderen Position begegneten wir Schafen:
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Anschließend nahm uns ein netter Afrikaner mit, der direkt nach Ruacana fuhr.
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Themenstarter100 Beiträge · seit 201526. März 2016 · #138
Da er selbst noch nie den Ruacana-Wasserfall gesehen hat, fuhr er kurz mit uns mit zu den Wasserfällen. Dort bewunderten wir alle zusammen den Sonnenuntergang.

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Er hat uns vorgeschlagen, die Campsite seiner Lodge zu nutzen, aber wir wollten uns in der früh ja Kunene und die Wasserfälle anschauen. Nach kurzer Diskussion fuhr er uns dann zu Hippo Pools Camp an der Kunene, wir stellten unsere Zelte aber abseits der Campsite auf.
zuletzt bearbeitet 26. März 2016
Themenstarter100 Beiträge · seit 201526. März 2016 · #139
Kurz vor dem Sonnenaufgang fing es an zu regnen. Anna war schnell und zog gleich unters Dach eines wie wir dachten unbewohnten Lodge-Hauses, neben dem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten. Unser Zelt war zweilagig, daher blieb es einige Zeit trocken. Aber dann gesellten wir uns auch zu Anna, zumal es an der Zeit war, aufzustehen.
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Das ist die Kunene am frühen Morgen.
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Rechts auf dem Bild ist Angola - die Grenze zwischen den beiden Ländern verläuft entlang der Kunene. Sonst ist der Fluss zumindest an dieser Stelle nicht viel anders als der Fluss Pistynka im Westen der Ukraine und einige andere Flüsse in Europa, die ich kenne, nur kleiner 🙂
Krokodile haben wir trotz Warnschildern und sorgfältiger Suche nicht finden können.
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Sehr wohl aber Kingfischer:
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Schon als wir uns auf den Weg zu den Wasserfällen machen wollten, beim Einpacken, sahen wir eine Himba-Frau, die die Tür der Lodge, wo wir in der Früh den Regen überwarteten, mit ihrem Schlüssel aufmachte.
Wir mussten nun zu den Wasserfällen laufen, über die Straße waren es ca. 4 km bergauf. Anton und Anna kürzten den Weg, indem sie über das Gelände eines Kraftwerks gingen, ich aber nahm einfach die asphaltierte Straße. Unterwegs waren keine Autos, die mich mitnehmen wollten, und nach 2 km fühlte ich mich erschöpft, da es schon heiß war. Ich beschloss, unter dem nächsten Baum eine Pause zu machen und etwas Tee zu trinken.
Ich fand unter diesem Baum komische Früchte, die äußerlich an kleine gelbe Pflaumen erinnerten. Ich nahm eine Frucht, biss rein - und fühlte mich wieder zum Leben erweckt. Die Früchte haben eine Konsistenz wie Lichi und haben mangoähnliches Aroma, ihr Geschmack ist aber erfrischend sauer. Als ich kurz vor dem Wasserfall Anna und Anton wieder traf und ihnen davon erzählte, waren sie begeistert. Vor dem Wasserfall entdeckten wir noch einen Baum mit diesen Früchten und sammelten noch 5 kg davon, bevor wir uns auf den Weg nach Opuwo machten:
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Das ist übrigens der Wasserfall bei Tageslicht:
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Während meine Reisepartner den Wasserfall runterkletterten, postete ich die Bilder der Früchte auf Facebook mit der Frage, wie denn die Frucht heißt. Da ich zum Glück Biologen unter Freunden habe, erhielt ich die Antwort binnen weniger Minuten: es handelt sich um Marula, die Frucht sei eine Vitaminbombe. Alle Teile der Frucht werden verwendet: aus Fruchtfleisch macht man Saft oder isst es einfach so, die Schale kann zu einem kaffeeartigen Pulver vermahlen werden und aus den Kernen stellt man das berühmte Amarula-Likör her (um es vorwegzunehmen: vor unserer Reise nach Lüderitz hat Anna übrigens aus unserer Marula-Ernte von Ruacana ca. 2 Liter Marulasaft hergestellt, ohne Saftpresse, nur mit ihren Händen und mithilfe eines Hemdes, wir haben den Saft dann teilweise anstatt von Wasser mitgenommen).
zuletzt bearbeitet 26. März 2016
Themenstarter100 Beiträge · seit 201526. März 2016 · #140
Auf dem Weg nach Opuwo hat uns jemand vor einem kleinen Markt aussteigen lassen, wo wir diese wunderbaren Raupen sahen:

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Sind es denn die Raupen, die später getrocknet und gegessen werden?
Auch Esel begegneten wir wieder, nur waren es diesmal wohl nachgerüstete Esel - sie dienen wohl dazu, Wasser aus der Pfütze zu schöpfen und zu dem Haus ihres Besitzers zu tragen:

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Als wir am Abend dann in Opuwo ankamen (zugegebenermaßen war es schwieriger, als nach Ruacana zu kommen, dieser kleine Markt, wo uns ein Fahrer hat aussteigen lassen, war ein Ort, an dem komischerweise nur noch Möchtegelder anhielten. Letzten Endes hat uns dort einer davon mitgenommen - wir konnten ihn mithilfe unseres magischen Reisezertifikats aus München überzeugen. Wir haben zwar beschlossen, dass wir sofort aussteigen, wenn wir am Straßenrand den ersten potentiell zahlenden Fahrgast sehen, die haben wir aber bis Opuwo nicht gesehen und mit ihm Opuwo erreicht). Dort erwartete uns eine kleine Überraschung - die Stadt war überflutet, anscheinend hat es hier auch stark geregnet:
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Der Pfad zu Nicks Haus, den wir immer benutzten, verwandelte sich in einen Sumpf... Monique erzählte uns, dass der Regen in Namibia immer etwas besonderes ist, zum Beispiel gehen dann nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrer nicht zur Schule...